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Die Offenbarung - Zusammenfassung

Offenbarung 1,1-22,2117.09.2017
SerieTeil 40 / 40Die Offenbarung des Johannes
Offenbarung: kein Rätselbuch, sondern ein klarer Blick auf das, was kommt. Die Frage ist: Wer hat am Ende die Kontrolle – Chaos, Mächte und Krisen oder doch Gott?

Einleitung und Ziel der Gesamtübersicht

Nachdem wir so lange Zeit die Offenbarung Kapitel für Kapitel studiert haben, machen wir jetzt, nachdem wir mit Kapitel 22 letztes Mal zu Ende gekommen sind, eine Gesamtübersicht, und zwar mit Bildern. Der Vorteil ist, dass ich einfach so schnell von Punkt zu Punkt weitergehen und Dinge behaupten kann, die eben schon längst in den frühen Vedelklassen begründet und hergeleitet worden waren. So kommen wir viel schneller vorwärts, und das gibt uns die Möglichkeit, den roten Faden der Offenbarung zu erfassen.
Ich möchte in Kapitel 1 die ersten paar Verse nochmals lesen und uns in Erinnerung rufen:
Offenbarung Jesu Christi, welche Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Und durch seinen Engel sendend, hatte er es seinem Knecht Johannes gezeigt. Der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi, alles, was er sah. Glückselig, der da liest, und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
Wir haben mit dem ersten Wort der Offenbarung bereits die Antwort auf die Frage: Ist das letzte Buch der Bibel ein Buch mit sieben Siegeln, das niemand verstehen kann, oder ist es ein Augenöffner für die Zukunft?
Das erste Wort lautet Apokalypsis, auf Griechisch. Im Deutschen wird es oft Apokalypse genannt, aber die wenigsten wissen, was es heißt. Apo heißt weg, Kalypse Hülle, also: Hülle weg. Die Offenbarung ist eine Enthüllung. Gott zeigt uns hier Dinge, die vorher verborgen waren, die aber jetzt in diesem Buch geklärt werden.
Also ist es nicht ein verschlossenes Buch, sondern ein Buch, das uns Klarheit gibt.

Die sieben Gemeinden als Ausgangspunkt der Geschichte

Es ist gerichtet an die Gemeinden in Asia. Das wird auch gleich in den nächsten Versen in Offenbarung 1 gesagt, und zwar an die Gemeinden Ephesus, Smyrna, Pergamos, Tirtira, Sardes, Philadelphia und Laodizea. Sie sind so aufgeführt, wie man gerade eine Rundreise durch die Westtürkei machen könnte.
Geschrieben von Johannes, der auf der Insel Patmos, dem Festland vorgelagert im Mittelmeer, als Gefangener von Kaiser Domitian dorthin geschickt wurde, wegen seines christlichen Zeugnisses. Er arbeitete in seinen letzten Jahren, in den letzten Jahren seines Lebens, also vielleicht 95 Jahre alt war, denn er wurde im Jahr 95 nach Christus dahingeschickt. Da arbeitete er unter diesen sieben Gemeinden in Asia, und denen hat er dann auch die Offenbarung geschickt.
Am Tag des Herrn, am ersten Tag der Woche, am Auferstehungstag, erscheint ihm Jesus Christus auf Patmos. Und zwar sieht er ihn als den Sohn des Menschen, so wird er ausdrücklich genannt, in Kapitel 1. Das ist der Titel aus Daniel 7,14, der Messias, der auf den Wolken des Himmels kommt, als Herrscher der Welt.
Dieser Sohn des Menschen wird beschrieben mit einem langen, bis zu den Füßen reichenden Gewand. Und das haben wir damals gesehen: Dieser Ausdruck poderes bezeichnet in der Septuaginta, in der ältesten Bibelübersetzung des Alten Testaments, in der Übersetzung, die die Apostel oft im Neuen Testament verwenden, die lange blaue Toga des Hohen Priesters.

Christus als Hohepriester, Richter und Herr der Gemeinden

Und weiter haben wir gesehen, dass der Gürtel um die Brust beschrieben wird, und das war das Typische. Wir tragen die Gürtel um die Hüften. Aber die Priester und auch der Hohepriester trugen den Gürtel um die Brust.
Er wird als ein „goldener Gürtel“ bezeichnet, so wie man im Talmud überhaupt die Hohenpriesterkleider die „goldenen Kleider“, bigdey sahaw, nannte. Und der goldene Gürtel heißt: Er war aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und weißem Leinen mit Goldfäden. Und eben die ganzen Kleider werden „goldene Kleider“ genannt, weil es viel Gold daran gab, aber natürlich nicht alles aus Gold war.
Das macht klar: Er wird hier als Hoher Priester beschrieben. Das heißt auch, sein Haupt und seine Haare waren weiß. Wieso Haupt und Haare? Ja, Haare ist klar: weiße Haare. Aber es heißt sein Haupt, und das Wort kephale, das das Griechische auch verwendet, meint nicht nur den Kopf, sondern auch eine Kopfbedeckung. Da sieht er also die hohepriesterliche Kopfbedeckung.
Und weiter wird gesagt: Seine Augen waren wie eine Feuerflamme. Er erscheint als Richter und als Retter. Als Hohepriester kam er in diese Welt, um sich selbst als Opfer für eine verlorene Welt zu geben. Aber als Sohn des Menschen wird er kommen als Richter der Welt. Also darum: Hohepriester, Retter und Richter, so wird er dargestellt.
Und dann sagt Johannes, er sah ihn wandeln inmitten von sieben goldenen Leuchtern. Hier sehen wir einen Ausschnitt aus dem Salomonstempel, da gab es ja insgesamt elf goldene Leuchter. Aber Johannes sieht den Herrn wandeln inmitten der sieben goldenen Leuchter, und gleich nachher wird erklärt: Jeder Leuchter stellt eine Gemeinde dar, eben Ephesus, Smyrna, Pergamos.
Und so wie der Hohepriester eben inmitten der Leuchter wandelt und schauen muss, ob die Lampen alle in Ordnung sind, ob die Dochte richtig gerichtet sind, ob genügend Öl da ist, so kontrolliert er den Zustand der Gemeinden. Ihm entgeht nichts, seinen Augen wie einer Feuerflamme.

Der Schlüsselvers und die prophetische Dreiteilung

Und dann haben wir gesehen, in Kapitel 1, Vers 19, da haben wir den Schlüsselvers. Johannes sollte schreiben: erstens, was er gesehen hat. Das ist die Erscheinung des Retters und des Richters in Kapitel 1. Und „was ist“, das bezieht sich auf Kapitel 2 und 3 mit den sieben Sendschreiben. Da haben wir gesehen, dass dort die gegenwärtige Zeit der Gemeinde prophetisch in sieben Phasen dargestellt wird. Und drittens: was geschehen wird nach diesem. Das ist der Teil ab Kapitel 4, denn dort wird Johannes in Vers 1 in den Himmel gerufen, und es wird ihm gesagt: Jetzt wird er erfahren, was nach diesem geschehen wird. Genau dieser Ausdruck.
 Offenbarung 2,3: Da spricht der Herr zu jeder dieser sieben Gemeinden damals und sagt zuerst, was gut ist, und danach, wenn nötig – und das ist bei den meisten nötig – was nicht gut ist. Aber eben diese Sendschreiben haben gleichzeitig eine prophetische Bedeutung. Und in der Abfolge, wie sie aufgeführt sind, stellen sie sieben Epochen der Kirchengeschichte von der Zeit der Apostel bis zur Entrückung der Gemeinde dar.
In Kapitel 4, Vers 1 wird Johannes in den Himmel entrückt, und seine Entrückung symbolisiert die Entrückung der Gemeinde.

Die Kirchengeschichte in den sieben Sendschreiben

In Ephesus, in den Details, die da genannt werden, sehen wir eine ganz direkte Parallele zu dem Zustand der nicht verfolgten Gemeinden am Ende der apostolischen Zeit, also um 95 nach Christus. Sie waren noch recht gläubig wie Ephesus, aber der Herr Jesus hatte nicht mehr den ersten Platz in den Herzen. Sie hatten die erste Liebe verlassen.
Die verfolgte Gemeinde stellt sich dar, und der Herr ruft sie auf, treu zu sein bis in den Tod. Das stellt die verfolgte Gemeinde vom ersten Jahrhundert bis ins vierte Jahrhundert dar.
Und dann kam die große Wende. Plötzlich änderte der Teufel die Strategie. Er verfolgte nicht mehr die Christen, sondern er hob sie auf das Podium. Das war die konstantinische Wende ab 313. Zuerst wurde das Christentum erlaubte Religion, und dann auch Staatsreligion.
Plötzlich wurde es für die Christen ganz leicht möglich, die hohen Ämter im römischen Reich zu besetzen. Und die Idee kam auf: Oh, jetzt ist schon das Tausendjährige Reich, jetzt herrscht Christus vom Himmel durch die Kirche.
Aber der Herr macht dieser Gemeinde von Pergamos den Vorwurf: Ich weiß, wo du wohnst, also wo du zu Hause bist, da, wo der Thron des Satans ist. Der Satan ist der Fürst der Welt, und die Gemeinde ist ein Fremdling in dieser Welt. Unser Bürgertum ist in den Himmeln, sagt Philipper 3,20. Aber da hat sich die Kirche so richtig eingenistet. Wir sind da zu Hause, und hier können wir jetzt regieren.

