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Einführung und Vorstellung des Referenten
Ich möchte gerne ein paar Worte zu Roger Auger sagen, da er vielen bereits bekannt ist. Deshalb nur kurz: Roger Liebi ist Doktor der Theologie und Jahrgang 1958. Er ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.
Er hat verschiedene Studien absolviert, unter anderem Theologie und Musik. Außerdem hat er als Musikpädagoge gearbeitet, was viele vielleicht nicht wissen. Neben seinem Studium spielt er selbst auch sehr gut Violine und Klavier.
Roger spricht mehrere Sprachen, darunter auch Sprachen aus der biblischen Welt, wie klassisches Griechisch, modernes Hebräisch, Aramäisch und Akkadisch. Er ist als Referent und Bibellehrer in verschiedenen Ländern tätig.
Was viele ebenfalls nicht wissen, ist, dass er im Rahmen von Bibelübersetzungen mitgewirkt hat, zum Beispiel bei der Schlachter-Übersetzung. Besonders freut uns, dass Roger der Polizei sehr verbunden ist.
Er ist heute zum zweiten Mal bei uns. Das letzte Mal war er vor drei Jahren zu Gast. Damals hatten wir einen Zoom-Impuls zum Thema „Die Polizei im Licht der Bibel“. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran. Wir haben diesen Zoom-Impuls später auf YouTube hochgeladen. In den drei Jahren wurde er beeindruckende 23.300 Mal aufgerufen. Das zeigt, dass großes Interesse an diesem Thema besteht.
Umso mehr freuen wir uns, dass Roger sich heute Abend Zeit genommen hat, um mit uns zusammenzukommen und uns mit Gottes Wort zu dienen.
Hintergrund und Thema der Predigt
Tja, ihr Lieben, worum geht es heute? Das Thema heißt Terror gegen Israel, und der Hintergrund ist euch, glaube ich, weitgehend bekannt.
Vor einem Jahr verübte die Terrororganisation Hamas in Israel ein bestialisches Massaker. Es war der schlimmste und erfolgreichste Angriff auf jüdisches Leben seit dem Zweiten Weltkrieg. Über 1.200 Menschen wurden in Israel brutal ermordet. Zahlreiche Menschen wurden von den Terroristen vergewaltigt. 251 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt. Einige von ihnen sind immer noch in Geiselhaft, darunter erschreckenderweise auch Babys, Kinder, ältere Menschen und vieles mehr.
Bis heute werden zahlreiche Geiseln in Gaza unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten. Gleichzeitig wird Israel aus dem Libanon, aus dem Jemen und dem Iran mit Raketen angegriffen. Diese Situation stellt eine große Herausforderung für die Polizei und die gesamten Sicherheitskräfte im Staat Israel dar.
Diese Ereignisse erinnern uns als Bibelleser daran, dass das Volk Israel als Gottesvolk einen besonderen Platz im Weltgeschehen einnimmt. Wir freuen uns sehr, dass Doktor Roger Liby sich heute Abend Zeit nimmt, um uns die Hintergründe aus biblischer Sicht zu beleuchten.
Roger, darf ich an dich übergeben?
Biblische Perspektive auf Terrorismus und Endzeit
Ja, gerne, danke. Guten Abend, ich begrüße alle ganz herzlich, meine Damen und Herren. Das Thema, wie angesagt, betrifft Terrorismus gegen Israel. Wir wollen das in einer sehr umfassenden Weise anschauen, so gut es in einer halben Stunde möglich ist.
Vielleicht zuerst einmal die Frage: Wo spricht die Bibel über Terrorismus? In Lukas 21 haben wir die Endzeitrede von Jesus Christus vor uns. Diese wird auch berichtet in Matthäus 24, Markus 13 und eben Lukas 21. Jesus Christus erwähnt für die Endzeit diverse Zeichen, die da stattfinden werden. Er nennt sie in Matthäus 24,8 „Geburtswehen“. Das heißt, das sind Ereignisse, die nicht einfach einmal auftreten, wie das bei einer Geburt ist. Die Wehen treten nicht nur einmal auf und dann kommt ein Mensch in die Welt, sondern die Wehen wiederholen sich. Sie sind zyklisch und in der Tendenz werden sie stärker bis zur Schlusseskalation und dann eben die Geburt.
Das heißt also, diese etwa 25 Zeichen in dieser Endzeitrede von Jesus Christus sind Ereignisse, die sich in der Endzeit immer wieder ereignen sollen, mit einer Tendenz zur Verstärkung.
Und noch etwas: Wenn ich sage „Endzeit“ – was ist Endzeit in der Bibel? In der Bibel ist die Endzeit nicht die Zeit des Weltuntergangs. Das ist ein großes Missverständnis bei manchen Journalisten zum Beispiel. Wir glauben nicht an den baldigen Weltuntergang. Endzeit meint einfach die Endzeit der langen Epoche zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen von Jesus Christus.
Ganz wichtig: In der Bibel ist die Endzeit die Zeit, in der das jüdische Volk aus seiner weltweiten Zerstreuung wieder einkehrt ins Land der Väter, den Staat gründet und von den Nachbarvölkern bedroht wird – mit der Vernichtung der Existenz.
Und genau in dieser Zeit leben wir, in dieser Epoche. Juden begannen in großen Mengen, zu Tausenden, zurückzukehren. Ab 1882 bis heute sind es drei Millionen aus allen fünf Kontinenten, aus vielleicht dreißig, hundertdreißig verschiedenen Ländern.
Nun kann man das in Wert schätzen, was ich gerne erwähnen möchte im Zusammenhang mit Terrorismus: Lukas 21,11 sagt: „Und es werden große Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen, auch Schrecknisse wird es geben.“ Das Wort im Griechischen, das eben in der Endzeitrede nur da in Lukas 21 vorkommt, nicht in den Parallelen, für Schrecknisse ist „phobetra“. Es heißt Ereignisse, die Schrecken auslösen.
Definition von Terrorismus und historische Phasen
Nun, was heißt Terrorismus? Terrorismus ist ein Wort, das aus dem Lateinischen stammt: Terror, Terroris. Es bedeutet nichts anderes als Schrecken. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Schrecken und schrecklichen Ereignissen. Genau das wird hier durch Jesus Christus als eines der Zeichen der Endzeit angesprochen.
In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass die moderne Geschichte des jüdischen Volkes seit der ersten Einwanderungswelle 1882 bis heute in dieser Epoche drei Phasen des Terrorismus aufweist. Es ist sehr wichtig, dies zu kennen.
