Zum Inhalt

Woher weiß ich, dass ich Gottes Kind bin?

Wir betrachten den Römerbrief, Teil 33/33
25.01.2026Römer 8,16
SERIE - Teil 33 / 33Wir betrachten den Römerbrief
Bist du dir sicher, dass du ein Kind Gottes bist? Diese Predigt zeigt, wie der Heilige Geist uns innerlich und durch die Bibel Gewissheit schenkt: durch kindliche Liebe zum Vater, Hunger nach Gottes Nähe und den Wunsch, Sünde abzulegen. Zweifel sind normal, doch Gottes Liebe trennt uns niemals. Wie kannst du diese himmlische Familie wirklich kennenlernen und sicher dazugehören?

Schönen guten Morgen, liebe Gemeinde!

Ich grüße auch alle, die sich an den Geräten eingeschaltet haben, und besonders die Täuflinge. Was für ein Fest, heute wieder zu hören, was Gott in eurem Leben getan hat und wie ihr den Schritt des Gehorsams in der Taufe geht.

Wir sind als Archegemeinde, wie ihr wisst, in der Predigtserie über den Römerbrief. Heute habe ich eine Hausaufgabe beziehungsweise vor zwei Wochen hat mein Vater mir eine Hausaufgabe gegeben. Wer sich an die Predigt erinnert, weiß, dass er gesagt hat: „Christian, beim nächsten Mal musst du diesen einen Vers nehmen.“ Und ich bin ein gehorsamer Sohn.

Deshalb heute ein Vers, kurz und bündig. Wir stehen noch einmal auf und lesen Römer 8,16:

„Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“

Noch einmal: „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Amen.

Nehmt gern Platz.

Die menschliche Sehnsucht nach Sicherheit und Gewissheit

Jeder Mensch braucht Sicherheit. Wir benötigen die Gewissheit, dass das Essen, das wir zu uns nehmen, nicht vergiftet ist. Wenn du in ein Flugzeug steigst, möchtest du sicher sein, dass der Pilot wirklich eine Lizenz hat.

Nicht nur in alltäglichen Dingen brauchen wir diese Gewissheit, um angstfrei und sorgenlos durchs Leben zu gehen, sondern auch in unserem geistlichen Leben. Auch du als Kind Gottes brauchst eine solche Gewissheit. Eine Sicherheit, zum Beispiel: Ja, ich gehöre Jesus, ich bin ein Kind Gottes.

Dieses Thema steht im Mittelpunkt von Kapitel 8 des Römerbriefes. Paulus endet in Vers 38 mit dem Ausruf: "Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes." Hier klingt eine absolute Sicherheit durch.

Dennoch kann es sein, dass Kinder Gottes zweifeln. Unser Vers sagt jedoch: Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.

Persönliche Erfahrungen mit innerer Gewissheit

Ich erinnere mich an meine Kindheit. Ab einem gewissen Alter begann ich zu grübeln, ob ich denn wirklich das Kind meiner Eltern bin. Vielleicht hast du dir diese Frage in deiner Kindheit auch gestellt. Wer sagt mir denn, dass man mich im Krankenhaus nicht vertauscht hat? Oder vielleicht bin ich auch nur adoptiert, und die Eltern, die ich kenne, sind gar nicht meine wirklichen Eltern.

Ich erinnere mich, wie diese quälenden Gedanken mein damals kleines Herz ganz durcheinander brachten. Also ging ich zu meiner Mama, um nachzufragen. „Mama, im Krankenhaus werden doch manchmal Babys vertauscht, oder?“ Ich suchte nach Gewissheit, dass ich wirklich das Kind meiner Eltern bin.

Meine Mama verstand sehr schnell, denn sie kannte ihren Jungen. Sie spürte, was mich beschäftigte, und bestätigte meinem schwachen inneren Zeugnis, dass ich ihr Sohn bin. Da waren die Beschreibungen, wie ich bei der Geburt aussah, ihr Bericht und ihre feste Überzeugung, dass sie mich im Krankenhaus keine Sekunde aus den Augen gelassen hat.

Dann zeigte sie mir auch noch Fotos: der kleine Christian mit vollem schwarzen Haar. Ich erkannte mich auf dem Bild und war mir sicher: Mama hat Recht, ich bin das Kind meiner Eltern. Ihr Herz bezeugte meinem Herzen, dass ich das Kind meiner Eltern bin, und das brachte mir Frieden in dieser Angelegenheit.