Von der Papstkirche bis zu den Freikirchen

Und das hat sich weiterentwickelt. In Thyatira haben wir ganz frappante Parallelen zur Papstkirche von Rom ab 440 nach Christus gesehen. Es ist so, dass um 440 der Bischof von Rom den Anspruch erhob, er sei der oberste Bischof über alle Bischöfe und über alle Kirchen der Welt. Und damit war das Papsttum geboren.
In Sardes sehen wir dann eine neue Phase: die Reformation ab dem 31. Oktober 1517. Aber in Sardes sehen wir auch den Niedergang der Reformation, denn der Herr sagt zu Sardes: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Und stärke das, was im Begriff ist abzusterben.
Und weiter sagt er: Gedenke nun, was du gehört und wie du empfangen hast. Denke zurück an all diese wunderbaren Wahrheiten, die die Reformatoren entdeckt hatten, nämlich allein die Schrift, allein durch Glauben, allein durch Gnade. Aber in der weiteren Geschichte der Reformation wurden von einer großen Zahl all diese Schätze wieder preisgegeben.
In Philadelphia sehen wir die Erweckungsbewegung im 18. und 19. Jahrhundert, die schließlich zur Entstehung der Freikirchen geführt hat. Philadelphia heißt Bruderliebe. Man hat in dieser Zeit auch deutlich entdeckt: Es ist nicht so, dass es da den Klerus, den Geistlichen, und dann das Volk gibt. Nein, alle Gläubigen sind Brüder und Schwestern, und jeder Gläubige hat eine Gabe, mit der er in der Gemeinde dienen soll, in und um die Gemeinde. Philadelphia.
Aber dann haben wir Laodizea. Das stellt den geistlichen Zerfall der Freikirchen dar. Da sind wir in unserer Zeit. Laodizea heißt die Volksgerechte, also die sagt: Wir müssen uns orientieren an dem, was die Gesellschaft interessant findet, das ist der Maßstab für Gerechtigkeit. Wir müssen uns an Otto Normalverbrauchern orientieren, so wie man sich im Management orientiert und sich dann eben nach diesen Bedürfnissen ausrichtet.
Aber Laodizea denkt, sie sei reich und reich geworden, und sie merken dort nicht einmal, dass der Herr gar nicht mehr in der Mitte ist. Er steht draußen und sagt in Offenbarung 3,20: Ich stehe an der Tür und klopfe an.

Der Himmel als Schauplatz der kommenden Gerichte

Aber dann, in Kapitel vier, wird Johannes in den Himmel entrückt. Danach sah ich, und siehe, eine Tür war im Himmel aufgetan. Und die erste Stimme, die ich gehört hatte, wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: „Komm hier herauf, und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Alsbald war ich im Geist, und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.
Johannes wird in den Himmel entrückt, und seine Entrückung symbolisiert die Entrückung aller Gläubigen, aller wahren Gläubigen.
Was noch zu ergänzen ist: Der Herr Jesus vergleicht das Zeugnis dieser Gemeinde auch mit sieben Sternen. Und so hatten die Gemeinden die Aufgabe, einerseits Licht zu geben im Heiligtum, wie die Leuchter im Salomotempel, und andererseits Licht in der Welt zu verbreiten, so wie Sterne in der Welt Licht verbreiten.
Also spricht das Licht des siebenarmigen Leuchters eigentlich von dem Licht, das in jeder Gemeinde durch die Verkündigung des Wortes verbreitet wird, durch das, was zur Auferbauung der Gläubigen verkündigt wird. Aber die Gemeinde hat nicht nur einen Auftrag nach innen, um die Gläubigen weiterzubringen, sondern auch einen Auftrag in dieser Welt, um himmlisches Licht an eine orientierungslose Welt in der Finsternis, in der Nacht, weiterzugeben.
Und so, wie man sich an der Position von Sternen orientieren kann, wie durch ein GPS, so sollte die Welt sich an den Gemeinden orientieren können. Das war also der Auftrag der Gemeinden durch zweitausend Jahre hindurch: Licht zu verbreiten in den Gemeinden als Leuchter, als goldene Leuchter, und Licht zu verbreiten in einer dunklen Welt und das Evangelium bekannt zu machen.

Der himmlische Tempel und seine Geräte

In Offenbarung 4 und 5 sehen wir nun Johannes im Himmel. Er wird entrückt, aber nicht in das himmlische Jerusalem, in diese Stadt mit goldenen Gassen. Er wird auch nicht allgemein in das himmlische Vaterland entrückt, von dem Hebräer 11 spricht. Vielmehr wird er in den himmlischen Tempel entrückt, und zwar nicht in einen der Vorhöfe, sondern direkt ins Tempelhaus. Und dort nicht irgendwo in die Vorhalle oder ins Heilige, sondern ins Allerheiligste. Dort sieht er den Thron Gottes.
Wir haben gesehen, dass die Offenbarung ein richtiges Tempelbuch ist. Es gibt dort so viele Hinweise auf den himmlischen Tempel. Gleich werden wir noch vom Brandopferaltar im innersten Vorhof hören, aber auch von dem Meer. Das ist die Bezeichnung für das riesige Waschbecken der Priester schon im Salomonstempel. Johannes sieht dieses Meer im Himmel wie Glas.
Das Meer im Salomonstempel war nicht aus Glas, sondern aus Kupfer, also Bronze als Legierung. Es ist so: Wenn man Bronze nimmt und sich daraus einen Bronzespiegel macht, sieht man zunächst gar nichts. Aber wenn man ihn poliert, ist das unglaublich, dann ist er wie Glas. Darum wird in Offenbarung 4 gesagt, dieses Meer sei wie Glas, weil es so perfekt gearbeitet und poliert ist, dass man sich darin sehen kann.
Aber die Offenbarung spricht in Kapitel 4 auch davon, dass Johannes die sieben Feuerfackeln sieht, die vor dem Thron Gottes brennen. Das ist der himmlische siebenarmige Leuchter. Und weiter hören wir in den folgenden Kapiteln von dem goldenen Räucheraltar. Auch die vier Hörner werden speziell erwähnt. Dann wird von jemandem gesprochen, der an diesem Altar mit Hilfe des goldenen Rauchfasses räuchert. Das ist dieses Gerät.
Johannes beschreibt dann auch, wie er Engel im Tempel sieht, die die sieben Posaunen blasen. Im Tempel zu Jerusalem wurde zur Zeit Jesu im Zusammenhang mit dem Morgenbrandopfer, also mit dem ersten Opfer im Tempel, und mit dem letzten, dem Abendbrandopfer, zu sieben Gelegenheiten die Posaunen geblasen. Die sieben Posaunen sind also diese sieben silbernen Posaunen.
Er berichtet dann auch von Engeln, die goldene Schalen nehmen. Wenn sie diese auf die Erde ausgießen, wird zum Beispiel das Meer zu Blut. Das sind nicht irgendwelche Schalen, sondern Opferschalen, im Alten Testament Misrachim, Sprengschalen genannt. Auch das ist wieder ein Tempelgerät.

Der Thron Gottes, die Bundeslade und die himmlische Herrschaft

Dann ist es auch so, dass er hinaufgerufen wurde in den Himmel. Da hört er eine Stimme wie eine Posaune, und da müssen wir speziell an das Schofahorn denken. Das ist eben ein Horn, das aus tierischen Hörnern hergestellt wird, hier ein Widderhorn, hier ein Steinbockhorn oder Antilopenhorn, in diesem Fall also ein Antilopenhorn. Und dann sieht er auch die Überwinder im inneren Vorhof beim Meer, beim Waschbecken, und sie singen das Lied Moses und das Lied des Lammes auf Harfen.
Im Neuen Testament ist Kithara die Übersetzung von zwei verschiedenen Instrumenten im Alten Testament. Diese werden in der alten Elberfelder Übersetzung entweder mit Laute oder mit Harfe wiedergegeben. Das sind diese zwei Instrumente. Aber man kann an diese beiden Instrumente denken, wenn im Neuen Testament eben von der Kithara, der Harfe, die Rede ist. Es ist ein kleiner Unterschied. Man sieht hier: Der Kinnor, das ist die Laute, die David spielte in 1. Samuel 16, hat nur einen Resonanzkörper, und der Nevel hat hier einen ersten und darauf einen zweiten Resonanzkörper. Ein richtiges Tempelbuch!
Johannes wird also in den himmlischen Tempel entrückt, ins Allerheiligste, zum Thron Gottes, da, wo die Bundeslade war. Das ist natürlich jetzt ganz wichtig hier: Die Bundeslade ist im Alten Testament der Thron Gottes im Allerheiligsten. Psalm 80,1: Der du thronst zwischen den Cherubim, strahle hervor! Da sind diese Cherubim über dem Deckel der Bundeslade. Also wenn Johannes den Thron Gottes sieht, dann sieht er die Bundeslade im himmlischen Tempel.
Und es ist ganz wichtig, dass er den Thron sieht, denn das zeigt ihm: Gott ist noch auf dem Plan, und alles ist ihm untertan. Auch wenn das grösste Chaos über die Welt kommt, Gott entgeht die Kontrolle nicht. Und das Tragische in der Offenbarung: Der Tempel, der eigentlich von Gnade und von Vergebung und vom stellvertretenden Opfer spricht, wird hier zum Ausgangspunkt des schrecklichen Gerichts Gottes über die Welt. Eine Welt, die eben Jesus Christus, den Hohen Priester, verwirft, muss Gott kennenlernen als den Richter. Wer das stellvertretende Opfer von Christus verwirft, wird selber zum Schlachtopfer werden.
Darum zeigt die Offenbarung im Weiteren, wie vom himmlischen Tempel her gesteuert und geführt das Gericht Gottes über die Welt kommt. Aber eben, bevor das beschrieben wird, sieht Johannes den Thron Gottes, die himmlische Bundeslade, und er sieht Gott thronen zwischen den Cherubim, und er wird beschrieben wie ein Jaspis. Und wir haben gesehen: Der Jaspis im Neuen Testament, das ist der Diamant, dieser sehr kostbare, kristallhelle Edelstein nach Kapitel 21,10. Das ist das härteste Material, das es gibt. Das symbolisiert: Gott ist der Höchste, er bestimmt, was Recht und Unrecht ist. Er sieht aus in seiner Herrlichkeit wie ein Diamant, aber auch wie ein Sardis. Und der Sardis ist dieser rote Edelstein, der an das Blut Jesu erinnert, das dieser Gott gegeben hat, um einer Welt, einer verlorenen Welt, die Rettung anzubieten.

