
27.11.2022
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Einstieg in die Frage nach Gnade und Leistung
Ich freue mich, euch am Wort Gottes dienen zu dürfen. Eigentlich hätte ich ganz gerne über den Advent gepredigt, aber dann habe ich gemerkt, dass es zeitlich gerade einfach nicht drin ist. Trotzdem hoffe ich, dass in der Botschaft etwas anklingt von dem, warum Jesus auf die Welt gekommen ist und warum es für uns wertvoll ist, dass wir uns daran erinnern dürfen.
Ich möchte aber mit etwas anderem anfangen. Ich würde es so sagen: Ich bin halbchristlich aufgewachsen. Das trifft es bei mir wahrscheinlich am ehesten. Mit dem Glauben kann man ja dann schon irgendetwas anfangen. Man hat irgendwie eine Ahnung: Ja, Jesus gibt es, Golgatha gibt es, Weihnachten gibt es, und andere Dinge auch.
Dann gab es aber einen Moment in meinem Leben, in dem ich in Sünde gefallen bin, was ich selbst nie gedacht hätte und mir vielleicht nie zugetraut hätte. Ich war schockiert. Gleichzeitig war das aber der Moment, der dann nicht sofort, aber im weiteren Verlauf wie nichts anderes mir bewusst gemacht hat, was es bedeutet, dass Jesus Christus für meine Schuld gestorben ist. Und dass ich selbst eben gerade nicht in der Lage bin, anständig zu leben. Dass ich selbst nicht in der Lage bin, das hinzubekommen, so zu leben, dass es Gott gefällt.
Und wenn man so einen Moment hat, dann, glaube ich, wird einem die Gnade über alles wichtig und zentral. Dann merkt man, dass Gott wirklich alles für einen getan hat und man selbst nichts tun kann.
Das Gewissen, das immer wieder anklopft
So, jetzt ist das viele, viele Jahre her, und ich erlebe in meinem Glaubensleben, dass trotzdem dieses Gewissen immer wieder bei mir anklopft. Und es sagt: Jetzt reiß dich doch mal zusammen und schau mal, dass du dein Leben so hinkriegst, wie Gott es gerne hätte. Und damit du Gott gefallen kannst, damit ich würdig für Gott bin, müsste ich doch noch etwas tun.
Das ist vielleicht gar nicht vom Kopf her der Fall bei mir. Da hätte ich jetzt die Hoffnung, dass die Theologie schon fest genug geklopft ist, sodass ich weiß: Nee, nee, ich muss da nichts tun, Gott hat alles getan. Aber in der Praxis und in dem, was ich mir so oft denke und was man vielleicht fühlt, steckt es doch irgendwo drin.
Und ich merke, dass ich ein bisschen empfänglich auch dafür bin, da jetzt mal Gas zu geben und zu versuchen, indem ich eben Dinge tue, vielleicht in Gemeinden, aber auch im praktischen Leben und Ähnlichem, anständig zu leben, in der Hoffnung, dass Gott mich doch dann ein bisschen mehr lieben würde, das mal so deutlich ausgedrückt. Und ich bin da unheimlich schnell dabei.
Und ich bin davon überzeugt, dass einige hier sitzen, denen es ähnlich geht. Die haben irgendwo erkannt: Ja, Jesus ist für mich gestorben, und das ist die Grundlage, warum ich gerettet werde. Und es ist vielleicht tief verankert, auch in deinen Erinnerungen. Aber trotzdem klopft dieses Gewissen bei dir immer wieder mal an. Du müsstest doch noch was tun.
Wenn Frömmigkeit zur neuen Last wird
Und es kann ganz Verschiedenes passieren. Es kann auf der einen Seite so sein: Halte alle Gottesdienstzeiten ein, leb so, wie man es als Christ erwartet, trag die richtige Kleidung – jetzt mal ganz provokant gesagt – dann passe ich schon.
Es kann aber auch sein, dass du möglichst liebevoll und nett sein musst, damit es passt. Dann bist du richtig unterwegs, dann würde Gott dich mehr lieben. Und vielleicht bist du sogar empfänglich für Menschen, die dir ein bisschen Regeln aufdrücken wollen, weil es dir irgendwie eine Struktur gibt, eine Ordnung in deinem Leben. Und du könntest dich dann daran festklammern, dass es in deinem Leben schon passen wird und vor Gott doch schon richtig klappen müsste.
Vielleicht bist du empfänglich dafür, dass sich alles nur noch um Heiligung dreht, was ein wichtiges Thema ist, aber Gnade nicht mehr vorkommt. Und vielleicht bist du sogar empfänglich dafür, dass du nur bestimmte Traditionen einhalten musst, und dann passt es schon.
Ich weiß nicht, wie deine Biografie ist. Ich weiß aber, dass einige hier sitzen, die auch aus Gemeinderichtungen kommen, wo genau das das Thema ist. Solange du, ich überspitze jetzt, in der richtigen Kleidung in allen Gottesdiensten da sitzt, dein Vokabular passt und du dich mit den richtigen Leuten umgibst, dann bist du ein echter Christ.