Die erste Phase, in der dieses eigentlich neue Phänomen in dieser Art auftrat, war im Jahr 1920. Warum? Die erste Einwanderungswelle fand von 1882 bis 1903 statt. Viele Juden kehrten heim. Dann kam die zweite Welle von 1904 bis 1914. Danach gab es einen Stopp durch den Ersten Weltkrieg.
Jesus Christus sagte in der Endzeitrede als erstes Zeichen übrigens: Es werden Nation gegen Nation Kriege geben und Königreich gegen Königreich. Man wird von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Damit werden Massenkriege angekündigt. Kriege gab es zwar schon immer, aber Massenkriege, bei denen Nation gegen Nation und Königreich gegen Königreich kämpfen, sind etwas Neues.
Man wird von Kriegen in der Nähe hören, aber auch von Kriegsgerüchten – das sind kriegische Ereignisse weit entfernt, von denen man gar nichts sieht. Genau dieses Phänomen war der Erste Weltkrieg. Ein Massenkrieg, bei dem zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte alle fünf Kontinente betroffen waren. Es gab 18 Millionen Tote. So etwas hat es noch nie gegeben. Ein typisches Endzeitereignis in der Zeit, in der die Juden heimkehren.
Gleich nach dem Krieg begann 1918 die dritte Einwanderungswelle. Und wie gesagt, 1920 begann die erste Phase des Terrorismus. Araber, die sich gegen die Einwanderung von Juden in das Land ihrer Vorväter auflehnten, begannen systematisch mit Terroranschlägen. Ein ganz neues Phänomen trat auf: diese Terroranschläge gegen das jüdische Volk.
Gründung Israels und weitere Konflikte
Aber es ist ja so: Es kam schließlich der Zweite Weltkrieg mit der Vernichtung von sechs Millionen Juden in Europa. Das führte dazu, dass nach dem Krieg der Staat Israel gegründet werden konnte, am 14. Mai 1948.
Und warum? Weil die Mehrheit der zivilisierten Nationen unter dem Schock der geöffneten Konzentrationslager erkannte, dass die Juden eine Heimat brauchen. Trotz des Aufschreis der Araber, die sagten, sie würden die Juden sofort vollständig vernichten, hielten die Nationen dagegen. In der UNO-Versammlung im November 1947 stimmten sie für die Schaffung eines Judenstaates.
So kam es zum Judenstaat als direkte Folge des Zweiten Weltkriegs. Gleich am Gründungstag, dem 14. Mai, begannen die Araber mit neun Armeen, Israel auszulöschen. Am 15. Mai begann der totale Krieg. Doch schließlich wurden alle neun Armeen von Israel besiegt.
Das war ein Schock für die islamische Welt, die dachte, Israel ohne Probleme auslöschen zu können. Man sagte sich, man werde es später noch einmal versuchen. In den folgenden Jahren wurden die arabischen Staaten von der Sowjetunion massiv aufgerüstet. So kam es, dass 1967 die Überzeugung aufkam, Israel nun besiegen zu können.
Im Mai 1967 sagte der panarabische Führer Nasser, Präsident von Ägypten: „Unser Hauptziel besteht in der Vernichtung Israels.“ Dann brach der Sechstagekrieg aus. In sechs Tagen waren alle Armeen an drei Fronten besiegt – und es kehrte Ruhe ein.
Das war erneut ein Schock für die islamische Welt, die davon ausgeht, dass die Wahrheit ihrer Religion sich in ihrer militärischen Überlegenheit zeigt. Diese Situation führte zu Verzweiflung. Präsident Nasser verfiel in Depression, was wiederum eine neue Welle von Terrorismus auslöste.
Hier ist besonders der Name Yasir Arafat zu erwähnen. Eine Terrorwelle begann gegen Israel, wie man sie zuvor nie gesehen hatte. Das war die zweite Phase, die ich erwähnt habe.
Eine dritte Phase wurde durch den 11. September 2001 eingeläutet, durch den islamistischen Terrorangriff in Amerika. Man muss wissen: Der islamistische Terror richtet sich nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen alle, die Israel irgendwie unterstützen. So entstand eine dritte, neue Phase des Terrorismus.
Der Angriff vom 7. Oktober und Israels Reaktion
Und nun blende ich zurück zum siebten Oktober des letzten Jahres. An diesem Tag, wie bereits in der Einleitung von Holger erklärt wurde, überschritt die Terrororganisation Hamas die Grenze. An nur einem Tag wurden etwa 1.200 Menschen ermordet – ein Massaker am israelischen Volk, wie es seit der Judenvernichtung durch die Nazis nicht mehr an einem einzigen Tag geschehen ist.
Das war ein Schock und führte dazu, dass Israel beschloss, die Hamas als Terrororganisation zu zerstören. Es ging darum, diese Organisation endgültig zu vernichten. Von Anfang an wurde ganz klar ausgedrückt, dass es sich nicht um einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung von Gaza handelt, sondern gegen die Terrororganisation.
Das Schreckliche daran ist: Terroristen kennen keine Moral in ihrem Terror. Deshalb hat sich die Hamas unter der Zivilbevölkerung eingenistet. Ihr Ziel ist es, dass bei einem Angriff Israels möglichst viele Zivilisten zu Schaden kommen.
Israel hingegen hat, wie den meisten bekannt ist, mit Flugblättern die Zivilbevölkerung aufgerufen, die Kampfgebiete zu verlassen. Außerdem wurden Fluchtwege ermöglicht. Über Handys wurden Informationen verbreitet, um die Zivilbevölkerung zu warnen und zu schonen. So sollte sichergestellt werden, dass nur die Terrororganisation Hamas getroffen wird.
Aus biblischer Sicht müssen wir daran festhalten: Im Neuen Testament erklärt Römer 13, dass die staatliche Obrigkeit ein Gedanke Gottes ist. Er hat es so verordnet. In Römer 13 wird zudem gesagt, dass die Obrigkeit das Schwert nicht umsonst trägt. Das bedeutet, die staatliche Obrigkeit hat die Schwertgewalt. Das ist die biblische Grundlage für Polizei und Militär.
Der Staat hat das Gewaltmonopol, der einzelne Bürger nicht. Deshalb hat Israel ganz klar beschlossen, dass die israelische Armee gegen die Hamas in Gaza vorgeht und das gesamte Terrornetzwerk zerstört. Nach einem Jahr müssen wir sagen, dass dies weitestgehend erreicht ist. Die Hamas ist keine große Bedrohung mehr für Israel.
Die Rolle des Iran und weitere Bedrohungen
Hinter der Hamas steht der größte Terrorist im Nahen Osten nicht nur als Organisation, sondern als Staat: der Iran. Über die Jahre hinweg hat der Iran die Hamas aufgerüstet und unterstützt, um deren Terror gegen Israel zu ermöglichen.