Die himmlische Ratsversammlung und die versammelte Gemeinde

Um den Thron Gottes herum sieht Johannes vier Engel, Cherube: einer ist wie ein Löwe, der andere wie ein Ochs, der dritte wie ein Adler und der vierte wie ein Mensch. Das symbolisiert Gottes Handeln. Sein Gerichtshandeln vom himmlischen Thron her ist majestätisch und erhaben, wie der Löwe. Es ist andauernd, ausdauernd und bis zum Ende durchziehend, wie der wiederkäuende Ochse. Es ist schnell, vom Himmel her kommend und auf die Beute losstoßend, wie der Adler. Und es ist intelligent, weise und geplant, daran erinnert das Gesicht eines Menschen.
Um den Thron her sieht Johannes vierundzwanzig Throne, und darauf sitzen vierundzwanzig Älteste mit weißen Priestergewändern und goldenen Kronen. Und wir haben gesehen: Wer ist das? Das ist die entrückte Gemeinde. In Offenbarung 1,5b heißt es im Zusammenhang mit den Gemeinden, die Johannes anspricht: Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern, seinem Gott und Vater, ihm sei die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Die Gemeinde besteht aus Menschen, die Priester und Könige sind. Und warum 24 Älteste? Die Priesterschaft im Alten Testament wurde in 1. Chronik 24 in 24 Abteilungen eingeteilt. Immer eine Woche hatte eine Abteilung Dienst im Tempel, von Schabbat bis Schabbat. Aber an den großen Festen mussten alle 24 antreten, immer dann an Passa, an Pfingsten und an Laubhütten. Wenn alle Israeliten nach Jerusalem kommen mussten, dann waren alle 24 Ältesten da. Darum ist die Symbolik der 24 Ältesten: Das ganze Priester- und Königsvolk ist im Himmel versammelt.
Also geht es hier nicht einfach um die entschlafenen Gläubigen der vergangenen Generationen, sondern hier wird betont: Jetzt sind sie alle da. Das Volk Gottes, das Volk der Priester und Könige, ist vollständig im Himmel versammelt.
Um den Thron her sieht Johannes einen Regenbogen, und das erinnert an Gottes Treue. Was er versprochen hat, nämlich dass er die Erde nie mehr durch eine weltweite Sintflut richten werde, das wird Gott auch in der Offenbarung einhalten. Sein Wort gilt auch nach Jahrtausenden.

Das Buch mit den sieben Siegeln und das Lamm

Weiter sieht Johannes, wie gesagt, die sieben Feuerfackeln vor dem Thron. Immer die gelben Zahlen zeigen, in welchem Vers wir gerade sind. So kann man sich gut orientieren, und alle können die PowerPoint-Folien gratis im Internet herunterladen. Man muss also nicht alles einfach so aufschreiben, sondern kann das alles später wieder nachschauen, auch auf dem eigenen Laptop.
Er sieht eben das Waschbecken, das Meer im Himmel. Dann, es geht direkt darüber von Kapitel vier zu Kapitel fünf, sieht er in der Hand Gottes, der auf dem Thron sitzt, ein Buch mit sieben Siegeln. Niemand ist würdig, dieses Buch zu öffnen. Johannes weint im Himmel, aber dann wird er getröstet: Weine nicht, es hat überwunden. Der Löwe aus dem Stamm Juda, das ist der Messias, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Messias, Jesus Christus, er ist würdig, dieses Buch zu öffnen.
Und dann will Johannes hinschauen zum Thron, um diesen Löwen zu sehen, und er sieht ein Lämmlein. So wird klar: Der Löwe aus dem Stamm Juda, das ist derselbe wie das Lämmlein. Und zwar sieht er ein Lamm, aber im Griechischen ist es eben das Wort Arnion mit Verkleinerungsform, Lämmlein, oder im Schweizerdeutschen sagen wir Schäffli, ja, und hier sagen wir Schäffle. Aber es wird gesagt: ein Lämmlein mit sieben Hörnern. Das überrascht den Leser. Doch muss man wissen, dass in Israel zu biblischen Zeiten die typische Schafart das Jakobsschaf war. Jakobsschafe sind jetzt wieder eingeführt worden, und die haben typischerweise sehr oft vier Hörner oder auch sechs Hörner. Aber von Jesus Christus, wie gesagt, sieben Hörner, weil das Horn ein Symbol der Macht und der Stärke ist. Und er konnte sagen: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.
Und er sieht dieses Lämmlein wie geschlachtet, also mit der Schächtungswunde. Das weist darauf hin. Das symbolisiert Jesus Christus als Mensch im Himmel. Der Auferstandene im Himmel wird auch im Himmel immer noch die Spuren der Kreuzigung haben, wie am Auferstehungstag, also den Jüngern die Nägelmale in den Händen und in den Füßen und auch die Seite mit dem Speerstich. Das will also sagen: Weil Jesus Christus das Lamm Gottes geworden war, hat er ein Recht, als der Löwe aus dem Stamm Juda die Welt zu richten. Der Richter ist der Richter, weil er auch der Retter geworden war.

Der Aufbau der Endzeit: Siegel, Posaunen und Schalen

Das Buch mit den sieben Siegeln zeigt uns die ganze Geschichte zwischen der Entrückung der Gemeinde und der Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit auf dem Ölberg. Das Buch mit den sieben Siegeln zeigt in zeitlicher Abfolge genau, was nach der Entrückung bis zur Wiederkunft Christi kommen wird.
Hier sehen wir es noch deutlicher: Davor war die Zeit der Gemeinde, und ihr Zeugnis geht bis zur Entrückung. Die weitere Zeit, von der Entrückung bis zur Wiederkunft, wird zweigeteilt in zwei Perioden. Die erste heißt die Stunde der Versuchung, und die zweite Hälfte die große Drangsal.
Die Stunde der Versuchung ist die Epoche der größten Verführung aller Zeiten. Dann wird der Antichrist auftreten. Die große Drangsal wird der letzte und schrecklichste Weltkrieg sein, von dem Jesus sagt, dass es so schrecklich nie mehr sein wird. Es wird sein wie nie seit der Schöpfung, und es wird danach nie mehr so sein. Matthäus 24,21.
Von dieser Stunde der Versuchung sagte der Herr Jesus in Offenbarung 3,10 zu Philadelphia: Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, welche auf der Erde wohnen. Halte fest, was du hast, auf dass niemand deine Krone nehme. Und er sagt dort: Ich komme bald.
Das ist eine klare Verheißung an die Gemeinde, dass sie eben entrückt wird, bevor die Stunde der Versuchung beginnt. Und nun ganz wichtig: Die sieben Siegel sind so aufgeteilt. Siegel eins bis sechs betreffen die Stunde der Versuchung. Und Siegel Nummer sieben umfasst die große Drangsalzeit.
Und danach, nach der Wiederkunft Christi, wird das tausendjährige Reich aufgerichtet. Darauf weist die Krone hin, das tausendjährige Friedensreich hier auf Erden.

Die siebzigste Jahrwoche und die Lücke der Gemeindezeit

In dieser Zeit spielen die sieben letzten Jahre vor der Wiederkunft Christi eine ganz wichtige Rolle. Die 70. Jahrwoche Daniels aus Daniel 9 ist in dreieinhalb und dreieinhalb Jahre eingeteilt. Die große Drangsal wird genau dreieinhalb Jahre dauern. Davor haben wir ebenfalls dreieinhalb Jahre.
Diese letzten sieben Jahre werden damit beginnen, dass der kommende Diktator von Europa mit Israel und dem Antichristen einen Bund für sieben Jahre schließen wird. Die Bibel sagt nirgends, dass dieser Bund am Tag der Entrückung geschlossen werden muss. Darum habe ich hier ein X eingesetzt: Entrückung X. Dort beginnt die Stunde der Versuchung, dann folgen dreieinhalb Jahre und nochmals dreieinhalb Jahre.
Wenn wir von der siebzigsten Jahrwoche sprechen, dann ist klar, dass es davor auch neunundsechzig Jahrwochen gibt. Die 69 Jahrwochen waren die Zeitepoche bis zum ersten Kommen von Jesus Christus, und die 70. Jahrwoche liegt vor dem zweiten Kommen von Jesus Christus, dem Messias. Die 69 Jahrwochen haben sich auf den Tag genau erfüllt, beginnend im Jahr 445 vor Christus, als die Erlaubnis ausgegeben wurde, dass Jerusalem wieder aufgebaut werden darf, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Messias als Fürst kommen sollte. Das geschah im Jahr 32 nach Christus. Dazwischen liegen genau diese 69 Jahrwochen, also 69 mal sieben Jahre.
Aber gerade aus der Offenbarung lernen wir, dass diese sieben letzten Jahre Jahre von 360 Tagen sind, nicht von 365. Darum muss man die 69 Jahrwochen ebenfalls so rechnen. Tatsächlich ergeben 69 mal 7 mal 360 Tage 173 Tage, und das passt genau in die Zeit von dem Erlass am 14. März 445 v. Chr. bis zum 6. April, als Jesus Christus am Palmsonntag 32 nach Christus als Fürst nach Jerusalem einzog.
Daniel hat dann vorausgesagt: Nach diesem wird der Messias ermordet werden. Fünf Tage nach Palmsonntag wurde der Herr Jesus gekreuzigt. Dann steht weiter in Daniel 9, dass das Volk des kommenden Fürsten die Stadt Jerusalem und den Tempel zerstören wird. Das hat sich im Jahr 70 nach Christus erfüllt, als Konsequenz der Verwerfung des Messias. Und dann sagt das Buch Daniel, dass von da an eine Kette von Krieg und Verwüstung über Jerusalem bis in die Endzeit kommen wird.
So gibt es eine lange Zeit zwischen der neunundsechzigsten Jahrwoche und der Endzeit. Erst dann spricht Daniel 9,27 im Zusammenhang mit der Endzeit davon, dass diese sieben Jahre kommen werden. Man fragt sich: Was bedeutet denn diese Lücke zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche?
Nun, das ist das Geheimnis der Gemeinde. Es ist ein Geheimnis, weil im Alten Testament nie gesagt worden war, dass Gott in diese Zwischenzeit hinein die Gemeinde bauen wird, bestehend aus Gläubigen aus allen möglichen Nationen und aus dem jüdischen Volk. Und zwar geschah das 57 Tage, nachdem die 69 Jahrwochen gestoppt hatten. An Pfingsten kam der Heilige Geist auf Erden, um in der Gemeinde zu wohnen.
Bei der Entrückung wird der Heilige Geist mit der Gemeinde der Braut weggehen. Jesus Christus kommt in den Luftraum und wird sie in den Himmel wegnehmen. So steht es in 1. Thessalonicher 4. So ist die Entrückung die Umkehrung von Pfingsten.
Und sehen wir: In gewissem Sinn gab es hier auch ein X. Die 69. Jahrwoche stoppte, und dann kam das Geheimnis der Gemeinde bis Pfingsten. So wird es eben auch ein X geben nach der Entrückung, bis dann die Zeit mit Israel wieder zu ticken, zu laufen beginnt.
Man muss bei X also nicht an riesige Zeiträume denken. Damals war das auch nicht hundert Jahre, sondern 57 Tage. Die Dinge werden sich sowieso überstürzen.

