
Guten Morgen, ich begrüße alle herzlich zu diesem Bibelstudientag heute Morgen mit dem Thema Schafhan und seine Familie.
Alle hier haben ein Skript. Diejenigen, die über den Livestream zugeschaltet sind, können unterhalb des Bildes auf den Link klicken und das Skript downloaden. Es ist unbedingt notwendig, da wir heute ein sehr spezielles Thema behandeln.
Wie gesagt, es geht um Schafhan und seine Familie. Dieses Thema findet man nicht einfach an einer einzigen Stelle in der Bibel, sondern wir werden viel blättern müssen.
Die Geschichte Schafhans findet man schön kompakt in 2. Könige 22 und 2. Chronik 34, wie man auf dem Blatt sehen kann. Was seine Familie betrifft, so sehen wir auf dem Skript, dass er sich nicht nur auf Achikam, einen seiner Söhne, beschränkt. Ich habe verschiedene Bibelstellen zusammengesetzt und zusammengeführt.
Weiter gibt es einen Sohn namens Elassah, den findet man in Jeremia 29. Dann Gemarja in Jeremia 36. Jasanja findet man nur in Hesekiel, Hesekiel 8. Dort werden auch Enkel erwähnt: Michaja – in der deutschen Bibel steht Mikaja, aber auf Hebräisch sagt man Michaja – in Jeremia 36, sowie Gedalja in 2. Könige 25, Jeremia 39 und Jeremia 40 bis 42.
Wenn man alle Stellen zusammenführt, kann man ein Bild von dieser Familie ermitteln.
Die Geschichte Schafhans habe ich so auf dem Skript umschrieben, ich lese einfach vor:
Der Berufsschreiber Schafhan spielte eine bedeutende Rolle in der Erweckung unter König Josia. Er war in der Lage, die im Tempel wiederentdeckte Rolle des fünften Buchs Mose zu lesen, trotz der alten Schrift von Mose.
Die Wirkung war enorm. Ein großer Segen kam durch das Wort über das Königreich Juda.
Schafhan war ein treuer Mann Gottes. Dem ermutigenden Beispiel folgten drei seiner Söhne und zwei seiner Enkel, also nochmals die Söhne Achikam, Gemarja, Elassah, Gedalja und Michaja. Sein Sohn Jasanja ging leider ganz andere Wege.
Wir schlagen auf, 2. Chronik 34, wo die Erweckung unter König Josia beschrieben wird. Das war die letzte Erweckung, die es noch gab, wenige Jahre vor dem Untergang Jerusalems. Also sehr bald nach dem Tod von Josia ging es geistig wirklich steil bergab.
Um 606 v. Chr. kommt Nebukadnezar mit seiner Armee zum ersten Mal zur Belagerung Jerusalems. Es gibt eine Wegführung von einigen Juden. Es folgt eine zweite Belagerung im Jahr 597 v. Chr. und schließlich die dritte Belagerung, die zur völligen Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr 586 v. Chr. führte.
Es gab noch eine vierte, kleinere Wegführung, die nur in Jeremia 52 erwähnt wird, im Jahr 582 v. Chr. Dabei wurde das jüdische Volk nach Babylon deportiert. Das war die schreckliche Zeit der babylonischen Gefangenschaft, als alles am Boden zerschlagen wurde und das Königtum in Juda ein Ende nahm.
Vor dieser Katastrophe gab es jedoch noch ein Aufleben unter König Josia. Ich lese 2. Chronik 34, Vers 1: "Acht Jahre war Josia alt, als er König wurde, und er regierte einunddreißig Jahre in Jerusalem. Er tat, was recht war in den Augen des Herrn und wandelte auf den Wegen seines Vaters David und wich weder zu Rechten noch zu Linken ab."
Erstaunlich: Josia wurde als achtjähriger Junge König. Natürlich wurde er König, weil sein Vater gestorben war, und er war der Thronfolger aus der Linie Davids. Er wurde natürlich von Fürsten Judas beraten, aber wir sehen, wie er selbst initiativ wurde.
Ab Vers 3 lese ich weiter: "Und im achten Jahr seiner Regierung, als er noch ein Knabe war, sechzehn Jahre alt, fing er an, den Gott seines Vaters David zu suchen."
Es wird nicht gesagt, was der Grund war, aber mit sechzehn begann er, sich für den Gott der Bibel zu interessieren – hier ist der Gott seines Vaters David gemeint. Vater ist natürlich im Sinne von Vorfahr über viele Generationen gemeint. Im biblischen Hebräisch nennt man den Vater auch den Großvater, Urgroßvater oder Ururgroßvater.
Josia orientierte sich also an diesem wunderbaren Vorbild, König David, der ein Jahrhunderte vor ihm lebte. Ich lese weiter: "Und im zwölften Jahr fing er an, Juda und Jerusalem von den Höhen und den Ascherim und den geschnitzten und gegossenen Bildern zu reinigen. Man riss die Altäre der Baalim vor ihm nieder, und die Sonnensäulen, die darauf standen, hieb er um. Die Ascherim und die geschnitzten und gegossenen Bilder zerschlug und zermahlte er und streute die Überreste auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten. Die Gebeine der Priester verbrannte er auf ihren Altären."
"So reinigte er Juda und Jerusalem, und in den Städten von Manasse, Ephraim, Simeon und bis nach Naftali hin, in ihren Trümmern ringsum, riss er die Altäre nieder. Die Ascherim und die geschnitzten Wälder zertrümmerte und zermalmte er, und alle Sonnensäulen hieb er im ganzen Land Israel um. Dann kehrte er nach Jerusalem zurück."
