Warnung vor Überforderung im Ehrenamt
Wir alle haben dich nur einmal, und es wäre schade um dich. Mach dich nicht zum Märtyrer deines Ehrenamts. Werde nicht zum Kalender-Kamikaze und sei kein Selbstoptimierungs-Selbstmordattentäter.
Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit. Wenn du zu viel machst, merkst du, dass es eine Grenze gibt. Kann es sein, dass du dich in deinem Ehrenamt verausgabst? Und woher weißt du, dass es zu viel ist?
Diese Gedanken haben in letzter Zeit mehrere Leute hier geteilt. Deshalb möchte ich jetzt auch kurz ein paar biblische Gedanken mit dir teilen, um dich hoffentlich in deinem Glaubensleben zu bereichern.
Schau dir dieses Video bis zum Ende an, denn dort habe ich etwas Besonderes für dich.
Und noch eine letzte Sache: Bevor du jetzt einen Hasskommentar schreibst – ja, die letzten waren so etwas wie „bibeltreuer Idiot“, „der Bart ist unmöglich“ oder „sein Lächeln grenzt an Körperverletzung“. Das hat mich fast zum Nachdenken gebracht.
Bevor du so etwas schreibst, überlege doch erst einmal, warum Leute sagen, was sie sagen, bevor du disqualifizierst, was sie sagen.
Die Bedeutung von Engagement aus biblischer Sicht
Zum Thema: Wusstest du, dass es nachweislich glücklich macht, anderen Menschen zu helfen?
Es ist zwar keine Heilsangelegenheit und auch keines der zehn Gebote, aber die Bibel ermutigt uns stark dazu, uns zu engagieren. Und zwar aus Mitmenschlichkeit und aus einem inneren Antrieb heraus, intrinsisch motiviert von dir selbst.
Lass uns gemeinsam einen kurzen Ausflug in die biblischen Schriften machen. Manche Stellen beziehen sich direkt auf das, was wir heute ehrenamtliches Engagement nennen würden. Andere beziehen sich auf finanzielle Spenden, was im Grunde dasselbe ist, denn mit Geld spenden wir letztlich Zeit – wenn auch auf Umwegen.
Im Neuen Testament lesen wir: „Gebiete den Reichen in dieser Welt...“ Und ganz ehrlich, machen wir uns nichts vor: Wir sind doch die Reichen in dieser Welt. Allein mit fließend warmem Wasser und der europäischen Gesundheitsversorgung sind wir reicher, als es sich Könige und Kaiser noch vor fünfhundert Jahren hätten träumen lassen.
Weiter heißt es in der Bibel: „Gebiete den Reichen in dieser Welt, dass sie nicht stolz seien und auch nicht hoffen auf unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen.“
Die Reichen, also du und ich, sollen reich werden an guten Werken, gerne geben und zum Teilen bereit sein. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem auch um unsere Zeit.
Im Gegensatz zu Millionen Menschen, die jede Stunde ihres wachen Tages arbeiten müssen, um zu überlegen, wie sie überleben, und die um jede Minute Tageslicht kämpfen, haben du und ich den unbeschreiblichen Luxus von Zeit.
Wir können Zeit spenden, und wir können Zeit einsetzen. Und das sollen wir auch, weißt du.
Biblische Aufforderung zu gutem Handeln und Teilen
Im Hebräerbrief heißt es: Gutes tun und mit anderen teilen – das vergesst nicht. Solche Opfer gefallen Gott.
Das bedeutet nicht, dass du dich engagieren sollst, um eine himmlische Belohnung zu erhalten. Das darf nicht das Motiv sein. Wenn sich jemand nur dadurch zu guten Taten motivieren lässt, dass er dafür belohnt wird, wäre das erbärmlich. Vielmehr sollen du und ich uns engagieren, weil es aus uns selbst herauskommt.
Es geht darum, nicht in einen Strudel zu geraten, in dem wir nur um uns selbst kreisen. Vielmehr sollte dir tief im Innern bewusst sein, dass du keine Insel bist. Du befindest dich in einem lebendigen Netz von anderen Menschen und bist umgeben von wechselseitigen Abhängigkeiten. Das ist nichts Schlechtes.
Wir sollen andere nicht durch unseren Segen ausnutzen – das ist glasklar. Im Gegenteil: Wir sollen das Gegenteil zeigen. Deshalb sei barmherzig, sei großzügig und gib gerne mehr, als du nimmst. Das ist das Geheimnis des Lebens: Es liegt im Geben.
Die Welt soll durch dich ein besserer Ort sein als ohne dich. Sie soll nach dir besser sein als vor dir, einfach weil du da warst.
