
Meine Oma hat immer gesagt: Geld nimmt man nicht in den Mund, Junge. Man weiß nicht, wer das alles schon in den Händen hatte.
Je älter ich wurde, desto weniger hatte ich das Bedürfnis, mir Geld in den Mund zu stecken. Vielmehr wollte ich es in meine Taschen stecken. Wer das alles schon in den Händen hatte, war mir ziemlich egal. Viel interessanter war für mich, was ich alles in den Händen halten könnte, wenn man sich Entsprechendes leisten kann.
Hast du Euro in den Taschen, hast du immer etwas zu naschen und so weiter.
Was ich damals nicht wusste und was ich mir heute bewusst machen muss, ist, dass man es schwer hat, wenn man Geld hat. Das ist vielleicht eine überraschende Aussage, aber so sagt es Jesus: Wie schwer werden die, die viel besitzen, in das Reich Gottes hineinkommen.
Das möchte ich heute Abend mit Ihnen im Zusammenhang anschauen.
Wir wollen noch einmal ins Lukasevangelium hineinschauen. Wir befinden uns im achtzehnten Kapitel, und ich lese zunächst einen Abschnitt aus diesem Kapitel vor, ab Vers 18.
Da fragte ihn ein Oberster, der zur Synagoge gehörte, also ein religiöser Führer: „Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?“ Jesus antwortete ihm: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, außer dem einen, nämlich Gott. Die Gebote kennst du: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben, ehre deinen Vater und deine Mutter.“
Der Mann entgegnete: „Dies alles habe ich von meiner Jugend an befolgt.“ Als Jesus dies hörte, sagte er zu ihm: „Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile den Erlös an die Armen. Dann wirst du einen Schatz im Himmel haben. Komm und folge mir nach!“
Als der Mann dies hörte, wurde er sehr betrübt, denn er war sehr reich. Jesus sah, dass er betrübt war, und sagte: „Wie schwer werden die, die viel Besitz haben, in das Reich Gottes hineinkommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“
Die Zuhörer fragten daraufhin: „Wer kann dann überhaupt gerettet werden?“ Jesus antwortete: „Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott.“
(Lukas 18,18-27)Aus dem Matthäusevangelium, in dem von diesem Mann und seinem Gespräch mit Jesus berichtet wird, geht hervor, dass es sich um einen jungen Mann handelt, der zu Jesus kommt und eine Frage hat.
Ich freue mich immer, wenn junge Leute Fragen stellen. Sie haben ohnehin viele Fragen, aber es ist besonders wertvoll, wenn sie den Mut aufbringen, sich mit einer Schwierigkeit an jemanden zu wenden und um Rat zu bitten. Als Prediger im SAT in Dillenburg bist du hinterher oft von Fragenden umringt. Im Alltag kommt das allerdings leider seltener vor.
Hier abends sind immer viele junge Leute mit Fragen da. Wenn man jung ist, ist das ein gutes Recht. Es ist wichtig, entscheidende Fragen nicht für sich zu behalten oder allein auszumachen. Stattdessen sollte man den Fragen nachgehen und schauen, wo verlässliche Menschen sind, die helfen können, und wo man entscheidende Antworten bekommt.
Letztendlich geht es natürlich um die wesentlichen Fragen, die wir auch im Blick auf Gott haben – Fragen, die wir an Gott selbst richten. Natürlich können wir uns mit unseren Fragen auch direkt an Gott wenden.
Grundsätzlich möchte ich dazu motivieren, Fragen zu stellen. Mit einer Jugend, die nicht viele Fragen stellt, ist nicht viel los.
Warum werden heute so wenig entscheidende Fragen gestellt? Ich glaube nicht, dass das Problem bei den jungen Leuten liegt, die nicht fähig sind, Fragen zu stellen. Vielmehr liegt das Problem oft bei den Erwachsenen, die nicht in der Lage sind, Fragen zu beantworten.
Wenn Jugendliche ein paarmal die Erfahrung machen, dass auf ihre Fragen kaum eingegangen wird und man sich um Antworten herumdrückt, geben sie irgendwann auf.
Das beginnt schon, wenn Kinder eines Tages die unvermeidliche Frage stellen: Woher kommen eigentlich die Babys? Das kann Eltern ganz schön ins Schwitzen bringen.