Hinzu kommt die Terrororganisation Hisbollah, was übersetzt „Partei Allahs“ bedeutet. Diese ist im Südlibanon fest verankert. Die Hisbollah wurde mit etwa 300 Raketen aufgerüstet, um als weitere Speerspitze gegen Israel zu agieren und Terroranschläge durchzuführen.
Darüber hinaus werden Terrorgruppen in Syrien, im Irak und im Jemen unterstützt. Israel sieht sich somit einem schrecklichen Mehrfrontenkrieg ausgesetzt und muss sich gegen diese Mächte verteidigen. Von Anfang an wurde jedoch beschlossen, sich zunächst auf die Hamas im Gazastreifen zu konzentrieren und erst danach gegen die anderen Kräfte vorzugehen.
Inzwischen, nach einem Jahr, sind viele Dinge bekannt geworden, die vor einem Jahr noch unbekannt waren. Geheime Papiere der Hamas, die im Gazastreifen aufgetaucht sind, zeigen, dass das Massaker vom 7. Oktober nicht das Ende des Plans war. Die Absicht war, nicht bei 1.200 Opfern stehenzubleiben, sondern die Angriffe hätten sich weit über den Gazastreifen hinaus nach Norden ausdehnen sollen.
Es war außerdem geplant, dass die Hisbollah aus dem Libanon die Hamas gleichzeitig umfassend unterstützen sollte. Obwohl viele Raketen abgefeuert wurden, hätte es eigentlich von Anfang an ein Hagel von Raketen aus dem Arsenal von 300 Geschossen sein sollen. Was ist also geschehen?
Menschlich lässt sich einiges erklären. Gleich nach dem 7. Oktober war die Situation ungewöhnlich. Die USA unter Präsident Biden – der nicht von allen als uneingeschränkt hinter Israel stehend wahrgenommen wird – reagierten schnell und schickten sofort Kriegsschiffe mit eindrucksvollen Waffenarsenalen in die Region.
Der Libanon, beziehungsweise die Hisbollah im Libanon, wurde dadurch offenbar so eingeschüchtert, dass sie sich zurückhielten und nicht mit voller Wucht agierten. Das war eine Hilfe für Israel, sodass sich die israelischen Streitkräfte zunächst auf die Hamas konzentrieren konnten, die inzwischen weitestgehend besiegt ist.
Aktuelle militärische Entwicklungen und Gottes Schutz
Aber wir haben gesehen: Vor wenigen Wochen hat Israel schließlich beschlossen, auch mit Bodentruppen in den Libanon einzumarschieren.
Erstaunlicherweise wurden innerhalb der ersten zweieinhalb Wochen, wie berichtet wird, etwa 80 bis 90 Prozent der Waffenarsenale der Hisbollah vernichtet. Das hätte man nicht erwartet – unglaublich.
Was hier geschehen ist, übersteigt unsere Erwartungen. Gleichzeitig hat der Iran bereits zweimal mit äußerster Schärfe reagiert. Ich erinnere mich an die Nacht vom 13. auf den 14. April dieses Jahres. Der Iran griff Israel mit 400 Raketen und Drohnen an.
Ich schlief damals in der Altstadt von Jerusalem, ganz in der Nähe des ehemaligen Prätoriums von Pontius Pilatus beim Jaffator. Die Geschosse wurden über unseren Köpfen abgefangen. Es war eine unglaubliche Nacht. Doch am nächsten Tag war Ruhe.
Ich war dort mit einer Reisegruppe aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Wir führten unser Programm am folgenden Tag wie geplant durch. Es war eine furchtbare Nacht, die Zehntausende von Menschenleben hätte fordern können, doch kein einziger Jude wurde verletzt. Ein muslimisches Mädchen, ein Beduinenmädchen, wurde verletzt. Inzwischen geht es ihr besser.
Vor kurzem gab es erneut einen massiven Angriff des Iran, der wiederum abgefangen wurde. Natürlich kann man sagen, Israel verfügt über ein fantastisches Raketenabwehrsystem, das mehrere Schutzsysteme umfasst, die sich gegenseitig ergänzen – zum Beispiel den Iron Dome und das Arrow-Abwehrsystem. Diese Systeme sind grandios.
Man hat berechnet, dass physikalisch etwa 95 Prozent der Geschosse abgefangen werden können – danach ist Schluss. Doch in jener Nacht wurden sogar mehr Raketen abgefangen. Das war wirklich eindrucksvoll.
Wie lässt sich das erklären? Die Bibel gibt darauf eine Antwort. Gerade in dieser Woche, kurz nach dem Angriff, bin ich in der Altstadt von Jerusalem umhergegangen und auch zum Sionsberg gegangen. Dort fand gerade Unterricht in einer Schule statt.
Man hörte den Ruf des Lehrers und die Antworten der Kinder. Ich sah eine offene Tür, ging einfach ins Schulzimmer und stellte mich neben den Lehrer. Er rezitierte Psalmen, und die Kinder lernten auswendig. Während er zitierte, gab ich ihm Zeichen, ich möchte gerne sein Psalmenbuch. Er wusste nicht, wer ich bin, aber gab es mir.
Wir waren gerade bei Psalm 120. Ich las auf Hebräisch ein oder zwei Wörter vor, die Kinder wiederholten sie lautstark. Ich las, was ich vorgelesen hatte, und kurz nach diesem schrecklichen Angriff lautete der Psalm folgendermaßen:
Psalm 121, Vers 2: „Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulassen, dass dein Fuß wankt; dein Hüter schlummert nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft nicht und schlummert nicht. Der Herr ist dein Hüter, der Herr ist ein Schatten über deiner rechten Hand.“
Das war eine besondere Erfahrung. Dieser Psalm hat sich für Israel bei diesem Angriff und auch bei dem jüngsten Angriff erneut bewahrheitet.
Drohungen und militärische Aktionen gegen den Iran
Wir wissen, dass der Iran mit einem viel schlimmeren Angriff droht. Nur Israel bereitet sich darauf vor, eventuell sogar hier den Erstschlag zu führen.
In der jüngsten Vergangenheit ist Israel mit 100 Flugzeugen und Drohnen auf den Iran losgegangen. Dabei wurde das gesamte Luftabwehrsystem vernichtet, einschließlich der S-400. Dieses System ist ein grandioses, modernes Luftabwehrsystem, das nun zerstört ist. Damit ist der umfassende Schutz gegen Luftangriffe im Iran beseitigt.
