Kapitel 8 - Noah verlässt die Arche
1.Mose 8, 4: «Und im siebten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, ruhte
die Arche auf dem Gebirge Ararat».
Auf dem Blatt habe ich bemerkt, das die höchste Spitze des Ararat auf
5.165 Metern über dem Meer liegt. Er ist übrigens ein vulkanischer Berg,
also den muss man sich nicht vorsintflutlich vorstellen, sondern in der
Sintflut und ihren Katastrophen entstanden. Nun folgendes: Der 17.07. ist
der 17. Abib, später Nissan genannt. Das war der siebente Monat bis zum
Auszug aus Ägypten, da hat man das geändert. In 2. Mose 12, 2 sagte nämlich
Gott zu Mose: Dieser Monat, der Monat Abib, soll euch er erste der Monate
sein. Da ist die Zeitrechnung geändert worden. Also aus dem siebten ist
dann der erste Monat geworden, mit dem Auszug aus Ägypten. Das ist die
Erklärung dafür, dass man heute noch im Judentum zwei verschiedene Kalender
hat. Man hat den alten Kalender immer noch und der rechnet eigentlich ab
der Tag-/Nachtgleiche im Herbst, das ist der Kalender ab Erschaffung der
Welt. Und dann hat man den anderen Kalender ab der Tag-/Nachtgleiche im
Frühjahr und das ist der Kalender ab dem Auszug aus Ägypten. So können die
Juden zweimal im Jahr Neujahr feiern, und wenn sie irgendwo im Ausland
leben, dann sind es sogar dreimal. Ja, Feste muss man feiern, wie sie
fallen, sagt man. Also wir haben dann zwei Zählungen in der Bibel: Die eine
ab Erschaffung der Welt und die andere ab der Erlösung aus Ägypten. Aber
auch nach dem Auszug aus Ägypten blieb der alte Kalender gültig für die
Juden. So feiern sie immer noch Rosh Hashannah im Herbst nach dem alten
Kalender, da feiert man nämlich die Erschaffung der Welt.
Nun, der 17.07. in 1. Mose 8 bedeutet, die Arche ist gelandet genau am
Auferstehungstag Christi, denn Christus wurde am 15. Nissan gekreuzigt, am
dritten Tag ist er auferstanden, 15., 16., 17. Nissan. Und nun, da wir
schon gesehen haben, dass die Arche ein Bild von Christus ist, der durch
das Gericht Gottes hindurch gegangen ist, dann ist das Ruhen auf dem Berg
Ararat gewissermaßen das Ende, also ein Hinweis auf die Auferstehung
Christi, alles ist erfüllt. Ausgerechnet dieser Tag ist später tatsächlich
der Auferstehungstag Christ geworden. Und das Ganze wird eigentlich noch
augenfälliger in 1. Petrus 3, 18-22. Da spricht Petrus über die Sintflut.
Und dann sagt er, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die
Taufe. Da macht er einen Vergleich zwischen Sintflut und Taufe. Das ist
doch schwierig zu verstehen, oder. Was haben Taufe und Sintflut miteinander
zu tun? Sehr viel! Was bedeutet die Taufe? Der Täufling wird ins Wasser
untergetaucht, das bedeutet ich bin gestorben mit Christus, sein Tod ist
mein Tod. Aber Christus ist wieder auferstanden, er ist also aus dem Wasser
herausgekommen, und deshalb bin ich auch mit Christus auferstanden. Das
bedeutet die Taufe. Und Petrus nennt das in den genannten Versen ein
Gegenbild, griechisch antitypos. Das Wort antitypos bedeutet ein anderes
Bild für das Gleiche. Das heißt sowohl Sintflut, als auch die Taufe, sind
Bilder. Die Realität sind der Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Aber
auch da ist der Vergleich interessant. Petrus selbst bringt die Sintflut in
Zusammenhang mit dem Tod und der Auferstehung Jesu, dargestellt durch die
Taufe. So wie die Arche durch das Wasser hindurchging und dann auf dem
Ararat landete. Die Bildersprache ist schon beeindruckend und es ist nicht
so, dass wir quasi später erst etwas hineinprojizieren müssen, sondern Gott
hat diese Bilder so geplant, damit sie uns dann einmal Jesus Christus und
sein Werk am Kreuz verständlicher machen. Mit diesen konkreten Bildern
können wir diese Dinge besser fassen. Und es ist auch nicht die Erfindung
von gewissen Theologen, sondern wir sehen, dass Petrus im Neuen Testament
diese Übertragungen selber macht. Das ist die Rechtfertigung dafür, dass
wir so etwas überhaupt tun dürfen.
In Kapitel 8 lesen wir dann weiter, wie Noah aus der Arche ausgestiegen
ist, einen Altar gebaut hat und darauf reine Tiere geopfert hat. Von den
Reinen musste er ja je sieben Tiere nehmen, nicht nur ein Paar. Drei
Pärchen konnte er frei lassen, so hatten die reinen Tiere eine bessere
Ausgangslage für die Verbreitung, und ein Tier konnte er opfern. Und da
heißt es, Vers 21: «Und der Herr roch den lieblichen Geruch, und der Herr
sprach in seinem Herzen: Nicht mehr will ich hinfort den Erdboden
verfluchen um des Menschen willen, denn das Sinnen des menschlichen Herzens
ist böse von seiner Jugend an. Und nicht mehr will ich hinfort alles
Lebendige schlagen, wie ich getan habe.» Dieser liebliche Geruch heißt auf
hebräisch «reach nichoach», reach ist der Duft und nichoach bedeutet
lieblich oder Ruhe, also «Duft der Ruhe». Da sehen wir die Anspielung auf
den Namen Noah (noach). Das Opfer von Noach (Ruhe) war ein reach nichoach
(Duft der Ruhe). Nun, auch das weist auf Jesus Christus hin. Wir können
sagen, Gott ist durch das Opfer Jesu Christi so vollständig verherrlicht
worden, befriedigt worden, dass Gott in diesem Opfer zur Ruhe gekommen ist.
