Liebe Freunde,
vor einigen Jahren reiste eine Forschungsgruppe aus Leipzig in den Sudan. Später haben sie einen Bericht darüber gegeben. Ich war damals auch dabei. Einer der Teilnehmer, ein junger Assistent, erzählte folgendes:
Er besuchte einen Häuptling und saß in dessen Hütte. Es entwickelte sich ein Gespräch. Der Häuptling betrachtete das Bleichgesicht vor sich und sagte: „Du bist also von sehr weit hergekommen.“ Daraufhin fragte der Assistent: „Wie weit ist es denn bis zu deinem Dorf?“
Der Häuptling antwortete: „Das sind viele, zigtausend Kilometer. Da bist du wohl viele Tage auf dem Kamel geritten.“ Der Assistent entgegnete: „Nein, zwischen meinem Dorf und deinem Dorf liegt nicht nur die Wüste, da liegt noch ein großes Wasser.“
Der Häuptling staunte und fragte: „Da bist du über das Wasser mit dem Kanu gefahren?“ „Nein“, sagte der Assistent, „über das Wasser bin ich geflogen.“
Der Häuptling war noch mehr erstaunt, schaute ihn misstrauisch an und fragte: „Geflogen?“ „Ja klar, durch die Luft!“
Daraufhin sagte der Häuptling: „Komm mal her, komm mal mit raus, führ das vor die Hütte und sag: ‚Los, flieg mal ne Runde!‘“
So sind die Menschen im Sudan genauso wie in Chemnitz. Die Menschen wollen für alles Beweise.
Die Herausforderung des Glaubens an das Unsichtbare
Wenn wir Christen sagen, Jesus ist von den Toten auferstanden und lebt, heißt es oft sofort: „Ja, beweist das mal!“ Darauf können wir Christen nur antworten: Die Wahrheit, dass Jesus lebt, kann man nicht beweisen, aber man kann sie erfahren.
Darauf folgt meist die Gegenfrage: „Ja, wie denn? Ich glaube nur an das, was ich sehe. Und wie soll ich Jesus erfahren, wenn ich ihn gar nicht sehen kann?“
Die Antwort auf diese Frage steht im Markusevangelium, Kapitel 10. Dort wird von einem Mann erzählt, der blind war. Er verbrachte sein Leben in totaler Finsternis. Ich vermute, niemand von uns kann sich wirklich vorstellen, wie das ist. Er hat nie die Sonne gesehen, keine Glühbirne, keine Blume. Er wusste nicht, wie seine Hand oder sein Fuß aussehen. Er merkte nur, wenn ihn jemand voller Hass mit dem Fuß getreten hat oder vielleicht liebevoll an der Hand fasste und sicher über die Straße führte.
Auch wenn Menschen zusammen waren, wenn etwas los war oder es etwas zu sehen gab, war er nie dabei – eben weil er nichts sehen konnte. Dieser Mann stand immer nur am Rand.
Eines Tages stand beziehungsweise saß er wieder einmal am Rand, am Straßenrand, und zwar an der Straße nach Jericho. Als er sich dort zum Betteln hinhockte, war das für ihn zunächst ein Tag wie jeder andere auch. Er ahnte noch nicht, dass er den schönsten Tag seines Lebens vor sich hatte.
Für dich hat der heutige Tag vielleicht auch so angefangen wie jeder andere Sonntag. Erst hast du lange geschlafen, dann deine üblichen Klöße gegessen, ein bisschen zu Hause herumgegammelt. Nach dem Kaffeetrinken hast du dir gesagt: „Ach ja, Jugendgottesdienst, gehst du wieder mal in die Lutherkirche.“ Nun bist du hier und hast vielleicht den schönsten Tag deines Lebens vor dir – wenn du heute Jesus begegnest.
Viele von euch sind Jesus begegnet und kennen ihn schon lange. Viele wissen viel über ihn, andere wissen wenig oder gar nichts. Wenn du zu denen gehörst, die nichts wissen, macht das überhaupt nichts. Der Blinde von Jericho wusste von Jesus genauso wenig wie du. Aber als er die Gelegenheit hatte, griff er zu.
Die Begegnung am Straßenrand
Als er nämlich so am Straßenrand vor sich hin trieft, den Hut hingestreckt und wartet, dass ein paar Münzen hineinfallen, merkt er, dass etwas in der Stadt los ist. Es gibt ein Rennen und Gelaufe, er hört Stimmen und Geräusche, Staub wird aufgewirbelt. Klar, wenn Jesus kommt, wird immer Staub aufgewirbelt. Aber er weiß noch nicht, dass es Jesus ist.
Er fragt die Leute, die vorbeigehen, was los ist. Gibt es kostenloses Schollereis oder eine Kinderdemo für Haribo oder was? Doch kein Mensch gibt ihm eine Antwort, alle rennen an ihm vorbei. Da schreibt er einen Namen auf, den Namen, den alle immer rufen: Jesus.
Da sagt er sich, das ist der Mann, der mir helfen kann. Den muss ich ansprechen, jetzt oder nie. Deshalb schreit er, je näher er Jesus kommt, aus Leibeskräften: „Jesus, hab Erbarmen mit mir!“
Ihr könnt euch ja vorstellen, was passiert, wenn jemand auf der Straße anfängt, herumzuschreien. Es gibt immer ein paar Leute, die sich bemüht fühlen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sie stürzen auf den Mann zu und sagen zu ihm: „Du bist doch verrückt! Du kannst ja nicht so herumplärren, wenn der Herr Jesus kommt!“ Und sie vertiefen dieses Gespräch mit seinen Jüngern.
Nun schreit er erst recht los. Da bedrohen sie den Mann: „Halt mal die Klappe, du störst hier den feierlichen Einzug! Denkst du etwa, Jesus wird auf dich, das tiefäugige Objekt, überhaupt einen Blick werfen?“
Der Blinde lässt sich weder beleidigen noch zurückdrängen. Stattdessen schreit er immer lauter: „Jesus, erbarme dich über mich!“
Der Mut zur Begegnung mit Jesus
Versteht ihr, der Mann brauchte Hilfe, und es war ihm egal, was die Leute über ihn dachten oder ob sie ihn für verrückt erklärten. Wenn du zu Jesus gehen willst, wird es auch Menschen geben, die sagen, du seist verrückt geworden und versuchen, dich mit ihren Argumenten zurückzuhalten.
Ich kann dir nur sagen: Kümmere dich nicht darum, was die Leute sagen. Was gehen dich die Meinungen anderer an, wenn du zu Jesus willst? Der Blinde wollte mit Jesus reden, also sprach er ihn an.
Wenn du zum Beispiel jetzt in diesem Moment mit Jesus reden möchtest, kannst du das tun. Du musst nicht die Augen schließen oder die Hände falten. Dein Nachbar muss gar nichts davon mitbekommen. Ob die Leute neben dir es bemerken oder nicht, spielt keine Rolle.
Kümmere dich nicht darum, was die Menschen neben dir denken oder sehen. Sorge dich vielmehr um deine Seele, damit sie gerettet wird. Wenn dir danach ist, laut zu beten, dann bete heute Abend laut. Geh in dein Zimmer, wirf dich hin und rede laut mit Jesus. Ob laut oder leise, das ist egal.
Sag ihm, was dir auf dem Herzen liegt, rede mit ihm und erzähle ihm deine Probleme. Egal, ob du laut oder leise betest – er hört dich. Er hat auch dem Blinden zugehört. Er hat nicht gesagt: „Ich habe gerade ein Gespräch mit meinen Jüngern, ich stecke in einer Menschenmenge fest, ich habe keine Zeit für einen einzelnen Bettler.“
Doch Jesus hat Zeit für jeden einzelnen Menschen. Es heißt hier, er blieb stehen.
