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Alternative Heilmethoden

23.06.2019

Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich möchte Sie alle ganz herzlich begrüßen, ebenso alle, die gerade über den Livestream direkt zugeschaltet sind.

Heute Abend haben wir das Thema „Alternative Heilmethoden im Licht der Bibel“ vor uns. „Alternativ“ bedeutet hier natürlich als Alternative zur Schulmedizin.

In diesem Zusammenhang möchte ich zu Beginn einige Gedanken zur Schulmedizin äußern.

Ursprünge und Entwicklung der modernen Medizin im christlichen Kontext

Von manchen wird sie gehasst, von anderen geliebt, und wieder andere stehen ihr neutral gegenüber. Dennoch ist es wichtig, die Ursprünge der modernen Medizin zu kennen. Dafür müssen wir ins Mittelalter zurückblicken.

Die älteste Universität wurde im elften Jahrhundert, also tief im Mittelalter, in Bologna gegründet. Es ist also nicht so, dass die moderne universitäre Gelehrsamkeit erst durch die Aufklärung entstanden ist. Nein, unsere Universitäten haben ihren Ursprung im tiefen Mittelalter.

Besonders erwähnenswert ist Robert Grosseteste – so spricht man seinen Namen aus, nicht „Grosse Teste“, sondern Grosseteste. Er war ein Theologe und Forscher, der im zwölften und dreizehnten Jahrhundert lebte. Er gilt als der Vater der experimentellen Methode. Das bedeutet, er begann wirklich damit, wissenschaftlich zu arbeiten, indem er Experimente durchführte, beobachtete, was geschieht, das Experiment wiederholte und so systematisch Wissen über die Natur und unsere Umwelt erwarb.

Ein weiterer wichtiger Vertreter ist Roger Bacon (1214–1294), ein Schüler von Grosseteste. Er betonte sehr, dass alle Dinge durch Erfahrung, also durch Experimente, verifiziert werden müssen. Diese beiden Männer haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das westliche Denken endlich von Platon und Aristoteles befreien konnte.

Platon und Aristoteles waren die größten Denker der alten Griechen, doch ihr Denken war meistens nicht auf Experimente ausgerichtet. Zwar gab es auch bei ihnen experimentelle Ansätze, aber im Wesentlichen war ihr Denken ein beschauliches, theoretisches Nachdenken am Schreibtisch. Die Natur wirklich zu beobachten und mit Experimenten zu arbeiten, forderten hingegen Grosseteste und Bacon. Dadurch befreiten sie Europa gewissermaßen von Platon und Aristoteles.

Diese Entwicklung führte zu einem enormen Aufschwung, der schließlich in den modernen Naturwissenschaften der Renaissance mündete. Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Fortschritt aus dem Christentum heraus entstand. Das experimentelle, empirische Forschen – so wird es auch genannt – wurde nicht von Atheisten erfunden, sondern stammt aus dem Christentum und sogar aus dem Mittelalter.

Die Reformation als Motor für Naturwissenschaft und Medizin

In der Reformation, die 1517 begann, wurden die Naturwissenschaften stark gefördert. Dazu gehört auch die Medizin. Deshalb spreche ich zunächst ganz allgemein über die Naturwissenschaft, denn die moderne Medizin ist aus ihr hervorgegangen.

Durch die Reformation wurde die Wissenschaft enorm unterstützt. Die Reformatoren betonten, dass wir in der Bibel erfahren, wer Gott ist. Gleichzeitig ist die Natur, also die Schöpfung, Gottes Werk. Das bedeutet: Derselbe Gott, der uns die Bibel gegeben hat, ist auch der Gott, der die Natur geschaffen hat. Wenn wir die Natur erforschen, erfahren wir deshalb auch viel über Gott und wie er ist.

 Psalm 111,2 sagt: „Groß sind die Taten des Herrn, sie werden erforscht von allen, die Freude an ihnen haben.“ Daraus wird verständlich, warum gerade in den reformierten Ländern ab dem 16. Jahrhundert, also zu Beginn der Reformation, die Naturwissenschaften große Fortschritte machten. Die Medizin steht dabei immer in direktem Zusammenhang.

Im Johannes 1,1 heißt es: „Im Anfang war der Logos.“ In der Bibel steht hier das Wort „Logos“, das griechische Wort für „Wort“. Jesus Christus wird hier beschrieben. „Im Anfang war der Logos“ bedeutet, dass Jesus Christus schon da war, als Gott alles erschaffen hat. Er ist nicht entstanden, sondern er war von Anfang an. Das griechische Wort „ēn“ bedeutet „er war fortdauernd“.

Weiter heißt es: „Alles wurde durch denselben.“ Das bedeutet, alles wurde durch den Logos erschaffen. Später, in Vers 14, steht: „Und der Logos wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ Als Bibelleser erkennt man: Der Logos ist Jesus Christus, der ewige Gott, der ewige Sohn Gottes. Er hat alles erschaffen und wird „Logos“ genannt.

Unser Wort „Logik“ stammt von „Logos“. Die Bibel erklärt, warum das Universum und alle Dinge darin – die Schöpfung, die Biologie mit Pflanzen, Tieren und Menschen – so logisch sind. Es liegt daran, dass der Logos es geschaffen hat. Atheisten können nicht erklären, warum unser Universum logisch ist. Es ist durch und durch mathematisch und nicht chaotisch oder unlogisch, sondern ein geordnetes, logisches Universum.

Warum ist das so? Die Bibel gibt die Antwort: Jesus Christus, der Logos, ist der Ursprung aller Logik und Intelligenz. Er hat alles erschaffen.

Das erklärt, warum viele Christen in den Anfangsjahren der modernen Wissenschaft in Europa eine bedeutende Rolle spielten.

Bedeutende christliche Persönlichkeiten in der Entwicklung der Medizin

Ich möchte einige Persönlichkeiten herausgreifen. Ambroise Paré, 1510 bis 1590, war ein gläubiger Mann und gilt als Vater der modernen Chirurgie. Wenn man das nächste Mal ins Krankenhaus geht und operiert wird, kann man daran denken: Ambroise Paré war der Mann, der damit begann, Menschen aufzuschneiden, um ihnen zu helfen.

William Harvey, 1578 bis 1657, ist der Entdecker des Blutkreislaufs. Im 16. Jahrhundert entdeckte er den Blutkreislauf – diese Zusammenhänge im menschlichen Körper, die für die Medizin die Grundlage und Basis sind.

Ein weiteres Beispiel ist Louis Pasteur. Er lebte von 1822 bis 1895 und ist der Mann, der für die pasteurisierte Milch verantwortlich ist. Er entdeckte die Existenz der Bakterien und erfand den ersten Impfstoff gegen Tollwut. Das Impfen geht auf ihn zurück. Wie Ambroise Paré und William Harvey war auch Louis Pasteur ein ernsthafter, tiefgläubiger Christ.

Pasteur widerlegte die Abiogenese. Abiogenese bedeutet, dass Leben aus Unbelebtem entstanden sei – die Grundlage der Evolutionslehre, die besagt, dass aus toter Materie die erste Zelle entstanden ist. Louis Pasteur zeigte, dass das nicht stimmt. Leben entsteht immer nur aus Leben. Noch nie wurde wissenschaftlich, also empirisch im Experiment, beobachtet, dass Leben aus toter Materie entstehen könnte. Auch im Labor konnte niemand das bis heute herstellen.

