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Abraham - Wiederherstellung Abrahams

02.02.2025
SerieTeil 6 / 12 Auf den Spuren der Stammväter Israels
Was bedeutet von Gott gewollte Absonderung und Trennung? Nach der Distanzierung von Lot erneuert Gott seine Verheißung Abraham gegenüber.

Der Blick auf das verheißene Land und die Vertiefung der Gemeinschaft

Wir fahren weiter in 1. Mose 13, ab Vers 14. Und der Herr sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: Erhebe doch deine Augen und schau von dem Ort, wo du bist, nach Norden und nach Süden und nach Osten und nach Westen; denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deiner Nachkommenschaft bis in Ewigkeit. Und ich will deine Nachkommenschaft machen wie den Staub der Erde, so dass, wenn jemand den Staub der Erde zu zählen vermag, auch deine Nachkommenschaft gezählt werden wird. Mach dich auf und durchzieh das Land nach seiner Länge und nach seiner Breite, denn dir will ich es geben. Und Abram schlug seine Zelte auf und kam und wohnte unter den Terebinthen Mamres, die bei Hebron sind, und erbaute dort dem Herrn einen Altar.
Vielen Dank! Wir haben gesehen: Abram hat sich getrennt, und die Gemeinschaft mit dem Herrn wird dadurch tiefer. Ganz kurz noch die Stelle zur Trennung von Ungläubigen im Neuen Testament, von Gott befohlen. Das heißt aber nicht, dass wir mit Ungläubigen nicht ein normales Verhältnis haben und ein Zeugnis sein sollen. Der Herr Jesus, der unser Vorbild ist, war ein Freund der Zöllner und Sünder. Er war nicht ein Freund der Welt. Das ist etwas anderes, als wenn man das Treiben mitmacht, aber er war ein Freund der Sünder.
Nun, in 2. Korinther 6 geht es darum, wenn man Gläubige, Wiedergeborene, und nur Bekenner, die nicht wiedergeboren sind und die die Bibel als Ungläubige bezeichnet, zusammen Gemeinde ist. Das geht nicht. 2. Korinther 6, Vers 14, liest ein paar Verse, Uwe:
Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen; denn welche Genossenschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit, oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial, oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzen? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an; und ich werde euch aufnehmen, und ich werde euch zum Vater sein, und ihr werdet mir zu Söhnen und Töchtern sein, spricht der Herr, der Allmächtige.
Hereinkommen, und sie werden überführt durch das Wort, ja. Aber zur Gemeinde gehören, das ist etwas anderes. Am Abend am Altar, das geht nicht. Das ist gemeint.
Und dann Hebräer 13: Es war am Anfang in der Apostelgeschichte üblich, dass die messiasgläubigen Juden weiter in die Synagoge und gleichzeitig in die Gemeinde gingen. Jakobus 2 spricht über das Verhalten in der Synagoge, und Jakobus 5 spricht über die Ältesten der Gemeinde, der Ekklesia. Das war nebeneinander. Und wir sehen auch in Apostelgeschichte 21, wie Paulus in den Tempel ging und die Kosten für Opfer von jüdischen Brüdern übernahm. Also, es war normal: Man ging in den Tempel und gleichzeitig auch in die Gemeinde. Aber das war eine Übergangszeit, und die sollte ein Ende finden.
In Hebräer 13 schreibt Paulus, Vers 12 bitte:
Damit er durch sein eigenes Blut das Volk heiligte, außerhalb des Tores gelitten hat. Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers seine Schmach tragend. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
Danke. Also, hier wird vom Tor, dem Stadttor, gesprochen. Außerhalb des Tores hat der Herr Jesus gelitten, nämlich auf dem Golgatha-Felsen, in einem ausgedienten Steinbruch. Dort haben die Römer gekreuzigt, und das war draußen vor dem Gennat-Tor, dem sogenannten Gartentor. Das führte nach Golgatha hinaus. Der Herr wurde aus diesem System hinausgeworfen. Er wurde im Tempel zum Tod verurteilt, aus dem Tempel hinausgetan, zu Pontius Pilatus gebracht und von da an außerhalb der Stadt. Und dort hat er gelitten.
Paulus sagt seinen jüdischen Geschwistern: Er hat keinen Platz gehabt in diesem System. Darum müssen wir dieses System jetzt verlassen, außerhalb des Lagers seine Schmach tragen. Also, diese Absonderung war mit Schmach verbunden, sich vom offiziellen Judentum so zu trennen, weil der Messias verworfen war. Und das gibt den Grundsatz: Jedes religiöse System, wo der Herr verworfen wird und die Autorität seines Wortes, seine Gottheit und seine Gottessohnschaft angegriffen wird, da ist das nicht mehr unser Platz.
Warum wird Jerusalem hier Lager genannt? Das war im Judentum vor 2000 Jahren ganz üblich, dass man Jerusalem verglichen hat mit dem Lager der Israeliten in der Wüste. In der Mitte war die Stiftshütte, und darum herum das Volk. Und so wurde die Stadt Jerusalem, der Tempelberg mit dem Tempelplatz und das Wohnrund herum innerhalb der Stadtmauern, mit diesem Lager in der Wüste verglichen.
