
Einführung in das Thema Glaubensgerechtigkeit
Und, liebe Gemeinde, Römerbrief – wer hat Lust? Freude, Freude am Wort Gottes, das ist doch, was unser Herz bewegt.
Stehen wir auf Römer 4, ein etwas längerer Abschnitt heute von Vers 9 bis zum Ende.
Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja. Es geht also um die Glaubensgerechtigkeit, dass Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden ist.
Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten war oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten war, sondern als er noch unbeschnitten war.
Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte. Damit sei er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen, damit auch ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde. Und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung sind, sondern die auch wandeln in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.
Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass er Erbe der Welt sein solle, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens. Denn wenn die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube wertlos geworden und die Verheißung entkräftet.
Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn, denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.
Darum ist es aus Glauben, damit es aufgrund von Gnade sei, auf dass die Verheißung den ganzen Samen sicher sei. Nicht nur demjenigen aus dem Gesetz, sondern auch dem aus dem Glauben Abrahams, der unser aller Vater ist, wie geschrieben steht.
Abraham als Vorbild des Glaubens
Ich habe dich zum Vater vieler Völker gesetzt vor Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ruft, als wäre es da.
Er hat dort, wo keine Hoffnung war, auf Hoffnung hin geglaubt, dass er ein Vater vieler Völker werde, gemäß der Zusage: „So soll dein Same sein.“
Und er wurde nicht schwach im Glauben und achtete nicht auf seinen eigenen Körper, der schon fast tot war, weil er fast hundert Jahre alt war. Auch zweifelte er nicht am toten Mutterleib der Sarah. Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben. Dabei gab er Gott die Ehre und war völlig überzeugt, dass Gott das, was er verheißen hat, auch tun kann.
Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.
Es steht aber nicht allein um seinetwillen geschrieben, dass es ihm angerechnet wurde, sondern auch um unsertwillen. Es soll uns angerechnet werden, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus von den Toten auferweckt hat.
Dieser wurde um unserer Übertretungen willen dahingegeben und ist zu unserer Rechtfertigung auferweckt worden.
Amen! Herr, segne dein Wort, wir bitten dich darum! Amen!
Thema der Predigt: Abraham als Vater der Glaubenden
Nehmen wir Platz miteinander! Mein Thema lautet: Warum Abraham unser Vater ist.
Das Thema Gerechtigkeit vor Gott aus Glauben haben die Apostel ja schon mehrfach behandelt. Auch in unserem Abschnitt geht es noch einmal um dasselbe Thema: die zugerechnete, die geschenkte Gerechtigkeit, die wir nicht verdienen, sondern einfach aus Glauben empfangen.
Paulus scheut sich nicht, dieses Thema im Römerbrief und auch andernorts – besonders noch im Galaterbrief – immer und immer wieder zu wiederholen. Warum macht er das? Geht er uns nicht langsam auf die Nerven?
Weil der gefallene Mensch nicht davon ablassen kann, zu glauben, dass er sich selbst vor Gott schön machen kann, um vor ihm zu bestehen. Diese Idee sitzt uns allen tief im Blut, wie ein Fluch. Wir wollen uns die göttliche Anerkennung durch moralisches Verhalten, durch religiöse Pflichterfüllung oder Wohltätigkeit verdienen.
Die Religionen der Welt fordern so gut wie alle – wenn ihr mal durchgeht – die Erfüllung von Vorschriften. Du kannst nehmen, welche Religion du willst. Und wenn in der Christenheit das Evangelium des Apostels Paulus und des Herrn Jesus Christus nicht wirklich verstanden und durchdacht wurde, dann sind auch weite Teile des Christentums eine Religion der Vorschriften.
Du musst fasten, Almosen geben, spirituelle Handlungen vollführen, Rituale durchnehmen. Auch nichtreligiöse Menschen setzen auf dieses Prinzip. Sie sagen: „Ich bin doch nicht schlechter als andere Menschen, ich bemühe mich doch, ein Guter zu sein. So wird der Herrgott mich doch auch annehmen.“
Das ist der Tenor, von dem unsere Gesellschaft ausgeht, auch wenn sie sich immer mehr säkularisiert. Aber unterschwellig ist diese Idee von der Selbsterlösung in den Religionen und auch unter den Atheisten vorhanden.
Die Illusion der Selbsterlösung in Kultur und Gesellschaft
In Songtexten und Filmen wird oft der Kampf des guten Menschen gegen das Böse dargestellt. Ich verzichte darauf, euch Lieder und Songs zu zitieren, denn ihr kennt ähnliche Beispiele aus der Medienwelt.
Am Ende wird häufig der Sieg des Guten gezeigt, und das Paradies ist geschaffen. Alle haben sich lieb, und der Film endet mit wolkenlosem Glück.
Manchmal, wenn meine Frau und ich Nachrichten gesehen haben und ich dann noch schaue, welcher Film als Nächstes kommt, schalten wir meistens ab. Doch manchmal sage ich zu Gertrud: „Lass uns mal gucken, welche Moral wir jetzt wieder geliefert bekommen.“
Diese Unterhaltungsfilme sind fast immer auf derselben Ebene: Streng dich an, sei gut, anständig, tu Recht und scheue niemanden, sei tolerant, sei umweltbewusst. Dann, ho, kommt die glückliche Welt, und wir sind alle im Paradies hier auf Erden.