Der Vater versteckt sich hinter der Zeitung und sagt: „Geh doch mal zur Mama.“ Die Mama rührt angestrengt im Kochtopf und erwidert: „Siehst du doch, dass ich keine Zeit habe. Geh mal zur Oma.“ Und die Oma erzählt dann die Geschichte vom Klapperstorch.
Ich befürchte, dass deshalb viele Jugendliche heute so wenig fragen. Sie haben den Eindruck, dass Eltern, Lehrer, Pfarrer, Prediger oder Politiker keine Antworten haben. Sie drücken sich, sagen nicht, was sie wirklich denken, lassen manchmal nur irgendwelche Phrasen ab oder glauben selbst nicht, was sie sagen.
Deshalb werbe ich um dein Vertrauen. Allerdings nicht um dein Vertrauen zu irgendwelchen Erwachsenen oder Institutionen. Ich werbe nicht um dein Vertrauen zu Parteien, Eltern oder gar zu mir, sondern um dein Vertrauen zu Jesus.
Wenn in der Bibel von Vertrauen die Rede ist, wird das Wort Glauben verwendet. Das ist eine christliche Vokabel, die uns sehr geläufig ist. Manchmal ist damit jedoch eine verschwommene Vorstellung verbunden.
Letztendlich bedeutet dieses biblische Glauben Vertrauen – jemandem tatsächlich zuzutrauen, dass er mir helfen kann. Glauben und Vertrauen sind dasselbe.
An Jesus glauben heißt also, dass man ihm vertraut, sich ihm anvertraut und sich ihm nähert – so wie jener junge Mann hier, der sich an Jesus wendet und sagt: „Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?“
Bevor wir auf diese äußerst wichtige Frage eingehen, fällt zunächst die Anrede „guter Lehrer“ auf. Er nennt Jesus so, weil er in ihm einen Vertrauenslehrer sieht. Früher gab es, zumindest zu unserer Zeit, Vertrauenslehrer, denen man sich anvertrauen konnte, wenn man Probleme hatte. Dabei ging es nicht um fachliche Fragen, sondern um persönliche Angelegenheiten.
So sagt der junge Mann „guter Lehrer“. Wenn wir gerade von Glauben und Vertrauen sprechen, geht es hier nicht um irgendeine Frage, die mit Holz zu tun hätte. Jesus wäre sicher auch in der Lage gewesen, an der Berufsschule als Zimmermann einiges weiterzugeben. Aber hier stellt der junge Mann eine geistliche Frage.
Hattest du einen guten Lehrer? Wir hatten ja vorgestern Klassentreffen. Das war sehr spannend. Leider konnte ich nur eine Stunde dabei sein, weil ich abends hier sein musste. Aber es kamen natürlich Erinnerungen auf, zum Beispiel an Herrn Reising – Michael Lotz wird ihn sicher noch gut kennen, nicht zuletzt über deinen Vater. Er war ein guter Lehrer.
Ein guter Lehrer ist sowohl fachlich – egal, was er unterrichtet, sei es Mathematik oder ein anderes Fach – als auch menschlich für seinen Job geeignet. Das war zum Beispiel jemand, zu dem ich wirklich aufgeblickt habe. Kurz nach seiner Pensionierung ist er verstorben, und als ich davon hörte, habe ich wirklich um diesen Mann getrauert.
Es gibt wirklich gute Lehrer. Und ich glaube, wenn ich sage, dass sie fachlich und menschlich geeignet sein müssen, dann trifft das beides mehr als auf jeden anderen Menschen auf Jesus zu. Er ist fachlich geeignet. Lies mal seine Reden in den vergangenen Kapiteln.
Es ist vielleicht keine schlechte Empfehlung, parallel zu den Abendveranstaltungen das Lukasevangelium zu lesen. Am Anfang wird es Ihnen noch ein bisschen weihnachtlich vorkommen, aber dann geht es gleich weiter damit, wie Jesus auftrat, wie er predigte und wie er Menschen etwas vermittelte.
Ein guter Lehrer erklärt etwas so, dass die Zuhörer verstehen, was er meint. Er braucht treffende Beispiele, und das tut Jesus. Er hat viele Gleichnisgeschichten erzählt. Ich habe vorletzte Woche zehn davon hier im Zelt in Schuttütten ausgelegt – wunderbare Bilder, die er gebraucht hat, um die Sache, die er erklären möchte, nachvollziehbar zu machen.