Im zwölften Jahr seiner Regierung, das heißt, er war zwanzig Jahre alt, ging die Erweckung über ihn hinaus. Mit sechzehn war er selbst erweckt, aber mit zwanzig begann er, im ganzen Land Israel den Götzendienst aufzuräumen.
Und weiter in Vers acht und im achtzehnten Jahr seiner Regierung: Als er das Land und das Haus reinigte, sandte er Schaffan, den Sohn Azaljas, Masseja, den Obersten der Stadt, und Joach, den Sohn des Joachas, den Geschichtsschreiber, um das Haus des Herrn, seines Gottes, auszubessern.
Sie kamen zu Hilkia, dem Hohenpriester, und gaben das Geld, das in das Haus Gottes gebracht worden war. Dieses Geld hatten die Leviten, die Hüter der Schwelle, eingesammelt – von der Hand Manasses und Ephraims, vom ganzen Überrest Israels, von ganz Juda und Benjamin sowie von den Bewohnern Jerusalems.
Sie gaben es in die Hand derer, die das Werk betrieben und am Haus des Herrn bestellt waren. Diese, die im Haus des Herrn arbeiteten, gaben es aus, um das Haus herzustellen und auszubessern. Sie bezahlten damit die Zimmerleute und Bauleute, um gehauene Steine und Holz für die Bindebalken zu kaufen. Außerdem wurden die Häuser mit Balken versehen, die die Könige von Juda verfallen hatten lassen.
Die Männer handelten treu an dem Werk. Über sie waren Jachat und Obadja bestellt, die Leviten von den Söhnen Miraris, sowie Seccaria und Meschulam von den Söhnen der Kehatiter, um die Aufsicht zu führen. Die Leviten, alle, die sich auf Musikinstrumente verstanden, waren sowohl über die Lastträger gesetzt als auch Aufseher über alle, die in jeder Art von Werk und Dienst arbeiteten.
Andere von den Leviten waren Schreiber, Vorsteher und Torhüter.
Im achtzehnten Jahr, das heißt, Josia war sechsundzwanzig Jahre alt, wurde es ihm ein wichtiges Anliegen, dass der Tempel Salomos, der durch die Treulosigkeit und Interessenlosigkeit früherer Könige zerfallen war, renoviert wird.
Hier wird zum ersten Mal Schaffan erwähnt, und zwar in Vers 8. Ich wiederhole: „Und im achtzehnten Jahr seiner Regierung, als er das Land und das Haus reinigte, sandte er Schaffan, den Sohn Azaljas.“ Mit welcher Aufgabe? Am Ende des Verses heißt es: „Um das Haus des Herrn, seines Gottes, auszubessern.“
Schaffan spielte also eine Rolle bei der Wiederherstellung des salomonischen Tempels. Dies können wir sehr schön auf das Neue Testament übertragen. Heute, in der Zeit der Gnade, geht es nicht mehr um den Tempel in Jerusalem. Es gibt keinen Tempel in Jerusalem mehr seit dem Jahr siebzig nach Christus.
Seit dem ersten Jahrhundert bis heute leben wir in der Zeit der Gemeinde, der Zeit der Gnade. 1. Korinther 3 sagt, dass die Gemeinde der Tempel Gottes ist. Wir schlagen auf: 1. Korinther 3, Vers 16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid ihr.“
Hier wird klargestellt, dass die Erlösten der heutigen Zeit zusammen Gottes Tempel darstellen und dass der Geist Gottes in der Gemeinde hier auf der Erde seit Pfingsten, Apostelgeschichte 2, wohnt.
In Vers siebzehn haben wir gelesen, dass der Tempel Gottes zerfallen kann, dass man ihn verderben kann. Das haben die Vorfahren Josias tatsächlich in ihrer Treulosigkeit gegenüber dem Herrn getan. Dies ist sehr ernst, denn hier wird das Gericht angekündigt: Wer den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben.
Schaffan war einer von denen, die genau das Gegenteil taten. Sie halfen mit, dass der Tempel Gottes wiederhergestellt wurde und seinen Glanz zurückbekam.
So können wir Schaffan vergleichen mit jemandem in der heutigen Zeit, dem die Gemeinde ein Anliegen ist. Es geht darum, dass das, was nicht mehr in Ordnung ist, repariert wird, damit die Gemeinde wieder das Zeugnis ausstrahlen kann, wie sie es ganz am Anfang getan hat.
Nun habe ich hier im Skript einiges zusammengestellt. Schaffan war der Sohn von Azaria, wie wir gelesen haben. In 2. Könige 22, der Parallelstelle zur Geschichte von Josia, wird ebenfalls Schaffan erwähnt. Dort erfahren wir auch, dass sein Vater Meschulam hieß. Somit haben wir hier mehrere Generationen: Meschulam, Azarja und Schaffan.
Auf dem Skript steht weiterhin, dass Schaffan der Vater von Achikam, Elassar, Gemarja und Jasania war. Außerdem war er der Großvater von Michaja ben Gemarja, also war Gemarja der Vater von Michaja. Ebenso war er der Großvater von Gedadja ben Achikam – „ben“ bedeutet „Sohn von“, also Sohn von Achikam.