Mach etwas, streng dich an! Die Idee ist, dass gute Werke in irgendeiner Form Erlösung und eine bessere Welt bringen.
Die Tatsache aber ist, dass das Böse bleibt. Der nächste Streit steht schon vor der Tür, und der nächste Krieg auch. Wir schaffen den Himmel nicht durch unser moralisches Bemühen.
Wir brauchen eine Erlösung, die von außerhalb, von oben zu uns kommt, von Gott – auch unser christliches Herz.
Die Last des Leistungsprinzips und die Botschaft des Paulus
Nun komme ich zu einem Punkt, der uns instinktiv immer wieder betrifft: Wir neigen dazu, unser Heil von unserem Verhalten abhängig zu machen.
Einmal wurde ich von einem Gottesdienstbesucher angesprochen, das war noch in der Kieler Straße. Ich hatte gerade eine machtvolle Predigt gehalten, so dachte ich zumindest. Während ich mich von den Menschen verabschiedete, stand ein junger Mann draußen im Foyer und sagte zu mir: „Pastor, ich schaffe das alles nicht.“
Ich fragte ihn: „Was schaffen Sie nicht?“ Er antwortete: „Was Sie heute gepredigt haben, das schaffe ich nicht.“
Da wurde mir durch diesen fremden Mann klar: Wolfgang, du musst deine Predigt noch einmal überdenken. Wenn die Menschen nach meiner Predigt mit einer schrecklichen Last, Bürde und Verzweiflung nach Hause gehen und denken: „Ich schaffe das alles nicht“, dann muss ich irgendwo falsch gepredigt haben. Diese Haltung sitzt tief.
Deshalb betont Paulus immer und immer wieder dieses Thema. Es ist eine Schlüssel-Frage. Obwohl Gott manchen Menschen ein Leben lang an die in Christus geschenkte Gerechtigkeit glauben lässt, gibt es in unseren Gemeinden oft eine unterschwellige Gesetzlichkeit.
Diese führt häufig dazu, dass auf dem Sterbebett vieler Gotteskinder das Verdienstdenken wieder voll zutage kommt. Immer wieder habe ich im Lauf der Jahre von sterbenskranken Gläubigen die Frage gehört: „Ich habe im Leben doch so viel verkehrt gemacht. Wer weiß, vielleicht werde ich am Ende doch nicht selig.“
Am Ende ihres Lebens werden selbst die Frömmsten von Verdammnisangst gequält, weil sie es noch nicht vollständig in sich aufnehmen und leben konnten.
Wir werden nicht durch unsere Werke vor Gott gerecht. Diese Gerechtigkeit können wir nur empfangen. Paulus schreibt an die Galater: Sie haben im Geist angefangen, wollen es aber im Fleisch vollenden. Sie fallen immer wieder in das Leistungsprinzip zurück.
Für Paulus ist das ein Fluch. Er schreibt in Galater 3,10: „Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch, weil ihre Mühe vergeblich ist.“
Sie versuchen, ein Gefäß ohne Boden mit Wasser zu füllen. Der lebendige Gott und sein Gesetz sind so heilig, so rein, so hell und voller strahlendem Licht, dass niemand sich zu ihm hinaufarbeiten kann.
Jeder Versuch, durch Selbstbereitung den Himmel zu erlangen, muss scheitern und bedeutet nichts anderes als ewiges Verderben.
Aber weil die Menschheit so sehr in der Idee der Selbsterlösung verstrickt ist, schreibt Paulus immer wieder über die Lehre von der geschenkten Gerechtigkeit.
Wenn wir wirklich selig werden wollen, liebe Gemeinde, liebe Gäste und Freunde, dann kommen wir an dieser Gottesoffenbarung, die Paulus in unserem Text erneut behandelt, nicht vorbei.
Wir müssen sie lernen, verstehen, verinnerlichen und in unser tägliches Leben übertragen. Dazu will uns Paulus mit unserem heutigen Text erneut bewegen.
Und dazu zeigt er uns das Leben Abrahams.
Abraham als Vater aller Glaubenden
Er nennt ihn den Vater aller Glaubenden, wörtlich in den Versen 11 und 12, damit er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen sei. Damit auch ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde. Und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung stammen, sondern die auch in den Fußstapfen des Glaubens wandeln, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.
Wessen Vater ist also Abraham? Das ist wichtig. Einerseits ist er der Vater der Gläubigen, die aus den Heiden kommen, aus den Unbeschnittenen. Andererseits ist er der Vater der Gläubigen aus den Juden, aus den Beschnittenen. Das heißt, Abraham ist ausschließlich der Vater von Gläubigen, von Gläubigen, die auf Christus hin glauben. Er ist ein Vater der Unbeschnittenen, die glauben, und ein Vater der Beschnittenen, die glauben. Er ist nicht Vater von Ungläubigen, weder von ungläubigen Heiden noch von ungläubigen Juden.
Paulus rechnet Abraham nicht generell als Vater aller Juden, sondern nur der Juden, die, wie wir in Vers 12 gelesen haben – schaut mal rein –, wörtlich auch in den Fußstapfen des Glaubens wandeln. Seht ihr das? Ihr guckt mich an, ihr sollt jetzt in die Bibel gucken. Nur die, die Abraham in seinem Glauben nachfolgen, sind Abrahams Nachkommen. Nur ihnen gehören die Verheißungen. Nur sie waren und sind das Israel Gottes, sein Bundesvolk, und nicht die, die nur der Ethnie nach Juden sind.