Durch diese Entwicklung hat Israel die Möglichkeit eröffnet, das Atomprogramm des Iran in der Zukunft zu beseitigen. Wir befinden uns also in einer unglaublich dramatischen Zeit.
Trotz all des Drucks und der Leiden Israels sehen wir, dass der Gott der Bibel seine Hand über Israel hält. Deshalb ist es wichtig, auch für Christen daran zu denken, dass Gott Abraham bereits diese Zusage gegeben hat: Wer Abraham, den Repräsentanten des Volkes Israel, das von ihm abstammt, segnet, wird von Gott gesegnet werden. Wer ihm flucht, wird verflucht werden.
Das Eindrückliche ist, dass Gaza, die Hamas, aber auch eine große Zahl der Zivilbevölkerung, die sich mit ihnen identifiziert, Israel verflucht haben. Nun ist der Gazastreifen in Schutt und Asche gelegt.
Auch die Hisbollah hat Israel verflucht. In den vergangenen Wochen hat Israel diese Terrororganisation mit unglaublicher Präzision getroffen.
Der Iran verflucht Israel ständig. Darum ist dies wirklich eine Gefahr für den Iran, der sich dadurch ebenfalls unter diesen Fluch bringt.
Die biblische Deutung der Ereignisse
Ist es so, dass wir diese Ereignisse im Nahen Osten nicht verstehen und einordnen können, ohne anzuerkennen, dass es den Gott der Bibel gibt, der die Geschichte in der Hand hält und sie leitet?
Ich möchte nun noch kurz einige konkrete Stellen erwähnen, die in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam sind. Psalm 83 ist ein Psalm, der die Endzeit betrifft. Es ist ein Gebet Israels in der Endzeit. In Psalm 83, Vers 3 und 4 heißt es: „Denn siehe, deine Feinde toben, und deine Widersacher erheben das Haupt. Gegen dein Volk entwerfen sie listige Pläne und beraten sich gegen deine Verbündeten. Sie sprechen: Kommt, lasst uns sie vertilgen, damit sie keine Nation mehr seien, und damit nicht mehr gedacht werde an den Namen Israels.“
Diese Worte hatten sich in der alttestamentlichen Zeit nie so erfüllt, auch nicht in den vergangenen zweitausend Jahren. Aber in unserer heutigen Zeitepoche, seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948, haben sich diese Worte wiederholt erfüllt. Dennoch hält Gott seine Hand über sein Volk bis heute.
Ich möchte auch auf eine Stelle in Matthäus 24 hinweisen, in der Endzeitrede von Jesus Christus. Es handelt sich um Matthäus 24, Vers 34: „Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“
Zuerst erkläre ich kurz, was diese Worte nicht bedeuten, und dann, was sie bedeuten. Das griechische Wort „Genea“, das hier mit „Geschlecht“ übersetzt wird, kann „Generation“, „Volk“ oder „Geschlecht“ bedeuten. Leider haben Ausleger in der Vergangenheit gesagt, man müsse es hier mit „Generation“ übersetzen. Sie behaupteten, eine Generation – also etwa 40 Jahre ab der Staatsgründung 1948 – und dann werde Jesus Christus wiederkommen. Das ist falsch.
Die Aussage ist vielmehr, dass dieses jüdische Volk nicht vernichtet werden kann. Bis Jesus Christus wiederkommt, wird Gott dies verhindern und sein Volk bewahren. So haben wir es erlebt: Durch zweitausend Jahre hindurch wurden etwa dreizehn Millionen Juden getötet. Die sechs Millionen Opfer des Nazi-Holocaust waren die Spitze, doch dieser Terror gegen Israel geht weiter. Aber Gott hält seine Hand über sein Volk.
In all diesen Terrorphasen und Kriegen – 1948, 1967 im Sechstagekrieg, 1973 im Jom-Kippur-Krieg und bis heute im Libanon-, Syrien-, Irak-, Iran-, Jemen- und Gaza-Krieg gegen Israel – hält Gott seine Hand über das Volk.
Jesus Christus sagt im nächsten Vers: Nicht nur dieses Geschlecht, also dieses Volk, wird nicht vergehen, sondern „der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Das Wort Gottes wird also nie vergehen, genauso wie das jüdische Volk nie vergehen wird.
Deshalb wissen wir: Der Iran mag eine Atombombe bauen, und sie sind wirklich nahe am Ziel. Aber niemand sollte denken, Israel werde eines Tages ausgelöscht werden. Das wird der Hüter Israels nicht zulassen. Genauso wie die Bibel über die Jahrtausende bewahrt blieb, so wird auch das jüdische Volk durch alle Nöte und Katastrophen hindurch bewahrt bleiben.
Israel wird leben. Es gibt einen besonderen Zusammenhang zwischen diesem Volk und diesem Buch, denn diesem Volk wurde das ganze Alte Testament anvertraut. Fast alle Schreiber des Neuen Testaments – außer Lukas – waren Juden. Israel ist also das Volk des Buches. So wie das Buch in Ewigkeit bewahrt bleibt, so bleibt auch das jüdische Volk durch Gottes Gnade bewahrt.
Doch das Wort Gottes sagt voraus, dass noch eine ganz schwere Zeit auf Israel zukommen wird. In Jeremia 30 wird dies als die Trübsal Jakobs bezeichnet. Aber Gott wird sein Volk bis zum Ziel retten – nicht einfach aufgrund von Iron Dome, Arrow-System oder künftig sogar Laser-Abwehrsystemen, sondern allein durch Gottes Gnade, Gottes Arm und Gottes Macht.
Abschluss und Einladung zu Fragen
Ich danke fürs Zuhören. Ja, vielen Dank, Roger, für deinen Vortrag.
Ich habe die Bibelstellen parallel mal in den Chat geschrieben, damit der eine oder andere der Leitenden auch Stimmen schreiben konnte. Nun besteht die Möglichkeit, noch Fragen zu stellen.
Bitte schreibt eure Fragen oder auch Anmerkungen gerne in den Chat. Ich werde sie vorlesen, und dann können wir sie nach und nach durchgehen.
Sehr gut, ja, machen wir das so. Da kommt schon die erste Frage vom geistlichen Rüstzentrum in Kreling: Wo steht die Prophezeiung über diesen Krieg in Gaza?
Biblische Prophezeiungen zu Gaza und Endzeit
Nun, das Wort Gottes spricht über Gaza, über diesen Streifen. Ich erwähne dazu Zephanja 2,4. Zuvor muss ich erklären, dass es in Zephanja 1 um die Endzeit geht, um den Tag des Herrn. Das ist die künftige sogenannte große Trübsal, der letzte Weltkrieg, verbunden mit dem Wiederkommen von Jesus Christus als König und Richter der Welt.
