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Gott zuerst (Das Vaterunser)

Predigten über die Bergpredigt, Teil 12/26
01.01.1995Matthäus 6,9-10
SERIE - Teil 12 / 26Predigten über die Bergpredigt

Einführung ins Thema Gebet und das Vaterunser

Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus!

Wir wollen noch einmal beten:
Zeig uns dein königliches Walten,
bring Angst und Zweifel selbst zur Ruh.
Du wirst allein ganz Recht behalten,
Herr, mach uns still und rede du!
Amen!

Liebe Gemeinde, ein Schauspieler liegt im Sterben. Er bekommt Besuch von einem anderen Schauspieler, den er seit vielen Jahren kennt. Die beiden reden miteinander, tauschen alte Erinnerungen aus. Am Schluss hat der Schwerkranke noch einen Wunsch an seinen Kollegen und fragt ihn: „Bitte, kannst du mit mir beten?“

Der so Gefragte erschrickt und antwortet dann stockend: „Du, ich würde gern, aber leider habe ich hier keinen Souffleur.“

Beten versteht sich nicht von selbst. Beten ist oft schwer. Wenn es darauf ankommt, haben wir manchmal den Eindruck: Ich finde einfach nicht den Draht zu Gott. Wir wissen nicht, was wir beten sollen und wie es sich gebührt. Das schreibt kein Geringerer als der Apostel Paulus im Römerbrief Kapitel 8.

Tja, und sogar die Jünger, die doch täglich drei Jahre lang mit Jesus zusammen waren, die sein Gebetsvorbild hatten – wie er oft Stunden vor Tagesbeginn aufstand, um zu beten, wie er oft bis tief hinein in die Nacht mit seinem Vater im Himmel sprach – sogar sie wussten nicht einfach, wie es geht.

So haben sie sich eines Tages ein Herz gefasst und zu Jesus gesagt: „Herr, lehre uns beten!“

Wie hat Jesus reagiert? Er hat mit dem Vaterunser geantwortet. Im Lukasevangelium steht es, und dann hat er es auch noch einmal in seiner großen Grundsatzrede, der Bergpredigt, genannt. Auch dort hat Jesus dieses große Vaterunser vorgestellt. Er sagte: „So sollt ihr beten.“

Jesus hat also weit mehr getan als ein Souffleur im Theater. Er hat nicht einfach nur ein paar Wörter vorgesprochen, und dann musste der andere von selbst irgendwie sehen, wie er weiterkommt. Nein, im Vaterunser hat Jesus uns ein Modellgebet vorgestellt. Er hat uns ein Grundgerüst gegeben. Im Vaterunser hat Jesus uns ein Grundmuster vor Augen gestellt, an dem wir unser eigenes Gebet ausrichten können.

Mit dem Vaterunser hat Jesus uns so etwas wie eine große Gliederung gegeben, in die wir unser eigenes Gebet hineinstellen können.

Das Vaterunser als Schlüssel zum Gebet und Lebensmodell

Im Rahmen unserer Predigtreihe über die Bergpredigt kommen wir heute zu jener Stelle, an der das Vaterunser beginnt. Sie haben es vor sich auf ihrem blauen Zettel: Matthäus 6,9-10. Dort sagt Jesus:

„Darum sollt ihr so beten: Vater unser im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

Diesen ersten Teil wollen wir uns heute ansehen.

Ich verstehe, dass manche Menschen diesem Gebet mit einer gewissen Distanz begegnen. Sie sehen die Gefahr, dass man es nur gedankenlos herunterbetet, weil man es eben so gut kennt. Dieses viele Kennen und so häufige Sagen macht es uns manchmal schwerer, mit dem Herzen dabei zu sein.

Auch Martin Luther hat darauf hingewiesen – in seiner oft drastischen Art. Er sagte: „Es ist Jammer um Jammer, dass solches Gebet eines solchen Meisters ohne alle Andacht zerplappert und zerklappert wird in aller Welt.“ Dann fügte er hinzu: „Das Vaterunser ist der größte Märtyrer auf Erden, denn jedermann plagt’s und missbraucht’s.“

Trotzdem hat Luther dieses Gebet immer wieder gelehrt und darüber geschrieben, weil er seinen Reichtum darin begriffen hatte. Als älterer Christ schrieb er: „Ich sauge noch heutigen Tages an dem Vaterunser, sauge daran wie ein Kind, trinke und esse wie ein alter Mensch, kann davon nicht genug bekommen. Und es ist mir auch noch mehr wert als die Psalmen, es ist mir noch über die Psalmen, die ich doch so sehr liebe, das Vaterunser, das allererste Gebet.“

Das ist eigentlich nicht verwunderlich, denn im Vaterunser zeigt uns der größte Gebetsexperte, den es auf dieser Erde überhaupt gibt, die Prinzipien, nach denen er selbst gebetet hat. Es sind die Grundlagen, die er jetzt seinen Leuten weitergeben will.

Wir sehen gleich, wie Jesus vorgeht: Er sagt nicht, dass ihr das und das und das und das beten sollt, möglichst fünfmal hintereinander, damit es besonders wirkungsvoll ist. Stattdessen sagt Jesus: „So sollt ihr beten.“ Das heißt, ihr sollt euch an diesem Modell orientieren, an diesem Grundmuster, das an diesen Leitlinien ausgerichtet ist.

Es ist natürlich immer wieder gut, das Vaterunser auch mal gemeinsam in einem Zug zu beten. Aber die Hauptaufgabe des Vaterunsers ist, dass es uns dieses Modell vor Augen stellt. Jesus gibt uns damit einen Schlüssel zum Gebet.

Und weil das Gebet das Herzstück des Christseins ist, zeigt uns das Vaterunser noch mehr: Es zeigt uns einen richtigen way of life, einen Weg, wie wir leben können, ein Modell, an dem wir unsere ganze Existenz ausrichten sollen.

„So sollt ihr beten.“

Wenn wir nun ein Motto suchen, ein Motto, das man über die Bergpredigt setzen kann, einen roten Faden, der sich durchzieht, dann ist es dieses: Gott zuerst. Gott zuerst, das Wichtigste zuerst.

Das stellt uns Jesus im Vaterunser mit großen Lettern vor Augen. Er sagt: „Leute, das soll euer ganzes Leben, eure ganzen Gebete prägen: Gott zuerst.“

Die Bedeutung des Adressaten im Gebet

Und damit haben wir schon ein wichtiges Ergebnis: Das Entscheidende am Beten ist nicht der Ort, an dem man betet, sei es im Schlafzimmer oder in der Kirche.

Auch die Wortwahl, die ich benutze, ist nicht das Entscheidende beim Beten. Ebenso wenig ist es unbedingt die bestimmte Zeit, zu der ich regelmäßig bete, obwohl eine feste Gebetszeit eine große Hilfe sein kann. Ich selbst versuche das auch, und viele andere wissen, wie wichtig es ist, jeden Morgen eine feste Gebetszeit zu haben.

Entscheidend ist aber auch nicht die äußere Körperhaltung. Das Wichtigste an unseren Gebeten ist der Adressat, also derjenige, an den wir unsere Gebete richten.

Und sehen Sie, das gilt erst recht in unserer religiösen Situation, in der viele Leute meinen, der Adressat sei gar nicht so wichtig, Hauptsache man betet. Deshalb veranstaltet man dann auch interreligiöse Gebetstreffs mit Muslimen und Hindus, als sei der Adressat überhaupt nicht entscheidend.

Letzte Woche habe ich einen Vortrag über Yoga und ähnliche Meditationstechniken gehört. Dieser Vortrag wurde von einem christlichen Professor gehalten, der die religiösen Wurzeln dieser östlichen Praktiken aufgedeckt hat.

In der anschließenden Diskussion fragte eine Dame: „Ist es nicht egal, ob ich nun im christlichen Sinne bete oder ob ich zum Beispiel wie die Buddhisten meditiere? Hauptsache es hilft mir, Hauptsache es macht mich ruhig.“

Jesus dreht den Spieß nun genau um. Er stellt das Gebet wieder vom Kopf auf die Füße und sagt: Leute, das Entscheidende ist der Adressat. Es kommt darauf an, zu wem ihr betet – Gott zuerst.

So beginnt Jesus seinen Gebetsunterricht: „So sollt ihr beten.“ Nicht durch praktische Ratschläge oder ein paar Tipps, sondern Jesus richtet unsere ganze Konzentration auf den Adressaten – Gott zuerst.

Von daher bekommen wir aus der Hand Jesu gewissermaßen einen Schlüssel in die Hand gelegt, einen Zentralschlüssel, der unserem Gebet die entscheidenden Türen aufschließen kann.

Vielleicht ist der eine oder andere unter Ihnen heute Morgen hier, der merkt: Ich habe zurzeit Probleme mit meiner Gebetszeit, mit meiner stillen Zeit. Ich komme irgendwie nicht weiter, es ist so zäh und schwierig.

Hier im Vaterunser legt Jesus Ihnen einen Schlüssel in die Hand, der Ihr Gebet wieder lebendig machen kann.

Vertrauen zum Vater als erster Schlüssel des Gebets

Und der erste Schlüsselsatz, den wir festhalten wollen, heißt: Vertraue dem Vater. Vertraue dem Vater, darum sollt ihr so beten: unser Vater! Für unsere Ohren ist das ganz vertraut, wir kennen das. Aber für die jüdischen Zeitgenossen von Jesus war diese Anrede ausgesprochen ungewöhnlich, ausgesprochen ungewöhnlich.

Schon sprachen einige so im allgemeinen Sinne von Gott als dem Vater Israels. Aber so persönlich, wie Jesus von meinem Vater im Himmel sprach, das war einzigartig. Daraus erklärt sich auch immer wieder die aufgeschreckte Reaktion der Leute: Du sagst „mein Vater im Himmel“, du machst dich selbst zu Gott, du machst dich zu Gottes Sohn. In der Tat, das wollte Jesus ja auch. Er war ja Gottes Sohn.

Wir können das sehr schön sehen in Johannes 8, Vers 53. Da sagen sie: „Die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir selbst?“ Jesus antwortete: „Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er ist unser Gott, euer Gott, der allmächtige Israels. Das ist mein Vater, und ihr kennt ihn nicht, ich aber kenne ihn.“

Das war starker Tobak für die Ohren der Zeitgenossen, wie Jesus von seinem Vater sprach. Da war klar: Er meinte nicht den Vater überm Sternenzelt, bei dem ein guter Vater wohnen muss. Sondern er meinte den Schöpfer der Welt, den allmächtigen Gott, der sich im Alten Testament offenbart hat. Das ist mein Vater.

Den nannte Jesus eben mit dem griechischen Wort „Pater“. Oft hat er aber auch Aramäisch gesprochen, und da war das Wort „Aba“. Wir haben das neulich gehört, es bedeutet so viel wie „Papa“, „Vati“. So sprach Jesus zum Schöpfer der Welt.

Dann geht er einen Schritt weiter und sagt zu seinen Leuten: „So und ihr, ihr dürft den allmächtigen Gott jetzt auch so anbeten. So sollt ihr beten: unser Vater im Himmel.“ Unglaublich! Das ist der erste Schlüssel zum Gebet: Vertraue dem Vater.

Wenn wir das vergleichen mit anderen Religionen, ist das völlig einzigartig. Die Hindus benennen mehrere Millionen Götter mit Namen, aber keiner davon wird Vater genannt. Der Moslem kennt viele Namen von Allah und meditiert sie mehrmals am Tag. Aber Vater – niemals dürfte er Allah so anreden. Nur die Nachfolger von Jesus dürfen so beten.

Die ersten Christen waren sich dieses Vorrechts voll bewusst. Sie wussten, das ist ein enormes Privileg. Und es stand natürlich damals schon immer die Frage im Raum: Wer darf das eigentlich? Wer darf an dieses Privileg heran? Wer darf den lebendigen Gott so Vater nennen?

Auch da macht das Neue Testament klar: Es gibt nur einen Weg. Es gibt nur den Weg über die Verbindung mit Jesus Christus. Das ist im Neuen Testament völlig klar. Jesus hat mal gesagt im ersten Johannesbrief, Kapitel 5: „Wer den Sohn hat, der hat den Vater, und wer den Sohn nicht hat, der hat den Vater nicht.“

So zieht sich das durchs ganze Neue Testament. Wir müssen das festhalten: Das Vaterunser ist kein Allerweltsgebet für jedermann. Das ist mir bei dieser Vorbereitung auch noch einmal so erschreckend klar geworden.

Wer nicht an Jesus glaubt, der hat keinen Anteil am Vaterunser. Wer sagt: „Mit Jesus, da weiß ich nicht so genau, aber ich glaube an den Herrgott und ich bete mein Vaterunser“, der darf das Vaterunser eigentlich gar nicht beten. Denn Vater sagen darf man nur zu dem Schöpfer, wenn man die Brücke beschritten hat über den Sohn Jesus Christus, wenn man sein Leben an diesen Jesus Christus gebunden hat, wenn man ihm glaubt und ihn anbetet.

Deshalb hat die erste Christenheit sehr behutsam darauf geachtet, dass möglichst nur bewusste Christen das Vaterunser mitbeten sollten. So wie nur entschiedene Christen zum Abendmahl gehen sollen, so sagten sie: So sollen auch nur bewusste Christen das Vaterunser mitbeten. Denn nur sie dürfen den Vater im Himmel auch wirklich Vater nennen durch Jesus.

Unser Jugendchor hat ein Lied, das werden Sie demnächst mal hören. Es heißt: „Alle dürfen Vater zu Gott sagen, die an Jesus als Retter glauben.“ Alle dürfen Vater zu Gott sagen, die an Jesus als Retter glauben.

An diesen Vater kommen wir also nur über den heran, der uns das Vaterunser lehrt. Das Vaterunser lernt man richtig nur bei Jesus. Ihr kommt vom Mann, ihr lernt es zwar auch bei den Pastoren, ihr lernt die Wörter, ihr lernt es auswendig im Kopf. Aber wenn ihr wirklich den Vater haben wollt, dann geht es nur dadurch, dass ihr euer Leben an den Herrn Jesus bindet und ihm glaubt. Dann ist der allmächtige Gott auch euer Vater.

Wenn das geschieht, wenn diese persönliche Verbindung zu Jesus zustande gekommen ist, dann drückt Jesus dem, der an ihn glaubt, diesen Schlüssel in die Hand und sagt: Vertraue dem Vater.

Wissen Sie, was das bringt? Das bringt erst einmal Geborgenheit, echte tiefe Geborgenheit. So wie bei jenem Sohn in einer Bombennacht des letzten Weltkrieges: Das Licht im Zimmer war ausgegangen, das Fenster war aufgesprungen, roter Feuerschein leuchtete herein, und der Vater sagt:

„Zum ersten Mal in dieser Nacht wurden mir die Knie weich. Ich stand neben dem kleinen Notbett meines Jüngsten, der war vier, und hielt den kleinen Burschen, der sich erschreckt in seinem Bettchen aufgestellt hatte, bei der Hand. Wohl um mir den Schweiß von der Stirn zu wischen, hatte ich die kleine Hand einen Augenblick losgelassen. Da hörte ich im Dunkeln die ruhige Stimme meines Kindes: ‚Vater, halt mich bei der Hand, dann geht’s besser.‘“

Als der Vater seine Hand wieder nahm, war der Kleine ganz ruhig. Der Vater sagte: „Mir wurde erschreckend klar, wie groß das Vertrauen meines Sohnes zu mir ist, obwohl ich doch so ein schwacher Mensch bin.“

Als mein Kind damals in der Schreckensnacht sagte: „Halt mich bei der Hand, dann geht’s besser“, da dachte ich an die Hand des himmlischen Vaters, die mich in jeder Stunde hält.

Die Möglichkeiten von uns irdischen Vätern sind sehr begrenzt, und doch können wir unseren Kindern eine Menge helfen. Die Möglichkeiten des himmlischen Vaters sind unbegrenzt.

Halt meine Hand fest, Vater, dann ist es besser. Geborgenheit, wenn wir den lebendigen Gott so Vater nennen dürfen.

Umgang mit Zweifeln und die Nähe des himmlischen Vaters

Nun entsteht ein Problem. Manche fragen: Wie soll ich mir das vorstellen können? Ich hatte keinen liebevollen Vater, keinen Vater, auf den ich mich verlassen konnte.

Wissen Sie, auch das hat Jesus berücksichtigt. Er hat uns allen den Vater, den er meint, vor Augen gemalt. Das berühmteste Gleichnis der Bibel, das Gleichnis vom verlorenen Sohn, ist eigentlich das Gleichnis vom liebenden Vater.

Der Sohn haut ab, macht Fehler und fällt in Schuld. Als er zurückkommt, merkt er, dass der Vater schon längst da steht. Der schimpft nicht, hat den Sohn nicht abgeschrieben. Stattdessen hat er sich die Augen ausgeweint und ist da gestanden, um zu warten, dass der Sohn zurückkehrt.

Dann kam der Sohn. Jesus sagte: Seht mal, so ist Gott. Er will euch in die Arme nehmen, er will euch Geborgenheit geben. Diesen Gott sollt ihr zum Vater haben, wenn ihr mir glaubt. Das ist der Vater im Himmel, unser Vater im Himmel.

Da ist die Nächste enttäuscht und sagt: Im Himmel? Ich brauche ihn doch hier auf Erden. Was nützt mir der Vater im Himmel?

Aber das ist ein Missverständnis. Im Himmel bedeutet nicht Ferne, sondern Nähe. Warum? Die Bibel macht deutlich: Der Himmel ist Gottes ewige Welt, die uns umgibt.

Wir können diese ewige Welt Gottes nicht sehen. Wir sehen sie erst in dem Augenblick, wenn wir sterben und in Gottes Welt eingehen – vorausgesetzt, dass wir als gläubige Menschen sterben.

Jetzt sehen wir diese ewige Welt Gottes noch nicht. Aber umgekehrt kann Gott aus seiner ewigen Welt in unsere sichtbare Welt hineinwirken. Er kann uns jederzeit sehen, er ist jederzeit da.

Als Jesus an Himmelfahrt in Gottes ewige Welt zurückging, sagte er: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Unser Vater im Himmel heißt gerade nicht, dass der Vater weit weg ist, sondern dass er uns nahe ist.

Er sieht uns, er sieht die letzten Winkel unseres Herzens. Er ist keine Sekunde außer Reichweite, keine Sekunde außer Rufweite. Unser Vater im Himmel ist jetzt hier, weil er es versprochen hat.

Wir dürfen wissen, dass der lebendige Gott hier ist, in dieser Kirche, auch wenn wir ihn nicht sehen – mit seiner ganzen Majestät und seiner ganzen Macht.

Und Jesus sagt zudem: Ihr dürft Vater sagen. Vertraut dem Vater im Himmel.

Darin steckt der zweite wichtige Hinweis für unser Beten, der zweite Schlüsselsatz: Verehre den Vater.

Wer bewusst „Unser Vater im Himmel“ betet, wird bei aller Dankbarkeit für Gottes Nähe nicht so schnell in eine plumpe Vertraulichkeit abrutschen. Er wird nicht so schnell dahin kommen, dass er Gott wie einem Kumpel auf die Schulter klopft.

Die Ehrfurcht vor Gottes Namen als Ausdruck der Verehrung

Unser Vater im Himmel – Jesus nennt dies den zweiten Schlüsselsatz: Verehre den Vater. Das wird besonders deutlich, wenn wir nach der Anrede zur ersten Bitte kommen. Diese erste Bitte im Vaterunser lautet: „Dein Name werde geheiligt“. Was ist damit gemeint?

Der Name Gottes ist bei ihm nicht nur ein Wort ohne Bedeutung. Mit „Name“ ist bei Gott seine ganze Person, sein Wesen und seine Autorität gemeint. Gott wollte nicht anonym bleiben. Er hat sich uns mit verschiedenen Namen vorgestellt, die sein Wesen beschreiben. „Geheiligt werde dein Name!“

Die Juden hatten eine so große Ehrfurcht vor diesem Namen, vor allem vor dem Eigennamen Gottes, Yahweh, dass sie es nicht wagten, ihn auszusprechen. Immer wenn im Alten Testament „Yahweh“ stand, sagten sie etwas anderes, aus Respekt vor Gottes Namen. Jesus aber sagt: Ihr dürft Gott anreden. Ihr sollt ihn sogar anreden, und zwar mit der vertrauten Bezeichnung „unser Vater“.

Denkt an diese erste Bitte: „Geheiligt werde dein Name!“ Das soll eure Haltung sein. Verehrt den Vater und bedenkt, mit wem ihr es zu tun habt. Was heißt „heilig“? Heilig bedeutet, ganz anders, höher als alles andere, abgesondert von allem. In der Wortwurzel steckt das Zurückscheuen – nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht. Ehrfurcht, die ernst nimmt, dass dieser heilige Gott so ist, dass ich als schuldiger, begrenzter Mensch eigentlich gar nicht zu ihm passe.

Sehen Sie, wie Jesus im Vaterunser beides wunderbar verbindet: Der heilige Gott will mein Vater sein, und der geliebte Vater will meine ganze Verehrung und Anbetung. Das ist unfassbar! „Geheiligt werde dein Name!“ heißt nicht, dass ich Gottes Namen heiliger machen kann – das wäre absurd. Gottes Name ist absolut heilig. Aber es heißt, ich soll Gottes Namen, Gottes Person heilig behandeln.

Behandeln Sie Gott heilig? Das ist die erste Bitte, die Jesus uns in den Mund legt. Er sagt: Leute, es soll euer erstes Anliegen sein, Gott zu ehren, Gott zuerst zu verehren. Lasst euch von Gott einen Eifer schenken für seine Ehre. Und das soll bei uns persönlich beginnen.

Luther hat gesagt: Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns geheiligt werde. Wie zeigt sich das praktisch? Das zeigt sich daran, wie wir über Gott reden – nebenbei oder mit Respekt. Heiligen wir Gott? Das zeigt sich auch daran, wie hoch wir von Gott denken. Dabei können wir enorm aus den Psalmen lernen, wie sie Gott beschreiben: in seiner Güte, seiner Allmacht, seiner Allwissenheit. Er ist der Höchste, der Fels, der Friede, die Burg. Lesen Sie die Psalmen, damit Sie Gottes Namen heiligen können.

Woran erkennt man das noch? Daran, wie sehr wir versuchen, Gott besser kennenzulernen. Gott besser kennenzulernen gelingt im Normalfall nur durch das Studium der Heiligen Schrift – gemeinsam und jeder für sich. Gottes Namen heiligen heißt, ihn immer mehr im Wort zu ergründen.

Gottes Namen heiligen heißt auch, wie wir reagieren, wenn Gottes Name geschändet wird. Ich stelle mit Erschrecken bei mir selbst fest, wie abgestumpft ich manchmal bin. Wir haben uns an Gotteslästerungen im Fernsehen so gewöhnt, dass wir viel öfter einen Leserbrief schreiben oder Protestanrufe an Redaktionen richten müssten. Was macht ihr mit dem lebendigen Gott? Natürlich müssen wir es freundlich sagen, aber deutlich.

Gibt uns das noch einen Stich ins Herz, wenn in einer Talkshow Jesus lächerlich gemacht wird? Können wir stillhalten, wenn Leute Witze über die Bibel machen? Ein Jugendlicher aus unserem Jugendbibelkreis hat jetzt einen Leserbrief an den Spiegel geschrieben, weil dieser die Bibel so verächtlich gemacht hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Vor wenigen Tagen fand ich in meinem Fach im Gesamtverband unseres Kirchenkreises eine Ankündigung der evangelischen Erwachsenenbildung Osnabrück. Dort wird zu einem Seminar eingeladen zur Begegnung mit fernöstlichen Religionen. Dort heißt es: „Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach einem Lebenssinn. Diese Suche macht offen für unterschiedliche Elemente, vor allem fernöstlicher Religionen, die als Bereicherung der christlichen Tradition erlebt werden. Wir laden Sie ein, im Rhythmus der Gezeiten Zeit zu finden für die Begegnung und das Gespräch mit Buddhismus, Taoismus und Zen-Buddhismus.“

Können wir da schweigen? Nach meiner Predigtvorbereitung wusste ich: Ich muss nächste Woche einen Brief an diese Leute schreiben. Passen wir auf, dass wir nicht abgestumpft werden. Lassen wir uns noch bewegen von dem Eifer um die Heiligkeit des Gottesnamens.

Bei mir persönlich muss es anfangen: „Geheiligt werde dein Name!“ Und dann muss es weitergehen in der Gemeinde: Gott zuerst – das soll unser Gemeindeleben bestimmen.

Die zentrale Aufgabe der Gemeinde: Gott verehren

Und jetzt sage ich etwas, das ich sehr vorsichtig formuliere. Dennoch möchte ich, dass Sie es richtig verstehen. Die wichtigste Aufgabe der Gemeinde ist nicht in erster Linie die Evangelisation, also andere Menschen zum Glauben zu rufen – so wichtig das auch ist. Die wichtigste Aufgabe der Gemeinde ist es, Gott zu verehren.

Neulich bekam ich einen Prospekt von einer Missionsgesellschaft. Darin stand, die Gemeinde habe sich zuerst und vor allem darum zu kümmern, dass Menschen Jesus als persönlichen Herrn kennenlernen. Das ist gut gemeint, aber es ist nicht der Akzent, den die Heilige Schrift setzt. Natürlich will Gott Evangelisation. Aber zuerst geht es Gott nicht darum, was wir für ihn tun, sondern wie wir zu ihm stehen. Gott steht an erster Stelle – um Gottes Willen, um seiner selbst willen.

Bei der ersten Bitte des Vaterunsers geht es nur um Gott allein. In letzter Zeit wurde auch in christlichen Kreisen ein berühmter Satz von Bonhoeffer immer wieder zitiert: „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“ Darin steckt natürlich auch ein Körnchen Wahrheit. Wir sollen, wir wollen und wir müssen für andere da sein. Aber das macht die Kirche nicht zur Kirche. Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie in erster Linie für Gott da ist – erst einmal ganz für ihn.

In den letzten Jahren sind oft Studien erschienen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie man die Menschen wieder erreichen kann. Das ist sicherlich eine ganz wichtige Frage: Wie können wir die Menschen in ihrer Situation aufsuchen und mit dem Evangelium erreichen? Aber das Hauptproblem der Kirche ist nicht, wie sie zu den Menschen hinfindet, sondern wie sie wieder zu Gott hinfindet.

Uns fehlt es in erster Linie nicht an Menschennähe, sondern an Gottesnähe. Gott zuerst. Wir brauchen vor allem nicht mehr Menschlichkeit – so wichtig die auch ist –, sondern wir brauchen mehr Göttlichkeit. Wenn Sie so wollen: Gott zuerst.

Wenn dies als bequemer Rückzug oder als „Hand in den Schoß legen“ verdächtigt wird, dann zeigt das nur, wie fremd uns das Bemühen um Gott selbst, um Gott allein und um seine Ehre geworden ist. Und da will uns Jesus mit dem Vaterunser wieder hinführen. Deshalb sagt er: Das soll die erste Bitte sein, dass Gottes Name geheiligt wird, angebetet, geehrt, gerühmt und hochgeachtet wird.

Wollen wir uns um Gott drehen? Je ernsthafter ich diese Bitte bete, je stärker ich von dieser Ehrfurcht vor Gott bestimmt werde, desto mehr wächst der Wunsch, dass Gottes Name nicht nur bei mir persönlich oder nur in der Gemeinde, sondern möglichst in der ganzen Welt sich ausbreitet. Dass Gottes Ehre sich in der ganzen Welt ausbreitet – so wie es am Ende einmal sein wird.

Und das treibt uns dann zu den nächsten Bitten des Vaterunsers, die wir uns jetzt noch kurz ansehen: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe.“

Die Verabsolutierung Gottes als dritter Schlüssel des Gebets

Damit kommen wir heute zum letzten Schlüsselsatz, den wir festhalten wollen, und der lautet: Verabsolutiere den Vater.

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Begriff verwenden soll. Aber ich meine, er drückt genau das aus, worum es geht: Verabsolutiere den Vater! Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Dieser Begriff wird meistens negativ verwendet, zum Beispiel: „Du darfst das nicht so verabsolutieren.“ Jedes Ding hat zwei Seiten. Du darfst nicht nur die eine Sache sehen, sondern musst auch die andere Seite beachten.

In vielen Fällen stimmt das, etwa bei einer Gerichtsversammlung. Dort darf ich nicht den Standpunkt des Einen verabsolutieren, sondern muss wirklich beide Seiten sehen. Aber Gott gegenüber gilt das nicht.

Gott gegenüber kann man gar nicht übertreiben. Deshalb gibt uns Jesus diesen Punkt hier noch einmal mit auf den Weg: „Aufs Herz, verabsolutiere den Vater, dein Reich komme!“

Gottes Reich ist jetzt noch unsichtbar, aber es wird sichtbar werden. Am Ende der Zeit sagt Jesus: Jetzt ist das Reich Gottes da, wo Jesus schon herrscht, wo Jesus über das Leben eines Menschen bestimmen kann, wo jemand persönlich an Jesus glaubt und ihm folgt. Dort ist schon Gottes Reich.

Wenn wir jetzt beten: „Dein Reich komme“, dann ist das ein evangelistisches Gebet. Wir beten: Ach Herr, gib doch, dass viele Menschen sich zu dir bekehren. Gib, dass viele noch unter die Herrschaft von Jesus Christus kommen. Dein Reich komme, damit Gottes Reich sich ausbreitet!

Und merken Sie das wieder: Wir evangelisieren die Menschen nicht in erster Linie, damit sie gerettet werden, sondern damit Gott geehrt wird und damit Gottes Reich sich ausbreitet.

Natürlich tun wir es auch aus Liebe zu den Menschen, die Gott uns zur Aufgabe gemacht hat. Aber Gott zuerst: Dein Reich komme!

Die Bibel sagt, Jesus wird wiederkommen. Er wird dann Gottes Reich sichtbar aufrichten. Er wird alles Böse verwerfen und verbannen. Er wird alle widrigen Mächte entmachten.

Auch deshalb beten wir in diesem Gebet: Dein Reich komme, dass Gott sich einmal überall durchsetzt – ganz allein Gott und sein Sohn Jesus Christus.

Jesus hat gesagt: „Ich und der Vater sind eins.“ Verabsolutiere den Vater, sagt Jesus, denn er allein regiert.

Warum? Gott setzt sich doch sowieso durch. Warum soll ich dafür beten? Er hat das doch nicht nötig, dass ich dafür bete, dass Gott sich durchsetzt.

Stimmt, warum soll ich dafür beten? Erstens, weil Gott es befiehlt: Verabsolutiere den Vater! Gehorche ihm auch dort, wo du den Eindruck hast, es ist gar nicht so nötig, ihm zu gehorchen.

Verabsolutiere den Vater, mach das, bete so, weil Gott es will.

Zweitens denke ich, dass Gott uns in diese Gebetsmitarbeit hineinnimmt, weil der Vater seinen Kindern die Freude und die Ehre der Mitarbeit gönnt. Wir sollen dabei sein, obwohl er uns nicht nötig hätte.

Darum sagt Jesus: Bitte dafür, dass der allmächtige Gott sein Reich durchsetzt.

Ich denke, er befiehlt es auch aus einem anderen Grund. Jesus will uns hier lehren, dass wir um Gott kreisen, dass wir erst mal um Gott kreisen.

Dein Reich komme, Herr – damit wir unsere ganze Hoffnung und Erwartung auf ihn richten, weil er unsere Sehnsucht auf Gottes Ziel ausrichten will.

Darum lehrt Jesus uns dieses Gebet.

Unsere Kinder in der Kinderstunde, im Kindergottesdienst, haben ein Lied gesungen, das alles auf Jesus bezieht.

Das Lied heißt: Wer ist der König im Dschungel, wer ist der König zur See? Wer ist der König in der ganzen Welt und wer ist der König in mir?

Die zweite Strophe lautet: Ich sage nur J-E-S-U-S. Jesus, Jesus ist der König im Dschungel, Jesus ist der König zur See, Jesus ist der König in der ganzen Welt und Jesus ist der König in mir.

Das ist ein Gebet im Sinne des Vaterunsers.

Und dieses Gebet endet genau dort, wo unser Predigttext für heute auch endet: Jesus ist der König in mir, dein Wille, Herr, geschehe!

Das hat erst einmal wieder den großen Horizont: Dein Wille geschehe in der ganzen Welt! Immer mehr Menschen sollen dir folgen, dir gehorchen!

Aber das trifft dann zum Schluss doch wieder mitten in mein Herz: Jesus ist der König in mir – ist er das?

Kann ich das aufrichtig beten: Herr, ich will, dass dein Wille wirklich in meinem Leben geschieht.

Dort, wo es mir schwerfällt, bitte gib mir die Kraft, dass ich ihn tun kann. Und dort, wo ich blind bin und ihn nicht erkenne, lass ihn mich sehen: Dein Wille geschehe!

Jesus sagt: Du, verabsolutiere den Vater! Bitte ihn um Kraft, dass du ihm ganz gehorchen kannst!

Jesus selbst, obwohl er Gott ist und die gleiche Anbetung verdient wie der Vater im Himmel, hat uns hier ein gutes Beispiel gegeben.

Er hat gesagt: „Meine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun.“

Und dann, in diesem Garten, als es für Jesus so schwer war, den Willen des Vaters zu tun, weil er wusste, es geht jetzt ans Kreuz.

Er musste die ganze Sünde aller Menschen aller Zeiten auf sich nehmen.

Da sagte er: „Vater, wenn es eine Möglichkeit gibt, dann bitte lass das an mir vorübergehen, Vater! Aber nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille.“

Sehen Sie, diese Verabsolutierung des Vaters wird nicht aus unserem eigenen störrischen Herzen geboren, sondern das muss uns Jesus in den Mund und ins Herz legen.

Er will das durch das Vaterunser: Gott zuerst!

Das ist die Grundmelodie dieser Verse: Gott zuerst!

Das soll die Grundmelodie unseres Lebens werden.

Dazu hat Jesus uns heute Morgen diesen Schlüssel des Vaterunsers in die Hand gegeben: Vertraue dem Vater, verehre den Vater und verabsolutiere den Vater!

Einladung zum persönlichen Zugang und praktische Anwendung

Vielleicht haben Sie das Vaterunser noch nie so betrachtet. Vielleicht denken Sie heute Morgen: Wenn Gott so ist und wenn er das meint, dann ist er mir fremd.

Es gibt einen Zugang. Gehen Sie zu Jesus und rufen Sie ihn im Gebet an. Jesus ist der Einzige, der Ihnen das Vaterunser wirklich lehren kann. Kein Pastor, kein erfahrener Christ kann das – nur Jesus. Bitten Sie ihn darum! Nur er kann Ihnen den Zugang zum Vater verschaffen. Er wird aus dem fremden Gott, aus dem befremdlichen Vaterunser für Sie den liebenden Vater im Himmel machen.

Aber das kann nur Jesus.

Für diejenigen, die den Vater schon lange kennen und ihn wirklich lieben, deren Gebete aber müde und kraftlos geworden sind, bietet dieses Vaterunser wieder eine große Chance.

Mein ganz praktischer Vorschlag ist folgender: Wenn Sie möchten, beginnen Sie Ihre tägliche Gebetszeit in der nächsten Woche immer mit diesen beiden Versen:

„Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

Nehmen Sie das als Gerüst und fügen Sie dann Ihre eigenen Worte hinzu.

Sagen Sie zum Beispiel: Vater unser im Himmel, ich danke dir für das Vorrecht, dein Kind sein zu dürfen. Ich danke dir für die Geborgenheit, die du mir gibst.

Geheiligt werde dein Name. Herr, ich will dich ehren. Mir fehlen oft die Worte, aber ich möchte dich loben – mit meinem Leben und mit dem, was ich sage. Ich will mich ganz auf dich ausrichten. Herr, hilf mir dabei!

Dein Reich komme. Sage zu Gott: Herr, hilf, dass noch viele Menschen dich erkennen. Gib mir die Sehnsucht danach, dass du eines Tages sichtbar herrschen wirst. Hilf mir, mich auf deine Wiederkunft zu freuen. Und bis dahin hilf mir, dir zu gehorchen.

Weil du es so willst, um deinetwillen, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Nutzen wir diesen Schlüssel, den Jesus uns mit diesem kostbaren Vaterunser gibt.

Der lateinische Name für das Vaterunser ist Paternoster. Viele denken bei dem Wort Paternoster nicht an das Vaterunser, sondern an die offenen Fahrstühle in alten Hotels. Dort kann man einsteigen, und der Fahrstuhl fährt ständig rauf und runter. Der Paternoster ist unaufhörlich in Bewegung.

Das ist ein großartiges Bild für das richtige Paternoster, das richtige Vaterunser. Es ist wie ein Fahrstuhl für unser Gebet. Wir können uns persönlich in dieses Vaterunser hineinbegeben. Es bringt uns bildlich gesprochen hoch zu Gott und dann wieder hinunter zu den Menschen.

Aber zuerst geht es mit dem Vaterunser hoch zu Gott. Gott zuerst.

Amen.