In Römer 9,6 schreibt Paulus unter anderem: "Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel." Das war der große Irrtum der Juden damals. Sie hielten sich alle für Kinder Abrahams, nur weil sie blutsmäßig Juden waren. Aber Johannes der Täufer warnte sie schon und rief ihnen zu: "Denkt nicht, bei euch selbst sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater." Und dann fügt er sogar noch hinzu: "Die Axt ist bereits an die Wurzel gelegt, mein lieber Herr Gesangverein."
Auch Jesus schlug den gleichen Ton an, als einige Juden behaupteten, Abraham sei ihr Vater. Er antwortete ihnen: "Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr Abrahams Werke tun. Ihr aber habt den Teufel zum Vater", sagt Jesus.
Es ist also ein großer Irrtum, Abraham seinen Vater zu nennen, nur weil ich äußerlich Jude bin oder religiös. Wir sehen, Jesus war weit davon entfernt, das ethnische Israel pauschal als das Volk Gottes zu bezeichnen. Das Volk Gottes waren nur die Glaubenden in Israel. Nur sie hatten Abraham zum Vater, nur der treue Überrest, wie er in der Bibel bezeichnet wird, der nicht seine Knie vor Baal gebeugt hat.
Wer auch schon im Alten Testament aus Glauben lebte und nicht aus Werken, der war Samuel, Abraham. Haben wir das verstanden? Ich sage einmal die Abels, die Henochs, die Noas, die Abrahams, die Saras, die Isaaks, die Jakobs, die Josephs, die Moses, die Josuas, die Gideons, die Baraks, die Davids und Samuels. Und die vielen Namenlosen in Israel, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde. Diese und jetzt ist es diese ganze Schar haben durch den Glauben ein gutes Zeugnis von Gott, die Glaubenden im Alten Testament, auf Jesus hin, die damals schon im Glauben wandelten – die Glaubenshelden in Hebräer 11, wie sie aufgezählt sind.
Daran erkennen wir, dass Gott schon im Alten Testament eine Gemeinde der Heiligen hatte, eine Gemeinde, die in der Vorausschau im Glauben auf Christus hin lebte.
In Hebräer 12,1 geht es weiter: "Weil wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt." Im Alten Testament gab es eine Wolke von Zeugen, die durch den Glauben ein gutes Zeugnis erhalten haben, und diese waren Abrahams Kinder.
Die Gemeinde der jüdischen Gläubigen aus dem Alten Testament ist die Wolke, die um uns ist. Aus ihr sind wir hervorgegangen, aus der Gemeinde des Alten Testaments, aus der Glaubensgemeinde des Alten Testaments sind wir hervorgegangen. Ihr Glaube ist unser Glaube.
Hört mal, was da geschrieben steht in Hebräer: "Zu dem Berg Zion sind wir gekommen und der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu der Gemeinde der Erstgeborenen, zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes."
Die Bibel lehrt uns also, dass die Gemeinde Jesu nicht erst zu Pfingsten entstanden ist, sondern dass sie es schon seit Jahrtausenden zuvor gegeben hat. Mindestens seit Abraham. Der Gründer unserer Gemeinde ist Abraham. Im Alten Testament war diese Gemeinde noch verborgen, aber sie war da.
Paulus spricht von dem Geheimnis der Gemeinde seit ewigen Zeiten und erklärt uns, dass wir aus den Heiden Spätgeburten sind. Wir kamen zu der jüdischen Gemeinde der Erstgeborenen erst viel später hinzu, wie er in Vers 3,6 sagt, als Miterben, als Miteinverleibte, als Mitteilhaber, als Ergänzung.
Hier ahnen wir etwas von der größten Liebesgeschichte aller Zeiten: Christus und seine Gemeinde, seine Braut aus allen Zeiten, aus Juden und Heiden. Denn der Mensch kann niemals durch Werke selig werden. Darum ließ Gott nach dem Sündenfall sofort eine große Rettung in Kraft treten.
Er bestimmte Abraham und zeigte ihm quasi als Ersten den Weg des Glaubens, den Weg der Rettung. Abraham, ein Götzendiener aus den Heiden, dich nehme ich zum Beispiel für alle, die noch kommen werden. Du sollst aus Glauben gerettet werden, mit dir soll es beginnen.
Gott gab ihm drei große Verheißungen: einen Sohn, ein Volk und ein Land. Obwohl nichts davon zu sehen war, glaubte er allen.
Christus war der Sohn, der Same Abrahams, die weltweite Gemeinde, das Volk aus Juden und dazugekommenen Heiden, und das Land war das himmlische, das himmlische Jerusalem, die Stadt, auf die Abraham wartete, im Glauben von Gott erbaut. Er vertraute fest der kommenden Erlösung.
So lautete das Gotteskredo: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Er ist der Prototyp aller Christen, aller erretteten Juden und aller erretteten Heiden.
Aber die Juden waren mit Paulus’ Darlegung nicht einverstanden und riefen: Halt, du sagst, Abraham wäre aus Glauben gerettet worden. Aber Gott befahl ihm doch, sich beschneiden zu lassen, sagten sie. Das war es, was ihn vor Gott gerecht gemacht hat, meinten sie.