Über die Vorfahren von Schaffan wissen wir nicht viel, doch die Namen drücken den Glauben aus, der in der Familie wirkte. Azarja bedeutet „Der Herr sammelt Schätze“. Das passt gut zum Salomonischen Tempel, der ja auch der Ort war, an dem die Schätze des Tempels aufbewahrt wurden. Dazu gehörten die Tempelgeräte selbst: die Bundeslade, der goldene Räucheraltar, der goldene Schaubrotisch, die goldene Menorah und viele weitere Geräte. Auch Silber und Gold wurden dort aufbewahrt.
Wir haben gesehen, dass Schaffan ein neues Interesse am Haus Gottes hatte, das mit diesen Schätzen verbunden war. All diese Schätze weisen auf Jesus Christus hin, wie das Neue Testament deutlich macht. Gold steht für die göttliche Herrlichkeit. Ein Beispiel: Der älteste Freund Hiobs hieß Eliphas (Hiob 4,1). Eliphas bedeutet „Mein Gott ist Feingold“.
Silber steht für die Erlösung. Das hebräische Wort „Kessef“ für Silber ist dasselbe Wort, das auch für Geld verwendet wird – ähnlich wie im Französischen „argent“, das sowohl Silber als auch Geld bedeutet. Silber symbolisiert also besonders den Kaufpreis, die Erlösung.
Azaria bedeutet „Der Herr sammelt Schätze“. Und so sind auch die Gläubigen der Gemeinde, die heute den Tempel Gottes bilden. Von ihnen heißt es in Epheser 1,3: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern.“ Der Reichtum dieser Segnungen wird weiter ausgeführt. Man hat den Eindruck, Paulus kann kaum aufhören, von diesen Schätzen zu sprechen. Von Epheser 1,3 bis 14 ist im Griechischen ein einziger Satz, der längste Satz der Bibel. Man spürt, wie der Apostel regelrecht überfließt, wenn er über diese geistlichen Schätze spricht.
Der Großvater von Schaffan hieß Meschulam. Meschulam bedeutet „bezahlt“. Das hebräische Wort „Schalem“ heißt „bezahlen“. Wenn man in Jerusalem ein Restaurant besucht, fragt man am Ende oft: „Kann ich bezahlen?“ Manche sagen „Ich möchte gern bezahlen“, andere sagen „Ich möchte nicht, aber ich muss.“ Auf Hebräisch sagt man: „Hani Jacholle Schalem?“ „Shalem“ bedeutet „bezahlen“ und „Meschulam“ heißt „bezahlt“.
Das erinnert uns an das Wort des Erlösers in Johannes 19,30. Jesus sagt am Kreuz: „Es ist vollbracht“ – griechisch „Tetelestai“. Das kann man im Hebräischen mit „Meschulam“ übersetzen: „Alles bezahlt.“
So wunderbar ist es, welche Glaubensschätze bei den Vorfahren schon vorhanden waren. Nun werden wir sehen, was alles bei Schaffan selbst zu finden ist.
Am Skript habe ich zum Namen Schaffhan aufgeführt, dass dies das normale Wort für Klippendachs ist, ein Tier. Schaffhan heißt wörtlich „Verstecker“.
Die Wurzel Schafan findet man heute zum Beispiel in der israelischen Armee, wenn man von Lehischtafen spricht, was „sich verstecken“ bedeutet. Dabei steckt die Wurzel Schafan drin, also „sich verstecken“.
Als Soldat gibt es gefährliche Situationen, besonders im Häuserkampf in Gaza. Das ist das Schrecklichste, was es gibt: Häuserkampf. Dort muss man sich ständig gut schützen, daher Le Histafen.
Chaffan heißt Klippendachs und wörtlich „Verstecker“. Warum heißt dieses Tier so? Schlagen wir mal auf in Sprüche 30. Dort spricht Agur Benyake über die vier Kleinen der Erde.
Sprüche 30,24: Vier sind die Kleinen der Erde, und doch sind sie mit Weisheit wohl versehen: die Ameisen, ein nicht starkes Volk, und doch bereiten sie im Sommer ihre Speise; die Klippendachse, das ist das Wort Schaffan, Schfanim in der Mehrzahl, Klippendachse, ein nicht kräftiges Volk, und doch setzen sie ihr Haus auf den Felsen – ich würde hier übersetzen mit „in den Felsen“. Be ist eigentlich das typische Wort, nicht „auf dem Felsen“, sondern „be“ im Felsen.
Die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen. Die Eidechse kannst du mit Händen fangen, und doch ist sie in den Palästen der Könige.
Also, hier wird der Schaffhan, der Klippdachs, unter den vier Kleinen der Erde aufgeführt, aber mit Weisheit wohl versehen. Alle diese vier Tiere, die hier erwähnt werden, sind ein wunderbares Bild der Gemeinde heute.
Ich erkläre ganz kurz: Die Ameisen sind ein nicht starkes Volk. Eine Ameise zu zerdrücken ist keine Heldentat. Ein nicht starkes Volk, und doch bereiten sie im Sommer ihre Speise. Allerdings muss ich sagen, dass manche Biologen über diese Stelle gelacht haben und meinten, das stimme nicht. Ameisen richten keine Wintervorräte ein, das sei Schnee von gestern. Es gibt ja so viele Ameisenarten, unglaublich! Wer das überschauen kann, ist ein Genie.
