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Hebron

Eine der am häufigsten genannten Städte des hebräischen Landes, früher Kirjat Arba (Jos 14,15; 15,13.54; 21,11; Neh 11,25). Nach der Erklärung Jos 14,15 „die Stadt des Arba“, eines Stammvaters der Enakiter. Von den Neueren meist als „Vierstadt“ erklärt; von den Mohammedanern als die Stadt Abrahams, des Freundes Gottes (2Chr 20,7; Jes 41,8; Jak 2,23) el-Chalil (das heißt der Freund) genannt.

Hebron liegt 36½ km südlich von Jerusalem auf einem der höchsten Punkte des Gebirges Juda, 927m hoch, am Abhang eines Talkessels (1Mo 37,14), rings von Hügeln umgeben. Die Lage und Umgebung ist sehr schön, die Täler im Süden haben malerische Reize, die nächste Umgebung gleicht einem reichen Obstgarten. Neben Granatäpfeln, Feigen, Quitten, Pflaumen, Aprikosen finden sich hier namentlich die schönsten Trauben (ein Tal nördlich von der Stadt gilt daher als das Eschkoltal, das auch „Traubental“ übersetzt werden kann (4Mo 13,24)).

Die alte Stadt, wohl auf der westlichen Talseite gegenüber dem heutigen Hebron gelegen, ist uralt, angeblich 7 Jahre vor dem ägyptischen Zoan-Tanis gebaut (4Mo 13,23); hier weilte Abraham im Haine → Mamre und kaufte das Erbbegräbnis, in dem er und mehrere Glieder seines Hauses bestattet wurden. Isaak und Jakob wohnten gleichfalls hier (1Mo 35,27; 37,14).

Von den Kundschaftern aufgesucht, wurde Hebron von Josua erstürmt und Kalebs Eigentum (Jos 10,3ff.; 12,10; 14,6ff.; 15,13f.; Ri 1,20). Es wurde Priester-u. Asylstadt (Jos 21,11.13; 20,7). Später 7½ Jahre Davids Residenzstadt (2Sa 2,1ff.; 3,2ff.); hier wurde er auch zum König von Israel gesalbt (2Sam 5,1ff.). Nach dem Exil siedelten sich Juden an (Neh 11,25); Judas der Makkabäer nahm Hebron den Edomitern wieder ab (1Makk 5,65).

Heute noch ist Hebron mit 18 bis 19000 Einwohnern eine der größten Städte des Landes, außer 1500 Juden nur von Mohammedanern bewohnt, die mit Früchten und Produkten ihrer Industrie (besonders Glaswaren) lebhaften Handel treiben. Unter den Gebäuden ist am bemerkenswertesten das Haram, das heißt Heiligtum, eine angeblich über der Höhle Machpelah erbaute Moschee, ehemals Kirche, nur Mohammedanern zugänglich. Zwei Teiche finden sich im Talbecken, einer davon vielleicht 2Sam 4,12 gemeint.

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