Und da haben wir sie wieder: die religiösen Vorschriften, die Rituale und spirituellen Handlungen, die uns selig machen sollen. Die Gesetzesjuden beanspruchten Abraham wegen seiner Beschneidung also für sich und beschuldigten ihn, für seine Ehrlehre vom werkefreien Glauben ihn zu missbrauchen.
Aber dann hört das messerscharfe Argument von Paulus: Paulus war ein Apologet erster Güte. Er fragt nämlich: Wann hat Gott Abraham seine Gerechtigkeit zugesprochen? War es bei der Beschneidung oder war es, als er ohne Rituale einfach Gott glaubte?
Die Antwort steht schwarz auf weiß in der jüdischen Bibel, im Alten Testament, und sie lautet: Als Gott Abraham seine Verheißungen gab und er glaubte, da hat er ihm gerechtgesprochen. Und erst vierzehn Jahre später wurde er beschnitten.
Ich kann jetzt nicht so weit mit euch Bibelarbeit machen und das alles nachlesen und prüfen. Das ist hochinteressant, dafür haben wir Hauskreise, Schularbeit. Woher hat Vegard die 14 Jahre? Ihr werdet es untersuchen, ich sag’s euch nicht.
Also, ihr Lieben, spannend. Ich habe euch ja gesagt, der Römerbrief ist spannend und macht große Freude. Abraham wurde erst 14 Jahre später beschnitten, nachdem Gott ihn schon durch den Glauben gerecht gesprochen hat.
Und damit sollte für alle klar sein: So wie Abraham werden auch wir alle nur gerecht aus dem Glauben, ohne religiöse Kulte, ohne Gesetz, ganz einfach so, schlicht aus dem Glauben an Jesus Christus. Wer du auch bist, mein Freund, woher du auch kommst, welcher Religion du angehörst – du wirst vor Gott nur gerecht, du wirst von ihm nur angenommen wie Abraham, ohne irgendeine Vorbedingung.
So wie du bist, darfst du das Heil Gottes empfangen – heute, jetzt und auf der Stelle. Amen! Halleluja! That's it! That's it! Jetzt, heute, hier, sofort! So wie du bist, schenke dein Vertrauen einfach Jesus und sage ihm: Du bist meine Gerechtigkeit und du bist gerettet. Halleluja, das ist Erlösung, das ist das Evangelium.
Aber die Juden fragten weiter: Warum wurde Abraham aber dennoch 14 Jahre später beschnitten? Er war doch schon beschnitten.
Die Antwort ist Paulus in Vers 11: Abraham empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte.
Die Beschneidung ist also kein Widerspruch zur Rechtfertigung aus Glauben, sondern eine Bestätigung, ein Siegel, eine Unterstreichung. Die Beschneidung als solche hat keinen Heilswert, sondern ist nur Zeichen für die Wahrheit der Rechtfertigung aus Glauben.
Die Tragik der Juden, der Juden nach dem Fleisch, war, dass sie das nie verstanden haben. Und auch weite Teile der Christenheit, wie wir vorhin schon gesagt haben, haben das nicht verstanden. Sie wollen durch das Zeichen, durch das Symbol gerettet werden, aber nicht durch den konkreten Weg, den Gott ihnen geboten hat, nämlich durch den einfachen kindlichen Glauben an Jesus Christus.
Auch heute noch sind Millionen Menschen davon überzeugt, wenn sie getauft sind, meist als Baby, dann sind sie mit Gott in Ordnung, dann seien sie wiedergeboren, obwohl der Glaube an Jesus in ihrem Leben so gut wie keine Rolle spielt. Aber sie sind getauft.
Sie glauben an das Symbol, aber nicht an das Wesen der Sache – welch ein Irrtum!
Abraham hat erst geglaubt und war auf der Stelle gerecht von Gott. Er war von neuem geboren und für immer gerettet. Erst vierzehn Jahre später wurde er beschnitten als Besiegelung, als Unterstreichung dieser seiner Errettung.
Wir erinnern uns an die Taufe Jesu. Als er getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser, und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.
Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."
Und genau das, liebe Gemeinde, geschieht mit jedem Täufling hier, ihr fünf, blutjunge Menschen. Ihr lasst euch taufen, warum? Weil ihr geglaubt habt, dass Jesus genug für euch ist. Stimmt das? Ja, wir hören es gleich noch öffentlich.
So, ja, warum lasst ihr euch denn jetzt noch taufen? Dann ist doch alles in Ordnung. Ihr habt die Rechtfertigung aus Glauben empfangen, ihr seid tadellos vor Gott. Habt ihr das nicht gewusst? Ihr seid tadellose Typen, wehe, da beschuldigt euch einer.
Christus ist hier, der euch gerecht gemacht hat. Auf diesem Boden stehen diese Teenager.
Aber warum lassen sie sich taufen? Warum lässt Abraham sich beschneiden? Weil die Taufe ein Siegel ist, wie die Beschneidung, eine Bestätigung Gottes.
Und wenn ihr ins Taufbecken geht, dann hört ihr die Stimme vom Himmel durch die Bibel zu euch: Du bist mein geliebtes Kind, Max, du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen. Du bist gerecht geworden, denn Gott sieht nicht dich, er sieht nicht deine guten Taten, deine Anständigkeit. Gott ist nicht beeindruckt davon, dass du dich jetzt so toll taufen lässt, sondern er sieht Jesus in euch.
