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Hoffe, weil Gott alles neu macht

12.04.2020Offenbarung 21,1-8

Ende November machte das Wochenmagazin Der Spiegel mit folgendem Titel auf: "Sterben ohne mich". Im Magazin erschien dann ein Artikel über die neuesten Fortschritte der Forschung. Forscher haben es geschafft, bei Mäusen und Fischen die Gentechnik beziehungsweise die Genetik so umzubauen, dass diese Tiere immer jünger wurden. Gestorben sind sie am Ende trotzdem.

Der Artikel wirkte damals schon ziemlich weltfremd, aber heute, nur fünf Monate später, erscheint er seltsam deplatziert. Wir sehen rund um die Welt, dass Menschen das Sterben fürchten. Gerade in diesen Tagen merken wir, dass Atemmasken, Medizin und auch die Gentechnik daran nichts ändern können. Letztlich sterben ja doch alle.

Müssen wir also diesen alten Traum der Menschheit begraben – wie es im Spiegel stand – den Traum vom Jungbrunnen, den Traum vom ewigen Leben? Gott sei Dank nicht.

Wir feiern heute Ostern. Wir feiern, dass Jesus Christus den Tod überwunden hat. Medizin mag es keine geben gegen das Sterben, aber Jesus Christus hat den Tod überwunden. Jeder, der an ihn glaubt, wird ihn auch überwinden.

Das sagt uns die Bibel. Was für eine gute Nachricht!

Die Verheißung einer neuen Welt

Wie wird das Leben aussehen, das wir mit Jesus in der Ewigkeit führen werden? Darüber berichtet uns die Bibel, und das wollen wir uns heute anschauen. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, finden wir einen wunderbaren Bericht. Meiner Meinung nach gehört er zu den schönsten Berichten der ganzen Bibel. Er beschreibt, wie diese Welt sein wird und wie das Leben aussehen wird, das Jesus für uns am Kreuz erkämpft hat.

Zunächst möchte ich die ersten fünf Verse aus Offenbarung 21 vorlesen. Dort lesen wir von dieser neuen Welt:

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thronherrn, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss.“

Diese Vision hat der Apostel Johannes erhalten. Er war damals im Exil, es ging ihm nicht gut. Er musste Not leiden und wurde für seinen Glauben verfolgt. In dieser schweren Zeit schenkt ihm Gott einen Blick in die Zukunft. Gott zeigt ihm: „Dein Leid, deine Not, die du gerade erlebst, ist nur eine Momentaufnahme im Vergleich zur Ewigkeit. Du wirst einmal eine ganz neue Welt erleben – freu dich darauf!“

Ich bin mir sicher, dass diese Verheißung Johannes sehr ermutigt hat in seinem Leid. Ebenso bin ich überzeugt, dass sie auch die Christen ermutigt hat, die die Offenbarung zuerst gelesen haben und selbst oft Verfolgung bis aufs Blut erlebt haben.

Dieser Text darf uns heute ebenfalls ermutigen. Auch wenn wir vielleicht keine Verfolgung erleben, kennen wir doch ebenso Leid und Tod.

Gott macht alles neu

Was sieht also Johannes in seiner Vision? Zuallererst sieht er, dass Gott alles neu macht. Das ist der erste Punkt dieser Predigt. Gott macht alles neu, und daran erkennt Johannes es als Erstes: Es gibt einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Ja, Johannes darf das sehen. Gott wird die Erde neu machen, und auch das Meer wird nicht mehr sein. Aber warum eigentlich? Wozu ist das nötig? Die Welt ist doch wunderbar, oder nicht?

In den letzten Tagen habe ich viele Schwärmereien vom Frühling gehört, der wiederkehrt, von den grünen Wäldern, von den Blumen, die im Garten aufblühen. Die Sonne tut uns gut. Wenn du in den letzten Tagen und Wochen fernsehen geschaut hast – und dafür haben wir ja jetzt viel Zeit – dann hast du ganz bestimmt auch Reportagen über unsere Erde gesehen. Solche Sendungen sind Quotenbringer, weil sie die Faszination dieser Welt zeigen: das Tierreich, aber auch die gewaltige Natur.

