Verfolgen, Verfolgung. Über Verfolgung, das heißt feindselige Bedrohung ihres Lebens, zu der sie keine Ursache gegeben haben, Ps. 119,161, klagen schon die Frommen des Alten Bundes, Ps. 7,2; 31,16; 35,3; insbesondere wissen die Propheten von solchen Verfolgungen zu sagen, Jer. 11,18 ff.; 17,18; 18,20; 20,11; 37,18. Da diese Verfolgungen in letzter Linie in der Feindschaft der sündigen Welt gegen das Göttliche begründet sind, so wird auch Christus frühe schon Gegenstand der Verfolgung, Mt. 2,13; mehr als einmal trachten ihm die Juden nach dem Leben, Joh. 5,16; 8,59, bis er in der Sünder Hände überantwortet wird. Dieselbe Verfolgen, Verfolgung muß um seinetwillen auch seine Jünger treffen, Mt. 5,11 ff.; 10,23 ff.; 23,34; Joh. 15,20 f., ja nach Mt. 13,21 erscheint es als etwas fast Selbstverständliches, daß der Glaube durch Trübsal und Verfolgen, Verfolgung sich bewähren muß. Die Erfüllung dieser Vorhersage Christi zeigt uns Apg. 4,3; 5,18; 6,11 ff.; 7,56; 8,1. 3 und insbes. die Lebensgeschichte des Apostels Paulus, Apg. 13,50; 14,5. 19; 16,19 ff.; 17,5 ff.; 18,12 ff.; 21,30 f.; 23,12; 1 Kor. 4,12; 2 Kor. 11,23 ff.12,10; Gal. 5,11, der zuvor, wie er schon ost bekennt, selbst ein Verfolger der Gemeinde Gottes gewesen war, Apg. 9,4 f.; 22,4; 26,11; 1 Kor. 15,9; Gal. 1,23; Phi. 3,6; 1 Tim. 1,13. Unter solchen Verfolgen, Verfolgung, welche 2 Tim. 3,12 allen denen in Aussicht stellt, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, ist es Christenpflicht auszuhalten, 1 Kor. 4,12, Geduld u. Glauben zu beweisen, 2 Th. 1,4, nach dem Vorbild Christi für die Verfolger zu bitten, Mt. 5,44; Röm. 12,14, aber auch nach Christenrecht guten Mutes zu sein, 2 Kor. 12,10, in der Gewißheit, daß Gott die Seinen nicht verläßt, 2 Kor. 4,9.
Die Kantate von Philippi findet nicht im Konzertsaal, sondern im Gefängnis statt. Aber weil es so viel Gefängnisse gibt, in denen wir leben und leiden, tun wir gut daran, auf diese Kantate zu hören. Wer genau hinhört, der vernimmt die alte Leier, den hellen Ton und schließlich das neue Lied. - Predigt zum Sonntag Kantate aus der Stiftskirche Stuttgart
Das Gebot, unsere Feinde zu lieben, ist ein Gebot, unsere Hoffnung und die tiefste Erfüllung für unsere Seele bei Gott und in seinem großen Lohn zu finden – also in seiner zukünftigen Gnade.