Die ersten Siegel und die vier Reiter

Nun, in dieser Zwischenzeit haben wir eben den zweiten Teil der Offenbarung, also das, was die Kirchengeschichte in sieben Epochen beschreibt. Und nach diesen sieben Epochen kommen die sieben Siegel.
Wir haben gesehen: Sobald Jesus Christus, das Lamm Gottes, das erste Siegel bricht, geschieht ein Gericht. Beim zweiten ebenso, beim dritten und so weiter bis zum sechsten Siegel. Aber als wir zum siebten Siegel kamen, da geschah nichts. Die Bibel sagt, es gab eine Ruhe im Himmel, eine halbe Stunde. Das war die Ruhe vor dem Sturm.
Danach beschreibt Johannes die sieben Engel mit den sieben Posaunen. Und sobald sie beginnen zu posaunen, kommen die Gerichte mit furchtbarer Heftigkeit über die Erde. Da haben wir gesehen: Bei jeder Posaune geschieht etwas.
Nun wird also klar, dass das siebte Siegel, bei dem zunächst nichts geschieht, aus sieben Posaunengerichten besteht. Die sieben Posaunen sind der Inhalt des siebten Siegels. Aber wir haben gesehen: Bei jeder Posaune geschieht etwas, nur bei der siebten geschieht nichts. Man fragt sich ja: Was ist denn das?
Später im Verlauf der Offenbarung sieht Johannes dann die sieben Engel mit den sieben goldenen Schalen. Und dann kommen die letzten, heftigen Gerichte über die Erde, bevor Jesus Christus wiederkommt. Das heißt: Die siebte Posaune besteht inhaltlich aus sieben Schalen. Und daraus ergibt sich nun folgendes Schema: Sieben Siegel, wobei das siebte Siegel aus sieben Posaunen besteht, wobei die siebte Posaune aus sieben Schalen besteht, und dann kommt der Herr Jesus als Richter.
Aber während dies ganz streng zeitlich geordnet so stattfinden wird, wird dieser Verlauf in der Offenbarung immer wieder unterbrochen durch Einschübe. Und zwar durch Einschübe, die uns die Hintergründe dieser Gerichtszeit erläutern.
Das beginnt vor dem ersten Siegel. Da haben wir Kapitel 4 und 5. Johannes ist im Himmel. Er sieht, die Gemeinde ist schon entrückt, die 24 Ältesten sind oben. Dann sieht er, dass Jesus Christus würdig ist, weil es ihm gegeben worden war, als der Löwe aus dem Stamm Juda das Gericht selbst auszuführen. Das sind ganz wichtige Hintergründe, um zu verstehen, was da geschieht.

Die vier Reiter als Beginn der Gerichtszeit

Und dann kommen eben diese Siegel. Aber nach dem Siegel Nummer sechs kommt wieder ein Unterbruch. Und da wird in Offenbarung 7 beschrieben: Die 144 aus Israel werden versiegelt, und dann sieht er aus allen Nationen der Welt eine unzählbare Schar, die sich bekehrt, errettet wird und durch die grosse Drangsal hindurchgeht.
Da sieht er den Überrest aus Israel, der versiegelt wird, und den Überrest aus allen Völkern, der durch die Gerichtszeit hindurchgehen muss. Die Gemeinde nicht; die ist oben, die 24 Ältesten. Aber ein Überrest wird sich aus Israel bekehren, das sind die 144. Und später wird sich sogar, haben wir gesehen, ein Drittel der israelischen Bevölkerung bekehren in der Drangsal, im Land. Und dieser Überrest wird also durch die Gerichte gehen. Und aus allen Völkern werden Menschen, die das Evangelium vorher noch nicht gehört und abgelehnt hatten, sich bekehren können und hindurchgehen.
Es ist also ganz wichtig, dass da in diesem Einschub Nummer zwei das erläutert wird. Und dann kommt das siebte Siegel. Aber vor der ersten Posaune gibt es wieder einen Einschub, und dann auch zwischen Posaune sechs und sieben, vor der ersten Schale und zwischen Schale sechs und sieben, und nach Nummer sieben wieder. Und so gibt es insgesamt sieben Einschübe, die den Hintergrund erklären. Und zwar manchmal so, dass auch wieder zeitlich in die Vergangenheit zurückgegriffen wird, so wie im Dokumentarfilm ein Flashback, ein Rückblick. Und manchmal, immer wieder, gibt es einen Flashforward. Das ist ein Ausblick, da wird vorausgegriffen.
Darum steht im Verlauf der Offenbarung plötzlich von der Wiederkunft Christi, und dann werden wieder die Gerichte beschrieben. Die Wiederkunft Christi, dann werden wieder die Gerichte beschrieben. Das hängt eben damit zusammen, dass bei den Einschüben vorausgegriffen wird und schon etwas gesagt wird über die Wiederkunft Christi.
Ein perfekter literarischer Aufbau sehen wir hier: sieben, sieben, sieben, sieben und schon vorher sieben. Das sind die sieben Einschübe. Die können manchmal lang sein, wie hier in Kapitel 4 und 5, kürzer oder ganz kurz, nur ein paar Verse, wie der dritte Einschub in Kapitel 8, 2 bis 5. Aber diese Einschübe sind ganz strikt eingeführt: immer vor Nummer eins, immer zwischen sechs und sieben, immer vor eins, zwischen sechs und sieben, immer vor eins, zwischen sechs und sieben. Und man könnte sagen: immer nach sieben, nach sieben, nach sieben. Also auch da ein ganz klares Ordnungsprinzip.
Und das ist übrigens nicht nur in der Offenbarung so. Auch in den anderen Bibelbüchern finden wir solche richtiggehenden mathematischen Strukturen in den Bibelbüchern. Zum Beispiel ist die Apostelgeschichte so aufgebaut, dass die verschiedenen Teile der Apostelgeschichte immer zweigeteilt sind in der Mitte, so dass sich alle Geschichten in einem Teil dann spiegeln. Und das durch das ganze Buch hindurch. Dasselbe haben wir im Lukasevangelium auch so aufgebaut, und ständig spiegeln sich die Abschnitte. Also mathematisch durchdacht bis ins Letzte, ja durchdacht, nicht von Lukas im Fall des Lukasevangeliums, sondern von dem Heiligen Geist, der Lukas inspiriert hat.

Die vier apokalyptischen Reiter

Wir kommen schon zu Offenbarung 6, und wir haben gesehen, dass die sieben Siegel so geordnet sind: Die ersten vier bilden eine Gruppe, eine Vierergruppe. Danach kommen drei. So wird es auch bei den Posaunen sein: Vier Posaunen bilden eine Gruppe, dann folgt eine Dreiergruppe. Und bei den Schalen ist es ebenso: Vier Schalen bilden eine Gruppe, dann kommt eine Dreiergruppe.
Die ersten vier Siegel sind ganz leicht als eine eigene Gruppe zu erkennen. Und wer kennt nicht das Gemälde der vier apokalyptischen Reiter? Nicht wahr, das ist ein Begriff in der Kunstgeschichte. Da haben wir sie, aber nicht von diesem Maler.
Der erste Reiter beim ersten Siegel kommt auf einem weißen Pferd, ist gekrönt, hat einen Bogen und ist ein siegreicher Eroberer. Das ist der Antichrist. Es erinnert an Jesus Christus, der in Kapitel 19 beschrieben wird, wenn er aus dem Himmel kommt, auf einem weißen Pferd, gekrönt und siegreich. Aber es ist eben nicht Jesus Christus, sondern der Antichrist.
Und Antichrist heißt eben nicht nur, dass er gegen Christus ist, sondern auch: anstelle von Christus. Der Antichrist ist der, der sich ausgibt, er sei der Messias. Er wird in Israel auftreten und mit dem kommenden Diktator von Europa befreundet sein. Er wird sogar sein Propagandaminister werden, und die Massen in Israel und auch in Europa, im Abendland kann man sagen, wird er verführen.
Ein zweiter Reiter kommt mit einem riesigen Schwert und richtet ein furchtbares Blutbad an. Ein dritter Reiter auf einem schwarzen Pferd hat eine Waage, und er bringt Hungersnot. Wir haben damals ausgerechnet, was die Preisangabe dort bedeutet: Etwa ein Liter Weizen kostet so viel, wie ein Arbeiter pro Tag verdient, einen Denar. Das heißt also, dass das Kilo Mehl, grob gesagt Weizenmehl, das bei Aldi einen Euro kostet, dem Tageslohn eines Arbeiters entsprechen würde. Das tut sehr weh, wenn die Wirtschaft so einbricht.
Dann kommt der vierte Reiter, das ist der Tod selbst, und er bringt Verderben, Tod für ein Viertel der Menschheit. Also unglaublich, so wird es dort beschrieben.