Damals glaubten viele Wissenschaftler, dass plötzlich Lebewesen entstehen könnten. Zum Beispiel stellte man fest, dass in einem Keller, in dem nur Konfitüre lag, später nicht nur Pilze, sondern sogar Würmer auftauchten, die sich bewegten. Wie ist das möglich? Man dachte, aus toter Materie könne Leben entstehen, weil man das ständig zu beobachten glaubte. Ein bekannter Chemiker in Holland meinte sogar, Mäuse entstünden aus Stoffresten, weil plötzlich Mäuse im Keller auftauchten, obwohl vorher nichts da war.

Louis Pasteur jedoch sagte: Nein, das stimmt nicht. Wenn man die Bakterien abtötet, entstehen keine neuen Bakterien aus dem Nichts. Deshalb entwickelte er die Methode des Pasteurisierens. Wissenschaftlich betrachtet entsteht Leben immer nur aus Leben. Die Abiogenese, also die Vorstellung, Leben könne aus Unbelebtem entstehen, widerlegte er. Diese Widerlegung gilt bis heute.

James Simpson, 1811 bis 1878, ist der Vater der modernen Anästhesie. Ambroise Paré hatte das noch etwas anders gemacht, doch Simpson führte Chloroform ein. Er begann damit, Menschen in einen speziellen Tiefschlaf zu versetzen, damit man sie operieren kann, ohne dass sie Schmerzen spüren.

Auf die Idee kam er, als er 1. Mose 2 las. Dort steht, dass Gott Adam in einen Tiefschlaf versetzte, ihm eine Rippe entfernte und die Stelle wieder verschloss. Daraus entstand Eva. Wenn man das logisch betrachtet, da wir durch den Logos geschaffen sind und im Bild Gottes erschaffen wurden, können wir auch logisch denken. In jeder Zelle der Rippe steht, wie man Adam bauen muss – mit den Chromosomen x und y.

Gott wollte Adam eine Hilfe schaffen, die ihm entspricht. Adam ist ein Mann mit x und y. Um eine Frau zu schaffen, muss man das y entfernen und das x verdoppeln. So entsteht eine Frau, die Adam entspricht, aber kein Mann ist. Simpson überlegte, dass die Bibel sagt, es sei möglich, in einen Tiefschlaf zu fallen, operiert zu werden und sogar eine Rippe zu entfernen. Das müsse also möglich sein. Das brachte ihn auf die Idee, Chloroform als Anästhesie in die Medizin einzuführen.

Heute haben wir natürlich bessere Mittel als Chloroform, aber das Prinzip stammt von James Simpson, einem tiefgläubigen Mann.

Joseph Lister, 1827 bis 1912, ist der Begründer der Antisepsis. Es ist heute selbstverständlich, dass man im Krankenhaus die Hände wäscht und darauf achtet, dass möglichst keimfrei gearbeitet wird. Das war früher nicht so.

Man musste erst von Louis Pasteur wissen, dass es solche Keime gibt, die man mit bloßem Auge nicht sieht, und wie man sich davor schützen kann. Dr. Ignaz Semmelweis hatte das schon vor Lister erkannt. Er verbot seinen Studenten, nach einer Sektion Frauen auf der Entbindungsstation zu betreuen, ohne sich die Hände zu waschen. Semmelweis wurde verspottet, ausgegrenzt und starb schließlich in einer Psychiatrie. Niemand wollte ihn ernst nehmen, obwohl auf seiner Abteilung das Kindsbettfieber drastisch zurückging.

Joseph Lister, ein überzeugter Christ, griff Semmelweis’ Erkenntnisse auf und führte sie erfolgreich in die Medizin ein.

Vom christlichen Fundament zur säkularen Wissenschaft

Die moderne Wissenschaft entstand aus dem Christentum heraus und wurde stark durch die Reformation gefördert. In dieser Zeit liegen auch die Ursprünge der modernen Medizin.

Nach der Reformation folgte die Aufklärungszeit im 17. und 18. Jahrhundert, mit Persönlichkeiten wie François Marie Voltaire (1694–1778), Ephraim Lessing (1729–1781) und Immanuel Kant (1724–1804). Diese Denker begannen sich bewusst vom Christentum und der Bibel zu distanzieren. Sie vertraten die Auffassung, dass man völlig unabhängig von der Bibel und von Gott denken müsse.

Die Aufklärer waren meist noch keine Atheisten. Sie bezeichneten sich als Deisten und glaubten an ein höheres Wesen, das jedoch nicht eingreift. Die endgültigen Antworten sollten nicht durch die Bibel, sondern durch das eigene Denken gefunden werden. Im Idealfall könne man so sogar den Weltfrieden erreichen – eine Ansicht, die besonders Immanuel Kant vertrat.

In dieser Zeit geschah etwas sehr Bedeutsames: Das christliche Fundament der Naturwissenschaften wurde durch ein achristliches Denken ersetzt. Das Christentum wurde ausgeklammert, die Bibel beiseitegeschoben.

Diese Entwicklung setzte sich im 18. und 19. Jahrhundert fort. Im 19. Jahrhundert, genauer gesagt um 1899, begann das Zeitalter des Atheismus. Einige Denker gingen weiter als die Aufklärungsphilosophen, die noch an eine Form von Gott glaubten. Diese neuen Denker verneinten die Notwendigkeit Gottes vollständig.

Ein wichtiger Grund dafür war Charles Darwin (1809–1882). Er veröffentlichte 1859 sein Buch über die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion – das erste Evolutionswerk. Dieses Buch fand bei vielen Akademikern großen Anklang. Es entsprach dem Zeitgeist, denn nun konnte man die Entstehung der Lebewesen, einschließlich des Menschen, rein natürlich erklären, ohne Gott in Betracht zu ziehen.

Ein weiteres Beispiel ist Friedrich Nietzsche (1844–1900). Er erklärte „Gott ist tot“. Damit meinte er nicht, dass Gott jemals tatsächlich gelebt habe, sondern dass die Idee von Gott in unserem Denken überholt und „tot“ sei.

Diese Entwicklungen prägten die Naturwissenschaften nachhaltig. Das christliche Fundament wurde entzogen, und im 19. Jahrhundert trat ein atheistisches Grunddenken als neues Fundament an seine Stelle.

Es ist jedoch sehr wichtig zu betonen, dass die moderne Medizin nicht aus einem atheistischen Fundament entstanden ist. Dieses atheistische Fundament wurde erst später eingeführt, nachdem das alte christliche biblische Fundament weggeschoben worden war.

Folgen des säkularen Denkens im 20. Jahrhundert und die Suche nach Alternativen

Das Denken der Aufklärer und Atheisten im neunzehnten Jahrhundert hatte enorme Auswirkungen auf das zwanzigste Jahrhundert. Dieses Jahrhundert war ein schreckliches Jahrhundert. Die beiden einzigen Weltkriege der Menschheitsgeschichte fanden im zwanzigsten Jahrhundert statt und forderten etwa neunzig Millionen Tote. Zudem führte die kommunistische Diktatur zu etwa hundert Millionen Toten im zwanzigsten Jahrhundert.

