
Römer 8,9-1107.12.2025
Serie•Teil 31 / 48Wir betrachten den Römerbrief
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einführung in den Predigttext und die Lesung
Guten Morgen, liebe Gemeinde, und auch alle lieben Zuschauer am Livestream.
Ich wünsche euch einen gesegneten zweiten Advent und lade uns ein, unsere Bibeln zur Hand zu nehmen. Wir setzen die Betrachtung im Römerbrief fort und sind in Kapitel acht angekommen.
Lasst uns zur Textlesung aufstehen. Römer 8,9-11:
Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Amen.
Nehmt gerne Platz.
Zwei Menschengruppen und die ernste Frage nach der Zugehörigkeit
Wir haben am letzten Sonntag gehört, dass Paulus in den Versen zuvor von zwei Gruppen von Menschen gesprochen hat. Da sind die, die an Jesus glauben, und da sind die, die nicht an ihn glauben. Die Gläubigen, so schreibt er, sind nach der Wesensart des Geistes, und die Ungläubigen nach der Wesensart des Fleisches. Es gibt nur diese beiden Gruppen von Menschen: Entweder bist du im Geist, oder du bist im Fleisch. Entweder bist du ein Christ und trachtest nach Geistlichem, oder du bist kein Christ und trachtest nach dem Fleischlichen, was ein Ausdruck für das Sündige ist.
Das vernichtende Fazit über die Gruppe, die im Fleisch ist, fällt der Apostel in Vers 8 unmittelbar vor unserem Predigttext: Die im Fleisch sind, sagt er, können Gott nicht gefallen. Es ist ihnen unmöglich. Allein dieser Satz sollte uns aufschrecken lassen. Und natürlich die Frage stellen: Wie ist denn das mit mir? Denn Gott nicht zu gefallen bedeutet, in alle Ewigkeit verdammt zu sein, weil Vers 7 nämlich sagt, dass das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist. Wir werden in Ewigkeit von ihm getrennt sein, in der ewigen Hölle und Verdammnis, wenn wir im Fleisch und nicht im Geist sind.
Aber das muss nicht so bleiben. Bestes Beispiel dafür sind die Christen in Rom. An sie wendet sich der Apostel, und zwar jetzt auf eine sehr persönliche Weise, und ermutigt sie, ihres Glaubens gewiss zu sein. Eben noch hat er seine Leser in der dritten Person angesprochen: Vers 8, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Aber jetzt ändert er seine Grammatik und kommt mit warmen Hirtenworten den römischen Christen nahe, indem er sie in der zweiten Person anspricht: Ihr aber, sagt er, bei euch ist es anders. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist.
Woran sich wahres Christsein erkennen lässt
Woran macht Paulus es nun fest, dass die römischen Christen im Geist und nicht im Fleisch sind, oder anders gefragt: Wer ist ein Christ und wer nicht?
Nun, das Erste, was wir als Antwort auf diese Frage sehen, ist, dass der Heilige Geist im Herzen eines Gläubigen Wohnung gemacht hat. Das ist ein wiederkehrender Begriff in unseren drei Versen. Paulus versichert den Gläubigen in Rom in Vers 9: Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist. Mit anderen Worten: Ihr steht nicht unter der Kontrolle eurer sündhaften Natur, sondern unter der Kontrolle des Heiligen Geistes. Wie kommt das? Weil Gottes Geist in euch Wohnung gemacht hat.
Er drückt es so aus in Vers 8: Wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Die Schlachter 2000, die Luther 84 und die Elberfelder übersetzen es genau so: Wenn wirklich der Geist Gottes in euch wohnt.
Nun drängt sich die Frage auf, die du vielleicht auch sofort hast: Ja, was denn jetzt, Paulus? Einerseits bist du voller Überzeugung und sagst: Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist. Und im nächsten Halbsatz relativierst du das: Wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Ja, was denn nun? Ist er sich nun sicher, dass die römischen Christen geistliche Menschen sind oder fleischliche? Ist er sich sicher, dass der Geist in den Herzen der Christen wohnt oder doch nicht?
Er ist sich sicher. Bedenken wir, was er bereits über die Christen in Rom gesagt hat und auch noch später sagen wird. Er nennt sie in Kapitel 1, Vers 6 berufene Christi. Er nennt sie geliebte Gottes. Er nennt sie berufene Heilige. Er schreibt in Kapitel 1, Vers 8: Euer Glaube wird in der ganzen Welt verkündigt. Später, in Kapitel 15, Vers 14, schreibt er: Ich selbst aber, meine Brüder, bin überzeugt von euch, dass auch ihr selbst voller Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis.