Gottes Wunsch nach Gewissheit für seine Kinder

Gott möchte, dass seine Kinder wissen, dass sie seine Kinder sind. Kein irdischer Vater hätte Freude daran, sein Kind darüber im Unklaren zu lassen – auch dein himmlischer Vater nicht. Er will dir Sicherheit geben.

Wie tut er das? Unser Vers sagt es: Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.

Hier haben wir also zum einen den Geist Gottes und zum anderen unseren Geist. Wir sehen das innere Zeugnis unseres Geistes und das objektive äußere Zeugnis des Heiligen Geistes. Diese beiden Zeugnisse wirken gemeinsam.

Das innere Zeugnis des Geistes

Schauen wir uns zunächst das innere Zeugnis an, und zwar zuerst das innere Zeugnis des Geistes. Der Heilige Geist schenkt den Gläubigen eine innere Gewissheit. Die Bibel sagt in 1. Johannes 5,10: Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das Zeugnis in sich selbst. Dieses innere Zeugnis gibt uns die Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind.

Wir können dann mit Hiob rufen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Wir können mit Johannes sagen: „Wir wissen, dass wir aus Gott sind.“ Unser Herz darf sich unseres Glaubens gewiss sein, und dieses innere Zeugnis zeigt sich auf verschiedene Weise.

Zum einen durch kindliche Liebe zu unserem Vater. Kurz vorher, in Vers 15, schreibt Paulus: „Ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, indem wir rufen: Abba, Vater!“ Wenn wir verstehen, dass wir einst Knechte waren – und wie Paulus im selben Vers schreibt, voller Furcht –, aber nun durch den Glauben an Christus als Söhne und Erben in Gottes Familie aufgenommen wurden, dann macht das etwas mit uns. Das lässt uns nicht kalt, sondern berührt auch unsere Gefühle und Emotionen.

Im Laufe unserer Nachfolge verstehen wir mehr und mehr, dass es keinen höheren Stand im Leben gibt, als Söhne Gottes zu sein. Alles, was in unserem Leben passiert, betrachten wir nun durch diese Linse: Ich bin ein Kind Gottes, ich bin Kind des Höchsten. Ob Bruder oder Schwester in Christus, geistlich gesehen sind wir Söhne Gottes und somit vollwertige Erben, wie wir vor zwei Wochen gehört haben.

Alle Leiden, alle Schwierigkeiten, alle Kämpfe, durch die wir gehen, bekommen eine ganz neue Bedeutung, wenn uns bewusst wird: Ich bin Gottes Kind. Mein Vater im Himmel meint es immer gut mit mir. Wir sind Söhne Gottes. Ja, er korrigiert, er erzieht, aber mit allem verfolgt er eine gute Absicht. Er bereitet mich zu, er trainiert mich, und alles geschieht zu meinem Besten.

Weil ich sein Kind bin, brauche ich mich nicht mehr zu fürchten wie damals, als ich noch Knecht war. Ich habe eine innige Beziehung durch Jesus Christus zu meinem Vater, sodass ich rufen kann: „Abba, Vater!“ Das ist das innere Zeugnis, das dein Herz durch den Heiligen Geist gewirkt empfindet. Ich verstehe: Ich bin nicht mehr Knecht, sondern Kind. Durch diese Linse schaue ich alles an, was in meinem Leben geschieht.

Wenn ich im Gebet vor seinen Thron komme, dann bete ich durch das innere Zeugnis des Heiligen Geistes und weiß: Gott, du bist mein Vater. Herr, ich komme zu dir als dein Kind. Diese kindliche Zuneigung hätten wir niemals ohne den Geist der Sohnschaft.

Ein Prediger erzählte, wie er nach einer Predigt zum Thema Heilsgewissheit schwer angefochten war. Er war Gastredner und saß bei der einladenden Gemeinde, beim Pastor zuhause, nach der Predigt am Tisch. Er fragte den Pastor: „Bruder, woher kann ich sicher wissen, dass ich Gottes Kind bin?“ Der Pastor fragte zurück: „Hast du denn Jesus lieb?“ Die Antwort lautete: „Ja, ich liebe ihn doch so sehr.“ Der Pastor sagte dann: „Ja, dann bist du mit Sicherheit ein Gotteskind.“ Und die Zweifel verschwanden.