Er sieht Christi Gerechtigkeit in euch, seine Tadellosigkeit in dir, die du mittels des Glaubens empfangen hast.
Die Taufe macht nicht selig, sondern in ihr bestätigt dir Gott, dass du ein Kind Gottes bist. Gott sagt: Ja, was du an deinem Herzen durch den Glauben erlebt hast, das bestätige ich, das besiegle ich in der Taufe.
Haben wir das verstanden? Na, aber das klingt ja leise.
Ihr Lieben, das ist so wunderbar. Was Paulus in unserem Abschnitt so deutlich machen will, ist, dass Abraham zuallererst der rettende Glaube geschenkt worden ist und nicht das Zeichen davon.
Die Beziehung zu meiner Frau begann nicht mit dem Ehering, sondern sie begann mit unserer Liebe. Ich weiß nicht, wie es bei dir war. Es ist nicht der Ring, der unsere Ehe ausmacht, sondern unsere Liebe.
Den Ring steckte ich ihr als Ergebnis unserer Liebe auf, als Zeichen, als Siegel unserer Liebe. Der Ring wird niemals unsere Ehe bewahren, sondern nur die bleibende Liebe durch Gott.
Genauso rettet uns nicht die Beschneidung, die Taufe oder eine andere religiöse Zeremonie, sondern retten kann uns nur die Liebe, die wir durch Vertrauen in Jesus Christus empfangen.
Um diese Wahrheit noch weiter zu vertiefen – ich will dann auch langsam zum Ende kommen – es ist ein so gewaltiges Thema. Wenn du damit anfängst, das fesselt dich, und du kannst nicht anders, du musst Pause machen und weinen. Da kommt dir das Evangelium entgegen, Offenbarung von Gott kommt dir entgegen, dass du sagst: Oh Herr!
Das beugt dich, wirft dich auf die Knie und führt dich in die Anbetung.
Liebe Gemeinde, vergessen wir nie, wir haben ein herrliches Evangelium, durch das wir gerettet werden.
Um diese Wahrheit noch weiter zu vertiefen, erwähnt der Apostel Paulus in unserem Text auch das Gesetz, Vers 13: "Denn nicht durch Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass er Erbe der Welt sein solle, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens."
Nach der Beschneidung kommt Paulus auf das Gesetz zu sprechen. Die Juden waren auch hier der Meinung, dass zuallererst das Gesetz des Mose eingehalten werden muss, um gerettet zu werden.
Aber auch hier zeigt Paulus am Beispiel von Abraham, dass doch zuerst der Glaube da war, bevor das Gesetz kam, als es hieß: "Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet."
Da gab es das Gesetz noch gar nicht. Das Gesetz gab es erst zu Mose Zeit am Berg Sinai. Zu Abrahams Zeit gab es noch keine zehn Gebote, und außerdem war Abraham ein heidnischer Götzenanbeter.
Was wusste er von den Geboten Israels? Wie sollte er durch sie gerettet werden? Wie konnte Abraham durch das Gesetz gerettet werden, das, wie in Galater 3,17 Paulus wörtlich sagt, 430 Jahre später von Gott in die Welt gegeben wurde?
Den Gesetzesweg gab es zu Moses Zeiten nicht, und eigentlich hat es ihn nie gegeben. Sondern was zählt, ist: Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht haben, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Wie ist dein Weg zum Heil, zum Schluss, dein Weg zum Himmel? Lass deine Religion los, deine Weltanschauung. Ja, ich sage es: Lass auch deine Kirche los.
Ich sage nicht, dass du aus irgendeiner Kirche oder Gemeinde austreten sollst, aber lass sie innerlich los. Lass sie los, deine Ikonen, deine frommen Utensilien.
Lass auch alle deine Mühe und Anstrengungen fahren, die dich angenehm vor Gott machen sollen. Du kriegst das nicht hin. Du gehst samt deiner guten Absichten auf ewig verloren.
Darum hör auf Paulus, der zum Schluss unseres Abschnitts geschrieben hat: Abraham verswand sich, Abraham zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, dem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass er das, was er verheißt, auch zu tun vermag.
Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.
Glaube heute auch du die Verheißung, dich in Christus Jesus selig zu machen, einerlei, wer du bist, wo du wohnst, was du kannst oder nicht kannst.
Kapitulieren heute morgen mit all deinen guten Absichten und deinen Mühen, religiös, moralisch gut zu sein, einfach nur auf Jesus, wie Abraham es tat.
Lass dich einfach fallen. Abraham hat nichts gesehen, der war uralt, seine Frau auch. Wie sollten sie einen Sohn bekommen? Erstorbene Leiber.
Und trotzdem glaubten sie: Zähle die Sterne, so groß wird das Volk der Glaubenden sein, weltweit.
Abraham glaubte. Und als er seinen Sohn auch noch loslassen sollte, opfern sollte, Abraham glaubte. Er vertraute.
Vertrau du Gott. Der Vertrauensweg ist deine Hilfe: Jesus.
Das letzte Zitat, Vers 23 bis Ende: "Denn nicht allein um seines Willen, also um Abrahams Willen, steht geschrieben, dass es ihm angerechnet worden ist, sondern auch – oh, freue dich! – sondern auch um unseres Willens, denen es angerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat, ihn, der um unserer Übertretung willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt ist."