Dabei spielten die technischen Errungenschaften eine große Rolle. Im Ersten Weltkrieg wurden zum ersten Mal chemische Waffen eingesetzt, im Zweiten Weltkrieg erstmals atomare Waffen. Die Wissenschaft brachte nicht den Weltfrieden, sondern eine unvorstellbare Katastrophe. Nach dem Zweiten Weltkrieg war klar, dass die Welt, insbesondere Europa, nicht mehr dieselbe war wie zuvor.

Gerade in den 1960er Jahren entstand deshalb eine Jugendbewegung. Viele Jugendliche fragten sich, was der Fortschrittsglaube und die Wissenschaft eigentlich gebracht hatten. Sie fühlten sich in eine Sackgasse geführt. Viele waren enttäuscht vom Rationalismus. Mit Rationalismus ist hier gemeint, logisch zu denken, aber ohne Gott. Das ist typisch für das, was aus der Aufklärung hervorging.

Früher dachten Christen logisch, aber mit Gott als Teil ihrer Überlegungen. Wenn in einer sehr logischen Rechnung der größte Faktor falsch berechnet wird, ist die ganze Rechnung falsch. Wenn Gott als größter Faktor im Denken ausgeklammert wird, kann man so logisch denken, wie man will – zeitweise mag es logisch erscheinen, aber am Ende ist das Ergebnis falsch.

Diese Millionen Jugendlichen waren enttäuscht vom Rationalismus und suchten eine Art Ekstase. Das war die Zeit der Beatles und der Rolling Stones. Die Rolling Stones brachten eine ganz neue Musik, mit der man völlig abtauchen konnte. Man konnte das Denken ausschalten durch diese Musik, mit ihrem hämmernden, immer gleichbleibenden Rhythmus. Das Denken sollte ausgeschaltet werden, denn es war ja das, was nach ihrer Meinung so viel Elend gebracht hatte.

Dann wurden plötzlich auch Drogen interessant, da man mit ihnen das Denken ebenfalls ausschalten konnte. Auch Meditation und östliche Religionen wurden interessant, weil man dort ähnliche Erfahrungen ohne Drogen machen konnte. Meditation wurde als guter Ersatz für Drogen gesehen. Auch Esoterik und Okkultismus wurden neu entdeckt.

Ab den 1970er Jahren wurde zudem erkannt, dass Fortschritt und Wissenschaft auch negative Nebeneffekte haben. Umweltverschmutzung nahm zu, Flüsse wurden verschmutzt, Wälder zerstört, Böden durch chemische Mittel belastet. Auch in der Schulmedizin gab es viele unerwünschte Nebenwirkungen. Man suchte nach Alternativen.

In den 1970er und 1980er Jahren entstand die New-Age-Bewegung. Diese ist keine Organisation, sondern eine Bewegung. Eine Bewegung beginnt an verschiedenen Orten, Menschen machen Ähnliches und vernetzen sich, sodass daraus eine weltweite Bewegung wird.

Die New-Age-Bewegung, deren Symbol der Regenbogen ist, sah sich an einer entscheidenden Wende. Das alte Denken Europas hatte in eine Sackgasse geführt. Der Regenbogen symbolisierte die Brücke in ein neues Zeitalter – das Zeitalter des Alternativen, Esoterischen, des Geistigen statt des Materiellen. Alles sei Geist.

In dieser Bewegung wurden alte Ideen des Okkultismus und der Esoterik wieder aufgegriffen. Diese findet man übrigens in allen Stammesreligionen, im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus. Überall gibt es dieselben Grundgedanken.

Ich möchte drei dieser Grundgedanken vorstellen und erläutern.

Grundgedanken der Esoterik und Okkultismus in alternativen Heilmethoden

Die Lehre des Mikro- und Makrokosmos

Das erste ist die Lehre des Mikro- und Makrokosmos. Es wird behauptet, alles sei eins. Die Atheisten und Materialisten sagen, alles sei Materie. Es gebe keinen Gott, und die letzte Wirklichkeit sei Materie. Alles sei Materie, auch der Mensch. Somit bestehe alles aus dem gleichen Material – ob Sterne, Lilien oder Menschen, alles sei einfach Materie.

Im Okkultismus hingegen sagt man nicht, alles sei Materie, sondern alles sei Geist. Das ist sehr ähnlich. Man meint, es sei ein völlig anderes Denken, doch im Grunde genommen ist es dasselbe, nur mit anderen Worten. Anstatt zu sagen, alles sei Materie, sagt man, alles sei Geist. Damit bilde alles eine Einheit.

Innerhalb dieser Einheit gibt es jedoch Spiegelungen. Der Mensch ist etwas, aber weil er eine Einheit mit dem ganzen Universum bildet, sagt man, er spiegle die Sternenwelt wider. Daraus entsteht die Idee der Astrologie: Der Mensch sei ein Mikrokosmos, der die Planeten, Sonne und Mond abbildet. Darum könne man den Charakter eines Menschen aus dem Stand der Planeten, des Mondes und der Sonne sowie der Position der Sternbilder ablesen.

Das Universum ist ein Makrokosmos, der Mensch ein Mikrokosmos. Diese Idee, dass alles eins sei und das Göttliche nun einfach Geist genannt werde, führt zur Vorstellung, dass das Göttliche, das Geistige und die Natur insgesamt eine völlige Einheit bilden. Auch beim Menschen könne man zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos unterscheiden.

So gilt zum Beispiel die Handfläche als Mikrokosmos, der den ganzen Menschen abbildet. Darum könne man anhand der Linien auf der Hand das Schicksal und den Charakter des Menschen ablesen. Daraus entsteht das Handlesen, das Lesen der Handlinien.

Oder man sagt, die Fußsohlen bildeten den ganzen Menschen ab. Ganz oben bei den Zehen findet man die Abbildung vom Gehirn, das ist ja ganz oben. Wenn man von dort zur Ferse hinuntergeht, findet man die Organe unter dem Kopf: Herz, Lunge, Leber und so weiter. Alles sei quasi nochmals abgebildet. Die Füße seien ein Mikrokosmos, der Mensch selbst ein Makrokosmos. Deshalb könne man durch Massage und Druck auf bestimmte Regionen der Füße auf die betreffenden analogen Organe wirken und so Heilung bewirken.

Das ist natürlich ein ganz anderes Denken als in der Schulmedizin. Die Schulmedizin fragt sich: Ja, aber es müsste doch irgendwie ein Zusammenhang bestehen. Es gibt ja Nervenbahnen. Wenn man an den Füßen manipuliert, und das über die Nervenbahnen läuft, kann man aber nicht die Lunge mit dieser Stelle erreichen. Es gibt keinen Nachweis von Verbindungen zwischen dieser und jener Stelle auf der Haut und den betreffenden Organen wie Lunge oder Herz. Das kann man im Experiment einfach nicht zeigen.

Das ist den Anhängern egal. Hauptsache, es wirkt. Dieses Denken stammt klar aus der Lehre des Mikro- und Makrokosmos, aus dem Okkultismus und der Esoterik.

Weiter wird gesagt, die Iris, also der farbige Teil der Augen, bilde ebenfalls den ganzen Menschen ab. Darum könne man in der Iris auf den Gesamtzustand, den Gesundheits- oder Krankheitszustand des Menschen schließen. Auch dies beruht auf dem Denken vom Mikro- und Makrokosmos.