Und nicht wahr, Mose hat sich abgesondert. In 2. Mose 32 haben wir die Geschichte mit dem goldenen Kalb. Er hat Mose sein Zelt genommen und ist außerhalb des Lagers gegangen, weil Götzendienst getrieben wurde. Im Volk Gottes konnte er nicht mehr mit ihnen zusammen sein; er hat sich abgesondert. Und diese Absonderung kann man dann nachlesen, also 2. Mose 32 usw. Die Schechina, die Wolke der Herrlichkeit Gottes, ging aus von der Stiftshütte weg hinaus und stellte sich über das Zelt von Mose. Und Josua, der ging auch zu Mose, und er wollte nicht mehr weg von diesem Zelt. Und dieses Zelt von Mose wird dann genannt das Zelt der Zusammenkunft. Die Stiftshütte gab es noch nicht; die wird später auch so genannt, über hundertmal. Das Zelt der Zusammenkunft. Aber das Zelt von Mose, das Zelt der Zusammenkunft, und hier sehen wir: Gott hat diese Absonderung außerhalb des Lagers bestätigt als richtig. Es gibt Absonderung, die ist richtig. Es gibt Absonderung, die ist falsch. Sprüche 18 sagt, dass da böses Verlangen dahinter sein kann. Wir können das gleich noch aufschlagen. Aber gottgemäße Absonderung, die gibt es, und die wird hier in Hebräer 13 so aufgenommen.
Ja, Carlo?
Ich habe eine Frage. Besteht nicht auch die Gefahr von dieser Absonderung, dass man das quasi so übernimmt und sagt, wir müssen uns innerhalb der Gemeinde von Geschwistern absondern, dass da dann ein Konflikt entsteht, wenn sich die Geschwister dann beginnen, sich voneinander abzusondern? Das ist ja auch eine Gefahr.
Also, das wäre dann aber eine falsche Absonderung innerhalb der Gemeinde, wenn sich Gruppen bilden. Das geht gar nicht. Darum sagt ja der erste Korintherbrief: Paulus sagt, unter euch in der Gemeinde von Korinth gibt es solche, die sagen: Ich bin des Paulus, ich bin des Kephas, ich bin des Apollos. Verschiedene Gruppen. Und dann noch eine ganz gefährliche Gruppe, die sagte: Ich bin des Christus. Sind die ganz fromm? Weil sie sich gleichzeitig von Paulus distanzieren. Du kannst nicht sagen: Ich bin auf der Seite des Herrn Jesus, aber die Paulusbriefe haben mir nichts zu sagen. Das ist frömmlerisch, und das ist vollkommen daneben, vollkommen falsch. Aber diese Spaltungen gab es, und diese Spaltungen in der Gemeinde werden ja in 1. Korinther 11 ganz massiv kritisiert, 1. Korinther 1 und 11. Das sind die falschen Trennungen.
Und wir können dazu noch Sprüche 18 aufschlagen. Er holt in der kirchlichen Geschichte, was die Korinther falsch gemacht haben, und das entspricht eben Sprüche 18, Vers 1:
Wer sich absondert, trachtet nach einem Gelüst; gegen alle Einsicht geht er heftig an.
Ja, es gibt die falsche Absonderung, die aus falschen Motiven heraus geschieht, wo man auch nicht bereit ist, sich biblisch korrigieren zu lassen. Gegen alle Einsicht geht er heftig an. Übrigens: Was heißt Pharisäer? Auf Hebräisch sagt man Perushim, das bedeutet Pharisäer auf Hebräisch, und das heißt Abgesonderte. Ja, die haben sich innerhalb des Volkes Israel abgesondert, und ursprünglich war das eine Erweckungsbewegung, die wirklich an der Bibel festhalten wollte. Aber das hat sich entwickelt, dass sie ein System aufgebaut haben mit zusätzlichen eigenen Gesetzen, und es ist vollkommen verkommen. Das waren die Abgesonderten. Aber es war eben genau die Absonderung, trachtet nach einem Gelüst, nämlich: Wir sind besser, weil wir unsere Gesetze einhalten. Unsere Gesetze? Nein, nur das, was der Herr gebietet.
Und dann noch etwas Wichtiges: Die Pharisäer, die meisten, haben den Herrn verworfen. Eine Absonderung, die von etwas Bösem weg sein sollte, hin zum Herrn, das ist das Wichtige. Nicht nur einfach sich trennen, sondern sich trennen hin zum Herrn. Und das haben die Pharisäer als abgesonderte Gruppe nicht gemacht. Und darum war diese Absonderung nichts wert, und der Herr verurteilt sie an vielen Stellen in den Evangelien.