Muss denn da irgendetwas anders werden? Wir kennen auch die Schattenseiten dieser Welt. Ich leide manchmal mit meiner Frau mit, die bei uns den grünen Daumen hat. Wenn sie im Garten steht und wieder mit dem Unkraut kämpft oder traurig ist darüber, dass die Schnecken den ganzen Salat weggefressen haben. Und ein Unwetter kann eine ganze Ernte verhageln – wortwörtlich.

Aber es gibt noch viel schlimmere Nöte in dieser Welt, in dieser Natur. Wir kennen das oft aus dem Fernsehen, manche erleben es ganz persönlich: Naturgewalten wie Erdbeben, Wirbelstürme, Tsunamis, die Menschenleben dahinraffen. Auch das ist unsere Welt. Unsere Welt ist ein gefährlicher Ort.

Nicht nur wir Menschen, sondern auch diese Welt braucht Erlösung. Da ist etwas kaputt. Die Bibel sagt uns auch warum. Mit dem Sündenfall, mit der Rebellion der ersten Menschen gegen Gottes guten Willen, hat diese Erde einen gewaltigen Knacks bekommen. Da ist etwas kaputtgegangen. Und wir sehen das Tag für Tag.

Der Apostel Paulus schreibt das im Römerbrief Kapitel 8. Dort sagt er: Wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. Ja, auch die Schöpfung braucht Erlösung.

Johannes darf sehen: Diese Erlösung kommt. Gott wird alles neu machen. Etwas später in der Offenbarung beschreibt er diese neue Erde, und man hat den Eindruck, ihm fehlen fast die Worte. Er ringt damit, das zu beschreiben, wie schön das sein wird.

Wir können es uns vielleicht so vorstellen: All das Schöne, was wir jetzt in der Welt und in der Natur sehen, wird da sein. Aber all das Schlimme ist weg. Gott löst dieses Problem.

Ein neues Zuhause in Gemeinschaft mit Gott

Und als Nächstes sieht Johannes ein neues Zuhause. Er sieht, wie eine Stadt vom Himmel herabkommt – das neue Jerusalem, sagt er. Es ist eine Stadt, die wunderschön ist, geschmückt wie eine Braut. Er verwendet wieder ein Bild, das einfach wunderschön ist.

Gott selbst hat diese Stadt gebaut, nicht Menschen. Und Gott selbst setzt sie auf diese neue Erde. Alle Menschen leben dort in dieser neuen Stadt zusammen. Es gibt keine Grenzen mehr, keine Städte, Länder oder Regionen, keine Trennung mehr, sondern eine innige Gemeinschaft.

Ich denke, das ist keine zu weite Interpretation, denn es ist eine Stadt, die dort sein wird, und alle Menschen leben dort zusammen. Hier auf dieser Welt erleben wir noch Trennung, wir erleben noch Isolation. Vielleicht ist dir das gerade in diesen Tagen sehr bewusst, schmerzlich bewusst – diese Isolation, Ausgangsbeschränkungen, und du sitzt daheim, und da ist so wenig Gemeinschaft.

In dieser Welt wird all das überwunden sein, es wird weg sein. Es ist ein Segen, den Gott uns schenken wird. Und der größte Segen – auch das darf Johannes sehen – ist, dass in dieser Stadt Gott selbst bei seinen Menschen lebt.

Ja, wir lesen das in Vers 3. Ich möchte uns das noch einmal vorlesen: „Ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.“

Die Juden sind nach Jerusalem gegangen, in das alte Jerusalem, in das irdische Jerusalem, wenn sie eine richtig enge Gemeinschaft mit Gott haben wollten. Dann sind sie zum Tempel gepilgert und haben dort Opfer gebracht – Bußopfer für ihre Sünden, Dankopfer, um Gott zu loben und zu preisen.