Dass Jesus menschlich nahbar und vertrauenswürdig ist, beweist dieser junge Mann einmal mehr. Auch im Abschnitt direkt vor diesem, in den Versen 15 und folgenden, bringen Mütter ihre kleinen Kinder zu Jesus und vertrauen ihm ihre Kinder an. Jesus ist wirklich ein guter Lehrer. „Guter Lehrer“ – das ist eine völlig zutreffende Anrede, die er zu Beginn an Jesus richtet.
Und dann kommt eine äußerst gute Frage: Was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?
Diese Frage wird heute relativ selten gestellt, weil viele vielleicht überhaupt nicht mehr davon ausgehen, dass es nach diesem Leben hier überhaupt noch etwas gibt. Man sagt, man könne ja nicht irgendwo im Ungewissen stochern. Außerdem sei noch keiner zurückgekommen, daher könne man keine Antwort erwarten.
Er stellt diese Frage: Was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? Er ist ein Mensch wie wir alle, der die Ewigkeit in seinem Herzen trägt. Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt – eine offene Frage, die eine Antwort verlangt.
Im Vergleich dazu sind alle anderen Fragen, die sich auf diese Welt beziehen, zweitrangig. Die Frage, wie man an Geld kommt, selbst die wichtige Frage, wie man Frieden erreichen kann, oder die Frage, wie man die Umwelt retten kann – all diese Fragen sind weniger bedeutend. Die Frage des Mannes hier zielt auf das ewige Schicksal des Menschen.
Darüber wollen wir hier sprechen. Und Jesus, der gut zuhört, was man sagt, geht auf beides ein: zuerst auf die Anrede „guter Lehrer“ und dann natürlich auch auf seine Frage.
Zunächst einmal fragt er: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer dem einen, Gott. Damit wehrt Jesus die Anrede „guter Lehrer“ nicht ab. Man könnte ja vielleicht denken, er sagt: „Ich bin gar kein guter Lehrer, was nennst du mich gut?“ Nein, das tut er nicht. Stattdessen stellt er seinerseits die Gegenfrage: Warum sprichst du mich so an?
Dann zeigt er ihm die Konsequenz auf und sagt: Wenn du Recht hast mit dem, wie du mich ansprichst, dass ich ein guter Lehrer bin, dann musst du auch zugeben, dass ich Gott bin. Wenn du Recht hast damit, dass ich wirklich gut bin, durch und durch gut, dann musst du zugeben, dass ich Gott bin.
Jesus als Mensch anzuerkennen, bestreitet kaum jemand. Er war eine historische Persönlichkeit. Man müsste die Geschichte schon völlig ignorieren, um zu glauben, dass er nur eine Fantasiegestalt sei. Jesus als Menschen anzuerkennen, fällt den meisten Menschen normalerweise nicht schwer.
Als Lehrer erkennen viele Jesus ebenfalls an. Viele sind fasziniert von dem, was er gesagt hat. Die Bergpredigt ist eine Grundlage für menschliches Zusammenleben. Ganz ohne Frage war er ein guter Lehrer, der auf Wesentliches hingewiesen und die Liebe herausgestellt hat. Das können wir nachvollziehen. Wir sagen Ja zu vielem, was Jesus gesagt hat, auch wenn es oft sehr eindringliche Worte sind. Dennoch hat er mit dem, was er sagt, Recht.
Aber Gott? Also Mensch, ja, Lehrer, ja. Doch dass er tatsächlich Gott gewesen sein soll, dass Jesus als Gott in Person zu uns gekommen sei – so wie wir an Weihnachten sagen, dass Gott ein Mensch wurde und unter uns lebte – daran zweifeln natürlich viele Menschen.
In dem Roman Sakrileg von Dan Brown, einem Bestseller, wird behauptet, Jesus sei erst im Jahr 325 nach Christus von Kaiser Konstantin, der das Christentum zur Staatsreligion gemacht hat, zu Gott erklärt worden. Angeblich seien erst 325 nach Christus die ersten dogmatischen Aussagen darüber getroffen worden, dass Jesus Gott sei. Alle Stimmen, die sagen, er sei lediglich ein menschlicher Lehrer gewesen, würden angeblich zum Schweigen gebracht.