Und das macht etwas mit uns, weil es uns schnell dazu führt, dass wir denken: Dann sind wir bei Gott angenommen. Jetzt könnten wir sagen: Ja, das sind halt wir heute. Aber ich glaube, diese Tendenz ist nicht neu, sondern es gibt sie schon seit über zweitausend Jahren. Warum sage ich das? Weil genau das das Problem der Leute im Galaterbrief war.
Der scharfe Auftakt des Apostels
Ich hatte da vor langer, langer Zeit schon einmal einen Überblick gegeben, und ich möchte jetzt mit uns in die ersten Verse des Galaterbriefes eintauchen. Ihr könnt Galater 1 mit mir aufschlagen, und wir werden die ersten neun Verse dort einmal zusammenlesen, Galater 1,1-9.
Paulus, ein Apostel, nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten, und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden dahingegeben hat, dass er uns errette von dieser gegenwärtigen bösen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters. Dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium, obwohl es doch kein anderes gibt. Nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist als das, was wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.
Ergänzend noch Vers 10:
Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich, menschengefällig zu sein? Wenn ich noch menschengefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.
Ich möchte mit uns noch beten.
Herr Jesus, danke, dass dein Wort vor uns liegt und dass wir die tiefe Überzeugung haben dürfen, dass dein Wort Wahrheit ist. Deswegen bitte ich dich, dass du uns öffnest, dass es uns vom Kopf ins Herz sinkt und tiefe Veränderung bewirkt. Dass dein Wort uns zu dir hinzieht und dich groß macht, Herr. Schenk uns dazu deine Gnade. Amen.
Warum Paulus so verwundert ist
Herr Paulus ist extrem verwundert über die Galater, wie ihr in Vers 6 lesen könnt. „Mich wundert“ – anders übersetzt könnte man sagen, oder etwas moderner ausgedrückt: „Ich kann es nicht fassen.“ Was kann er nicht fassen? Dass sich die Galater so schnell vom Evangelium abwenden.
Warum so schnell? Der Galaterbrief ist der erste Brief, den Paulus geschrieben hat, und wahrscheinlich entstand er im Zusammenhang mit einer seiner zweiten oder dritten Missionsreisen. Es ist also relativ schnell gegangen, nachdem er zum ersten Mal dort gewesen war.
Paulus schlägt hier aufgrund dieser Verwirrung einen extrem scharfen Ton an. Ich habe das bei der Einleitung damals schon gesagt: Paulus hat für die Galater kein Lob übrig, was einzigartig ist. In allen anderen Briefen hat er das. Und Paulus ist extrem. Er spricht hier einen doppelten Fluch aus über Leute, die etwas anderes verkündigen. In dieser Schärfe findet man das an ganz, ganz wenigen Stellen im Neuen Testament.
Was er hier formuliert, ist sehr hart. Und die erste Frage, die man sich stellen könnte, ist: Wie heute vielleicht nicht mehr, aber die Galater damals – darf er das denn überhaupt? Darf Paulus so eine Aussage treffen? Ich glaube, er begründet genau das in den ersten Versen. Er begründet es dann auch in den nachfolgenden Versen. Das ist allerdings ein längerer Abschnitt, über den man extra predigen kann. Paulus führt nämlich ganz stark ins Feld, dass er hier mit apostolischer Autorität spricht.
Apostel waren damals die Leiter der Gemeinde, die von Gott berufen waren. Paulus macht aber im allerersten Vers deutlich, dass seine Berufung sogar noch einmal ganz speziell und deutlicher ist. Er ist nicht einfach nur von Menschen berufen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, selbst.
Jeder von euch hat wahrscheinlich das Bekehrungserlebnis von Paulus in Erinnerung. Er ist auf dem Weg nach Damaskus, um die Gemeinde Jesu zu verfolgen. Dann wirft Jesus ihn buchstäblich vom Pferd, lässt ihn erblinden und offenbart sich ihm. Man muss sich vor Augen halten, dass Gott hier bei Paulus in ein Leben hineingesprochen hat, zu jemandem, der das nie als Lebensziel hatte und das Gegenteil als Interesse hatte. So ist Paulus berufen worden, vom himmlischen Gott. Und in dieser Autorität tritt er jetzt hier auf.
Im weiteren Verlauf des Briefes könnt ihr dann auch sehen, wie Paulus damit nicht alleine steht, sondern wie die anderen Apostel mit ihm in derselben Linie stehen, dass sie ein identisches Evangelium verkündigt haben. Mit dieser ganzen Autorität fällt Paulus bei den Galatern mit der Tür ins Haus und schlägt das durch.
Selbst im Korintherbrief, wo Paulus nach „Es grüßt euch Paulus, Apostel Jesu Christi“ schreibt und meistens ein Lob für die Gemeinde übrig hat, ist das anders. Im Korintherbrief, nur um euch diese Diskrepanz noch einmal vor Augen zu stellen, hat Paulus einen Fall zu behandeln, in dem einer in der Gemeinde wahrscheinlich mit seiner Stiefmutter oder Schwiegermutter ein Verhältnis angefangen hat, also schon heftige Sünden. Und selbst dort geht Paulus nicht mit dieser Härte vor wie hier im Galaterbrief, wo er nicht einmal Lob hat, sondern direkt reinschlägt, direkt in den allerersten Versen, weil es ihm ums Zentrum geht.