Empirisch, also im Experiment, kann man diesen Zusammenhang nicht nachweisen. Aber auch hier gilt: Hauptsache, es wirkt. Man merkt eine Ablehnung von Denken und Logik. Das hängt mit der Geschichte zusammen, die wir in Europa hinter uns haben. Viele Menschen haben davon genug.

Interessant ist, dass sich das auch in der Malerei zeigt. Im zwanzigsten Jahrhundert werden oft die Köpfe in modernen Kunstwerken immer kleiner. Die Körper sind lang und groß, man denke an Giacometti, mit ganz kleinen Köpfen. Das zeigt, dass das Denken nicht mehr erwünscht ist.

Das passt zu einer Welt, in der man Drogen nimmt und Rockmusik hört, um in der Disco abzufahren, abzuschweben. Da muss das Denken weg. Man ist offen für Dinge, die man nicht mehr logisch herleiten kann, weil man sowieso eine gewisse Abneigung gegen Logik und Wissenschaft hat.

Dieses Denken lässt sich weiterentwickeln. Es gibt auch die Ohrendiagnostik, bei der gesagt wird, das Ohr sei ein Mikrokosmos, der den ganzen Makrokosmos abbildet. Es gibt viele Variationen davon.

Wichtig ist, das Prinzip zu verstehen: Wie wird gedacht, worum geht es, und woher kommt diese Überzeugung? Sie stammt aus der Vorstellung, dass alles eins ist. Letztlich sei alles irgendwie göttlich, geistig und bilde eine Einheit, in der sich alles spiegelt.

Die Lehre der göttlichen Energie

Daraus leitet sich die zweite Grundlehre des Okkultismus und der Esoterik ab: die Lehre der göttlichen Energie. Wenn man sagt, alles sei Geist, könnte man auch sagen: Statt Geist ist alles Energie.

Natürlich hat die Physik verschiedene Arten von Energie entdeckt, die man im Experiment nachweisen kann. Doch hier ist nicht diese Art von Energie gemeint. Es geht vielmehr um Lebensströme, die alles durchfließen – Pflanzen, Steine, Menschen und das gesamte Weltall.

Diese Vorstellung entspricht zum Beispiel sehr dem Taoismus, in dem gesagt wird, alles sei eins und werde von Lebensströmen durchzogen. Diese Lebensströme durchfließen sowohl das All als auch den einzelnen Menschen.

Als nächste Lehre gilt: Wenn diese Ströme oder Energieströme irgendwo blockiert werden, wird der Mensch krank. Dann müssen diese Blockaden gelöst werden. Die alten Chinesen sagten, das könne man durch das Einstechen von Nadeln erreichen.

Man könnte jetzt einwenden, dass es ja die Nervenbahnen gibt und so weiter. Doch es sind nicht die Nervenbahnen. Wenn man sich die Meridiane anschaut – diese Lebensströme, die im menschlichen Körper eingezeichnet werden –, entsprechen sie nicht den wissenschaftlich nachweisbaren Nerven- oder Blutbahnen. Diese sind ebenfalls Vernetzungen im Körper, aber die Meridiane sind etwas anderes, etwas außerhalb davon.

Man sagt: Auch wenn man es nicht erklären kann, Hauptsache, es wirkt.

Insgesamt versteht man so, warum es so viele alternative Heilmethoden gibt, bei denen der Begriff der Lebensenergie oder Lebensströme eine wichtige Rolle spielt. Sobald man mit einer Therapie konfrontiert wird, die sich auf Lebensströme bezieht, erkennt man: Das ist eine alternative Heilmethode. Dieses Denken ist jedoch zutiefst okkultreligiös.

Die Lehre der Passivität

Aus all dem leitet sich ein drittes Grundprinzip ab: die Lehre der Passivität. In den Stammesreligionen, im Buddhismus, im Hinduismus und anderen wird gesagt, dass alles eins ist. Alles ist durch Lebensenergie miteinander verbunden. Wenn der Mensch diese Einheit spüren oder erleben möchte, muss er sich durch Meditation in einen Zustand der Passivität versetzen. Genau das ist die Meditation bei einem Buddhisten.

Interessanterweise wurde die Gehirnaktivität bei Menschen gemessen, die meditieren. Dabei stellte man fest, dass im Scheitellappen, also in diesem Bereich des Gehirns, die Aktivität aufhört. Der Scheitellappen ist sehr wichtig für die Orientierung im Raum. Das hat die Medizin nach und nach herausgefunden, zum Beispiel bei Menschen, die einen Autounfall hatten und plötzlich nicht mehr sprechen konnten. Es war merkwürdig: Sie konnten nicht mehr sprechen, verstanden aber, wenn man mit ihnen sprach. Man stellte fest, dass immer dann, wenn eine bestimmte Region an der Seite, weiter vorne, betroffen war, die Sprachfähigkeit ausfiel. So erkannte man, wo das Sprachzentrum liegt. Durch solche Ausfälle konnte man also die Funktionen der Hirnregionen bestimmen.

Im Scheitellappen befindet sich die Region, die für die räumliche Orientierung zuständig ist. Diese Region sorgt dafür, dass man merkt: Ich bin nicht das Gleiche wie der Raum um mich herum. Menschen mit Schäden in diesem Bereich haben zum Beispiel große Schwierigkeiten, selbstständig ins Bett zu gehen. Man denkt, das sei doch einfach, aber sie können sich einfach nicht sicher im Raum bewegen und wissen nicht, wann sie ins Bett gehen sollen.

Während der Meditation fällt dieser Bereich aus. Dann fühlen sich die Menschen eins mit dem Universum. Das liegt aber nicht daran, dass sie tatsächlich eins mit dem Universum sind, sondern daran, dass das Gehirn nicht mehr arbeitet. Normalerweise merkt man: Ich bin ich, und die Umwelt ist die Umwelt. Doch durch die Meditation wird das ausgeschaltet. Diese Erfahrung wird so gelehrt: Durch Passivität könne man diese Einheit erleben.

Hier spielt Yoga eine wichtige Rolle. Yoga besteht aus speziellen Übungen, die in Indien im Rahmen des Hinduismus entwickelt wurden. Ziel ist es, Seele und Geist in einen Zustand der Passivität zu versetzen. Das geschieht langsam, nicht von heute auf morgen. Man muss die Übungen machen, langsam bis zur Schmerzgrenze und dann in der Schmerzgrenze verweilen.

Das ist ein typischer Unterschied zur Gymnastik. Bei der Gymnastik geht man zwar auch bis zur Schmerzgrenze, aber man kehrt dann wieder zurück. Dort in der Schmerzgrenze zu verharren, wäre ungesund. Mit Yoga hingegen kann man die Passivität trainieren. In einer höheren Stufe kann man dann Visionen erleben und direkt mit einer anderen Welt in Kontakt treten.

In diesen Bereich gehören auch alle Therapien mit Trance, die angewendet werden. Diese gehören zur Lehre der Passivität.

Ursprung der okkulten Lehren und Warnungen der Bibel

Woher kommt das eigentlich alles? Dafür müssen wir in der Bibel sehr weit zurückgehen. Ich erinnere mich, dass in der Schule die Geschichte bei den alten Sumerern und den alten Ägyptern begann. Doch die Bibel führt uns noch vor die Zeit der alten Sumerer – und zwar zur Geschichte vom Turmbau zu Babel. Ja, das reicht schon.