Und das ist die Grundlage dafür, dass wir heute Heilssicherheit,
Heilsgewißheit haben können. Ein Dichter hat dies so ausgedrückt:
Da, wo Gott mit Wonne ruhet,
bin auch ich zur Ruh' gebracht.
Also wenn Gott durch das Opfer von Jesus Christus so zur Ruhe gekommen
ist, dann darf jeder Gläubige das auch und darf wissen: «Also ist keinerlei
Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind »(Römer 8, 1). Und
da sagt Gott, aufgrund dieses Duftes der Ruhe: Nicht mehr soll eine
Sintflut stattfinden. Und neutestamentlich Römer 8, 1.
Wir kommen dann zum letzten Punkt von Kapitel 8. Von den acht Überlebenden,
die ja aus der Arche ausgestiegen sind, hat sich in der Folge, gemäß der
Bibel, die gesamte Menschheit heute von ca. 6 Milliarden ergeben. Die
Bevölkerungsstatistik ist in diesem Zusammenhang interessant. Wenn wir
nämlich eine gewisse Annahme machen für ein Bevölkerungswachstum, dann
reichen etwa 5000 Jahre aus, um von acht Menschen auf die heutige
Bevölkerungszahl zu kommen. Übrigens ist das ein gering angesetztes
Bevölkerungswachstum, das eben Rechnung trägt, dass es immer wieder Kriege;
Hungersnöte, Seuchen gegeben hat, und dann reicht diese Zeit von Noah bis
heute wunderbar, um diese 6 Milliarden Menschen hinzukriegen. Aber gehen
wir davon aus, dass der Mensch evolutionistisch vor einer Million Jahre,
oder sogar noch früher, entstanden ist, dann bekommen wir enorme Probleme
zu erklären, warum es heute nur 6 Milliarden Menschen gibt. Es müsste dann
unzählige Milliarden Menschen geben. Und es müssten auch viel, viel mehr
Überreste von früheren Menschen gefunden werden. Aber tatsächlich sind es
dafür viel zu wenig. Also gerade die Tatsache der heutigen Menschheit ist
eine interessante Bestätigung für die Historizität der Sintflut. Ich
verweise da auf ein Kapitel des Buches die Sintflut von Whitcomb und
Morris, Seite 410ff. Da wird das ausgeführt mit der Bevölkerungsstatistik.
Außerdem ist die Zahl der Steinwerkzeuge die man gefunden hat und die ja im
Gegensatz zu Gegenständen aus Holz oder Leder nicht verrotten können, so
gering, dass eine Steinzeit, die von 2'500'000-1600 v. Chr. gedauert haben
soll, vollkommen unsinnig ist.
Wenn wir weiter nachdenken über diese Annahmen der Bevölkerungsstatistik,
dann kommen wir zu dem Schluss, dass heute fast genau so viele Menschen
leben, wie seit der Sintflut bis heute gesamt je gelebt haben. Das heißt,
wir könnten etwa die Hälfte der Menschheit seit Noah mit dem Evangelium
heute erreichen. Nur schon in unserer heutigen Zeit, ich rede nicht von den
letzten zweitausend Jahren. Und gerade in unserer heutigen Zeit haben wir
die Massenmedien, Fernseher und Radios, wo wir wirklich auch die
entferntesten Länder mit der frohen Botschaft erreichen können. Also, das
zeigt auch, wie Gott in seinem Plan, in seiner Voraussicht, die Entwicklung
der Zivilisation im Blick hatte. In dieser Zeit der Gnade vor der
Wiederkunft Christi, da wird die Hälfte der Menschheit seit Noah leben und
sie können erreicht werden. Da ist nur die Frage: Was tun wir dafür? Aber
das macht uns natürlich unheimlich verantwortlich.
Übrigens bei dieser Bevölkerungsstatistik kommt man auch zu dem Schluss,
dass zurzeit Jesu es ungefähr 350 Millionen Menschen gegeben hat. Das ist
nicht gerade viel, oder? Wenn man denkt, heute in China rechnet man
zwischen 60 und 80 Millionen echte Gläubigen. Das wäre damals ja fast ein
Viertel der Menschheit gewesen, bekehrt und errettet. Aber das zeigt auch
etwas von diesen Dimensionen. Und fast jeder sechste Mensch auf der Welt
ist heute ein Chinese. Irgendwie muss Gott die Chinesen ganz besonders
lieben, darum hat er so viele gemacht. Aber es gibt auch viele Europäer.
Ja, das nur so nebenbei.
Kapitel 9 - Der Bund mit Noah
1.Mose 9, der Bund mit Noah. Das Kapitel beginnt mit Segen: «Und Gott
segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt
euch und füllt die Erde.» Also aufgrund des Opfers von Noah verspricht
Gott, dass es kein solches Gericht mehr geben wird und aufgrund des Opfers
kann er segnen. Und das zeigt uns auch: Nur aufgrund des Opfers von Jesus
Christus können wir Gesegnete sein. In Epheser 1, 3 schreibt Paulus aus dem
Gefängnis in Rom: «Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus
Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den
himmlischen Örtern in Christus» usw., in Christus Segen. Hier ist der Segen
die Vermehrung der Menschheit. Also ist dies ein Segen, dass es viele
Menschen gegeben hat und wir müssen daran weiterhin festhalten.