Jesus bleibt stehen und hört zu
Das ist eben das Schöne an Jesus: Er bleibt stehen, wenn er gerufen wird.
Ganz gleich, ob es sich um ein großes oder ein kleines Problem handelt – Jesus geht an den Sorgen der Menschen nicht einfach vorbei, auch nicht an deinen. Wenn du dich heute entscheidest, vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben wirklich richtig zu Jesus zu rufen, zu beten, dann sollst du wissen: Er geht nicht einfach zur Tagesordnung über, sondern er bleibt wegen dir stehen.
Er wird sich extra für dich etwas Gutes ausdenken. Er bleibt also – so heißt es hier – stehen. Und er dreht sich zum Blinden am Wegrand um und lässt ihn zu sich rufen. Die Jünger sprinten sofort zu dem Mann hin und sagen: „Freu dich, steh auf, er ruft dich!“
Das ist genau der gleiche Auftrag, den ich heute von Jesus für euch habe. Er ruft dich, ganz egal, wer du bist und woher du kommst. Wie finster es in deinem Leben auch aussehen mag, wie sehr du dich vielleicht am Rand der Kirche fühlst oder wie weit du dich an den Rand des Lebens gedrängt hast – er ruft dich.
Vielleicht fühlst du dich wirklich an den Rand des Lebens gedrängt. Du sagst vielleicht: „Ich sehe kein Land mehr, ich drehe den Gashahn auf, ich setze mir den letzten Schluss, ich mache Schluss.“ Dann gilt für dich erst recht: Er ruft dich.
Und Jesus sagt: „Mensch, wirf doch dein junges Leben nicht weg. Gib es mir, ich mache etwas daraus, ich mache etwas Neues daraus.“ Er ruft dich genauso, wie er diesen blinden Mann gerufen hat.
Ich frage dich: Möchtest du diesen Ruf hören und Jesus folgen? Wenn du es willst, mach es genauso wie der Blinde. Da heißt es hier: Er warf seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.
Loslassen, Aufstehen und Folgen
Alles Wichtige gehen wir noch einmal der Reihe nach durch. Er warf seinen Mantel ab – das ist das Erste. Das heißt, er lässt das, was ihn auf dem entscheidenden Weg zu Jesus hindern könnte, einfach liegen.
Wenn du schon einmal mit einem langen Maximantel zur Bushaltestelle gerannt bist, weißt du, dass du den Bus vermutlich verpasst hast. In so einer langen Kutte kann man eben nicht richtig rennen. Genauso kannst du auch Jesus verpassen, wenn du das, was dich auf dem Weg zu ihm hindert, nicht loslassen kannst. Vielleicht ist es bei dir auch so ein „Mantel“, der dich daran hindert, zu Jesus zu kommen.
Es kann sein, dass sich bei dir alles nur darum dreht, wie du dir die neuesten Klamotten anschaffen kannst. Vielleicht hängst du so sehr an materiellen Dingen, dass du dir gar keine Zeit mehr nimmst, an deine Seele zu denken. Du bist vielleicht blind für Jesus, weil du nur Augen hast für dein Fortkommen, deinen Kleiderstand und deinen Wohlstand.
Nach jedem Gottesdienst, wenn wir dieses Lied singen, mit dem wir vorhin angefangen haben, „Danke für die Freiheit“, bekommen wir auch Kritik. Vorhin habe ich sie zum Beispiel wieder zu hören bekommen, besonders wegen der Strophe mit dem Wohlstand.
Ja, ich weiß, dass Menschen den Wohlstand missbrauchen. Und ich rede ja gerade dagegen, dass es falsch ist, wenn man nur vom Wohlstand leben will. Aber in dieser Strophe, liebe Leute, schaut genau hin: Da singen wir nur davon, was die Bibel über den Wohlstand sagt.