Es war das innere Zeugnis der Kindschaft Gottes. Es erinnert an Johannes 21, wo Jesus dreimal Simon Jona fragt: „Hast du mich lieb?“ Und jedes Mal kam die Antwort: „Du weißt, Herr, dass ich dich lieb habe.“ Jedes Mal sprach Jesus bestätigend zu ihm: „Weide meine Lämmer“, „Hüte meine Schafe“, „Weide meine Schafe.“ Jesus sagt damit zu Simon: Ja, du gehörst zu mir, du bist ein Kind Gottes. Freue dich und diene mir.

Also, das innere Zeugnis zeigt sich:
a) Wir haben eine kindliche Liebe. Hast du diese kindliche Liebe?
b) Wir haben auch Hunger nach der Gegenwart Gottes.

Sowohl das Empfinden, Kind Gottes zu sein, als auch der Hunger nach Gott sind nicht immer konstant, aber doch vorhanden. Je länger du mit Gott lebst, desto mehr bekommst du ein Gespür dafür, dass die Dinge dieser Welt dich nicht zufriedenstellen. Sie lassen dich leer zurück.

Was früher eine größere Rolle bei dir spielte, spielt heute eine geringere Rolle. Die Anerkennung bei Menschen, deine Karriere, der Wohlstand – all das füllt dein Herz nicht mehr wirklich aus. Du triffst dich mit Freunden, mit Kumpels, vielleicht mit Nachbarn, die nicht mit Gott leben, und das Gespräch dreht sich schon wieder nur um Geld, Urlaub, Wetter und Bier. Du sitzt da und spürst: Das kann nicht alles sein.

Du gehst nach Hause, betest und rufst: „Herr, ich brauche dich, alles andere füllt mich nicht aus.“ Du erkennst neu: „Herr, vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, bei dir findet meine Seele Erfüllung.“ Das Verlangen nach Gott und nach seiner Nähe ist durch den Heiligen Geist gewirkt, sodass sein Geist deinem Geist Zeugnis ablegt, dass du ein Kind Gottes bist. Du hast Sehnsucht nach ihm und suchst die Fülle des Lebens bei Gott.

Das Londoner baptistische Glaubensbekenntnis von 1689 drückt es in Kapitel 18 so aus: Diese Gewissheit ist nicht nur eine mutmaßliche und wahrscheinliche Überzeugung, die auf einer fehlbaren Hoffnung beruht, sondern eine unfehlbare Glaubensgewissheit, die sich auf das Zeugnis des Geistes der Kindschaft gründet. Dieser Geist gibt zusammen mit unserem Geist Zeugnis, dass wir Kinder Gottes sind.

Dieses innere Zeugnis drückt sich durch kindliche Liebe aus und durch einen Hunger nach der Gegenwart Gottes.

c) Dieses innere Zeugnis schenkt dir auch Trost und Frieden.

Es gibt dunkle Zeiten, auch für die Nachfolger Jesu, und doch werden wir in diesen Zeiten getröstet. Ein Bruder, der momentan durch eine äußerst schwere Zeit geht, schrieb mir kürzlich nach einer Predigt: „Ich durfte neu erkennen, dass das Kissen der Vorsehung und Souveränität Gottes mich zu jeder Zeit und überall begleitet. Ich kann seinem Plan voll und ganz vertrauen und dadurch zur Ruhe kommen.“

Es ist dieser Moment, in dem der Geist Gottes unserem Geist und zusammen mit unserem Geist Zeugnis ablegt, dass wir Kinder Gottes sind. Trost im Leid, Frieden im Sturm. Der Heilige Geist füllt unsere Herzen, und wenn du das erlebst, kannst du gewiss sein: Ich gehöre zu Jesus.

Jesus sagt: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ Auch die ersten Christen spürten diesen Frieden. Apostelgeschichte 9 berichtet: So hatte denn die Gemeinde durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurde erbaut, wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch den Trost des Heiligen Geistes.

Das ist das innere Zeugnis: Ich habe eine kindliche Liebe, die ruft „Abba, Vater!“ Ich habe Hunger nach Gemeinschaft mit Gott, und ich habe Trost und Frieden, auch im Sturm.

Die Schwankungen des inneren Zeugnisses und die Notwendigkeit des objektiven Zeugnisses

Ja, aber dieses innere Zeugnis kann schwanken. Vielleicht sitzt du gerade jetzt hier und sagst: Na ja, ich spüre momentan gar nichts von der Gegenwart Gottes. Ich bin so unten. Wo ist er? Ich habe nicht beständig diesen Hunger nach seiner Gegenwart, kindliche Liebe mal mehr, mal weniger.

Wir fühlen nicht immer Trost und Frieden, besonders nicht an schweren Tagen. Deshalb müssen unsere Erfahrungen und auch Empfindungen, die durch die Punkte, die ich eben nannte, durchaus real sind, durch weitere biblische Beweise und Belege begleitet werden.

Denn wenn wir uns nur auf unser Herz verlassen, dann stellen wir fest: Es ist trügerisch und überaus bösartig. Wer kann es ergründen? Deswegen schickt uns Gott auch – und das ist der zweite Punkt – das objektive Zeugnis des Heiligen Geistes.

Wie heißt es in unserem Vers: „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Der Geist selbst ist der Heilige Geist. Es ist Gott, der Heilige Geist, der in unserem Herzen bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind. Er steigt herab, kommt zu dir und bezeugt gemeinsam mit deinem Geist: Du bist Kind Gottes.

Dieser Heilige Geist arbeitet immer gemeinschaftlich mit einem Buch. Wir können sagen: Ein Buch, das er geschrieben hat, ist die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Inspiriert durch den Heiligen Geist wurde es verfasst.

Und wir können sagen: Selbst wenn unsere Empfindungen manchmal schwanken, obwohl sie wichtig sind – absolut –, haben wir hier aber eine Urkunde, eine Geburtsurkunde. Meine Mama zeigte mir damals ein Foto und überzeugte mich. Ich war noch klein und unkritisch.

Heutzutage hätte man sagen können, man kann ja irgendein Foto zeigen. Meine Mama erzählte mir, wie es war, und ich habe es geglaubt. Zwei Jahre später hätte ich wieder in Zweifel kommen können. Aber als ich meine Frau kennenlernte und zum Standesamt wollte, da brauchte ich etwas: eine Geburtsurkunde.

Ich ging wieder zu Mama, weil sie die Dokumente verwahrt. Mein Vater ist da nicht ganz so – ihr versteht, was ich meine. Spaß, Spaß wird rausgeschnitten aus der Fernsehsendung. Der Kameramann macht schon den Daumen hoch dahinten, der Lutz. Ja, ja.

Und was holt Mama? Mama holt die Geburtsurkunde. Da steht schwarz auf weiß: Wolfgang Christian Wegert – das bin ich. Das wusstet ihr nicht, ne? Ja, nein, oh, oh, ja doch. Sohn von Wolfgang Wegert und von Gertrud Wegert, geboren am…

Dokument, Stempel drauf, Siegel drauf, nichts mehr an Zweifel. Nicht, dass ich dem Zeugnis meiner Mutter vorher nicht geglaubt habe, nein, das war schon so. Aber sollte irgendein Zweifel aufkommen, da gibt es noch ein objektives Dokument, das es dir bestätigt.

Und jetzt ist die Frage: Was mache ich mit der Bestätigung dieses Dokumentes? Ich glaube dem Dokument. Amen.

Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du bringst mich doch zum Ziel, auch durch die Nacht. Ich glaube dir, Herr, ich glaube deinem Dokument, ich glaube deinem Wort. Und das ist es, was der Heilige Geist macht: Er führt dich zum Wort.

Und wie du mit dem Wort jetzt umgehst, legt Zeugnis ab, ob du ein Kind Gottes bist oder nicht. Denn auch hier…

Geistliches Verständnis als Zeichen der Kindschaft

Ein Kind Gottes hat geistliches Verständnis. Der Geist führt dich zur Schrift. Während ein Fremder, ein Knecht oder ein ohne Gott Lebender von diesem Wort nichts aufnimmt, weil es ihm eine Torheit ist, versteht das Kind Gottes die Sprache seines Vaters. Für einen Ungläubigen ist das Wort wie ein Buch mit sieben Siegeln, doch du hörst als Kind Gottes die Stimme deines Vaters.

Vielleicht verstehst du nicht alles umfassend oder nur in Teilen, aber du neigst dein Ohr zu ihm und sagst: „Herr, Vater, sprich zu mir.“ Dem Ungläubigen hat der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet, sodass ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi nicht aufleuchtet.

Jesus sagt über die Kinder Gottes: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.“ Es sind Schafe, die den Hirten hören. Was er in seinem Wort sagt, folgen sie, ganz gleich, ob sie etwas fühlen oder nicht. Sie sind gewiss Kinder des Höchsten. Ihr Hören und Folgen legt Zeugnis davon ab, dass sie im Heil sind.

Jesus sagt weiter über diese Schafe, die hören und folgen: „Ich gebe ihnen ewiges Leben.“ Hör mal, das ist jetzt die Geburtsurkunde. Er sagt: „Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

„Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins.“ Du hörst, du folgst, und du bist sicher. Kannst du Amen sagen? Und wenn du es im Herzen sagst, genügt das schon.

Schafe, die den Hirten hören und ihm folgen, ganz gleich, was sie fühlen, sind sicher Kinder des Höchsten. Ihr Hören und Folgen legt Zeugnis über ihre Heilsgewissheit ab.

Der verlorene Mensch hat kein geistliches Verständnis. Aber das Kind Gottes versteht die Worte der Bibel, weil der Heilige Geist die Gedanken erleuchtet. Wenn du kein Kind Gottes wärst, hätte der Herr dich in deinem unerlösten Zustand belassen. Du hättest das helle Licht des Evangeliums nicht gesehen.

Doch er hat dein Herz mit dem Heiligen Geist versiegelt. Du liebst und schätzt sein Wort. Du bist sein.

Ein weiteres objektives Zeugnis des Heiligen Geistes ist: Du hörst und glaubst seinem Wort, und du legst mehr und mehr die Sünde ab. Denn der Heilige Geist bezeugt deinem Geist, dass du Kind Gottes bist, indem du die Taten des Leibes tötest, wie Paulus es sagt.

In Vers 13 schreibt Paulus: „Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“ Dieses Töten der Taten des Leibes bedeutet, dass wir der Sünde keinen Raum geben in uns, sondern sie ablegen. Wir legen den alten Menschen immer wieder neu ab.

Wir umarmen die Sünde nicht und verharren nicht in ihr. Wenn wir Gottes Gebot übertreten haben, überkommt uns eine Betrübnis, und wir sagen: „Herr, vergib mir.“

Paulus verbindet dieses Töten der Taten des Leibes unmittelbar mit Vers 14: „Alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“

Diese, die durch den Geist geleitet werden, töten die Taten des Leibes. Das heißt, Kinder Gottes, die durch den Geist geleitet werden, sind der Sünde gegenüber nicht gleichgültig.

Das ist auch ein Kennzeichen, selbst wenn du nicht in vollkommener Heiligung lebst. Auch wenn du über manche Sünde strauchelst und stolperst, wirst du doch nicht von ihr beherrscht.

Kinder Gottes sind auf dem Weg der Veränderung ihres Charakters. Sie werden immer mehr in das Bild Jesu verwandelt.

Deshalb die Frage: Möchtest du dem Herrn gehorsam leben? Hast du den Wunsch, ihn zu ehren? Möchtest du die Sünde ablegen und in der Heiligung zunehmen? Dann zeugt das davon, dass du ein Kind Gottes bist.

Nun schaust du dich an und siehst dein Versagen der vergangenen Woche. Schon flüstert der Teufel dir ins Ohr, noch während du diese Predigt hörst: „Siehst du, erinnerst du dich nicht, was du getan hast, was du gedacht hast, und willst du ein Kind Gottes sein?“

Wenn eine Betrübnis über deine Sünde in dir ist, dann hast du ein Herz, das den Herrn um Vergebung bittet. Du rufst: „Vater, hilf mir, hilf mir, Herr, in meiner Schwachheit.“

Du sagst es nicht nur, sondern rufst es aus der Tiefe deines Herzens: „Herr, du kennst mich, ich will dir folgen.“ Das kannst du nur sagen, weil du ein Kind Gottes bist.

Für dich und dein Versagen ist Christus gestorben. Er hat den Schuldbrief zerrissen, der mit seinen Forderungen gegen dich stand. Er hat ihn ans Kreuz genagelt.

Nun gibt der Geist selbst deinem Geist Zeugnis, dass du Kind Gottes bist.

Die Zielgruppe der Predigt und der Ruf zum Glauben

Unser Predigttext heute Morgen richtet sich in erster Linie an Kinder Gottes. Das spüren wir bereits. Wir haben verstanden, dass Gott möchte, dass du gewiss bist über dein Heil. Wäre das nicht so, wäre die Nachfolge eine harte Sache. Wenn ich ständig zweifle, ob er mein Vater ist oder nicht, ob meine Sünden vergeben sind oder nicht, dann wäre das Leben als Christ sehr belastend.