Menschenleben ist ein Segen, Kinder sind ein Segen Gottes. Nun, in unserer
Gesellschaft fasst man das anders auf und weltweit werden ja heute durch
Abtreibung 50 Millionen ermordet, im Jahr, jedes Jahr. Das sind so viele
Tote in einem Jahr wie während des ganzen zweiten Weltkrieges. Das sind
doch Dimensionen, wenn man das vergleicht. Zur Zeit Jesu Christi wären 50
Millionen ein Siebtel der damaligen Menschheit gewesen. Und das jedes Jahr,
weg damit. Und wehe, man äußert sich öffentlich gegen die Abtreibung, da
kann man dann böse Erfahrungen machen oder wenigstens ein mitleidiges
Lächeln ernten.
In 1. Mose 9, 3-4 erlaubt Gott den Fleischgenuss, allerdings mit der
Einschränkung, ohne Blut. Das ist eine Neuerung, denn in 1. Mose 1, 29-30,
haben wir letztes Mal gesehen, da hat Gott den ersten Menschen den
Pflanzengenuss erlaubt, aber mit der Einschränkung, nicht vom Baum der
Erkenntnis. Jetzt wird der Speisezettel erweitert, nämlich auch Fleisch
dürft ihr essen, aber das Blut nicht. In Apostelgeschichte 15, 20+29 und
Apostelgeschichte 21, 25 wird das neutestamentlich wieder aufgenommen und
es wird dort erklärt, dass dies auch für die Heidenchristen Gültigkeit hat.
Und warum? Weil das eben nicht ein jüdisches Gebot vom Sinaibund ist,
sondern ein Gebot aus dem Bund Gottes mit Noah. Und der Noachitische Bund,
den wir hier finden in Kapitel 9, war ein Bund mit der ganzen Menschheit.
Und dieser hat nicht aufgehört, während der Bund vom Sinai mit Israel
geschlossen war und hinweggetan wurde. Und darum, wenn heute Menschen
versuchen, Gläubige unter jüdische Gesetze vom Sinaibund zu bringen, dann
ist das ein Vergehen. Der Bund vom Sinai war noch nie für Nichtjuden
bestimmt, der ist nur mit Israel geschlossen worden. Und das wurde eben
geklärt in Apostelgeschichte 15. Also Gott möchte immer wieder den Gehorsam
testen: Alle Pflanzen, aber ohne den Baum der Erkenntnis. Alles Fleisch,
aber nicht das Blut als Genussmittel verwenden. Und damit sollte die
Menschheit lernen: Ich kann leben, weil ein anderer für mich das Leben
gelassen hat. Und das Blut wird nicht benutzt als gewöhnliches
Genussmittel, sondern es muss beim Schlachten abfließen. Damit können wir
ausdrücken, dass wir das Blut wertschätzen und achten, denn unser Erlöser
konnte uns nur durch sein geflossenes Blut erlösen.
Dann 1. Mose 9, 5: «Jedoch euer eigenes Blut will ich fordern, von der Hand
aller Tiere will ich es fordern und von der Hand des Menschen, von der Hand
seines Bruders will ich das Leben des Menschen fordern. Wer Menschenblut
vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn im
Bild Gottes hat Er den Menschen gemacht.»
Hier haben wir die Einsetzung der Todesstrafe. Aber nicht für
irgendetwas, sondern für Mord. Gott sagt, wenn ein Mensch einen anderen
Menschen tötet, dann muss der Mensch sein Blut vergießen. Man kann also
nicht die Verantwortung abschieben und sagen, das passt in unsere
aufgeklärte Gesellschaft nicht mehr hinein. Es gibt vielleicht noch einige
Amerikaner, die das tun, aber die waren wahrscheinlich schon immer ein
bisschen hinter dem Mond, aber das passt nicht mehr in eine aufgeklärte
Welt. Vielleicht kann man noch sagen, da soll doch Gott nach sehen. Aber
Gott hat gesagt, nein, ihr müsst das juristische Problem lösen. Und in
Römer 13, 4 wird das wieder aufgenommen und Paulus sagt, die Obrigkeit
trägt das Schwert nicht umsonst. Das heißt, die Obrigkeit hat
Schwertgewalt. Dann in den Versen 8-17 wird erklärt, der Bund wurde mit der
ganzen Menschheit geschlossen. Der Bund ist ewig und weltweit gültig. Es
gibt hier ein Symbol für den Bund und das ist der Regenbogen. Und der
Regenbogen hat die Menschen zu allen Zeiten immer wieder beschäftigt. Und
auch uns geht es so. Gott hat diesen Regenbogen gesetzt um sich zu erinnern
an den Bund mit Noah, keine Sintflut mehr, aufgrund des Opfers mit dem Duft
der Ruhe. Und da kann ein Gläubiger denken, wenn ich den Regenbogen sehe,
dann kann ich immer wieder daran denken, dass es keine Verdammnis mehr gibt
für die, welche in Christus sind. Nie mehr! Schön, oder?
Und dann kommt die Prophetie von Noah. Noah, dieser gerechte, treue Mensch,
wird nach der Sintflut Ackerbauer und der Alkohol wird ihm zum Fallstrick.
Schon tragisch. Er betrinkt sich und entblößt sich dann in seinem Zelt, Ham
geht hinein und verachtet zutiefst seinen, aus seiner Sicht, dummen Vater.
Aber die beiden anderen Söhne, als sie dies hören, gehen nicht auf das
Gespött von Ham ein, sondern sie gehen rückwärts in das Zelt hinein und
decken ihren Vater zu. Dann kommt Noah wieder zur Besinnung und es wird ihm
erzählt, was geschehen ist. Und dann hat er als Prophet Aussprüche getan. 1. Mose 9, 25: «Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er seinen
Brüdern! Und weiter sprach er: Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems, und
Kanaan sei sein Knecht! Gott breite Japhet aus und lasse ihn wohnen in den
Zelten Sems, und Kanaan sei sein Knecht!»