Es kann sein, dass du fragst: Nur Glauben, Wegert, einfach nur Glauben und nichts tun, gar nichts? Einfach Glauben und alles bleibt beim Alten? Das denken die Leute.
Was ändert sich denn, wenn ich einfach nur glaube? Ich sage dir: Es ändert sich alles.
Der lebendige Glaube ist eine Atombombe, ist eine Kraftbombe. Der Glaube ist Durchbruch, eine Explosivkraft.
Deine Bemühungen, deine Werke haben keine Kraft, sie führen zu nichts, zur Verdammnis, sie ändern dich nicht, sie machen dich nicht vor Gott gerecht.
Der Glaube tut es, der verändert dich.
Der lebendige Glaube bringt uns in eine so heiße Sehnsucht: Wenn du anfängst zu glauben, dann kommt Wärme in dein Leben, Liebe in dein Leben, eine Beziehung zu Jesus.
Und es entsteht eine große Sehnsucht in dir, aus diesem Glauben an ihn so zu werden, wie er ist.
Er ist die Erfüllung des Gesetzes, und dieser Glaube hat Kraft.
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
Wir sehen jetzt erst kommen die Gebote ins Spiel.
Wenn der Glaube lebendig ist in deinem Leben, dann erfüllst du in Jesus Christus immer mehr das Gebot deines Herrn aus Liebe, aber aus der inneren Kraft der Erlösung.
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt.
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Christus ist, sagt Johannes.
Also: Glaube und lebe im Vertrauen auf Jesus Christus, und du bist frei zu einem neuen, veränderten Leben in Jesu Namen.
Halleluja! Amen!
Der Weg der Rettung durch Glauben am Beispiel Abrahams
Weil der Mensch niemals durch Werke selig werden kann, ließ Gott nach dem Sündenfall sofort eine große Rettung in Kraft treten. Er bestimmte Abraham und zeigte ihm quasi als Erstem den Weg des Glaubens, den Weg der Rettung.
Abraham, ein Götzendiener aus den Heiden, wurde zum Beispiel für alle, die noch kommen sollten. Gott sprach zu ihm: „Du sollst aus Glauben gerettet werden, mit dir soll es beginnen.“
Gott gab Abraham drei große Verheißungen: einen Sohn, ein Volk und ein Land. Obwohl nichts davon sichtbar war, glaubte Abraham allem. Christus war der Sohn, der Same Abrahams. Die weltweite Gemeinde, das Volk aus Juden und dazugekommenen Heiden, ist das Volk. Das Land ist das himmlische, das himmlische Jerusalem, die Stadt, auf die Abraham wartete – im Glauben von Gott erbaut. Er vertraute fest auf die kommende Erlösung.
So lautete das Gotteskredo: „Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Er ist der Prototyp aller Christen, aller erretteten Juden und aller erretteten Heiden.
Die Kontroverse um die Beschneidung und die Rechtfertigung durch Glauben
Aber die Juden waren mit Paulus’ Darlegung nicht einverstanden und riefen: „Halt, du sagst, Abraham wäre aus Glauben gerettet worden. Aber Gott befahl ihm doch, sich beschneiden zu lassen.“ Sie meinten, genau das sei es gewesen, was ihn vor Gott gerecht gemacht habe.
Und da haben wir sie wieder: die religiösen Vorschriften, die Rituale und spirituellen Handlungen, die uns selig machen sollen. Die Gesetzesjuden beanspruchten Abraham wegen seiner Beschneidung für sich und beschuldigten Paulus, Abraham für seine Lehre vom werkefreien Glauben zu missbrauchen.
Doch dann folgt das messerscharfe Argument von Paulus. Paulus war ein Apologet erster Güte. Er fragt nämlich: Wann hat Gott Abraham seine Gerechtigkeit zugesprochen? War es bei der Beschneidung oder als Abraham ohne Rituale einfach Gott glaubte?
Die Antwort steht schwarz auf weiß in der jüdischen Bibel, im Alten Testament, und sie lautet: Als Gott Abraham seine Verheißungen gab und er glaubte, da hat Gott ihm gerechtgesprochen. Erst vierzehn Jahre später wurde er beschnitten.
Ich kann jetzt nicht so weit mit euch Bibelarbeit machen und das alles nachlesen und prüfen. Das ist hochinteressant und dafür haben wir Hauskreise und Schularbeit. Woher hat Vegard die 14 Jahre? Ihr werdet es untersuchen, ich sage es euch nicht.
Also, ihr Lieben, spannend! Ich habe euch ja gesagt, der Römerbrief ist spannend und macht große Freude. Abraham wurde erst 14 Jahre später beschnitten, nachdem Gott ihn schon durch den Glauben gerecht gesprochen hatte.
Damit sollte für alle klar sein: So wie Abraham werden auch wir alle nur gerecht aus dem Glauben, ohne religiöse Kulte, ohne Gesetz, ganz einfach so, schlicht aus dem Glauben an Jesus Christus. Wer du auch bist, mein Freund, woher du auch kommst, welcher Religion du angehörst – du wirst vor Gott nur gerecht, du wirst von ihm nur angenommen wie Abraham, ohne irgendeine Vorbedingung.
So wie du bist, darfst du das Heil Gottes empfangen – heute, jetzt und auf der Stelle. Amen! Halleluja! That's it! That's it! Jetzt, heute, hier, sofort!