In Zephanja 2 sind wir also in der Endzeit, nicht in irgendeiner Epoche der alttestamentlichen Zeit. Der Prophet weist weit über seine Zeit hinaus.
Zephanja 2,4: „Denn Gaza wird verlassen werden, und Aschkalon eine Wüste sein, Aschdod am hellen Mittag wird man es vertreiben, und Ekron wird entwurzelt werden. Wehe den Bewohnern des Landstrichs am Meer, der Nation der Keretiter! Das Wort des Herrn kommt über euch, ihr Bewohner des Landes der Philister, und ich werde euch vernichten, dass kein Bewohner mehr bleibt. Der Landstrich am Meer wird zu Weideplätzen voller Hirten, Sisternen und Kleinviehhürden werden. Es wird ein Landstrich sein für den Überrest des Hauses Juda. Sie werden darauf weiden und sich am Abend in den Häusern Aschkalons lagern, denn der Herr, ihr Gott, wird sich ihres annehmen und ihr Schicksal wenden.“
Interessant sind die Aussagen in Vers 4: Aschkalon wird eine Wüste sein, Aschdod am hellen Mittag wird vertrieben, und Ekron wird entwurzelt. Diese drei Ereignisse haben sich 1940 erfüllt. Man kann jede einzelne Phase beschreiben, im Zusammenhang mit dem Ziel der Araber, Israel auszulöschen und im Zusammenhang mit der Staatsgründung. Dort hat sich alles so erfüllt.
Aber „Gaza wird verlassen werden“ hatte sich damals nicht erfüllt. Die Ägypter konnten für die Palästinenser den Ort Gaza erobern und in ihren Besitz nehmen.
Im aktuellen Krieg haben wir gesehen, wie Israel von Norden her begann, Gazastadt anzugreifen. Hunderttausende bis zu einer Million Menschen mussten Gazastadt verlassen. Vielleicht haben es manche im Video gesehen: diese unglaubliche Völkerwanderung. Vor unseren Augen hat sich erfüllt, dass Gaza verlassen wird.
Es ist oft so in der Prophetie, dass sich nicht alles in einem Moment erfüllt, sondern in Phasen. Dazu könnte ich Beispiele aus dem Wort Gottes zeigen, Parallelen in Phasen. So ist es auch hier phasenweise geschehen.
Schließlich wird gesagt, dass dieser ganze Landstrich einmal zu einem Weideort für Ziegen und Schafe werden wird. Das ist noch nicht jetzt, sondern etwas Zukünftiges. Die Funktion des Gazastreifens wird nach der Bibel eine ganz andere sein.
Wenn man sich fragt, an einem bestimmten Zeitpunkt wie jetzt, wo das in der Bibel steht, muss man wissen, dass wir mitten in den Endzeitarereignissen sind. Diese entwickeln sich aber über Jahre und Jahrzehnte.
Ab 1882 haben sich die Endzeitzeichen begonnen zu erfüllen. Ich habe ein Buch geschrieben mit dem Titel „Leben wir wirklich in der Endzeit? 180 erfüllte Prophezeiungen“. Dort habe ich Listen eingefügt: p I, Prophetie I, p II bis p 180. Das sind alles Ereignisse aus der Endzeit in der Bibel, die sich ab 1882 bis heute erfüllt haben.
So sind wir mittendrin in diesem Prozess. Wir sehen, dass wir uns immer mehr dem Endpunkt nähern. Jesus Christus wird wiederkommen.
Fragen zu Gog und Magog
Ja, vielen Dank. Die nächste Frage lautet, welche Rolle die beiden Könige beziehungsweise die beiden Reiche von Gog und Magog spielen.
Gog und Magog werden in Hesekiel 38 und 39 erwähnt. Der Führer dieses Reiches wird als der Fürst von Rosch, Meser und Tubal genannt. Man beachte die genaue Elberfelder Übersetzung. Daraus lässt sich zeigen, dass diese Ausdrücke Magog und Rosch auf Russland hinweisen.
Es wird dort gesagt, dass es sich um ein Großreich im äußersten Norden handelt – nicht nur im Norden, sondern im äußersten Norden. Die Himmelsrichtungen muss man in der Bibel immer von Israel aus betrachten, da Gott Israel nach Hesekiel 5,5 als Zentrum sieht. Israel liegt übrigens am Knotenpunkt von drei Kontinenten: Europa, Asien und Afrika.
Wenn man von Israel aus in den äußersten Norden geht, muss man nicht bis zum Nordpol reisen, denn dort ist normalerweise niemand. Das letzte Land in dieser Richtung ist tatsächlich Rosch, also Russland. Dort beschreibt der Prophet einen Angriff von Norden her auf Israel.
Manche Bibelausleger sagen, dass dies das unmittelbar Nächste ist, was passieren wird. Russland wird Israel angreifen. Ich muss jedoch sagen: Nein, das stimmt nicht. Aber in unserer Endzeit muss es diese Großmacht im äußersten Norden geben, neben den anderen Machtblöcken, die die Bibel erwähnt. Die Bibel spricht von mehreren Machtblöcken, und einer davon ist eben Russland.
Dieser Angriff aus Hesekiel 38 wird ganz am Ende der schlimmen, noch zukünftigen Ereignisse stattfinden. Das lässt sich aus Kapitel 39, Vers 7 erkennen. Wenn diese Armee auf die Berge Israels kommt – die sich hauptsächlich im heutigen Westjordanland befinden – werden sie mit Feuer vom Himmel vernichtet werden.
Dann sagt Gott in Hesekiel 39,7: „Und ich werde meinen heiligen Namen kundtun inmitten meines Volkes Israel und werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen.“ Das bedeutet, dass dies der Endpunkt ist. Gott wird dann nicht mehr zulassen, dass sein Name entehrt oder verunreinigt wird.
In der Offenbarung lesen wir bei den Trübsalsereignissen immer wieder, dass der Name Gottes gelästert wird. Doch wenn das mit Russland geschieht, ist das der Endpunkt.
Also, so viel dazu.
Ursprung des Hasses gegen Israel
Die nächste Frage lautet: Wo finden wir die Wurzel des Hasses gegen das Volk Israel? Die Wurzel liegt im Hass des Widersachers Gottes, Satan, gegen den Messias.
Das Alte Testament hat vorausgesagt, dass der Erlöser der Welt aus Israel hervorgehen wird. Deshalb sehen wir schon ab der Entstehung Israels als Volk in Ägypten, im Zweiten Mose, den Versuch des Feindes, dieses Volk zu vernichten. Das war der erste Holocaust, als der damalige Pharao befahl, alle männlichen Neugeborenen im Nil zu töten. Der Feind wollte verhindern, dass aus diesem Volk der Erlöser kommen könnte.