Diese Prophetie gibt in großen Linien die Geschichte der Menschheit
wieder. Also Ham wird in seinen Nachkommen, Kanaan, verflucht. Ein Knecht
der Knechte soll er sein, das heißt der ausgesprochene Knecht par
excellence. Nun ist es interessant: Wer hat damals nach der Sintflut die
ersten zivilisatorischen Leistungen erbracht? Das waren die Hamiten, denn
höchstwahrscheinlich waren die Sumerer Hamiten und wenig später nach der
Sintflut haben die Sumerer eine Zivilisationsexplosion bewirkt. Plötzlich
ist da eine Zivilisation da. Wenn man gräbt, die Archäologen graben im
Irak, plötzlich kommt eine Hochzivilisation ans Licht und man hat keine
Vorstufen dazu. Und in den Fachbüchern kann man immer wieder lesen, die
Sumerer seien nach dem Südirak eingewandert von woanders her; aber sie
finden kein Buch, wo stehen würde, woher sie gekommen sind. Und man hat
auch keinen Ort gefunden, wo die vorsumerische Kultur greifbar wäre. Also
am besten lässt man die Sumerer wo sie sind und sagt, die haben noch so
viel Wissen gehabt von Noah her, der ja in der Lage war, ein gewaltiges
Schiff zu bauen, dass sie diese Bauwerke errichten konnten. Und dann, etwas
zeitverschoben, in Ägypten (wir werden gleich sehen, die Ägypter sind auch
Hamiten), eine Hochkultur. Aber merken wir: Sie sind vom Ararat
ausgewandert, der heutigen Türkei, in den Südirak. Dort ist der Turm zu
Babel gebaut worden. Dann kam die Sprachverwirrung, und kurz nach der
Sprachverwirrung, haben die, die im Gebiet vom Südirak geblieben sind, die
Sumerer, eine Kultur entwickelt. Aber die Ägypter mussten weiterwandern bis
ins Niltal und deshalb kam ihre Kultur etwas zeitverschoben. Und nochmals
zeitverschoben im Industal, in Indien. Aber in Europa dauert es noch ganz
lang, denn da war die Eiszeit, als eine weitere Folge der Sintflut. Und da
musste man mit diesen unwirtlichen Umständen kämpfen und in Höhlen
überleben und dort schöne Malereien machen. Dort konnten sie sich
zivilisatorisch auslassen. Aber die Europäer blieben noch sehr lange
zurück. Aber Ham in Ägypten hat eine hohe Zivilisation geliefert.
Und dann, was haben die Semiten und die Jafetiten gemacht? – Wir werden
gleich noch sehen, von Jafet stammen vor allem die Europäer ab. – Die haben
das später alles übernommen. Ham hat der Welt die Urzivilisation geschenkt
und ist gewissermaßen zum Knecht der Knechte geworden für die ganze Welt.
Aber später haben dann die Jafetiten ihren Namen groß gemacht, aber nicht,
weil sie das alles selber erfunden hätten, sondern weil sie es von Ham
bekommen haben. Er ist ihr Diener geworden. Also man sollte ja nicht die
Sklaverei der Schwarzen mit solchen Stellen rechtfertigen wollen, das wäre
ganz böser Sarkasmus, denn das war ein gewaltiges Unrecht, allerdings unter
der Zulassung Gottes. Aber was wir wirklich sagen können ist, dass Ham
tatsächlich zum Knecht aller Völker der Erde geworden ist und ihnen die
Zivilisation geschenkt hat, Schrift, Architektur, Mathematik, Astronomie
und so weiter. Das geht insoweit alles zurück auf Ham.
Japhet heißt «weit ausgedehnt». Und Noah sagt: «Weit mache es Gott dem
Japhet.» Und effektiv haben sich die europäischen Völker am meisten in
allen fünf Kontinenten verbreitet. Und bei Sem sagt Gott durch Noah:
«Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems.» Und da haben wir den
Glaubenssegen. Gott ist der Gott Sems. Und durch die semitische Linie hat
Gott sich geoffenbart, über Israel, und durch die Heilige Schrift, die dann
der ganzen Welt geschenkt worden ist.
Also Ham hat die Zivilisation geschenkt, Sem hat uns die biblische
Offenbarung weitergegeben und Japhet hat davon profitiert und hat sich
einen Namen gemacht in der ganzen Welt. Also das gibt uns wirklich die
großen Linien der Menschheitsgeschichte. Nun, bei dem Fluch über Ham bzw.
Kanaan ist natürlich zu betonen, dass Ham früher auch gesegnet worden ist,
denn der Segen in 1. Mose 9, 1 über Noah und seine Söhne galt auch Ham. Ham
hatte also sowohl Fluch als auch Segen. Und noch etwas. Im Neuen Testament,
in der Apostelgeschichte, haben wir drei Portraits von Bekehrungen. Zuerst
das Portrait von dem Kämmerer aus Äthiopien, Apostelgeschichte 8. Dann das
Portrait von Saulus von Tharsus, wie er sich bekehrt hat, Apostelgeschichte 9. Und in Kapitel 10 das Portrait vom Hauptmann Kornelius. Der Äthiopier
war ein Afrikaner, Saul war ein Semite, und der Hauptmann Kornelius war ein
Japhetite. Diese drei Portraits sind uns gegeben, um zu zeigen, wie Gott
alle Söhne Noahs segnen will. Und da haben wir es wieder: Von allen Arten!
waren Tiere in der Arche. Und auch alle drei Söhne Noahs waren ja in der
Arche, die Stammväter aller Völker der Welt.