Ich glaube, diese Direktheit, dass Paulus alle Contenance verliert und alle gängigen Höflichkeitsformen außer Acht lässt, macht deutlich, wie zentral und wie wichtig ihm dieses Thema ist. Innerhalb der ersten zehn Verse ist er sofort beim Punkt. Diese Verse setzen dann den Grundtenor für den gesamten Brief.
Das Zentrum des Evangeliums
Aber wovon wenden sich die Galater denn ab? Wovon stehen sie in der Gefahr, wegzugehen? Hier lesen wir: vom wahren Evangelium. Aber was meint Paulus damit? Ich denke, dass er das in den ersten Versen beschreibt, weil er dort in wenigen Sätzen ausführt, was das Zentrum ist und was Gott für sie getan hat.
Ich lese das noch einmal mit uns:
Er, der berufen ist durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat, und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden dahingegeben hat, damit er uns rette von dieser gegenwärtigen bösen Welt, nach dem Willen Gottes, unseres Vaters. Dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
In diesen wenigen Versen, vor allem in den Versen drei bis fünf, fasst Paulus eigentlich zusammen, worum es geht. Er macht deutlich, wer wir sind: verloren, verdammt, in Sünde gefangen, in einer Welt, die gegen Gott steht, und in dem Denken dieser Welt. Er zeigt damit, dass wir einen Retter brauchen, weil wir genau daraus herausgerettet werden müssen. Es ist unmöglich, dass wir da aus eigener Kraft herausgekommen wären. Das ist unser Zustand.
Er zeigt aber auch, wie diese Rettung geschieht: indem sich Jesus Christus selbst für unsere Sünden hingibt und stirbt. Jesus bezahlt für unsere Schuld, wodurch wir gerettet sind. Dadurch wird das Urteil und die Strafe weggenommen. Deshalb ist es unmöglich, dass wir noch einmal verurteilt werden, weil bereits Sühne geschehen ist. Paulus macht deutlich, dass dieses Hingeben für die Sünde die Grundlage unserer Rettung ist.
Paulus schreibt aber auch schon in diesen wenigen Versen über die Motivation der Errettung. Warum sind wir gerettet worden? Weil wir einen frommen Wunsch gehabt hätten, dass Gott doch nett zu uns sein und uns retten möge? Nein. Paulus sagt: weil es Gottes Wille war, dich und mich zu retten. Es ist allein aus Gnade, weshalb Gott uns rettet. Nur durch ihn können Gnade und Friede mit uns sein. Das ist das, was Paulus hier schreibt: Gnade und Friede sei mit euch, verbunden mit diesem Rettungswerk.
Der Auslöser unserer Rettung ist nicht einmal deine Bekehrung, sondern der Wille Gottes, der sich aus tiefer Gnade und Liebe dazu entscheidet, Mensch zu werden, ans Kreuz zu gehen und für deine Schuld zu bezahlen. Gnade allein, Gottes Wille als Motivation für die Errettung.
Paulus macht auch deutlich, beziehungsweise er weist darauf hin, und dahinter steht natürlich viel biblische Wahrheit, die in diesem Vers nur angerissen wird, wodurch wir sicher sein können, dass dieses Sühnen für unsere Strafe gilt: weil er Jesus von den Toten auferweckt hat, wie es hier in Vers eins steht. Wir als Christen glauben, dass diese Auferweckung Jesu, dieses Auferstehen, das Zeugnis Gottes ist, der Stempel Gottes, dass die Strafe getilgt ist. Dass wir gerettet sein können. Dass wir eben Gnade und Frieden mit Gott haben können.
Und in dieser Auferstehung, in dieser Auferweckung Jesu, ist auch unsere ganze Hoffnung begründet, dass wir eines Tages auferstehen werden, wie wir es in 1. Korinther 15 ausführlicher lesen können, wo Paulus das näher behandelt. Ich denke, in den Versen hier ist das alles sehr, sehr komprimiert, und er weist auf diese Wahrheiten hin, die alle eine eigene Predigt wert sind.
Und das alles hat einen Zweck, was Paulus hier in Vers fünf noch einmal deutlich macht: Warum? Damit Gott geehrt wird. Das ist das Ziel, weshalb wir Menschen gerettet werden. Jetzt haben wir damit wieder eine Schwierigkeit, weil wir denken, es sei wie bei einem autoritären Herrscher, der will, dass viele einen Bückling vor ihm machen, und Gott sich deswegen ein paar Menschen für den Himmel sucht, damit möglichst viele vor ihm knien. Nein, Gott will gerade für diese Rettung geehrt werden. Das ist unweigerlich damit verbunden. Er will geehrt werden, weil er sich entschieden hat, ans Kreuz zu gehen und für dich und mich zu sterben.