Tatsächlich aber erhob Jesus selbst immer wieder den Anspruch, Gott zu sein. Wenn wir das Neue Testament aufmerksam auf diese Frage prüfen, sehen wir, wie Jesus, etwa im Brief des Paulus an die Philipper, eindeutig als Gott verehrt wird. Der Philipperbrief – es gibt liberale Theologen, die von der historisch-kritischen Methode ausgehen und sagen, man könne das nicht so genau datieren, wie man früher glaubte. Aber der Philipperbrief wird von keinem ernstzunehmenden Historiker später als zwanzig Jahre nach dem Tod von Jesus datiert. Es gibt keinen vernünftigen Historiker, der glaubt, dass der Philipperbrief später als zwanzig Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurde.
Im Philipperbrief, Kapitel 2, heißt es eindeutig, dass Jesus nicht an seiner Gottheit festhielt, sondern sich erniedrigte, Mensch wurde und die Knechtsgestalt annahm. Er war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Er starb für uns. Dann folgt die Kehrtwende: Deshalb hat Gott ihn auch hocherhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist. Damit sich im Namen Jesu jedes Knie beuge und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr sei, zur Ehre Gottes. Das ist eine eindeutige Aussage.
Selbstverständlich haben seine Jünger und Apostel Jesus als Gott anerkannt. Nach der Auferstehung hat Thomas, der sogenannte ungläubige Thomas, Jesus angesprochen mit „Mein Herr und mein Gott!“ Er hat ihn mit Gott betitelt, und Jesus hat das nicht abgelehnt.
Wenn Sie mich abends hier so reden hören, könnten Sie vielleicht den Eindruck bekommen, ich wüsste sehr viel. Doch Sie kennen mich ja nicht unbedingt persönlich.
Würden Sie einmal 24 Stunden mit mir verbringen, würden Sie merken, dass ich ganz und gar nicht so fromm und vollkommen bin, wie es vielleicht scheint. Sie würden feststellen, dass ich auch eine Menge Unsinn erzählen kann.
Die Jünger von Jesus waren drei Jahre lang Tag und Nacht mit ihm zusammen. Sie zogen durch ganz Palästina, aßen mit ihm, übernachteten in einem Quartier mit ihm und führten lange Gespräche am Abend.
Trotzdem waren sie überzeugt, dass er Gott ist. In dieser Zeit haben sie nichts entdeckt, was darauf hindeutete, dass er die Leute nur blendet oder große Reden hält, ohne dass wirklich etwas dahintersteckt. Nein, Jesus ist Gott.
Damit ist Vers 19 allerdings noch nicht erledigt. Wenn Gott allein gut ist, dann gilt auch die Kehrseite: „Kein Mensch ist gut.“ Die Bibel bestätigt dies an vielen Stellen. Ich möchte Ihnen nicht alle zitieren, aber ich könnte zahlreiche Stellen nennen, an denen immer wieder betont wird: Mensch, sei bescheiden! Es gibt Sünde in deinem Leben, und jeder von uns ist davon betroffen.
Um es kurz zu machen: Laut Bibel gibt es keine guten Menschen. Alle sind böse, alle sind sündig und von Sünde infiziert. Alle stehen auf derselben Stufe, keiner ist besser.
Jesus weiß, was im Menschen vorgeht. Er kennt uns durch und durch, denn Jesus ist Gott. Er weiß, was ein Mensch denkt, und er weiß auch, dass dieser Superfromme eine gute Meinung von sich selbst hat. Während er seine Frage stellt, weiß Jesus im Voraus, dass sich dieser Mann durchaus für fähig hält, alle Forderungen des Gesetzes zu erfüllen. Er kennt sein Gegenüber.
Darum gibt Jesus auf seine Frage zunächst eine Standardantwort. Er sagt: „Halte die Gebote“ und zählt dann einige konkret auf. Das haben wir ja eben gelesen. „Halte die Gebote!“ Na gut, das wusste der Mann natürlich. Er war ein Oberster der Juden und hätte diese bedeutende Stellung in der jüdischen Gesellschaft nicht gehabt, wenn er das Gesetz nicht gehalten hätte. Wäre er ein bewusster Gesetzesübertreter gewesen, hätte man ihn nicht als Obersten der Juden anerkannt.
Also sagt er ganz klar: „Ich habe alle befolgt.“ Ich möchte nicht bestreiten, dass er sich wirklich bemüht hat, dass er seine Eltern geehrt hat und sicherlich niemanden umgebracht hat. Das möchte ich ihm zugestehen.
