Fortsetzung der Auslegung zur letzten Posaune
Also, wir fahren weiter. Wir sind bei 1. Korinther 15 stehen geblieben und haben gesehen, dass das Signal zur Entrückung, das Signal zum Aufbruch, mit diesem Ausdruck hier bei der letzten Posaune zum Ausdruck gebracht wird. Das ist ein fester Begriff aus dem römischen Heerwesen.
Nun müssen wir uns aber noch mit einer Stelle beschäftigen, die immer wieder in Verbindung mit dieser letzten Posaune gebracht wird, und zwar mit Matthäus 24. Der Herr beschreibt dort die Endzeit, die große Drangsal, das heißt den letzten Weltkrieg in den dreieinhalb Jahren unmittelbar vor dem Kommen des Herrn in Macht und Herrlichkeit.
Dann lesen wir in Matthäus 24,29: Sogleich aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen. Das ist ein Ausdruck, der bedeutet, dass Meteore herabfallen. Im Tadschikischen sagt man auch heute noch: Die Sterne fallen vom Himmel, wenn Meteore herunterkommen. Und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.
Dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen, und dann werden alle Stämme des Landes wehklagen. Und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels, mit Macht und großer Herrlichkeit.
Hier wird also das kommende Jesus in Macht und Herrlichkeit als König der Welt beschrieben, um das tausendjährige Friedensreich aufzurichten. Und das eben nach der großen Drangsal.
Die Frage nach dem Zeitpunkt der Entrückung
Und jetzt kommt ein Vers, und immer wieder höre ich: Ja, da wird die Entrückung beschrieben.
Es wird ja immer diskutiert: Ist die Entrückung vor der Drangsal, während der Drangsal oder nach der Drangsal? Und da gibt es solche, die sagen: Ja, es heißt ja „bei der letzten Posaune“, dann wäre das bei der siebten Posaune in der Offenbarung. Nur: Die siebte Posaune findet noch in der großen Trübsal statt, und diese besteht inhaltlich dann aus sieben Schalengerichten, die in der Offenbarung auch beschrieben werden. Und erst dann kommt der Herr Jesus nach den Schalengerichten, die aus der siebten Posaune hervorkommen, nämlich in Offenbarung 19,10ff.
Aber hier steht ganz klar etwas von einer Posaune nach der Drangsal. Und das soll die Entrückung sein. Ja, lesen wir Vers 31: Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende.
Ja, das ist doch die Entrückung. Die Auserwählten werden gesammelt, aus aller Welt, und da steht: mit starkem Posaunenschall. Also findet die Entrückung nicht vor der Drangsal statt, auch nicht während, sondern hier, nach der Drangsal.
Aber noch eine Erklärung: Der Ausdruck „mit starkem Posaunenschall“ steht in der Fußnote der Elberfelder als „mit großer Posaune“. Das steht wirklich wörtlich da, also wörtlich: „Und er wird seine Engel aussenden mit einer großen Posaune, und sie werden seine Auserwählten versammeln.“
Jetzt haben wir gerade noch damit ein Argument, dass das nicht die siebte Posaune sein kann, die Entrückung. Warum? Ja, weil diese Posaune nach der Drangsal kommt. Die siebte Posaune ist während der Drangsal. Also wäre, wenn schon, die letzte Posaune nicht die siebte, sondern diese hier. Nicht wahr? Aber das ist nicht die Entrückung.
Diese große Posaune, wo kommt die noch in der Bibel vor? Die große Posaune, um zu versammeln? Ja, in Jesaja 27. Das steht im Alten Testament. Die Entrückung ist ein Geheimnis. Aber diese Posaune, die große Posaune, die Versammlungsposaune, wird in Jesaja 27 erwähnt.
Die Sammlung Israels nach Jesaja und Hesekiel
Und zwar lese ich Jesaja 27, ab Vers 12. Du musst wissen: In den Kapiteln davor, 24, 25, 26 und 27, wird die Endzeit beschrieben. Dort wird die große Drangsal beschrieben, zum Beispiel schon in Kapitel 24, sehr, sehr eindrücklich.
Und dann heißt es hier: Und es wird an jenem Tag. Das ist ein ganz typischer Ausdruck. Ich empfehle, ein Bibelstudium zu machen und all die Stellen zusammenzusuchen, wo es heißt: an jenem Tag. In Jesaja kommt das ständig vor: an jenem Tag, an jenem Tag, an jenem Tag. Ich habe einen Trick gemacht: In einer Bibel schreibe ich am Rand klein „jt“, und dann kann ich so durchgehen. Ich habe sofort die Stellen zur Hand, an jedem Tag, an jedem Tag, an jedem Tag, wo das vorkommt. Und das ist immer die Endzeit.
Nicht ein 24-Stunden-Tag, sondern es ist die Periode der Endzeit, wenn Gott sein Volk aus aller Welt zurück ins Land Israel sammelt und wenn die Endzeitgerichte kommen. Immer an jenem Tag, an jenem Tag. Aber nicht nur in Jesaja, zum Beispiel auch in Zacharja 12 bis 14 kann man das an den Rand schreiben. Aber das gibt viel Arbeit. Jt, jt, jt. Ständig heißt es: an jenem Tag, an jenem Tag, an jenem Tag. Im Zusammenhang mit der großen Drangsal und bis zu dem Kommen des Herrn in Herrlichkeit.
Und hier ist auch: Und es wird geschehen an jenem Tag. Also in der Endzeit. Da wird der Herr Getreide ausschlagen von der Strömung des Euphrat bis zum Bach Ägyptens. Und ihr werdet zusammen gelesen werden, einer nach dem anderen, ihr Kinder Israel. Es wird an jenem Tag geschehen, da wird in eine große Posaune gestoßen werden. Jetzt haben wir sie. Und die Verlorenen im Land Assyrien und die Vertriebenen im Land Ägypten werden kommen und den Herrn anbeten auf dem heiligen Berg in Jerusalem.