Aber so richtig ganz nah sind sie ihm doch nie gekommen, denn da war immer ein Vorhang im Tempel, der das signalisiert hat: Da ist noch eine Trennung da. Ein großer, dicker Vorhang, von dem wir an Karfreitag gehört haben, trennte das Allerheiligste von allem anderen ab. Nur ein Priester durfte einmal im Jahr dort hineingehen.

Als Jesus am Kreuz gestorben ist, ging ein Riss durch diesen Vorhang von oben nach unten. Gott löst diese Trennung auf. Er macht es möglich, dass Menschen auf der ganzen Welt, überall, ihm begegnen können – nicht nur in Jerusalem.

Wir dürfen ihm begegnen. Du kannst ihm begegnen, jetzt zuhause. Du kannst mit ihm reden, beten, kannst dein Wort lesen. Und doch kann er uns auf dieser Erde manchmal noch fern vorkommen. Er ist nicht fern, die Bibel sagt uns das. Er ist nahe jedem von uns. Aber doch kann es uns noch so vorkommen, denn wir sehen ihn ja noch nicht so, wie wir andere Menschen sehen.

Das wird in dieser neuen Stadt anders sein. Wir werden ihn sehen, von Angesicht zu Angesicht. Gott wird unter seinen Menschen leben. Kannst du dir vorstellen, wie schön das sein wird? Wunderschön!

Nicht mehr im Glauben zu leben, sondern wirklich im Schauen – ihn zu sehen, der dich gemacht hat, der dich geliebt hat von Beginn deines Lebens an, ja, schon davor, der sich dich ausgedacht hat. Dein Schöpfer lebt dort mit dir, dein Erlöser lebt dort mit dir, und du siehst ihn.

Das ist tatsächlich das Schönste an dieser neuen Welt: dass wir Gott so sehen wie noch nie. Wir werden seine Liebe spüren und Gemeinschaft erleben wie noch nie. Da wird nichts mehr sein, was uns von unserem guten Gott trennt.

Und das ist tatsächlich auch das, was alle anderen Segnungen, die wir dort erleben werden, möglich macht: Gottes Gegenwart.

Das Ende von Leid und Tod

Vielleicht ist uns der nächste Vers, die nächste Verheißung, nämlich fast noch wichtiger: Gott selbst wird uns die Tränen abwischen und alles Leid beseitigen. Da heißt es: Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen.

Nicht nur die Schöpfung leidet. Nicht nur unsere Beziehungen sind schwierig, sondern auch das gehört zu unserem Leben hier auf der Erde: der Schmerz, dass Dinge wehtun und dass wir sterben. Der Schmerz steht schon ganz am Anfang unseres Lebens, wenn wir an die Geburt denken, an die Wehen einer Mutter, die unter wirklich schlimmen Schmerzen – die ein Mann sich kaum vorstellen kann – ein Kind zur Welt bringt.

Aber das ist noch nicht der schlimmste Schmerz, denn am Ende dieses Schmerzes steht meistens ein gesundes Kind und die Freude darüber: Wir haben ein Kind. Wie groß ist der Schmerz der Frauen, die gar keine Kinder bekommen können, die sagen: Ich würde diesen Schmerz gern in Kauf nehmen. Ihre Seele leidet. Frauen, die Kinder im Mutterleib verlieren, schreien und fragen sich: Warum?

Dann folgt ein Leben mit viel Gutem. Auch wir Menschen erleben viele Segnungen, aber auch so viel Kummer und Schmerz. Menschen tun uns weh, aber wenn wir ehrlich sind, tun auch wir anderen Menschen weh. Das Leben ist nicht frei davon, bei niemandem.