Trotzdem müssten wir eigentlich erwidern: „Moment, jetzt mal halblang! Niemand hält ein Leben lang alle Gebote.“ Ich wollte gerade erklären, dass kein Mensch gut ist. Wir haben versucht, Gutsein und Neigung zur Sünde zu definieren und auseinanderzuhalten.
Aber Jesus sagt das nicht. Er kritisiert ihn nicht für die Aussage „Ich habe alle Gebote gehalten.“ Ich persönlich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die das wirklich können.
Und spätestens wenn jemand stolz darauf ist, dass er sich sehr bemüht hat und Gutes getan hat, ist Stolz eine Eigenschaft, die in den Augen Gottes nicht gut wegkommt.
Also hätte Jesus sagen können: „Was laberst du?“ Aber das sagt er nicht. Er hört sich das an, wie es ausdrücklich in Vers 22 heißt.
Übrigens: Man muss nicht auf die Barrikaden gehen, wenn jemand etwas sagt, das der eigenen Überzeugung widerspricht. Das tut Jesus auch nicht. Es entspricht nicht seiner Überzeugung, aber trotzdem hört er zu.
Hör dir an, was jemand sagt, lass es stehen, wenn es nicht völlig daneben ist, und sei klug.
Jesus weiß, dass der Mann stinkreich ist – ein Bonze, ein Krötenfreund, ein Goldfasan. Und jung wie er ist, hat er sich das alles wahrscheinlich gar nicht selbst erworben. Wahrscheinlich ist er von Beruf Sohn. Sein Papa hat ihm den teuren Zweireiher finanziert, und so ist er vom Hugo zum Boss geworden. Er hatte alles, was man sich wünschen kann, geerbt – allerdings außer dem ewigen Leben. Deshalb fragt er: Was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?
Du und ich sind in ziemlich reiche Verhältnisse hineingeboren worden. Es fehlt uns an nichts. Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann gibt es den VdK, und es gibt Möglichkeiten, dass wir einander unterstützen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es Reiche gibt – manche mit einem großen Herzen, die bereit sind, die weniger Bemittelten zu unterstützen. Insgesamt können wir so dankbar sein, dass wir im Grunde genommen alle reiche Leute sind.
Im Vergleich zum Rest der Menschheit, die vielfach nicht in festen Steinhäusern wohnt und nachts mit hungrigem Magen zu Bett gehen muss, geht es uns sehr, sehr gut. Aus Bäckereikreisen weiß ich, dass es in Deutschland etwa 700 Brotsorten gibt. Aber selbst wenn du zwei Jahre lang jeden Tag eine andere Brotsorte isst, wird deine Seele verhungern, wenn du Jesus nicht hast, der gesagt hat: Ich bin das Brot des Lebens.
Reichtum allein stellt einen Menschen nicht wirklich zufrieden. Warum gibt es in unserer Gesellschaft so viele, die ruhelos auf der Suche nach dem Sinn im Leben sind und offensichtlich keine befriedigende Antwort darauf haben? Wir Menschen haben Hunger nach Leben, Hunger nach beständigem Leben. Wir haben Hunger nach ewigem Leben. Darum fragt der Mann auch: Was muss ich tun, um ewiges Leben zu bekommen?
Wir haben eine Ahnung von Ewigkeit, eine Sehnsucht nach Leben aus Gott. Davon bin ich überzeugt, auch wenn Menschen zum Teil Gott leugnen und sagen, sie wollen nichts mit ihm zu tun haben. Letztendlich haben wir alle ein Vakuum in uns, das nur er füllen kann. Viele haben einen Krippenplatz, einen Studienplatz, einen Arbeitsplatz – aber im Herzen ist immer noch Platz.
Dann versuchen wir, die Lücken mit Geld, Gaudi und Gelump vollzustopfen. Wir versuchen, uns ein bisschen abzulenken und das Leben ein bisschen auszustatten. Wir kaufen Dinge, die wir nicht wirklich brauchen, von Geld, das wir nicht wirklich haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht wirklich mögen. So funktioniert der demonstrative Konsum. Aber irgendwie sind viele Menschen ohne wirkliche Erfüllung unterwegs.
Menschen sind reich und doch haben sie eine Sehnsucht, ohne dass sie so richtig wissen, wonach eigentlich. Sie haben den richtigen Durst und trinken vielfach an der falschen Quelle. Millionen stellen sich die Frage dieses jungen Mannes: Was fehlt mir eigentlich? Und das ist eine gute Frage. Diese Frage muss gestellt, aber auch beantwortet werden.