Das ist nicht die Entrückung in Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft, und so werden wir immer bei ihm sein. Das ist ein Zusammensammeln nach Jerusalem, und zwar zum Tempelberg. Der heilige Berg, das ist der Tempelberg in Jerusalem, dort geht es hin. Und bei dieser großen Posaune werden eben die Auserwählten aus Israel versammelt werden.
Hier wird ausdrücklich erwähnt: aus Ägypten, also Juden in Ägypten, und Juden im Nordirak aus dem Land Assyrien. Das ist ja der Nordirak, irakische Juden. Die sind mir besonders sympathisch. Auf meiner Mutterlinie in der mitochondrialen DNA geht das zurück, unter anderem eben auf irakische Juden. Im Norden von Irak, Kurdistan. Das sind die, die dann versammelt werden.
Rückkehr zum Haupttext und die Bedeutung der Verwandlung
Das heißt, ich werde dann schon entrückt sein. Aber der Überrest Israels, der sich nach der Entrückung bekehren wird, der wird mit der großen Posaune versammelt werden.
Und jetzt wieder ein Bibelstudium zuhause. Es braucht ja auch Hausarbeit, Suchen mit der Handykonkurrenz. Also ich empfehle zum Lesen eine wirkliche Bibel, eine aus Papier zu haben, eine Hardcover-Bibel. Man kann viel besser Bibel studieren, und es bleibt auch viel besser, und man findet sich auch besser zurecht. Aber zum Nachsuchen: Bibelprogramm und „Auserwählte“ eingeben. Da wird man sehen, wie im Alten Testament die Gläubigen aus dem Volk Israel genannt werden: Auserwählte. Das ist nicht einfach automatisch die Gemeinde. Wenn es Auserwählte heißt, sind die wahren Gläubigen gemeint. Auch schon im Alten Testament werden sie Auserwählte genannt, nicht nur im Neuen Testament.
Und da spricht der Herr Jesus eben über diese große Posaune aus Jesaja 27,13. Die wird geblasen werden, und der Überrest der Juden im Ausland wird dann versammelt werden nach Israel. Und das heißt in Hesekiel 9,3, dass schließlich alle, die noch im Ausland sind, eben geholt werden ins Land Israel. Und dann wird ab Hesekiel 40 bis 48 alles versammelt. Hesekiel 40 bis 48 wird das Tausendjährige Reich beschrieben, der Tempel des Tausendjährigen Reiches, in der neuen Landverteilung des Landes Israel. Das bezieht sich auf Israel, das ist nicht die Entrückung. Aber das wäre, wenn schon, die letzte Posaune, aber es ist sie nicht. Das ist die große Posaune. Und die letzte Posaune, das ist eben die Posaune zum Aufbruch in den Himmel, wenn die Heiligen einmarschieren nach oben. Und dann wird das klar.
Man kann sich an den Rand schreiben: Jesaja 27,13 und auch Hesekiel 39,28. Wenn gerade noch vor dem Tausendjährigen Reich der Herr da wiederkommt nach der Drangsal, werden alle Juden im Ausland noch gesammelt werden, die bis dahin noch nicht hergekehrt sind.
Also, wir gehen wieder zu 1. Korinther 15. Das war nur ein kleiner Exkurs zum Thema letzte Posaune. Ich lese nochmals Vers 52, 1. Korinther 15: „In einem nun, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn die Posaune wird es, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich.“ Also alle verstorbenen Gläubigen werden auferweckt werden. Ihr verwesender Körper wird zu einem perfekten, unverweslichen Körper gemacht. Und wir werden verwandelt werden. Das heißt, die, die leben und nicht durch den Tod gehen, die werden verwandelt werden.
Und man sieht auch da: Paulus sagt „wir“ und schließt sich ein, weil er damals noch zur Kategorie der Lebenden gehörte. So repräsentierte er die Kategorie der Lebenden. Dann hat die Kategorie später gewechselt und ist zu den Entschlafenen gewechselt. Aber das ist die normale Art, wie man spricht: wir, die wir leben, ohne zu behaupten, dass er diesen Moment erleben würde.
Die Zukunftsaussagen der Apostel und das Warten auf den Herrn
Und übrigens wird immer wieder behauptet, der Apostel Paulus habe schon gemeint, er lebe in der Endzeit. Das stimmt gar nicht.
Was schreibt er in seinem Brief aus der Todeszelle in Rom, 66/67? Er schreibt in 2. Timotheus 3,1 an Timotheus: Dies wisse aber, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden, denn die Menschen werden eigenliebig sein usw. Dann kommt die ganze Liste.
Was sagt er dort? Dass in den letzten Tagen schwere Zeiten sein werden. Er sagt nicht: Jetzt sind die letzten Tage, und es ist ganz schwer. Er sagt es ihm zu, für die Zukunft.
Und 2. Petrus 3, auch von Petrus aus der Todeszelle geschrieben, ein Abschiedsbrief. Er sagt, dass jetzt bald das Sterben vorhanden ist, vorliegt, 2. Petrus 1. In Kapitel 3 sagt er: Ihr müsst das zuerst wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten leben, die unmoralisch leben. Und die werden spotten und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft?
Das sagt er aber in Bezug auf die Zukunft. Er sagt nicht: Ich bin in der Todeszelle, aber ich werde nächstens erdrückt werden. Nein, er sagt: Die letzten Tage werden kommen. Aber die Gläubigen sollen wissen: Dann kommen Spötter, und die werden sagen: So, jetzt, wo ist das?
Das heißt also, es sollte so lange gehen, dass die Spötter meinen, einen Grund zu haben, uns zu erklären: Ihr seid ja ein bisschen bekloppt. Wie könnt ihr glauben, Jesus Christus kommt wieder? Und dabei ist er mit den Worten heute nach zweitausend Jahren immer noch nicht gekommen. Also sollte es ziemlich lange gehen.