Sie sagt nämlich: Verdiene dein Geld, damit du anderen Menschen helfen kannst. Und wir singen in dieser Strophe nur davon, dass wir froh sind, endlich mit unserem Geld anderen Menschen wirksam helfen zu können. Wir sind nicht mehr diejenigen, die immer nur Geschenke bekommen, sondern können anderen etwas geben.
Dafür ist das Geld da, und dafür trete ich ein. Aber gegen den Wohlstand, der dein Denken so verschließt, dass du gar nicht mehr an andere Menschen und an Gott denken kannst, dagegen rede ich.
Wenn ein Mensch nicht an Jesus glauben kann, dann hat das einen ganz bestimmten, konkreten Grund. Und dieser Grund ist ganz bestimmt nicht deine Bildung. Es ist nicht so, dass du als gebildeter Mensch, vollgestopft mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Zeit, nicht mehr an Jesus glauben kannst.
Ich kenne genug Leute, die wissenschaftlich mehr wissen als du und ich, und die glauben trotzdem an Jesus. Es steht nicht die Wissenschaft zwischen dir und Gott. Echte Wissenschaft kann nur das erkennen, was Gott in die Welt gelegt hat.
Nicht dein Verstand steht zwischen dir und Gott – deinen Verstand hat Gott doch erst gegeben. Was zwischen Gott und dir steht, ist deine Sünde.
Wenn du nicht glauben kannst, liegt das nicht an deinem aufgeklärten Verstand, sondern an deiner unaufgeklärten Sünde. Ich weiß nicht, was das spezielle Hindernis in deinem Leben ist, das dich daran hindert, zu Jesus zu kommen. So etwas kann man nur im persönlichen Gespräch unter vier Augen klären.
Aber ich weiß: Wenn du zu Jesus sagst, „Herr, zeig mir den Punkt, warum es in meinem Leben nicht weitergeht“, dann wird er dir Klarheit schenken. Er wird den Stachel zeigen, er wird es dir offenbaren.
Dann kommt es auf dich an, ob du bereit bist, diesen Punkt zu überwinden und eine Sache loszulassen, die dich daran hindert, zu Jesus zu kommen. Dann reiß dich davon los, so wie der Mann sich mit einem Ruck von seinem Mantel losgerissen hat.
Dann trenne dich von deinen falschen Freunden und renne nicht mehr auf die falschen Partys. Wirf deinen Talisman weg und reiß die Pornobilder von deinen Wänden.
Das sind manchmal wirklich nur Kleinigkeiten, die einen am Vorwärtskommen hindern und auch das Verhältnis zu Gott blockieren.
Kleine Hindernisse können große Wirkung haben
Als ich mit dem Reisedienst begann, bekam ich als erstes Dienstfahrzeug einen hässlichen, giftgrünen Trabanten. Den hatten schon viele Leute gefahren, und er blieb gleich bei den ersten Fahrten stehen.
So kam es, dass ich bei der ersten Jugend-Evangelisation, die ich halten wollte, in das Dorf fuhr – allerdings im Schleppteil eines Traktors, weil das Auto stehen geblieben war. Der Trabbi hatte eine Panne, als ich vor seinem Haus stand. Irgendein winziges Schmutzteilchen war in eine Leitung geraten.
Verstehst du? Es war kein Achsenbruch, sondern nur ein kleines Stück Dreck, das die Weiterfahrt verhinderte. Wenn nun jemand die Kirche ins Dunkel stürzen will, muss er nicht gleich zwei Meter aus der Leitung heraussägen. Ein kleiner Schnitt reicht, und wir sind im Dunkeln, tappen herum wie Blinde.
Es müssen nicht immer große Dinge sein, die etwas kaputt machen und blockieren. Es geht nicht nur um Achsenbrüche oder Ehebrüche, sondern manchmal um ganz kleine Dinge, an denen wir stur festhalten und die den Kontakt zu Jesus unterbrechen.