Man muss aber an Messor Semirufus denken, die typische Ameisenart in Israel. Sie machen Löcher in den Boden, und wenn man dann gräbt, gibt es tatsächlich eine spezielle Kammer für Wintervorräte. So ist es wichtig für Gläubige, nicht zu denken, wenn man eine Predigt hört: „Ach, was predigt ihr? Ich kann keinen Bezug dazu für Montag oder Dienstag herstellen. Irgendwie hat das keinen Bezug zu meiner Situation jetzt.“
Okay, vielleicht jetzt nicht, aber oft muss in Predigten vorbereitet werden, was einen plötzlich in zwei Jahren ganz direkt betrifft. Dann steht man ratlos da und fragt: Was sagt die Bibel zu diesem Thema? So muss man Vorräte ansammeln für schwierige, kalte Zeiten, die im Moment noch nicht da sind, im Sommer. Die Ameisen sind intelligent und machen das.
Dann haben wir die Heuschrecken. Sie haben keinen König, und doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen. Heuschrecken entwickeln sich nicht jedes Jahr zu riesigen Schwärmen, aber plötzlich geschieht etwas im Gehirn der Heuschrecken. Dann können sie nur noch denken: vermehren, vermehren, vermehren.
Heuschreckenschwärme in Afrika und im Nahen Osten kommen meist von Ostafrika über die Sinai-Halbinsel nach Israel. Sie fressen alles ab, vermehren sich und fressen weiter. Wenn man diese riesigen Schwärme betrachtet, Millionen von Exemplaren, muss man sich fragen: Wer ist der Chef? Es gibt keinen. Trotzdem ziehen sie alle geordnet aus.
Das ist ähnlich wie in einer biblischen Gemeinde. Ein Besucher, zum Beispiel ein Ungläubiger, kommt zum ersten Mal herein. Wie es in 1. Korinther 14 gesagt wird: Wenn Ungläubige oder Unkundige zu euch kommen und ihr sprecht alle in fremden Sprachen, dann denken sie, ihr seid verrückt.
Wenn jemand zum Beispiel Elamitisch spricht, fragt der Besucher: „Was sagt der? Keine Ahnung!“ Aber der spricht in Sprachen, keiner versteht das, und ihr findet das toll. Ihr seid ein bisschen verrückt. Deshalb erklärt der Apostel Paulus in 1. Korinther 14, dass das so nicht geht.
Wenn jemand in einer Fremdsprache spricht, muss das für die anderen übersetzt werden. Paulus erklärt weiter: Wenn jemand zur Erbauung spricht – Weissagung ist Reden zur Erbauung, Ermahnung und Tröstung (1. Korinther 14,3) – dann ist das sogar für Ungläubige eine große Sache. Das Verborgene in ihrem Herzen wird offenbar, und sie merken: Gott spricht hier.
Was ich sagen will: Da kommt einer rein, und ein Bruder sagt etwas Kurzes. Man denkt: Das ist sicher der Pfarrer. Dann steht ein anderer Bruder auf und betet, man denkt: Ah, vielleicht ist das der Pfarrer. Danach hält ein Bruder eine Predigt, und man denkt: Ah, das ist der Pfarrer! Wer hat hier die Führung? Der Heilige Geist, aber der ist nicht sichtbar.
Es ist genau wie bei den Heuschrecken: Sie ziehen aus in geordneten Scharen, aber man sieht keinen König.
Weiter haben wir die Eidechsen. Hier müsste man besser mit Gecko übersetzen. Es ist also nicht die Eidechse gemeint, sondern der Gecko. Der Gecko ist ein Tier, das man in Häusern findet. In Ländern, wo es Geckos gibt, habe ich noch nie erlebt, dass die Leute Freude daran hatten, wenn ein Gecko an der Decke hängt.
Sie haben ein unglaubliches Klebesystem an den Fingern, Strukturen im Nanobereich, die es ihnen ermöglichen, sich überall festzuhalten. Ich habe in Thailand gelernt, wie man sie runterholt, das zeigten mir kleine Jungs. Aber es sind keine Helden, wenn sie die Geckos fangen. Man nimmt einen Putzlappen, und der Gecko fällt runter. Die Nanotechnologie ist dann überfordert, und man hat den Gecko.
Hier wird gesagt: Den Gecko kannst du mit Händen fangen, und doch ist er in den Palästen der Könige. Die Geckos machen keinen Unterschied, sie gehen auch in die Paläste, in die Toilette, ins Wohnzimmer, überall sind sie zu finden.
Es ist auch so, dass Christen verfolgt werden, besonders in vielen islamischen Ländern und dort, wo Kommunismus herrscht. Christenverfolgung ist keine Heldentat. Aber wenn man überlegt, wer diese Christen sind: Aus Offenbarung 1,5 lernen wir, dass sie ein Königtum sind. Offenbarung 4 und 5 zeigt, dass sie Könige sind. Sie haben königliche Majestät. Diese üben sie heute noch nicht aus, aber sie haben diese königliche Würde.
So passt das wunderbar zum Gecko: Den Gecko kannst du mit Händen fangen, und doch ist er in den Palästen der Könige.
Jetzt habe ich zu allem etwas gesagt, etwas Kurzes zu diesen Kleinen der Erde. Wir sind nicht die Mächtigen. Die Großen dieser Erde sind Mr. Biden, Herr Putin und andere. Aber die Gläubigen der Gemeinde sind die Kleinen der Erde, aber mit Weisheit wohl versehen.
In 1. Korinther 1,30 wird gesagt, dass Christus unsere Weisheit ist.
Und nun zum Klippendachs: Ein nicht kräftiges Volk, und doch setzen sie ihr Haus in den Felsen.
Es ist so, dass der Fels in der Bibel ein Bild für Christus ist. 1. Korinther 10,4 spricht über den Felsen in der Wüste, und dieser Fels war Christus.