Und am Ende dann der große Gleichmacher: der Tod. Alle werden wir ihn erleben. Wir erleben jetzt schon, dass andere liebe Menschen uns verlassen, und wir trauern darüber. Der Schmerz ist groß. Aber auch wir selbst werden eines Tages sterben müssen. Das Leben auf dieser Erde ist wirklich im wahrsten Sinne des Wortes oft todtraurig.

Jetzt kommt diese Verheißung Gottes: In dieser neuen Welt, die er erschafft, wird das nicht mehr so sein. Aller Schmerz wird ein für allemal weg sein, und es wird auch keinen Tod mehr geben. Es wird nicht mehr gestorben. Da heißt es wirklich: Sterben – ohne mich. Er selbst nimmt dieses Problem in seine guten Hände und löst es für uns.

Den Wunsch nach so einer Welt kennt fast jeder. Deshalb gibt es solche Titel wie den Spiegel. Deshalb machen sich Menschen Gedanken darüber, wie wir Leid und Schmerz überwinden können, wie wir den Tod hinauszögern können. Diesen Wunsch kennt jeder.

Deshalb haben Philosophen irgendwann gesagt – Feuerbach zum Beispiel oder Nietzsche –, ihr macht euch die Welt, wie sie euch gefällt, ihr Christen. Wir haben das ein bisschen gehobener ausgedrückt, aber das haben sie eigentlich gesagt: Ihr macht euch die Welt, wie sie euch gefällt. Ihr träumt euch da so einen Himmel, in dem alles weg ist – der Tod und das Leid –, weil ihr es einfach so gern haben wollt.

Aber eigentlich ist das ein reines Wunschdenken, eine Utopie. Ihr macht euch was vor.

Die begründete Hoffnung auf das ewige Leben

Ist das so? Die Männer haben schon Recht: Wir können uns viel wünschen und vieles vorstellen, aber längst nicht alles geht in Erfüllung. Und doch wissen wir, dass auch Wünsche, die wir haben, in Erfüllung gehen können.

Ich habe das zum Beispiel erlebt. Ich habe mich sehr nach einer Frau gesehnt, und tatsächlich ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen – ich habe diese Frau gefunden.

Die Frage ist also nicht, ob wir uns irgendetwas wünschen, denn das ist gar nicht so wichtig. Vielmehr geht es darum, wie begründet unsere Hoffnung ist, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Wenn wir der Bibel vertrauen, dem, was auch Johannes hier sehen darf, dann ist die Hoffnung auf den Himmel hundertprozentig begründet. Johannes hört ja Gott selbst zu sich sprechen. Er hört, wie Gott zu ihm sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“ Das ist die Stimme vom Thron Gottes. Vorher hat wahrscheinlich irgendein Engel zu ihm gesprochen, jetzt spricht Gott selbst von seinem Thron.

Und er sagt: „Siehe, ich mache alles neu. Johannes, damit du es glaubst, schreib es auf, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss. Du kannst mir vertrauen.“

Für Johannes war es wichtig, dass er diese Stimme Gottes gehört hat. Er hat schon viel mit Gott erlebt. Jesus Christus hatte ihn als einen seiner Apostel auserwählt, und Johannes ist mit Jesus durch Israel gegangen. Drei Jahre lang hat er ihn begleitet und gesehen, was Jesus Christus kann.

Er hat erlebt, wie Jesus Kranke geheilt hat, die ihr Leben lang an unheilbaren Krankheiten litten. Die Ärzte hatten schon lange aufgegeben, doch Jesus machte sie gesund.

Johannes hat miterlebt, wie Jesus sogar Tote auferweckt hat. Menschen hatten getrauert, teilweise schon Tage, und Jesus kam, sagte: „Steh auf, du sollst leben!“ – und die Menschen lebten wieder.