Wenn man die weitere Geschichte verfolgt, erkennt man immer wieder diesen Versuch. Ich erwähne Haman aus Persien (dem heutigen Iran), der das gesamte jüdische Volk auslöschen wollte. Doch Gott hat das nicht zugelassen. Der tiefste Wunsch dahinter ist, zu verhindern, dass der Erlöser aus diesem Volk kommen kann. Denn Satan weiß, nach 1. Mose 3,15, dass dieser Erlöser der Schlange den Kopf zertreten wird.
Der Erlöser ist gekommen, doch kurz nach seiner Geburt wollte Herodes der Große ihn ermorden, indem er den Kindermord von Bethlehem befahl. Das zeigt, dass eine Systematik dahintersteckt. Nun ist der Erlöser da, aber warum wird dieses Volk immer noch gehasst?
Satan weiß, dass aus diesem Volk in der Zukunft ein gläubiger Überrest hervorgehen wird. Das ist ein wunderbares Thema: der Überrest Israels. Ein Drittel der Bevölkerung wird sich in der Zukunft zum Messias bekehren und auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben (Sacharja 12,10). Sacharja 13,8 sagt, dass ein Drittel umkehren wird. Nach den heutigen Zahlen wären das über zwei Millionen Menschen.
Deutschland hat keine solche Verheißung, die Schweiz auch nicht, aber Israel. Ein Drittel wird errettet werden. Die Bibel beschreibt diesen Überrest als Gott hingegeben, seinem Wort ergeben und mit Liebe zum Messias Jesus – richtig vorbildlich für uns.
Satan hasst auch diesen Überrest und will deshalb das Volk schon jetzt vernichten, damit dieser Überrest nie entstehen kann. Es steckt also ein System dahinter. Die Menschen, die antisemitisch sind, wissen oft nicht, welcher Geist sie treibt.
In der Vergangenheit wurden Juden gehasst, wenn sie reich waren, aber auch wenn sie arm waren. Man hasste sie, weil sie religiös waren, aber auch, wenn sie atheistisch waren. Juden werden einfach gehasst, weil sie Juden sind. Was steckt dahinter? Es ist eben diese böse Macht.
Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten
Ja, ja. Die nächste Frage lautet: Wieso verstehen sich die Sunniten, also Hamas, und die Schiiten, also die Hisbollah, plötzlich?
Es ist vielleicht nicht allen klar, dass Sunniten und Schiiten zwei verschiedene Richtungen im Islam sind. Sie haben zwar denselben Koran, doch zur Auslegung des Korans gehört auch die Tradition. Diese Tradition besteht aus Aussprüchen, die angeblich auf Muhammad, den Gründer des Islam, zurückgehen.
Die Schiiten, hauptsächlich im Iran, haben eine andere Tradition als die Sunniten. Diese Unterschiede entfachen einen tödlichen Hass zwischen ihnen. Es gibt also auch innerislamischen Terrorismus zwischen Schiiten und Sunniten.
Hamas sind Sunniten, der Iran hingegen ist ein Unterstützer des Terrors und gehört zu den Schiiten. Trotzdem haben sie sich zusammengeschlossen, weil sie dasselbe Ziel verfolgen: den Hass gegen Israel.
So kann es passieren, dass zwei Feinde zu Freunden werden, wenn sie einen gemeinsamen Feind haben. Genau das ist hier geschehen.
Darf ich kurz mündlich ergänzen, wenn es in Ordnung ist? Ja, kurz.
Mich wundert vor allem die Türkei. Sie ist ein sunnitisches Land. Dass sich die Türkei plötzlich mit den Schiiten verbündet, also mit dem Iran, und sich gegen eigentlich die Araber stellt, die ja auch zu den Schiiten gehören, ist bemerkenswert.
Man muss auch befürchten, dass sich vielleicht der Islam zusammenschließt und die Trennung zwischen Schiiten, Sunniten und Aleviten im Kampf gegen Israel aufgehoben wird.
Dankeschön.
Ja, das wird definitiv geschehen. Die Bibel spricht in der biblischen Prophetie vom König des Nordens, der in der Zukunft von Norden her Israel auf schrecklichste Weise angreifen wird.
Joel 2 beschreibt diesen Angriff von Norden, bei dem das Land durch Feuer verwüstet wird.
Wir wissen ganz genau, was der König des Nordens bedeutet. In Daniel 11, Verse 40–45 wird dieser Feldzug von Norden her beschrieben. Ich habe dazu einen Schlachtplan gezeichnet, basierend auf den biblischen Angaben.
Der König des Nordens bedeutete in der erfüllten Prophetie immer Großsyrien, also das Gebiet von Syrien, das wir heute als Türkei, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan, Iran und Irak kennen.
Dort leben sowohl Schiiten als auch Sunniten, und sie werden sich in der Zukunft im Kampf gegen Israel vereinigen.
Gottes Sammeln Israels in der Endzeit
Die Frage lautet: Wo steht, dass Gott am Ende der Zeit Israel in ihr Land sammeln wird?
Hesekiel 36,24 und viele andere Stellen sprechen davon. Ein konkretes Beispiel ist Hesekiel 36,24.
Ich muss erklären: Der gesamte Abschnitt von Kapitel 33 bis 48 bildet einen Block für sich. In diesem Teil geht es um die Wiederherstellung Israels in der Endzeit bis zur völligen Ruhe im Land unter dem Messias, Jesus.
In Kapitel 36, Vers 24 sagt Gott zu seinem jüdischen Volk: „Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen.“
Man muss bedenken, dass diese Prophezeiung im 6. Jahrhundert vor Christus gemacht wurde. Damals waren die Juden noch nicht weltweit zerstreut. Die weltweite Zerstreuung der Juden erfüllte sich erst nach dem Jahr 70 nach Christus in einem jahrhundertelangen Prozess.
Heute beobachten wir diese Heimkehr aus allen Nationen. Sie erfolgt von allen fünf Kontinenten, mit über drei Millionen Menschen aus etwa 130 verschiedenen Ländern.
Es gibt noch eine große Anzahl weiterer Stellen, die dieses Thema behandeln.
Generationenverständnis und Endzeitdeutung
Warum? Eine weitere Frage lautet: Kann man eine Generation nicht auch als ein Menschenalter von siebzig bis hundertzwanzig Jahren sehen? Ja, natürlich, das hängt davon ab, wie man Generation definiert.