Interessant ist das Gleichnis in Matthäus 25 von den Talenten. Der Herr übergibt seinen Knechten einen Auftrag. Er geht in ein anderes Land, um später wiederzukommen, und er sagt: Handelt, bis ich wiederkomme. Der Mann, der weggeht, ist ein Bild von Jesus Christus, der in den Himmel gehen sollte, um später wiederzukommen und mit seinen Nachfolgern hier abzurechnen. Wir sollen handeln, bis er kommt.
Und dann heißt es in diesem Gleichnis in Matthäus 25: Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Knechte zurück. Also schon Matthäus schreibt, dass es lange gehen würde.
Ja, das war jetzt an die Adresse von Irman. Diesem liberalen Theologen. Das hat er alles nicht beachtet, und auch wie die Schrift spricht, hat er nicht beachtet. Da wäre er besser Fernfahrer geworden oder so etwas, anstatt Theologe.
Ja, es gibt noch bessere Berufe als Fernfahrer. Das ist nicht geeignet für Familiengründung, wirklich nicht. Aber das soll keine Empfehlung gewesen sein.
Der Auferstehungsleib als wirklicher Leib
Jetzt möchte ich aber zurückkehren zu 1. Korinther 15,53, denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen, und diese Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen. Dieses Muss ist Gottes Ratschluss.
Der Herr Jesus sagte in Johannes 3, dass der Sohn des Menschen erhöht werden muss, so wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht. Und dieses Erhöhtwerden ist der göttliche Ratschluss. Der Herr Jesus musste dieses Erlösungswerk nach Gottes Plan und Ratschluss ausführen.
Und hier steht: Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen. Jetzt ist es aber noch so: Immer wieder wird gesagt: Ja, aber dieser Auferstehungskörper, das ist doch irgendwie nicht derselbe Körper wie der frühere. Doch, es ist derselbe Körper. Ja, aber es heißt doch, es wird ein geistiger Leib auferweckt.
Das habe ich so weggelassen, aber nicht einfach, um zu schummeln. Ich lasse manchmal etwas weg aus pädagogischen Gründen. Und jetzt kommen wir zurück, um das einzubauen. Ich lese nochmals ab Vers 42:
So ist auch die Auferstehung der Toten: Es wird gesät in Verwesung, es wird auferweckt in Unverweslichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib. Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistigen.
So würde jetzt jemand sagen: Das war alles nicht richtig, was wir jetzt am Bibelschultag durchgenommen haben über den Auferstehungsleib. Das wird ein geistiger Leib sein, also so etwas Nebliges, ja? Nicht wirklich.
Aber wenn wir uns überlegen, wie war das in Lukas 24? Der Herr Jesus war auferstanden. An diesem ersten Tag der Woche ist er den Jüngern erschienen, und sie meinten, einen Geist zu sehen. Und dann sagt der Herr: Ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.
Im Alten Testament wird der Körper beschrieben, manchmal als Fleisch und Blut, aber auch als Fleisch und Bein, Bein heißt Knochen, also Fleisch und Knochen. Aber der Auferstehungskörper ist Fleisch und Knochen, eben nicht ein Geist.
Ja, aber da steht ja ein geistiger Leib. Okay, was steht im Griechischen für geistig? Pneumatikos. Pneuma heißt Geist, pneumatikos heißt ein geistiger Leib. Und dann steht natürlich Leib. Was steht dort im Griechischen? Psychikos. Psychikos kommt von Psyche, Seele. Ja, und darum hat die Elberfelder eine Fußnote in Vers 44: Es wird gesät ein seelischer Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib. Psychikos, pneumatikos.
Seele, Geist und die Wirklichkeit des Todes
Also, dieser Körper, den ich da habe, ist psychisch. Aber er ist ziemlich wirklich. Wenn ich also „ziemlich“ sage, ist das ironisch gemeint, um zu sagen: hundertprozentig. Aber warum heißt er psychischer Leib?
Ganz einfach: Vers 45 folgt. So steht auch geschrieben: Der erste Mensch Adam wurde eine lebendige Seele, als Gott in ihn geblasen hatte, den Hauch des Lebens. Dort wurde er, der vorbereitet war, aus Ackererde. Aus diesen Elementen besteht er hier nämlich: Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und und und. Alles finden wir in der Ackererde drin. Und Gott hat den Menschen eben so geformt: aus Ackererde, in ihn hineingeblasen, und dann heißt es: Adam wurde eine lebendige Seele.
Und dieser Ausdruck meint den ganzen Menschen. Er wurde eine lebendige Seele. Nicht wahr, Seele kann ja manchmal bedeuten: unser Ich. „Lobe den Herrn, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen.“ Psalm 103. Da sagt David sich selber: Ich soll den Herrn loben. Diese Art von Selbstgesprächen ist erlaubt. Man muss keine Angst haben, das hat nichts mit Schizophrenie zu tun. Also: „Lobe den Herrn, meine Seele“ – dass er sich selber sagt, ich sollte eigentlich den Herrn loben und ihm dankbar sein für all das Gute, das er mir geschenkt hat. Da heißt Seele: ich.
Aber es ist so: Das Wort Seele hat viele verschiedene Deutungen. Und eine weitere Bedeutung ist eben: Person. Früher, heute spricht man nicht mehr so, früher sagte man doch: Das ist ein Dreitausendseelendorf. Aber niemand meinte, da schwirren so dreitausend luftige Wesen durch die Häuser. Nein, Seele bedeutet Person. Da leben dreitausend Personen. Und das ist in der Bibel genau gleich. Und darum heißt es, an Pfingsten wurden eben dreitausend Seelen bekehrt. Das sind dreitausend Personen. Und später wird dann gesagt, dann wurden es fünftausend Männer. Da werden nur noch die Männer gezählt. Also, man kann so zählen, so zählen. Jetzt kommen wir der Wahrheit näher.
Also: Adam wurde eine lebendige Seele. Das bezeichnet ihn als ganze Person. Und jetzt wichtig: Ja, vielleicht kann man noch etwas einbauen. Hesekiel 18, das wird von Zeugen Jehovas benutzt. Die lehren ja vieles Falsches, und unter anderem, mit dem Tod würde alles aus sein. Es geht kein Weiterleben nach dem Tod. Erst später gibt es mal eine Auferstehung. Aber nach dem Tod ist alles ausgelöscht.
Und dann kommen die an die Türe, klingeln. Und dann stellen Sie sich vor, als solche in der Bibel studieren, und zwar eben sehr gründlich, und dann fragen Sie: Glauben Sie, dass die Seele ewig existiert? Die Person: Ja, natürlich, die Seele ist unsterblich. Das stimmt nicht. Doch, die Seele ist unsterblich. Ja, aber wenn in der Bibel steht, dass die Seele stirbt, würden Sie das glauben? Es steht nicht, die Seele ist unsterblich. Es steht nicht in der Bibel. Aber wenn es stehen würde, würden Sie es dann glauben? Ja, aber wenn es jetzt stehen würde, würden Sie es glauben? Ja, wenn es jetzt stehen würde, würden Sie es glauben?
Hören Sie, hier ist Hesekiel 18: Die Seele, welche sündigt, soll sterben. Nicht die Kinder, die werden nicht verantwortlich gemacht für das, was die Eltern machen, sondern die Seele, welche sündigt, soll sterben. Da: die Seele stirbt. Natürlich zeigt uns Offenbarung 6 die Seelen der Märtyrer. Die sind bei vollem Bewusstsein im Himmel und können beten. Was bedeutet das? Die Person, die Sünde gegen Gott, die muss die Konsequenzen auf sich nehmen, nicht die Kinder. Das heißt es. Die Person.
Also, das war ein kleiner Exkurs, der vielleicht hilfreich sein kann beim nächsten schlechten Besuch. Das kann man übrigens alles an der Haustüre erklären, die muss man nicht hereinnehmen. Ja, klar, da kann man wirklich wichtige Inputs geben, und das hat auch schon zur Bekehrung geführt.
Der letzte Adam und das Auferstehungsleben
Aber schauen wir hier: Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele, der letzte Adam ein lebendig machender Geist.
Hier wird der Herr Jesus, der letzte Adam, im Kontrast zu dem ersten Adam genannt, dem Haupt aller Menschen, die Sünder geworden sind und durch ihn in die Stellung von Sündern versetzt wurden, Römer 5.
Jetzt ist dieser Ausdruck interessant: Herr Jesus, der letzte Adam, ein lebendig machender Geist.
Und jetzt lösen wir noch ein biblisches Problem. Johannes 20: Ich habe gerade vor kurzem eine WhatsApp bekommen, genau zu dieser Frage. Da habe ich mich gefreut. Der Herr Jesus erscheint als Auferstandener den Jüngern und sagt: Empfangt Heiliggeist. Und dann hauchte der Herr sie an. Wie kann das sein? Der Heilige Geist, aber vor Pfingsten? Das war ja am Auferstehungstag. Ja, das ist nicht ein Vorpfingsten.
Übrigens steht es wörtlich, das sieht man in der Elberfelder, weil das so gekennzeichnet ist: empfangt nicht den Heiligen Geist, sondern empfangt Heiligen Geist. Und wenn der Artikel steht, dann weist das besonders hin auf die Person von Gott, dem Heiligen Geist. Wenn der Artikel fehlt, liegt die Betonung auf der Kraft.
Jetzt muss ich noch etwas erklären: Geist, griechisch Pneuma, heißt im Altgriechischen Wind, Hauch und dann auch Geist. Und Wind ist doch eine Kraft, je nachdem eine starke Kraft, die man aber nicht sieht und trotzdem ist sie real da. Und darum wird dieses Wort Pneuma auch verwendet für Geist, um eben eine Kraft zu beschreiben, die nicht sichtbar ist, aber wirklich. Das wird gebraucht für Engel, für Dämonen und wird gebraucht eben auch für Gott, den Heiligen Geist, darum der Heilige Geist.
Jetzt ist es so: Der Herr Jesus in Johannes 20, der Auferstandene, der seinen Jüngern sagen konnte: Ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich habe, und dann hat er zum Beweis auch Fisch gegessen. Und Honig. Also der Herr hat in die Jünger gehaucht, genau so wie der Schöpfer in den vorbereiteten Körper von Adam hineingehaucht hat, und er wurde eine lebendige Seele.
Und da in Johannes 20 hat der Herr Jesus eben heiligen Hauch, heiligen Odem in die Jünger geblasen. Das heißt: Er, der Auferstandene, hat das Auferstehungsleben hineingeblasen, so wie der Schöpfer Adam das natürliche Leben eingehaucht hat. Und so wurde Adam zu einer lebendigen Seele, aber einem wirklichen Körper, einem seelischen Körper.
Und der Auferstandene gibt eben das Auferstehungsleben, und so ist er ein lebendig machender Geist. Das ist der Punkt.
Und in dem Sinn ist eben der Körper, den wir jetzt haben, der trägt das Bild von Adam, der gefallen ist. Und wir haben die Spuren des Sündenfalls an unserem Körper. Es ist alles das, was uns Mühe macht am Körper. Das hängt zusammen mit dem Sündenfall.
Aber der Herr Jesus ist der Auferstandene, und er ist eben der, der das Auferstehungsleben einhauchen kann. Und darum wird der Auferstehungskörper genannt ein geistiger Leib. Aber dieser Ausdruck hat nichts zu tun mit der Substanz des Körpers, sondern mit dem Wesen. Es ist der Körper, der eben dem Auferstandenen gleicht, der in die Jünger hauchen konnte, das Auferstehungsleben.
Und der Körper jetzt gleicht eben Adam, der lebendigen Seele: ein seelischer Körper. Und dann ein geistiger Körper. Aber es wird ein wirklicher Körper sein.
Der Tod als Trennung und die Hoffnung der Erlösten
Und natürlich konnte der Herr nach der Auferstehung plötzlich dastehen, und zwar trotz verschlossener Türen, Johannes 20. Aber auch das ist keine Erklärung dafür, wie die Substanz des Körpers ist. Nicht wahr? Petrus hatte einen seelischen Leib, aber in Matthäus 14 konnte er tatsächlich auf dem See Genezareth gehen. Ich habe das nie geschafft. Ja, es geht einfach nicht. Sofort geht man unter, und da gibt es nicht nur Fische, da gibt es auch Schlangen. Aber die machen nichts. Das soll nur sagen: Er konnte auf Wasser gehen. Warum? Weil Gott es so machte, dass er mit seinem seelischen Körper gehen konnte und dass der Herr eben mit seinem Auferstehungskörper plötzlich dastehen konnte. Das ist in Gottes Macht.
Ich meine, abgesehen davon: Alles, was Materie ist, besteht ja aus Atomen. Aber da gibt es ja viel mehr Zwischenraum als etwas. Das ist schon etwas Komisches mit Atomen. Es gibt mehr Zwischenraum. Und also nochmals: Das mit dem Wasser zeigt, man kann durch Materie hindurchgehen. Bei Festkörpern kann man nicht einfach so durchgehen, aber diese physikalischen Probleme löst Gott.
Und es ist auch so: Der Herr Jesus konnte plötzlich wieder verschwinden. Aber auch ein Philippus hat dem Kämmerer in der Apostelgeschichte das Evangelium erklärt, und dann wurde er plötzlich an einem anderen Ort wiedergefunden. Er wurde entrückt. Und so ist das für den Schöpfer, den Herrn der physikalischen Gesetze, alles gar kein Problem.
Also lassen wir uns nicht einreden, als würde der Auferstehungskörper nicht etwas Wirkliches sein. Er ist wirklich, und er gehört zu unserer Person.
Ich möchte noch etwas zeigen. Finger drin lassen in 1. Korinther 15, und schlagen wir kurz Johannes 19 auf. Der Jesus starb am Kreuz, und dann wurde er in die Grabeshöhle gelegt. Aber was steht da wörtlich in Johannes 19,41? „An dem Ort, wo er gekreuzigt wurde, war aber ein Garten, und in dem Garten eine neue Gruft, in die noch nie jemand gelegt worden war. Dorthin nun, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war, legten sie Jesus.“
Wen haben sie dorthin gelegt? Jesus. Aber am Kreuz, gerade bevor der Herr starb, hat er noch das siebte Wort am Kreuz gesprochen: „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist.“ Dann starb der Herr. Also ging der Geist ins Paradies, denn der Herr Jesus sagt ja in Lukas 23, Vers 43, zu dem Mitgekreuzigten: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Der Herr, sein Geist, sein menschlicher Geist und auch seine Seele gingen ins Paradies. Und auch der Kriminelle, der sich noch bekehrt hatte am Kreuz, ging ins Paradies. Aber der Leib des Herrn Jesus wurde ins Grab gelegt. Und hier wird gesagt: Sie legten Jesus.
Und das zeigt: Der Körper gehört auch zur Persönlichkeit. Aber im Tod werden wir getrennt.
Das Totenreich und die Vollendung der Gläubigen
Schrecklich: Der Mensch ist eine Einheit von Geist, Seele und Leib, sagt die Bibel, 1. Thessalonicher 5,23. Und die Seele ist das Ich, der Geist ist die Fähigkeit des höheren Denkens, aber nicht materiell, und der Körper bildet eine völlige Einheit. Das kann man nicht separieren, außer man stirbt. Und das ist fatal.
Der Tod ist schrecklich, diese Trennung. Aber wir dürfen wissen: Die Erlösten im Paradies, bei Jesus Christus, haben es genauso, wie Paulus in Philipper 1 sagt: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein; es ist weit besser. Also wirklich, er sagt: weit besser.
Und da dürfen wir wissen: Wir haben viel Schönes erlebt auf dieser Erde. Wirklich, man kann sich erinnern an gewaltige Momente und Ereignisse, die man im Lauf des Lebens erlebt hat. Und trotzdem sagt der Apostel: Es ist weit besser dort. Und sogar in dem Zustand der Trennung, wenn also Geist und Seele noch ohne Körper dort sind.
So sind auch alle alttestamentlich Gläubigen dort und warten auf die Vollendung. Sie sind einfach nicht vollständig, aber sie sind glückselig. Sie sind nicht vollständig, und darum sollen sie, wie der Hebräerbrief sagt, vollkommen gemacht werden. Und das ist erst dann der Fall, wenn der Körper wieder zurück ist.
Aber bevor wir dort hingehen, möchte ich noch Hebräer 11,40 erklären. Es gibt manche Stellen im Alten Testament, die sprechen über den Tod und über das Totenreich. Und sie sagen: Im Totenreich lobt niemand Gott, im Totenreich ist Stille. Wirklich düster wird das Totenreich, der Scheol, beschrieben. Aber andererseits sagt der Apostel Paulus: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein; es ist weit besser. Wie geht das zusammen?
Ganz einfach: Man muss Folgendes wissen. Totenreich, hebräisch Scheol, im Neuen Testament Hades, wird gebraucht sowohl für den Zustand des Todes im Diesseits als auch im Jenseits. Ich habe gesagt: Im Tod sind wir zweigeteilt, das heißt, der Körper, der auch zu uns gehört. Also ich möchte nicht, wenn ich jetzt sterben würde, dass man an der Beerdigung sagt: Ja, das ist seine Hülle. Nein, man legt Roger ins Grab. Aber eben: Da kann ich nicht mehr loben. Und man kann auch nicht mehr Klavier spielen zum Lobgesang dazu. Es ist alles still und traurig. Und so ist es auf dem Friedhof: Friedhofsruhe.
Aber gleichzeitig im Jenseits ist es ganz anders: höchste Glückseligkeit für die Erlösten. Und das wird in der Bibel auch Scheol genannt, alttestamentlich, und eben auch Hades, neutestamentlich. Das muss man wissen, dann wird plötzlich alles klar.
In Hesekiel 32 wird das Grab mit den Grabbeigaben, wie wir es nennen, Schirol, Totenreich, genannt: das Totenreich im Diesseits, aber nicht dasselbe wie das Totenreich im Jenseits. Für die Gläubigen ist das das Paradies im Himmel, und für die Verlorenen ist es das Gefängnis. 1. Petrus 3, der Ort der Qual, Lukas 16, der auch Hades genannt wird, ist noch nicht die Hölle. Dort warten sie auf die letzte Auferstehung nach dem tausendjährigen Reich, auf das Endgericht vor dem großen weißen Thron.
Schrecklich, aber eben für die Gläubigen wunderbar, aber noch nicht fertig. Sie müssen noch vollkommen gemacht werden.
Die Auferstehung aller Gläubigen bei der letzten Posaune
Und jetzt lesen wir in diesem Zusammenhang Hebräer 11, wo Glaubenshelden des Alten Testaments vorgestellt werden, die treu mit dem Herrn ihren Weg gegangen sind. Auch Glaubensheldinnen übrigens, wenn das ausdrücklich gesagt werden muss. Wenn man das Generikum nicht mehr versteht, das Maskuline, das steht für Männer und Frauen.
Hebräer 11,39-40: Und diese alle, die durch den Glauben Zeugnis erlangten, haben die Verheißung nicht empfangen, da Gott für uns, für uns Gläubige der Gemeinde, etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden. Ohne ist hier choris, das heißt getrennt von, damit sie nicht getrennt von uns vollkommen gemacht würden.
Und jetzt wird klar: Die Auferstehung bei der Entrückung umfasst nicht nur die Gläubigen der Gemeinde aus all den Generationen, die von Apostelgeschichte 2 bis zur Entrückung leben, sondern auch alle alttestamentlich Gläubigen. Sie sind jetzt im himmlischen Jerusalem. Auch Abraham freute sich ja zu Lebzeiten über diese himmlische Stadt. Aber bei der Entrückung wird ihr Geist und ihre Seele mit dem auferweckten Körper vereinigt. Dann stehen die Toten auf, und alle werden bei der letzten Posaune einmarschieren. Und dann gehen sie mit Körper in den Himmel.
Wo waren sie dort? Ohne Körper, nur Geist und Seele. Und dann ist es aber vollkommen, weil der Körper auch dabei ist.
Und jetzt gehen wir zurück zu 1. Korinther 15. Jetzt kann man den Finger wieder freimachen. Es gibt bei Temu so Leder mit ganz vielen Lesezeichen als Stoff, und da kann man das da reinmachen. Dann kann man zehn Stellen oder so ungefähr offen lassen. Das macht man gar nicht mit den Fingern, dann haben die Finger frei. Das war jetzt nicht Reklame für Temu, aber die Chinesen haben das erfunden, eigenartig, und die helfen noch zum Bibellesen.
Der Triumph über den Tod
Aber hier steht jetzt weiter Folgendes in Vers 54: Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in Sieg.
Und jetzt kommt eben das Zitat aus Hosea: Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Hades, o Totenreich, dein Sieg?
Was sollen wir sagen, wenn das alles passiert? Wir wollen uns vorfreuen, wir bereiten uns vor. Also, wenn wir das lebendig erfahren dürfen, dann sollten wir nicht sagen: Wo ist, o Hades, dein Sieg?, sondern wir sollten sagen: Wo ist, o Tod, dein Stachel?, weil wir ja gar nicht sterben und er uns nicht ermorden konnte, der Tod, mit seinem Stachel.
Dann können wir vom Sieg erfüllt sagen: Wo ist, o Tod, dein Stachel? Und die, die verstorben sind und aufstehen werden, die müssen dann sagen: Wo ist, o Hades, dein Sieg?
Es hätte damals bei meiner Abdankung so ausgesehen: Jetzt ist alles vorbei, und es sieht so aus wie bei den Tieren, da ist auch einfach alles fertig. Das Vieh wird vertilgt, sagt Psalm 49, da gibt es kein Weiterleben. Es sah so aus, aber es ist ganz anders. Dann können die rufen: Wo ist, o Totenreich, o Hades, dein Sieg?
Also muss man wissen, welches Wort man rufen muss. Aber es macht nichts, wenn man sich dann irrt. Es kommt dann doch auf das Gleiche heraus. So ist der Herr.
Übrigens haben mal kleine Kinder auf einer Wiese zusammen gespielt. Dann kam ein Stier angerannt, und die Kinder waren in Not, in dieser prekären Situation. Prekär kommt ja von prekarieren, beten. Da hilft nur noch beten. Was haben die gebetet? „Unser Vater, segne diese Speise uns zur Kraft und dir zum Lob und Preise.“
Die wussten nichts anderes zum Beten, aber der Stier ist dann weg. Der Herr kann uns sogar erhören, wenn wir falsch beten. Das ist doch wunderbar. Also darum kein Problem. Aber es ist einfach schön, dieser Siegesruf der Erlösten und diese zwei Gruppen, die dann so zusammengefügt werden, und alle werden dann einmarschieren in die Herrlichkeit.
Vers 56: Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Dann sagt der Apostel: Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.
Dann wird der Sieg über den Tod sichtbar werden. Jesus hat den Tod am Kreuz besiegt, aber wir sehen das noch nicht. Ich weiß es so: Wie der Richter etwas beschließt, ein Urteil fällt, dann ist es de jure. Aber wenn es dann wirklich umgesetzt wird, dann sagt man: Jetzt ist es de facto. In der Rechtswissenschaft unterscheidet man zwischen de jure und de facto. Also de jure ist der Tod besiegt, aber wir sehen es noch nicht, und dann bei der Entrückung wird das de facto.
