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Guter Rat für allerlei Leute

Guter Rat für allerlei Leute

C. H. Spurgeon war ein vorzüglicher Menschenkenner. Und er hatte außerdem einen gesunden Humor. Beides macht den besonderen Reiz dieses Buches aus: Scharfsichtig und liebevoll beschreibt Spurgeon die sogenannten »kleinen Schwächen« der Leute und öffnet dem Leser zugleich die Augen für hilfreiche christliche »Alltags-Tugenden«.

In diesem Buch ist er in die Rolle eines Bauern geschlüpft. Er vermeidet deshalb gekünstelte Worte und bedient sich stattdessen alter, kräftiger sprichwörtlicher Redensarten. Dabei steht ihm ein großes Arsenal treffender Bilder und Vergleiche zur Verfügung, denn: »Ernst und langweilig sein ist gerade keine besondere Tugend.«

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20 Teile

Predigten & Vorträge

20 Inhalte
  • Ich will's versuchen

    Reden hinterm Pflug

    "Ich wills versuchen" sprach der Fuchs und entkam den Hunden. Mit diesem und anderen Beispielen aus dem Tierreich und der Menschenwelt ermutigt "Pflüger Hans" seine Leser dazu, nicht auf bessere Zeiten und Umstände zu warten, sondern das Beste aus dem Hier und jetzt zu machen. Das Buch gibt es hier

    Teil 1
  • Reden hinterm Pflug

    "Sei nicht ganz aus Zucker, sonst lutscht die Welt dich aus. Sei aber auch nicht lauter Essig, sonst spuckt die Welt dich aus. Es gibt einen Mittelweg in allem, nur Dummköpfe verfallen in Extreme." Dieses Kapitel beschreibt die Weisheit, zur rechten Zeit nachzugeben und zur rechten Zeit bei einem "Nein" zu bleiben und spart auch nicht an vielen humorvollen Beispielen, wo diese Weisheit fehlt. "Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger gibt acht auf seinen Gang (Sprüche 14,15)" Das Buch gibt es hier

    Teil 2
  • Über die Geduld

    Reden hinterm Pflug

    "Alle Menschen loben die Geduld, aber nur sehr wenige üben sie aus." Dieses Kapitel ist sowohl ein Loblied der Geduld als auch ein (humorvolles) Klagelied über Ungeduld. Pflüger Hans zeigt in allem auf, wie segensreich und oft leichter das Leben sein kann, wenn man sich in Geduld übt. Grundlage für echte Geduld ist Gottvertrauen. "Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen (Röm 8,28)" Das Buch gibt es hier

    Teil 3
  • An die Trägen

    Reden hinterm Pflug

    "Das ist der Faule, von dem es in den Sprüchen heißt: "Er steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde" Mit Armut sollte jedermann Nachsicht und Mitleid haben, nicht aber mit Faulheit." Und deshalb geht Spurgeon in diesem Kapitel mit der Faulheit hart ins Gericht. Er zeigt Beispiele für Faulheit auf und zählt zahlreiche böse Auswirkungen dieser oft unterschätzten Sünde auf. Sei es, dass sie dem Teufel Angriffsfläche bietet oder die eigene Not vergrößert. Unser Herr war nicht müßig und wir sollten es als Christen auch nicht sein. Das Buch gibt es hier

    Teil 4
  • Über Schwatzhaftigkeit

    Reden hinterm Pflug

    Dient dem Teufel nicht länger als Blasebälge, mit denen er das Feuer des Streites schürt. In der Kirche zu Walton in der Grafschaft Surrey befindet sich ein Zaum für Lästermäuler, der in früheren Jahren dazu gebraucht wurde, die Zungen der Frauen daran zu hindern, ihre Ehemänner und ihre Nachbarn zu belästigen. Man hat in den guten alten Zeiten seltsame Dinge getan. War dieser Zaum ein Beweis von dem, was unser Pastor „die Weisheit unserer Altvorderen“ nennt, oder war er ein Stück unnötiger Grausamkeit? "Wir alle fehlen mannigfaltig. Wer aber auch im Wort nicht fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten." (Jakobus 3,2) Das Buch gibt es hier