Jemand könnte sagen, eine Generation dauere dreißig Jahre. Ein anderer rechnete von 1948 bis 1988 und bezog sich dabei auf die Wüstenwanderung Israels. Diese dauerte vierzig Jahre, in denen die erste Generation starb und die nächste Generation unter Josua ins Land zog. Also vierzig Jahre. Doch 1988 fand nicht die Wiederkunft Christi statt.
Deshalb gibt es Menschen, die argumentieren, eine Generation könne auch länger sein – ein ganzes Menschenalter, quasi eine Generation. So versucht man den Zeitraum zu strecken. Aber selbst mit siebzig Jahren passt es seit 1948 nicht. Es wird also schwierig.
Damals schrieb Hal Lindsey ein hilfreiches Buch über die Endzeit: „Alter Planet Erde – wohin?“. Viele Menschen fanden dadurch zur Umkehr und bekamen Freude an der Bibel und an biblischer Prophetie. Das war hilfreich.
Später veröffentlichte er ein Büchlein, in dem er die Berechnung von 40 Jahren als eine Generation darlegte, also bis 1988. Wir haben damals ganz klar gesagt: Das geht nicht. Die Bibel macht deutlich, dass wir in der Endzeit nicht mit Jahren rechnen können. Dennoch hat er es getan – und das war verheerend.
Das führte dazu, dass in Amerika das Pendel in die andere Richtung ausschlug. Viele Gemeinden sagten: „Wir wollen nichts mehr von Endzeitprophetie hören, das ist alles nur Spekulation und Unsinn.“ Dabei hatte er doch gesagt, dass es mit den vierzig Jahren nicht passt.
So wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, indem man sagte, man wolle reformatorische Theologie. Die Reformatoren selbst sprachen nicht in dieser Weise von Israel und der Endzeit. Diese Haltung kam dann auch nach Deutschland und beeinflusste viele Gemeinden.
In vielen Gemeinden ist es heute so, dass Pastoren sagen: „Über die Endzeit sprechen wir nicht, das ist gefährlich, man weiß sowieso nicht, was passiert, das bringt nichts.“ Dabei haben sich die Leute immer geirrt. Aber wer hat sich geirrt? Eben jene, die sich klar über die Weisungen des Wortes Gottes hinweggesetzt haben.
Wir können nicht einfach rechnen. Doch der Herr Jesus sagt in Matthäus 16, dass wir die Zeichen der Zeit beachten müssen. Dazu gehören über 180 erfüllte Prophezeiungen über die Endzeit.
Weitere Fragen und Erläuterungen
Ja, hier liegen nicht nur eine Frage, sondern zwei Aussagen vor. Die erste Aussage lautet: Russland ist nun mit seinen Truppen im Irak, in Syrien und in Zentralafrika präsent.
Holger, die Frage stammt von mir und bezieht sich auf meine vorherige Frage zum König Gog Magog aus dem äußersten Norden, der auf Russland bezogen wird. Vielleicht kann Jay dazu noch einmal etwas sagen.
Ich möchte einen kleinen Hinweis geben, der hilfreich ist. Ich habe den Unterschied erklärt zwischen Rosch, Russland, dem Reich im äußersten Norden aus der Sicht Israels. Gleichzeitig habe ich erläutert, dass die Bibel vom König des Nordens spricht, zum Beispiel in Daniel 11, aber auch in Jesaja und Micha wird dieser Feind genannt. Es handelt sich dabei um Assyrien, das identisch ist.
Wichtig ist, diese zwei Mächte zu unterscheiden, denn die Bibel beschreibt sie unterschiedlich, gerade in dem, was sie tun. Ein wichtiger Schlüssel dafür findet sich in Daniel 8. Dort wird der König des Nordens als Gebiet beschrieben, das Syrien, Libanon, Türkei, Aserbaidschan, Turkmenistan und bis zum Iran und Irak umfasst. Der König des Nordens wird erfolgreich handeln, aber nicht aus eigener Kraft. Hinter ihm steht jemand, der ihn stärkt. Das ist Rosch, also Russland, das genau hinter ihm steht.
Russland ist sehr bedeutsam für den König des Nordens, aber man muss die beiden unterscheiden, sonst entsteht Chaos bei der Auslegung.
Möchten Sie weitermachen? Ja, ich sehe noch eine Aussage, die aber schon angesprochen wurde: Die Sunniten und Schiiten verstehen sich nur bedingt, weil sie gegen einen gemeinsamen Erzfeind kämpfen. Deshalb halten sie zusammen.
Übrigens möchte ich noch ergänzen: Wir kennen doch den Spruch „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Sicher.
Nun muss ich etwas vorlesen. Hier ein Zitat: „Doch wann jener Tag und jede Stunde sein wird, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, nur der Vater weiß es.“ Bei der Wiederkunft des Menschensohnes wird es sein wie in den Tagen Noahs.
Nun stellt sich die Frage: Kann es theoretisch auch noch tausend Jahre dauern, bis Jesus wiederkommt? Nein, denn dann würden die Zeichen der Zeit nichts nützen. Wir sehen sogar eine Zuspitzung der Ereignisse. Das macht klar, dass wir in dieser Epoche leben.
Ich möchte dazu einen Vers aus Joel 4 lesen. Joel 4,1 lautet: „Da hört man die Stimme des Messias. Er sagt: ‚Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie in die Talebene Josaphat hinabführen. Dort werde ich mit ihnen rechten über mein Volk und mein Erbteil Israel, das sie unter den Nationen zerstreut haben, und mein Land haben sie geteilt.‘“
Hier sagt der Messias, dass in jener Epoche, in einem Prozess, das Schicksal Judas, des jüdischen Volkes und der Stadt Jerusalem gewendet wird. Diese Epoche ist die Zeit, in der der Messias selbst in der Talebene Josaphat erscheint. Die Talebene Josaphat ist ein anderer Name für das Kidrontal zwischen Ölberg und Tempelberg.
Das bedeutet, die Wiederkunft Christi findet in jener Epoche statt, in der das Schicksal des jüdischen Volkes, des Landes Juda und der Stadt Jerusalem gewendet wird.
Wir sehen, dass sich von 1882 bis heute in einem Prozess etwa 180 Prophezeiungen erfüllt haben. In diesem Prozess erleben Juda und Jerusalem eine Wende in ihrem Schicksal. In dieser Epoche kommt der Messias.
Wir können also keine genaue Jahreszahl nennen, aber diese Epoche der Endzeit ist klar abgrenzbar gegenüber den vergangenen 2000 Jahren. Damals war das syrische Volk zerstreut unter allen Völkern, ohne Staat, heimatlos, umherirrend und gehasst. Nun aber erleben wir seit 1882 bis heute eine Wende.