So wie du bist, schenke dein Vertrauen einfach Jesus und sage ihm: Du bist meine Gerechtigkeit und du bist gerettet. Halleluja, das ist Erlösung, das ist das Evangelium!
Die Bedeutung der Beschneidung als Zeichen der Gerechtigkeit
Aber die Juden fragten weiter: Warum wurde Abraham dennoch 14 Jahre später beschnitten? Er war doch schon beschnitten.
Die Antwort gibt Paulus in Vers 11: Abraham empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte. Die Beschneidung ist also kein Widerspruch zur Rechtfertigung aus Glauben, sondern eine Bestätigung, ein Siegel, eine Unterstreichung.
Die Beschneidung an sich hat keinen Heilswert, sondern ist nur ein Zeichen für die Wahrheit der Rechtfertigung aus Glauben. Die Tragik der Juden, der Juden nach dem Fleisch, war, dass sie das nie verstanden haben. Und auch weite Teile der Christenheit haben es, wie wir vorhin schon gesagt haben, nicht verstanden.
Sie wollen durch das Zeichen, durch das Symbol, gerettet werden, aber nicht durch den konkreten Weg, den Gott ihnen geboten hat, nämlich durch den einfachen, kindlichen Glauben an Jesus Christus.
Auch heute noch sind Millionen Menschen davon überzeugt, wenn sie getauft sind, meist als Baby, dann sind sie mit Gott in Ordnung. Dann seien sie wiedergeboren, obwohl der Glaube an Jesus in ihrem Leben so gut wie keine Rolle spielt. Aber sie sind getauft. Sie glauben an das Symbol, aber nicht an das Wesen der Sache – welch ein Irrtum!
Abraham hat zuerst geglaubt und war auf der Stelle gerecht vor Gott. Er war von neuem geboren und für immer gerettet. Erst vierzehn Jahre später wurde er beschnitten als Besiegelung, als Unterstreichung dieser seiner Errettung.
Die Taufe als Siegel der Rechtfertigung
Wir erinnern uns an die Taufe Jesu. Als er getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser. Und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.
Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“
Und genau das, liebe Gemeinde, geschieht mit jedem Täufling hier. Ihr fünf, ihr jungen Menschen, ihr lasst euch taufen – warum? Weil ihr geglaubt habt, dass Jesus genug für euch ist. Stimmt das? Ja, wir hören es gleich noch öffentlich.
Also, warum lasst ihr euch denn jetzt noch taufen? Dann ist doch alles in Ordnung. Ihr habt die Rechtfertigung aus Glauben empfangen, ihr seid tadellos vor Gott. Habt ihr das nicht gewusst? Ihr seid tadellose Menschen. Wehe, da beschuldigt euch einer! Christus ist hier, der euch gerecht gemacht hat.
Auf diesem Boden stehen diese Teenager. Aber warum lassen sie sich taufen? Warum ließ Abraham sich beschneiden? Weil die Taufe ein Siegel ist, wie die Beschneidung, eine Bestätigung Gottes.
Und wenn ihr ins Taufbecken geht, dann hört ihr die Stimme vom Himmel durch die Bibel zu euch sprechen: „Du bist mein geliebtes Kind, Max, du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen. Du bist gerecht geworden.“
Denn Gott sieht nicht dich, er sieht nicht deine guten Taten, deine Anständigkeit. Gott ist nicht beeindruckt davon, dass du dich jetzt so toll taufen lässt. Sondern er sieht Jesus in euch. Er sieht Christi Gerechtigkeit in euch, seine Tadellosigkeit in dir, die du mittels des Glaubens empfangen hast.
Die Taufe macht nicht selig, sondern in ihr bestätigt dir Gott, dass du ein Kind Gottes bist. Gott sagt: Ja, was du an deinem Herzen durch den Glauben erlebt hast, das bestätige ich, das besiegle ich in der Taufe.
Haben wir das verstanden? Na, aber das klingt ja leise. Ihr Lieben, das ist so wunderbar.
Die Liebe als Fundament der Rettung
Was Paulus in unserem Abschnitt so deutlich machen will, ist, dass Abraham zuallererst der rettende Glaube geschenkt wurde – und nicht das Zeichen davon.
Die Beziehung zu meiner Frau begann nicht mit dem Ehering, sondern mit unserer Liebe. Ich weiß nicht, wie es bei dir war. Es ist nicht der Ring, der unsere Ehe ausmacht, sondern unsere Liebe. Den Ring steckte ich ihr als Ergebnis unserer Liebe auf, als Zeichen und Siegel unserer Liebe.
Der Ring wird niemals unsere Ehe bewahren, sondern nur die bleibende Liebe durch Gott. Genauso rettet uns nicht die Beschneidung, die Taufe oder eine andere religiöse Zeremonie, sondern retten kann uns nur die Liebe, die wir durch Vertrauen in Jesus Christus empfangen.
Um diese Wahrheit noch weiter zu vertiefen, will ich langsam zum Ende kommen. Es ist ein so gewaltiges Thema: Wenn du damit anfängst, fesselt es dich. Du kannst nicht anders, als eine Pause zu machen und zu weinen. Das Evangelium, die Offenbarung von Gott, kommt dir entgegen. Du sagst: „Oh Herr!“ Das berührt dich, wirft dich auf die Knie und führt dich in die Anbetung.