Die Antwort von Jesus lautet: „Ich fehle dir, ich der Erlöser.“
Eins fehlt dir noch, sagt Jesus wörtlich: „Verkaufe alles, was du hast, und komm, folge mir nach.“ Das, was dich bisher beschäftigt hat, sollst du hinter dir lassen. Konzentriere dich auf eine völlig neue Ausrichtung. Folge mir nach. Ich habe ein anderes Lebensziel als das, was du bisher hattest – nicht etwas darzustellen oder dir etwas leisten zu können. Folge mir nach, vertraue mir. Du weißt nicht genau, wo es hingeht, aber Vertrauen bedeutet: Ja, ich schließe mich Jesus an.
Er hat sich bewährt und hat sich im Leben vieler anderer gezeigt. Er ist vertrauenswürdig. Das, was er zu sagen hat, macht Sinn und erreicht dein Herz. Wenn du es mal liest, dann versuche doch, das Lukasevangelium zu lesen. Du wirst merken, dass es etwas mit dir zu tun hat.
Wir sind oft so beschäftigt mit tausend Sachen, aber das Wichtigste – das Leben, das hier thematisiert wird – vernachlässigen wir. Folge mir nach, vertraue mir. „Ich möchte dir vorangehen und dich an ein gutes Ziel bringen“, sagt Jesus.
Die Antwort ist eigentlich unkompliziert, unmissverständlich und unbequem. Bequeme Antworten gibt Jesus sowieso selten, aber oft sind sie verblüffend einfach. Und es sind Antworten, mit denen man leben und auch sterben kann – wenn man es denn nur will.
Nun, die einfache Antwort, die Jesus gibt, ist für den jungen Mann die denkbar schwerste: Verkaufe alles, verschenke den Erlös und folge mir nach. Stell dir das vor: Du hast viel erworben und freust dich darüber, dass dein Konto gut gefüllt ist. Du musst dir auf viele Jahre keine Sorgen machen, zumindest was die käuflichen Dinge betrifft.
Damit hast du noch keine Gesundheit, keine harmonische Ehe und so weiter. Es gibt Dinge, die kannst du nicht mit Geld bezahlen. Aber wie hast du gesagt? Es beruhigt, wenn man ein bisschen Geld hat. Jetzt soll er das alles verkaufen? Er soll seinen Besitz, das, was er sich schon gekauft hat und womit er umgehen konnte, an die Armen verteilen? Jetzt wird es wirklich ernst.
Der junge Croesus wird blass, seine Finger verkrampfen sich zu hässlichen Krallen, sein offenes Antlitz versteinert plötzlich. Damit hat er nicht gerechnet. „Als er dies aber hörte, wurde er sehr betrübt, denn er war sehr reich.“
Der junge Geldsack will nicht auf seinen Luxus verzichten. Er will nicht alles auf eine Karte setzen. Er will nicht die teuren Abende in der High Society eintauschen gegen das Abenteuer mit Jesus. Das ist ein Abenteuer.
Ich kann dir wirklich nicht genau sagen, wo es im Leben hingehen wird, wenn du Jesus nachfolgst, wozu er dich berufen wird oder wo er erwartet, dass du über ihn redest. Was ich dir sagen kann, ist, dass du Schwierigkeiten bekommen wirst. Wenn man sich offen zu Jesus bekennt, bleibt das nicht ohne Kritik.
Ich weiß, was das große Ziel ist: die Herrlichkeit beim Vater im Himmel. Aber wo der Weg in dieser Welt langläuft, das ist ein Abenteuer – und das wollte er nicht eingehen.
Plötzlich wird offenbar, dass er vielleicht reich an Geld ist, aber arm an Liebe. Er liebt weder Gott noch Menschen. Ihm fehlt die Liebe zu Gott, weil er Jesus, dem Sohn Gottes, nicht folgen will. Ihm fehlt die Liebe zu seinem Nächsten, denn er will die Armen nicht unterstützen und ihnen nicht helfen. Deswegen ist ihm nicht zu helfen.
Eine Mitgliedschaft beim VdK kam für ihn nicht in Frage. Sich für Arme zu engagieren, war nicht vorgesehen in seiner Lebensplanung. So entlarvt Jesus diesen netten, anständigen jungen Mann als Egoisten.