In den weiteren Versen wird erklärt, dass sie sich einen Turm bauten. Ich zitiere direkt: In Vers 4 heißt es: „Und sie sprachen: Wollan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze bis in den Himmel reicht, und machen wir uns einen Namen, damit wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde.“

Dieser Turm war nicht einfach ein Aussichtsturm, sondern eine sogenannte Zikkurat. Im Babylonischen sagt man Zikuratum, was im Altbabylonischen einen solchen Stufenturm meint. Man sieht dort eine erste Etage, über Treppen steigt man zur zweiten Etage, dann zur dritten, vierten und so weiter. Es kann bis zu sieben Stockwerke geben bei den alten Zikkurats, die man in Mesopotamien gefunden hat und die in den Keilschrifttafeln beschrieben werden. Oben befand sich ein Allerheiligstes, in dem der Geist – wir sagen des Mondes oder der Sonne – herabkommen sollte, um dort Wohnung zu nehmen. Die Menschen sollten über die Treppen hinaufsteigen, um mit diesen kosmischen Energien und Göttern Kontakt und Gemeinschaft zu haben.

Der Turmbau zu Babel war also der Anfang einer neuen Religion. Man wandte sich vom Schöpfergott ab und begann, den Mond, die Sonne, die Sternbilder und Ähnliches zu verehren und anzubeten.

Im Römerbrief Kapitel 1 beschreibt der Apostel Paulus diese Entwicklung der Völker nach der Sintflut so (Römer 1,18-25):

„Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit zurückhalten. Denn was von Gott erkennbar ist, ist unter ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart. Denn das Unsichtbare von ihm, seine ewige Kraft und Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt an in den Geschöpfen mit dem Verstand wahrgenommen, damit sie ohne Entschuldigung seien. Weil sie Gott erkannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm dankten, sondern in ihren Überlegungen Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Sie gaben vor, weise zu sein, wurden aber zu Narren und tauschten die Herrlichkeit des unverweslichen Gottes gegen das Bild eines verweslichen Menschen, von Vögeln, vierfüßigen und kriechenden Tieren ein.“

Daraufhin hat Gott sie dahingegeben, „in den Gelüsten ihrer Herzen in Unreinigkeit ihre Leiber untereinander zu schänden, weil sie die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauscht und dem Geschöpf mehr Verehrung und Dienst erwiesen haben als dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen.“

Was ist also geschehen? Man begann, die Natur zu verehren – verstanden als voll von kosmischen Energien und göttlichen Kräften. Man verehrte und betete die Natur an, anstatt den Schöpfer.

Der Prophet Jesaja spricht in Jesaja 47 über Babylon. In Vers 12 sagt er zur Stadt Babylon: „Tritt doch auf mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zaubereien, womit du dich abgemüht hast von deiner Jugend an. Vielleicht kannst du dir Nutzen schaffen, vielleicht wirst du Schrecken einflößen. Du bist müde geworden durch die Menge deiner Beratungen. Mögen doch auftreten und dich retten die Himmelszerleger, die Sternbeschauer!“

Damit sind Astrologen gemeint, die bei jedem Neumond vorhersagen, was über dich kommen wird. Jesaja sagt weiter, diese seien wie Stoppeln geworden, die das Feuer verbrannt hat. Gott kündigt also an, über diesen Okkultismus von Astrologie, Magie und Ähnlichem Gericht zu bringen. Deshalb fiel auch das babylonische Reich in der Geschichte unter Gottes Gericht und wurde vernichtet.

Interessant ist, dass hier gesagt wird, Babel habe das „von Jugend an“ getan. Wann war Babels Jugend? Das ist die Anfangszeit, die Zeit des Turms von Babel (1. Mose 11). An anderer Stelle, in Jeremia 2, wird Israels Jugend beschrieben. Im Zusammenhang sieht man, dass dies die Zeit ist, als Israel aus Ägypten auszog – der Beginn der Geschichte Israels als Nation. Israel zieht aus Ägypten aus, das ist die Jugend Israels. 1. Mose 11 ist die Jugend Babylons. Bereits damals begannen sie mit Magie, Zauberei und Astrologie.

All diese Gedanken, dass alles eins ist und die Natur göttlich, dass auch das Göttliche in uns ist – all das begann dort. Es war ein bewusstes Abwenden von Gott.

Diese Gedanken finden wir in vielen alternativen Heilmethoden wieder. Zum Beispiel bei der Akupunktur, bei der man die Meridiane und Lebensenergien versteht. Aber wie ist es mit der Homöopathie?

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, sagte Folgendes: In den Pflanzen seien göttliche Energien enthalten. Wenn man diese Stoffe aus den Pflanzen herausnimmt, darf man sie nicht einfach so verwenden, wie es in der Schulmedizin üblich ist, indem man die Wirkstoffe direkt nutzt. Stattdessen muss man sie potenzieren. Das heißt, man muss sie verdünnen – und zwar immer wieder und wieder, bis praktisch kein Molekül mehr davon enthalten ist.

Doch gerade diese stark verdünnten Mittel sollen die wirksamsten homöopathischen Mittel sein. Warum? Weil dann die Energie aus der Pflanze freigesetzt worden sei – das Geistige in der Pflanze. Es geht nicht um die Moleküle, sondern um das Geistige darin.

Woher kommt das? Das stammt aus dem Glauben, dass in allem göttliche Energien enthalten sind.

Biblische Sicht auf Gott, Natur und Heilung

Es ist nun sehr wichtig, den grundlegenden Unterschied zu verstehen, den die Bibel über Gott lehrt. Wenn wir über Gott und die Natur nachdenken, können wir gleich mit dem ersten Bibelvers beginnen: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“

Hier sieht man, warum es sich lohnt, in die Primarschule zu gehen. Im Satz ist das Subjekt das handelnde Subjekt, nämlich Gott. Das Objekt, also das, an dem etwas ausgeführt wird, ist der Himmel und die Erde. Im ersten Bibelvers wird also zwischen Gott und der Natur, also Himmel und Erde, unterschieden – so wie man zwischen Subjekt und Objekt unterscheidet.

Das ist die Basis, damit man weiß: Ich bin Subjekt, und das, womit ich es zu tun habe, ist Objekt. Das ist der Unterschied zwischen Ich und Du. Es ist sehr wichtig, wenn man Kindern beibringt, dass Stehlen falsch ist, dass man ihnen auch den Unterschied erklärt: Das, was ihm gehört, gehört nicht dir. Man muss zwischen Ich und Du oder Ich und ihm unterscheiden können. So unterscheidet die Bibel zwischen Gott und der Natur.

Gott ist nicht Teil der Natur, sondern der Urheber der Natur. Das ist etwas grundsätzlich anderes. Diese Unterscheidung wird im Buddhismus und Hinduismus nicht gemacht. Dort wird nicht erkannt, dass Gott nicht Teil der Natur ist und dass wir selbst nicht göttlich sind. Wir sind seine Geschöpfe, aber nicht Teil Gottes.