Wenn Jesus uns ruft, müssen wir bedingungslos loslassen, was uns von ihm trennt. Loslassen und aufspringen – das ist hier das Thema. Es heißt: „Und er sprang auf.“ Ich frage dich: Bist du überhaupt schon einmal aufgesprungen? Hast du überhaupt schon einmal etwas unternommen, um zu Jesus zu kommen?
Die Gefahr des Verharrens und die Aufforderung zum Handeln
Ich möchte bei dieser Gelegenheit etwas zu euch Alteingesessenen sagen. Die Hölle ist voll mit Menschen, die ihr Leben lang auf der Kirchenbank gesessen haben – auf ihren Vorurteilen und ihrem festen Standpunkt. Sie sind nie aufgestanden, um ein Zeugnis für Gott abzulegen. Sie waren blind für die Not des Anderen und taub für die Hilfeschreie des Nächsten.
Wenn du hier nicht aufgestanden bist, um in Wort und Tat ein Zeugnis für Jesus abzulegen, wirst du bei der Auferstehung in die Hölle kommen. Jesus sagt: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den werde ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber nicht bekennt vor den Menschen, den werde ich nicht bekennen vor meinem himmlischen Vater.“
Denjenigen unter euch, die mit Jesus anfangen wollen, möchte ich sagen: Werdet nicht solche faulen, frommen und flauen Menschen, die sich ein Leben lang auf ihrer Taufe und Bekehrung ausruhen. Davon gibt es mehr als genug in der Kirche. Jesus sucht Menschen, die aufstehen und etwas tun. Tu, was Jesus sagt, und du wirst zu Jesus kommen.
Jesus fragt nach deinem Wunsch
Als der Blinde vor Jesus steht, richtet Jesus ihm eine Frage: „Was willst du von mir, dass ich dir tun kann?“ Das klingt zunächst merkwürdig. Natürlich wusste Jesus, was der Mann wollte. Jesus war doch nicht blind. Er sah, dass der Mann blind war und dass er sich sein Augenlicht wünschte. Trotzdem fragt Jesus ihn.
Diese Kleinigkeit ist sehr wichtig: Du musst wirklich sagen, was du von ihm willst. Du musst es ihm sagen, und du musst es klar aussprechen. Ich meine, wenn du stundenlang mit mir über Jesus diskutierst, dann kommst du Jesus nicht näher. Wir können uns gegenseitig zeigen, wie gute Argumente wir haben. Aber durch Diskussionen kommst du nicht zu Jesus.
Rede ihn selbst an, das ist der beste Rat, den ich dir geben kann. Du kannst stundenlang über irgendeinen Millionär reden, aber du bekommst von seinem Reichtum keinen Pfennig. Wenn du also etwas von so einem Menschen haben willst, musst du ihn direkt ansprechen. Wenn du von Jesus etwas willst, rede ihn an. Die Bibel sagt: Wer den Namen des Herrn anruft, der wird gerettet werden.
Ein einziges Gebet bringt dich schneller zu Jesus als stundenlange Diskussionen. Es gibt Leute, die führen regelrechte Diskussionen mit sich selbst. Sie diskutieren stundenlang über Jesus und weigern sich, ihn direkt anzusprechen. Denn es geht ihnen gar nicht um Jesus, sondern ums Diskutieren.
Es gibt Menschen, die sind regelrecht in ihre eigenen Probleme verliebt. Sie wollen eigentlich gar keine Antwort, weil sie fürchten, sich ändern zu müssen. Sie scheuen die Konsequenzen und das Handeln. Solange über Probleme nur diskutiert wird, muss man nichts tun. Das ist ja sehr einfach.
Es gibt Leute, die bekennen dauernd ihre Sünden, sind aber nicht bereit, sich von ihnen zu trennen. Andere sind in ihre Krankheit verliebt. Sie wollen gar nicht geheilt werden, weil es ihnen gefällt, von anderen bemitleidet zu werden. Jesus kennt diese Menschen, und er kennt auch dich.