Die Bibel lehrt die Gewissheit des Glaubens – zum Wohl deiner Seele, zur Ehre Gottes und damit du Frieden hast. Wir haben die Kennzeichen besprochen. Diese Predigt richtet sich in erster Linie an die Kinder Gottes. Zum Schluss möchte ich jedoch nicht enden, ohne auch ein Wort an diejenigen zu richten, die Jesus noch nicht folgen.

Du hast jetzt diese Predigt gehört und musst fairerweise zugeben: Wenn ich mir diese Kategorien anschaue, dann bin ich wahrscheinlich kein Kind Gottes. Vielleicht hast du gedacht, du wärst es. Für dich ist das ein Prüfstein. Christlich sozialisiert im christlichen Abendland, Mitglied einer der großen Kirchen – das passt, dachtest du. Aber die innere Beziehung zu Jesus, zu Gott als deinem Vater, Christus als deinem Erlöser, kennst du persönlich nicht.

Liebe zum Vater, Hunger nach der Gegenwart Gottes, Trost und Frieden im Leid, ein offenes Herz für Gottes Wort, ein innerer Kampf gegen die Sünde – das hast du nie gehört, das ist dir nicht bekannt. Doch irgendwie ist etwas in deinem Herzen passiert. Du bist berührt, vielleicht durch die Lieder, die hier gesungen wurden, durch diesen Text aus der Bibel.

Vielleicht fragst du dich nun: Was muss ich tun, damit auch ich ein Kind Gottes werde? Gibt es einen Weg in diese himmlische Familie hinein? Die gute Botschaft heute Morgen für dich lautet: Ja, den Weg gibt es. Die Bibel sagt es in Johannes 1,12-13: Allen, die ihn aufnahmen, gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden.

Wie denn? Was heißt das, ihn aufnehmen? Der Satz geht weiter: „Denen, die an seinen Namen glauben.“ Das ist die Antwort. Das ist der Eingang in die Familie Gottes: Glaube an den Namen Jesus Christus. Glaube daran, dass er, der Sohn Gottes, für deine Sünden auf diese Erde kam. Glaube daran, dass er ein Leben ohne Schuld führte und freiwillig für dich am Kreuz starb.

Er starb für deine Schuld und damit wurde der gerechte Zorn Gottes befriedigt. Die Liebe Gottes wird in diesem Handeln sichtbar: Der eingeborene Sohn gibt sein Leben für Sünder her. Wenn du glaubst, dass das für dich geschehen ist, wirst du Busse tun über deine Schuld und sagen: „Herr, vergib mir!“ Dann bist du aufgenommen in die Familie Gottes.

Dann zieht der Heilige Geist bei dir ein. Er wird zusammen mit deinem Geist bezeugen: „Ich bin ein Kind Gottes.“ Das wünsche ich dir von Herzen. Und allen Angefochtenen, den Gläubigen, die immer wieder in Zweifel kommen, möchte der Heilige Geist heute neu Gewissheit schenken: Wir sind Kinder des Höchsten. Amen!

Herr, so bitten wir, bewirke das in beide Richtungen. Was für ein Elend ist es, wenn wir nie sicher sind! Welche Furcht überkommt uns, wenn wir diese Sorge haben: Wird es reichen, dass wir bei dir ankommen? Ich bitte dich, Herr, dass du deinen Kindern, die jetzt in dieser Anfechtung und Ungewissheit sind, neu ins Herz brennst, dass sie mit Paulus rufen können: „Ich bin gewiss, dass nichts mich scheiden kann von der Liebe Gottes.“

Herr, meine schwachen Worte können das nicht vollbringen. Das kannst nur du durch deinen Heiligen Geist und durch dein unfehlbares Wort. Von Herzen bitte ich dich auch für Hörer dieser Predigt, die an dem Punkt angelangt sind, wo sie sagen: „Ich würde auch gerne zur Familie Gottes gehören.“ Ich bete darum, Herr, dass du ihre Herzen mit diesem Glauben überflutest und durchflutest.

Dass sie sehen: Christus ist auch für mich gekommen. Dass sie umkehren und sagen: „Herr, hilf mir!“ und rufen: „Aber Vater!“ Das kann nur dein Geist wirken. Ich bitte dich, dass du es jetzt tust. Amen.