Es handelt sich um eine klar abgegrenzte Epoche. Wie gesagt, keine genauen Jahreszahlen, aber wir sehen, dass es nicht nochmals tausend Jahre dauern kann. Denn dann wäre es nicht diese Epoche.
Hinweise zu weiteren Materialien und Stammesfragen
Ja, jetzt noch einmal eine Frage zu deinen Büchern. Und zwar findet man den „Schlachtplan“ des Krieges zwischen dem Norden und Israel in einem deiner Bücher. Besonders in meinen Videos habe ich auf meinem Kanal „Roger Liby live“ eine ganze Reihe von Vorträgen über Israel und Israels Zukunft veröffentlicht. Dort sind auch PowerPoint-Illustrationen enthalten, in denen man den Angriff des Königs des Nordens findet.
Man schaue sich doch zum Beispiel an, was die Bibel zur Zukunft der Welt sagt. Eine weitere Frage lautet: Kehren auch Israeliten von den zehn Stämmen aus dem Nordreich zurück? Wenn ja, wann wird das sein? Und woher wissen sie, dass sie dazugehören?
Das ist eine sehr gute Frage, denn manche behaupten, Juden seien einfach Angehörige der Stämme Juda, Benjamin und natürlich Levi. Aber wo sind die anderen Stämme? Diese wurden ja 721 v. Chr. von den Assyrern wegtransportiert, in den Nordirak nach Assyrien, und dann verliert sich die Spur in der Geschichte.
Nach der Reichsteilung und nach dem Tod Salomos berichtet der zweite Chronikbrief, Kapitel 10 bis 12, dass aus allen zehn Stämmen Überläufer ins Südreich nach Juda gehen. Man liest das ganz sorgfältig. Diese Menschen verlassen also die zehn Stämme und schließen sich dem Südreich an.
Weiterhin, im zweiten Chronikbrief, Kapitel 15, wird unter König Asa eine Erweckung beschrieben. Dort heißt es, dass aus verschiedenen Stämmen der zehn Stämme Menschen in den Süden kommen. Auch später, in den dreißiger Kapiteln, wenn es um die Erweckung unter König Joschija geht, werden die zehn Stämme eingeladen.
So gab es im Südreich Vertreter aus allen zwölf Stämmen. Diese gingen auch nach Babylon und kehrten von dort wieder zurück ins Land. Nun versteht man auch die Weihnachtsgeschichte besser: Im Lukas-Evangelium Kapitel 2 wird von der Prophetin Hanna berichtet, die auf den Erlöser wartete. Dort heißt es, sie sei aus dem Stamm Asser, einem der zehn Stämme.
Der Apostel Paulus sagt in der Apostelgeschichte 26 vor König Agrippa von unserem zwölfstämmigen Volk, das Gott Tag und Nacht dient. Der Jakobusbrief ist an die zwölf Stämme in der Zerstreuung gerichtet – also an messianische Juden aus allen zwölf Stämmen.
Bis zum Jahr 70 n. Chr. konnte man durch Geschlechtsregister nachweisen, ob man aus dem Stamm Naftali, Asser oder Juda stammte. Dieses Archiv wurde jedoch durch die Römer verbrannt. Deshalb haben sich die zwölf Stämme unter denen, die man Juden nennt, vermischt. Aber die Gene aller zwölf Stämme sind unter den Juden vorhanden.
Es besteht also kein Bedarf, dass unbedingt noch viele Stämme entdeckt werden müssten. Die Falascha, die schwarzen Juden aus Äthiopien, bringen sich in Verbindung mit dem Stamm Dan. Es gibt auch eine Volksgruppe aus Indien, die sich traditionell als Manasse bezeichnet. Auch diese sind nach Hause, ins Land der Väter, zurückgekehrt.
Es ist jedoch nicht so, dass man jetzt erwarten müsste, dass alle einzeln aus Asser, Gad oder Naftali zurückkehren. Sie sind alle bereits da.
Zum Schluss noch eine letzte Frage: Gibt es einen echten, also physischen dritten Tempel? Oder ist damit der Leib Christi gemeint, der ja in der Endzeit existieren muss?
Der dritte Tempel in biblischer Sicht
Es ist so: Wenn man die Bibel liest, muss man einfach Stelle für Stelle lesen. Die Bibel spricht ja über einen Tempel Gottes im Himmel, zum Beispiel Offenbarung 11,19. Dann spricht sie über den Tempel Gottes auf der Erde, den Salomontempel, beziehungsweise den zweiten Tempel, den Jesus Christus in Johannes 2 als „das Haus meines Vaters“ bezeichnet.
Der Hebräerbrief macht klar, dass der Tempel auf der Erde (Hebräer 8) ein Abbild des Tempels im Himmel ist. Nun ist es so, dass das Urbild im Himmel und das Abbild auf der Erde auch eine sinnbildliche Bedeutung haben. Dieses Sinnbild ist die Gemeinde. In 1. Korinther 3,16 sagt Paulus zur Gemeinde in Korinth: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid?“
Jetzt muss man also in jeder Stelle unterscheiden, ob der himmlische Tempel gemeint ist, der Tempel auf der Erde oder die Gemeinde. Und nun gibt es eine ganze Reihe von Bibelstellen, die klar machen, dass in der Endzeit auf dem Berg Zion in Jerusalem ein Tempel wieder stehen wird. Dort werden Schlachtopfer und Speisopfer dargebracht werden.
Dieser Tempel wird vom Antichristen verunreinigt werden. Das heißt, es wird ganz konkret und an zahlreichen Stellen von einem wirklichen dritten Tempel gesprochen. Wenn jemand sagt, das sei die Gemeinde, antwortet man: Nein, die Gemeinde ist in 1. Korinther 3,16, 1. Korinther 6 und Epheser 2,20 gemeint.
Aber in Daniel 9,27, Joel 1 und weiteren Stellen ist der dritte Tempel in Jerusalem in der Zukunft gemeint. Damit haben wir alle Fragen abgearbeitet.
Was zeigen wir? Wunderbar! Bitte? Wunderbar! Ja, ja, ich danke dir von ganzem Herzen für deinen Vortrag und auch für die ganzen Antworten. Ich glaube, diese vielen Nachfragen zeigen, dass die Teilnehmer sich wirklich geistig in dieses Thema hineingeben und vieles hinterfragen. Das ist ein gutes Zeichen.
Ich freue mich, danke euch für die Beteiligung und danke Roger für seinen Vortrag und seine Hinweise. Abkühlt die Wärter zu!
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch