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Johannes 16

Das Johannes-Evangelium, Teil 22/31
22.05.2005Johannes 16,1-33
SERIE - Teil 22 / 31Das Johannes-Evangelium

Einführung und Kontext der Abschiedsreden Jesu

Heute kommen wir zu Johannes 16. Zu Beginn lesen wir das ganze Kapitel durch. Peter, könntest du vorlesen? Danke.

Wir befinden uns hier bei den Abschiedsreden des Herrn, in Johannes 14 bis 16. Der Herr teilt im engen Kreis der Jünger – Judas war nicht mehr dabei – an diesem feierlichen Vorabend, als die Schatten von Golgatha auf ihn gefallen waren, den Jüngern wichtige Dinge mit.

Ein ganz wichtiger Schlüsselvers in unserem Kapitel ist Vers 28. Liest das nochmals jemand?
„Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“

Jawohl, also jetzt ist der Herr Jesus daran, aus der Welt hinauszugehen, zurück zum Vater. Nach Gottes Ratsschluss sollte es dann möglich werden, dass der Heilige Geist als Vertreter des Herrn auf die Erde kommt, um hier zu wohnen.

Der Gottessohn war in diesen 33 Jahren auf der Erde. Mit seinem Weggehen und durch seinen Tod, mit dem Erlösungswerk, konnte der Heilige Geist kommen. Dieses Grundprinzip findet man eigentlich schon im geschlagenen Felsen nach dem Auszug aus Ägypten. Wir können kurz aufschlagen, 2. Mose 17, das war ein ganz entscheidendes Ereignis, gerade nach dem Auszug aus Ägypten.

 2. Mose 17, Verse 6 und 7:
„Siehe, ich will dort vor dich auf den Felsen an Horeb treten; dann sollst du auf den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus ihm hervorströmen, so dass das Volk zu trinken hat.“
Und Mose machte es so vor den Augen der Ältesten Israels. Er gab dem Ort den Namen Massa und Meriba, wegen des Streitens der Söhne Israels und weil sie den Herrn geprüft hatten, indem sie sagten: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“

Der Fels ist ein Hinweis auf Christus, der in 1. Korinther 10,4 genannt wird, „der Fels“. Der Fels wurde geschlagen, und dann kam Wasser heraus. Das weist hin auf Christus, der am Kreuz von Gott geschlagen werden sollte, damit dann der Heilige Geist kommen konnte.

Das Wasser, das fließende Quellwasser, wird vom Herrn Jesus in Johannes 7,37-39 ausdrücklich auf den Heiligen Geist gedeutet. Also dieses Grundprinzip: Der Sohn Gottes ist gekommen, er starb, wurde von Gott geschlagen, und dann konnte der Heilige Geist kommen – das finden wir hier in Johannes 16 wieder.

Übrigens, später, in 4. Mose 20, musste nochmals Wasser aus dem Felsen kommen. Aber Mose sollte den Felsen nicht schlagen, sondern mit ihm reden, und das hat er dann nicht so gemacht, wie Gott wollte. Darum durfte er nicht ins Land.

Hier ist auch ein wichtiger Unterschied: Für „Fels“ steht in 2. Mose 17 ein anderes Wort als in 4. Mose 20. In 2. Mose 17 ist es „Zur“, was hebräisch „ein Felsblock“ bedeutet, und in 4. Mose 20 heißt es „Säla“, das ist ein Felsmassiv.

Der „Zur“ in 2. Mose 17 weist hin auf den erniedrigten Christus, während das Felsmassiv in 4. Mose 20 auf den erhöhten Christus hinweist. Christus hat sich nach Philipper 2 erniedrigt bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Danach wurde er von Gott hoch erhoben und bekam einen Namen, der über jeden Namen ist, nämlich den Namen Kyrios, Herr.

Der Tod des Herrn Jesus sollte ein für alle Mal stattfinden. Darum wird der Herr nie mehr geschlagen werden. Mit dem auferstandenen Christus müssen wir im Gebet sprechen.

Mose hat das Felsmassiv geschlagen, und das war gegen Gottes Anweisung. Nur um zu verstehen, was der Unterschied zwischen diesen beiden Geschichten ist: In 2. Mose 17 geht es um den erniedrigten Christus, der geschlagen wurde, und dann kam das Wasser heraus, das erfrischende Wasser, das auf den Heiligen Geist hinweist.

Das entspricht hier in Johannes 16 dieser Wahrheit. Vers 7, wer liest nochmals? Johannes 16, Vers 7:
„Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“

Der Herr Jesus sagt in Johannes 16,28, also in diesem Schlüsselvers:
„Ich bin von dem Vater ausgegangen.“

Ein sehr wichtiger Vers, um zu sehen, dass der Herr Jesus schon Sohn Gottes war, bevor er Mensch wurde. Es gibt die Irrlehre, die besagt, dass Jesus Christus nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes war. Er habe zwar existiert von Ewigkeit her als Gott, als der Logos (Johannes 1,1: „Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott“), aber diese Lehre besagt, er sei nicht Sohn Gottes von Ewigkeit her gewesen, sondern erst durch seine Menschwerdung Sohn Gottes geworden.

Man beruft sich dabei auf Psalm 2, einen messianischen Psalm, der auch im Neuen Testament zitiert wird. Liest jemand Psalm 2, Vers 7?
„Vom Beschluss will ich erzählen: Der Herr hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Hier geht es ganz klar um die Menschwerdung. Das entspricht dem, was wir in Matthäus 1 haben, dass Jesus als Mensch von Gott gezeugt wurde. „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Jesus ist als Mensch Sohn Gottes, das glauben wir auch. Aber er ist eben auch als Gott Sohn Gottes, und das ist er von Ewigkeit her.

Darum ist diese Präzision sehr wichtig. Johannes 16,28 sagt nicht: „Ich bin von Gott ausgegangen“, obwohl das auch richtig wäre. Im Vers vorher haben wir das: „Weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.“ Er ist von Gott ausgegangen, aber Vers 28 sagt: „Ich bin von dem Vater ausgegangen.“ Der Vater war also schon sein Vater, bevor er in die Welt gekommen war.
„Ich bin von dem Vater ausgegangen und bin in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“

Diese ewige Sohnschaft Christi finden wir auch schon im Alten Testament, in Sprüche 30, wo es um Gott, den Schöpfer, geht. Wir können aufschlagen, Sprüche 30, Vers 3 und 4. Wer liest?
„Weisheit habe ich nicht gelernt, da sich Erkenntnis des Heiligen kennen könnte. Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer hat das Wasser in ein Tuch eingebunden? Wer hat aufgerichtet alle Enden der Erde? Was ist sein Name, und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?“

Hier geht es um Gott, den Schöpfer. Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt, wie er das Wasser in ein Tuch gebunden und die Enden der Erde aufgerichtet hat? Weiter wird gefragt: Wer ist hinaufgestiegen in den Himmel und herabgefahren?

Wir finden verschiedentlich im Alten Testament, wie Gott herabfährt. Zum Beispiel in 1. Mose 11, beim Turmbau von Babel, kommt Gott herab vom Himmel. Wer liest dort Vers 7?
„Lasst uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht mehr verstehen.“

In 1. Mose 18 finden wir, wie Gott zu Abraham auf Besuch kommt. In Kapitel 18, Vers 33, wer liest?
„Und der Herr ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte, und Abraham kehrte zurück an sein Wort.“

Dann ist er wieder weggegangen, und später, in Kapitel 19, gehen nur die zwei Engel, die Gott begleitet hatten, nach Sodom. Gott ist in dem Sinne auch wieder aufgefahren.

Im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten lesen wir in 2. Mose 3, Vers 7 und 8:
„Der Herr aber sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und sein Geschrei wegen seiner Antreiber gehört. Ich kenne seine Schmerzen und bin herabgekommen, um es aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und es aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das Milch und Honig überfließt.“

Also dieses Herauf-, Herniederfahren und Hinaufsteigen finden wir wiederholt im Alten Testament.

Darum die Frage von Agur Ben Jake in Sprüche 30: Wer ist hinaufgefahren in den Himmel und herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Da nimmt er Bezug auf alttestamentliche vergangene Ereignisse und sagt: Was ist sein Name, und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?

Der Sohn Gottes wird bereits genannt als existierend – nicht der Name dessen, der einmal der Sohn heißen wird, sondern er ist bereits da.

Die Antwort auf die Frage ist Jesus Christus. Wenn Gott sich sichtbar macht im Alten Testament und noch in vielen anderen Beispielen, dann geschieht das immer durch den Sohn. Er wird genannt in Kolosser 1 als das Bild des unsichtbaren Gottes.

Wenn Gott sich sichtbar macht, dann geschieht das immer durch den Sohn. Wenn der Sohn sich sichtbar macht, dann ist das im Prinzip die Erscheinung des dreieinigen Gottes, aber gesehen im Sohn. Darum lesen wir in 1. Mose 11: „Lasst uns im Plural herabfahren.“ Das ist der dreieinige Gott.

Diese Beziehung von Vater und Sohn war also schon von jeher da. So ist der Herr Jesus als Sohn Gottes in die Welt gekommen.

Wir können dazu noch Johannes 3, Vers 13 aufschlagen:
„Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Diese Stelle spielt an auf Sprüche 30. Darum sagt der Herr zu Nikodemus: Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, Bezug nehmend auf Sprüche 30: Wer ist hinaufgestiegen? Was ist sein Name und der Name seines Sohnes, wenn du es weißt? In Vers 16 spricht er über Gott, der seinen eingeborenen, das heißt seinen einzigen Sohn, in die Welt gesandt hat. Das ist genau, was wir in Sprüche 30 finden: „Was ist der Name und der Name seines Sohnes?“ Das kann nur einer sein, sein Sohn.

Ich kann nicht von meinem Sohn sprechen, der etwas getan hat, sondern weil ich drei habe, muss ich sagen: Einer meiner Söhne. Aber wenn man sagt: „Was ist sein Name und der Name seines Sohnes?“, dann ist es der eingeborene Sohn.

Interessant ist übrigens auch der Bezug in dieser Rede zu Nikodemus. Der Herr spricht über den Wind (Vers 8):
„Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen“, und in Vers 5 spricht er über das Wasser:
„Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“

Diese Themen finden wir in Sprüche 30, Vers 4: den Wind in seine Fäuste gesammelt, das Wasser und dann die Enden der Erde. Und das haben wir in Johannes 3, Vers 16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, Blick auf die ganze Welt, hat Gott den eingeborenen Sohn gegeben.

Das würde das ganze Herzstück des Evangeliums zerstören, wenn es hieße: Gott hat den, der, indem er Mensch geworden ist, der Sohn geworden ist, gegeben. Nein, es war wirklich der Sohn, der die Liebe des Vaters von Ewigkeit her genoss. Diesen Sohn hat Gott in die Welt gesandt und für uns als Opfer hingegeben, diesen einzigen Sohn, der für den Vater so viel bedeutete. Trotzdem war Gott der Vater bereit, seinen Sohn zu geben.

Der Herr Jesus war bereit, von dem Vater auszugehen, in die Welt zu kommen, um dann später die Welt wieder zu verlassen und zum Vater zurückzugehen. Dann sollte der Herr Jesus durch den Heiligen Geist hier auf Erden vertreten werden.

Nochmal eine Frage dazu: Ich erinnere mich an eine Diskussion mit Zeugen Jehovas, die sagten mir, es sei eine Fangfrage: Wie kann Jesus Gottes Sohn sein, wenn er seinen Vater als Gott bezeichnet? Er sagt ja beides: Einerseits, er ist Sohn, andererseits spricht er von seinem Vater als Gott. Sieht er sich da in der Person des Menschen und verherrlicht diesen Vater als Gott? Was hätte ich prägnant antworten können?

Auf die Schnelle fiel mir natürlich nichts ein, aber Psalm 22 ist ein ganz klar messianischer Psalm, der prophetisch vom Messias spricht. Dort haben wir das Kreuzeswort gleich in Vers 1:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

In Vers 11 heißt es:
„Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß her, von meiner Mutter Leib an bist du mein Gott.“

Also ganz klar nennt Jesus den Vater „mein Gott“ seit der Menschwerdung, aber er konnte von jeher sagen „mein Vater“. Als Mensch hat er eine Stellung der Unterwerfung eingenommen. Darum ist es ganz typisch, auf seine Menschheit bezogen, wenn er sagt: „Mein Gott.“

Das ist ein großes Geheimnis, weil der Herr Jesus Gott und Mensch ist in einer Person, nicht zwei Personen. Darum haben wir Stellen, wo ganz deutlich wird: Der Sohn ist dem Vater gleich. An anderen Stellen sagt der Sohn: „Der Vater ist größer als ich.“ Johannes 14, Vers 28:
„Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn mein Vater ist größer als ich.“

Das nimmt Bezug auf seine Menschwerdung, wo er sich erniedrigt hat und die Stellung des Dieners eingenommen hat.

Vielleicht noch zu dem Thema der ewigen Sohnschaft Christi eine wichtige Stelle: Hebräer 7. Dort wird die Geschichte von Melchisedek als bildlicher Hinweis auf Christus ausgelegt. Liest jemand Hebräer 7, Vers 1 bis 3?
„Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes des Höchsten, der Abraham entgegenging, als er von der Schlacht der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, welchem auch Abraham den Zehnten zuteilte, von dem ernstlich verdolmetscht heißt: ‚König der Gerechtigkeit‘, sodann aber auch ‚König von Salem‘, das heißt König des Friedens, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens habend, aber dem Sohn Gottes verglichen, bleibt Priester immerdar.“

Hier wird die Geschichte in 1. Mose 14 mit Melchisedek, dem König von Jerusalem, ausgelegt. Der Name hat eine symbolische Bedeutung: Melchisedek heißt König der Gerechtigkeit, er war König von Salem, das heißt König des Friedens. Das ist ein Hinweis auf Jesus Christus, der in Jerusalem, in Salem, am Ende der Tage regieren wird als König der Gerechtigkeit und König des Friedens.

In der Geschichte in 1. Mose 14 wird von diesem kanaanitischen, gottesfürchtigen König nichts berichtet über seine Abstammung, weder Vater noch Mutter werden erwähnt, kein Geschlechtsregister, auch sein Tod wird nicht genannt. Er wird einfach dargestellt als jemand, der da ist.

Nun wird erklärt, dass das eine Bedeutung hat: Was weggelassen wird, hat eine Bedeutung. Der Heilige Geist wollte dadurch ein Bild malen. So heißt es: „Aber dem Sohn Gottes ähnlich gemacht.“ Der griechische Ausdruck bedeutet „ähnlich machen“.

Melchisedek war also nicht Jesus Christus, sondern ein ganz normaler Mensch in Jerusalem. Aber so, wie der Heilige Geist ihn beschreibt, wird er dem Sohn Gottes ähnlich gemacht, und zwar dem ewigen Sohn Gottes ohne Anfang und ohne Ende.

Der Schreiber des Hebräerbriefes hätte sagen können: „Aber dem Logos, dem Wort, ähnlich gemacht, hat keinen Anfang, kein Ende“, oder „Christus ähnlich gemacht“ oder „dem Herrn ähnlich gemacht“. Das wäre noch besser gewesen. Aber er sagt: „Dem Sohn Gottes ähnlich gemacht.“ Das heißt, der Sohn Gottes als Sohn Gottes hat keinen Anfang und kein Ende.

Das ist eine sehr bedeutende Stelle über die ewige Sohnschaft Christi. Weil diese Beziehung Vater und Sohn eine innigste und tiefste Liebe ausdrückt, ist das so wichtig. Es macht deutlich: Das Evangelium besteht darin, dass Gott bereit war, sein Höchstes, sein Liebstes für Sünder zu geben.

Wenn man die ewige Sohnschaft leugnet, ist das eigentlich ein Angriff auf das Herzstück des Evangeliums. Das ist schon dargestellt in der Geschichte von Abraham, dem Vater, und Isaak, seinem Sohn. Der Vater war bereit, seinen Sohn zu geben.

Gut, jetzt gehen wir ein bisschen der Reihe nach. Johannes 16: Der Herr Jesus hatte am Schluss von Kapitel 15 über den Hass gesprochen, den seine Nachfolger von Seiten der Welt erleben werden. Er sagt in Vers 1:
„Dies habe ich zu euch geredet, auf dass ihr nicht ärgert.“

„Ärgern“ heißt im Griechischen: über einen Fallstrick oder über ein Hindernis fallen. Also „ärgern“ bedeutet, dass jemand durch ein Hindernis zu Fall kommt.

Der Herr zeigt: Ihr müsst nicht im Glauben erschüttert werden, wenn ihr Hass und Druck von außen erlebt. Das muss so sein. Der Herr selbst hat es erlebt, und darum werden auch seine Diener es erleben.

Nun erklärt der Herr weiter, wie diese Verfolgung konkret in der frühesten Zeit aussehen wird. Wer liest nochmals Vers 2 und 3?
„Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen; es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Und das werden sie tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen.“

Der Herr zeigt, dass die religiöse Welt in ihrem Eifer der Überzeugung sein wird, etwas Gutes zu tun, und dabei größtes Unrecht begeht. Das zeigt, wie wichtig es ist: Man kann etwas in guter Meinung tun und trotzdem schwere Sünde begehen.

Eine eindrückliche Erfüllung sehen wir in Apostelgeschichte 26, wo Paulus beschreibt, wie er vor seiner Bekehrung in der Verfolgung der ersten Christen aktiv war. Wer liest Apostelgeschichte 26 ab Vers 9?
„Ich meinte freilich, mir selbst viel Widerliches gegen den Namen Jesu des Nazareners tun zu müssen, was ich auch in Jerusalem getan habe. Viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen, nachdem ich von den Hohenpriestern die Gewalt empfangen hatte, und wenn sie umgebracht wurden, so gab ich meine Stimme dazu. In allen Synagogen zwang ich sie oftmals strafend, zu lästern, und über die Massen gegen sie rasend verfolgte ich sie sogar bis in die ausländischen Städte. Und als ich mit Gewalt und Vollmacht von den Hohenpriestern nach Damaskus reiste, sah ich mitten am Tag auf dem Wege, o König, vom Himmel her ein Licht, das den Glanz der Sonne übertraf, welches mich und die Mitreisenden umstrahlte.“

Danke. Hier sehen wir, wie umfassend diese Verfolgung war, die bis zum Tod führte – also über Synagogenausschluss hinaus, sogar bis zur Tötung. Es wurde versucht, die Christen zum Lästern, also zum Abschwören des Glaubens, zu zwingen.

Der Apostel Paulus schreibt, dass er das alles mit gutem Gewissen getan hatte. In 1. Timotheus 1 wird das deutlich. Wer liest 1. Timotheus 1, Vers 12?
„Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verlieh, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, obwohl ich früher ein Lästerer, Verfolger und Gewalttäter war. Aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden, weil ich es unwissend im Unglauben getan hatte. Überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind.“

Jawohl, er war Verfolger, Lästerer, Gewalttäter, aber er hat das in Unwissenheit getan. Es war ihm nicht bewusst, dass es falsch war, ihm im Unglauben.

In 2. Timotheus sagt er, dass er Gott stets mit gutem Gewissen gedient hat. Wer liest 2. Timotheus 1, Vers 3?
„Ich danke Gott, dem ich von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen diene.“

Dann spricht er über sein Gebet für Timotheus. Er hatte ein reines Gewissen. Er tat es in Unwissenheit, im Unglauben, und war überzeugt, damit Gott zu dienen.

Der Herr Jesus sagt hier: Sie werden sogar meinen, Gott einen Dienst zu erweisen, wenn sie euch töten. Aber das hat der Herr alles im Voraus gesagt, damit die Jünger durch diese erschütternden Ereignisse nicht Schiffbruch erleiden im Glauben.

Das ist bereits ein hoher priesterlicher Dienst, den er vor allem jetzt im Himmel für die Gläubigen tut. Er hat bereits hier die Vorbereitungen getroffen, damit sie nicht zu Fall kommen.

Darum hat er in diesem Kapitel die Jünger auf seinen Tod vorbereitet und auf die Zeit, in der der Heilige Geist kommen wird. Es ist nötig, dass er zuerst durch den Tod gehen würde.

Seinen Tod kündigte er an in Vers 16. Wer liest nochmals Johannes 16, Vers 16?
„Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht mehr; wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen.“

Am nächsten Tag kam die Kreuzigung, am Abend die Grablegung. Sie sahen ihn nicht mehr. Aber drei Tage später wurde er wieder von den Jüngern lebendig gesehen.

Das „wieder eine kleine Weile“ war geheimnisvoll für die Jünger. Der Herr merkt, wie sie miteinander diskutieren, und macht deutlich, dass für sie ein Schmerz kommen wird, der mit dem einer Frau bei der Geburt vergleichbar ist.

Wer liest Vers 20 bis 22?
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden. Die Frau hat Traurigkeit, wenn sie gebiert, weil ihre Stunde gekommen ist. Wenn sie aber das Kind geboren hat, bedenkt sie nicht mehr der Bedrängnis um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ist. Auch ihr tut euch jetzt zwar Traurigkeit, aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.“

Diese Erschütterung, die die Jünger am nächsten Tag erleben sollten, vergleicht der Herr mit den Schmerzen einer Frau bei der Geburt, wenn die Wehen kommen und bis zu den Presswehen steigen.

Es ist eine gewaltige Erfahrung, wenn das Kind da ist und eine so große Freude erlebt wird, dass das Ganze wie vergessen ist. Eine Frau kann dann kurze Zeit später schon wieder den Wunsch verspüren, ein Kind zu haben.

Das ist ein wunderbarer Vergleich, den ich nur von außen beurteilen kann, da ich es selbst noch nie erlebt habe, aber mindestens sechsmal aus nächster Nähe miterlebt habe.

Das war die Erfahrung der Jünger: Sie kamen in eine tiefe Depression am folgenden Tag mit dem Schock der Kreuzigung, und dann am dritten Tag dieser gewaltige Wechsel. Sie konnten es gar nicht glauben, berichten die Evangelien zunächst. Sie konnten es aus Freude kaum fassen.

Der Herr Jesus hat das alles hier vorbereitet, damit sie diese Dinge besser ertragen und einordnen konnten.

Diese Enttäuschung wird eindrücklich in Lukas 24 beschrieben, als der Auferstandene den beiden Emmaus-Jüngern erscheint. Sie realisieren nicht, wer er ist, und meinen, er sei ein Fremder.

Auf dem Weg nach Emmaus erklären sie dem scheinbar Fremden, was geschehen ist. In Vers 19:
„Er sprach zu ihnen: Was für Fragen habt ihr? Sie antworteten: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Was Jesus von Nazareth betrifft, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten ausgeliefert und zum Tode verurteilt und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei der, der Israel erlösen sollte.“

Sie hofften tief daran, aber nun sind sie durch die Realität eingeholt worden: Er war es nicht. Doch sie haben die Andeutung, dass offensichtlich etwas geschehen sein muss am dritten Tag, aber sie haben es noch nicht erfassen können.

Das waren zutiefst erschütternde Ereignisse: einerseits die Tiefe der Depression und des Leidens, andererseits die unfassliche Freude. Ein wunderbarer Vergleich mit der Geburt eines Kindes.

Diese Ereignisse hätten den Glauben zerstören können. Aber die Elf waren echt wiedergeboren, wie wir schon früher an Johannes 15 und Johannes 13 gesehen haben. Einer war unrein, Judas, aber die anderen waren rein. Sie hatten das Bad der Wiedergeburt erlebt.

Dieser echte Glaube, bestätigt von Gott her, musste nun durch solche erschütternden Erfahrungen getestet werden.

Das erklärt vielleicht auch, warum Gott uns durch Erschütterungen hindurchgehen lässt: Diese zeigen, ob unser Glaube ein echter ist, der auf einer echten Wiedergeburt fußt.

Es kann sein, dass durch Erschütterungen Menschen plötzlich vom Glauben abfallen und nichts mehr wissen wollen. Dann wird offenbar, dass keine wirkliche Wiedergeburt da war.

Wenn Menschen durch Enttäuschungen und schwere Prüfungen hindurchgehen und trotzdem fest im Glauben bleiben, dann wird deutlich, dass hier wirklich Leben aus Gott ist.

Das war bei diesen elf Jüngern so. Kurz darauf konnten diese elf Apostel als Hauptsäulen der frühen Gemeinde gebraucht werden.

Dieser Glaube musste durch diese Prüfung hindurch und sich bewähren.

So können wir manches Leid in unserem Leben als Vorbereitung für einen späteren Dienst sehen.

Der Herr Jesus sagt, er wird dann wieder mit ihnen sprechen, wenn die Freude kommt. Vers 23, wer liest nochmals Johannes 16, Vers 23?
„An jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben.“

Er spricht dann auch über das Bitten an jedem Tag (Vers 26):
„An jedem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde.“

Diese Zeit, wenn der Herr ihnen als Auferstandener begegnet, markiert einen ganz neuen Zeitabschnitt.

Darum waren diese vierzig Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt ganz entscheidend. Da hat der Herr nochmals mit ihnen gesprochen, sie über ein kleines Zeitintervall wiedersehen können, und sie für den späteren Dienst gegründet und gefestigt, wenn der Heilige Geist kommt, um sie in neuer Weise als Zeugen zu gebrauchen.

Wie wir beim letzten Mal gelesen haben, Johannes 15, Vers 26:
„Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch vom Vater senden werde, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er von mir zeugen; aber auch ihr werdet Zeugen sein, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“

Mit dem Kommen des Heiligen Geistes begann für die Apostel ein spezieller Zeugendienst, grundlegend für das spätere Zeugnis der gesamten Kirche in den letzten zweitausend Jahren.

Wenn wir uns nun mit dem Kommen des Heiligen Geistes beschäftigen, müssen wir beachten: Johannes 16, Vers 7 heißt es:
„Wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen.“

Hier geht es um das aktive Kommen des Heiligen Geistes. Das heißt nicht, dass er nicht gesandt wird, sondern dass er nicht kommen wird. Der Heilige Geist kommt, er ist Gott, und er kommt.

In Johannes 14, Vers 26 heißt es:
„Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

In Johannes 16, Vers 7 am Schluss heißt es:
„Wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“

Der Sohn sendet den Heiligen Geist, der Vater sendet den Heiligen Geist, und der Heilige Geist kommt. Das zeigt die Einheit in der Gottheit, die Einheit der drei Personen in der einen Gottheit.

Der Heilige Geist wird Verschiedenes erfüllen, wenn er kommt. Vers 8:
„Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“

„Überführen“ (griechisch „elencho“) heißt überzeugen. Es kann zum Beispiel benutzt werden, wenn ein Richter den Angeklagten mit Fakten überführt, so wie im Judasbrief, wo das Kommen des Herrn Jesus als Richter in der Zukunft beschrieben wird.

Wer liest Judas 1, Vers 14 und 15?
„Henoch, der siebente von Adam an, hat von ihnen geweissagt und gesagt: Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Myriaden, Gericht zu üben gegen alle und alle Gottlosen zu überführen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn gewoben haben.“

Der Herr kommt als Richter und wird die Gottlosen überführen von all ihren gottlosen Werken.

Das Wort „elencho“ bedeutet, dass ein Richter den Angeklagten mit Fakten überführt, so dass er es nicht mehr leugnen kann.

So wird der Heilige Geist überführen. Er hat die Kraft und Macht, Menschen von ihrer Sünde zu überzeugen, dass sie sich bewusst werden: Ich bin ein Sünder vor Gott.

Das akzeptiert niemand einfach so. Wenn ein Mensch zu dieser Überzeugung kommt, ist das das Werk des Heiligen Geistes.

In Hebräer 11 wird der Glaube definiert. Vers 1:
„Es ist aber der Glaube, ein Beharren auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“

Diese Überzeugung heißt wörtlich „ein Überführtsein“ und kommt vom Wort „elencho“. Ein Überführtsein von Tatsachen, die man nicht sieht.

Der Heilige Geist schafft eine eindeutige Überzeugung von Tatsachen, sodass der Gläubige sagen muss: Wenn ich das verleugnen würde, müsste ich meinen Verstand an den Nagel hängen und Tatsachen bewusst leugnen.

Leider haben viele Gläubige einen Glauben, der stark von Gefühlen geprägt ist, statt von biblischen Tatsachen. Wenn solche Gläubige in eine Krise kommen, haben sie es besonders schwer.

Darum sollte man in der Verkündigung so lehren, dass der Glaube auf biblischen Fakten gegründet ist. So hat man einen soliden Glauben, auch in Anfechtung und Prüfung.

Das ist das, was der Heilige Geist bewirken will: Er überführt und schenkt eine innere, feste Überzeugung.

Lesen wir dazu noch aus dem 1. Johannesbrief 3, Vers 24:
„Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm. Hieran erkennen wir, dass er in uns bleibt durch den Geist, den er uns gegeben hat.“

Die Gewissheit, dass Christus in mir lebt, bewirkt der Heilige Geist. Das entspricht auch Römer 8, wo der Heilige Geist unserem Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind.

Lesen wir Römer 8, Vers 16:
„Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“

Er gibt Zeugnis unserem Geist, nicht einfach unserem Gefühl. Der menschliche Geist ist die Fähigkeit zu erkennen, zu begreifen und zu verstehen.

So macht der Heilige Geist uns begreiflich: Ich bin ein Sünder, ich bin vor Gott verloren. Er macht begreiflich, dass es einen Ausweg gibt, weil Christus als Stellvertreter das Gericht getragen hat, das ich verdient hätte.

Wenn der Mensch das wirklich erfasst, ist das das Werk des Heiligen Geistes.

Dieser Geist gibt einem Bekehrten auch die innere Gewissheit der Gotteskindschaft. Das ist etwas Erstaunliches.

Wir haben in unserer Gemeinde zum Beispiel einen Polizisten, der früher ein überzeugter Gottesleugner war. Für ihn war alles in der Bibel falsch.

Doch mit der Bekehrung kam für ihn die völlige Überzeugung, dass die Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1 und 2 so stimmt, wie sie da steht.

Er brauchte keinen speziellen Unterricht, um zu verstehen, warum das so ist. Mit der Bekehrung kam die Überzeugung, dass die ganze Heilige Schrift von Gott inspiriert und vertrauenswürdig ist.

Woher kommt das? Das bewirkt der Heilige Geist.

Natürlich ist es wichtig, besonders junge Leute im Glauben zu unterweisen und ihnen zu erklären, warum 1. Mose 1 kein Problem ist und dass wir es so annehmen können, wie es steht, ohne wissenschaftliche Fakten, die dagegen sprechen.

Das hilft, aber prinzipiell ist diese innere Gewissheit allein das Werk des Heiligen Geistes im Herzen.

Die Reformatoren haben dieses Thema sehr betont. Johannes Calvin schreibt darüber in seiner Institutio. Er spricht vom „Testimonium Spiritus Sancti Internum“, dem inneren Zeugnis des Heiligen Geistes.

Das ist ein Beweis für die Gotteskindschaft. Wenn jemand zur Bekehrung kommt und plötzlich diese innere Gewissheit hat, dass die Heilige Schrift die Wahrheit ist, selbst gegen Widerspruch von außen, selbst wenn man manches nicht erklären kann, ist die Gewissheit da.

Das gehört zum Werk des Heiligen Geistes.

Wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht.

So kann der Mensch begreifen, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist. Weil er alles bezahlt und gesühnt hat, war es Gottes Gerechtigkeit, ihn aufzuerwecken.

Darum sagt der Herr Jesus in Vers 10:
„Von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe.“

Das Werk Jesu ist vollständig abgeschlossen; die Sünden sind endgültig gesühnt. Darum konnte Christus nicht länger im Tod bleiben. Er musste auferstehen und zum Vater gehen.

Der Heilige Geist macht diese Tatsachen klar.

Auch das Thema Gericht: Der Herr sagt in Vers 10, „von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.“ Das Verständnis, dass Satan durch den Kreuzestod besiegt ist, kann nur der Heilige Geist bewirken.

Ein Moslem sagt: „Unmöglich, Jesus ist nicht gestorben; kein Prophet stirbt, das wäre Schwäche.“ Das Kreuz ist ihnen eine Torheit.

Wer kann bewirken, dass das Verständnis für die Bedeutung des Kreuzes kommt?

Schlagen wir auf 1. Korinther 1 auf, das ist der Heilige Geist, der beständig wirkt.

Lesen wir 1. Korinther 1, Vers 18:
„Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit.“

Wenn man mit Muslimen spricht, die sagen: „Er ist nicht gestorben, das geht gar nicht, ein Prophet stirbt nicht“, dann ist das Wort vom Kreuz für sie Torheit.

Kein Mensch kann das begreifen. Wenn der Mensch bereit ist, sich unter Gottes Wort zu stellen und sich zu bekehren, kann er errettet werden.

Uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.

Vers 22 sagt:
„Denn während Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Wie kann ein Mensch da hinkommen? Der eine möchte lieber Zeichen und Wunder sehen, der andere sagt: „Eine Botschaft vom Kreuz, Stellvertretung, unakzeptabel, widerspricht jeglicher Vernunft.“

Der Heilige Geist überführt Menschen so, dass den Berufenen selbst, Juden wie Griechen, Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit ist.

Das ist das wunderbare Werk des Heiligen Geistes, das er seit fast zweitausend Jahren auf allen fünf Kontinenten tut. Millionen Menschen wurden so durch den Geist Gottes überführt.

Wir müssen dieses Wirken des Geistes Gottes sehen und offene Augen dafür haben. Das schützt uns gegen die Wundersucht unserer Zeit.

Wir leben in einer Zeit, in der der Zeitgeist wundersüchtig ist. Diejenigen, die keine Christen sein wollen, sind wundersüchtig in New Age, Mystik, orientalischen Religionen usw. Die Christen suchen Zeichen und Wunder.

Das entspricht dem Zeitgeist von heute.

Wir müssen das Werk Gottes durch zweitausend Jahre sehen. Wir haben nicht zweitausend Jahre Zeichen und Wunder gesehen, aber zweitausend Jahre hat der Geist Gottes Menschen auf allen Kontinenten überführt und die Gewissheit des Glaubens und der Errettung vermittelt.

Weiter zum Wirken des Geistes Gottes in Vers 12. Wer liest Vers 12 bis 14?
„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“

Der Geist Gottes leitet in die ganze Wahrheit.

Das ist eindrücklich zu sehen durch die ganze Kirchengeschichte hindurch. Der Heilige Geist kam am Pfingsttag, und in der Folge wurde das Neue Testament abgefasst.

Das war die Erfüllung dieses Wortes hier.

So haben wir die neutestamentlichen Schriften, die die biblische Offenbarung zum Abschluss geführt haben.

Der Apostel Paulus war sich bewusst, dass er den größten Beitrag im Neuen Testament geleistet hat mit 14 Briefen und 27 Büchern – ich zähle den Hebräerbrief mit.

Er schreibt in Kolosser 1, Vers 25 über die Gemeinde, der er als Diener dient. Wer liest?
„Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden.“

So wurden durch die 14 Briefe von Paulus und die anderen Schriften von neutestamentlichen Aposteln und Propheten Gottes Offenbarung so vollständig abgeschlossen, dass auf der letzten Seite des letzten Bibelbuches zu lesen ist:

 Offenbarung 22, Verse 18 und 19. Wer liest?
„Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung in diesem Buch hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind. Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, wird Gott seinen Teil wegnehmen vom Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buch geschrieben ist.“

Das bezieht sich auf das Buch der Offenbarung, aber weil die Offenbarung die biblische Offenbarung abschließt, gilt das für die gesamte Heilige Schrift.

Wer da noch etwas hinzufügt, dem wird Gott Plagen hinzufügen.

Das war das erste gewaltige Werk des Heiligen Geistes, um die Gemeinde in alle Wahrheit einzuführen.

Natürlich hat das Wort noch einen weiteren Sinn: Seither bemüht sich der Heilige Geist, die Gläubigen beim Lesen der Heiligen Schrift, Alten und Neuen Testaments, zu unterstützen, damit sie das Geschriebene wirklich verstehen können.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu sehen, wie heute besonders in evangelischen Gemeinden ein Relativismus um sich greift, wo man sagt: „Man kann das so auslegen, man kann es so auslegen, für mich bedeutet das dies.“

Das ist ein Relativismus, der so weit geht, dass man sagt: „Wirklich wissen, was da steht, kann ja keiner. Darum muss man nicht genau nach den Buchstaben gehen.“

Man könnte das einen evangelistischen Agnostizismus nennen.

Agnostiker sagen: Gott existiert nicht; wir können es nicht wissen; es interessiert uns nicht, die Frage zu beantworten.

Ein evangelistischer Agnostizismus sagt vielleicht: Die Bibel ist Gottes Wort, aber was Gottes Wort wirklich bedeutet, können wir nicht sicher wissen. Darum kann man alle möglichen und unmöglichen Meinungen nebeneinander stehen lassen.

Wenn wir das durchdenken, würde das bedeuten: Es gibt verschiedene Auslegungen, aber ist es wirklich nicht möglich zu wissen, was Gott durch einen Bibelabschnitt meint, dann wäre Gott nicht fähig, uns verständlich zu machen, was er meint.

Das ist nicht Bescheidenheit, sondern ein unbewusster Angriff auf Gott.

Warum gibt es so viele verschiedene Meinungen und Unsicherheiten? Wir müssen bei uns selbst suchen, wo die Ursachen liegen.

Eine Ursache kann Ungehorsam sein: Wir wollen gewissen Bibelstellen nicht gehorchen und sagen dann: „Ich verstehe es nicht, dann ist es erledigt.“

Es gibt noch weitere Ursachen, aber das ist nicht unser Thema jetzt.

Prinzipiell können wir wissen: Der Heilige Geist ist da als Sachwalter, weil er uns in die ganze Wahrheit leiten will, nicht nur in Teilwahrheiten.

Sein Ziel ist es, uns in die ganze Wahrheit hineinzuleiten.

Darum sagt der Apostel Paulus über seinen Dienst in Ephesus einige Jahre: Apostelgeschichte 20, Vers 26 und 27. Er spricht zu den Ältesten der Gemeinde in Ephesus. Wer liest?
„Deshalb bezeuge ich euch heute, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.“

Der Apostel Paulus sagt: Ich habe den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt. Hätte ich das nicht getan, wäre ich schuldig am Blut der anderen.

Er sagt mit anderen Worten: Hätte ich den Ratschluss Gottes nicht ganz verkündigt, würde ich mich an euch schuldig machen. Aber ich sage: Ich bin rein vom Blut aller.

Das ist eine Anspielung auf Ezechiel 3, wo es heißt: Wenn Gott zum Gesetzlosen spricht: „Du sollst gewisslich sterben“, und du warnst ihn nicht, wird Gott ihn strafen, aber das Blut des Propheten fordern, der nicht gewarnt hat.

Paulus sagt: Ich bin rein, denn ich habe weitergegeben, was Gott wollte.

Das umfasst den ganzen Ratschluss Gottes, nicht nur ein paar Lieblingsthemen, über die man immer spricht und andere nicht.

Die ganze biblische Lehre soll in der Gemeinde weitergegeben werden, nicht nur für Spezialisten, sondern für alle.

Das gehört zu diesem wichtigen Werk des Geistes der Wahrheit.

 Johannes 16, Vers 13 am Schluss:
„Das Kommende wird er euch verkündigen.“

Wir haben im Neuen Testament viele prophetische Abschnitte, und die Offenbarung ist ein vollständig prophetisches Buch.

Das Ziel des Heiligen Geistes ist bei all dem:
„Er wird mich verherrlichen.“

Das ist ein wichtiger Schlüssel.

Der Heilige Geist, obwohl er Gott ist und dem Vater und dem Sohn gleich in Ewigkeit, Herrlichkeit, Macht, Allwissenheit und Allgegenwart, stellt sich zurück und will den Sohn verherrlichen.

Das hängt damit zusammen, dass Gott sich offenbart: Der dreieinige Gott offenbart sich durch den Sohn.

 Kolosser 1, Vers 15:
„Jesus Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“

Der Jesus sagt:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“

Gottes Offenbarung geht über den Sohn.

Darum, obwohl der Heilige Geist dem Sohn gleich ist, tritt er freiwillig zurück und verherrlicht den Sohn im Mittelpunkt.

Ist das die Antwort auf die Frage, dass es keinen Sinn macht, zum Heiligen Geist zu bitten und ihm Lieder zu singen?

Nicht ganz.

Ich würde sagen: Wenn man dauernd über den Heiligen Geist spricht und wenig über die Person des Sohnes, ist das auffällig, weil der Geist Gottes das nicht tut.

Er stellt den Sohn in seiner Herrlichkeit vor.

Es hängt auch damit zusammen, dass wir in der ganzen Bibel nie ein Gebet finden, das an den Heiligen Geist gerichtet ist.

Wir finden Gebete an den Vater, zum Beispiel Epheser 1, Vers 3:
„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“

Wir finden Gebete an den Sohn, zum Beispiel in der Offenbarung. Welche Stelle meinen Sie? Oder vielleicht eine andere?

In Offenbarung 5 fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm Gottes und beten an: „Du bist würdig.“

Oder der gesteinigte Stephanus spricht in seinen letzten Worten:
„Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.“

Er betet ganz klar zum Sohn.

Der Apostel Paulus macht deutlich, dass das Anrufen des Herrn Jesus Christus das Kennzeichen einer örtlichen Gemeinde ist.

 1. Korinther 1, Vers 2: Wer liest?
„An die Versammlung Gottes, die in Korinth ist, an die Gemeinden Gottes, die in Korinth sind, an die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, sowohl bei euch als auch bei uns.“

Er sagt: Ortsgemeinden Korinth, aber es ist auch gerichtet an alle Ortsgemeinden, an jedem Ort, wo Heilige den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen.

Es fällt vielleicht nicht direkt auf, aber es ist eine Tatsache, dass gerade in messianischen Gemeinden in Israel kaum jemand zum Sohn betet. Sie beten immer zum Vater.

Das ist ein falscher Kurs, um Konflikte mit orthodoxen Juden zu vermeiden: „Wie könnt ihr zum Messias beten?“

Aber wir sehen bei Paulus, der aus dem orthodoxen Judentum kam, dass er an Gemeinden schrieb, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen.

Nirgends finden wir das Beten zum Heiligen Geist.

Auf der anderen Seite finden wir das Beten im Geist, das heißt in der Kraft des Geistes.

 Epheser 6, Vers 18: Wer liest?
„Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen!“

„Im Geist“ (griechisch „in pneumati“) bedeutet „in der Kraft des Geistes“.

So gibt der Heilige Geist uns die Kraft, dass wir beten können und nicht wie im Judentum ständig auf Gebetsbücher angewiesen sind.

Im Judentum ist es normal, Gebetsbücher zu benutzen, den Zitur. Wir brauchen das nicht, weil wir durch den Heiligen Geist einen so direkten, lebendigen Zugang zum Vater haben.

Als Parallelstelle noch Judasbrief, Vers 21: „Betet im Heiligen Geist“, also in der Kraft des Heiligen Geistes.

Man kann sagen: Es steht nirgends in der Bibel, dass man zum Heiligen Geist beten darf.

Die Heilige Schrift ist vollständig abgeschlossen, und Gott lehrt uns, wie wir beten sollen.

Wenn Gott wollte, dass wir zum Heiligen Geist beten, würde er uns ein Beispiel geben, so wie er uns viele Beispiele für das Beten zum Vater und zum Sohn gibt.

Damit wir nicht missverstanden werden: Wir schwächen nicht die Gottheit und Majestät des Heiligen Geistes ab. Aber der Heilige Geist selbst will es so.

Er wird den Sohn verherrlichen, und dem müssen wir uns unterstellen.

Andererseits hilft es, zu erkennen, ob wirklich der Heilige Geist am Werk ist. Wenn das nicht beachtet wird, kann das eine Hilfe sein, zu sehen, was von ihm kommt und was nicht.

Noch abschließend zu Johannes 16, die letzten Verse 29 bis 33.

Der Herr Jesus spricht hier in den letzten Worten so offen zu den Jüngern, dass sie völlig überwältigt sind.

Schon die Art, wie er begann, mit ihnen zu reden nach seiner Auferstehung.

Er sagt: „Ihr werdet mich wiedersehen“, und an jenem Tag wird eine ganz neue Beziehung da sein.

Sie merken das und sagen in Vers 30:
„Jetzt wissen wir, dass du alles weißt.“

Schon erstaunlich, wie plötzlich diese Gewissheit entsteht. Der Herr hat gar nicht viel gesagt, aber es hat sie so ergriffen.

Jesus zeigt ihnen noch einmal, dass Schweres auf sie zukommt.

Sie werden zerstreut werden, sie werden ihn allein lassen. Das hat sich am kommenden Tag so erfüllt, auch Petrus hat ihn verleugnet.

Der Herr Jesus sagt:
„Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.“

Das war sein Trost.

Es wird jetzt ganz normal sein in diesem Zeitalter, wo der Heilige Geist auf Erden wohnt: In der Welt habt ihr Drangsal, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.

Wir haben das Beispiel des Herrn, der die Welt überwunden hat. Er hat gelitten sein Zeugnis gegeben, und das gibt uns Mut, in seinen Fußstapfen nachzufolgen, jetzt in dieser Zeit, wo er beim Vater im Himmel ist.

Ich hätte noch eine Frage zum Heiligen Geist: Ich habe Gebete gehört, wo einmal um den Heiligen Geist überhaupt gebetet wurde und zweitens um die Kraft des Geistes.

Mir ist klar, ich brauche nicht um den Heiligen Geist zu bitten, dass er zu mir kommt, denn den habe ich ja bei meiner Wiedergeburt geschenkt bekommen; er sollte ja in mir sein.

Aber um diese Kraft, muss ich oder sollte ich da auch beten? Oder ich anders gesagt: Die Kraft hat jetzt einfach nachgelassen? Oder ist es auch genauso wie beim Bitten um den Heiligen Geist?

Nein, es ist so, dass in Epheser 5 der Apostel Paulus sagt: „Werdet mit dem Geist erfüllt!“ (Epheser 5, Vers 18).

Das ist ein Befehl, und zwar im Imperativ, eine Aufforderung, immer wieder neu erfüllt zu werden.

Das heißt: Für jeden Dienst, den wir tun, brauchen wir neu die Erfüllung.

Das schenkt uns Gott so.

Es gibt Hindernisse. Epheser 4, Vers 30:
„Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid.“

Dort spricht Paulus über Bitterkeit, Wut, Zorn usw.

Wenn in unserem Leben Dinge sind, die den Heiligen Geist betrüben, kann er nicht wirken wie sonst.

Wir müssen solche Hindernisse wegräumen und vor Gott ordnen.

Ein Beispiel in Apostelgeschichte 4: Die Jünger wurden eingeschüchtert oder man versuchte es zumindest, in ihrem Zeugnis.

Dann betet die ganze Gemeinde.

Was beten sie in Apostelgeschichte 4, Vers 29?
„Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit.“

Sie baten um Freimütigkeit, also darum, dass der Heilige Geist durch sie wirken und ihnen Kraft geben möge, trotz Drohungen Zeugnis zu geben.

Das Ergebnis war, dass sie gerade für diesen Dienst diese spezielle Kraft wiederbekamen.

Ich bin ein bisschen im Zeitdruck, weil ich heute Abend in Aarau noch einen Vortrag habe.

Wir können vielleicht nächstes Mal nochmals auf diese Frage zurückkommen, wenn das recht ist.

Gut, dann wollen wir noch zusammen beten.

Das Kommen des Heiligen Geistes und die ewige Sohnschaft Christi

Vers 7 nochmals: Wer liest nochmals Johannes 16,7?

"Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden."

Der Herr Jesus sagt in Johannes 16,28, also in diesem Schlüsselvers: "Ich bin von dem Vater ausgegangen."

Das ist ein sehr wichtiger Vers, um zu erkennen, dass der Herr Jesus schon Sohn Gottes war, bevor er Mensch wurde.

Es gibt die Irrlehre, die besagt, dass Jesus Christus nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes war. Zwar habe er von Ewigkeit her als Gott, als der Logos existiert, wie es in Johannes 1,1 heißt: "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott."

Doch diese Lehre behauptet, er sei nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes gewesen, sondern erst durch seine Menschwerdung Sohn Gottes geworden.

Man beruft sich dabei auf Psalm 2, einen messianischen Psalm, der auch im Neuen Testament zitiert wird. Wer liest Psalm 2, Vers 7?

"Vom Beschluss will ich erzählen: Der Herr hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt."

Hier geht es ganz klar um die Menschwerdung, das, was wir in Matthäus 1 finden, dass Jesus als Mensch von Gott gezeugt wurde.

"Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt."

Jesus ist als Mensch Sohn Gottes – das glauben wir auch.

Aber er ist eben auch als Gott Sohn Gottes, und das ist er von Ewigkeit her.

Darum ist diese Präzision sehr wichtig. In Johannes 16,28 sagt er nicht einfach: "Ich bin von Gott ausgegangen", obwohl das auch richtig wäre.

Im Vers davor lesen wir: "Weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin."

Er ist von Gott ausgegangen, aber in Vers 28 sagt er: "Ich bin von dem Vater ausgegangen."

Der Vater war also schon sein Vater, bevor er in die Welt gekommen war.

"Ich bin von dem Vater ausgegangen und bin in die Welt gekommen. Wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater."

Diese ewige Sohnschaft Christi finden wir auch schon im Alten Testament, zum Beispiel in Sprüche 30, wo es um Gott, den Schöpfer, geht.

Wir können aufschlagen bei Sprüche 30, Vers 3 und 4. Wer liest?

Die ewige Sohnschaft im Alten Testament und die Offenbarung Gottes

Und Weisheit habe ich nicht gelernt, da sich Erkenntnis des Heiligen kennen könnte. Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer hat das Wasser in ein Tuch eingebunden? Wer hat aufgerichtet alle Enden der Erde? Was ist sein Name und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?

Ja, hier geht es um Gott, den Schöpfer. Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt, wie er das Wasser in ein Tuch gebunden und die Enden der Erde aufgerichtet? Weiter wird gefragt: Wer ist hinaufgestiegen in den Himmel und herniedergefahren?

Im Alten Testament finden wir verschiedentlich, wie Gott herabfährt. Zum Beispiel in 1. Mose 11, beim Turmbau von Babel, kommt Gott herab vom Himmel. Dort heißt es in Vers 7: „Lasst uns herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, damit sie einer der anderen Sprache nicht mehr verstehen.“

In 1. Mose 18 finden wir, wie Gott Abraham besucht. Dort heißt es in Kapitel 18, Vers 33: „Und der Herr ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte, und Abraham kehrte zurück an seinen Ort.“ Später, in Kapitel 19, gehen nur die zwei Engel, die Gott begleitet hatten, nach Sodom. Gott ist also in diesem Sinne auch wieder aufgefahren.

Im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten lesen wir in 2. Mose 3, wie Gott spricht. 2. Mose 3, Vers 7 und 8: „Der Herr aber sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei wegen ihrer Bedrücker gehört. Ja, ich kenne ihre Schmerzen, und ich bin herabgekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und sie aus diesem Land hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das Milch und Honig überfließt.“

Dieses Herauf- und Herniederfahren sowie Hinaufsteigen finden wir wiederholt im Alten Testament. Deshalb die Frage von Agur Ben Jake in Sprüche 30: „Wer ist hinaufgefahren in den Himmel und herniedergefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt?“ Er nimmt Bezug auf alttestamentliche vergangene Ereignisse und fragt dann: „Was ist sein Name und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?“

Der Sohn Gottes wird hier bereits als existierend genannt, nicht nur als der, der einmal Sohn heißen wird, sondern er ist schon da. „Was ist sein Name, und was ist der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?“

Die Antwort auf diese Frage ist Jesus Christus. Wenn Gott sich im Alten Testament sichtbar macht, geschieht das immer durch den Sohn. Er wird in Kolosser 1 als das Bild des unsichtbaren Gottes bezeichnet. Wenn Gott sich sichtbar macht, dann geschieht das immer durch den Sohn.

Dabei ist es so, dass, wenn der Sohn sich sichtbar macht, dies im Prinzip die Erscheinung des dreieinigen Gottes ist, aber gesehen im Sohn. Deshalb lesen wir in 1. Mose 11: „Lasst uns im Plural herniederfahren.“ Das ist der dreieinige Gott. Die Beziehung von Vater und Sohn war also schon von jeher da.

So ist der Herr Jesus als Sohn Gottes in die Welt gekommen. Dazu können wir noch Johannes 3, Vers 13 aufschlagen: „Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Diese Stelle spielt auf Sprüche 30 an. Deshalb sagt der Herr dort nochmals zu Nikodemus: „Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel.“ Das nimmt Bezug auf Sprüche 30: „Wer ist hinaufgestiegen? Was ist sein Name und der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?“

In Vers 16 spricht er über Gott, der seinen eingeborenen, das heißt seinen einzigen Sohn, in die Welt gesandt hat. Das ist genau das, was wir in Sprüche 30 finden: „Was ist der Name und der Name seines Sohnes?“ Das kann nur einer sein – sein Sohn.

Ich kann nicht von „meinem Sohn“ sprechen, der etwas getan hat, denn ich habe drei Söhne. Dann müsste ich sagen: einer meiner Söhne. Aber wenn man sagt: „Was ist sein Name und der Name seines Sohnes?“, dann ist es der eingeborene Sohn.

Interessant ist auch der Bezug in dieser Rede zu Nikodemus, wo der Herr über den Wind spricht. In Vers 8 heißt es: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen.“ In Vers 5 spricht er über das Wasser: „Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“

Diese Themen finden wir auch in Sprüche 30, Vers 4: den Wind in seine Fäuste gesammelt, das Wasser und dann die Enden der Erde. Und das haben wir in Johannes 3, Vers 16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt.“ Gott gibt seinen eingeborenen Sohn mit Blick auf die ganze Welt.

Das würde das Herzstück des Evangeliums zerstören, wenn es hieße, Gott habe denjenigen gegeben, der in dem er Mensch geworden ist, der Sohn geworden ist. Nein, es war wirklich der Sohn, der die Liebe des Vaters von Ewigkeit her genoss.

Diesen Sohn hat Gott in die Welt gesandt und für uns als Opfer hingegeben – diesen einzigen Sohn, der für den Vater so viel bedeutete. Trotzdem war Gott der Vater bereit, seinen Sohn zu geben.

Und der Herr Jesus war bereit, vom Vater auszugehen, in die Welt zu kommen, um später die Welt wieder zu verlassen und zum Vater zurückzugehen. Dann sollte der Herr Jesus durch den Heiligen Geist hier auf Erden vertreten werden.

Die Beziehung von Jesus und dem Vater im Gebet und Menschsein

Nochmal eine Frage dazu: Ich erinnere mich an eine Diskussion mit Zeugen Jehovas, die mir sagten, es sei eine Fangfrage, wie Jesus Gottes Sohn sein könne, wenn er seinen Vater als Gott bezeichnet. Er sagt ja beides: Einerseits, er ist Sohn, auf der anderen Seite spricht er von seinem Vater als Gott.

Sieht er sich dabei in der Person des Menschen und verherrlicht diesen Vater als Gott?

Was hätte ich prägnant antworten können? Auf die Schnelle fiel mir natürlich nichts ein, aber Psalm 22 ist ein ganz klar messianischer Psalm. Ein Psalm, der prophetisch vom Messias spricht. Dort haben wir das Kreuzeswort gleich in Vers 1: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Und in Vers 11 heißt es: „Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß her, von meiner Mutterleib an bist du mein Gott.“

Also ist es ganz klar, dass Jesus den Vater „mein Gott“ nennt seit der Menschwerdung. Aber von jeher konnte er sagen „mein Vater“. Als Mensch hat er eine Stellung der Unterwerfung eingenommen. Darum bezieht sich das „mein Gott“ ganz typisch auf seine Menschheit.

Das ist natürlich ein großes Geheimnis, weil der Herr Jesus eben Gott und Mensch in einer Person ist, nicht zwei Personen. Darum haben wir Stellen, in denen ganz deutlich wird, dass der Sohn dem Vater gleich ist. An anderen Stellen heißt es jedoch, der Sohn sei geringer, denn er sagt in Johannes 14: „Der Vater ist größer als ich.“

 Johannes 14, Vers 28: „Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn mein Vater ist größer als ich.“

Das nimmt Bezug auf seine Menschwerdung, in der er sich erniedrigt hat und die Stellung des Dieners eingenommen hat.

Melchisedek als Bild für die ewige Sohnschaft Christi

Vielleicht noch zu dem Thema der ewigen Sohnschaft Christi eine wichtige Stelle: Hebräer 7. Dort wird die Geschichte von Melchisedek als bildlicher Hinweis auf Christus ausgelegt. Wer Hebräer 7,1-3 liest, findet folgende Worte:

„Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes des Höchsten, der Abraham entgegenging, als er von der Schlacht der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, welchem auch Abraham den Zehnten zuteilte, von allem der ernstlich verdolmetscht ‚König der Gerechtigkeit‘ heißt, sodann aber auch ‚König von Salem, das ist König des Friedens‘, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens habend, aber dem Sohne Gottes verglichen, bleibt Priester auch immerdar.“

So wird hier die Geschichte in 1. Mose 14 mit Melchisedek, dem König von Jerusalem, ausgelegt. Er wird erklärt: Der Name hat eine symbolische Bedeutung. Melchisedek heißt „König der Gerechtigkeit“. Er war König von Salem, das heißt „König des Friedens“. Das ist ein Hinweis auf Jesus Christus, der in Jerusalem, in Salem, am Ende der Tage regieren wird als König der Gerechtigkeit und König des Friedens.

In der Geschichte in 1. Mose 14 wird von diesem kanaanitischen, gottesfürchtigen König nichts berichtet über seine Abstammung. Weder ein Vater noch eine Mutter wird erwähnt. Es wird auch nichts gesagt von seiner Geburt, kein Geschlechtsregister wird genannt. Auch sein Tod wird nicht erwähnt. Er wird einfach in der Darstellung aufgeführt als jemand, der da ist.

Nun wird erklärt, dass das eine Bedeutung hat: Das, was eben weggelassen wird, hat der Heilige Geist bewusst getan, um ein Bild zu malen. So heißt es: „Aber dem Sohn Gottes ähnlich gemacht.“ Der griechische Ausdruck bedeutet „ähnlich machen“. Melchisedek war also nicht Jesus Christus, sondern er war ein ganz normaler Mensch in Jerusalem. Aber so, wie der Heilige Geist ihn beschreibt, wird er dem Sohn Gottes ähnlich gemacht, und zwar dem ewigen Sohn Gottes, ohne Anfang und ohne Ende.

Nun ist es doch bedeutsam: Der Schreiber des Hebräerbriefes hätte sagen können „dem Logos, dem Wort, ähnlich gemacht“, denn der Logos hat keinen Anfang und kein Ende. Oder er hätte sagen können „Christus ähnlich gemacht“ oder „dem Herrn ähnlich gemacht“, das wäre noch besser gewesen. Aber er sagt „dem Sohn Gottes ähnlich gemacht“. Das heißt, der Sohn Gottes als Sohn Gottes hat keinen Anfang und kein Ende.

Das ist also eine sehr bedeutende Stelle über die ewige Sohnschaft Christi. Und eben weil diese Beziehung Vater und Sohn eine Beziehung innigster und tiefster Liebe ausdrückt, ist das so wichtig. Es macht uns deutlich, dass das Evangelium darin besteht, dass Gott bereit war, sein Höchstes, sein Liebstes für Sünder zu geben.

Darum ist es, wenn man die ewige Sohnschaft leugnet, eigentlich ein Angriff auf dieses Herzstück des Evangeliums. Das ist ja auch schon dargestellt in der Geschichte von Abraham, dem Vater, und Isaak, seinem Sohn. Der Vater war bereit, seinen Sohn zu geben.

Die Verfolgung der Jünger und die Vorbereitung auf den Heiligen Geist

Gut, jetzt gehen wir ein bisschen der Reihe nach durch Johannes 16. Der Herr Jesus hatte am Schluss von Kapitel 15 über den Hass gesprochen, den seine Nachfolger von Seiten der Welt erleben werden.

Und er sagt in Vers 1: Dies habe ich zu euch geredet, auf dass sie euch nicht ärgerten. Ärgern heißt im Griechischen, über einen Fallstrick oder über ein Hindernis zu fallen. Also bedeutet ärgern, dass jemand durch irgendein Hindernis zu Fall kommt.

Der Herr zeigt damit, dass ihr nicht im Glauben erschüttert werden müsst, wenn ihr Hass und Druck von außen erlebt. Das muss so sein. Der Herr selbst hat es erlebt, und darum werden auch seine Diener es erleben.

Nun erklärt der Herr weiter, wie diese Verfolgung konkret in der frühesten Zeit aussehen wird. Wer liest nochmals Vers 2 und 3? Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen.

Der Herr zeigt also, dass die religiöse Welt in ihrem Eifer überzeugt sein wird, etwas Gutes zu tun, dabei aber größtes Unrecht begeht. Das zeigt, wie wichtig es ist: Man kann etwas in guter Meinung tun und trotzdem schwere Sünde begehen.

Eine eindrückliche Erfüllung sehen wir in Apostelgeschichte 26 beschrieben, wo Paulus schildert, wie er vor seiner Bekehrung aktiv in der Verfolgung der ersten Christen war. Wer liest Apostelgeschichte 26 ab Vers 9?

Ich meinte, freilich war mir selbst viel Widerliches gegen den Namen Jesu des Nazareners tun zu müssen, was ich auch in Jerusalem getan habe. Viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen, nachdem ich von den Hohenpriestern die Gewalt empfangen hatte. Wenn sie umgebracht wurden, so gab ich meine Stimme dazu. In allen Synagogen zwang ich sie oftmals strafend und zwang sie zu lästern. Über die Maßen verfolgte ich sie rasend, sogar bis in die ausländischen Städte. Ich habe mich damit beschäftigt, mit Gewalt und Vollmacht von den Hohenpriestern nach Damaskus zu gehen.

Mitten am Tag sah ich auf dem Wege, o König, vom Himmel her ein Licht, das den Glanz der Sonne übertraf, welches mich und die Mitreisenden umstrahlte.

Ja, danke. Hier sehen wir, wie umfassend diese Verfolgung war, die bis zum Tod führte. Also über den Synagogenausschluss hinaus sogar bis zur Tötung. Es wurde versucht, sie zum Lästern, also zum Abschwören des Glaubens, zu zwingen. Der Apostel Paulus schreibt, dass er das alles mit gutem Gewissen getan hatte.

In 1. Timotheus 1 sagt er: Das zeigt also auch, dass es möglich ist, schwer zu sündigen, auch wenn das Gewissen nicht reagiert. Das Gewissen ist eine wichtige Anzeige, aber keine absolute.

 1. Timotheus 1, Vers 12: Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verlieh, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, obwohl ich früher ein Lästerer, Verfolger und Gewalttäter war. Aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden, weil ich es unwissend, im Unglauben getan hatte. Überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind.

Jawohl, er war ein Verfolger, Lästerer, Gewalttäter, aber er hat das in Unwissenheit getan. Es war ihm nicht bewusst, dass es falsch war – ihm im Unglauben.

In 2. Timotheus sagt er, dass er Gott stets mit gutem Gewissen gedient hat. 2. Timotheus 1, Vers 3: Ich danke Gott, dem ich von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen diene.

Ja, und dann spricht er über sein Gebet für Timotheus. Er hatte ein reines Gewissen. Er tat es in Unwissenheit, im Unglauben, und er war überzeugt, damit Gott zu dienen.

Der Herr Jesus sagt eben hier, sie werden sogar meinen, Gott einen Dienst zu erweisen, wenn sie euch töten. Aber das hat der Herr alles im Voraus gesagt, damit die Jünger durch diese erschütternden Ereignisse nicht Schiffbruch im Glauben erleiden.

Das ist bereits ein hoher priesterlicher Dienst, den er vor allem jetzt im Himmel für die Gläubigen tut. Er hat hier bereits die Vorbereitungen getroffen, damit sie nicht zu Fall kommen.

Darum hat er sie auch in diesem Kapitel auf seinen Tod vorbereitet und auf die Zeit, dass der Heilige Geist kommen wird. Es ist nötig, dass er zuerst durch den Tod gehen würde.

Seinen Tod kündigte er an in Vers 16. Wer liest nochmals Johannes 16,16? „Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht mehr, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen.“

Am nächsten Tag kam die Kreuzigung, am Abend desselben Tages die Grablegung. Die Jünger sahen ihn nicht mehr. Aber drei Tage später wurde er von den Jüngern lebendig gesehen. Und wiederum über ein kleines „Und ihr werdet mich sehen“ – das war für die Jünger geheimnisvoll. Was bedeutet dieses „kleine“, diese kurze Zeit?

Der Herr merkt, wie sie miteinander diskutieren, und macht deutlich, dass für sie ein Schmerz kommen wird, der vergleichbar ist mit dem, was eine Frau bei der Geburt erlebt.

Wer liest nochmals Vers 20 bis 22? „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass ihr weinen und wehklagen werdet, aber die Welt wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden. Die Frau hat Traurigkeit, wenn sie gebiert, weil ihre Stunde gekommen ist. Wenn sie aber das Kind geboren hat, bedenkt sie nicht mehr der Bedrängnis, um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ist. Auch ihr tut euch jetzt zwar Traurigkeit, aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.“

Diese Erschütterung, die die Jünger am nächsten Tag erleben sollten, vergleicht der Herr mit den Schmerzen, die eine Frau bei der Geburt hat, wenn die Wehen einsetzen und bis zu den Presswehen steigen.

Aber es ist eine gewaltige Erfahrung, wenn das Kind da ist. Dann erlebt man eine so große Freude, dass das Ganze wie vergessen ist. Eine Frau verspürt kurze Zeit später sogar wieder den Wunsch, ein Kind zu bekommen.

Das ist ein ganz gewaltiger Vergleich. Ich kann das nur von außen beurteilen, da ich es selbst nie erlebt habe, aber mindestens sechsmal aus nächster Nähe miterlebt habe.

Das war die Erfahrung der Jünger. Sie kamen in eine so tiefe Depression am folgenden Tag durch den Schock der Kreuzigung. Dann am dritten Tag kam der gewaltige Wechsel. Sie konnten es zunächst gar nicht glauben, berichten die Evangelien. Sie konnten es kaum fassen vor Freude.

Der Herr Jesus hat das alles hier vorbereitet, damit sie diese Dinge besser ertragen und einordnen konnten.

Diese Enttäuschung lesen wir so eindrücklich ausgedrückt in Lukas 24, als der Auferstandene den beiden Emmaus-Jüngern erscheint. Sie erkennen nicht, wer er ist, und meinen, er sei ein Fremder.

Auf dem Weg nach Emmaus erklären sie dem scheinbar Fremden, was geschehen ist. Lukas 24, Vers 19: „Er sprach zu ihnen: Was sind das für Worte, die ihr miteinander wechselt, während ihr unterwegs seid? Sie aber blieben traurig stehen. Einer, dessen Name war Kleopas, antwortete ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“

Vers 20: „Er sprach zu ihnen: Was denn? Sie sagten zu ihm: Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Unsere Hohenpriester und Obersten haben ihn ausgeliefert, ihn zum Tode verurteilt und gekreuzigt.“

Vers 21: „Wir aber hofften, er sei der, der Israel erlösen sollte. Und es ist schon der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.“

Vers 22: „Aber einige Frauen aus unserer Mitte haben uns außer sich gebracht. Sie waren früh am Morgen beim Grab, fanden seinen Leib nicht und kamen und sagten, sie hätten eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.“

Diese Frustration – das Wort kommt vom Lateinischen „frustra“, was „vergeblich“ bedeutet – ist die Enttäuschung über etwas Misslungenes, etwas, das vergeblich war.

Sie hatten so tief geglaubt, dass er der Erlöser sei, und jetzt sind sie durch die Realität eingeholt worden: Er war es nicht.

Bereits gibt es die Andeutung, dass offensichtlich etwas an diesem dritten Tag geschehen sein muss, aber sie konnten es noch nicht erfassen.

Es waren zutiefst erschütternde Ereignisse: einerseits die tiefe Depression und das Leiden, andererseits die unfassliche Freude. Ein wunderbares Bild, ein wunderbarer Vergleich mit der Geburt eines Kindes.

Diese Ereignisse hätten den Glauben zerstören können. Aber die Elf waren echt wiedergeboren. Das haben wir ja früher anhand von Johannes 15 und Johannes 13 sehr deutlich gesehen. Einer war unrein, Judas, aber die anderen waren rein. Sie hatten das Bad der Wiedergeburt erlebt.

Dieser echte Glaube, bestätigt von Gott durch die Wiedergeburt, musste nun durch solche erschütternden Erfahrungen geprüft werden.

Das erklärt vielleicht auch, warum Gott uns durch Erschütterungen hindurchgehen lässt: Sie zeigen, ob unser Glaube ein echter ist, der auf einer wirklichen Wiedergeburt beruht.

Es kann sein, dass Menschen durch Erschütterungen plötzlich vom Glauben abfallen und nichts mehr wissen wollen. Dann wird offenbar, dass keine wirkliche Wiedergeburt stattgefunden hat.

Wenn Menschen durch Enttäuschungen und schwere Prüfungen hindurchgehen und trotzdem fest im Glauben bleiben, dann wird deutlich, dass hier wirklich Leben aus Gott da ist.

Das war bei diesen elf Jüngern so. Kurz darauf konnten diese elf Apostel als Hauptsäulen der frühen Gemeinde gebraucht werden. Aber dieser Glaube musste durch die Prüfung hindurch und sich bewähren.

So können wir manches Leid in unserem Leben als Vorbereitung für einen späteren Dienst sehen.

Der Herr Jesus sagt, dass er dann wieder mit ihnen sprechen wird, wenn diese Freude kommt. Johannes 16, Vers 23: Wer liest nochmals? „An jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben.“

Er spricht auch über das Bitten an jedem Tag in Vers 26: „An jedem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde.“

Bis dahin.

Diese Zeit, wenn der Herr ihnen als Auferstandener begegnet, markiert einen ganz neuen Abschnitt.

Darum waren die vierzig Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt so entscheidend. Der Herr sprach nochmals mit ihnen. In dieser Zeit konnten sie ihn über ein kleines wiedersehen. Er bildete sie aus, gründete und festigte sie für den späteren Dienst, wenn der Heilige Geist kommen würde.

Der Heilige Geist würde sie in ganz neuer Weise als Zeugen gebrauchen, wie wir zuletzt in Johannes 15, Vers 26 gelesen haben: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird von mir zeugen. Und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“

Mit dem Kommen des Heiligen Geistes begann für die Apostel ein ganz spezieller Zeugendienst. Er war grundlegend für das spätere Zeugnis der gesamten Kirche in den letzten zweitausend Jahren.

Das Wirken des Heiligen Geistes und seine Sendung

Wenn wir uns nun mit dem Kommen des Heiligen Geistes beschäftigen, müssen wir beachten, dass es in Johannes 16,7 heißt: „Wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen.“ Hier sehen wir, dass es um das aktive Kommen des Heiligen Geistes geht. Das bedeutet nicht, dass der Sachwalter nicht gesandt wird, sondern dass er nicht kommen wird.

Der Heilige Geist kommt, er ist Gott, und er kommt. In Johannes 14,26 heißt es: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater sendet in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Der Heilige Geist wird also vom Vater gesandt. In Johannes 16,7 steht am Schluss: „Wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“ Somit sendet der Sohn den Heiligen Geist, der Vater sendet den Heiligen Geist, und der Heilige Geist kommt. Das zeigt etwas von der Einheit in der Gottheit, der Einheit von drei Personen in der einen Gottheit.

Der Heilige Geist erfüllt Verschiedenes, wenn er kommt. In Johannes 16,8 heißt es: „Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“ Er wird die Welt überführen. Das griechische Wort „elencho“ ist interessant, es bedeutet überführen oder überzeugen. Es kann zum Beispiel benutzt werden, wenn ein Richter den Angeklagten mit Fakten überführt.

So beschreibt zum Beispiel der Autor des Judasbriefes das Kommen des Herrn Jesus als Richter in der Zukunft. In Judas 1,14-15 heißt es: „Es hat aber auch Henoch, der siebente von Adam an, von ihnen geweissagt und gesagt: Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Myriaden, Gericht auszuüben gegen alle und alle Gottlosen zu überführen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn gewebet haben.“

Der Herr kommt als Richter und wird die Gottlosen von all ihren gottlosen Werken überführen. Das Wort „elencho“ bedeutet, dass ein Richter den Angeklagten mit Fakten überführt, sodass er es nicht mehr leugnen kann. So wird der Heilige Geist überführen. Er hat die Kraft und Macht, Menschen von ihrer Sünde zu überzeugen, sodass ein Mensch sich bewusst wird: Ich bin ein Sünder vor Gott. Das akzeptiert niemand einfach so. Wenn ein Mensch jedoch zu dieser Überzeugung kommt, ist das das Werk des Heiligen Geistes.

In Hebräer 11 wird der Glaube definiert. Der biblische Glaube wird in Vers 1 beschrieben. Der Satzbau entspricht der typischen Form einer Definition, wie sie auch die alten Griechen verwendeten. Dort heißt es: „Es ist aber der Glaube, ein Beharren auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“

Diese Überzeugung bedeutet wörtlich ein Überführtsein, das ebenfalls vom Wort „elencho“ stammt. Es ist ein Überführtsein von Tatsachen, die man nicht sieht. Der Heilige Geist schafft nicht einfach aus dem Dunkeln heraus eine Überzeugung, sondern eine ganz eindeutige Überzeugung von Tatsachen, sodass der Gläubige sagen muss: Wenn ich das verleugnen würde, müsste ich meinen Verstand an den Nagel hängen und Tatsachen bewusst leugnen.

Leider haben viele Gläubige einen Glauben, der stark von Gefühlen geprägt ist, anstatt von biblischen Tatsachen. Wenn solche Gläubige dann in eine Krise kommen, haben sie es besonders schwer. Darum sollte man in der Verkündigung so lehren, dass der Glaube wirklich auf biblischen Fakten gründet. So erlebt man, dass jemand einen soliden Glauben hat, auch in Anfechtung und Prüfung. Das ist das, was der Heilige Geist bewirken will: Er überführt und schenkt eine innere, feste Überzeugung.

Lesen wir dazu noch aus dem Ersten Johannesbrief, 1. Johannes 3,24: „Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm und er in ihm, und hieran erkennen wir, dass er in uns bleibt durch den Geist, den er uns gegeben hat.“

Die Gewissheit, dass Christus in mir lebt, bewirkt der Heilige Geist. Das entspricht auch Römer 8, wo der Heilige Geist unserem Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind. So bewirkt der Heilige Geist in einem Menschen diese Gewissheit. Das ist etwas ganz Erstaunliches – durch den Geist, den er uns gegeben hat.

In Römer 8,16 heißt es: „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Er gibt Zeugnis oder bezeugt unserem Geist – nicht einfach unserem Gefühl, sondern unserem Geist. Der menschliche Geist ist die Fähigkeit zu erkennen, zu begreifen und zu verstehen. So macht der Heilige Geist uns begreiflich: Ich bin ein Sünder, ich bin vor Gott verloren. Gleichzeitig macht er uns begreiflich, dass es einen Ausweg gibt, weil Christus als Stellvertreter das Gericht getragen hat, das ich verdient hätte. Darum kann ich frei ausgehen.

Wenn der Mensch das wirklich erfasst, ist das das Werk des Heiligen Geistes. Dieser selbe Geist gibt einem Bekehrten auch die innere Gewissheit der Gotteskindschaft. Das ist etwas ganz Erstaunliches.

In unserer Gemeinde haben wir zum Beispiel einen Polizisten, der früher ein überzeugter Gottesleugner war. Für ihn war die Bibel damals völlig falsch. Doch schließlich kam er zur Bekehrung. Plötzlich war für ihn klar, dass 1. Mose 1 und 2, die Schöpfungsgeschichte, so stimmt, wie sie da steht. Er brauchte keinen speziellen Unterricht, um zu verstehen, warum und wie das genau geht. Mit der Bekehrung kam die völlige Überzeugung, dass die ganze Heilige Schrift von Gott inspiriert und vertrauenswürdig ist.

Woher kommt das? Das bewirkt der Heilige Geist. Natürlich ist es wichtig, besonders junge Leute im Glauben zu unterweisen und ihnen zu erklären, warum 1. Mose 1 kein Problem ist und warum wir das so annehmen können, wie es da steht. Es gibt keine wissenschaftlichen Fakten, die dagegen sprechen. Das hilft ihnen.

Doch prinzipiell können wir diese innere Gewissheit nicht schaffen. Wir können nur behilflich sein. Es ist wichtig, Verkündigung zu halten, in der die biblischen Fakten immer wieder dargelegt werden. Aber dass jemand diese Gewissheit bekommt, ist allein das Werk des Heiligen Geistes im Herzen.

Die Reformatoren haben dieses Thema sehr betont. Johannes Calvin schreibt sehr schön darüber in seiner Institutio. Er spricht vom „Testimonium Spiritus Sancti Internum“, dem Zeugnis, dem inneren Zeugnis des Heiligen Geistes. Das ist auch ein Beweis für die Gotteskindschaft. Wenn jemand zur Bekehrung kommt und plötzlich diese innere Gewissheit hat, dass die Heilige Schrift die Wahrheit ist – selbst gegen Widerspruch von außen und selbst wenn man Dinge nicht erklären kann –, dann ist diese Gewissheit wirklich da.

Das gehört zu diesem Werk des Heiligen Geistes. Wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht. So kann der Mensch auch begreifen, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist. Weil er alles bezahlt und gesühnt hat, war es Gottes Gerechtigkeit, ihn aufzuerwecken.

Darum sagt der Herr Jesus in Johannes 16,10: „Von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe.“ Das Werk des Herrn Jesus ist vollständig abgeschlossen, die Sünden sind endgültig gesühnt. Deshalb konnte Christus nicht länger im Tod bleiben. Er musste auferstehen und zum Vater gehen.

Doch diese Tatsachen macht der Heilige Geist klar. Auch das Thema vom Gericht wird deutlich. Jesus sagt in Vers 10: „Von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.“ Das Verständnis dafür, dass Satan durch den Kreuzestod besiegt ist, kann nur der Heilige Geist bewirken.

Ein Moslem sagt zum Beispiel: „Unmöglich, Jesus ist nicht gestorben. Kein Prophet stirbt, das wäre Schwachheit.“ Für sie ist das Kreuz eine Torheit. Wer kann bewirken, dass das Verständnis für die Bedeutung des Kreuzes kommt?

Schlagen wir dazu 1. Korinther 1 auf. Es ist der Heilige Geist, der das bewirkt. Genau durch diesen Kreuzestod ist der größte Sieg aller Zeiten errungen worden. In 1. Korinther 1,18 heißt es: „Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit.“

Wenn man mit Muslimen spricht, die sagen, Jesus sei nicht gestorben, weil ein Prophet nicht sterben kann, dann ist das Wort vom Kreuz für sie Torheit. Aber kein Mensch kann das begreifen. Wenn der Mensch jedoch bereit ist, sich unter Gottes Wort zu stellen und sich zu bekehren, dann kann er errettet werden.

In 1. Korinther 1,22-24 heißt es: „Denn während Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit, den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Wie kann ein Mensch dahin kommen? Der eine möchte lieber Zeichen und Wunder sehen, der andere sagt, eine Botschaft vom Kreuz, Stellvertretung, sei unakzeptabel und widerspreche jeglicher Vernunft. Doch der Heilige Geist überführt, sodass es heißt: Den Berufenen selbst, sowohl Juden als Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

Dieses wunderbare Werk des Heiligen Geistes tut er schon seit fast zweitausend Jahren auf allen fünf Kontinenten. Millionen von Menschen wurden durch den Geist Gottes überführt.

Wir müssen dieses Wirken des Geistes Gottes sehen und offene Augen dafür haben. So haben wir auch einen Schutz gegen die Wundersucht unserer Zeit. Wir leben in einer Zeit, in der es dem Zeitgeist entspricht, wundersüchtig zu sein.

Diejenigen, die keine Christen sein wollen, sind wundersüchtig, indem sie in New Age, Mystik, orientalischen Religionen und Ähnlichem nach übernatürlichen Dingen suchen. Diejenigen, die im Christentum sind, suchen Zeichen und Wunder. Das entspricht dem Zeitgeist von heute.

Aber wir müssen das Werk Gottes durch zweitausend Jahre hindurch sehen. Wir haben nicht zweitausend Jahre Zeichen und Wunder gesehen, aber wir haben zweitausend Jahre erlebt, wie der Geist Gottes Menschen auf allen fünf Kontinenten überführt und ihnen die Gewissheit des Glaubens und der Errettung vermittelt.

Die Führung des Heiligen Geistes in die Wahrheit und die Vollendung der Offenbarung

Dann gehen wir weiter über das Wirken des Geistes Gottes in Vers zwölf. Wer liest nochmals die Verse 12 bis 14?

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten, denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.

Ja, also der Geist Gottes leitet in die ganze Wahrheit. Das ist auch sehr eindrücklich zu sehen, durch die ganze Kirchengeschichte hindurch. Da ist der Heilige Geist am Pfingsttag gekommen, und in der Folge wurde das Neue Testament abgefasst. Das war die Erfüllung dieses Wortes hier. So haben wir die neutestamentlichen Schriften, die die biblische Offenbarung zum Abschluss geführt haben.

Der Apostel Paulus war sich voll bewusst, dass er in seinem Beitrag den größten Beitrag im Neuen Testament geleistet hat, mit vierzehn Briefen und siebenundzwanzig Büchern – also ich zähle den Hebräerbrief mit dazu. Er schreibt in Kolosser 1,25 über die Gemeinde, der er als Diener dient: "Wer liest? Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden, vollzumachen, auf sein Vollmaß zu bringen."

Und so wurden eben durch die 14 Briefe von Paulus und auch die anderen Schriften von neutestamentlichen Aposteln und Propheten dazu geführt, dass Gottes Offenbarung abgeschlossen werden konnte. Und zwar so vollständig, dass auf der letzten Seite des letzten Bibelbuches zu lesen ist, Offenbarung 22,18-19: Wer liest?

Da spricht der Herr Jesus selbst: "Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind. Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen vom Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buch geschrieben ist."

Ja, das bezieht sich auf das Buch der Offenbarung, aber weil die Offenbarung eben auch die biblische Offenbarung abschließt und abrundet, gilt das für die gesamte Heilige Schrift. Wer da noch etwas hinzufügt, dem wird Gott von diesen Plagen hinzufügen.

Also das war das erste gewaltige Werk des Heiligen Geistes, um eben die Gemeinde einzuführen in alle Wahrheit. Aber natürlich hat das Wort noch einen weiteren Sinn: Seither ist der Heilige Geist bemüht, die Gläubigen beim Lesen der Heiligen Schrift, Alten und Neuen Testaments, behilflich zu sein, damit sie das Geschriebene auch wirklich verstehen können.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu sehen, wie heute besonders in evangelischen Gemeinden ein Relativismus um sich greift, wo man sagt: "Ja gut, man kann das so auslegen, man kann es so auslegen, für mich bedeutet das dies." Und zwar ist es ein Relativismus, der so weit geht, dass man sagt: "Ja, wirklich wissen, was da steht, kann ja keiner. Und darum muss man ja nicht so genau nach den Buchstaben gehen."

Man könnte das nennen einen evangelistischen Agnostizismus. Agnostiker sagen, Gott existiert nicht. Sie sagen nur: "Wir können das nicht wissen. Und das interessiert mich auch gar nicht, die Beantwortung dieser Frage, weil wir das sowieso nicht wissen können."

Ein evangelistischer Agnostizismus sagt vielleicht wohl noch, die Bibel ist Gottes Wort, aber was Gottes Wort nun wirklich bedeutet, das können wir nicht so sicher wissen. Und darum kann man alle möglichen und unmöglichen Meinungen einfach nebeneinanderstehen lassen.

Aber wenn wir das eigentlich durchdenken, würde das bedeuten: Es ist ja nicht zu leugnen, dass es verschiedene Auslegungen gibt. Aber ist es wirklich nicht möglich, zu wissen, was Gott durch den einen oder anderen Bibelabschnitt meint, dann würden wir sagen, Gott ist nicht fähig, so zu uns zu reden, dass wir auch wissen, was er meinte.

Also letztlich ist das eben nicht Bescheidenheit, sondern letztlich ist es eigentlich ein Angriff – ungewollt natürlich, nicht bewusst – aber letztlich ein Angriff auf Gott, quasi als wäre er nicht fähig, uns wirklich verständlich zu machen, was er meint.

Gut, wir müssen andersherum fragen: Warum gibt es so viele verschiedene Meinungen, so viele Unsicherheiten usw.? Aber dann müssen wir bei uns suchen, wo liegen vielleicht die Ursachen bei uns persönlich. Da kann es zum Beispiel auch Ungehorsam sein, dass wir gewissen Bibelstellen einfach nicht gehorsam sein wollen und darum sagen: "Ich verstehe es nicht." Dann ist es erledigt, können wir weitergehen.

Das kann eine Ursache sein. Es gibt noch weitere, aber das ist jetzt nicht unser Thema. Nur prinzipiell können wir wissen: Der Heilige Geist ist da als Sachwalter, weil er uns in die ganze Wahrheit leiten will, nicht nur in Teilwahrheiten. Letztlich ist es sein Ziel, uns in die ganze Wahrheit hineinzuleiten.

Und darum sagt der Apostel Paulus über seinen langen Dienst in Ephesus während ein paar Jahren in Apostelgeschichte 20,26-27. Er spricht dazu den Ältesten der Gemeinde in Ephesus. Kann uns das jemand vorlesen?

Deshalb bezeuge ich euch am heutigen Tag, dass ich rein bin vom Blut aller, denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.

Ja, also der Apostel Paulus sagt, ich habe den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt. Und er sagt, hätte ich das nicht getan, dann wäre er nicht rein an dem Blut der Anderen. Er sagt also mit anderen Worten: Hätte ich den Ratschluss Gottes nicht ganz verkündigt, dann würde ich mich an euch schuldig machen. Aber sage ich, ich bin rein an dem Blut aller.

Das ist eine Anspielung auf Ezechiel 3, wo es heißt: Wenn Gott zum Gesetzlosen spricht: "Du sollst gewisslich sterben," und du warnst ihn nicht, dann wird Gott ihn zwar strafen, aber das Blut von dem Propheten fordern, der nicht gewarnt hat.

Dann sage ich, ich bin rein, denn ich habe das weitergegeben, was Gott wollte, dass ich es weitergebe. Und das umfasst den ganzen Ratschluss Gottes, also nicht nur ein paar Lieblingsthemen, über die man dauernd spricht und das andere nicht.

Es geht darum, die gesamte biblische Lehre weiterzugeben in der Gemeinde, nicht einfach so für ein paar Spezialisten, sondern die Gemeinde soll so belehrt werden. Das gehört zu diesem wichtigen Werk des Geistes der Wahrheit.

Und Johannes 16,13, am Schluss: "Das Kommende wird er euch verkündigen." So haben wir auch im Neuen Testament viele prophetische Abschnitte und die Offenbarung sogar als vollständig prophetisches Buch.

Aber das Ziel des Heiligen Geistes ist bei all dem: "Er wird mich verherrlichen." Das ist ein wichtiger Schlüssel.

Der Heilige Geist, obwohl er Gott ist und dem Vater gleich und dem Sohn gleich in seiner Ewigkeit, in seiner Herrlichkeit, in seiner Macht, in seiner Allwissenheit, in seiner Allgegenwart, stellt er sich zurück und will den Sohn verherrlichen.

Das hängt wieder damit zusammen, dass Gott sich eben offenbart, der dreieine Gott offenbart sich durch den Sohn. Kolosser 1,15: Jesus Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes.

Und Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Also Gottes Offenbarung geht über den Sohn, und darum, obwohl der Heilige Geist dem Sohn gleich ist, tritt er gemäß Massen wie freiwillig zurück und verherrlicht den Sohn im Mittelpunkt.

Ist das die Antwort auf die Frage, dass es keinen Sinn macht, zum Heiligen Geist zu bitten und ihm Lieder zu singen? Nicht ganz.

Ich würde sagen, das würde ich mal zuerst klar machen: Wenn man dauernd über den Heiligen Geist spricht und wenig über die Person des Sohnes, dann ist das schon mal auffällig, weil der Geist Gottes das eben nicht tut. Er stellt den Sohn vor in seiner Herrlichkeit.

Aber dann hängt es letztlich eben auch damit zusammen: Es ist tatsächlich so, dass wir in der ganzen Bibel nie ein Gebet finden, das an den Heiligen Geist gerichtet ist.

Wir finden Gebete an den Vater gerichtet, das ist zum Beispiel Epheser 1,3: "Gepriesen sei der Gott und Vater, unser Herr Jesus Christus."

Wir finden Gebete an den Sohn gerichtet, wo? Ja, zum Beispiel in der Offenbarung – welche Stelle meinen Sie? Oder sagen wir, vielleicht meinen Sie eine andere Stelle, aber in Offenbarung 5 fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm Gottes und beten an und sagen: "Du bist würdig."

Oder der gesteinigte Stephanus spricht in seinen letzten Worten: "Herr Jesus, nimm meinen Geist auf." Da betet er ganz klar zum Sohn.

Und der Apostel Paulus macht deutlich, dass das Anrufen des Herrn Jesus Christus gewissermaßen das Kennzeichen einer örtlichen Gemeinde ist. 1. Korinther 1,2, er schreibt im Brief: Kann jemand lesen?

"An die Versammlung Gottes, die in Korinth ist, an die Gemeinden Gottes, die in Korinth sind, an die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, an jedem Ort, sowohl bei Ihnen als auch bei uns."

Ja, er sagt die Ortsgemeinde Korinth, aber sie ist auch gerichtet an alle Ortsgemeinden. An jedem Ort, wo Heilige den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen.

Und da sieht man, es fällt vielleicht nicht so direkt auf, aber es ist eine Tatsache, dass gerade in messianischen Gemeinden in Israel man kaum jemals hören wird, dass jemand zum Sohn betet. Die beten immer zum Vater.

Und da muss man sagen, das ist ein falscher Kurs. Das ist natürlich, um zu vermeiden, dass es Konflikte gibt mit den orthodoxen Juden: "Wie könnt ihr zum Messias beten?"

Aber wir sehen da den Apostel Paulus, und er kam wirklich aus dem orthodoxen Judentum, und er schreibt an die Gemeinden an allen Orten, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen.

Aber nirgends finden wir das Beten zum Heiligen Geist. Auf der anderen Seite finden wir aber das Beten im Geist, das heißt in der Kraft des Geistes.

 Epheser 6,18, kann das jemand lesen, Vers 18?

"Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Fürbitte für alle Heiligen!"

Also im Geist, Pneumatie, bedeutet in der Kraft des Geistes.

So gibt der Heilige Geist uns überhaupt die Kraft, dass wir beten können und nicht wie im Judentum ständig auf Gebetsbücher angewiesen sind.

Das ist normal im Judentum, weil man betet mit dem Zitur, dem Gebetsbuch.

Wir brauchen das nicht, weil wir durch den Heiligen Geist einen so direkten, lebendigen Zugang zum Vater haben.

Ich gebe noch als Parallelstelle Judas 1, Vers 21 an: "Betet im Heiligen Geist," wieder in der Kraft des Heiligen Geistes.

Nun kann jemand sagen: "Ja, aber es steht ja nirgends in der Bibel, man dürfe nicht zum Heiligen Geist beten."

Ja, das stimmt. Aber die Heilige Schrift ist vollständig abgeschlossen, und Gott lehrt uns in der Heiligen Schrift, wie wir beten sollen, wie wir beten sollen.

Wie sieht geistgewirktes Beten aus? Das lernen wir aus der Bibel.

Und wenn Gott wollte, dass wir zum Heiligen Geist beten, dann würde er uns doch ein Beispiel geben, so wie er uns viele Beispiele gibt des Betens zum Vater und des Betens zum Sohn.

Aber damit wir nicht missverstanden werden: Wir schwächen überhaupt nicht die Gottheit und Größe und Majestät des Heiligen Geistes ab.

Aber der Heilige Geist selber will es so: "Er wird mich verherrlichen." Das ist sein Wille, und dem müssen wir uns unterstellen.

Auf der anderen Seite hilft es eben gerade zu merken: Ist da wirklich der Heilige Geist am Werk, wenn das nicht beachtet wird?

Dann ist das auch schon wieder eine Hilfe, zu sehen, was kommt von ihm und was kommt eben nicht von ihm.

Abschliessende Worte Jesu an die Jünger und Ermutigung

Noch abschließend zu Johannes 16, den letzten Versen 29-33: Der Herr Jesus spricht hier in seinen letzten Worten sehr offen mit den Jüngern. Das überwältigt sie völlig. Schon die Art, wie er nach seiner Auferstehung mit ihnen zu reden beginnt, ist bemerkenswert. Er sagt, dass sie ihn wiedersehen werden und dass an jenem Tag eine ganz neue Beziehung entstehen wird.

Bereits jetzt spüren die Jünger etwas davon. Sie sagen: „Oh, jetzt sprichst du ganz offen, ohne Gleichnis.“ Das bringt sie zur Überzeugung. In Vers 30 heißt es: „Jetzt wissen wir, dass du alles weißt.“ Es ist erstaunlich, wie plötzlich diese Gewissheit entsteht. Der Herr hat gar nicht viel gesagt, aber das reicht, um sie tief zu berühren.

Jesus zeigt ihnen noch einmal, dass Schweres auf sie zukommt. Sie werden zerstreut werden, sie werden ihn allein lassen. Alles erfüllt sich am kommenden Tag, auch Petrus verleugnet ihn. Doch der Herr Jesus sagt: „Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.“ Das ist sein Trost.

So zeigt er, dass es in diesem Zeitalter, in dem der Heilige Geist auf Erden wohnt, ganz normal ist, in der Welt Drangsal zu erleben. Aber: „Seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“ Wir haben das Beispiel des Herrn, der die Welt überwunden hat. Er hat gelitten und Zeugnis abgelegt. Das gibt uns Mut, in seinen Fußstapfen nachzufolgen, gerade jetzt, wo er beim Vater im Himmel ist.

Ich hätte nur eine Frage zum Heiligen Geist. Ich habe Gebete gehört, in denen einmal um den Heiligen Geist überhaupt gebetet wurde und zweitens um die Kraft des Geistes. Mir ist klar, dass ich nicht darum beten muss, dass der Heilige Geist zu mir kommt, denn den habe ich ja bei meiner Wiedergeburt geschenkt bekommen. Er sollte also in mir sein. Aber um diese Kraft muss ich oder sollte ich da auch beten?

Anders gesagt: Hat die Kraft des Heiligen Geistes einfach nachgelassen? Oder ist es genauso, als müsste ich um den Heiligen Geist bitten? Nein, es ist so, dass der Apostel Paulus in Epheser 5, Vers 18 sagt: „Werdet mit dem Geist erfüllt!“ Das ist ein Befehl. Es heißt, immer wieder neu erfüllt zu werden. Die Befehlsform ist ein Imperativ Präsens, was bedeutet: „Werdet immer wieder neu erfüllt!“ Für jeden Dienst, den wir tun, brauchen wir diese neue Erfüllung. Gott schenkt sie uns.

Aber es gibt Hindernisse. In Epheser 4, Vers 30 heißt es: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid.“ Dann spricht Paulus über Bitterkeit, Wut, Zorn und so weiter. Wenn in unserem Leben Dinge sind, die den Heiligen Geist betrüben, kann er nicht wie sonst wirken. Deshalb müssen wir solche Hindernisse wegräumen und vor Gott ordnen.

Wir haben ein Beispiel in Apostelgeschichte 4. Die Jünger wurden eingeschüchtert oder man versuchte es zumindest, ihr Zeugnis zu verhindern. Dann betet die ganze Gemeinde. Was beten sie in Apostelgeschichte 4, Vers 29? „Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung usw.“

Das Resultat dieses Gebets steht in Vers 31: „Und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.“ In diesem Sinn baten sie um Freimütigkeit, damit der Heilige Geist durch sie wirken kann und ihnen Kraft gibt, trotz der Drohungen Zeugnis zu sein. Die Antwort war, dass sie gerade für diesen Dienst wieder diese spezielle Kraft bekamen.

Ich bin ein bisschen im Zeitdruck, weil ich heute Abend in Aarau noch einen Vortrag habe. Wir können vielleicht beim nächsten Mal nochmals auf diese Frage zurückkommen, wenn das in Ordnung ist.

Gut, dann wollen wir noch zusammen beten.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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