Und der Apostel sagt: Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Frage: Warum sagt der Apostel hier nicht, der uns den Sieg geben wird, sondern der uns den Sieg gibt? Weil die griechische Grammatik, das Präsens, der Durativ, je nach Zusammenhang auch eine sichere Zukunft ausdrücken kann.
Also, er sagt das, der Sinn ist der: Gott aber sei Dank, der uns ganz sicher den Sieg gibt. Das ist nicht etwas wie: Wir hoffen, dass unser Glaube stimmt. Nein, ganz sicher der uns den Sieg gibt.
Die sichere Zukunft und der Aufruf zum treuen Dienst
Anderes Beispiel: der Jesus im Obersaal am Vorabend der Kreuzigung, als die Schatten von Golgatha bereits auf ihn gefallen waren. Da sagte er: In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und dann sagt er: So komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen.
Warum sagt er nicht: So werde ich wiederkommen, sondern er sagt: So komme ich wieder und werde? Das ist die sichere Zukunft. Das heißt also: So komme ich ganz sicher wieder. Das ist die Aussage.
Und dann wird in Vers 58 das auf das jetzige Leben bezogen. Das macht uns alles Mut. Daher die Schlussfolgerung: Meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe nicht vergeblich ist im Herrn.
Das soll uns ermutigen, wirklich im Werk des Herrn zu arbeiten und zu investieren, weil wir eine so lebendige Hoffnung haben.
Und da möchte ich noch darauf hinweisen in der Offenbarung. In der Offenbarung finden wir viermal, dass der Herr Jesus sagt: Ich komme bald. Und zwar lesen wir zuerst Offenbarung 3. Der Herr sagt zu Philadelphia in Offenbarung 3,10: Weil du das Wort meines Ausharrens bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen. Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme.
Jetzt sehen wir: Herr Jesus sagt, ich komme bald. Und in diesem Zusammenhang gibt er die Verheißung: Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung. Die Stunde, oder Periode, der Versuchung ist die Zeit, wenn der Antichrist kommen wird, der größte Verführer aller Zeiten. Und er wird die Massen nur so im Flug verführen. Aber der Herr sagt zur Gemeinde: Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.
Die Gemeinde kommt nicht in diese Zeit des Antichristen hinein und dann auch nicht in die darauffolgende große Drangsal. Vorher wird der Herr kommen. Und da sagt er: Ich komme bald. Halte fest, was du hast.
Das baldige Kommen des Herrn und die Antwort der Gemeinde
Jetzt könnte jemand sagen: Ja gut, jetzt sind wir zurück beim Thema. Du hast gesagt, Paulus glaubte nicht, die Endzeit sei schon zu seiner Zeit, sondern er sagt, in den letzten Tagen werden, Petrus auch. Aber schammernd offenbar im Jahr 95 sagt der Herr: „Ich komme bald.“ Und so bald ist das ja auch nicht. Wir haben heute 2025. Ja, vorbei, und jetzt ein paar Tage 26. Ja, ja, klar, du zählst halt das angebrochene Jahr nach jüdischer Weise schon vollständig. Korrekt, einverstanden, ich bin bei dir. Also, ja klar, ich habe mich untersprochen, das war jetzt eine Ausrede.
Aber es ist so: Es ist schon eine ziemlich lange Zeit, und der Herr sagt: „Ich komme bald“, und das noch dreimal später in der Offenbarung. Ja, jetzt haben wir in der Elberfelder eine nützliche Fußnote: „Ich komme schnell, eilends.“ Was ist der Unterschied zwischen bald und schnell? Bald ist ein Adjektiv, und schnell ist ein Adverb. Ein Adjektiv beschreibt, wie ein Nomen ist, also ein schönes Pferd – schön ist Adjektiv. Aber etwas schnell tun, das ist ein Adverb, das beschreibt, wie das Tun ist. Und hier ist diese Ausdrucksweise im Griechischen eine adverbiale Ausdrucksweise, also sie beschreibt nicht zeitlich, sondern wie die Handlung ist. Das Kommen wird schnell sein.
Das heißt also, das wird alles wirklich ruckzuck, zackzack gehen. Wir wissen: Zuerst werden die Toten in Christus auferstehen, dann wir, die wir übrig bleiben, werden zusammen mit ihnen entrückt werden, und das alles wird noch nach 1. Korinther 15 in einem Augenblick transformiert werden. Und übrigens: Das Wort umwandeln in 1. Korinther 15, das ist das Gleiche wie in Hebräer 1,10-12, wo es darum geht, dass Gott einmal das Universum auflösen wird, Himmel und Erde. Die Elemente werden nach 2. Petrus 3 aufgelöst und im Brand zerschmelzen. Also Kernspaltung und Kernfusion. Und dann heißt es: Sie werden verwandelt werden.
Das heißt also, diese Schöpfung wird zwar vollständig aufgelöst, in dem Sinn, dass alle Atome, alle Elemente gespalten und oder fusioniert werden, Kernschmelzung, und im Feuer wird die Energie frei. Und dann wird Gott das verwandeln in einen neuen Himmel, eine neue Erde. Und dasselbe Wort „verwandeln“ wie in Hebräer 1,10-12 wird zuerst in 1. Korinther 15,51 und folgende für die Verwandlung des Körpers verwendet. Das heißt also, diese Transformation der Materie wird bei der Entrückung geschehen.
Ja, jetzt habe ich halt wieder lange erzählt. Ich wollte ja nicht zeigen, wie wisch, ruckzuckzuck das alles geht, in einem Nu, in einem Augenblick. Und dann werden wir entgegengerückt werden, um immer bei dem Herrn zu sein.