    Teil 5
  • Ergreife die Gelegenheit

    Reden hinterm Pflug

    Einige Leute sind nie zur Stelle, wenn der Zug abfährt. Sie kommen genau zu der Zeit in den Bahnhof geschlendert, zu der sie gewiss sein können, dass es zu spät ist, und sagen dann in schläfrigem Ton: „Was? Ist der Zug schon fort? Da muss meine Uhr in der Nacht stehen geblieben sein!“ Sie kommen regelmäßig einen Tag nach dem Markt zur Stadt und packen ihre Waren eine Stunde nach Geschäftsschluss aus. Sie machen ihr Heu, wenn die Sonne nicht mehr scheint, und schneiden das Korn, sobald das schöne Wetter vorüber ist. Sie schreien „Halt!“, wenn der Schuss aus dem Gewehr heraus ist, und verschließen die Stalltür, nachdem das Pferd gestohlen ist. Sie gleichen dem Kuhschwanz, der immer hinten nachhängt. Unpünktliche Leute entschuldigen sich meistens mit den Worten, dass sie sich nur ein wenig verspätet haben; aber ein wenig zu spät ist viel zu spät, und beinahe gewonnen bedeutet ganz verloren. Mein Nachbar Gemächlich deckte seinen Brunnen zu, nachdem das Kind hineingefallen war. Demnächst wird er den Entschluss fassen, sein Testament zu machen, wenn er die Feder nicht mehr in der Hand halten kann, und wird versuchen, Buße zu tun, wenn ihm das Bewusstsein zu schwinden beginnt... Das Buch gibt es hier

    Teil 6
  • Reden hinterm Pflug

    Der eine versucht, durch eine dicke Mauer hindurchzugucken, und wundert sich, dass er dabei seine Augen überanstrengt. Der andere entdeckt ein Loch darin und sieht da hindurch - so weit, wie es ihm gefällt. Einige Arbeiten vor der Tür eines Schmelzofens und werden doch nicht versengt, andere verbrennen sich die Finger an einem Feuer, an dem sie sich nur wärmen wollten. Nun stimmt es zwar, dass niemand einen anderen zu einem weisen Mann machen kann, sondern dass jeder aus Erfahrung selbst klug werden muss. Ich will aber dennoch einige Mahnungen zur Vorsicht zum besten geben, die mir für meine Person gute Dienste geleistet haben: vielleicht sind sie auch anderen zum Nutzen. Das Buch gibt es hier

    Teil 7
  • Gedanken über Gedanken

    Reden hinterm Pflug

    Es gibt nicht so viele Stunden in einem Jahr, wie man Gedanken in einer Stunde haben kann. Die Gedanken fliegen scharenweise wie Stare und in Schwärmen wie Bienen daher. Man kann sie ebenso wenig zählen wie die dürren Blätter im Herbst. Und wie die Glieder einer Kette zieht einer den anderen hinter sich her. Was für ein unruhiges Geschöpf ist doch der Mensch! Seine Gedanken tanzen auf und nieder wie die Mücken an einem Sommerabend! Wie eine Wanduhr voller Zahnräder, deren Pendel sich in lebhafter Schwingung befindet, so bewegt sich sein Gemüt, so schnell, wie die Zeit verfließt. Dadurch wird das Denken überaus bedeutsam. Aus vielem Kleinen wird etwas Großes, und aus vielen leichten Gedanken wird leicht ein schweres Gewicht von Sünden. Wo viele Kinder sind, hat die Mutter wohl Ursache, sie gut zu beaufsichtigen. Wir sollen auf unsere Gedanken Acht geben, denn wenn sie sich in unsere Feinde verwandeln, so werden sie überhand nehmen und uns ins Verderben hinunterziehen... Das Buch gibt es hier bei CLV und auch auf Crossload

    Teil 8
  • Über Fehler

    Reden hinterm Pflug

    Wer sich rühmt, dass er vollkommen sei, der ist ein vollkommener Narr. Ich habe mich schon ein gutes Stück in der Welt umgesehen, aber ich habe noch nie ein vollkommenes Pferd gesehen oder einen vollkommenen Menschen, und ich werde es auch nie, solange nicht zwei Sonntage auf einen Tag fallen. Aus einem Kohlensack kann kein weißes Mehl herauskommen, aus der menschlichen Natur keine Vollkommenheit; wer sie da sucht, könnte ebenso gut Zucker im Meer suchen. Ein altes Sprichwort sagt: „Leblos, fehlerlos.“ Von den Toten sollten wir nur Gutes reden, aber was die Lebenden betrifft, so sind sie alle mehr oder weniger mit dem schwarzen Pinsel angestrichen, und das kann man schon mit dem halben Auge sehen... Das Buch gibt es hier

    Teil 9
  • Reden hinterm Pflug

    Ein altes, weises Sprichwort lautet: „Gib nicht alles aus, was du hast; glaube nicht alles, was du hörst; sage nicht alles, was du weißt, und tue nicht alles, was du kannst.“ Es gibt so viel Arbeit, dass es schade ist, wenn wir unsere Kraft unnütz vergeuden. Es ist reiner Zeitverlust, Milch von einem Türpfosten oder Blut von einer Rübe oder Verstand von einem Narren zu erwarten. Bitte einen Geizigen nicht eher um Geld, als bis du einen Kieselstein weich gekocht hast. Verklage keinen Schuldner, der nicht einen Pfennig Vermögen hat; du wirst nur gutes Geld dem schlechten nachwerfen, du wirst also dein Frettchen los werden, ohne das Kaninchen zu bekommen. Biete keinem Blinden einen Spiegel an; wenn ein Mensch so stolz ist, dass er seine Fehler nicht sehen will, so wird er dich nur dafür beschimpfen, dass du ihn darauf aufmerksam gemacht hast. Es nützt nichts, einem Maulwurf eine Laterne vorzuhalten, oder mit einem Menschen vom Himmel zu sprechen, der nach nichts fragt als nach schmutzigem Gewinn. Alles hat seine Zeit. Es ist töricht betrunkenen Menschen etwas vorzupredigen, das heißt, die Perlen vor die Säue werfen; lass sie erst nüchtern werden, und dann rede nüchterne Worte mit ihnen... Das Buch gibt es hier

    Teil 10
  • Schulden

    Reden hinterm Pflug

    Als ich noch ein sehr kleiner Schuljunge war, brauchte ich einmal einen Griffel für die Schiefertafel und hatte kein Geld, um mir einen zu kaufen. Ich fürchtete, Schelte dafür zu bekommen, dass ich meine Griffel so oft verlöre, denn ich war ein recht nachlässiger kleiner Bursche, und ich wagte es daher nicht, zu Hause darum zu bitten. Was sollte ich nun anfangen? Es gab im Ort einen kleinen Laden, in dem eine alte Frau Nüsse, Kreisel, Kuchen und Bälle verkaufte, und ich hatte gesehen, dass diese Frau bisweilen Knaben und Mädchen Kredit gegeben hatte. Ich überlegte mir nun, dass doch Weihnachten vor der Tür sei und dass mir dann gewiss irgend jemand einen Dreier oder gar eine Silbermünze schenken werde. Ich könnte daher den Griffel leihweise mitnehmen und meine Schulden gewiss zu Weihnachten bezahlen. Ganz wohl war mir nicht dabei, doch ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und trat in den Laden. Der Preis war ein Pfennig. Da ich noch nie etwas geborgt hatte, so wurde mir der Griffel von der freundlichen alten Dame ausgehändigt, und ich hatte Schulden. Das gefiel mir nicht besonders und mir war so, als hätte ich etwas Unrechtes getan. Aber ich wusste nicht, wie bald ich dafür büßen sollte... Das Buch gibt es hier

    Teil 11
  • Mein Zuhause

    Reden hinterm Pflug

    Das Wort Zuhause klingt mir immer wie Poesie, wie Glockengeläut am Hochzeitstag – nur dass es noch sanfter und angenehmer tönt und mir noch tiefer zu Herzen geht. Ist das Zuhause eine Hütte mit Strohdach oder ein Herrenhaus – das macht nichts aus. Das Zuhause ist immer das Zuhause, mag es auch noch so einfach sein. Und kein Ort auf Erden lässt sich damit vergleichen. Jeder Vogel hat sein Nest lieb. Die Eule hält die alte Ruine für den schönsten Ort unter dem Mond, und der Fuchs ist der Ansicht, dass sein Bau im Hügel ein sehr behaglicher Platz sei. Wenn meines Herrn Schimmel weiß, dass es nach Hause geht, so bedarf es der Peitsche nicht mehr, er fällt von alleine in Trab. Und ich bin ganz der gleichen Meinung, denn der Weg nach Hause ist stets die beste Straße im ganzen Land. Mir ist der Rauch aus meinem eigenen Schornstein immer lieber als das Feuer auf anderer Leute Herd. Es ist immer besonders schön anzusehen, wenn er sich so unter den Bäumen kräuselt und langsam nach oben steigt. Kalte Kartoffeln schmecken mir an meinem eigenen Tisch besser als Braten an eines Nachbarn Tafel, und kein Rosenstrauch duftet so schön wie der vor meiner eigenen Tür. Wird man eingeladen, so wird man oft sehr freundlich bewirtet, aber das Zuhause ist es nicht. „Fühlen Sie sich wie zu Hause“, so spricht man dann, weil jeder weiß, zu Hause sein bedeutet sich wohlfühlen... Das Buch gibt es hier

    Teil 12
  • Redem hinterm Pflug

    Geld verdienen ist leicht im Vergleich mit der Kunst, es gut auszugeben. Man wird nicht reich durch Geldeinnehmen, sondern durch Geldsparen. Viele Leute, die Geld haben, haben so wenig Verstand, wie ein Schwein Wolle hat. Auch wenn sie schon über vierzig sind, sind sie noch nicht vernünftig geworden und lassen die Hunderter über das Wasser tanzen, als wären es flache Steine zum Spielen für die Kinder. Was ihre Väter mit der Harke zusammengebracht haben, das werfen sie mit der Schaufel weg. Auf den Geizigen folgt der Verschwender. Von ihm sagt man oft, sein alter Vater sei gegen niemand freundlich gewesen als gegen sich selber, und nun ist der Sohn gegen niemand feindlich als gegen sich selber. Der Unterschied ist eigentlich nur der: der alte Herr ging zur Hölle auf dem mageren Weg, und sein Sohn will nun auf dem fetten Weg dahingelangen. Sowie der Verschwender sein Vermögen bekommt, schmilzt es dahin wie Butter an der Sonne. Bei ihm ist immer der I. April; er kauft auch einen Elefanten, wenn er ihm angeboten wird, und deckt sein Haus mit Pfannkuchen. Nichts ist ihm zu närrisch, dass er nicht Gefallen daran fände. Sein Geld brennt ihm Löcher in die Taschen, er muss und muss es vergeuden und rühmt sich dabei, dass sein Wahlspruch sei: „Wer's Geld spendet, dem's Gott sendet.“ Er schert schon seine Schafe, ehe er sie hat, nimmt sein Einkommen vorweg, greift sein Kapital an und tötet also die Gans, die ihm die goldenen Eier legt, und dann schreit er: „Wer hätte so etwas gedacht?“ Er sorgt für hohe Zinsen bei der Firma Raube, Trüge & Schwindelmann, und wenn er dann vollständig ausgebaggert ist, so schreibt er alle Schuld den Advokaten zu oder aber den schlechten Zeiten.... Das Buch gibt es hier