Gut, jetzt noch eine Stelle: 2. Timotheus 2. Und da geht es um Irrlehre. Uwe liest uns bitte vor, Verse 16 bis 18:
Die ungöttlichen, leeren Geschwätze aber vermeide; denn sie werden zu weiterer Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort wird um sich fressen wie Krebs. Unter welchen Hymenäus ist und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon geschehen sei, und den Glauben einiger zerstören.
Ja, also da werden Irrlehrer mit Namen genannt, öffentlich: Hymenäus und Philetus. Die waren sehr gefährlich. Sie haben gesagt, die Auferstehung ist schon geschehen. Damit mussten sie ja den Begriff Auferstehung umdeuten. Es war ja nichts geschehen, die Gräber sind nicht aufgegangen, und die Toten sind jetzt plötzlich unter uns da. Sie mussten den Begriff Auferstehung umdeuten, und sie haben auch den biblischen heilsgeschichtlichen Zeitplan auf den Kopf gestellt. Die Bibel macht klar: Die Auferstehung wird sein, wenn der Herr Jesus kommt. Die haben gesagt: Schon geschehen. Das waren also gefährliche Leute, die Begriffe umdeuteten und den Glauben von anderen zerstörten.
Und jetzt heißt es weiter, Vers 19:
Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit. In einem großen Haus aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.
Also hier wird die Christenheit verglichen mit einem großen Haus. Und zwar ist ein Tempelhaus gemeint. Und da gibt es goldene und silberne Gefäße, aber es gibt auch hölzerne und irdene. Die einen sind zur Ehre Gottes, die anderen zur Unehre. Ein Beispiel für Gefäße zur Unehre: Hymenäus und Philetus, die Dinge erzählen und lehren, die wie ein Krebs um sich fressen. Und der Glaube wird eben umgedreht und zerstört.
Und nun heißt es hier, Vers 21: Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, von diesen Gefäßen zur Unehre, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein. Das Wort reinigen ist sehr wichtig. In der Fußnote der Elberfelder steht: eigentlich sich von diesen wegreinigt, das heißt sich durch Absonderung reinigt. Also diese Leute wie Hymenäus und Philetus, die kann man nicht einfach stehen lassen. Man muss sich ganz klar von diesen distanzieren, wegreinigen.
Und das Interessante: Das Wort wegreinigen ist griechisch ekkathairo. Und das kennen wir oder könnten wir kennen aus 1. Korinther 5, Vers 7. Dort wird gesagt, dass jemand, der in der Sünde, in schwerer Sünde lebt, in der Gemeinde ausgeschlossen werden muss. Und dort wird gesagt, dass man sich eben von ihm wegreinigen muss. Also der Einzelne wird aus der Gemeinde hinausgetan. Aber wenn die ganze Gemeinde so geworden ist, dass sie durch ihre Lehre verdorben ist, dann muss man sich von diesen trennen. Das gleiche Wort hier. Also nicht einer wird hinausgetan, weggereinigt, sondern man muss sich selber wegreinigen. Wenn nun jemand sich von diesen wegreinigt, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.
Und das zeigt wieder: Wenn man diesen Schritt macht und eben nicht Kompromisse eingeht, und es geht um wirklich falsche Lehre, es geht nicht um ein bisschen andere Ansichten, ob jetzt das genau so oder so gemacht werden soll, und es geht eigentlich biblisch beides, sondern es geht wirklich um falsche Lehre, dann wird man durch diese Absonderung erst recht ein Gefäß zur Ehre. Wird dadurch noch besser brauchbar für den Herrn. Darum heißt es: wird ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet.
Und so haben wir gesehen: Abram trennt sich von Lot, und dann offenbart sich der Herr ihm neu. Jetzt gehen wir zurück zu 1. Mose. Weißt du was, ich habe an dieser Stelle gerade gedacht: Soll ich die jetzt noch bringen? Dann habe ich gedacht, vielleicht später mal. Erich, jetzt sagst du es, jetzt mache ich es natürlich auch.
 Offenbarung 18, da geht es ja um Babylon, die Große. Das ist also eine symbolische Stadt, Babylon, die gleichzeitig auch als Frau beschrieben wird, in Offenbarung 17 und 18, und zwar als eine Hure. In der Offenbarung ist das ein Gegensatz zu einer anderen Frau, die auch als Stadt gesehen wird, nämlich Jerusalem. Und zwar welches Jerusalem? Das neue Jerusalem. Ja, das neue Jerusalem wird ja beschrieben als die Braut des Lammes, Offenbarung 19 und Offenbarung 21, genau. Und das ist die Gemeinde. Carlo, Irak wird nicht als die Braut des Lammes beschrieben. Das ist also nochmals etwas anderes.
... dass Babylon hier Irak sein könnte. Es gibt viele falsche Auslegungen im Internet, das ist so. Aber der Punkt ist der: Wir haben eben dieses Gegensatzpaar, Offenbarung 17, 18, Babylon, die Stadt, die eine Frau ist, nämlich eine Hure. Und dann der Gegensatz: das neue Jerusalem, eine Stadt, die gleichzeitig eine Frau ist, die Braut des Lammes, das ist die Gemeinde. Und nun ist also Babylon, die Hure Babylon, ein Gegensatz zur wahren Gemeinde, folglich die falsche Gemeinde. Und man könnte auch sagen: die wahre Kirche und die falsche Kirche.