Dann hat Johannes erlebt, wie Jesus selbst gestorben ist, wie man ihn brutal ans Kreuz genagelt hat und wie er ins Grab gelegt wurde. Wir wissen nicht genau, wie es Johannes in dieser Zeit ging, aber wir können davon ausgehen, dass er ins Zweifeln gekommen ist. War das jetzt alles nur sein Traum? War das alles wahr?

Am Kreuz waren sogar Spötter, die sagten: „Anderen hat er geholfen, dieser Jesus, aber sich selbst kann er nicht helfen.“

Doch dann erlebt Johannes das Wunder von Ostern, das wir heute feiern. Er ist einer der Ersten am Grab. Er sieht, dass das Grab wirklich leer ist. Jesus ist nicht mehr tot – Jesus lebt.

In den folgenden Tagen und Wochen dürfen nicht nur Johannes, sondern Hunderte Menschen Jesus mit eigenen Augen sehen.

Die Auferstehung und das leere Grab sind so gut belegt, dass viele Historiker heute sagen, sie machen lieber einen Bogen darum. Sie haben keine wirklich plausiblen Erklärungen, warum das damals so gewesen ist, und lassen lieber die Finger davon.

Für Johannes war klar: Jesus ist auferstanden. Er hat ihn selbst gesehen. Jesus hat den Tod überwunden.

Dieser Gott, den Johannes so in Aktion erlebt hat, sagt ihm jetzt zu: „Ich werde alles neu machen, vertrau mir.“

Ganz bestimmt hat das Johannes große Zuversicht gegeben, und es sollte uns auch Zuversicht geben. Diese Worte sind wahrhaftig, sie sind gewiss, absolut verlässlich.

Wer wird die neue Welt erleben?

Wer wird diese neue Welt erleben? Es gibt einen Schlager, den ich mir gestern noch einmal angehört habe. Er ist wirklich fürchterlich, doch man möchte fast mitschunkeln, wenn man ihn auf YouTube hört: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind, weil wir so brav sind.“

Dieses Lied wird rauf und runter gespielt, ist aber tatsächlich falsch. Das zeigt sich in den letzten Versen dieses Predigttextes. Hier sehen wir, wer den Himmel erleben wird – wer diese neue Welt erleben wird – und wer nicht.

Lesen wir das gemeinsam: „Der, der auf dem Thron sitzt, sprach zu mir, zu Johannes: ‚Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles erben. Und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.‘“

Dann heißt es weiter: „Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner – deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das ist der zweite Tod.“

In Gottes neuer Welt werden also nicht alle dabei sein. Das ist eine Mahnung, die wir am Schluss hören.

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass jemand diese Erkenntnis empfangen durfte. Johannes durfte sie sehen, weil Jesus sehr oft darüber gesprochen hat. Er sprach häufig davon, dass es am Ende der Zeit eine Trennung geben wird. Eine Trennung zwischen denen, die an ihn glauben, und denen, die ihn verachten und auf das Leben mit ihm verzichten.

Die Einladung zum lebendigen Wasser

Schauen wir uns zuerst an, wer dieses neue Leben erben wird. In Gottes neuer Welt kannst du nur leben, wenn du anerkennst: Ich habe ein Problem, ich habe Durst. So sagt Gott es. Er will dem Durstigen von dem Wasser des Lebens geben.

Diesen Durst zu erkennen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Wie viele Menschen wünschen sich von Herzen eine Welt, wie Johannes sie sehen durfte? Eine Welt ohne Schmerz, ohne Leid, ohne den Tod. Eine Welt ohne Erdbeben, ohne Tsunamis und all das Leid. Viele erkennen diese Sehnsucht in sich. Wir haben Durst nach so einem Leben.

Manche versuchen, dieses Problem zu lösen, indem sie in die Forschung gehen. Sie suchen nach Impfstoffen und nach Gentechnik, die uns helfen, länger gesund zu bleiben. Andere nehmen das Problem selbst in die Hand: Sie gehen viel joggen und nehmen ihre Vitamine. Doch all das ist unzulänglich. Damit können wir dem Tod nicht von der Schippe springen.