Die Märtyrer und die Erschütterung des Kosmos

Und ganz wichtig: Wenn der Antichrist kommt, dann haben wir das erste Gericht. Aber eben erst, nachdem die Gemeinde entrückt ist. Die Gemeinde wird dem Antichristen hier nicht mehr begegnen, jedenfalls nicht in der Weise, dass man wissen wird: Das ist der Antichrist. Er wird erst, wenn der Heilige Geist mit der Gemeinde weg ist, geoffenbart werden, sagt 2. Thessalonicher 2.
Vielleicht könnte man ihm schon einmal irgendwo im Einkaufszentrum begegnen, aber niemand könnte wissen: Das ist er, ja?
Und dann bringt das zweite Pferd die Katastrophe. Die Sicherheit bricht zusammen, also massenweises Abschlachten. Das wird die Massen in Europa dazu führen, dass sie bereit sind, auf Demokratie zu verzichten und dem starken Mann die Türen zu öffnen. Und natürlich auch dieser wirtschaftliche Einbruch, ein Euro Tageslohn, das wird die Leute dazu bringen: Wir brauchen einen starken Mann, der uns aus dem Schlamassel reißt.
Und dann kommen Siegel fünf und sechs, aber es ist bereits Zeit für eine Pause und dafür, dass unser Gehirn ein bisschen auslüftet. Wir fahren jetzt weiter mit Siegel fünf und sechs.
Beim fünften Siegel sieht Johannes die Seelen von Märtyrern am Fuß des Brandopferaltars im Himmel, nicht wahr? Das Blut im Alten Testament symbolisiert das Leben, die Seele. Und darum werden hier die Seelen der Märtyrer im Himmel am Fuß des Altars gesehen. Da mussten die Priester jeweils das Blut der Opfer ausgießen.
Und hier sehen wir also, dass viele, die gläubig werden, aus dem Überrest Israels, aus dem Überrest aus den Nationen, den Märtyrertod erleiden werden. Johannes sieht die Seelen bereits im himmlischen Tempel, das heißt im Haus des Vaters, nach Johannes 14. Und sie sind bei vollem Bewusstsein, und sie beten und bitten Gott um Rache für ihren Mord.
Da sehen wir: Das ist nicht mehr die Zeit der Gemeinde. Wir leben heute in der Zeit der Gnade, und ich hoffe, dass es hier niemanden gibt, der um Rache bittet für seine Feinde. Aber nach der Entrückung kommt die Zeit des Gerichts, und dann ist dieses Gebet eben im Zusammenhang der Zeit des Gerichts angebracht. Da sieht man auch, wie wichtig es ist, dass man die Gemeinde nicht in die Zeit der Gerichte hinein projiziert. Das ist etwas anderes.
Und das Schöne ist zu sehen: Diese Verstorbenen sind bei vollem Bewusstsein im Himmel, auch ohne Körper. Die Seele ist bei Bewusstsein, weiß, was vorher gewesen war, und sie können beten. Und diesen Seelen werden dann weiße Gewänder gegeben, also Priestergewänder, und es wird ihnen gesagt, sie sollen warten, bis auch noch weitere dasselbe erleben werden wie sie.
Beim sechsten Siegel kommt es zu einer furchtbaren Erschütterung und zu Sternen, die vom Himmel fallen. Das meint Asteroiden, die vom Himmel herabfallen. So wird es eine Katastrophe geben, und zwar verbunden mit einer Erschütterung im Universum. Die Bibel sagt, dass Gott den Himmel, das Weltall, ausdehnt, was man auch in der modernen Astronomie heute behauptet: dass sich das Weltall ausdehnt. Aber das konnte man schon immer aus der Bibel wissen.
Hier bei diesem Siegel wird gesagt, dass das Weltall wieder zusammengerollt wird. Das heißt: Das sich ausdehnende Weltall erfährt einen Rückschlag, sodass es sich wieder zusammenzieht bei diesem sechsten Siegel. Und es gibt ein Erdbeben, das die ganze Erde erschüttert. Die Menschen fliehen in die Berge und bitten die Berge, sie sollen auf sie fallen und sie verbergen vor dem Tag des Zornes. Der Ausdruck der Tag des Zornes, der große Tag seines Zornes, ist in der Bibel der Begriff für die große Drangsal. Also realisieren sie: Jetzt ist diese Zeit gekommen.
Und tatsächlich, mit dem siebten Siegel, das dann gleich als Nächstes folgt, haben wir biblisch die Zeit seines Zornes, den Tag des Herrn, die große Drangsal. Und so kann man sich das vorstellen, wenn diese Sterne vom Himmel fallen, wie auf diesem Bild. Das ist ja eines dieser großen Katastrophenszenarien, die in den säkularen Filmen immer wieder gebracht werden, ja. Und man kann sagen: korrekt, das wird kommen, aber echt, nicht nur im Kino.

Der Engel mit dem Büchlein und die Versiegelung Israels

Dann folgt eben dieser Einschub in Kapitel sieben. Da sieht Johannes einen anderen Engel. Und Angelos heißt ja einfach Bote. Wir haben damals gesehen: Immer wenn in der Offenbarung für sich von dem anderen Engel gesprochen wird, dann ist das dasselbe wie der Engel des Herrn im Alten Testament. Dieser ist Gott selbst, genauer gesagt der Sohn Gottes, gesandt vom Vater. Also nicht ein geschaffener Engel, sondern der Engel des Herrn ist der ewige Gott.
Und da sieht Johannes den anderen Engel, der die 144 aus Israel versiegelt. Das sind also 144 Israelis, die nach der Entrückung zum Glauben an den Messias kommen. Sie werden eine ganz besonders wichtige Rolle als Zeugen Gottes spielen. Heute hat die Gemeinde das Zeugnis, aber die Gemeinde muss bei der Entrückung gehen. Dann wird Israel wieder neu das Zeugnis tragen, so wie es schon im Alten Testament war.
Auch das zeigt: Die Gemeinde muss gehen, damit Israel wieder auf den Plan kommt, wie Römer 9 bis 11 erklärt. Jetzt ist Israel auf der Wartebank, aber der Moment kommt, wo Israel wieder eingesetzt wird, und das ist in dieser Zeit. Die 144 sind nur die Vorhut. Sie werden die Erstlingsfrucht genannt, das heißt die Vorernte in Offenbarung 14. Und in der Drangsal selbst wird ein Drittel von Israel zum Glauben kommen und diesen Überrest Israels aus dem Land bilden, Sacharja 13,8.
Dieser geheimnisvolle Bote kommt ihm dann auch später vor, in Kapitel 8, als Priester am goldenen Altar. Und noch später, in Kapitel 10, kommt er vor als König. Er setzt einen Fuß auf den Ozean und den anderen auf das Festland und brüllt wie ein Löwe. Also ist das einer, der Macht beansprucht über die ganze Erde. Das ist der Löwe aus dem Stamm Juda.
Und später, in Offenbarung 18, erscheint noch einmal dieser andere Engel, und zwar als Prophet, der den Untergang Babylons verkündet. So fassen wir zusammen: Dieser andere Engel ist König, Priester und Prophet. Er versiegelt, wie gesagt, die 144. Damit werden sie als Gotteseigentum ganz speziell markiert.
Und dann seht ihr in Kapitel 7,9-17 die unzählbare Schar aus allen Völkern. Da sieht Johannes sie am Ende der Drangsal, nach der Drangsal. Alle haben Palmenwedel und gehen in den Tempel des tausendjährigen Reiches. Das ist der Hesekiel-Tempel.

Die Posaunengerichte und ihre kosmischen Folgen

In Offenbarung 8 geht es weiter, nach diesem Einschub, mit Siegel Nummer sieben: eine halbe Stunde Stille im Himmel. Das ist die Ruhe vor dem Sturm.
Dann sieht Johannes Jesus Christus, den Hohen Priester, neben diesen anderen Boten am goldenen Altar. Er gibt Kraft mit dem Räucherwerk, das er verbrennt, den Gebeten der Gläubigen auf der Erde.
Der Herr Jesus hat ja gesagt in Matthäus 24, für den gläubigen Überrest aus Israel: Sie sollen beten, dass vor der großen Drangsal ihre Flucht auf die Berge nicht an einem Sabbat stattfindet und auch nicht im Winter. Und dieser gläubige Überrest wird wissen: Oh, jetzt wird es heiß. Und die werden beten, und der Herr Jesus fügt gewissermaßen das Rauchwerk, das von seiner persönlichen Herrlichkeit spricht, den Gebeten hinzu. So kommen diese Gebete mit der Würde des Sohnes Gottes vor Gott, um erhört zu werden.
Da wird eben das goldene Räucherfass auch speziell erwähnt. Dann sieht Johannes die Engel mit den sieben Posaunen. Wie diese Posaunen aussehen, das wissen wir sehr genau vom Titusbogen in Rom. Dort sieht man ja Kriegsgefangene nach dem Jahr 70 nach Christus in Rom, wie sie Tempelschätze, wie hier den siebenarmigen Leuchter, Teile des Schaubrotisches und auch die Posaunen durch die Straßen tragen.
Darum wissen wir, dass das also Posaunen sein konnten von etwa 1,80 Meter Länge, aus Silber, ohne Ventile. So eine Art wie Alphörner in der Schweiz. Da hat man auch keine Ventile, da macht man alles nur mit Überblasen. Und wir wissen auch, wie so das Signal ungefähr getönt hat im Tempel, wie man geblasen hat, damit man sich etwas vorstellen kann unter diesen Posaunen in der Offenbarung.
Die Signale sind immer: Es gibt zwei hebräische Ausdrücke. Der eine heißt Stossen, Lärmblasen und Stossen. Also Stossen ist so das Lärmblasen, und dann nochmals Stossen, zusammen geht das.
Das, was im Tempel von Gnade sprach, wird hier zum Gegenteil, zum Fluch für die Menschen.

Die ersten vier Posaunen

Bei den Posaunen ist es auch so: zuerst eine Vierergruppe und dann drei. Daran sieht man sofort, dass die letzten drei Posaunen, die sogenannten Wehe-Posaunen, eine Gruppe für sich sind.
Bei den ersten vier ist es so: Die erste Posaune betrifft das Festland, die zweite die Ozeane, die dritte Posaune betrifft Quellen und Flüsse, und die vierte die Himmelskörper. Wir werden sehen, dass es bei den sieben Schalen genau gleich ist. Diese vier ersten Schalen betreffen Festland, Ozeane, Quellen und Flüsse sowie die Himmelskörper. So haben wir also diese Gruppe von vier.
Bei der ersten Posaune heißt es, ich lese nochmals vor: Und der erste posaunte, und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte. Auch da wieder eine Katastrophe vom Weltall her, und die Konsequenz ist eine ökologische Katastrophe. Ein Drittel der Wälder wird zerstört.
Dann kommt Posaune Nummer zwei: Und wie ein großer, mit Feuer brennender Berg wurde ins Meer geworfen. Und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, und es starb der dritte Teil der Geschöpfe, welche im Meer waren und Leben hatten. Und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört.
Jetzt kann man sich fragen: Was ist dieser wie ein brennender Berg? Ist das auch wieder ein Asteroid? Aber es ist so: Bei der Posaune Nummer drei kommt ein Asteroid, und zwar ein riesiger. Dort steht nämlich in Vers 10: Und der dritte Engel posaunte, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme usw. Aber hier, wie ein brennender Berg, das ist kein Stern vom Himmel. Darum könnte man sehr gut an einen Supervulkan denken. So Endzeitszenarien.
Es ist so: Supervulkane sind etwas ganz anderes als ein normaler Vulkan. Ein normaler Vulkan speit aus einem Berg. Aber Supervulkane können ganz ebene Gebiete sein, wie zum Beispiel der Yellowstone Park. Das ist ein Supervulkan. Und wenn der explodieren würde, wäre ein Vulkan gar nichts daneben. Das wäre eine Katastrophe, die die ganze Erde betreffen würde, also wie eine Unzahl von Atombomben.
Auch in Italien gibt es einen solchen Supervulkan. Und wenn der explodiert, dann haben wir wirklich Massen von Erde und Gestein, wie ein Berg, der mit Feuer brennt und dann ins Meer fällt. Das so illustriert die Katastrophe. Und die Katastrophe ist eben, dass ein Drittel der Ökologie der Weltmeere zerstört wird.
Und dann, wie gesagt, ein schrecklicher Asteroid, also einer dieser irrenden großen Steinblöcke. Die können so groß sein wie ein Haus oder zum Beispiel auch kleiner. Aber es gibt auch solche, die können einen Kilometer Durchmesser haben. Wenn solche die Erde treffen, ist das eine unvorstellbare Katastrophe. Dadurch werden dann speziell eben nicht die Meere, sondern in diesem Fall die Flüsse und Quellen betroffen.
Die vierte Posaune bringt einen Lichtverlust bei Sternen, bei der Sonne und beim Mond von einem Drittel. Was das auch für klimatische Auswirkungen hat, das ist wirklich unabsehbar.