Und von dieser Hure Babylon, wie gesagt, sie sitzt auf sieben Hügeln, und sie ist die Stadt, die das Königtum hat über die Könige der Erde. Das war in der Offenbarung Rom, ein religiöses System mit Sitz in Rom, der Siebenhügelstadt. Und es gibt noch ganz viele Parallelen. Aber da sind wir wieder beim Thema Offenbarung, das haben wir ja schon lange durchgenommen. Und Uwe hat übrigens das auch alles transkribiert, und darum ist es vor wenigen Wochen als Buch herausgekommen: die Offenbarung. Kann man also dort noch genauer nachlesen.
Aber jetzt will ich ja auf Eriks Wunsch eingehen, Kapitel 18, Vers 4:
Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht empfangt von ihren Plagen; denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.
Danke! Also hier sieht Gott in Babylon wahre Gläubige, und die nennt er mein Volk. Also Gott weiß, dass in diesem religiösen System mit Sitz in Rom ein Volk von wahren Gläubigen ist, die sich bekehrt haben, die ihre Sünden dem Herrn Jesus bekannt haben und die geglaubt haben, dass der Herr dafür bezahlt hat. Aber die werden jetzt hier aufgerufen von dem Herrn selbst: Geht aus ihr hinaus. Ihr müsst dieses System verlassen. Man kann nicht drinbleiben und denken: Ja, wir wollen das verbessern, und wir wollen da versuchen zu korrigieren. Wir erreichen die anderen besser. Nein, die Erfahrung zeigt: Wenn man draußen ist, erreicht man sie viel überzeugender.
Interessant ist nun Folgendes: Gott sagt: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr ihrer Sünden nicht teilhaftig werdet. Das heißt, wenn man in einem falschen System drin ist und darin bleibt, macht man sich schließlich mitschuldig. Nicht gerade automatisch, es wird hier gesagt: damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet. Und Luther hatte sich bekehrt, da war er noch im System drin. Er gehörte zu all denen, die bekehrt waren im System. Und er ging leider nicht selber hinaus, er wurde dann hinausgetan. Das System hat ihn nicht mehr ertragen. Aber Tausende von Nonnen und Mönchen, die sind dann hinausgegangen, haben die Gnade Gottes freudig erkannt. Das war eine gewaltige Erweckung im 16. Jahrhundert. Die haben viel auf diesen Ruf gehört: Geht aus ihr hinaus, mein Volk!
Aber wenn man heute im Gespräch ist mit Einzelnen, merkt man: Der hat den Herrn lieb, sein Wort lieb, er hat das Werk des Herrn Jesus angenommen. Man muss ihn ermutigen, er bleibt nicht in dem System. Und Gott sagt: Geht aus ihr hinaus, mein Volk!
Gut, wir gehen zurück. Es ging ja um gottgemäße Trennungen, die Gott dann auch bestätigt. Und das war bei Abram so. Und Gott spricht zu ihm und bestätigt, was Gott ihm schon damals in Sichem gesagt hatte, 1. Mose 12, Vers 7: Deine Nachkommenschaft will ich dieses Land geben. Aber jetzt viel ausführlicher, als der Herr sein Wort noch größer für Abram liest du nochmals Vers 14 und 15:
Und der Herr sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: Erhebe doch deine Augen und schau von dem Ort, wo du bist, nach Norden und nach Süden und nach Osten und nach Westen; denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deiner Nachkommenschaft bis in Ewigkeit.
Wo war er? Geographisch.
Wie? Ja, hast du den Namen hier gefunden, Hazor. Aber aus gewissen Überlegungen kommst du darauf.
Ja, genau. Aber wo war er dann nach dem Text? Wie? Auf jeden Fall, aber geografisch, was sagt Kapitel 13, wo er war? Er muss im Großraum Bethel gewesen sein.
Ja, also zwischen Bethel und Ai. Es geht ja um diese Ortschaft immer noch, Kapitel 13, 3 und 4. Also zwischen Bethel und Ai. Und dort sagt Gott: von dem Ort, der Ort, haMakom, auf Hebräisch. Dieser Ort wird ganz speziell betont, und von dort aus soll er schauen nach Norden, nach Süden, nach Osten, nach Westen. Das ganze Land gehört dir. Dort muss es also einen Ort geben, wo man einen sensationellen Ausblick hat, und das führt uns eben zu der Aussage von Peter.