Paulus könnte dies nicht schreiben, wenn er nicht sicher wäre, dass der Heilige Geist in den Herzen der Gläubigen wohnt.
Die Gewissheit des innewohnenden Geistes
Dies stellt er mit dem Satz „Wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt“ nicht in Frage. Im Gegenteil, er ist zutiefst davon überzeugt. Denn das hier verwendete griechische Wort kann auch übersetzt werden mit: „da ja der Geist in euch wohnt“. Das macht übrigens die Luther 2017-Übersetzung: „Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, da ja Gottes Geist in euch wohnt.“ Es kann auch übersetzt werden mit: „So gewiss Gottes Geist in euch wohnt.“
Es liegt hier also keine Wenn-dann-Bedingung vor. Ihr seid im Geist und nicht im Fleisch, wenn der Heilige Geist in euch wohnt. Ist das etwas, was die Christen noch erfüllen müssen? Nein. Der Apostel beschreibt einen Sachverhalt, und dieser Sachverhalt gilt für alle Christen, auch für dich. Nämlich dass der Heilige Geist im Herzen eines Gläubigen Wohnung gemacht hat, eingezogen ist. Er lebt in deinem Herzen.
Paulus hinterfragt also nicht, ob der Heilige Geist in ihnen wohnt, sondern er versichert ihnen, dass er in ihnen wohnt. Woher weiß ich also nun, woher weißt du das? Das ist die Frage. Woher weiß ich, dass ich unter der Herrschaft des Geistes und nicht unter der Herrschaft des Fleisches lebe? Woher weiß ich, dass ich nicht ungläubig bin? Antwort: durch den in deinem Herzen wohnenden Heiligen Geist.
Der Heilige Geist hat Einzug gehalten in die Herzen der Kinder Gottes, und das ist der entscheidende Unterschied zu den Menschen ohne Gott. Sie haben den Heiligen Geist nicht, deswegen sind sie im Fleisch und können Gott nicht gefallen. Aber Christen sind durch den Heiligen Geist wiedergeboren. Er lebt in ihren Herzen und hat Wohnung gemacht. Das bedeutet: Christen sind Menschen des Heiligen Geistes.
Die erste Folge: Zugehörigkeit zu Gott
Das ist dem Apostel so wichtig, dass er es in Vers 9 noch einmal so ausdrückt: Wer aber den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein Christ hat immer den Heiligen Geist. Es gibt keine Abstufungen von Christen mit und Christen ohne Heiligen Geist, wie es manchmal dargestellt wird. Ein lebendiger Christ hat den Heiligen Geist, ein Mensch, der nicht an Christus glaubt, hat ihn nicht. Wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein.
Wir fragen uns natürlich: Okay, was hat das jetzt für eine Bedeutung für dich und für mich? Nun, ich möchte zwei Anwendungen erwähnen, zwei Folgen daraus. Denn diese Wahrheit, dass der Heilige Geist in deinem Herzen wohnt, macht etwas mit dir. Das kann dich nicht kalt lassen.
Das Erste ist: Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, dann gehören wir uns nicht mehr selbst, sondern wir gehören Gott. Es hat ein Eigentumswechsel stattgefunden. Du gehörst nicht mehr dir, du gehörst Gott. Das macht Vers 9 deutlich: Wer aber den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein. Im Umkehrschluss gilt: Wer den Geist Christi hat, der ist sein. Das heißt, der gehört Gott und nicht sich selbst.
Das heißt auch: Deine Identität, also wer du im Kern wirklich bist, und auch dein Verhalten werden nicht länger durch die Sünde geprägt, sondern durch den Geist Gottes. Weil wir nun Gott gehören, räumen wir die Mitte, in die wir uns unrechtmäßig gestellt haben, und dort steht jetzt Gott. Unser Leben wird durch ihn bestimmt und findet Erfüllung und Zufriedenheit in ihm.
Wir sind sein. Amen. Du gehörst Gott, wirklich.
Paulus drückt es in 1. Korinther 6,19-20 so aus: Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören.
Die zweite Folge: Der Geist als Kraftquelle des neuen Lebens
Okay, das ist die erste Anwendung. Sei dir bewusst, du gehörst nicht mehr dir selbst, sondern du gehörst Gott.