Es gibt einen transzendenten Gott. Transzendent bedeutet eigentlich „jenseitig“. Im Hinduismus hingegen ist alles immanent. Dort sagt man, das Göttliche, alles ist Brahma, alles ist das Göttliche – die ganze Natur und auch der Mensch. Durch Yoga und Meditation soll der Mensch erfahren, dass er göttlich ist. Dort werden Natur und Gott eins gemacht.

Diese Vorstellung hilft auch bei der Frage, ob alle Religionen zum gleichen Ziel führen. Das ist nicht möglich. Wenn jemand sagt, letztlich sei Gott überall in allen Religionen dasselbe, ist das falsch. Wenn der Hinduismus sagt, Gott sei die Natur, und die Bibel sagt, Gott habe die Natur gemacht, dann ist das nicht dasselbe. Beides kann nicht gleichzeitig wahr sein.

Gott ist also nicht Teil der Natur. Doch man lese Jeremia 23,24: Gott sagt dort: „Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?“ Das bedeutet, Gott ist allgegenwärtig, er ist überall in der Schöpfung da. Wenn wir zu den entferntesten Galaxien fliegen könnten, wäre Gott auch dort. Er ist überall im Universum, aber nicht nur das – er ist auch jenseits.

Wenn man es genau sagen will: Gott ist überall gegenwärtig, das heißt, er ist immanent, überall in der Schöpfung gegenwärtig. Aber er ist nicht Teil der Natur, sondern gegenwärtig. Gleichzeitig ist er auch jenseits, also transzendent.

So versteht man auch, warum Maharishi Mahesh Yogi, der von den Beatles nach Europa gebracht wurde, seine transzendentale Meditation lehrte. Ich erinnere mich als junger Mensch, das waren aufregende Zeiten. Er kam auf den Selisberg zu uns, und Millionen Jugendliche waren fasziniert von ihm.

Er lehrte die transzendentale Meditation. Doch tatsächlich wusste er nichts von Transzendenz, denn für ihn gab es nichts anderes als die alte Natur. Genauso wie für Atheisten, die sagen, es gibt nur Materie, gab es für ihn nur das Geistige.

 Jeremia 23,24 sagt: Gott ist überall. Jesaja 57,15 spricht ebenfalls von Gott, der im Heiligtum ist, im Jenseits. Das ist etwas völlig anderes.

Daher ist das Denken in der Homöopathie, mit Kräften in der Natur, die freigesetzt werden müssen, verbunden mit einer völlig falschen Vorstellung davon, wer Gott ist.

Warnung vor Trance, Hypnose und Passivität in der Bibel

Mit Trance und Hypnose, die auch in der alternativen Medizin angewendet werden, stellt sich die Frage: Was sagt die Bibel dazu? Sie warnt ganz eindringlich.

 2. Timotheus 4,5 sagt: „Du aber sei nüchtern in allem.“ Das Wort „nüchtern sein“ übersetzt ein Verb „nefo“ im Griechischen. Gemäß dem Standardwörterbuch zum Neuen Testament von Walter Bauer bedeutet es „frei sein von jeder geistigen und seelischen Trunkenheit, von Überschwang, Leidenschaft, Überstürzung, Verwirrung, Exaltiertheit“.

Gott warnt in seinem Wort davor, den Verstand wegzutun. Der Verstand ist eine Barriere, die uns daran hindert, dass bei Passivität eine Tür aufgeht zu einer jenseitigen Welt, die aber nicht mit Gott zu tun hat. Die Bibel lehrt, dass es einen Satan gibt. Dieser war ein Engelfürst, den Gott erschaffen hatte, vollkommen. Doch er entschied sich bewusst gegen Gott und riss einen Drittel der Engelwelt mit sich. Millionen von Engeln, die die Bibel als Dämonen bezeichnet, wollen das Schlechte für den Menschen.

Diese Dämonen versuchen, mit den Menschen in Kontakt zu treten. Das geschieht sehr einfach über Meditation, über Drogen und auch über Alkoholmissbrauch. Dabei wird der Geist des Menschen heruntergefahren, und ein anderer Geist kann die Kontrolle über das Gehirn übernehmen. Im Extremfall führt das bis zur Besessenheit. Es gibt aber alle Zwischenstufen.

Darum warnt die Bibel vor dem Suchen nach solcher Passivität. Das ist nicht einfach eine Empfehlung, sondern ein Befehl: „Du aber sei nüchtern“, also frei von jeder geistigen und seelischen Trunkenheit, von Überschwang, Leidenschaft, Überstürzung, Verwirrung und Exaltiertheit.

Damit wird auch deutlich, dass Meditation, wie sie in der alternativen Medizin eingesetzt wird, für einen Christen überhaupt nicht in Frage kommt und effektiv gefährlich ist. Wenn man zudem beginnt, auch mit Homöopathie auf solche Kräfte zu vertrauen, die angeblich in der Natur sind, öffnet man sich für diese Welt, vor der Gott uns in seinem Wort eindringlich warnt.

 5. Mose 18,9 sagt: „Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt“ – so spricht Mose zum Volk Israel, bevor sie mit Josua in das Land einzogen, nach dem Auszug aus Ägypten – „so sollst du nicht lernen, nach den Gräueln dieser Nationen zu tun.“

Es geht um die Ureinwohner, die Kanaaniter. Es soll keiner unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, also Kinderopfer bringt. Keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer, Beschwörer, Magier, Bandsprecher, Totenbeschwörer oder Wahrsager, oder der die Toten befragt. Denn ein Gräuel für den Herrn ist jeder, der diese Dinge tut. Um dieser Gräuel willen treibt der Herr, dein Gott, sie vor dir aus.

Du sollst vollkommen sein gegen den Herrn, deinen Gott. Denn diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Zauber und Wahrsager. Du aber nicht. So hat der Herr, dein Gott, dir gestattet.

Diese Kanaaniter nahmen bewusst Kontakt zu solchen Mächten auf.

Biblische Perspektive auf Pflanzentherapie und Schulmedizin

Wir fahren weiter mit der Frage nach der Pflanzentherapie. Die Bibel zeigt uns, dass dies eine wunderbare Gabe Gottes ist. Dabei ist Folgendes zu bedenken: Pflanzentherapie ist nicht einfach eine Sache der Alternativmedizin, obwohl sie dort ebenfalls angewendet wird. Und Alternativmedizin bedeutet nicht, dass alles dort okkult ist. Vielmehr wird manches als alternativ bezeichnet, das zum Beispiel reine Pflanzentherapie ist und empirisch nachgewiesen werden kann.

Das ist zu unterscheiden von all den Methoden, bei denen Lebensströme, Passivität oder die Mikro-Makrokosmos-Lehre eine Rolle spielen. Wenn es um Pflanzentherapie geht, so dass nachweisbar ist, dass bestimmte Wirkstoffe eine bestimmte Funktion, Bedeutung und Heilwirkung haben, dann ist das etwas ganz anderes.

Wichtig ist: In der Schulmedizin werden ja auch alle möglichen Wirkstoffe aus Pflanzen verwendet. Manchmal stellt man sie im Labor künstlich her, also die gleichen Moleküle, die man aus den Pflanzen kennt. Es ist jedoch manchmal so, dass im natürlichen Zustand die Konzentrationen sehr hoch sind und giftig sein könnten. Die richtige Dosierung zu erreichen, ist nicht immer einfach. Durch künstliche Herstellung mit genau berechneter Dosierung kann man die Sicherheit erhöhen.