Kapitel 10 - Die Völkertafel
Jetzt kommen wir zu 1. Mose 10, das ist die Völkertafel. Da werden uns
Noah und seine Söhne aufgeführt und wieder deren Söhne. Wir finden in
dieser Tafel 70 Namen aufgeführt. Eine solche Tafel ist in der
Weltliteratur absolut einzigartig und noch heute in der Archäologie staunt
man über die Präzision der Völkertafel, was die Herkunft der verschiedenen
Völker angeht. Wir können 1. Mose 10 als Gottes Dokument der Weltmission
bezeichnen. Da wurden quasi die Urväter der verschiedenen Völker
aufgezählt. Unter dem dritten Punkt möchte ich etwas erwähnen. Zum Beispiel
in 1. Mose 10, 2 heißt es: «Die Söhne Japhets waren: Gomer, Magog, Madai,
Jawan, Tubal, Mesech und Tiras.»
Von Gomer leiten sich die Kelten und Germanen her, von Madai die Meder
(Kurden, die Kurden sind stolz darauf, Meder zu sein), Tubal und Mesech
sind Stämme, die an der Wurzel des russischen Volkes stehen, von Jawan
stammen die Griechen ab (in hebr. ist heute noch javan das Wort für
Griechenland). Kusch, ein Sohn von Ham, bedeutet «der Schwarze». In der
Bibel wird Kusch speziell verwendet für das Gebiet von Sudan, Äthiopien,
und letztlich ganz Schwarzafrika. Mizraim ist auch ein Nachkomme von Ham
und er ist der Stammvater von Ägypten. Auch dafür ist der Name im
Hebräischen gleichgeblieben; man sagt auch heute noch mitzraim. Auf
Arabisch heißt Ägypten Msr. Put ist ein Stammvater nordafrikanischer
Völker, westlich von Ägypten. Kanaan ist klar, der Vater der Kanaaniter,
also im heutigen Israel und bis in den Libanon hinauf. Die christlichen
Libanesen sind noch ganz besonders reine Kanaaniter und sind auch stolz
darauf. Elam steht an der Wurzel von einem Teil von Persien. Assur ist
Stammvater von den Assyrern, Aram von den aramäischen Syrern. Also wir
haben hier Namen um Namen und sie sind so präzise hier aufgelistet. Warum
hat Gott diese Liste gegeben? Weil er damit zeigen wollte: Ich liebe die
ganze Welt und kein Volk ist vor mir vergessen. Auch wenn jetzt mit Kapitel
11 die Geschichte mit Abraham beginnt und dem Volk Israel, dann heißt das
nicht, dass jetzt die anderen Völker vergessen sind. Gott hat sie
dokumentiert als Weltmissionstafel bereits im Alten Testament. Also wenn
wir neutestamentlich über Weltmission sprechen und so weiter, dann müssen
wir immer zurückgehen zu 1. Mose 10, da haben wir das Grunddokument für die
Weltmission.
Gott liebt alle Völker. Ich habe aufgelistet unter dem zweiten Punkt: Es
sind genau siebzig Namen. Und die Zahl 70 ist im Judentum die symbolische
Zahl der Völker. Am Laubhüttenfest wurden ja immer 70 Stiere geopfert. Das
ist in 4. Mose 29, 12-34 so vorgeschrieben. Man muss dort alle Stiere
zusammenzählen und dann kommt man auf 70 Stück. Und man hat im Judentum
gesagt, die siebzig Stiere entsprechen den siebzig Namen der Völker in 1.
Mose 10. Wir bringen diese Opfer dar im Hinblick auf alle Völker der Welt.
Am Laubhüttenfest! Eben ein Opfer für alle Völker. Gott hat sie nicht
vergessen.
Und nun noch eine Bemerkung zu Vers 25, dort haben wir die semitische
Linie der Verheißung. Und es heißt dort: «Und Heber wurden zwei Söhne
geboren; der Name des einen war Peleg, denn in seinen Tagen wurde die Erde
geteilt; und der Name seines Bruders war Joktan». Die Erde wurde also
geteilt, oder zerteilt. Was bedeutet das? Nun, Ausleger haben daran
gedacht, dass dies wahrscheinlich bedeutet, dass zur Zeit Pelegs nach der
Sintflut die Sprachenverwirrung geschehen ist. Aber das Wort hier für
zerteilen «palag», - beachten wir das Wortspiel palag zerteilen und Peleg -
das wird in 1. Mose 10 und 11 nie in Verbindung mit der Sprachenverwirrung
gebraucht. Aber palag bedeutet im hebräischen viel eher «Abtrennen von Land
durch Wasser». Zum Beispiel kommt das Wort peleg auch in Psalm 1 vor. Der
Gerechte dort wird beschrieben als gepflanzt al-palgei-majim (also von
peleg), an Strömen von Wassern. Wasserbäche ist das Wort peleg. Und was ist
ein Wasserbach? Eine Teilung von Land durch Wasser. Oder auch die Stelle in
Hiob 38, 25, wo das Wort palag im Pi'elstamm gebraucht wird (pilag) und
beschreibt, dass Gott Kanäle abtrennt für Wasser. Nun, die Erde, nicht die
Weltbevölkerung, die Erde wurde geteilt in den Tagen von Peleg. Im Jahr
1917 hat Wegener die Kontinentalverschiebungstheorie entwickelt, weil die
Kontinente gut zusammenpassen, wenn man sie verschiebt. Diese Theorie stieß
auf Ablehnung, aber später hat man sie wieder aufgegriffen. Heute wird sie
allgemein vertreten. Der Vater von Wegener war Pastor und wahrscheinlich
hatte er die Idee von seinem Vater. In den Tagen Pelegs wurde die Erde
zerteilt. Also wir können da denken an die Kontinentalverschiebungen, die
wiederum nicht vor Millionen von Jahren geschehen sind, sondern in einem
kürzeren historischen Zeitrahmen, als Folgeerscheinung der Sintflut.