Liebe Gemeinde, vergessen wir nie: Wir haben ein herrliches Evangelium, durch das wir gerettet werden.
Die Gerechtigkeit durch Glauben statt durch Gesetz
Um diese Wahrheit noch weiter zu vertiefen, erwähnt der Apostel Paulus in unserem Text auch das Gesetz, in Vers 13. Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass sie Erben der Welt sein sollten, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens.
Nach der Beschneidung spricht Paulus über das Gesetz. Die Juden waren der Meinung, dass zuerst das Gesetz des Mose eingehalten werden müsse, um gerettet zu werden. Doch auch hier zeigt Paulus am Beispiel Abrahams, dass zuerst der Glaube da war, bevor das Gesetz kam. Es heißt: „Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Zu dieser Zeit gab es das Gesetz noch gar nicht.
Das Gesetz wurde erst zu Mose am Berg Sinai gegeben. Zu Abrahams Zeit gab es noch keine zehn Gebote. Außerdem war Abraham ein heidnischer Götzenanbeter. Was wusste er von den Geboten Israels? Wie sollte er durch sie gerettet werden? Wie konnte Abraham durch das Gesetz gerettet werden, das, wie Paulus in Galater 3,17 beschreibt, erst 430 Jahre später von Gott in die Welt gegeben wurde?
Den Gesetzesweg gab es zu Moses Zeiten nicht, und eigentlich hat es ihn nie gegeben. Was zählt, ist, wer an den Sohn glaubt; der hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht haben, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Aufruf zur völligen Hingabe an den Glauben
Wie ist dein Weg zum Heil, zum Schluss, dein Weg zum Himmel?
Lass deine Religion los, deine Weltanschauung. Ja, ich sage es: Lass auch deine Kirche los. Ich meine nicht, dass du aus irgendeiner Kirche oder Gemeinde austreten sollst, aber lass sie innerlich los. Lass los deine Ikonen, deine frommen Utensilien.
Lass auch alle deine Mühe und Anstrengungen fahren, die dich vor Gott angenehm machen sollen. Du schaffst das nicht. Du gehst samt deinen guten Absichten auf ewig verloren.
Darum höre auf Paulus, der zum Schluss unseres Abschnitts schrieb: Abraham versank nicht in Zweifel. Abraham zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben. Er gab Gott die Ehre und war völlig überzeugt, dass Gott das, was er verheißen hatte, auch tun vermag. Darum wurde es ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Glaube heute auch du an die Verheißung, dich in Christus Jesus selig zu machen – ganz gleich, wer du bist, wo du wohnst oder was du kannst oder nicht kannst.
Kapitulieren heute morgen mit all deinen guten Absichten und deinen Mühen, religiös und moralisch gut zu sein, einfach nur auf Jesus, so wie Abraham es tat. Lass dich einfach fallen. Abraham sah nichts, er war uralt, seine Frau ebenso. Wie sollten sie einen Sohn bekommen? Ihre Leiber waren erstorben.
Und trotzdem glaubten sie: So zahlreich wie die Sterne wird das Volk der Glaubenden weltweit sein. Abraham glaubte. Und als er seinen Sohn sogar opfern sollte, vertraute Abraham. Er glaubte.
Vertrau auch du Gott. Der Vertrauensweg ist deine Hilfe: Jesus.
Abschluss: Die Rechtfertigung für alle Glaubenden durch Christus
Das letzte Zitat, Verse 23 bis Ende:
Denn nicht allein um seines Willen, also um Abrams Willen, steht geschrieben, dass es ihm angerechnet worden ist, sondern auch – oh, freue dich! – um unseretwillen, denen es angerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat. Ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt ist.
Es kann sein, dass du fragst: Nur Glauben? Wegert, einfach nur Glauben und nichts tun? Gar nichts, einfach Glauben, und alles bleibt beim Alten? Das denken viele Menschen. Was ändert sich denn, wenn ich einfach nur glaube?
Ich sage dir: Es ändert sich alles. Der lebendige Glaube ist eine Atombombe, eine Kraftbombe. Der Glaube ist ein Durchbruch, eine Explosivkraft. Deine Bemühungen, deine Werke haben keine Kraft, sie führen zu nichts – zur Verdammnis. Sie ändern dich nicht und machen dich nicht vor Gott gerecht.
Der Glaube tut es. Er verändert dich.
Der lebendige Glaube bringt uns eine so heiße Sehnsucht. Wenn du anfängst zu glauben, dann kommt Wärme in dein Leben, Liebe in dein Leben, eine Beziehung zu Jesus. Es entsteht eine große Sehnsucht in dir, aus diesem Glauben an ihn so zu werden, wie er ist.
Er ist die Erfüllung des Gesetzes, und dieser Glaube hat Kraft. Wer in Christus ist, der ist eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
Jetzt kommen erst die Gebote ins Spiel. Wenn der Glaube lebendig in deinem Leben ist, dann erfüllst du in Jesus Christus immer mehr das Gebot deines Herrn – aus Liebe, aber auch aus der inneren Kraft der Erlösung.
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Christus ist, sagt Johannes.
Also: Glaube und lebe im Vertrauen auf Jesus Christus. Und du bist frei zu einem neuen, veränderten Leben – in Jesu Namen.
Halleluja! Amen!