In Jesaja 38,21 lesen wir: „Und Jesaja sagte, dass man einen Feigenkuchen als Pflaster nehmen und ihn auf das Geschwür legen solle, das König Hiskia hatte, der krank war, damit er genese.“ Hier wurden also die Wirkungsweisen der Feigen genutzt. Sogar der Prophet Gottes musste das Medikament anwenden. Er musste nicht einfach im Namen Gottes sagen: „Du bist geheilt“, sondern er musste ein Pflanzenmedikament auf den König legen.

Der Apostel Paulus, der ja die Gabe der Heilung hatte, sagt zu Timotheus in 1. Timotheus 5,23: „Trinke nicht länger nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens und deines häufigen Unwohlseins willen.“ Timotheus, dieser treue Mitarbeiter des Apostels Paulus, hatte einen schwachen Magen und ihm war oft unwohl. Paulus hat ihn nicht einfach geheilt, sondern sagt ihm, er solle aufhören, immer nur Wasser zu trinken. Wörtlich heißt es: „Sei nicht länger ein Wassertrinker.“

Man muss folgendes wissen: Die Wasserqualität im Römischen Reich, insbesondere in den Wasserleitungen, war natürlich nicht mit der heutigen zu vergleichen. Das ist ja fantastisch, was wir heute in der Schweiz haben. Das Wasser hat einen so hohen Reinheitswert, dass man es direkt auf Wunden anwenden kann. Man kann unbesorgt vom Hahn trinken.

Im Vergleich dazu war das schlimmste Land, das ich je erlebt habe, Tadschikistan. Dort habe ich es geschafft, keinen Salat mehr zu essen, um nicht todkrank zu werden. Das Wasser war so schlimm, dass schon ein kleiner Tropfen in den Mund reichte, um Folgen zu haben. Wenn man weiß, dass man in den Wasserleitungen tote Kühe finden kann, die am Verwesungsprozess sind, dann versteht man, wie problematisch das war.

So schlimm war es zwar nicht bei den alten Römern, aber es war üblich, etwas Wein ins Trinkwasser zu mischen, um Bakterien abzutöten. Paulus sagt, dass Timotheus, obwohl er sehr auf Alkoholismus achtete und gar keinen Wein trank, doch ein wenig Wein nehmen solle. Nicht viel, sondern nur ein wenig, um das Wasser zu desinfizieren und so seinen Magen zu schonen. Interessant, nicht wahr? Hier wird Wein als Heilmittel eingesetzt.

In Lukas 10,33 lesen wir im Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Aber ein gewisser Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin, und als er ihn sah, den Halbtoten am Boden liegend, wurde er innerlich bewegt.“ Interessant ist, dass das Gleichnis nicht sagt, er hätte in die Tasche gegriffen und ein Papier herausgeholt mit der Aufschrift: „Bitte keine lebensverlängernden Maßnahmen.“ Nein, das war kein Thema. Wenn jemand halbtot ist, muss man ihm helfen.

Aus diesem Gleichnis entstand der Samariterverein. Daraus lernen wir: In Not muss man helfen, man darf nicht einfach vorbeigehen. Das war nur ein kurzer Einschub.

In Vers 34 heißt es weiter: „Und er trat hinzu, verband seine Wunden, goss Öl und Wein darauf, setzte ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und trug Sorge für ihn.“ Hier sehen wir eine Wundbehandlung mit Verbinden, um weitere Einflüsse von Bakterien zu verhindern. Vorher wurden Öl und Wein auf die Wunden gegossen. Das waren in der alten Medizin wesentliche Bestandteile: Öl und Wein. Olivenöl wurde verwendet, um die Wunden aufzuweichen, und Wein zum Desinfizieren.

Sowohl das Neue als auch das Alte Testament sprechen also ganz klar über die Anwendung von Medikamenten.

Umgang mit Krankheit und Leiden im Neuen Testament

Interessant ist es, wenn wir noch weiter über den Umgang mit Krankheit nachdenken, insbesondere über die Notiz von Paulus in 2. Timotheus 4,20. Er sagt zu Timotheus: Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber habe er krank zurückgelassen. Wie ist das zu verstehen? Paulus hatte doch die Gabe der Heilung, oder?

Ja, das stimmt. Auch bei Timotheus und bei sich selbst, wie wir in 2. Korinther 12,8 lesen, spricht Paulus über ein ganz besonderes Leiden. Er sagt, dass er dreimal zum Herrn flehte, damit dieser von ihm abstehe. Doch der Herr antwortete ihm: „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht.“ Daher wolle Paulus sich am liebsten vielmehr seiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi über ihm wohne.

Paulus hat also in einem besonderen Leiden, das er hatte, dreimal gebetet. Dann wurde ihm klargemacht, dass er nicht weiter dafür beten soll. Er muss mit diesem Leiden leben. Das bringt uns zu einem weiteren Punkt: Gesundheit um jeden Preis. So hieß ein Buch, das vor vielen Jahren von einem Schweizer Arzt veröffentlicht wurde. Die Frage lautet: Gesundheit um jeden Preis?

Es gibt auch die Möglichkeit, dass Gott will, dass man mit einer Schwäche lebt, aber dabei die Hilfe des Herrn und das Durchtragen erlebt.

In Philipper 2,25 schreibt Paulus an die Philipper: „Ich habe es aber für nötig erachtet, Epaphroditus, mein Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter, aber auch euren Abgesandten und Diener meiner Notdurft zu euch zu senden. Er sehnte sich sehr nach euch allen und war sehr bekümmert, weil er gehört hatte, dass ihr krank wart.“

Epaphroditus war ein Mann aus Philippi, also Griechenland, der von der Gemeinde nach Rom geschickt wurde, wo Paulus im Gefängnis war – in einer Art Halbgefangenschaft, zwischen zwei Soldaten angebunden. Er sollte Paulus eine Gabe der Gemeinde bringen. Doch dann wurde Epaphroditus krank, dieser treue Bruder.

In Vers 27 heißt es: „Denn er war auch krank, dem Tode nahe. Aber Gott hat sich über ihn erbarmt, nicht nur über ihn allein, sondern auch über mich, damit ich nicht Traurigkeit auf Traurigkeit hätte.“

Warum hat Gott ihn dann nicht schnell geheilt, als er noch ein bisschen krank war? Er war fast gestorben. Erstaunlich, nicht wahr?

Nun muss ich etwas sagen, das für manche vielleicht überraschend ist: Es gibt keinen einzigen Fall im Neuen Testament, in der Zeit der Gemeinde ab Pfingsten (Apostelgeschichte 2), in dem ein Gläubiger durch eine Wundergabe geheilt wurde. Kein einziges Beispiel – immer nur gegenüber Ungläubigen.

Jetzt versteht man, warum Paulus sagt: Nimm ein wenig Wein, Trophimus ließ sich krank zurück, der Herr hat sich schließlich über Epaphroditus erbarmt, und „meine Gnade genügt dir“. Das sind Fakten, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Man muss sich fragen: Was lehrt die Bibel?