Kapitel 11 - Der Turmbau zu Babel
Und nun kommen wir zu Kapitel 11. Da wird dann beschrieben wie die
Menschheit nach der Ursintflut ausgewandert ist. «Und die ganze Erde hatte
eine Sprache und einerlei Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen,
da fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie
sprachen einer zum anderen: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart
brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente
ihnen als Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und
einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen
Namen, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde! Und HERR fuhr
hernieder, die Stadt und den Turm zu sehen, welche die Menschenkinder
bauten. Und HERR sprach: Siehe, sie sind ein Volk und haben alle eine
Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts
verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. Wohlan, lasst uns herniederfahren
und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache
nicht verstehen! Und HERR zerstreute sie von dannen über die ganze Erde;
und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen Babel;
denn daselbst verwirrte HERR die Sprache der ganzen Erde, und von dannen
zerstreute sie HERR über die ganze Erde.»
Schon in 1. Mose 10 wird gesprochen über diese 70 Namen und wie sich dann
die verschiedenen Familien in der Welt ausgebreitet haben. Nun, 1. Mose 11,
1-9 erklärt uns nun, wie es zu diesen Völkerwanderungen nach der Sintflut
gekommen ist. Das ist also ein Rückgriff, eine Rückschau. Übrigens möchte
ich noch etwas erklären zu Japhet, das interessiert ja die meisten von uns.
Von Japhet heißt es schon in Kapitel 10, Vers 5: «Von diesen aus verteilten
sich die Bewohner der Inseln der Nationen in ihren Ländern, eine jede nach
ihrer Sprache, nach ihren Familien, in ihren Nationen.» Bei der alten
Elberfelder Übersetzung gibt es bei Inseln der Nationen eine Fußnote und da
wird erklärt, dass das hebräische Wort überall im Alten Testament die
Inseln und Küstengebiete des Mittelländischen Meeres bezeichnet, von
Kleinasien bis Spanien. Das sind also nicht irgendwelche Inseln bei Hawaii
oder so, sondern der Ausdruck, der dort gebraucht wird im Bibeltext,
bezeichnet speziell die mittelländischen und europäischen Küstengebiete.
Das zeigt uns also nochmals wie Japhet insbesondere nach Europa gegangen
ist und dann hat er sich ausgebreitet über alle fünf Kontinente. Weit mache
es Gott dem Japhet.
Jetzt erklärt uns 1. Mose 11, wie es eigentlich dazu gekommen ist. Sie
ziehen ja aus ins Land Sinear. Der Ausdruck «Land Sinear» bezeichnet
insbesondere den Südirak bis etwa nach Bagdad hinauf. In Vers 4: wird
beschrieben, wir sie da einen Turm bauen wollen. Gemeint ist damit, was man
im akkadischen mit zikkuratum bezeichnet, ein Zikkurat. Man hat in
Mesopotamien etwa zwei Dutzend Zikkurate gefunden. Das sind so Stufentürme
mit langen Treppen hinauf und oben drauf hatte man ein Heiligtum für einen
Gott. Übrigens, ganz, ganz ähnlich wie diese Pyramidenbauten in Mexiko.
Also erstaunlich ähnlich in Details. Wo haben die Mexikaner das her? Nun,
sie hatten auch den gleichen Ursprung. Wir können uns das ganz gut
erklären. Und auch die Pyramiden, die später in Ägypten gebaut wurden,
gehen von der Architektur her auf dieses Vorbild der Zikkurate in
Mesopotamien zurück. Also die Zivilisation nach der Sintflut beginnt gleich
mit einer Explosion, man beginnt Gigantisches zu bauen. Nicht wahr, schon
Vater Noah wusste, was es heißt, etwas Gigantisches zu bauen. Aber diese
Zikkurate haben es in sich. Das akkadische Wort «zikkuratum» heißt
eigentlich Bergspitze. Also für sie sollte das quasi wie ein Tempelberg
sein in den Ebenen des Südirak. Da hatten sie keine hohen Berge, da mussten
sie diesen Berg zuerst bauen. Und dann oben drauf ein Tempelchen. Sehen wir
da wieder die Kopie des himmlischen Zionberges und darauf der himmlische
Tempel?! Aber sie machten das nicht für den Gott der Bibel, sondern für die
Naturgötter, die sie in den Sternen und Sternbildern verehrten. Und darum
kann man sagen, die Frühgeschichte da von Babel beginnt mit Magie,
Aberglaube, Zauberei und Wahrsagerei. Das wird uns auch gesagt in Jesaja
47, 12: Babel hat von Jugend auf Zauberei getrieben.