Wieder andere betäuben den Schmerz mit Medien, Alkohol oder Sex – mit allem, was es gibt, um den Schmerz zu betäuben, den wir in dieser Welt erleben. Hier sagt Gott: Es gibt eine andere Lösung, und das ist die einzige Lösung, die wirklich hilft. Du musst deinen Durst bei mir stillen. Wahre Erfüllung findest du nur bei Gott.

Er sagt: Kommt zu mir! „Trinkt von dem lebendigen Wasser, das ich euch geben will.“ Jesus hat den Menschen gesagt: Kommt her, trinkt von dem Wasser des Lebens. Wenn du das tust, wirst du schon in diesem Leben Erfüllung erleben. Der Schmerz wird manchmal noch da sein, aber er wird erträglich, weil du die Sicht auf die Ewigkeit hast, in der all das weg sein wird.

Der Essener Pfarrer Wilhelm Busch hat für seine Todesanzeige, ich vermute, dass er sich diesen Spruch selbst ausgesucht hat, über seiner Todesanzeige stehen: „In Jesus habe ich hier das beste Leben, und sterbe ich, wird er mir ein besseres geben.“ Genau so ist es.

Wir erleben schon hier, dass unser Durst gestillt wird, dass wir unsere wahre Bestimmung erkennen. Wir erkennen, dass wir Gottes Geschöpfe sind und für ihn gemacht wurden. Er hat uns so sehr lieb. Wir begreifen, dass er uns für eine Welt gemacht hat, nach der wir uns jetzt schon sehnen und die er bald schaffen wird. Eine Welt ohne all das, was uns hier noch so schwer macht.

Du kannst dir dieses Leben nicht verdienen. Auch das sagt Jesus, sagt Gott vom Thron her. Er sagt: Ich will dir von diesem Wasser umsonst geben. Du kannst es nicht verdienen, du kannst es dir nur schenken lassen.

Gott kann uns dieses lebendige Wasser schenken, weil er es selbst gekauft hat. Jesus Christus hat es für uns erkauft und erkämpft am Kreuz von Golgatha, als er dort für unsere Sünde hing. Er hat für die Sünde bezahlt, für all das, was uns von Gott trennt und zu unserem Schmerz geführt hat. So können wir lebendiges Wasser durch Gottes Gnade empfangen.

Gott sagt: Wer überwindet, der wird dieses Reich erben. Überwinden werden wir, wenn wir unsere ganze Hoffnung und unser Vertrauen auf Jesus Christus setzen. Johannes schreibt das in einem anderen Brief, den er geschrieben hat. Er sagt: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Das heißt: Setze dein Vertrauen auf Jesus. Vielleicht zum ersten Mal, vielleicht aber auch ganz neu. Wir brauchen das ja immer wieder, dass wir sagen: Jesus, du bist meine Hoffnung. Nicht die Medizin, nicht der Sport, nicht die Betäubungsmittel, die ich mir nehme, legal oder illegal – du bist meine Hoffnung.

Wir kommen nicht in den Himmel, weil wir zu brav sind, sondern weil Jesus uns den Himmel erkämpft hat.

Die Warnung vor dem zweiten Tod

Vers 8 zeigt uns dann ganz am Ende, dass es auch Menschen geben wird, die das nicht glauben werden – solche, die keine Überwinder sind. Dort heißt es zum Schluss: „Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod.“

Das ist zugegebenermaßen ein sehr hartes Ende für eine Osterpredigt. Und doch ist so viel Gnade darin, dass Gott uns das zeigt, dass Gott uns das sagt. Er macht uns Menschen nicht die Hölle heiß, sondern er möchte tatsächlich, dass wir begreifen, wie sehr wir abhängig davon sind, dass er uns sein lebendiges Wasser gibt.