Es gibt dort einen Berg, in Bethel ist, in der jüdischen Siedlung, die ja seit 1976 wieder aufgebaut worden ist. Und zwar war einer der Gründungsväter Jehuda Bohr. Ist der bekannt? Wie, ja, der kam ja aus der Singener Gegend. Wie heißt der Ort der Synagoge, die nur noch in Ruinen zu sehen ist? Gerade an der Grenze Geilingen, das war ja eine Synagoge, Geilingen, ein Altenheim, gerade an der Grenze. Und der Vater von Jehuda Bohr war der Rabbi dort. Die Nazis haben all die alten Leute ins KZ gebracht, und Schande über die Schweiz: ein paar Meter, und man hätte in der Schweiz sich retten können als Juden. Die Grenzen wurden geschlossen, und der Vater von Jehuda Bohr, der wollte die alten Leute nicht allein lassen, der ging mit ihnen ins KZ. Und darum ist es schon eindrücklich, wenn man nach Geiningen geht und da die Reste der Synagoge sieht, eine ganz dramatische Geschichte.
Und die Mutter, also die Frau vom Rabbi, die hat ihre Kinder genommen, und die hat es geschafft in der Schweiz. Und so hat der kleine Jehuda überlebt. Später ging er nach Israel, und später wurde er einer der Gründungsväter von Bethel und der jüdischen Siedlung. Ich war bei ihm zu Hause, mit meiner Frau eingeladen, und ich hatte – jetzt erzähle ich wieder einmal etwas Persönliches – das Buch Der Messias im Tempel geschenkt. Da hat er so Freude gehabt. Er hat gesagt: Noch heute werde ich mit dem Buch beginnen. Er hat danach meine Frau sehr ermutigt, ich sage jetzt nicht weswegen. Es war einfach schön.
Wenn man dort in dieser Siedlung ist, warum erzähle ich das? Unter anderem darum: In den Medien hört man ja, die Siedler, das sind so schreckliche Menschen, die israelischen Siedler, nicht wahr? Ja, gut, geht mal auf Besuch zu diesen Leuten und kennt einen Jehuda Bohr, lernt ihn kennen. Das ist jetzt wirklich an der Grenze von dem, was man erzählen darf. Er ist jetzt nicht mehr, er ist nicht mehr da, er ist noch nicht so lange verstorben. Aber da hatte er ein Problem. Und zwar meinte er, dass ein arabischer Arzt etwas gemacht hat, das seinen Augen geschadet hat. Er hat mich gefragt: Wie würden Sie damit umgehen? Soll ich gegen ihn vorgehen, oder was würden Sie tun? So quasi einen seelsorgerlichen Rat eingeholt. Das sind diese bösen Siedler, angeblich bösen Siedler. Man muss die kennenlernen.
Und nun, wenn man dort in dieser Siedlung ist, Bethel, und dann rüberschaut übers Tal, sieht man einen Berg und darauf große Radars. Das ist ein ganz wichtiger militärischer Stützpunkt im sogenannten Westjordanland. Das ist der Baal-Chazor, das ist der höchste Punkt von all den Bergen im Westjordanland. Und der ist eben militärisch sehr, sehr wichtig als Frühwarnsystem, wenn Angriffe kommen, zum Beispiel von Irak oder Iran usw. Es ist ein militärisches Sperrgebiet, also wenn man dort hoch will, muss man spezielle Beziehungen haben zur Armee und so, und dann ist es schon möglich.
Also, von diesem Ort aus, Baal-Chazor, dem höchsten Punkt dieser Berge, 1016 Meter, da sieht man bei guter Witterung bis zum Gebirge Hermon ganz im Norden. Der Hermon, der ein Dreitausender ist, also der höchste Punkt in Syrien, 2816 Meter. Aber jetzt hat ja Israel den in seiner Hand. Die haben ja, als diese Al-Qaida und Al-Qaida-verwandten Rebellen vom Norden alles überrannt haben, sofort einen Sicherheitsstreifen eingerichtet über die Golanhöhen hinaus und den ganzen Hermon. Das ist militärisch so wichtig, das ist wirklich jetzt das Auge Israels strategisch. Jetzt haben wir dort auch Radar eingerichtet auf dem höchsten Punkt, und man kann damit eben sich gut abstützen gegen Libanon, Syrien, Irak und auch Iran.
Ja, aber von Baal-Chazor sieht man bis in den Norden, bis zum Hermon, und man kann bei guter Witterung sehen bis zum Berg Nebo, also bis zu dem Berg im heutigen Jordanien gegenüber Jericho. Bis zum Nebo und dann auch bis zum Mittelmeer. Das ist fantastisch. Das entspricht genau, was wir hier haben: Schau von dem Ort, wo du bist, nach Norden und nach Süden und nach Osten und nach Westen; denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deiner Nachkommenschaft bis in Ewigkeit.
Und vielleicht eine Hilfe: Besteht die Erde ewig? Ja, aber warum steht hier in Ewigkeit? Man steht einfach Ewigkeit, es steht nicht von Zeitalter und Zeitalter. Ja, das tausendjährige Friedensreich wird das Israel gehören. Ja, aber das steht in Ewigkeit, nicht bis ins tausendjährige Reich.