Gottes Ehre und sein Lob entstehen dadurch, dass er sein Leben für dich gelassen hat. Gottes Ehre besteht nicht darin, wie bei autoritären Herrschern, die alles für sich klammern und beanspruchen, sondern gerade darin, dass er alles aufgegeben hat, um dich und mich zu retten. Und das ist das, was seine Ehre auslöst und was ihm Dank bringt wie nichts anderes sonst. Auch wenn er der allmächtige, große Schöpfer ist und wir ihn sicher auch dafür anbeten werden, ist das Zentrum, warum er geehrt wird, dass er für uns gestorben ist.
Es gibt noch viele weitere Punkte, die zum Evangelium dazugehören, die Paulus hier aber nicht anspricht, wie die Wiedergeburt oder auch, dass Gottes Geist uns zur Buße und Umkehr führt und das in uns bewirkt und so weiter. Aber ich glaube, das Zentrale des Evangeliums wird hier deutlich: Es ist von Anfang bis Ende Gottes Werk und Handeln. Es entspricht seinem Willen. Er ist es, der es ausführt, und er ist es, der es besiegelt, der die Garantie dafür übernimmt und der schließlich auch Anbetung dafür bekommt.
Es ist Gott, der uns rettet, und das ist die Nachricht des Evangeliums. Evangelium ist eine gute Botschaft, und diese gute Botschaft besteht in ihrem Zentrum darin, dass Gott wirkt, handelt und uns herausreißt aus dem Sumpf der Sünde, sodass wir nicht auf uns selbst geworfen sind.
Die Gefahr eines Evangeliums mit Zusatz
Und da stehen die Galater jetzt in der Gefahr, sich davon abzuwenden, so lesen wir es in Vers 6 bis 7: Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat, in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium. Obwohl es doch kein anderes gibt, nur dass einige da sind, die euch verwirren und das Evangelium Christi verkehren wollen.
Wahrscheinlich sind bei den Galatern, oder das wird im ganzen Briefverlauf deutlich, Leute hereingekommen, die mit viel Weisheit und Überzeugungskraft unterwegs waren. Sie haben den Galatern gesagt: Es reicht nicht, dass Jesus für euch gestorben ist, sondern ihr müsst auch noch die und die Dinge aus dem Gesetz erfüllen.
Im Brief werden zwei Themen relativ deutlich. Das eine ist die Beschneidung, die wahrscheinlich gefordert war, und das andere das Halten von Speisegesetzen. Das wird im zweiten Kapitel zum Beispiel deutlich, wo Petrus herunterkommt und sich dann wieder absondert und Ähnliches.
Und es steht die Frage im Raum: Müssen Heiden, die zum Glauben an Jesus kommen, quasi zu Juden werden, oder sind sie auch als Heiden bei Gott angenommen und gerettet, wenn sie ihr ganzes Vertrauen auf dieses Evangelium setzen?
Das Ganze löst bei Paulus aus, dass er in eine regelrechte Rage gerät, weil die Galater eben auf dem Weg sind, vom wahren Evangelium hin zu einem anderen Evangelium zu wechseln. So würde ich das mal nennen. Das waren wahrscheinlich Leute, die nicht verneint haben, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Sie haben auch nicht verneint, dass auf Golgatha etwas geschehen ist. Aber sie haben zusätzliche Dinge gefordert.
Und sind wir mal ehrlich: In unserer Zeit klingt doch so ein Plus hinten dran bei einem Angebot immer verlockend und gut. Da ist ein bisschen mehr dabei, da hat man noch mehr davon. Das klingt wie eine Bonusnummer dazu.
Und ich merke bei mir zumindest, und vielleicht geht es dir da manchmal ähnlich, dass so ein „Du kannst da noch ein bisschen was dazu tun“ uns unheimlich triggert und anzieht. Wir laufen dann ganz schnell da hinein und denken: Ja, wenn ich das jetzt mache, dann bin ich ein bisschen besser dabei. Dann geht es mir besser. Dann liebt Gott mich mehr. Dann bin ich der bessere Christ.
Warum jedes Plus das Evangelium zerstört
Paulus macht deutlich: Jedes andere Evangelium, das Gnade plus lehrt, ist eine Pervertierung des wahren Evangeliums aus zwei Gründen.
Erstens: Vers sechs. Dieses Abwenden ist nicht nur ein Abwenden von einer Botschaft oder von einer Lehre, sondern es ist das Abwenden von Jesus Christus selbst. Es ist ein Abwenden von der Person. Es ist mehr, als eine bestimmte Lehre durchzustreichen.
Heute wird gerne betont, dass wir nicht dem toten Buchstaben, sondern einer Person folgen. Ich folge eben Jesus nach und nicht der Bibel, kennt ihr gerne als Spruch. Dabei wird aber vergessen, dass eine Person untrennbar mit ihrer Botschaft verbunden ist. Und wer sich von der Botschaft Jesu abwendet, wendet sich zwangsweise von ihm selbst ab.
Und so ist ein Abwenden von dem Evangelium, von der Botschaft, die Jesus selbst verkündet hat, die durch die Leute, die er gesandt hat, was Apostel heißt, verkündet worden ist, auch gleichzeitig ein Abwenden von ihm als Person. Es geht nicht nur darum, dass die Galater, wenn sie dieses Evangelium nicht mehr glauben, sich von Paulus oder irgendjemandem abwenden, sondern sie wenden sich von Gott selbst ab, drehen ihm den Rücken zu.