In 3. Mose 11, wie auf dem Skript angegeben, wird erklärt, dass der Schafhan nicht koscher ist und in Israel nicht gegessen werden durfte. Der Grund dafür ist, dass er kein Spalthufer ist. Säugetiere, die koscher sind, müssen Spalthufer haben, wie Kühe, Schafe und Ziegen. Außerdem müssen sie wiederkäuen. Wiederkäuen tut der Schafhan, der Klippendachs, aber er hat keine gespaltenen Hufe. Deshalb wird er als unrein erklärt.
Nun, Schafhan, dieser Mann Gottes, war nicht von Babyalter an ein Mann Gottes oder ein junger Gottes. Auch er musste sich bekehren. Das ist bei allen Männern und Frauen Gottes in der Bibel so: Sie mussten sich alle bekehren und feststellen, dass sie vor Gott unrein sind. Mit ihrer Schuld können sie vor Gott nicht bestehen.
Wie es heißt von dem Schafhan: Er ist unrein, so lautet das Urteil in 3. Mose 11. Aber durch die Bekehrung, wenn man seine persönliche Schuld Gott bekennt, sie bereut und das Opfer des Herrn Jesus im Glauben in Anspruch nimmt, erfährt man völlige Vergebung. So nimmt man Zuflucht im Felsen, wie die Klippendachse.
Wichtig ist auch: Der Klippendachs ist kein Einzelgänger. Er lebt in kleinen Kolonien von etwa fünfzig Exemplaren, das ist ganz typisch. Man kann sie in Israel besonders schön in Ein Gedi beobachten, einer Oase mitten in der jüdischen Wüste am Toten Meer.
Dort sieht man sie oft liegen, und manchmal hat man den Eindruck, sie seien ein bisschen faul, weil sie in der Sonne liegen. Doch das ist keine Faulheit. Die Klippendachse können ihre Körpertemperatur nachts herunterfahren. Das ist aus ökologischen Gründen hilfreich, denn so sparen sie Energie. Am Tag müssen sie dann in der Sonne wieder Energie tanken, deshalb liegen sie dort.
Wenn Gefahr droht, geben sie einen Pfiff oder ein Warnzeichen von sich und fliehen in den Felsen. Dabei warnen sie auch die anderen Exemplare: Da ist Gefahr! Wenn man sie sieht, wie sie in den Felsen fliehen, erinnert das an die Sicherheit in Christus vor Gefahr.
Es gibt solche, die auf der Wache sind. So braucht es auch in den Gemeinden Brüder, die die Gefahren sehen. Ich glaube, ich habe einmal gehört, dass meine Mutter zu einem Bruder kam und sagte: „Mein Kind muss in der Schule Yogaübungen machen.“ Der Bruder fragte: „Was ist das?“ Und sagte dann: „Das geht natürlich nicht.“ Man muss über die Gefahren der heutigen Zeit Bescheid wissen, um jüngere Mütter in der Gemeinde beraten zu können. Wie soll man in solchen Fällen umgehen, wenn zum Beispiel Mandala gemalt wird oder Ähnliches?
Es braucht also diese Tiere, die scheinbar einfach nur da liegen, aber in Wirklichkeit auf der Wache sind und das Volk Gottes schützen.
Noch etwas Besonderes zum Klippendachs: Zwar haben sie keine gespaltenen Hufe, aber die Anatomie ihrer Füße entspricht der der Elefanten. Biologisch sind die Klippendachse mit den Elefanten verwandt. Das sieht man auch an den Zähnen, den Molaren, die in ihrem Aufbau den Molaren der Elefanten ähneln.
Für Evolutionisten ist das ein Problem, denn diese Tiere sehen aus wie unsere Murmeltiere in den Alpen und sollen mit Elefanten verwandt sein. Im Zoo in Zürich hat man daraus den Schluss gezogen, die Klippendachse neben dem Elefantenhaus zu halten. Das ist wirklich so.
So sieht man, wie absurd die ganze Sache mit der Evolution ist. Der Schöpfer hat die Tiere mit Verwandtschaftsmerkmalen geschaffen, aber es ist nicht so, dass das eine vom anderen abstammt. Genauso wie ein Porsche nicht von einem Opel abstammt, obwohl viele gemeinsame Merkmale vorhanden sind. Die Ähnlichkeiten sind erklärbar durch einen Grundbauplan von Ingenieuren. So ist es auch in der Schöpfung.
Der Klippendachs ist verwandt mit dem Elefanten, aber er hat noch eine besondere Eigenschaft: Die Fläche seiner Sohle kann er einziehen. Dadurch entsteht ein Vakuum, mit dem er steile Felswände erklimmen kann, weil er am Felsen „klebt“. Fantastisch!
Das ist ganz ähnlich wie in der Küche, wo es Henkel gibt, um Küchentüren anzubringen, die aber oft herunterfallen. Bei den Klippendachsen ist das nicht so – sie kleben wirklich. Das illustriert wunderbar, wie König David in Psalm 63,10 sagt: „Meine Seele hängt dir nach, klebt am Felsen.“ So sind wir herzensverbunden mit dem Herrn Jesus, dem Felsen, der uns Sicherheit und Schutz gibt.
Daran können wir denken, wenn wir den Schafhan vor uns haben.
Dieser Berufsschreiber wurde von dem jungen Mann Josia eingesetzt, damit er über die Finanzen wachen konnte. Dies geschah im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des salomonischen Tempels. Es brauchte treue Leute, die mit den Finanzen umgehen konnten. Darum war der Berufsschreiber ein idealer Mann, der alles notieren konnte, was vorhanden war und was eingesetzt wurde. So hatte er einen wichtigen Dienst im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des Hauses Gottes.