Ja, also es ist so: Das Wort, übersetzt mit Ewigkeit, hebräisch olam, ist doppeldeutig. Das kann bedeuten Zeitalter, also lange Zeit. Es kann auch bedeuten Ewigkeit. Der Zusammenhang klärt, was gemeint ist. Zum Beispiel wenn gesagt wird El Olam, der ewige Gott, dann – ich gebe an 1. Mose 21, Vers 33 – Abraham ruft den Namen des Herrn, des ewigen Gottes, an. Das ist El Olam, weil Gott ist natürlich ewig, absolut. Darum muss man übersetzen: der ewige Gott. Aber olam kann auch bedeuten eine lange Zeitspanne, nicht absolut. Darum heißt es in Prediger 1: Die Erde besteht ewig. Und da bekommt man Fragen: Ja, aber wie ist das, die Erde ist doch nicht ewig. Es gibt ja einen neuen Himmel und eine neue Erde, Offenbarung 21. Und auch Jesaja 65 sagt das im Alten Testament. Da muss man eben sagen, dass mit Ewigkeit auch die lange Epoche gemeint werden kann und manchmal eben die ganz lange Epoche bis zum Ende der Welt. Ja, das ist Ewigkeit. Der Zusammenhang klärt.
Jetzt ist aber wichtig, manchmal, dass man ganz eindeutig wissen kann: Ist es ewig oder zeitlich? Darum gibt es im Hebräischen den Ausdruck leolmei olamim, in die Zeitalter der Zeitalter. Also, Horst, du kommst schon auf die Rechnung. Dieser Ausdruck bedeutet immer absolut ewig. Und das wurde im Neuen Testament auch übernommen, denn Offenbarung 14 und Offenbarung 22, wo es um die ewige Verdammnis geht: Der Rauch ihrer Qual steigt auf in die Zeitalter der Zeitalter. Und das ist im Griechischen aionas ton aionon. Dieser Ausdruck ist genau die Übersetzung von leolmei olamim, und das bedeutet absolut ewig. Also wenn ein Alphasöhner kommt und sagt: Nein, das bedeutet Zeitalter, vergiss es! Sprachwissenschaftlich ist es so klar: Leolmei olamim, das ist absolut ewig. In jeder Sprache gibt es Vieldeutigkeit, aber man hat Mittel, um, wenn es nötig ist, Eindeutigkeit zu erreichen, und das wird so gemacht. Also man muss immer unterscheiden, von Stelle zu Stelle: Ist hier gemeint Ewigkeit im absoluten Sinn oder eine lange Zeit? Da werden viele Probleme beim Bibellesen gelöst.
Ja?
Was ist denn dann mit Israel nach dem Tausendjährigen Reich? Wird Israel dann nicht mehr ein Land besitzen und das erste Volk unter allen Nationen sein? Es wird ja manchmal gesagt: Dann ist es aus, fertig, das war nur für diese Erde.
Aber in Lukas 1 wird es anders gesagt. Da sagt der Engel Gabriel zu Maria: Du sollst seinen Namen Jesus heißen. Er wird auf dem Thron Davids regieren. Schlagen wir auf: Lukas 1, und zwar Vers 32, 33, bitte Uwe:
Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
Da wird Ewigkeit gerade definiert: ohne Ende. Und es wird hier gesagt, er wird herrschen über das Haus Jakobs. Also wird diese Unterscheidung schon beibehalten. Manchmal wird gesagt: Ja, in Offenbarung 21, da wird gesagt, Gott wird wohnen inmitten der Menschen. Aber hier wird gesagt, dass nicht nur die menschliche Unterscheidung so gesehen wird, sondern es wird von einem Haus Jakob gesprochen im Zusammenhang mit dem ewigen Reich.
Ja, aber jetzt müssen wir noch zum Schluss kommen. Wir gehen nochmal zurück zu 1. Mose 13. Also: in Ewigkeit, das heißt solange die Erde besteht. Aber es ist sehr wichtig für die von der Ersatztheologie, die sagen, Israel als Nation hat alles verloren. Das ist nicht wahr. Diese Landverheißung bleibt, solange die Erde besteht. Das wird hier Abram mitgeteilt. Es wird ihm gesagt: Die Nachkommenschaft wird sich verbreiten. Ich will eine Nachkommenschaft machen wie den Staub der Erde, so dass, wenn jemand den Staub der Erde zu zählen vermag, auch seine Nachkommenschaft gezählt werden kann. Und dann bekommt Abram einen Aufruf. Lies nochmals. In welchem Vers?
Vers 17: Mach dich auf und durchzieh das Land nach seiner Länge und nach seiner Breite, denn dir will ich es geben.
Und Abram schlug seine Zelte auf und kam und wohnte unter den Terebinthen Mamres, die bei Hebron sind, und erbaute dort dem Herrn einen Altar.
Ja, also jetzt bekommt er den Auftrag, nicht nur stationär da zu sein. Vorher war er in Sichem mit dem Altar, dann zwischen Bethel und Ai mit dem Blick bis in den Norden, bis zum Hermon, bis zum Mittelmeer, bis zum Berg Nebo, wo das Heilige Land ja mit dem Jordan beginnt. Und hier wird gesagt: Mach dich auf, durchziehe das Land. Und zwar soll er jetzt hingehen und alles anschauen, was Gott ihm gegeben hat.