An seiner Traurigkeit, wie wir das in Vers 23 gelesen haben, zeigt sich, dass er das, was er von Jesus geantwortet bekommen hat und erfahren hat, auch verstanden hat. Er ist erschrocken und weiß, was zu tun ist. Deswegen ist er so versteinert.
Er hat verstanden: Gott ist heilig, und er hat verstanden, dass er habgierig ist. Die Nachfolge und seine Haltung zum Geld passen nicht zusammen. Deshalb geht er traurig nach Hause. Das ist seine Reaktion.
Wenn jemand Sündenerkenntnis hat, ist das noch kein sicheres Zeichen dafür, dass er wirklich bekehrt ist. Wenn jemand Gefühle zeigt und vielleicht sogar Tränen in den Augen hat, kann ich mir gut vorstellen, dass das noch nicht alles ist.
Man muss dann auch den Mut haben, den nächsten Schritt zu tun. Es ist ein Vertrauensschritt. Ich möchte Bekehrung nicht zu leicht machen, denn Jesus tut das auch nicht. Ich sage nicht: „Kommt zu Jesus, jeder Mensch ist Sünder, das kann man doch so verallgemeinern. Bist du betroffen davon? Glaubst du das? Ja? Dann brauchst du jetzt nur noch an Jesus glauben, und du kommst in den Himmel.“
Das, was Jesus hier erwartet, ist wirklich ein starkes Stück. Es ist eine völlige Kehrtwendung und das Ausrichten auf nur eines: Jesus nachzufolgen. Das hinterlässt bei diesem Mann hier große Traurigkeit. Und als er dann weg ist, sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!“ Wer reich ist, kommt nicht ins Reich Gottes.
Der Himmel ist kein Ort für Satte und Besitzstandsbewahrer. Ja, ein Reicher hat es schwer. Das ist ein Satz, der typisch für Jesus ist. So etwas habe ich von niemand anderem je gehört oder gelesen. Es ist schwer, reich zu sein – das Gegenteil von dem, was alle Welt denkt. Alle denken, ein Reicher hat es leicht.
Man sieht, was sich manche Leute an Klamotten, Autos, Reisen und so weiter leisten können. Je dicker das Konto, desto schlanker die Geliebte – die sind doch zu beneiden. Die haben es doch leicht im Leben, wenn sie sich alles leisten können. Es lässt sich nicht bestreiten, dass vieles im Leben einfacher ist, wenn man Geld hat. Aber um zu Gott zu kommen, ist Geld nicht nützlich, sondern schädlich.
Eher geht ein Abschleppseil durch ein Nadelöhr.
Wir können ja mal einen Test machen. Markus, komm mal zu mir. Haben wir nicht abgesprochen, aber damit du was zu tun hast. Ich habe hier ein Seil und eine Nähnadel, und ich würde dich bitten, das Seil durch das Nadelöhr zu fädeln. Du hast bestimmt schon mal einen Faden eingefädelt.
Danke, dass du uns das hier mal demonstrierst. Eigentlich hatte ich überlegt, du hast ja noch nicht sehr lange probiert, da braucht man schon ein bisschen Geduld. Bei mir geht das auch nicht so schnell.
Ich hatte überlegt, ob ich im Frankfurter Zoo ein Kamel ausleihe. Das hätte man ja auch mal probieren können. Man könnte ja am Schwanz zwirbeln und das Kamel von hinten auffädeln. Aber ich dachte, mit so einem Seil lässt sich das vielleicht auch demonstrieren.
Wie sieht es aus? Geht nicht? Soll man jemand anderen fragen, oder würdest du abraten? Funktioniert nicht. Aber danke, dass du es versucht hast, Markus, vielen, vielen Dank.
Im Mittelalter entstand eine Auslegung, die der Geschichte etwas von ihrer Schärfe nimmt. Man sagte, dass es in Jerusalem ein Tor gegeben hätte, das man „Nadelöhr“ genannt habe. Dieses Tor sei so niedrig gewesen, dass ein beladenes Kamel nur auf Knien hindurchgehen konnte. Daraus wurde geschlossen, dass man Demut brauche, um mit Gott ins Reine zu kommen. Nur auf Knien komme ein Mensch in das Reich Gottes.