Die Wehe-Posaunen und die dämonischen Mächte

Und dann kommen wir zur ersten Wehe-Posaune in Offenbarung 9. Das ist Posaune Nummer fünf. Und da lese ich Kapitel 9: Der fünfte Engel posaunte, und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war.
Man muss gut lesen. Das ist nicht wie bei einer dritten Posaune, da sieht er einen Stern vom Himmel fallen, ja, aber hier sieht er einen Stern, der schon hinabgefallen ist. Und von diesem Stern wird nachher gesagt, dass er auf Hebräisch Abaddon heißt, Verderben, und auf Griechisch Apollon, Verderber. Das ist der Satan, der in Jesaja 14,12 genannt wird, der Morgenstern, der vom Himmel gefallen ist, als er sein wollte wie Gott. Also dieser Gestürzte, dieser gefallene Stern, das ist der Teufel.
Und dann heißt es von ihm: Und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrundes gegeben. Abgrund, das ist griechisch abyssos. Das ist der Ort, wo diese Engel, die schon vor der Sintflut sexuelle Verbindung eingegangen sind mit Menschen, mit Frauen, gebunden wurden. In 2. Petrus 2 wird dieser Ort Tartarus genannt. Und auch der Judasbrief spricht von diesen Engeln, die Hurerei begangen haben und die Schöpfungsordnung durchbrochen haben. Die sind gebunden dort unten.
Und der Abyssos wird auch erwähnt, denn in Kapitel 20 wird der Teufel während des tausendjährigen Reiches dort gebunden werden. Aber eben: Bis heute ist er nicht gebunden, und alle Dämonen, die frei herum ihr böses Werk tun, sind nicht dort. Denn die haben eben damals diese Sünde nicht begangen, vor der Sintflut und auch nach der Sintflut, sagt Mose in 1. Mose 6.
Also auch Goliath und seine Brüder und die Kinder Enak, eben all diese Riesen in Kanaan, das waren solche Zwitterwesen, die durch diese Verbindung entstanden sind. Also, der Teufel bekommt den Schlüssel zum Abgrund und öffnete den Schlund des Abgrundes, und ein Rauch stieg auf aus dem Schlund wie der Rauch eines großen Ofens. Die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauch des Schlundes, und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde, und es wurde ihnen Gewalt gegeben, wie die Skorpione der Erde Gewalt haben, und sie plagen die Menschen.
Das sind also dämonische Wesen, die jahrtausendelang nichts mehr tun konnten. Und die werden für eine kurze Zeit freigelassen, und in dieser kurzen Zeit werden sie ihre Bosheit aufs Schlimmste, aufs Übelste ausleben. Und sie wollen die Menschen nicht töten, denn wenn sie tot sind, können sie sie nicht mehr quälen. Darum heißt es, der Tod flieht vor diesen Menschen. Die möchten sterben, aber sie können es nicht, und sie werden fünf Monate lang so gequält durch diese Art Dämonen.
Dann kommen wir zur nächsten Posaune, Kapitel 9,13-21. Da heißt es in Vers 15, ich lese Vers 13: Und der sechste Engel posaunte, und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, welche an dem großen Strom Euphrat gebunden sind! Und die vier Engel wurden gelöst, welche bereitet waren auf Stunde und Tag und Monat und Jahr, auf dass sie den dritten Teil der Menschen töteten.
Also wir sehen: Eine Stimme geht aus von den Hörnern des Altars im Himmel, und das bringt diese nächste Katastrophe. Es ist wirklich, kann man sagen, der Kampf des himmlischen Tempels gegen die Erde. Und zwar erfährt Johannes: Das sind vier Engel, die sind am Euphrat gebunden. Das sind auch Dämonen, aber sie sind nicht gebunden im Abyssos unten, sondern sie sind gebunden am Euphrat. Die können nichts tun, aber sie sind dort gehalten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Und wenn sie gelöst werden, dann kommt die Katastrophe. Ein Drittel der Menschheit wird ums Leben kommen.
Also da geht es um Größenordnungen nach den heutigen Zahlen der Menschheit von Milliarden. Und der Euphrat: Dort muss unser Blick hingerichtet werden. Der Euphrat entspringt, wie auch der Tigris, in der heutigen Türkei. Der Euphrat fließt durch Syrien und dann durch Irak. An diesem Fluss sind diese vier Engel gebunden, und wenn die frei werden, dann wird durch Krieg ein Drittel der Menschheit getötet werden. Also von dort geht es aus. Und die Blicke der Welt sind schon heute auf dieses Gebiet gerichtet. Das wird also eine ganz wesentliche Rolle spielen, dieses Gebiet des Euphrat.
Und zwar werden dann Abermillionen von Soldaten gesehen, in Vers 16. Das heißt: Die Heere der Welt schlechthin gehen aufeinander los und vernichten ein Drittel der Menschheit. Und was da beschrieben wird, das sind eigentlich moderne Waffen. Johannes beschreibt die Kriegspferde der Zukunft von ihm aus gesehen so: Und also sah ich die Rosse in dem Gesicht, und die auf ihnen saßen, und sie hatten feurige und hyazinthene und schweflige Panzer, und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorgehen. Denn die Gewalt der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen, denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen; sie haben Köpfe, und mit ihnen beschädigen sie.
Also eine eindrückliche Beschreibung von modernen Waffen, die so zur Vernichtung eines großen Teils der Menschheit beitragen werden.

Der König, das geöffnete Büchlein und das Geheimnis Gottes

Und dann kommt der Einschub Nummer vier: Johannes sieht wieder den anderen Engel, der Macht beansprucht über den ganzen Planeten, mit einem Fuß auf dem Meer und dem anderen auf dem Festland. Das ist eben dieser geheimnisvolle Bote, der die 144 versiegelt hat, der als Priester, als Hoher Priester am goldenen Räucheraltar wirkte. Das ist der, der als Prophet den Untergang Babylons verkündigen wird.
Hier sehen wir ihn als König. Und es wird gesagt in 10,3: „Er brüllt wie ein Löwe, und er hält in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein.“ Nun, das ist genau der Gegensatz zum Buch mit den sieben Siegeln. Das ist ein Buch, hier ist es ein Büchlein. Das Buch mit den sieben Siegeln ist ein verschlossenes Buch, siebenfach verschlossen. Aber das hier hat kein Siegel, es ist offen.
Das Buch mit den sieben Siegeln hat eben enthüllt, was Gott genau plant nach der Entdrückung. Und zwar werden hier die Dinge noch in der Bibel ergänzt, die im Alten Testament nie mitgeteilt worden waren. Aber jetzt wird das in der Offenbarung mitgeteilt. Das geöffnete Büchlein aber handelt von Prophetie, die schon lange bekannt war im Alten Testament.
Aber warum ein Büchlein? Weil hier der Fokus der Prophetie zusammengezogen wird. Da geht es nicht mehr um die ganze Welt, nicht um ein Drittel der Menschheit, die umkommt, oder bei Siegel Nummer vier um Tod und Verderben über ein Viertel der Menschheit. Nein, hier wird der Fokus auf die Stadt Jerusalem zusammengezogen. Darum ist es ein Büchlein.
Und es wird dann weiter gesagt in diesen Versen: Das Geheimnis Gottes wird dann vollendet werden, wenn das alles erfüllt ist. Das Geheimnis Gottes ist in den Paulusbriefen die Gemeinde, die im Alten Testament nicht geoffenbart war. Aber gerade in dem Geheimnis seines Willens, in Epheser 1,9, wird eben gesagt, dass die Gemeinde dann mit Christus herrschen wird im tausendjährigen Reich. Und darum wird dann im tausendjährigen Reich das Geheimnis vollendet sein und zur vollen Erfüllung gelangen.

Der dritte Tempel, die zwei Zeugen und die Bundeslade

In Offenbarung 11 sieht Johannes dann den dritten Tempel, der wieder in Jerusalem gebaut wird. Er sieht auch, dass er während der Drangsalszeit, also 42 Monate lang, das heißt dreieinhalb Jahre, von den Heiden zertreten werden wird.
Ja, denn der König des Nordens, das ist in der Prophetie das Gebiet von Libanon, Syrien bis nach Pakistan, wird Israel überrennen. Das Ziel ist, den Tempelberg mit dem kommenden dritten Tempel zurückzuerobern.
Dann wird in Offenbarung 11 weiter erklärt, dass während der ersten dreieinhalb Jahre, also während 1260 Tagen, zwei Zeugen in Jerusalem auftreten werden. Diese werden die Kennzeichen von Mose tragen, der Wasser in Blut verwandelte, und von Elija, der den Himmel verschließen konnte und seine Feinde mit Feuer vernichten konnte.
Das Gesetz, die Tora, und die Propheten, Elija, sie legen ein machtvolles Zeugnis ab. Das sind zwei aus den hundertvierzigtausend, die so das Zeugnis ablegen werden.
Am Schluss dieses Kapitels sieht Johannes den himmlischen Tempel geöffnet, und er sieht die Bundeslade. Warum die Bundeslade? Nun, der Herr Jesus hat ja nach Hebräer 9 sein eigenes Blut nach der Erlösung am Kreuz in den Himmel hineingebracht und ist so vor Gott erschienen. Er hat es auf die Bundeslade im Himmel getan. Damit hat er den neuen Bund begründet.
Und Gott wird nach Jeremia 31,31 einen neuen Bund mit Israel schließen. Gott gedenkt hier daran, dass er einen neuen Bund für Israel versprochen hat. Und darum wird er, wenn es um Jerusalem und um das Land Israel geht, all seiner Versprechen für Israel gedenken und Israel durch diese schreckliche Zeit hindurchbringen.