Und so ist es auch wichtig für uns, dass wir das, was Gott uns an geistlichen Segnungen gegeben hat durch den Glauben, dass wir das kennenlernen. Nicht so als Großisten: Danke, Herr, für alles, was du uns gegeben hast durch die Erlösung, die der Herr Jesus am Kreuz bewirkt hat. Sondern: Was beinhaltet das? Das ewige Leben, Frieden mit Gott, von allen Sünden gewaschen, Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und völlige Freude und, und, und. Wir müssen Detailisten werden. Und das ist das Land durchziehen, Länge, Breite, alles anschauen, was der Herr uns gegeben hat.
Gott hat Abram und seiner Nachkommenschaft dieses Land zugesagt. Er sollte es kennenlernen. Und das führt dazu, dass Abram Zelte aufschlägt, nicht wie Lot bis nach Sodom. Sodom, Vers 12, und schlug Zelte auf bis nach Sodom. Aber hier haben wir: Und Abram schlug seine Zelte auf und kam und wohnte unter den Terebinthen Mamres, die bei Hebron sind.
Hebron, was heißt das? Gemeinschaft. Gemeinschaft, Gemeinschaft, wir sind uns alle einig. Hebron, das hängt zusammen mit Chawwer, das ist ein Freund, der ein wirklicher Genosse ist, der zu einem steht. Hebron in Gemeinschaft, Genossenschaft, wo man sich am selben freut. Und so spricht Hebron von dieser Gemeinschaft mit Gott, die Abram ab diesem Punkt in einer noch viel tieferen Weise erlebte. Er ist zurückgekehrt den ganzen Weg bis nach Bethel und Ai, wo er abgewichen war, und dann hat er sich gegen Streit entschieden, und er nimmt wirklich Wohnsitz im Land. Und Gott segnet ihn, nachdem er sich von Lot getrennt hatte, sagt: Das ist alles dein. Jetzt geh hin und schau es an. Und da kommt er schließlich nach Hebron, dem Ort der Gemeinschaft.
Dazu können wir lesen aus 1. Johannes 1, Vers 3:
Was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir euch auch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei.
Ja, also da wird neutestamentlich erklärt, was Hebron ist, diese Gemeinschaft. Gemeinschaft mit dem Vater, mit dem Sohn, und ja, der Mehrheitstext hat: unsere Freude völlig sei. Genau. Und diese Freude ist aber nicht nur ein bisschen Freude, völlige Freude durch diese Gemeinschaft. Und dann auch die Gemeinschaft unter den Geschwistern im zweiten Johannesbrief. Da sagt Johannes: Er wird auf Besuch kommen zu dieser Schwester, an die er geschrieben hatte, und ihren Kindern. 2. Johannes, Vers 12:
Obwohl ich euch vieles zu schreiben habe, wollte ich es nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei.
Das Austauschen unter Geschwistern, da spricht man nicht einfach über Autos und über Ferien und was die Kosten und über Fonds und ihre Werte, sondern eben über das, was Hebron ausmacht. Und er sagt jetzt nicht mit Papier und Tinte, sondern mündlich mit euch reden, damit unsere Freude völlig sei. Auch das führt zu völliger Freude: die Gemeinschaft mit dem Sohn und dem Vater, dem Vater und dem Sohn, und hier die Gemeinschaft unter Geschwistern. Mündlich, heute könnte man sagen: nicht mit WhatsApp oder E-Mail, ist wirklich egal, sondern mündlich ist einfach nochmals eine andere Qualität. Völlige Freude. Also, davon spricht Hebron, und da baut Abram seinen dritten Altar.
Ich habe gesagt, letztes Mal, insgesamt gibt es vier Altäre, und alle Ortschaften befinden sich im heute so genannten besetzten Westjordanland. Der vierte Altar wird dann noch kommen in Kapitel 22 in dem Gebiet von Jerusalem. Hebron ist ganz im Süden des Westjordanlandes, oder im südlichen Teil, muss ich sagen, und Sichem, Nablus, ganz oben im Norden. Im Mittelteil Bethel und Ai und etwas südlicher davon Jerusalem, wo der vierte Altar kommen wird. Und jetzt in Hebron, so dass man sich das geographisch vorstellen kann: Sichem, Bethel, Berg Moria, Jerusalem und Hebron.
Gibt es noch eine Frage zum Schluss?
Abram, diese Perspektive zeigte, über das, was er in seinem Nachkommen denken wollte, erinnert sie uns nicht an den Ausblick, den Mose hatte, als er das zukünftige Land, das er selber nicht betreten durfte, aber er bekam ja einen Blick für dieses Noch bevorstehen?
Ja, also ein Zusammenhang besteht mit Mose, der ja vom Berg Nebo aus das Land überblickt, und von Nebo konnte er natürlich bis nach Baal-Chazor sehen, und Abram konnte von Baal-Chazor bis nach Nebo sehen bei guter Witterung.