Die zweite Auswirkung ist dies: Wenn du ein Christ bist, dann sei dir neu bewusst, dass der Heilige Geist in dir wohnt. Was für eine befreiende Botschaft ist das! Du lebst dein Christenleben nicht allein. Du lebst es nicht aus eigener Kraft. Du bist nicht deine eigene Kraftquelle, sondern der ewige Gott. Mit der Kraft des Heiligen Geistes hat er von dir Besitz ergriffen, und er wohnt in dir.
Du magst schwach sein. Du kennst deine Unzulänglichkeiten, du kennst dein Versagen, du weißt um deine Baustellen, und du spürst sie auf ungeschönte Weise, was andere vielleicht gar nicht sehen. Du weißt es. Aber die unendliche, ewige, unveränderliche dritte Person der Gottheit, der Heilige Geist selbst, wohnt in deinem Herzen. Es ist zu groß, um es zu verstehen, zu wunderbar, um es zu begreifen.
Es ist derselbe Geist, der auf unseren Erlöser Jesus Christus ruhte und der ihn mit Kraft und Fähigkeit für seinen irdischen Dienst ausrüstete. Er hat Wohnung in deinem Herzen gemacht. Jesus hat es uns gesagt: Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht. Ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Lieber Bruder, liebe Schwester, er wird dich nicht in der Schwachheit deines alten Wesens zurücklassen. Er wird dich dir nicht selbst überlassen. Er wirkt in dir und in mir zur Ehre Jesu Christi und zu unserem eigenen Wohl.
Wenn du also an Christus glaubst, dann ist die Wahrheit über dich diese: In deinem Inneren wohnt der Heilige Geist, die Kraftquelle für dein Wandeln mit Gott. Du gehörst ihm, nicht mehr dir selbst, und er verleiht dir die Fähigkeit, ein Mensch des Geistes und nicht länger ein Mensch des Fleisches zu sein. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Christen und denen, die nicht an Jesus glauben.
Die Frage nach dem Glauben und die neue Zugehörigkeit
Deswegen am Ende dieses ersten Teils der Predigt: Glaubst du an Jesus? Das ist die Frage. Glaubst du an ihn, oder bist du noch im Fleisch? Dann kannst du Gott nicht gefallen, wie der Text es gesagt hat.
Doch wenn du dich im Glauben an Christus wendest, dann wirst du durch den Heiligen Geist von Neuem geboren. Und du gehörst fortan einem anderen Team an, mit Jesus als Käpten und dem Geist in deinem Herzen. Das wünsche ich uns allen von ganzem Herzen. Amen!
Wenn nun der Heilige Geist im Herzen eines Menschen Wohnung gemacht hat, dann hat dies weitreichende Folgen. Paulus nennt nun in den Folgeversen zwei dieser Folgen. Zum einen schafft der Heilige Geist geistliches Leben in dir, und zweitens wird er deinen Leib auferstehen lassen. Er schafft Auferstehungsleben.
Der Geist schafft geistliches Leben
Erstens: Der Geist schafft geistliches Leben
Paulus schreibt in Vers 10: Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.
Wenn Christus in uns ist und er durch den Geist in dir Wohnung gemacht hat, dann ändert sich für deinen Leib zunächst überhaupt nichts. Warum nicht? Paulus schreibt in Vers 10: Denn der Leib ist zwar tot um der Sünde willen.
Wie kommt das? Die Bibel erklärt es uns. Weil Adam und Eva Gott nicht gehorchten, aßen sie vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, worauf der Tod stand. Und sie starben. Geistlich starben sie sofort, ihre Beziehung zu Gott war unmittelbar tot. Deswegen versteckten sie sich, und deswegen wurden sie auch aus dem Paradies geworfen. Sie hatten sich selbst in die Mitte gestellt und Gott an den Rand gedrängt. Ihr Leib aber starb nicht unmittelbar. Aber der Prozess des Todes begann in ihren Körpern fortzuschreiten, bis sie schließlich auch leiblich starben.
Hinsichtlich unseres Leibes gibt es also keinen Unterschied zwischen einem Christen, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, und einem, der nicht vom Heiligen Geist erfüllt ist, also einem Ungläubigen. Alle unsere Leiber sind sterblich. Und unsere physischen Körper verfallen zunehmend. Christen sind übrigens von diesem Prozess nicht ausgenommen. Wenn du es nicht wahrhaben willst, dann schau doch mal in den Spiegel.