Israel als Frau, der Drache und der Sturz Satans

Das führt uns zu Offenbarung 12, wo Johannes Israel als eine Frau mit zwölf Sternen auf ihrem Haupt sieht. Sie ist mit der Sonne bekleidet, und der Mond ist unter ihren Füßen. Das hat, by the way, nebenbei gesagt, nichts mit dem 23. September zu tun. Vergessen wir das. Es stimmt nicht einmal das mit den zwölf Sternen. Astronomisch ist das ein Märchen, das immer wieder durchs Internet geht.
Bleiben wir bei der Bibel: Das ist Israel, die zwölf Sterne stehen für die zwölf Stämme. Diese Frau sieht Johannes in Geburtswehen, und sie gebiert den Messias. Das ist ein Flashback. Er sieht Israel, diese Nation, die den Messias hervorgebracht hat. Dann sieht er den feuerroten Drachen, den Teufel mit sieben Köpfen, und der will das Kind direkt nach der Geburt verschlingen. Das ist beim Kindermord von Bethlehem geschehen.
Aber das Kind wird bewahrt. Schließlich heißt es, dass diese Frau in die Wüste flieht und dort dreieinhalb Jahre, also 1260 Tage, von Gott versorgt wird. Da haben wir das Phänomen der Zeitrückung. Wir sehen Israel in der Vergangenheit, wie es den Messias hervorbringt, und dieser wird dann zum Thron Gottes entrückt. Das ist die Himmelfahrt. Also haben wir hier das Kommen des Messias und seine Himmelfahrt. Dann kommt diese Rückung in die Endzeit. Da sieht Johannes Israel, den gläubigen Überrest, die 144.000. Sie werden während der Drangsal in die Wüste nach Moab, nach Jordanien, fliehen und dort dreieinhalb Jahre von Gott versorgt werden.
Und Kapitel 12 sagt auch: Das ist dann der Moment, wo der Satan definitiv aus dem Himmel hinausgeworfen wird. Er bekommt keinen Zugang mehr, so wie noch im Buch Hiob. Dort kommt er zum Thron Gottes und klagt Hiob an. Und der Teufel klagt die Gläubigen bis heute an. Aber dann wird er definitiv, und zwar durch den Engel Michael und seine Engel, aus dem Himmel herabgeworfen.
Dann lesen wir: Der Teufel weiß, dass er nur noch kurze Zeit hat. Er weiß das, was wir auch aus der Bibel wissen: dreieinhalb Jahre, und dann ist es fertig. Und darum wütet er so. Das wird die große Drangsal auslösen.

Das Tier aus dem Meer, der falsche Prophet und die Zahl 666

In Offenbarung zwölf sehen wir also den Satan, dargestellt als ein Drache, ein roter Drache mit sieben Köpfen. Aber das führt uns gleich zu Offenbarung 13. Dort sieht Johannes nochmals ein Tier mit sieben Köpfen, das aus dem Abgrund heraufsteigt. Das ist das wiedererstandene römische Reich der Endzeit.
Also: Europa, das früher als römisches Reich geeint war, muss in der Endzeit wieder geeint werden. Dann wird hier dieses Tier beschrieben, auch als eine einzelne Person. Der kommende Diktator wird also Europa, den Westen, als Diktator anführen. Er ist in seiner Person dieses Tier aus dem Meer.
In der zweiten Hälfte sieht Johannes ein anderes Tier, das wie ein Lamm aus der Erde heraufsteigt. Das ist der Antichrist, der sich ausgibt als das Lamm Gottes. Er wird der Propagandaminister des Diktators des wiedererstandenen römischen Reiches sein. Er wird in der Lage sein, Feuer vom Himmel herabzuholen. Das, was im Alten Testament bei Elia der Beweis für den wahren Gott war, wird er benutzen, um die Menschen zu verführen.
Und während Götzenbilder einen Mund haben und nicht sprechen können, macht er ein Götzenbild, das seinen Freund, den Diktator von Europa, darstellt. Dieses Bild kann sprechen und verlangt, dass jeder getötet wird, der das Bild nicht anbetet. Also wird der kommende Führer sich anbeten lassen.
Und der Antichrist wird bewirken, dass das Bargeld abgeschafft wird. Alle müssen sich ein Zeichen geben lassen auf die rechte Hand oder auf die Stirn. Da muss die Zahl 666 drauf sein oder die Buchstaben des Namens des Diktators. Nur so kann man kaufen oder verkaufen. Das System ist heute bereits mit Chips fertig. Bargeld ist von den großen Banken nicht mehr erwünscht, alles läuft kontrolliert ab. Aber indem man diese Zahl 666 annimmt, sagt man: Ich bin bereit, den Führer göttlich zu verehren. Und wer das nicht kann, der ist ruiniert.
Was ist die Zahl des Tieres, die Zahl des Namens? Hier haben wir den Namen Jesus, und die Zahl dieses Namens ist 888. Denn jeder griechische Buchstabe hat einen Zahlenwert, und wenn man sie alle als Quersumme zusammenrechnet, wie hier, ergibt das 888. Und jetzt sehen wir den Gegensatz: Der kommende Führer, sein Name, ergibt die Quersumme 666. Sechs ist unter sieben und ist das Symbol für Bosheit und Sündhaftigkeit, für Unvollkommenheit. Jesus Christus ist nicht nur einfach vollkommen, sondern er ist über allen Maßstäben der Vollkommenheit. Darum acht, und zwar dreimal: 888.

Das Lamm auf dem Zion und die Ernte der Erde

In Offenbarung 14, das ist immer noch ein Einschub, sieht Johannes am Ende der Drangsal die 144 auf dem Berg Zion, auf dem Tempelberg. Sie kommen zurück aus der Wüste in Moab, und Jesus, das Lamm Gottes, ist zusammen mit ihnen auf dem Tempelberg. Es heißt, dass sie den Namen des Lammes an ihrer Stirn tragen.
Gerade nachdem von 666 die Rede war, kommt jetzt der Name des Lammes auf der Stirn. Das ist 888.
Dann wird erklärt, dass während der großen Drangsal, also in der Zeit, in der niemand wirken kann, in der Nacht, da niemand wirken kann, ein Engel das ewige Evangelium verkündigen wird. Und zwar allen Stämmen, Völkern und Sprachen. Er wird sie aufrufen, den Schöpfergott anzubeten und zu ihm umzukehren. Dieser Schöpfergott richtet jetzt als Richter über die Erde.
Engel sind nicht dazu eingesetzt, Evangelisten zu sein, sondern Menschen. Aber in diesen dreieinhalb Jahren wird es eine Ausnahme geben, wenn der Engel das ewige Evangelium vom Himmel her verkündigt.
Es wird dann kurz gesagt: Jetzt ist Babylon gefallen. Aber es wird nicht erklärt, was das ist. Es wird gesagt, dass alle, die das Tier anbeten, ewig im Feuersee gerichtet werden. Von den Vertieren wird gesagt, dass sie zur Ruhe kommen von all ihren Werken.
Dann wird das Gericht über die Welt als eine Getreideernte beschrieben. Bei der Ernte wird ja das gute Korn eingesammelt, und der Rest wird verbrannt. So wird eben die Ernte eine Ernte sein, die trennt: Der Überrest aus Israel und den Völkern wird für Gott geerntet, und der Rest kommt unter das Gericht Gottes.
Dann wird die Traubenernte beschrieben. Das ist die vernichtende Ernte, da wird alles zertreten. Das wird dort in Zusammenhang gebracht mit dem Land Israel, das in der großen Drangsal unter ein völliges, furchtbares Gericht kommen wird.

Die Schalen des Zorns und der Fall Babylons

In Offenbarung 15 sieht Johannes plötzlich die Engel mit den sieben Schalen. In diesem Einschub erfahren wir: Jetzt kommen wir zur letzten Phase.
Aber noch davor sieht er gläubige Überwinder am himmlischen Meer, und sie singen auf Harfen das Lied des Mose, 5. Mose 32, und das Lied des Lammes, 2. Mose 16. Das sind die Lieder, die man früher im Tempel immer am Sabbat sang. Ja, und so steht es ja im Hebräerbrief: Also gibt es noch eine Sabbatruhe für das Volk Gottes.
Diese Menschen haben über die Zahl seines Namens gesiegt. Sie weigern sich also, dieses System zu akzeptieren. Nicht, weil sie gegen Technik sind, ja, das ist etwas anderes, sondern weil sie gegen Götzendienst sind. Und wir haben auch das Bild nicht angebetet, und darum mussten sie sterben. Aber da im Himmel kommen sie in die himmlische Sabbatruhe und können das Lied des Lammes singen und Gottes Treue in seinen Wegen rühmen.
Und dann sieht Johannes die Engel mit den Opferschalen. Das sind schreckliche Schläge. Er sieht zuerst die erste Viergruppe: Sie betreffen Erde, Meer, Flüsse, Quellen und Himmelskörper.
Die erste Schale wird ausgegossen, und es brechen furchtbare Blattern aus an den Menschen. Man könnte denken, das ist ja gar nicht so schrecklich. Ja, das hätte man auch damals denken können, weil sie ihn plagen, als die Zauberer von Pharao plötzlich diese Leiden hatten. Aber dann schämten sie sich so, und von da an verschwinden sie.
Und hier wird die ganze Boshaftigkeit des Menschen plötzlich offenbar werden. Heute versuchen die Menschen zum Beispiel durch Political Correctness, ihre Boshaftigkeit so zu bemänteln, als wären sie gerecht. Aber dann werden die Blattern ausbrechen, und man kann das nicht mehr zudecken mit sogenannter Political Correctness, sondern die ganze Bosheit wird allen offenbar werden.
Die zweite Schale kommt auf das Meer, und es wird zu Blut. Die dritte auf die Flüsse, und sie werden zu Blut. Die vierte auf die Sonne, und sie beginnt so zu brennen, dass die Menschen sich verbrennen. Und dann kann man vom Klimawandel sprechen.
Und die fünfte Schale bringt eine tiefe Finsternis über das Reich des Tieres. Dann wird plötzlich klar werden: Das ist alles nur Betrug gewesen. Diese ganze Großtuerei des Tieres und des Antichristen, das war alles nur Betrug.
Und dann kommt die sechste Schale auf den Euphrat, und da wird der Weg bereitet für die Könige vom Sonnenaufgang. Der Euphrat trocknet aus. Wer sind die Könige vom Sonnenaufgang? Es steht nicht China, Japan, Indien usw. Aber es gibt einige mächtige Nationen, die dann noch in die letzte Phase eintreten werden.
Dann kommt ein kurzer Einschub: Die Heere des Römischen Reiches, also von Europa, werden versammelt nach Harmagedon, in dieser riesigen Ebene in Nordisrael. Weil das Römische Reich eben verbündet sein wird mit dem Antichristen, müssen sie Israel und dem Antichristen Militärhilfe leisten, und darum kommen sie nach Harmagedon.
Und dann die siebte Schale: ein Erdbeben, und zwar das schlimmste Erdbeben der Menschheitsgeschichte. Alle Städte der Welt werden dann zusammenbrechen. Und so wird der Weg bereitet sein für den König.