Ganz wichtig im Zusammenhang mit dem Umgang mit Krankheit ist auch Römer 8,18-23. Paulus sagt: „Denn ich halte dafür, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes.“

Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf eine zukünftige Zeit, wenn Jesus Christus mit allen Gläubigen als König wiederkommen wird, um das tausendjährige Friedensreich aufzurichten. Dann wird alles aufleben. Nicht die Grünen werden die Erde grün machen, sondern Jesus Christus. Aber das ist jetzt noch nicht so.

In Vers 20 heißt es weiter: „Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit oder Vergänglichkeit unterworfen worden, nicht aus eigenem Willen, sondern um des Willens willen, der sie unterworfen hat, durch den Fall Adams, auf Hoffnung, dass auch die Schöpfung selbst freigemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbens zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“

Wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. Und Geburtswehen sind sehr, sehr schmerzhaft. Warum lachen Sie? Natürlich habe ich das noch nie erlebt, aber meine Frau sechsmal. Und Nierensteine habe ich auch gehabt, und das wird auf der Schmerzskala von eins bis zehn als zehn bewertet. Darum weiß ich, wie unglaublich schmerzhaft das ist.

Hier steht also, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt in Geburtswehen. Nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge des Geistes haben. Auch wir selbst seufzen in uns und erwarten die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.

Das heißt: Erst wenn Jesus Christus wiederkommt zur Entrückung der Gemeinde, wird dieser Körper, der jetzt noch unter den Folgen der Sünde leidet, vollkommen gemacht. Und so lange können wir noch krank werden.

Damit wäre klar: Die Lehre, dass echte gläubige Menschen eigentlich gar nicht mehr krank sein sollten oder unbedingt gesund werden müssen, ist nicht biblisch. Aber Gott hat uns die Möglichkeiten der Medizin und der Pflanzenwelt gegeben – nicht die okkulten Methoden, sondern das, was wirklich von Gott in die Schöpfung hineingelegt wurde. Das dürfen wir dankbar aus seiner Hand nehmen, aber nicht so, dass wir ein Recht auf Gesundheit fordern.

Es gibt die Möglichkeit, gesund zu werden. Und noch ein Unterschied: Beten um Gesundheit ist nicht dasselbe wie die Gabe der Heilung. Wie gesagt, die Gabe der Heilung wurde im Neuen Testament immer gegenüber Ungläubigen angewandt, nicht gegenüber Gläubigen.

Aber Beten – das sehen wir bei Paulus –, er hat dreimal wegen seines Leidens gebetet. In seinem Fall wurde ihm klargemacht: „Meine Gnade genügt dir.“

Doch in anderen Fällen dürfen wir durchaus Gebetserhörungen erleben. Wenn man sechs Kinder hat, ist man fast ein halber Arzt. Wie oft waren wir im Krankenhaus und beim Arzt und dann wieder beim anderen Arzt, weil der erste nichts gefunden hatte. Das ist furchtbar!

Dann weiß man auch langsam, was der Fehler war und worauf man achten muss, um die richtige Diagnose zu finden. Ja, ich übertreibe ein bisschen, aber es ist doch so, dass man mit Kindern viele Nöte erlebt. Wir hätten fast die Hälfte unserer Kinder über die Jahre verloren. Bei einem Kind dann wirklich … Da erfährt man so viel und auch, was Gebet bewirken kann.

Aber das hat nichts zu tun mit einer Wundergabe. Beten dürfen wir in allem, aber wir dürfen kein Recht auf Heilung fordern. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Erlösung des Körpers noch für die Zukunft ist.

 Jesaja 35 sagt dann für das tausendjährige Reich: „Dann wird der Lahme springen, und der Stumme wird aufjauchzen, und die Augen der Blinden werden aufgehen.“ Im tausendjährigen Friedensreich wird es keine Krankenhäuser und keine Arztpraxen mehr geben. Das alles kommt noch, ist aber jetzt noch nicht der Fall.

Lukas als Beispiel für den Umgang mit Medizin im Neuen Testament

Es ist wichtig, den Umgang mit Krankheit zu verstehen. In Kolosser 4,14 wird ein Mitarbeiter von Paulus besonders erwähnt: Lukas, der als der geliebte Arzt bezeichnet wird. Warum hat er nicht aufgehört? Es gibt ja die Gabe der Heilung.

Als Zeichengabe für die Ungläubigen war die Heilung in der Zeit der Apostel notwendig. Dennoch hat Lukas seine Aufgabe als Arzt weiter ausgeübt. Er wird nicht als hochberühmter Arzt genannt, sondern als ein Mann, der in seiner Aufgabe als Arzt treu war.

Interessanterweise verwendet Lukas im Lukasevangelium beispielsweise in dem Vers vom Kamel, das durch das Nadelöhr geht, ein anderes Wort für „Nadel“ als in den anderen Evangelien. Er benutzt das typische Wort für eine medizinische Nadel. Schon an seinem Vokabular erkennt man, dass er der Arzt war – der geliebte Arzt.

Diese Möglichkeit gibt es also, aber wir müssen lernen, richtig mit Krankheit und Leiden umzugehen, im Bewusstsein, dass das Vollkommene noch kommen wird. So dürfen wir sowohl die Schulmedizin als auch echte Pflanzentherapie aus Gottes Hand annehmen und anwenden.

Die wichtigste Krankheit: Sünde und ihre Heilung

Ganz wichtig ist, dass wir die wichtigste Krankheit stets im Auge behalten: die Krankheit der Sünde. Die Bibel sagt, der Mensch ist schuldig und hat Gottes Gebote gebrochen. Es gibt einen Bruch zwischen Gott und Mensch. Das ist unser schlimmstes Kranksein, und dafür brauchen wir Heilung – und zwar jetzt, nicht erst in der Zukunft.

Es ist so, dass wir uns zwar anstrengen können mit guten Taten und Werken, doch wie bei einem unüberbrückbaren Graben können wir diese Kluft nicht selbst überwinden. Römer 3,23 sagt: „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ Weil wir das nicht erreichen können, ist Gott zu uns gekommen. Jesus Christus ist die Brücke, um diesen Graben zu überwinden. Er ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben, als unser Stellvertreter.

Aber das reicht noch nicht aus. Jeder einzelne Mensch muss seine persönliche Schuld vor Gott bekennen, im Gebet bereuen und eine radikale Umkehr vollziehen. Das Opfer Jesu am Kreuz muss im Glauben für sich selbst in Anspruch genommen werden. Dann kann man sagen, nach Jesaja 53: „Durch seine Striemen sind wir geheilt.“ Das ist die Heilung von der Sündenkrankheit – nicht von körperlichen Krankheiten.

Gott kann uns auch körperlich heilen. Wir haben so vieles erleben dürfen, doch nicht in allen Fällen. Wir haben auch Todesfälle erlebt, sogar direkt unter unseren Kindern. Aber das Entscheidende ist die Heilung von der Sündenkrankheit, und das muss heute geschehen.

Ab dem Moment dieser Entscheidung, dieser radikalen Umkehr, wenn man diese Heilung der Sündenkrankheit erfährt, ist es wichtig, dass das Leben in der Nachfolge Tag für Tag weitergeht. Persönliches Bibellesen und der Besuch einer biblischen Gemeinde, wo man im Glauben weitergeführt und gepflegt wird, sind dabei von großer Bedeutung.

Damit möchte ich schließen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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