Das Ziel war, man baute diese erste Zikkurat, um die Götter von oben
herabzuholen zu den Menschen. Und das hat Gott gesehen. So schnell ist der
Mensch in die Abgötterei gefallen. So schnell ist Vater Noah in den
Alkoholismus gefallen. Das ist tragisch. Gott wollte einen Neuanfang machen
und der Mensch macht alles so schnell wieder kaputt. Ein Machtsystem sollte
entstehen. Dann kommt Gott und verwirrt die Sprache, damit dieses Projekt
nicht vollendet werden kann. Dadurch kam die Völkerwanderung. Aber die
späteren Bewohner des Landes Sinear, die haben dann später wieder solche
Türme gebaut. Darum hat man eben ca. zwei Dutzend davon gefunden. Gott hat
die Sprache verwirrt und darum hieß dann die Stadt Babel, das haben wir
gelesen in Vers 8 und 9. Babel heißt auf hebräisch «babhel», das kommt von
der Wurzel «balal», verwirren. Die alten Sumerer haben die Stadt «babillum»
genannt und man weiß gar nicht, woher dieses Wort kommt. Man kann es aus
dem sumerischen nicht erklären. Ist doch eigenartig. Warum? Weil die
Wortherkunft auf eine hebräische Wurzel zurückgeht. Das könnte ein Hinweis
darauf sein, dass die Ursprache Hebräisch war. Und auch die Namen der
vorsintflutlichen Patriarchen, von Noah zurück bis auf Adam, kann man alle
vom Hebräischen her erklären – außer bei Lamech, dort hat man die Wurzel
nicht gefunden. Also die Sumerer haben weiter diese Stadt Bablillum
genannt, aber in ihrer Sprache konnten sie das gar nicht mehr erklären.
Und die Babylonier später, die haben dann die Sumerer abgelöst. Die
Babylonier waren ein semitisches Volk und die haben den Namen auch
übernommen, aber sie haben ihn dann volksethymologisch abgeleitet aus ihrer
eigenen Sprache und haben gemerkt, das Wort babillum klingt so ähnlich wie
unser Wort «babilu» oder «babilum». Und auf Akkadisch heißt «bab-ilu» oder
«bab-ilami» Tor Gottes oder Tor der Götter. So haben die Babylonier den
Namen erklärt aus ihrer eigenen Sprache. Aber das war nicht die
ursprüngliche Bedeutung. Die ursprüngliche Bedeutung kommt eben von
Verwirrung. Babel, wie wir schon gesehen haben, weist hin auf Babylon in
der Offenbarung, ist also schon eine Vorschattung der Perversion des
Christentums. Ist das nicht erstaunlich? Da haben wir die Sintflut, ein
Hinweis auf den Tod und die Auferstehung Christi. Und dann hat Gott die
Söhne Noahs gesegnet. Und was machen sie dann? Dann bauen sie ein
Machtsystem auf, ein geballtes Machtsystem in einer Stadt bauen sie auf und
führen Götzendienst ein. Genau das ist geschehen in der Geschichte der
Christenheit. Ein Machtsystem hat sich gebildet und man hat
Götterverehrungen hineingeführt in die Kirche. Die Heiligenverehrung,
Marienverehrung, das geht alles zurück auf die heidnischen Götter, die
früher verehrt worden sind.
Und dann ist es ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer Sprachenverwirrung
gekommen. Das war speziell in der Reformation, da ist das ganze Machtsystem
auseinandergebrochen. Und es sind so viele hinausgegangen, aber in alle
Richtungen und heute haben wir ein Chaos von Kirchen, Gemeinschaften,
Sekten, Sondergruppen, zu Tausenden. Das ist wirklich eine Aufsplitterung
wie die babylonische Sprachenverwirrung. Und es gibt eine
Sprachenverwirrung untereinander. Alles, was schließlich geschichtlich in
der Reformation herausgekommen ist, aus Babylon, hat Mühe, sich überhaupt
noch zu verständigen. Da braucht man schon einen Dolmetscher. Sie können
gleiche Ausdrücke verwenden und meinen doch etwas ganz anderes damit. Da
sagt Einer: Ich bin ein Kind Gottes. Und der liberale Theologe sagt: Wir
sind doch alle Kinder Gottes. Oder es sagt einer: Ich glaube, dass Christus
auferstanden ist. Sagt ein anderer: O ja, das glaube ich auch, er lebt in
unserer Erinnerung weiter, er war ein guter Mensch. Wir können also die
gleichen Ausdrücke gebrauchen und uns doch nicht mehr verstehen. Aber wir
können sagen, diese ganze Sprachenverwirrung in der Christenheit ab der
Reformation ist eigentlich ein Gericht über die Christenheit. Und da können
wir nicht einfach mit den Fingern auf die Anderen zeigen, sondern wir
müssen sagen, wir sind alle im gleichen Boot. Wir leiden alle unter diesem
Problem. Es ist das Gericht Gottes über eine untreue Christenheit.
Nun noch etwas zur Sprachenverwirrung in Babel. Heute gibt es weltweit
mehr als 6000 Sprachen, ohne die Dialekte mitzuzählen. Und das Interessante
ist, wenn man die Sprachen der Welt miteinander vergleicht, kann man sie
nicht auf eine Ursprache zurückführen. Man kann viele Sprachen
zusammenfassen zu einer Gruppe, z.B. Deutsch, Englisch, Holländisch. Und
dann etwas weiter verwandt: Französisch, Italienisch, Spanisch. Und wieder
auf einer anderen Seite weiter weg verwandt: Polnisch, Russisch, Kroatisch
etc. Diese alle gehören zu den Indoeuropäischen Sprachen. Die sind alle
irgendwie miteinander verwandt und so könnte man sie vielleicht auf eine
oder mehrere Ursprachen zurückführen. Aber man kann nicht alle Sprachen der
Welt auf eine Ursprache zurückführen. Chinesisch und Deutsch kann man zum
Beispiel nicht miteinander in Verbindung bringen. Chinesisch lässt sich
auch nicht mit den Bantusprachen in Verbindung bringen, das ist ein ganz
anderer Sprachstamm. Aber was man bis heute herausgefunden hat, ist, dass
man diese 6000 Sprachen auf ungefähr 50-100 Ausgangssprachen zurückführen
kann. Nun, was ist geschehen in Babel? Da gab es eine Ursprache und dann
hat Gott neue Sprachen geschaffen, nach ihren Arten. Gott hat also mehrere
Grundtypen geschaffen und im Laufe der Zeit sind natürlich Dialekte
entstanden und die haben sich dann aufgeteilt. Genau gleich wie in der
Biologie. Gott hat nicht eine Uramöbe geschaffen und am Schluss ist dann
Goethe da herausgekommen, sondern nach ihren Arten. Gott hat Grundtypen
geschaffen und die haben sich durch freie Zuchtwahl in der Natur
aufgespalten in verschiedene Arten. Und mit den Sprachen ist es eben
gleich. Einige Grundtypen hat Gott geschaffen und mit der Zeit sind daraus
die vielen Sprachen entstanden.