„Ich komme schnell“ – jetzt warten wir. Wir denken, es ist lang. Nach langer Zeit kommt der Herr jener Knechte zurück. Aber wenn er dann kommt, dann geht es schnell wieder. Das ist der Punkt. Wir können den Herrn jederzeit erwarten. Es muss nicht noch vorher erfüllt werden. Aber vieles, das erfüllt werden muss, kann sich erst nachher erfüllen: der letzte Weltkrieg, die große Drangsal. Aber der Herr wird schnell kommen. Und jetzt Kapitel 22. Dann kommen wir zum Schluss.
Das letzte Wort der Offenbarung und die Sehnsucht der Braut
Offenbarung 22,7: Und siehe, ich komme schnell! Offenbarung 22,12: Siehe, ich komme schnell, und mein Lohn mit mir! Und schliesslich Offenbarung 22,20: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme schnell. So schliesst die Bibel im letzten Buch, im letzten Kapitel.
Der Herr Jesus, der diese Dinge bezeugt, spricht: „Ich komme schnell.“ Und die Gemeinde antwortet: Amen, ja, komm, Herr Jesus. Mehr als sechs hat noch ein Ja drin: Amen, ja, komm, Herr Jesus. Das ist die Antwort der Gemeinde.
Und dann bleibt nur noch der letzte Satz: Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen! Amen.
Ich möchte aber noch dazu lesen, Vers 16 und Vers 17. Da spricht der Herr Jesus ganz klar: Ich, Jesus. Und dann in Vers 17: Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wer dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Der Geist und die Braut sagen: Komm! Der Heilige Geist kam an Pfingsten, um auf eine spezielle Weise hier auf der Erde zu wirken. Das wird bezeichnet als Wohnen in der Gemeinde. Und die Gemeinde ist die Braut Christi. 2. Korinther 11, am Anfang sagt Paulus, dass er die gläubige Gemeinde mit dem Herrn Jesus verlobt hat.
Und wenn man verlobt ist, lebt man nach der Bibel nicht zusammen. Das ist ein No-Go. Man ist getrennt. Die Vereinigung kommt erst bei der Hochzeit. Und so ist es: Der Jesus ist als Mensch im Himmel. Die Braut, die Gemeinde, ist hier auf der Erde. Und die Braut sagt: Komm!
Sie freut sich auf den Tag der Entrückung, und der Heilige Geist in ihr bewirkt diese Sehnsucht, diese Vorfreude. Der Geist und die Braut sagen: Komm!
Und jetzt sehen wir: Bei dem Kommen in Herrlichkeit, da kommt der Herr Jesus als Richter der Welt und für die Welt, wie ein Dieb in der Nacht, sagt 1. Thessalonicher 5. Ein Dieb in der Nacht, das ist nicht sehr angenehm, ein unerfreulicher Besuch, den man sich nicht wünscht.
So, ich bin auch ein bisschen müde. Sie haben gesagt, ich muss zum Schluss kommen. Aber es ist ja so: Man weiss auch nicht, wann er kommt. Der Dieb, ob vier Uhr zwölf oder fünf Uhr sechzehn, das sagen sie nicht im Voraus. Plötzlich sind sie da.
Also für die Welt, die nichts von der Wiederkunft Christi weiss, ist das nicht relevant. Und darum wird sein Kommen sein wie ein Dieb in der Nacht. Unerfreulich!
Aber für die Gemeinde kommt der Jesus nicht als der Dieb in der Nacht oder wie ein Dieb in der Nacht. Er kommt als der Bräutigam, er wartet von den Seinen. Und darum sagen der Geist und die Braut: Komm!
Und sofort wird noch gesagt: Wer es hört, spreche: Komm! Jetzt ist die Gelegenheit für die, die sich noch nicht bekehrt haben, sich heute zu bekehren. Dann können sie auch sagen: Komm! Und wenn jemand Durst hat, Sehnsucht nach Gott, wer dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst. Noch eine letzte Einladung.
Dann wird der Herr eben kommen, um die Braut heimzuführen. Und in Offenbarung 19 wird beschrieben: Während die grosse Drangsal der letzten Weltkriege auf den Höhepunkt kommen wird, wird im Himmel die höchste Freude sein, die Hochzeit.
Und die alttestamentlich Gläubigen werden dann die Eingeladenen sein, das heisst: glückselig, die geladen sind zur Hochzeit des Lammes. Sie sind auch mit dem Körper da. Wir werden auch dort dabei sein.
Und dann Offenbarung 19,10: Da kommt dann der Herr Jesus aus dem Himmel als Richter der Welt, und die Heerscharen im Himmel folgen ihm. Das sind alle Gläubigen aus dem Alten Testament, alle Gläubigen aus der Gemeinde. Sie werden ihn begleiten.
Und in 2. Thessalonicher 1 heisst es: Wenn er kommt mit flammendem Feuer für diese Welt, dann werden die Gläubigen bewundert werden. Das heisst, Herr Jesus wird bewundert werden in allen denen, die geglaubt haben.
Wenn wir dem Nachbarn sagen: War doch wahr, das Traktat oder das Buch, von dem er gesagt hat, es sei ein gutes Buch, ich habe es gar nicht gelesen, dann werden die den Herrn bewundern in allen, die geglaubt haben. So werden wir auf seiner Seite stehen.
Jetzt sind wir die Verworfenen. Wir stehen auf seiner Seite. Aber dann werden wir auch, wenn er anerkannt werden muss, auf seiner Seite stehen.
Und so sehen wir, dass beides eben Vorfreude ist: die Entrückung und das Kommen des Herrn mit allen Heiligen. Das hängt so direkt miteinander zusammen, aber es ist nicht dasselbe. Die Entrückung ist das Kommen des Herrn für die Gläubigen, und dann das Kommen des Herrn mit den Gläubigen.
Und wenn er kommt, kommt er als der Bräutigam. Und wenn er da kommt, dann kommt er eben als der Richter und König der Welt.
Wollen wir hier schliessen.