Nun gehen wir weiter in 2. Chronik 34,14. Als sie das Geld herausnahmen, das in das Haus des Herrn gebracht worden war, fand der Priester Hilkia das Buch des Gesetzes des Herrn, das Mose gegeben hatte. Hilkia hob an und sprach zu Schafhan, dem Schreiber: „Ich habe das Buch des Gesetzes im Haus des Herrn gefunden.“ Daraufhin gab Hilkia Schafhan das Buch.
Schafhan brachte das Buch zum König und berichtete ihm außerdem: „Alles, was der Hand deiner Knechte übergeben worden ist, wird getan. Sie haben das Geld, das sich im Haus des Herrn befand, ausgeschüttet und in die Hände derjenigen gegeben, die zur Aufsicht bestellt sind, sowie in die Hände derer, die das Werk betreiben.“
Schafhan, der Schreiber, berichtete dem König weiter und sagte: „Der Priester Hilkia hat mir ein Buch gegeben.“ Schafhan las darin vor dem König vor. Als der König die Worte des Gesetzes hörte, zerriss er seine Kleider.
Der König gebot daraufhin Hilkia, Achikam, dem Sohn Schafhans, Abdon, dem Sohn Michas, Schafan, dem Schreiber, und Assaia, dem Knecht des Königs: „Geht hin und befragt den Herrn für mich und für die Übriggebliebenen in Israel und in Juda wegen der Worte des aufgefundenen Buches. Denn groß ist der Grimm des Herrn, der sich über uns ergossen hat, weil unsere Väter das Wort des Herrn nicht gehalten haben, um nach allem zu tun, was in diesem Buch geschrieben steht.“
Da gingen Hilkia und diejenigen, die der König gesandt hatte, zur Prophetin Hulda, der Frau Schalums, des Sohnes Tochats, des Sohnes Hasras, des Hüters der Kleider. Sie wohnte in Jerusalem im zweiten Stadtteil. Sie sprachen auf diese Weise zu ihr.
Nun, im Zusammenhang mit der Renovation des Salomontempels geschah eine Sensation: Der Hohepriester fand die Rolle des fünften Buchs Mose – und zwar das Original.
Wir können kurz aufschlagen: 5. Mose 31. Mose hielt am Ende der vierzigjährigen Wüstenwanderung eine Abschiedsrede in den Gefilden von Moab. Das ist, wenn man unten in der Tiefebene bei Jericho steht und nach Osten über den Jordan schaut, ganz nahe bei der Mündung zum Toten Meer. Nach Osten sieht man Jordanien, das Gebirge dort und am Fuß des Gebirges, immer noch auf der anderen Seite des Jordans, waren die Gefilde von Moab.
Dort wurde die Stiftshütte zum letzten Mal aufgestellt, außerhalb des Landes. Dort hielt Mose seine acht Abschiedsreden, die alle im fünften Buch Mose zusammengefasst sind. Er bereitete das Volk auf die Inbesitznahme des Landes unter Josua vor und erklärte, wie das ganze Gesetz – die ersten vier Bücher Mose – auf die neue Situation im Land angewendet werden soll.
In 5. Mose 31,24 lesen wir: „Und es geschah, als Mose vollendet hatte, die Worte dieses Gesetzes in ein Buch zu schreiben, bis zu ihrem Schluss, da gebot Mose den Leviten, die die Lade des Bundes des Herrn trugen, und sprach: Nehmt dieses Buch des Gesetzes und legt es zur Seite der Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, dass es dort zum Zeugen gegen dich sei.“
Die Rolle wurde also in der Stiftshütte und später im Tempel in Jerusalem neben die Bundeslade gelegt, im Allerheiligsten. In 1. Könige 8 wird erwähnt, dass König Salomo im Allerheiligsten einen Platz bereitet hat, um dort die Bundeslade hinzusetzen.
Diesen Ort kann man heute noch sehen: Der Fels auf dem Tempelberg, um den herum der Felsendom, dieser muslimische Schrein, gebaut ist. Dieser Fels ist der höchste Punkt des Berges. Auf diesem Felsen hatte Salomo das Allerheiligste gebaut. Man kann übrigens noch die Spuren der Südmauer erkennen, die auf dem Felsen gebaut war.
Die Abflachung des Felsens dort misst genau eine Mauerbreite von drei Metern fünfzehn, das sind sechs Königsellen, wie in 1. Könige beschrieben. Die Mauern des Allerhöchsten waren sechs Ellen hoch. Die West- und die Nordmauer wurden entlang der natürlichen Kante des Felsens gebaut.
Wenn man den Felsen auf einem Blatt zeichnet und die drei Mauernabschnitte einzeichnet, sieht man, dass von Mauer zu Mauer genau zwanzig Königsellen von 52,5 cm sind. So entsteht das Quadrat des Allerheiligsten. Im Zentrum, schön parallel zu den Mauerverläufen, findet man eine Vertiefung von 100 x 131 cm.
Diese Vertiefung entspricht genau der in 1. Könige 8 erwähnten Vertiefung, die Salomo für die Bundeslade gemacht hat. In 2. Mose 25 wird gesagt, dass die Bundeslade eine Länge von zweieinhalb Königsellen hatte, nicht Handlängen, sondern genau 52,5 cm. Das ergibt 131 Zentimeter, genau wie die Vertiefung.