Paulus ist realistisch. Er sagt nicht: Ah, wenn der Heilige Geist in dir wohnt, dann wird alles happy clappy, der macht dich gesund und reich und schön und faltenfrei. Nein, unser Leib ist dem Tod verfallen, ob Christ oder nicht Christ. Wir haben einen Körper, der alt wird und verschleißt. Wer meint, dass Christen von diesem gesundheitlichen Verfall ausgenommen seien, oder wer Menschen mit dem Versprechen zum Glauben an Jesus lockt, indem er sagt, ein Christ würde nicht krank werden, der lügt. Der Leib stirbt, er verfällt.
Der innere Mensch und die neue Ausrichtung des Herzens
Aber für den Christen ist etwas Entscheidendes anders. Er hat nämlich nicht nur einen irdisch sterbenden Leib, sondern er hat den Heiligen Geist, der Leben bringt. Vers 10b: Der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.
Obwohl unsere physischen Körper sterben werden und sie in gewisser Weise schon jetzt dem Tod geweiht und ausgesetzt sind, gibt uns der Geist zur gleichen Zeit Leben. Während du beobachten kannst, wie dein Leib von Tag zu Tag abnimmt, gibt der Geist dir zugleich Leben. Dazu ist er gekommen, er gibt dir Leben. In einer sterbenden Welt bringt er das Gegenteil in dein Herz hinein: Leben.
Durch die Wiedergeburt sind wir für Dinge lebendig gemacht worden, für die wir zuvor tot waren. Das bedeutet: Auch wenn dein Körper verfällt, die Knochenschmerzen zunehmen, die Organe nicht mehr so funktionieren und die Liste deiner Beschwerden immer länger wird, lassen wir uns nicht entmutigen. Sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. Warum? Durch den Heiligen Geist, der in dir lebt.
Das unterscheidet dich von allen Menschen, die Christus nicht haben. Sterben leiblich tun wir alle, aber du hast Leben. Dein innerer Mensch wird erneuert inmitten des Verfalls. Denn wir sind nun lebendig, wie er schreibt, um der Gerechtigkeit willen. Das sind die Dinge Gottes, das sind die Dinge, um die es wirklich geht in diesem Leben.
Es ist so traurig, immer mehr zu lesen, wie Menschen darum kämpfen, hundertzwanzig oder hundertfünfzig Jahre alt zu werden. In unserer Straße wohnt ein Mann, der sagt: Ich möchte hundertzwanzig werden. Und jeden Tag siehst du ihn mit seinen Hanteln die Straße hinunterlaufen. Ich höre ihn förmlich sagen: Ich will hundertzwanzig werden.
Das Leben ist im Inneren durch den Geist. Wir sind nun lebendig um der Gerechtigkeit willen. Wir sind lebendig für Gott selbst, für die Bibel, wir sind lebendig für andere Gläubige, denn der Heilige Geist wohnt jetzt in uns. Der alte Hausherr ist weg. Unter seiner Regentschaft verfiel nicht nur unser Leib, sondern unter seiner Regentschaft verfiel auch unser Geist. Wir waren geistlich tot.
Aber als Jesus Christus durch den Geist in unsere Herzen einzog, machte er alles neu. Alles neu. Das Alte raus, neu. Die alte Bude wird neu gemacht. Die alten Wände, weißt du, schon von den ganzen Qualen so verspeckt und vergilbt und so ekelhaft, du kannst gar nicht mehr atmen in dieser alten Hütte. Er kommt und er reißt die Wände nieder. Er reißt das Alte raus, er macht etwas Neues, er baut neu auf, er renoviert, er restauriert.
Er gibt Leben. Er holt, er bringt Frische rein in dein Herz. Er bringt Zukunft rein, er bringt Perspektive rein, er bringt Hoffnung hinein. Die alte Räucherhöhle ist nicht mehr. Der Gestank der Verwesung wird beseitigt, wenn der Heilige Geist in dein Herz kommt. Er gab unserem Herzen eine vollkommen andere Ausrichtung. Die Wohnung deines Innern sieht nun ganz anders aus, sie ist nicht mehr wiederzuerkennen.