Die Hure Babylon und der Gegensatz zur Braut

Der König kommt, aber bevor er kommt, gibt es in der Beschreibung noch einen Einschub in Offenbarung 17 und 18. Dort wird die Hure Babylon beschrieben. Wir haben damals gesehen, dass die Beschreibung im Detail genau auf die römisch-katholische Kirche passt. Sie hat weltweit Hurerei und Götzendienst mit den Königen der Erde getrieben, und die Welt ist durch diese Irrlehren betrunken und benebelt worden.
Sie wird beschrieben als die Hure, als eine Reiterin auf dem Tier. Jahrhundertelang hat die Kirche von Rom das römische Reich beherrscht, das Heilige Römische Reich deutscher Nation beherrscht und geführt, Könige eingesetzt und Könige abgesetzt. Sie ist der Gegensatz zum neuen Jerusalem, der Braut des Lammes. Das ist die wahre Kirche, bestehend aus den wahren Gläubigen.
Ein Engel der sieben Schalen führt Johannes in die Wüste und zeigt ihm die Hure Babylon. Später wird ein solcher Engel Johannes auf einen Berg führen und ihm das neue Jerusalem zeigen. Wir haben hier also einen Kontrast zwischen der wahren Kirche und der falschen Kirche.
Von dieser Kirche Babylon wird gesagt, dass sie auf sieben Hügeln sitzt. Rom ist die Siebenhügelstadt. Es wird gesagt, sie sei die grosse Stadt, die das Königtum über die Könige der Erde hat. Das ist Rom.
Jetzt mache ich einen kleinen Sprung, denn wir sollten zum Ende kommen. Es wird weiter von ihr gesagt, dass sie mit Scharlach und rotem Purpur bekleidet ist. Das sind genau die Farben des Klerus. Sie ist behängt mit Gold, Edelsteinen und Perlen. Und sie hat in der Hand einen goldenen Becher voll Gräuel. Das ist in der Bibel ein Ausdruck für Götzendienst. Das ist dieser Kultus, der in Wirklichkeit Götzendienst ist, denn da wird ein Brot als Gott angebetet.
Ja, das ist das Geheimnis Babylon. So wie es ein Geheimnis war, ist auch die wahre Kirche ein Geheimnis. Und die falsche Kirche ist ebenfalls ein Geheimnis, und sie wird nirgends im Alten Testament beschrieben. Von dieser Hure heisst es, sie sei betrunken vom Blut der Heiligen. Hunderttausende von treuen Zeugen sind in der Kirchengeschichte durch sie umgebracht worden.
Jetzt überspringe ich auch ein bisschen. Schliesslich wird gesagt, dass die zehn Mitarbeiter des kommenden Diktators die Hure hassen und sie verbrennen werden. Das heisst, diese Kirche wird von Europa zerstört werden. Europa hasst sie, aber die ganze Zeit kokettiert Europa mit Rom. Damit ist das Wirtschaftssystem aber noch nicht kaputt.
In Kapitel 18 wird Babylon als Wirtschaftsmacht und nicht als religiöse Macht in den Vordergrund gestellt. Und es ist so: Der Vatikan ist eine der reichsten Organisationen der Welt, eine der grössten Wertpapierbesitzerinnen der Welt. Und Gott sagt in Offenbarung 18 zu seinem Volk in Vers 4: Geht aus ihr hinaus, mein Volk. Also Gott sieht alle wahren Gläubigen im System. Wir müssen gut unterscheiden zwischen dem System und den wahren Gläubigen, die zu Gottes Volk gehören. Luther war bekehrt, ein Kind Gottes, bevor er draussen war. Er hat die Gnade Gottes im System entdeckt und Vorlesungen gehalten über die Gnade Gottes und den Galaterbrief. Aber es kam der Moment, wo er hinaus musste. Und so ruft Gott sein grosses Volk auf: Geht aus ihr hinaus, mein Volk!
Dann beschreibt Kapitel 18, wie schliesslich die Wirtschaftsmacht am Ende der Drangsalzeit zusammenkrachen wird, wie ein Mühlstein im Meer versenkt wird. Dann werden die Könige der Erde weinen. Sobald es ums Geld geht, dann weinen sie.

Das Halleluja, die Wiederkunft und das Gericht der Lebendigen

Und in Offenbarung 19 kommt dann das große Halleluja. Das, was bei Händel zwischendrin kommt, in seinem Werk, das große Halleluja, das große Halleluja: Gott kommt zum Ziel.
Zuerst wird dann die Hochzeit des Lammes im Himmel beschrieben. Die wahren Gläubigen der Gemeinde aus allen Kirchen und eben auch aus Babylon werden im Himmel dann heiraten. Der Messias wird sich mit der Gemeinde als himmlisches Volk verbinden.
Und dann kommt die Wiederkunft Christi. Jesus kommt auf einem weißen Pferd aus dem Himmel, und alle Gläubigen begleiten ihn ebenfalls auf weißen Pferden. Die Feinde werden vernichtet, und die Leichname werden das große Mahl der Vögel, der Geier, gefressen werden.
Und dann stehen das Tier und der falsche Prophet in Hamagedon, werden ergriffen werden. Und ohne dass sie vor einem Tribunal gerichtet werden, werden sie in den Feuersee geworfen.

Das tausendjährige Reich, der letzte Aufstand und das Endgericht

In Offenbarung 20 sehen wir dann, dass ein Engel den Schlüssel zum Abgrund und eine Kette bekommt. Er bindet den Satan und schließt ihn im Abyssos ein.
Die Menschen, die übrigbleiben, werden vor dem Gerichtsthron von Jesus Christus erscheinen. Das ist das Gericht der Lebendigen. Die Märtyrer aus der Gerichtszeit werden dann auferstehen; sie werden nichts verpassen. Die Auferstehung hat insgesamt vier Phasen, die Auferstehung zum Leben.
Jesus Christus wird nach Offenbarung 20 tausend Jahre in Frieden über die ganze Erde herrschen. Er wird alle Probleme der Welt lösen, und zwar von Jerusalem aus. Am Schluss des Tausendjährigen Reiches wird der Teufel noch einmal für kurze Zeit aus dem Abyssos losgelassen. Er wird weltweit verführen, und zwar solche, die geboren werden, von dem Überrest aus allen Völkern, der ins Tausendjährige Reich eingehen wird, und von dem Überrest aus Israel. Manche werden sich eben nicht bekehren, auch wenn alles klar ist. Sie werden sich verführen lassen zu einer letzten Rebellion gegen die geheiligte Stadt Jerusalem.
Feuer vom Himmel wird diesen Aufstand, Gog und Magog genannt, vernichten. Dann wird der Teufel seinen letzten Abgang in Raten erleben. Er wird in den Feuersee geworfen werden. Danach wird Jesus Christus auf dem großen weißen Thron sitzen. Himmel und Erde entfliehen vor ihm, das ganze Weltall wird aufgelöst. Alle Menschen ab Kain, alle Ungläubigen, die bis dahin noch nicht auferstanden sind, weil sie nicht zu diesen vier Phasen der ersten Auferstehung gehören, werden auferstehen. Sie werden nach ihren Werken gerichtet werden, und das Buch des Lebens wird ihnen gezeigt werden. Wenn ihr Name nicht darin ist, werden sie in den Feuersee geworfen.
Gott hat alle Menschen in dieses Buch eingeschrieben. Wer sich in seinem Leben nicht bekehrt, wird gelöscht. Darum werden sie aus eigener Schuld in den Feuersee kommen.

Der neue Himmel, die neue Erde und der Abschluss der Schrift

Und Offenbarung 21 beschreibt dann, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Die Gemeinde wird dann als das neue Jerusalem herabkommen. Der Feuersee wird jedoch eine Realität bleiben, und zwar für die Ewigkeit.
Dann hatten wir ganz ausführlich die Edelsteine des neuen Jerusalems zusammen studiert. Das kann ich so im Schnellgang durchgehen, also zwei Stunden in ein paar Sekunden. Der Computer macht es möglich, und wir kommen zu Kapitel 22, wo eben der Thron Gottes beschrieben wird und das Wasser, die Quelle lebendigen Wassers.
Und schließlich haben wir letztes Mal gesehen: Die Bibel ist abgeschlossen. Jesus Christus sagt: Wer jetzt zu diesem Buch noch etwas hinzufügt, diesem Buch, das die Bibel abrundet, dem wird Gott von den Plagen hinzufügen.
Und der letzte Vers des Wortes Gottes sagt: Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen. Amen.

Schlussgebet

Ja, das war so der Versuch einer Gesamtschau von 22 Kapiteln in eineinhalb Stunden, mit leichter Überzeit. Verzeihung!
Wollen wir noch zusammen beten?
Herr Jesus, wir danken dir, dass du über allem stehst. Gott und Vater, wir preisen dich, dass der Thron im Himmel fest ist, dass du auf dem Plan bist und dass alles dir untertan ist.
Wir danken dir, dass du uns diese Pläne geoffenbart hast und dass wir daran Anteil haben dürfen. Wir danken dir, dass wir in diesem Buch die Herrlichkeit des Herrn Jesus sehen dürfen, der deine Freude war von Ewigkeit her. Er war der Verworfene in dieser Welt und bis heute der Verworfene.
Aber wir haben uns auf seine Seite gestellt, und wir freuen uns darüber, dass wir, weil wir auf der Seite des Abgelehnten stehen, auch einmal auf der Seite stehen werden, wenn er den ersten Platz einnehmen wird auf dieser Erde und alle diese Herrlichkeit mit ihm teilen.
Und, Herr Jesus, wir danken dir, dass wir warten dürfen, bis du kommst. Wir möchten dich jeden Tag erwarten und beten: Herr Jesus, komm! Amen!

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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