Die Breite der Bundeslade beträgt eineinhalb Ellen, das sind 79 Zentimeter. Nun haben wir ein Problem: Die Vertiefung ist 100 Zentimeter breit. Doch tatsächlich haben wir kein Problem, denn neben der Bundeslade musste die Rolle des fünften Buches Mose Platz finden. Diese Rolle misst etwa 21 Zentimeter.
Allerdings ließen die gottlosen Könige von Juda den Tempel verfallen, und es wurde Unwesen getrieben. Deshalb war die Rolle des fünften Buches Mose nicht mehr da, wo sie sein sollte. Bei der Renovation fand Hilkia, der Priester, das Original.
Schafan, der Schreiber, nahm die Rolle und ging zum König, um daraus vorzulesen. Das war natürlich ein Meisterwerk. Warum? Mose hatte Hebräisch geschrieben, wie es um 1600 vor Christus üblich war. Diese Buchstabenschrift nennt man in der Wissenschaft protokanaanäische Schrift.
Früher glaubte man, die Kanaaniter seien die Erfinder dieser Schrift gewesen. Das ist heute überholt, aber der Name protokanaanäische Schrift wird noch verwendet. Heute weiß man durch Funde in Ägypten und Serabit el-Chadim im Sinai, dass diese Schrift bis auf die Zeit von Joseph zurückgeht.
Die ältesten Inschriften wurden in Ägypten gefunden, aus der Zeit um 1840 v. Chr. Das entspricht gemäß der strikten Chronologie der Bibel der Zeit von Joseph. Dort entstand die Buchstabenschrift zum ersten Mal in der Weltgeschichte – eine Sensation.
Das war genau die Zeit, als die Großfamilie von Jakob, die sich später zum Volk Israel entwickelte, in Ägypten lebte. Zur Zeit des Auszugs aus Ägypten war diese Schrift also bereits vorhanden. Man könnte sie auch „urhebräische Schrift“ nennen, was weniger wissenschaftlich klingt, aber richtiger ist.
Das ist etwas Grandioses. Die Ägypter konnten zwar schon lange vor Mose schreiben, aber ihre Schrift ist sehr kompliziert. Man muss etwa sechshundert Hieroglyphen kennen, um Texte lesen und verstehen zu können. Die Schrift ist komplex aufgebaut: Es gibt Zeichen für ganze Wörter, für Silben und für einzelne Laute.
Zum Beispiel besteht der Name Josef aus zwei Silben: Jo und Sef. In den Texten sind diese drei Typen gemischt. Man muss also wissen, dass dieses Zeichen ein ganzes Wort ist, das ein anderes eine Silbe und das nächste ein Buchstabe.
Die alten Ägypter hätten also eigentlich schon mit einer Buchstabenschrift schreiben können. Das Schreiben wäre dann viel einfacher gewesen. Aber sie haben das nicht gemacht, wahrscheinlich bewusst nicht – aus der Perspektive hochmütiger ägyptischer Götzenpriester – damit das einfache Volk ihre Texte nicht lesen kann, sondern nur die eingeweihte Elite.
Nun entstand in Ägypten eine Buchstabenschrift mit nur 22 Zeichen, mit der man alles schreiben kann. Das ist fantastisch. Deshalb ist Schreiben mit Buchstaben so einfach. Manche glauben, ihr Kind müsse ein Genie sein, wenn es schon vor dem Kindergarten schreiben kann.
So fragte ein kleines Kind seine große Schwester: „Wie schreibt man M?“ Und dann den großen Bruder: „Wie schreibt man R?“ Und dieser kleine Junge schrieb der Großmutter bereits eine Postkarte. Die Eltern dachten, es sei ein Genie. Es ist aber kein Genie, sondern Schreiben ist einfach.
Buchstabenschrift ist so leicht, dass kleine Kinder sie schnell lernen können. Nicht alle gleich schnell, aber sie können es. Diese Erfindung nutzte Mose, um die ersten Bücher der Bibel zu schreiben: die fünf Bücher Mose, den Psalm 90 und auch das Buch Hiob, das er dem Volk Israel übergab.
Das war der Anfang der Bibel. Danach folgte Josua mit dem Buch Josua, der Prophet Samuel mit den Büchern der Richter und Ruth, und so wuchs die Bibel. Von Anfang an war die Methode Programm: Die Bibel sollte so aufgeschrieben werden, dass möglichst alle Menschen Zugang dazu haben, nicht nur eine Elite.
Die Schrift hat sich im Laufe der Zeit ständig verändert. Für verschiedene Jahrhunderte wissen wir genau, wie das Hebräisch aussah – im 10., 9., 8. und 7. Jahrhundert. So können wir anhand der Schriftzeichen grob bestimmen, aus welcher Zeit eine Inschrift stammt.
Zur Zeit Josias schrieb man Hebräisch völlig anders als zur Zeit Moses. Das heißt, als Hilkia dieses Original fand, war es fast tausend Jahre alt. Er konnte es garantiert nicht lesen. Er gab es Schafan, dem Berufsschreiber, einem Spezialisten für hebräische Sprache und Schrift.
Schafan konnte es lesen – grandios! Übrigens sind die Buchstaben tatsächlich aus ägyptischen Hieroglyphen hergeleitet, aber ganz anders verwendet. Zum Beispiel gibt es die Hieroglyphe eines Hauses: ein Rechteck mit einer Öffnung. Auf Hebräisch heißt Haus „bayit“ oder „bet“.
Dieses Zeichen wurde zum Buchstaben B. Ein weiteres Beispiel ist das Auge. In der ägyptischen Schrift bedeutet es etwas anderes, aber in der urhebräischen Schrift steht das Auge für den Buchstaben „Ain“. Diesen Laut gibt es im Deutschen nicht, im Arabischen schon.