Wir haben eine neue Priorität, wir bekommen ein neues Verlangen. Wir möchten nun Gott gefallen, wir suchen die Gegenwart des Herrn. Unsere Seele, wenn auch nicht immer auf gleichem Niveau, dürstet doch irgendwie nach ihm. Warum bist du hier? Weil du Hunger hast, weil deine Seele sagt: Herr, speise mich. Ein Gottloser würde sagen: Interessiert mich nicht.
Wir möchten Gemeinschaft mit ihm haben, wir sind für Gott lebendig geworden. Das ist die Arbeit des Geistes, er hat dich lebendig gemacht. Vorher haben wir vielleicht an seine Existenz geglaubt, aber doch schien er weit entfernt zu sein. Aber als der Heilige Geist in unser Herz kam, änderte sich alles. Gott war plötzlich viel näher.
Auch wenn dir heute seine Wege manchmal noch fremd und rätselhaft erscheinen, und ja, das ist auch wahr, empfindest du Gott dennoch nicht als fern. Er ist da. Wir wissen, dass er uns liebt und über uns wacht, nicht nur an den guten Tagen, sondern besonders auch an den schlechten. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Wir vertrauen auf seine Führung in allen Lebenslagen. Und wenn Krankheit und Trauer uns heimsuchen, dann wissen wir, dass wir in der Stunde des Todes von dieser Welt in die Gegenwart des Herrn treten werden.
All das schafft der Heilige Geist in deinem Herzen. Er macht uns Gott gegenüber lebendig, er macht uns auch der Bibel gegenüber lebendig. Vorher war die Bibel für uns ein verschlossenes Buch mit sieben Siegeln. Wir verstehen bis heute nicht alles, aber mehr und mehr. Es macht plötzlich Sinn, wer Gott ist, wer wir Menschen sind, was Christus tat, um uns zu erlösen. Gott spricht jetzt durch sie zu uns. Er erklärt uns die Welt, wie sie wirklich ist, wer Gott ist, wer wir sind, was er von uns erwartet. Sie zeigt uns den Erlösungsplan Jesu Christi, und sie führt uns zu unserem Retter direkt hin.
Wir sind der Bibel gegenüber lebendig geworden, durch den Heiligen Geist. Wir sind Gott gegenüber lebendig geworden, durch den Heiligen Geist. Und wir sind auch den anderen Gläubigen gegenüber lebendig geworden, durch den Heiligen Geist. Das ist wie zwei Magnete, die sich anziehen. Du spürst, wenn ein anderer auch den Heiligen Geist hat, ein wiedergeborener Christ ist, und du suchst die Gemeinschaft mit ihnen und freust dich auf den Sonntag, an dem wir zusammenkommen, um Gott anzubeten.
Wir sind nun Brüder und Schwestern im Herrn.
Das Zeichen geistlichen Lebens und die Hoffnung auf die Auferstehung
Was ist also das Zeichen? Dass der Heilige Geist in mir wohnt.
Die Frage ist: Bin ich lebendig für die Dinge Gottes? Ist Gott für mich real? Ist die Bibel ein bedeutungsvolles und wertvolles Buch für mich, weil es Gottes Wort ist? Suche ich Gemeinschaft mit anderen Christen? Komme ich in den Gottesdienst, um gemeinsam mit ihnen anzubeten? Dann habe ich das Leben des Heiligen Geistes in mir.
So bringt uns der Geist nicht nur geistliches Leben, sondern zweitens schafft er auch Auferstehungsleben. Das ist es, was Paulus hier in Vers 11 beschreibt. Nachdem nun der Apostel unmissverständlich klargemacht hat, dass auch Christen dem leiblichen Verfall ausgesetzt sind und sterben werden, beschreibt er in Vers 11 die gewaltige Auferstehungskraft des Heiligen Geistes.
Wir sind nicht nur geistlich lebendig geworden, sondern wir werden auch leiblich auferstehen. Vers 11: Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Dieses neue Leben, das in dein Herz gepflanzt wurde, wird eines Tages den Tod vollständig überwinden. Der Vater hat Jesus durch den Heiligen Geist von den Toten auferweckt. Er hat dich nun durch den Heiligen Geist mit Jesus vereint und wird deshalb auch eines Tages, so sagt es hier die Bibel, durch denselben Geist, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch deinen Leib auferwecken zum ewigen Leben.
Das heißt: In der Ewigkeit werden wir nicht körperlos sein oder eine geisterhafte Existenz haben. Wir werden auferstehen. Unser toter Leib wird lebendig gemacht, und dann wird er vollkommen sein, ohne Verfall, ohne Gebrechen, ohne Krankheit. Er wird nie wieder sterben.