Deshalb fragt er den Blinden und auch dich: „Was willst du von mir, was ich für dich tun kann?“ Bist du dir bewusst, was für eine Chance das ist? Jesus, von dem die Bibel sagt, dass ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, fragt dich: „Was kann ich für dich tun?“ Also bitte, sag es ihm.
Was möchtest du? Möchtest du glauben? Möchtest du ein neues Leben? Möchtest du Vergebung deiner Schuld? Sag ihm deine großen und kleinen Wünsche: Ich möchte einen Partner, ich möchte eine Lehrstelle, ich möchte Gesundheit, ich möchte eine Wohnung, ich möchte mich endlich mal wieder freuen können.
Jesus wird dir nicht antworten: „Ja, warte ab, bis du im Himmel bist, dann bekommst du Wohnung, Gesundheit und Freude für alle Ewigkeit.“ So hat er die Menschen nie abgespeist. Diese billige Vertröstung ist ein Machwerk der Kirche, und das wird ihr heute noch vorgeworfen.
Jesus hat sich so etwas nicht erlaubt. Er ist nicht gekommen, um uns zu vertrösten, sondern um uns zu retten. Wenn ich am Ertrinken bin und das Wasser mir bis zum Hals steht, nützt es nichts, wenn mir jemand zuruft: „Heute Abend kommt der Lebensretter vorbei.“ Den brauche ich jetzt sofort.
Wenn du am Ertrinken bist, wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, wenn du nicht mehr weiterweißt, wenn du in deinen Problemen untergehst, dann greif zu, klammere dich an Jesus. Er hat die Lösung und kann dir helfen.
Zu dem Blinden hat Jesus auch nicht gesagt: „Weißt du, mein lieber Mann, Blindheit ist ein theologisches und medizinisches Problem. Da kann ich nichts machen. Warte nur, bis du im Himmel bist, dann wirst du die Engel nicht nur singen hören, sondern auch sehen.“ Das wäre eine Verarschung, wenn Jesus uns mit unseren Problemen ins Jenseits abschieben würde.
Ach was, das neue Leben gibt es bei Jesus gleich auf der Stelle. Du kannst es schon heute bekommen. Das neue Leben fängt nicht erst an, wenn der Sargdeckel über dir zugeklappt wird, sondern in dem Moment, wo du dein Leben Jesus übergibst.
Ich vertröste dich nicht auf eine ferne Zukunft, sondern ich sage dir im Namen von Jesus: Du kannst heute gerettet werden.
Als der blinde Mann sagte: „Herr, ich möchte sehen können“, antwortete Jesus: „Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ In diesem Augenblick konnte der Mann sehen und folgte Jesus nach.
Die Einladung zur persönlichen Begegnung mit Jesus
Fragst du dich immer noch, wie du eine Begegnung mit Jesus haben kannst? Dann sage ich dir noch einmal: Du hast jetzt die Gelegenheit dazu. Der lebendige Jesus ist hier, er steht vor dir.
Du kannst ihn zwar nicht sehen, aber hat der Blinde ihn denn gesehen? Nein, er hat nur gehört, wie alle von Jesus gesprochen haben – so wie ihr jetzt gehört habt, wie ich von Jesus gesprochen habe.
Als man den Blinden vom Weg weg holte und vor Jesus hinstellte, und ihm sagte – so wie ich versucht habe, dich von deinem Standpunkt wegzuholen und vor Jesus hinzustellen – als sie ihm sagten: „Du stehst jetzt unmittelbar vor ihm, er steht vor dir“, da sah er immer noch nichts. Er war blind.
Er sah genauso wenig wie du. Aber obwohl er nichts sah, glaubte er, als man ihm sagte: Jesus ist da. Mehr kann ich dir nicht sagen. Es ist alles, was ich dir sagen kann: Jesus ist da.
Ich kann dich nur bitten, dass du an ihm nicht vorübergehst. Amen.