In der Grammatik lernt man, dass „Ain“ mit Muskeln ausgesprochen wird, die man im Deutschen nur beim Erbrechen benutzt. Man kann das zuhause üben, aber nicht hier. So wurde das Auge zum Zeichen für „Ain“ und so weiter.
Es waren also Bildzeichen, hergeleitet aus dem Ägyptischen, aber mit einem völlig anderen System. Immer ist der Anfangslaut dessen, was das Bild darstellt, der Buchstabe. Schafan konnte das lesen.
Das war nicht nur ein Kunststück. Wir schlagen wieder auf 2. Chronik 34 auf, wo von dem gottesfürchtigen Josia berichtet wird, der mit sechzehn Jahren plötzlich begann, Gott zu suchen und sich an seinem Vorfahren König David orientierte.
Als 26-Jähriger war er so betroffen, dass wir in 2. Chronik 34,18 lesen: „Und Schafan, der Schreiber, berichtete dem König und sprach: Der Priester Hilkia hat mir ein Buch gegeben. Und Schafan las darin vor dem König. Und es geschah, als der König die Worte des Gesetzes hörte, da zerriss er seine Kleider.“
Josia war so betroffen und entsetzt. In dem, was Schafan vorgelesen hatte, war auch 5. Mose 28 enthalten. Dieses Kapitel spricht über die Flüche Gottes, die über Israel kommen, wenn sie das Wort Gottes nicht ernst nehmen, nicht umsetzen und nicht gehorchen.
Es ist sehr schrecklich. 5. Mose 28 kündigt an, dass Israel das Land verlieren wird. Damals war Josia König im Land, aber er wusste, dass das, was dort stand, bedeutet, dass sie in der Folge ihr Land verlieren würden.
In 5. Mose 28,36 heißt es: „Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Nation führen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter. Und du wirst dort anderen Göttern dienen, Holz und Stein. Und du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zum Gespött unter allen Völkern, wohin der Herr dich wegtreiben wird.“
Das war eine schreckliche Ankündigung: „Dich und deinen König“ – Josia war der König – weggeführt aus dem Land in ein anderes Land. Das kündigte die babylonische Gefangenschaft an, die wenige Jahre nach Josia Realität wurde.
Die Juden wurden deportiert nach Babylon – mit ihrem König, aber nicht mit Josia, sondern mit seinen gottlosen Nachfolgern. Josia war entsetzt. Sie waren dem Herrn ungehorsam geworden und hatten das Gericht verdient.
Um seine Entrüstung und sein Erschrecken auszudrücken, zerriss er seine Kleider. Er wollte weiter wissen, wie Gott konkret über die Situation dachte. Deshalb schickte er eine Delegation von Männern zur Prophetin Hulda.
Das lesen wir in 2. Chronik 34,20-22. Das war übrigens die Zeit Jeremias. Warum sandte Josia nicht zu Jeremia? Jeremia wohnte in Anatot, im Stammesgebiet Benjamin, nördlich von Jerusalem.
Hulda wohnte ganz in der Nähe, auf dem Südabhang des Tempelbergs. Dort hatte Schafan vorgelesen. Man musste in den zweiten Stadtteil von Jerusalem gehen, denn die Stadt hatte sich vom Tempelberg aus, von der Davidstadt aus, nach Westen erweitert.
Im zweiten Stadtteil wohnte die Prophetin Hulda. Josia wollte sofort Antwort haben, also nicht lange warten, bis man nach Benjamin zu Jeremia ging, sondern ging zur Prophetin Hulda nach Hause.
Wir lesen nie, dass Hulda wie Jeremia auf dem Tempelplatz vor der großen Volksmenge aufgetreten wäre. Sie tat ihren Dienst treu, und wir werden sehen, mit welcher Klarheit und Bestimmtheit.
Josia wollte Klarheit und schickte treue Leute, unter anderem Schafan, den Schreiber, um zu erfahren, was Gott zu sagen hat. In 2. Chronik 34,23 lesen wir: „Und sie sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Sagt dem Mann, der euch zu mir gesandt hat: So spricht der Herr: Siehe, ich will Unglück bringen über diesen Ort und über seine Bewohner.“
„Alle Flüche, die in dem Buch geschrieben sind“ – 5. Mose 28, das vor dem König von Juda gelesen wurde – „weil sie mich verlassen und anderen Göttern geräuchert haben, um mich zu reizen mit allen Machwerken ihrer Hände, so hat sich Grimm über diesen Ort ergossen, und er wird nicht erlöschen.“
„Zum König von Juda, der euch gesandt hat, um den Herrn zu befragen, zu ihm sollt ihr so sprechen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Die Worte, die du gehört hast, weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte über diesen Ort und über seine Bewohner hörtest und du dich vor mir gedemütigt und deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, so habe ich es auch gehört“, spricht der Herr.
„Siehe, ich will dich zu deinen Vätern versammeln, und du wirst zu deinen Gräbern versammelt werden in Frieden. Und deine Augen sollen all das Unglück nicht ansehen, das ich über diesen Ort und über seine Bewohner bringen werde.“
Sie brachten dem König diese Antwort. Auch Schafan übermittelte Gottes Wort treu dem König. Gott verschonte Josia. Doch nach seinem Tod kam die Katastrophe über das Königreich Juda.
Ja, an dieser Stelle machten wir eine Viertelstunde Pause. Danach fuhren wir weiter mit Schafan und seinen Söhnen.
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