Ja, noch etwas?
Doch, habe ich. Du kannst jetzt nochmals nachhören auf dem Livestream.
Aber ganz kurz habe ich das noch erwähnt, eben dass Gott auch die zahlreiche Nachkommenschaft Israels ihm hier verheißt. Also nicht nur ein Sohn, sondern eine zahlreiche Nation, von der man nie ermitteln kann, wie viele Nachkommen es gab, die zu Israel gehörten. Vielleicht kannst du das das nächste Mal erklären. Es gibt ja diese Erklärung von Paulus in Galater 3, Vers 16, da spricht er von deinen Samen. Wie ist das zu verstehen im Alten Testament, wenn von deinem Nachkommen gesprochen wird?
Ja, was ist das jetzt? Ja, das geht jetzt über das hinaus, was wir hier haben. Es ist so: Wenn ich gelesen habe, deine Nachkommenschaft, dann gibt es ja bei der Elberfelder CSV ein kleines Zirkellum, das ist ein ganz kleiner Kreis, und da wird hinten im Anhang erklärt, dass dort eigentlich steht: Same. Und auf Hebräisch Sera, und das bedeutet Nachkomme in der Einzahl, es bedeutet aber auch Nachkommen in der Mehrzahl. Der Kontext erklärt, was gemeint ist. Also manchmal spricht Gott über deinen Samen und meint die ganze Nachkommenschaft, und dann übersetzt man richtig Nachkommenschaft. Sera. Aber manchmal ist wirklich gemeint eben eine Person, die abstammt. Und in Galater 3 erklärt Paulus, ausgehend von einer bestimmten Verheißung an Abraham, Same in der Einzahl. Das ist Christus, griechisch für Messias, der Messias gemeint. Also man muss dann unterscheiden von Stelle zu Stelle: Ist da speziell die Rede von dem Nachkommen, dem Messias, oder allgemein von denen, die von Abraham über Isaak und Jakob, Israel, abstammen? Und der Zusammenhang erklärt.
Also Sera ist eben ein Wort in der Einzahl, das Einzahlbedeutung haben kann, aber auch Mehrzahlbedeutung. Das ist ähnlich wie im Englischen Fisch. Was heißt das? Fisch. Ist das immer ein Fisch? Nein. Das können auch tausend Fische sein, weil man eben normalerweise – es gibt schon solche, die brauchen es anders, fishes sagt man nicht. One fish, a thousand fishes sagt man nicht. A thousand fish, ja, das gleiche Wort mit sheep, Schaf. One sheep, ein Schaf, a thousand sheep, tausend Schafe, aber man macht kein s hin, man sagt nicht sheeps und schon gar nicht chips. Ja, und darum eben Same, Sera.
Einfach noch speziell, dass uns auch bewusst sein muss, dass eben der Messias eines Tages von dort aus, wo Abram war, eigentlich sein Königreich beherrschen wird. Kann man das so sagen? Also dieses Land gehört auch dem Messias.
Ja, natürlich, genau, genau, ganz genau.
Also, nächstes Mal fahren wir der Reihe nach mit Kapitel 14, die Schlacht der fünf gegen die vier Könige. Und nach dieser schönen Ruhe, Abram kommt hier so richtig zur Ruhe, gibt es einen gewaltigen Nahostkrieg. Es kommt Drangsal ins Leben von Abram. Und so ist es eben auch in unserem Leben. Wir kommen zwischendurch vielleicht wieder zur Ruhe. Und plötzlich kommt wieder Unruhe, Kapitel 14. Aber wir sehen, wie der Herr Abram gnädig ist und ihn auch durch diese Prüfung hindurchführt. So ist es sehr wichtig, dass, wenn wir in einer Zeit sind, in der es uns gut geht, wir uns in Hebron fühlen. Dann könnte man Angst bekommen: Wann kommt der nächste Schlag in meinem Leben? Aber es ist nicht gut, wenn man so denkt. Darum wird in den Sprüchen – was können wir vielleicht nächstes Mal anschauen – einfach noch zum Schlusswort in Sprüche gesagt von den Gläubigen, die sich nicht fürchten vor plötzlichem Verderben. Aber es gibt doch manchmal, bei Hiob kam plötzliches Verderben über ihn. Und trotzdem wird da gesprochen: die sich nicht fürchten vor plötzlichem Verderben.
Warum? Weil der Herr uns eben helfen will, dass, wenn wir so zur Ruhe gekommen sind in Hebron, wir nicht denken: Wann kommt der nächste Schlag, wann kommt der nächste Schlag? Und wenn es dann wirklich wieder unruhig wird, dann gibt der Herr die nötige Gnade in dem Moment. Und das werden wir eindrücklich sehen in Kapitel 14. Da entfalten sich nochmals Dimensionen. Ohne diese Unruhe mit diesem Krieg von neun Heeren wäre nie diese Begegnung geschehen mit König Melchisedek. Das bringt uns nochmals in wunderbar geistliche Höhen.
Bis nächstes Mal, also kommt doch wieder!

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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