Gott hat also hier den Menschen plötzlich die Fähigkeit eingegeben, eine
neue Sprache, ohne sie gelernt zu haben, zu sprechen. Aber nicht so passiv,
dass es einfach so durch einen hindurchläuft, sondern sie haben die Sprache
wirklich beherrscht. Allerdings konnten sie die anderen nicht mehr
verstehen, sondern nur die Sprache, die Gott ihnen eingegeben hatte. Und
das hat dann zu der Wanderschaft der Völker über die ganze Erde geführt.
Wir haben dann in 1. Mose 11, 10-26 die neun Generationen von Sem bis
Abraham. Man kann sagen von Adam bis Noah sind es zehn Generationen und von
Noah bis Abraham wieder zehn. Abraham stammt dann von Sem ab. Im
Hebräischen spricht man das «schem» und es bedeutet einfach «Name». Und bei
der Berufung in 1. Mose 12, 3 sagt Gott zu ihm: «Und ich will dich zu einer
großen Nation machen und dich segnen und ich will deinen Namen (schem) groß
machen.» Das ist die Linie Sems. Gott ist der Gott Sems und den Samen von
Abraham aus dem Samen Sems, will er groß machen, zum Segen für alle Völker. 1. Mose 12, 3: «Und ich will segnen, die dich segnen und wer dir flucht,
den werde ich verfluchen. Und in dir sollen gesegnet werden alle Familien
der Erde.» Nicht alle Menschen der Erde, sondern alle Familien, von jedem
Stamm und jeder Sprache und jeder Nation.
Übrigens die Lebensdaten der Nachkommen nach Noah, die gehen langsam
runter. Die sind also deutlich tiefer als die Vorsintflutlichen und gehen
langsam immer weiter runter. Die Lebensalter nach der Flut kann man mit
einer Exponentialfunktion mathematisch beschreiben. Die Alter vor der
Sintflut waren auf einer Konstanten, mit einer starken Abweichung bei
Henoch, der entrückt wurde, und nach der Flut entspricht es mathematisch
einer Exponentialfunktion. Woher kannten die alten Hebräer
Exponentialfunktionen? Kannte man gar noch nicht. Wenn also jemand sagt,
die haben die Zahlen einfach erfunden, können wir sagen, das geht doch
nicht, die beschreiben eine Exponentialfunktion. Und in der Biologie ist es
so: Manche zeitabhängige biologische Prozesse können ebenfalls mit
Exponentialfunktionen beschrieben werden. Und das weist darauf hin, dass es
sich offensichtlich um einen für uns heute weitgehend noch unbekannten
biologischen Prozess handelt, der für die Abnahme der Alter nach der Flut
verantwortlich ist. Auch das ist höchst erstaunlich.
Fragen und Antworten
Jetzt haben wir noch etwas Zeit für Fragen.
Frage: Heute nimmt das Lebensalter doch wieder zu. Warum?
Antwort: Heute nimmt das durchschnittliche Lebensalter wieder zu. Aber
könnte man nicht noch sagen, vor allem im Abendland, also Europa und
Amerika? Und da hängt es natürlich sehr stark zusammen mit der modernen
Medizin. Man könnte auch ausdeutend noch sagen, die moderne Medizin hängt
ja sehr stark zusammen, geistesgeschichtlich gesehen, mit der Reformation.
Die Reformation hat bei der Entstehung der modernen Wissenschaften, nebst
dem Humanismus, sehr stark mitgewirkt und hat sich so auch als Segen für
unsere Kultur ausgewirkt. Aber wir erreichen auch wieder die Lebensalter,
die Mose für seine Zeit als normal hinstellte, 70-80. Gut manchmal auch
noch darüber hinaus, aber Mose wurde schließlich auch 120 Jahre alt und
dort ist heute ungefähr auch die absolute Grenze. Also es gibt kaum
jemanden, der die 120-Jahresgrenze durchbrechen kann. Aber die Frage ist:
Was machen wir im Abendland eigentlich mit diesem Segen? Gott verlängert
dadurch vielen Europäern die Gnadenzeit, denn mit dem Tod ist sie vorbei.
Also man muss das auch unter diesem Aspekt sehen. Offensichtlich liebt Gott
die Europäer schon sehr, dass er ihnen quasi eine so lange Chance gibt,
nebst dem, dass sie eine so lange Tradition haben von dem Evangelium in
ihren Ländern. Und das macht uns natürlich ungeheuer verantwortlich.
Frage: Es heißt in 1. Mose 9, 27: Gott breite Japhet aus und lasse ihn
wohnen in den Zelten Sems und Kanaan sei sein Knecht. Wie hat sich das
gezeigt?
Antwort: Das bedeutet, dass Japhet gewissermaßen Gebiete einnimmt von Sem
und das ist auch in der Geschichte geschehen. Zum Beispiel die Engländer
und Franzosen sind schon im letzten Jahrhundert, schon seit Napoleon, in
semitisches Gebiet eingedrungen. Und weiter gewissermaßen hat Japhet den
Segen, den Sem weitergegeben hat, so einnehmen können. Das ist das
christliche Abendland, dieses Wohnen in den Zelten Sems.