Die Konsequenzen von verweigertem Geben
Schon im ersten Buch Samuel, Kapitel 25, lesen wir bei der Geschichte von Abigail und David, dass jemand, der materiellen Segen besitzt, diesen aber anderen verweigert, obwohl er es könnte, wörtlich als Nabal bezeichnet wird.
Nabal bedeutet auf Hebräisch „Idiota“ oder „Narr“. Dieser Begriff zeigt deutlich, wie negativ das Verhalten bewertet wird, wenn jemand hilfesuchenden Menschen an seiner Tür keinen Beistand leistet.
Das ist der entscheidende Punkt: Geben verändert alles, weil es dich selbst verändert. Das ist die eine Seite der Medaille.
Warnung vor Selbstüberforderung im Engagement
Die andere Seite der Medaille ist, dass ich als Berater über viele Jahre hinweg zu viele Menschen gesehen habe, die sich hals über Kopf in Aktionismus gestürzt haben. Dabei haben sie sich immer wieder selbst verbrannt – zeitlich, finanziell, energiemäßig, in ihren Beziehungen, spirituell, auf jede erdenkliche Weise.
Johannes der Täufer sagt: Wer zwei Gewänder hat, also mehr als er braucht – denn damals hatte man nur ein Gewand für sich selbst, ohne Ersatz –, der soll abgeben. Das ist wichtig.
In Levitikus 19 lesen wir: Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, dann dürft ihr den Rand eines Feldes nicht vollständig abernten und keine Nachlese eurer Ernte halten. Vielleicht denkst du jetzt: Was haben Agrargesetze vor dreitausend Jahren mit mir heute zu tun?
Nun, pass auf: So ist es später im Buch Rut geschehen, und das liest du auch bei Jesus. Es geht um diese überflüssige Ernte, die Ernte, die nicht unbedingt gebraucht wird. Sie ist entbehrlich, sonst wäre sie ja notwendig. Diese Ernte ist für einzelne Arme bestimmt.
Natürlich sollst du als Feldbesitzer für dich selbst ernten und deine Familie versorgen – ganz klar. Gleichzeitig gilt: Solange du noch die Wahl hast zwischen etwas Gutes zu tun oder den letzten zwei Prozent Gewinnmaximierung – und hier meine ich das im zeitlichen Sinne – dann wähle doch einfach, eine für dich erträgliche Kleinigkeit abzugeben. Sei es von deinem Geld oder von deiner Zeit, das ist doch alles gut.
Prinzip der freiwilligen und angemessenen Gabe
Und das ist wichtig, weil wir später in der Apostelgeschichte lesen, dass unter den Jüngern jeder gemäß seinem Können und Vermögen beschloss, eine Summe nach Judäa zu spenden. Das ergibt Sinn, denn jeder gab so, wie es ihm gutging.
Die ersten Christen spendeten nach ihren Möglichkeiten, nach ihrem Vermögen, aber nicht ihr ganzes Vermögen. Vor allem hatten sie zunächst freies Vermögen, freies Einkommen und freie Zeit zum Spenden. Es steht nicht, dass sie eine Steuer von den Armen, Weisen und Witwen ihrer Gemeinde forcierten. Nein, jeder, der konnte, gab, und zwar so viel, wie er konnte. Wörtlich heißt es im griechischen Text: „jeder gemäß seinem Können“. Ähnlich steht es auch in den Korintherbriefen, dass jeder so viel für Spenden zusammensparen soll, wie es ihm möglich ist.
Hier sieht man schon die Grenze, die gezogen wird: Was ist dir eigentlich möglich? Die erste Frage beim ehrenamtlichen Engagement ist immer, wie viel du geben kannst, ohne dich selbst in den Ruin zu treiben. Es steht geschrieben: So viel zu geben an Zeit und Geld — wir beziehen das hier kurz auf Zeit, weil es darum geht, wie du geben kannst — so viel, wie du freiwillig kannst.
Das Können ist bei der einen Neurologin vielleicht 20 Stunden, bei einem Bürokaufmann vielleicht nur 3 Stunden. Es ist besser, einen guten Ansatz zu haben, als sich hier zu Tode zu ruinieren. Das ergibt Sinn.
Es heißt immer wieder über die große internationale erste Kollekte der Christenheit, wie sie in den Korintherbriefen genannt wird: Jeder soll am ersten Tag der Woche etwas zurücklegen und so viel zusammensparen für die Spende, wie er kann. Wörtlich heißt es im griechischen Text: „Jeder so viel er einen guten Weg hat“ — damit ist einfach Erfolg gemeint. Das heißt, jeder soll so viel geben, wie er finanziell erfolgreich ist. Übersetzt auf Zeit: Jeder soll so viel Zeit geben, wie er Zeit übrig hat, nicht sich selbst ins eigene Fleisch schneiden. Das ist nicht gut.
So kann es durchaus sein, dass Einzelne mehr geben können als ganze Gruppen. Umgekehrt gibt es viele, die im Augenblick, zum Beispiel noch im Studium oder am Anfang ihres Jobs, nur einen Bruchteil von dem geben und spenden können, was anderen möglich ist – sowohl finanziell als auch zeittechnisch. Und das ist total okay.
Das ist wichtig, denn Gott liebt einen freudigen Geber. Nicht einen furchtsamen, nicht einen Gestressten, nicht eine Geberin, die nach der Kollekte im Gottesdienst einen Heulkrampf bekommt, weil sie die Nebenkostenabrechnung nicht bezahlen kann – so etwas habe ich einmal fast miterlebt. Du sollst nicht so viel geben, dass es dir schadet, sondern so viel, dass du nüchtern, rational und freudig geben kannst. Das ist das Entscheidende.
Du sollst freiwillig geben, auch Zeit freiwillig geben können, aus freiem Herzen. So heißt es im 1. Petrusbrief: „Nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern aus Herzensgrund.“
Schon beim allerersten Tempelvorgänger der Stiftshütte lesen wir, dass sie aus freiwilligen Gaben gebaut wurde. Die Vorbesitzer konnten diese Gaben gut und gerne weitergeben und abgeben.
So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben kann, und zwar freiwillig und nicht, weil die anderen es tun. Diese Komponente der Freiwilligkeit ist ganz wichtig. Sie soll keine Ausrede sein, um nichts zu tun, wenn du es nicht kannst. Vielmehr soll sie bedeuten: Tu es, weil Gott einen freudigen Geber liebt.
Zusammenfassung und Ermutigung zum achtsamen Engagement
Okay, das waren jetzt einige biblische Gedanken. Was ich dir damit sagen möchte, ist Folgendes: Abgesehen davon, wenn es darum geht, zu evangelisieren, zu missionieren und anderen von der guten Nachricht zu erzählen – also von dieser Ausnahme einmal abgesehen – möchte ich sagen: Mach dich nicht zum Märtyrer deines Ehrenamts. Werde nicht zum Kalender-Kamikaze und sei kein Selbstoptimierungs-Selbstmordattentäter.
Ein freudiger Geber hat Gott lieb. Das ist jemand, der so viel Zeit und Energie abgeben kann, dass er oder sie es gerne tut. Also tue es gern und aus eigenem Antrieb. Oder warte noch ein bisschen, das ist auch okay, bis du es wirklich kannst.
Dazu möchte ich dir gern etwas Ermutigung mitgeben, wie du besser auf dich aufpassen kannst. Denn das ist super wichtig: Wir alle haben dich nur einmal, und es wäre schade um dich.
Hinweis auf ergänzende Ressourcen zur Lebensgestaltung
Weißt du, vor zwei Jahren habe ich für dich ein Buch geschrieben, das wochenlang auf den Bestsellerlisten stand. Es trägt den etwas unglücklichen Titel „Geld – der biblische Ratgeber für Berufseinsteiger, Paare und Studenten“. Warum? Weil ganz häufig die verdrängten Lebensprobleme von Menschen später in Form von Geldproblemen wieder auftauchen.
Ich habe damals dieses Thema Geld als Ansatz genommen, um zu zeigen, wo du und ich unsere tieferen Lebensprobleme angehen und unser Leben aufräumen können. In diesem Buch, dessen Inhalte tausenden Menschen wie dir geholfen haben, geht es darum, dass du dein Leben nach biblischen Prinzipien gesünder und ausgeglichener führen kannst. Darum geht es.
Das Buch ist inzwischen zu einem tollen Preis erhältlich – es ist nämlich gratis. Ich verschenke das E-Book und das Hörbuch dazu, weil Versand in Corona-Zeiten schwierig ist. Außerdem möchte ich, dass du möglichst viele Menschen damit mutig, liebevoll und mit Kopf und Herz ermutigen kannst, auf biblischer Grundlage ein gesünderes Leben mit mehr Sinn zu leben und zu führen.
Klicke dafür einfach auf den Link in der Videobeschreibung und nimm es dir gratis mit. Es ist mein Geschenk an dich. Wir sehen uns im nächsten Video – ich freue mich auf dich.