    Teil 13
  • Hoffnung

    Reden hinterm Pflug

    Eier sind Eier, aber einige sind faul; und Hoffnungen sind Hoffnungen, aber einige sind eitle Träume. Die Hoffnung des sanguinischen Menschen fährt in einem Nu in die Höhe wie das Schachtelmännchen – wie von einer Feder in Bewegung gesetzt, aber nicht von der Vernunft. So oft dieser Mensch aus dem Fenster sieht, sieht er bessere Zeiten kommen. Obwohl sie fast nur von seinem Auge und sonst von niemand wahrgenommen werden, so ist es doch eine viel schönere Gewohnheit, Plumpudding im Mond zu entdecken, als über alles zu quaken wie ein zweibeiniger Frosch... Das Buch gibt es hier

    Teil 14
  • Reden hinterm Pflug

    Das große Geheimnis des Vorwärtskommens heißt: Tüchtig arbeiten. Trägheit bringt nichts als Lumpen und Armut zustande. Der Schweiß des Angesichts ist der einzige Stoff, aus dem man Gold machen kann. Wer nicht will schwitzen, wird auch nicht besitzen. Wer Vogeleier haben will, muss auf den Baum klettern. Durch aufgekrempelte Hemdsärmel kommt man zu einem feinen Anzug, und wer sich nicht schämt, den Kittel zu tragen, wird bald ohne ihn einhergehen können. „Fleiß ist die Mutter des Glücks“, so sagt der arme Richard; und „Trägheit ist des Teufels Polster“, so sage ich. Glaubt mir, vorwärts kommt man nur Schritt für Schritt. Hofft nicht, mit einem Sprung reich zu werden. Langsam und sicher ist besser als schnell und schwankend... Das Buch gibt es hier

    Teil 15
  • Reden hinterm Pflug

    Selbst böse Menschen lieben diejenigen, die entschieden und eindeutig handeln. Diebe haben am liebsten mit ehrlichen Leuten zu tun, weil sie diese am besten betrügen können. Wer sich mannhaft verhält, hat wenigstens eine gute Seite. Wer aber mit den Wölfen heult und mit den Schafen blökt, wird von niemand gern gesehen, es sei denn vom Teufel. Zwei Gesichter unter einem Hut haben, ist trotzdem keine ungewöhnliche Erscheinung. Viele sehen so aus, als ob die Butter in ihrem Mund gefrieren müsste, und können doch Feuer speien, wenn es ihrem Zweck entspricht. Ich las neulich in der Zeitung von Röcken, die man auch umgewendet tragen könne; der Schneider, der sie anbietet, wird gewiss sein Glück damit machen. Es mit dem Hasen halten und mit den Hunden laufen ist auch jetzt noch Mode. Entschiedenheit und Festigkeit ist so selten in der Welt anzutreffen wie Wohlgeruch in der Hundehütte. Man kann einigen Menschen so weit trauen, wie man sie mit den Augen verfolgen kann, aber nicht weiter; denn neue Gesellschaft macht auch neue Menschen aus ihnen. Wie Wasser kochen oder gefrieren sie, je nachdem, wie die Temperatur ist... Das Buch gibt es hier

    Teil 16
  • Angeber

    Reden hinterm Pflug

    Die Kunst des Übertreibens ist heutzutage weit verbreitet. Man hört von Stachelbeeren, die doppelt soviel wiegen wie möglich, und Entenschwärme lassen sich nieder, so oft die Zeitungen Saure-Gurkenzeit haben. Wenn ein Wagen vorüberfährt und es rasselt dadurch der Deckel einer Kaffeekanne einer alten Frau, so wird es als ein Erdbeben verzeichnet. Solche hübschen Phantasiebilder sind durchaus nicht selten. Manche Leute schauen immer nach Wundern aus, und wenn sie sie nicht sehen, so erfinden sie welche... Das Buch gibt es hier