Dort, wo das Gesetz wieder in den Mittelpunkt gestellt wird, wo Gnade plus gefordert wird, drehen wir Gott den Rücken zu, weil wir sagen: Das, was Gott getan hat, reicht nicht aus. Ob wir das bewusst sagen oder nicht, sei dahingestellt, aber durch unser Handeln und unser Tun bringen wir damit zum Ausdruck: Gottes Erlösungswerk auf Golgatha ist nicht ausreichend, um mich zu retten.
Und das Zweite ist: Wenn wir uns von diesem Evangelium der Gnade Gottes, des Rettungswerkes Gottes, abwenden, dann haben wir, wie es in Vers sieben heißt, kein Evangelium mehr. Denn es gibt kein anderes Evangelium als das, was eben Paulus verkündet hat. Es klingt vermeintlich so, als würden wir dort auch eine gute Nachricht hören, aber dieses Evangelium plus ist keine gute Nachricht, denn du bist direkt wieder auf dich selbst geworfen.
Das geht nicht nur um eine andere Form von Gnade. Das geht nicht nur um eine andere Form des Christentums. Das geht darum, dass wir die gute Nachricht verlassen, wenn wir von der Botschaft der Gnade allein abweichen. Es klingt wie eine gute Nachricht, ist aber eine verkappte Form von Sklaverei.
Und egal, ob dieses Evangelium plus weichgespült oder traditionell ist, wir werden gleich noch sehen, dass das alles den Menschen in den Mittelpunkt stellt, vielleicht seinen Charakter, vielleicht seine Werke, die er äußerlich tut, oder Ähnliches. Und dann bist du auf dich selbst geworfen, und das ist wahrlich keine gute Nachricht mehr.
Auch für dich und mich wurde kein anderes Evangelium erfunden. Paulus schreibt im Korintherbrief, mal im dritten Kapitel, im Vers elf, einen ganz bekannten Vers: Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Da ist auch wieder die Person genannt, und mit dieser Person ist untrennbar die Botschaft des Evangeliums, der Gnade und Retterliebe Gottes verbunden.
Tim Keller schreibt dazu, und ich fand es spannend, dass jede Botschaft, welche nicht die zwei folgenden Punkte im Mittelpunkt hat, kein Evangelium ist. Erstens: Wir sind zu sündig, um irgendetwas zu unserer Erlösung beizutragen, wir sind völlig erlösungsbedürftig. Zweitens: Wir werden allein und zu hundert Prozent durch das gläubige Vertrauen auf das Erlösungswerk Jesu, die Gnade Christi, gerettet.
Alles, was nicht das im Zentrum hat, ist nicht wirklich gute Botschaft. Auch wenn der erste Teil gar nicht so gut klingt, aber durch den zweiten Teil wird er einfach rettend und gut.
Drei verbreitete Formen falscher Botschaft
Wir können uns anhand dessen die Frage stellen, wie heute falsche Evangelien aussehen. Ich möchte einfach drei Beispiele nennen, mit denen wir alle immer wieder in Berührung kommen.
Das Erste ist vielleicht die liberale Version: Es ist gar nicht so wichtig, woran du glaubst oder ob die Lehre bei dir hundertprozentig stimmt. Wichtig ist, dass du ein liebevoller Mensch bist, dessen Charakter gut ist.
Ich glaube, dass das heutzutage unheimlich attraktiv ist, weil es absolut in unseren Zeitgeist passt. Das ist das, was unsere westliche Gesellschaft uns beibringen will. Hauptsache, du bist ein lieber, netter Charakter, dann ist alles okay. Ob du auf Wahrheit Wert legst und so weiter, das ist alles nicht so zentral. Hauptsache, du bist lieb und nett.
Letztendlich ist auch das eine Botschaft der Werke, vielleicht nicht äußerlich, weil es ja gerade nicht darum geht, irgendwelche Regeln zu befolgen oder so. Aber es geht darum, dass du den richtigen, guten und perfekten Charakter hast. Und glaubt mir, es gibt gute Menschen, die kommen damit gut klar. Die können sich auf die Schulter klopfen.
Es gibt Menschen wie mich, die haben nicht so einen guten Charakter. Die können daran ziemlich verzweifeln. Wenn du da auf dich selbst geworfen bist, glaub mir, das ist alles andere als Evangelium und gute Nachricht. Es lässt dich verzweifeln. Selbst wenn Gott an deinem Charakter mit dir arbeitet, wirst du nie dem Maßstab genügen, der da an dich gelegt wird.
So ist auch das letztendlich ein Evangelium der Werke. Und es ist auch schnell eine Verneinung der Erlösungsbedürftigkeit, sowohl von Gut als auch Böse. Denn wir kommen dann ganz schnell dazu, dass die Menschen, die vielleicht liebevoller und netter unterwegs sind, nicht so sehr Erlösung benötigen wie die, die halt nicht so gut im Leben unterwegs sind.