Vielleicht sagst du: „Da finde ich mich ja auch gar nicht wieder, ich bin ja kein Lügner, ich bin ja kein Mörder.“ Aber mit dieser Gruppe sind alle gemeint, die gegen Gottes Willen leben, die nicht zur Quelle des Lebens kommen, die nicht von diesem lebendigen Wasser trinken. Die sagen: „Ich verzichte darauf, ich brauche das nicht, ich gehe meinen eigenen Weg, ich komme in den Himmel, weil ich so brav bin.“

Aber wenn du nicht auf Jesus Christus vertraust, dann darfst du nicht erwarten, in seine neue Welt zu kommen. Dann ist das, was er am Kreuz getan hat, für dich keine Erlösung. Dann musst du den Zorn tragen, den wir auch an Karfreitag beschrieben bekommen haben – so eindrücklich den Zorn Gottes, den Jesus hier am Kreuz getragen hat. Dann musst du ihn selbst tragen.

Johannes bekommt auch dafür ein Bild: Es ist dann wie ein feuriger Pfuhl, unvorstellbares Leid, der ewige Tod, der zweite Tod. Es fällt mir nicht leicht, das zu sagen. Es wird den Christen ja manchmal unterstellt: „Ihr habt Freude daran, ihr wollt gern Menschen in die Hölle predigen.“ Nein, es lässt mich immer wieder erschaudern, dass Menschen diese Botschaft hören – vom Kreuz und dass Jesus auferstanden ist – und dass es nicht ihre Herzen bewegt, dass sie nicht ihr Leben auf ihn setzen.

Das ist überhaupt keine schöne Vorstellung. Und tatsächlich könnten ja alle gerettet werden, weil das Evangelium an alle Menschen geht. Jeder darf das glauben, jeder darf glauben: Christus ist auch für mich gestorben, und er ist auferstanden.

Einladung zum neuen Leben in Christus

Deshalb möchte ich dich ermutigen: Wenn du das noch nie für dich in Anspruch genommen hast, dann mache dieses Ostern zu deinem ersten Ostern. Zu dem Tag, an dem du neues Leben von Jesus bekommst. Er sagt: „Komm, ich gebe dir das lebendige Wasser umsonst.“

Wenn du das glaubst, dann hast du an diesem Ostertag wirklich allen Grund zur Freude. Du kannst jubeln und dich daran freuen, dass Jesus den Tod überwunden hat. Ja, wir sterben noch, aber es ist nur eine Tür zu einem ganz neuen Leben. Es ist der Anfang einer herrlichen Ewigkeit – ohne Leid, ohne Schmerz. Gott selbst wird alle deine Tränen abwischen.

Freue dich auf diesen Tag, gerade an diesem Ostertag. Freue dich darauf! Diese Hoffnung hilft dir, auf unserem Weg in die Ewigkeit durchzuhalten.

Schlussgebet

Ich möchte beten.

Danke, lieber Vater, dass du wirklich den Tod überwunden hast. Wir dürfen das heute feiern: Das Grab ist leer, Jesus ist auferstanden. Mit ihm dürfen auch wir auferstehen zu einem völlig neuen Leben.

Vater, wir danken dir, dass du unsere Not siehst, dass du die Tränen siehst und den Schmerz. Es bekümmert dich, und du hast keine Freude daran. Du bist so sehr betroffen, dass du das Problem ein für allemal gelöst hast.

Unsere größte Not ist gelöst. Wir sind versöhnt mit dir. Wenn wir an Jesus glauben, sind wir Erben dieser herrlichen Ewigkeit.

Ich möchte für uns alle beten, dass uns diese Hoffnung tröstet, gerade dort, wo wir hier noch Leid erleben. Dass wir mit großer Zuversicht nach vorne schauen auf den Tag, an dem du wiederkommst und alles neu machst.

Danke dafür. Wir beten das in Jesu Namen. Amen.