    Teil 17
  • In Not geratene Leute

    Reden hinterm Pflug

    Nicht eher ist eines Menschen Schicksal vollkommen bekannt, als bis er gestorben ist. Ein immerwährender Wechsel des Glücks ist nun einmal unser Los auf Erden. Wer heute im Wagen fährt, muss ihn vielleicht morgen waschen. Brettschneider wechseln ihre Plätze, und wer hoch oben steht, kann an die Reihe kommen, unten in der Grube zu stehen. In weniger als tausend Jahren werden wir alle eine Glatze haben. Wer weiß, was uns noch vor der Zeit widerfahren mag? Auch wir könnten einmal unter einem Fenster stehen, darum sollten wir beim Ausgießen unseres schmutzigen Wassers Vorsicht walten lassen. Mit welchem Maß wir messen, werden auch wir wieder gemessen werden, darum lasst uns darauf achten, dass wir die Unglücklichen behandeln, wie es recht ist... Das Buch gibt es hier

    Teil 18
  • Reden hinterm Pflug

    Wenn es anderen Leuten gleich wäre, und ich alles haben könnte, wie ich möchte, so wünschte ich mir nicht, dass mein argloses Buch von Kritikern verrissen würde, die nicht einmal die Ehrlichkeit gehabt haben, es zu lesen, sondern die sich ihr Urteil schon vorher gebildet haben, wie Simon der Einfältige tat, als er zum Geschworenen gewählt wurde. Jedoch habe ich ein ziemlich dickes Fell, wie das Rhinozeros sagte. Wenn es anderen Vergnügen macht, mich zu kritisieren, so ist es mir ganz recht und kann ich's ihnen nicht verwehren. Der Amboss fürchtet sich nicht vor dem Hammer. Ich habe gehört, dass die Herren Rezensenten in London, wenn sie ein Buch in die Hände bekommen, eine Seite aufschneiden und dann am Messer riechen. Danach erheben sie das Buch entweder in den Himmel oder tadeln es ohne Gnade und Barmherzigkeit, je nachdem, wie sie gerade gelaunt sind oder wie ihnen das Mittagessen geschmeckt hat. Der Pflüger Hans hofft, der Verlag kennzeichnet diese Seite besonders, wenn er dieses Buch den Zeitschriften zusendet, und dass dann folgendes Wort an die Weisen genügen wird: Ich hoffe, die Schweine werden nicht über meine Birnen herfallen. Wenn ich wählen könnte, so wünschte ich nicht, dass mir ein halbes Dutzend Seiten aus diesem Buch als Einwickelpapier um die Butter ins Haus gebracht würden. Sehr unwahrscheinlich ist es allerdings nicht, und so muss ich schon damit vorlieb nehmen. Das Buch gibt es hier

    Teil 19
  • Grabsteine

    Reden hinterm Pflug

    Jeder Mensch sollte sich für die Erinnerung seiner Nachbarn an ihn ein Denkmal setzen. Ein guter Name ist der beste Grabstein. Die uns geliebt haben und denen wir geholfen haben, werden an uns denken, wenn jedes Vergissmeinnicht auf unserem Grabhügel verwelkt ist. Hoffen wir, dass sich besseres von uns wird sagen lassen, als von jenem Mann, dessen Grabinschrift folgendermaßen lautete: Er, der hier liegt, hat nie Gutes getan. Lebte er noch, fing' er's auch wohl kaum an. Wo er jetzt ist und wie es ihm geht – diese Frage niemand bewegt. Mögen unsere Angehörigen unserer nicht nur gedenken als großer Feinschmecker, wie es jener war, über dessen Grab geschrieben steht: Mitleidger Wanderer stehe still zu lesen! Hier ruht in Frieden Karl Mellin. Ein tücht'ger Esser ist er stets gewesen, nun aber fressen Würmer ihn. Dasselbe könnte von einem Schwein, das den ersten Preis auf der Ausstellung davongetragen hat, oder von einem fetten Ochsen, der geschlachtet worden ist, gesagt werden. Einige Menschen sind nichts Besseres als wandelnde Bierfässer, solange sie leben. Wenn der Tod ein solches Fass zerstört, so vermodert es, ohne dass man weiter Notiz davon nimmt... Das Buch gibt es hier

    Teil 20