Nein, wir brauchen es alle. Matthäus 22,10 zum Beispiel lehrt das, wo die Knechte hinausgehen und zu einem Hochzeitsfest einladen. Da heißt es: Und die Knechte gingen auf die Straße hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll.
Ja, wir brauchen alle Erlösung und Rettung, egal wie perfekt und gut unser Charakter vielleicht schon ist, wie sehr wir uns halten.
Äußerlichkeit, Moral und geistlicher Ehrgeiz als Ersatz
Der zweite Punkt oder die zweite Art des falschen Evangeliums ist dort, wo Äußerlichkeiten im Zentrum stehen. Das ist für mich so ein bisschen der Bereich, wo ich stark herkomme, wo ich das Christentum trotzdem kennengelernt habe und auch ein Stück weit dankbar bin. Aber dort steht viel die Einhaltung von Äußerlichkeiten im Zentrum, Glaube, Rituale und Ähnliches. Vielleicht kommen da manche von euch auch her.
Eigentlich ist das sogar die einfachste Form von Werksgerechtigkeit oder eines gegensätzlichen Evangeliums, um sie zu durchschauen. Und trotzdem spricht sie viele Menschen an, weil sie uns einfach eine gewisse Sicherheit gibt. Sie gibt uns klare Regeln, und wenn ich mich daran halte, dann passt es. Das ist einfach und simpel. Auch das ist natürlich falsch, weil es dann um unsere Werke, um unser Einhalten dieser Dinge geht und nicht um Rettung allein aus Glauben.
Die dritte Form, die ist mir in der Vorbereitung sehr bewusst geworden, auch weil ich dazu ein bisschen etwas gelesen habe. Und ich glaube, wir erkennen sie am schwersten, und sie ist provokant. Nämlich eine Erlösung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt mit: Du kannst ein besserer Christ werden. Ja, Jesus hat für dich einmal bezahlt, aber jetzt ist das quasi einfach eine neue Startbasis für dich. Jetzt mach etwas daraus. Und im Fokus davon stehen häufig Bekehrung und Lebensveränderung anstelle dessen, was Gott getan hat.
Das klingt unheimlich biblisch, aber es führt praktisch ganz schnell zu einer Verwerfung von Gnade allein. Was meine ich damit? Sicherlich gehört zum Evangelium dazu, dass wir zu Buße und Bekehrung gerufen werden. Aber es ist die Antwort auf die gute Nachricht. Es ist nicht die gute Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass Gott sich entscheidet, Mensch zu werden, um für deine und meine Sünden zu sterben.
Und deine Errettung, um das in aller Schärfe deutlich zu sagen, ist nicht begründet darin, dass du in deiner Gideon-Bibel hinten einen Bekehrungstermin drinstehen hast. Deine Errettung ist auf Golgatha begründet und in Gethsemane bestätigt worden, wo Jesus für deine Sünden stirbt und für dich aufersteht.
Und warum du gerettet wirst, ist, weil du auf dieses Erlösungswerk vertraust und nicht, weil du irgendwo tolle Entscheidungen in deinem Leben getroffen hast und weitergegangen bist. Ich formuliere das bewusst in dieser Schärfe, weil wir in den evangelikalen Gemeinden, wo wir herkommen, so darauf fokussiert sind, dass Leute sich bekehren. Und ja, der Ruf muss da sein, der Ruf zur Buße muss da sein. Aber wir müssen begründet sein auf dieser Rettung und Erlösung von Jesus Christus auf Golgatha.
Und es hängt nicht an unserer Bekehrung. Ich würde das in dieser ganzen Schärfe sagen. Sondern unsere Rettung hängt am Sterben und Auferstehen Jesu Christi und nicht an irgendeiner Entscheidung, die wir irgendwo dokumentiert haben. Ja, Buße gehört dazu, und ja, wenn ich dieser Rettung nicht glaube und mein Vertrauen nicht darauf setze, dann gilt sie natürlich irgendwo nicht für mich. Aber sie hängt an dem, was Gott getan hat, und sie hängt nicht an dem, was ich tue. Denn ansonsten bist du wieder auf dich geworfen, dass du die richtigen Entscheidungen triffst.
Tim Keller sagt, es ist nicht die Qualität unseres Glaubens, sondern der Gegenstand unseres Glaubens, der uns rettet. Es ist Jesus Christus. Lasst uns das nicht vermischen.
Warnung, Prüfung und die einzige sichere Grundlage
Und bei all dem falschen Evangelium ist ein Muster erkennbar: Jeder, der eines dieser anderen falschen Evangelien verkündet, stellt die Menschen wieder unter den Fluch des Gesetzes. Denn sie werden wieder auf sich selbst und auf ihre eigenen Taten und Werke geworfen. Er stellt sie nicht auf die Basis des Erlösungswerks dessen, was Jesus getan hat.
Und hier kann nur noch das passieren, was Paulus jetzt in den folgenden Worten auch schreibt, nämlich Fluch und Verzweiflung. Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du im Sterben liegst. Was gibt dir Hoffnung, was gibt dir Halt? Ich glaube nicht, dass es, etwas provokant gesagt, ein Bekehrungsdatum in der Gideonbibel ist. Sondern das, was dir Halt geben kann, ist, dass du Jesus auf Golgatha siehst, der sich in seiner ganzen tiefen Liebe zu dir entscheidet, dorthin zu gehen und sein Leben für dich und mich zu lassen. Das ist es, worauf du einzig deine Hoffnung setzen kannst.
Im Heidelberger Katechismus, uralt, ist die erste Frage: Was ist dein einziger Trost im Leben und Sterben? Und die Antwort ist übrigens nur halb auswendig zusammengefasst: dass ich im Leben und Sterben allein meinem Heiland Jesus Christus gehöre, der sich für mich hingegeben und für meine Schuld bezahlt hat. So knapp zusammengefasst ist das die einzige Hoffnung, die wir haben. Wenn wir das verlassen, dann hängen wir an uns selbst und sind verloren.
In den Versen acht und neun stellt Paulus zweimal einen Fluch heraus für die Leute, die dieses falsche Evangelium verkündigen. Er sagt in Vers acht: Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist als das, was wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr empfangen habt, der sei verflucht.
Paulus verwendet hier ein Wort, das von Anathema spricht. Und das wird auch verwendet, um von ewiger Verdammnis und dem Gericht Gottes zu reden. Jedes Evangelium, das nicht auf der Basis von Golgatha steht, führt zur ewigen Verdammnis. Es ist der einzige Weg zur Rettung. Und es ist völlig gleich, ob das ein Engel ist, der vom Himmel herabkommen würde und so etwas erzählt. Also auch Paulus selbst.
Und das ist jetzt total spannend, weil er eigentlich seine Autorität ins Feld führt und gleichzeitig sagt: Wenn ich euch da irgendwann mal etwas anderes sage, dann stehe ich genau unter diesem selben Fluch. Ich denke, er kann das sagen, weil er im Nachfolgenden auch deutlich macht, dass diese Botschaft nicht von ihm allein ist, die er vertritt, sondern dass die anderen Apostel dahinterstehen. Das könnt ihr im zweiten Kapitel unter anderem mit nachlesen.
Warum fährt Paulus hier so eine Schärfe auf? Weil es um das Ganze geht. Es geht um das Zentrum unseres Glaubens, und Paulus kann hier keine Abstriche zulassen. Es geht nicht einfach um ein kleines Streitthema, das auch bei Christen irgendwo mal vorkommt, wo wir eine gewisse Weite haben müssen oder so etwas. Sondern es geht um eine Lehre, für die wir bereit sein müssen einzustehen, weil sie das Zentrum ist. Wenn wir die aufgeben, dann fällt alles weg.
Wer ein solches anderes Evangelium anhängt oder es verkündet, ist buchstäblich auf dem Weg ins Gericht. Warum? Weil er selbst keine Gnade kennt und weil er Menschen wegführt von dieser Gnade. Wehe uns, das möchte ich wirklich sagen. Wehe uns, wenn wir das tun. Wehe uns, wenn wir ein anderes Evangelium verkünden.
Und die Frage dürfen wir uns stellen, die geht zuerst natürlich an uns Prediger: Was ist unsere Botschaft? Reden wir in allererster Linie von dem, was Gott getan hat, dass er es war, der uns gerettet hat, der uns herausgerufen hat? Oder geben wir der Versuchung nach, dass wir von den Menschen reden und davon, was sie tun müssten? Und die Versuchung ist total groß, die ist in unserer Zeit extrem, weil von uns Predigern, ich sage das in aller Deutlichkeit, weil ich das auch gerne, vor allem, Praxis gefordert wird. Und ja, es ist schön, wenn ich ein To-do mitgeben kann nach der Predigt, das kannst du die Woche umsetzen. Aber Leute, das Evangelium ist nicht eine Botschaft von dem, was du und ich als Mensch tun müssen. Das Evangelium ist in allererster Linie eine Botschaft von dem, was Gott getan hat, und die sich tief in unserem Leben verankern muss.
Und sicherlich gehört Heiligung und alles dazu, und hat das alles seinen Platz. Aber das, was im Zentrum steht, von dem alles steht und fällt, ist das Werk Jesu Christi, das sich für dich aufgibt und für dich stirbt. Und wenn das nicht das Zentrum dessen ist, was wir anderen Menschen weitergeben in der Predigt, und jetzt nehme ich alle mit rein in den persönlichen Gesprächen, in denen wir Zeugnis vom Evangelium ablegen, dann ist die Frage, was wir wirklich für ein Evangelium weitergeben. Reden wir den Leuten gegenüber von dem großen Werk, was Gott getan hat, oder werfen wir sie auf sich selbst?
Warum sage ich das so deutlich? Weil Paulus hier eine der schärfsten Warnungen im Neuen Testament ausspricht. Er spricht einen doppelten Fluch aus, wenn wir darüber ein falsches Evangelium verkünden. Und auch wenn wir das vielleicht nicht selbst bewusst tun oder glauben, müssen wir uns doch immer wieder die Frage stellen: Was ist es wirklich, was die Botschaft ist, die ich weitergebe? Was bleibt stehen, was bleibt hängen bei den Leuten?
Wie kannst du sicher sein, dass du wahres Evangelium verkündest? Wie kannst du sicher sein, dass du dem wahren Evangelium anhängst? Wie kannst du sicher sein, dass die Leute, die hier vorne stehen, wahres Evangelium verkündigen? Wenn ihr den Galaterbrief anschaut, hängt es an der von Gott geoffenbarten Wahrheit und Autorität. Die ist damals stark durch die Apostel gekommen, aber wir finden die Botschaft von ihnen, die Gott offenbart hat, heute in seinem Wort.
Und das ist der einzige Weg, wo wir sicher sein können, dass wir dem wahren Evangelium anhängen und es prüfen können. Deswegen würde ich sagen: Wer Gottes Wort rausnimmt, der ist auch wieder auf sich selbst geworfen und weiß nicht mehr, ob das, was er glaubt, wovon er überzeugt ist von Jesus, wahr ist. In der evangelischen Kirche und Ähnlichem hört man heute ganz oft: Ja, wir glauben an Jesus. Aber schiebt die Bibel weg, ja, dann ist es ein Jesus, den du dir selbst bastelst. Es ist einfach so, zwangsweise, und das hat auch immer mehr Einzug in unseren Gemeinden.
Wir haben nur eine Chance, indem wir auf Gottes Wort vertrauen. Wenn wir diese Botschaft verlassen, sind wir auf uns geworfen, und diese Botschaft ist Gottes Wort, die uns eben Gottes Handeln und Werk aufzeigt, die uns zeigt, wie wir als Menschen verloren sind und uns nicht selbst retten können, und wie Gott herabkommt, um uns genau aus diesem Sumpf zu reißen.
Schluss: Zur Ruhe kommen im Werk Christi
Deswegen möchte ich dir Mut machen, dich in deinem Leben auf dieses Evangelium und die Gnade Gottes zu stellen. Es gibt keine andere gute Nachricht, außer dass Gott dich aus dem Sumpf reißt und dich rettet.
Ich möchte dir aber auch Mut machen, dass du dich mit diesem Zentrum deines Glaubens beschäftigst und es fest in dir verankerst. Denn eben nicht Leute, die ein anderes Evangelium verkünden, können dich davon wegreißen. Nur in diesem Werk Jesu auf Golgatha kannst du Ruhe finden und Frieden finden, was Paulus den Galatern wünscht. Weder in deinem tollen Charakter noch in deinen Werken, nicht einmal in deiner eigenen Entscheidung. Ruhe und Frieden findet nur, wer sein ganzes Vertrauen auf Jesus Christus setzt, der auf Golgatha für dich und mich stirbt.
Wie kannst du dir das vielleicht praktisch mehr einprägen? Jetzt werde ich doch praktisch, weil ich glaube, dass wir wirklich eine Sache tun können: Wir können uns mit Jesus und seinem Evangelium beschäftigen und darin wachsen, Stück für Stück. Der Teufel hat eine Sache, die er liebend gerne tut: uns davon abzuhalten, dass wir uns mit Jesus auseinandersetzen. Warum? Weil er dann nämlich ganz schnell dabei ist, dass wir, vielleicht ohne Gemeinde und so weiter zu verlassen, doch wieder auf eigene Werke vertrauen.
Wir brauchen es, dass die Bibel uns immer wieder daran erinnert, wer wir sind und was Gott für uns getan hat. Und wir brauchen zweitens andere Menschen um uns herum, die deinen Blick regelmäßig auf Golgatha und das Kreuz lenken, die dich darauf hinweisen und dich erinnern. Tisa, dafür ist Gemeinde da. Wir brauchen uns gemeinsam.
Und wenn du es vielleicht richtig praktisch machen willst, dann schreib für dich doch mal nieder, heute zu Hause, was Evangelium für dich heißt, und begründe es mit Bibelstellen. Mach dir diese Arbeit mal, mach das wirklich, und versuche es relativ knapp zu formulieren, die wichtigsten Wahrheiten in ein Zentrum zu setzen und lern das auswendig. Warum? Wenn du Zeugnis geben sollst von dem, was du glaubst, dann solltest du das richtige Evangelium verkünden.
Wir Christen sind so oft dafür bekannt, dass Christentum daraus besteht, richtig zu leben. Nichts könnte weiter weg sein von dem, was Evangelium wirklich ist. Was hilft uns das, wenn du auf diesem Fundament stehst? Du kommst zur Ruhe, findest Gnade und Frieden, Ruhe und Gelassenheit. Du kannst zur Ruhe kommen bei Gott. Und ja, von dort ausgehend wird er dein Leben anpacken und dich verändern, aber es ist nicht das Fundament deiner Rettung. Das Fundament deiner Rettung ist Golgatha. Es hängt nicht mehr an dir.
Das ist eine Botschaft, mit der wir leben können, und eine Botschaft, mit der wir sterben können. Und nur das ist eine gute Nachricht. Und deswegen würde ich sagen: Finger weg vom wahren Evangelium. Amen.