Ein Christ ist sich der zukünftigen Auferstehung gewiss. Sie wird durch jede Person des dreieinigen Gottes gesichert. Der Vater, der Christus auferweckt hat, wird auch dich auferwecken. Weil Christus in dir wohnt, Vers 10, und dies durch den Heiligen Geist tut, wirst auch du auferweckt werden. Und der Heilige Geist ist das Mittel, durch das der Vater deinen leiblichen Tod beenden wird und dir ewiges Leben gibt.
Eines Tages wird der letzte Feind, der Tod selbst, vernichtet werden. Jesus wird wiederkommen. Die Leiber der Gläubigen werden auferstehen, um für immer im Himmel und auf der neuen Erde zu leben. Denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in die Luft. Und so werden wir bei dem Herrn sein, alle Zeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten. 1. Thessalonicher 4,16-18.
Zusammenfassung und abschließendes Gebet
Was lernen wir heute Morgen? Es gibt nur zwei Gruppen von Menschen: geistliche oder fleischliche.
Der Unterschied ist, dass in den geistlichen Menschen aus Gnade durch den Glauben der Heilige Geist in das Herz eingezogen ist und Wohnung gemacht hat. Die Folge des innewohnenden Heiligen Geistes ist geistliches Leben, eine Erweckung in Bezug auf Gott, die Bibel und die Geschwister. Und du hast eine sichere Zukunft, denn dein Leib wird auferstehen zur ewigen Herrlichkeit.
Die Leiber derer, die nicht an Christus geglaubt haben, werden ebenfalls auferweckt, und zwar zum Gericht. Deswegen am Ende dieser Predigt die entscheidende Frage: Bist du im lebendigen Glauben an Jesus?
Und wenn du sagst: Ja, ich gehöre ihm, Halleluja, dann freu dich, dass Gott selbst durch den Heiligen Geist in dir Wohnung gemacht hat, dich lebendig macht und dich erhalten und durchtragen wird bis ans Ende. Ihm sei alle Ehre dafür. Amen.
Wir stehen zusammen auf und beten.
Ja, wir danken dir, Herr, für diesen dichten und starken Inhalt innerhalb von nur drei Versen. Du hast es uns durch den Apostel gesagt. Und ich möchte dir danken, Vater, dass du uns all dies in deinem Wort offenbarst. Ich bitte dich, dass du unsere Herzen immer wieder neu für diese wunderbaren Wahrheiten öffnest, dass wir staunen, was du, Gott, für uns tust.
Dass du uns in unserer Schwachheit begegnest, Einzug hältst, das alte Leben hinauswirfst und Neues entstehen lässt. Ich danke dir, dass wir heute Morgen besonders die zweifelnden Nachfolger neu Mut fassen dürfen und auch in der Gewissheit zunehmen dürfen, dass wir ein für allemal deine Kinder sind.
Denn wenn der dreieinige Gott so viel in Bewegung setzt, um in uns zu leben, um uns zu erlösen und um uns ewiges Leben zu garantieren, ja, dann kann das nur zu der Aussage führen: Was kann uns scheiden von der Liebe Gottes? Nichts. Keine Gewalten, keine Mächte, keine Krankheit, keine Finsternis, keine Schwachheit, keine Sünde. Du bürgst dafür.
So bete ich für die angefochtenen Gläubigen, die in diesen Tagen zweifeln, ob sie denn mit Christus sind. Sie haben dir ihre Sünden gebracht und zweifeln dennoch. Aber ich danke dir, Herr, dass du Gewissheit schenkst durch den in uns lebenden Heiligen Geist. Tue du das Werk, das nötig ist, um uns neu Freude, Sicherheit, Zuversicht und Hoffnung zu schenken.
Und Herr, ich bete auch für Menschen, die dies alles hören, aber noch fern von dir sind. Herr, errette du. Herr, mache du neu. Tue du das Wunder des Einzugs, komm du her und mach dich breit in den Herzen. Führe Menschen zu dem Punkt, wo sie sagen: Ich brauche Jesus. Denn wenn ich im Fleisch bleibe, kann ich Gott nicht gefallen. Ich bleibe unter dem Zorn und in der Verdammnis Gottes.
Schenke du neues Leben, wirke du Wunder. Meine schwachen Worte können es nicht, aber die Kraft des Heiligen Geistes ist mächtig. Amen.