Diese Interpretation klingt zwar gut, ist aber falsch. Die Tore in Jerusalem sind in der Bibel alle namentlich aufgeführt, dabei ist kein Nadelöhr erwähnt. Das sollte bereits stutzig machen. Außerdem laufen Kamele grundsätzlich nicht auf ihren Knien – das hat man noch nie beobachtet. Es macht auch wenig Sinn, ein Stadttor so niedrig zu bauen, dass man nicht vernünftig hindurchgehen kann. Was hätten sich die Architekten dabei gedacht?
Der früheste Beleg für diesen Gedanken findet sich im elften Jahrhundert in einem Kommentar des Griechen Theophylakt. Er hatte mit diesem Text dieselben Schwierigkeiten wie wir heute. Andere glaubwürdige Textanalytiker meinen, dass das griechische Wort „kamelos“ für Kamel vielleicht mit dem Wort „kamillos“ für Tau oder dickes Seil verwechselt worden sein könnte.
„Camelos“ klingt tatsächlich sehr ähnlich. Dann müsste es heißen, es sei leichter, dass ein dickes Abschleppseil durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. Das leuchtet ein. Aber eigentlich ist es völlig egal: Kamel oder Seil – das eine passt genauso wenig durch ein Nadelöhr wie das andere. Selbst das sicherlich viel kleinere, was wir gerade ausprobiert haben, funktioniert einfach nicht. So hat Markus das gerade bewiesen.
Die Zuhörer von Jesus damals haben das Entscheidende jedenfalls sofort verstanden. Sie waren entsetzt und sagten: „Dann kommt ja niemand in das Reich Gottes.“ Das sei unmöglich, errettet zu werden. Sie sahen ihre eigene Errettung gefährdet und waren erschrocken. Niemand soll in den Himmel kommen?
Jesus will uns darauf aufmerksam machen, dass Errettung immer ein Wunder ist. Dessen bin ich mir als Prediger bewusst, und das habe ich vorhin in der Gebetsgemeinschaft vor der Veranstaltung nochmals zum Ausdruck gebracht. Wir können versuchen, ansprechende Veranstaltungen zu machen, tolle Musik und eine gute Atmosphäre bieten, und überredende Worte gebrauchen. Trotzdem kann all das keinen Menschen retten.
Errettung ist immer ein Wunder, und Wunder kann allein Gott tun. Für Menschen ist es tatsächlich unmöglich, in das Reich Gottes zu kommen. Man braucht Gott, denn für Gott ist nichts unmöglich. Das sagt Jesus hier: Es ist unmöglich bei Menschen, aber bei Gott ist nichts unmöglich.
Es ist nicht selbstverständlich, gerettet zu werden. Wenn du Christ bist und dir deiner Errettung gewiss bist, eine Heilsgewissheit hast, also weißt: „Ich gehöre zu Jesus und werde einmal im Himmel sein, weil mein Erlöser Jesus Christus lebt“, dann mach dir bewusst, dass das ein Wunder ist. Dann danke dem Herrn dafür.
Nimm es nie als selbstverständlich hin, wenn gesagt wird: „Ja, einer ist Christ, der andere Moslem, und Hauptsache, man hat seinen Glauben.“ Wenn du Jesus hast, hast du das Leben. Dass er dir begegnet ist und dich errettet hat, das ist ein Wunder. Es wird jeder gerettet, der Gott dieses Wunder tun lässt.
Nun möchte ich zusammenfassen, was heute Abend aus diesem Text gelernt wurde.
Erstens: Die wichtigste Frage, die ein Mensch haben kann, ist die nach dem ewigen Leben. Das ist die bedeutendste Frage überhaupt. Wenn du sie noch nicht beantwortet hast, solltest du sie wenigstens stellen. „Wer sucht, der wird finden“, hat Jesus gesagt. Viele Menschen stellen gar keine Fragen. Dass sie dann keine Antwort bekommen, ist kein Wunder. Schon die Kinder bei der Sesamstraße singen: „Wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Und das ist ein biblisches Prinzip. Jesus sagt: Wer sucht, wird finden.
Also geht dieser Frage nach! Übrigens nicht nur junge Leute, auch ältere Menschen müssen diese Frage stellen, wenn sie nicht schon diesen Frieden im Herzen haben. Ich war in diesen Tagen auch mit Senioren im Gespräch über das Evangelium. Dabei begann einer zu lernen und sagte: „Ich lese jetzt seit einem halben Jahr in der Bibel, aber ich habe das und das noch nicht verstanden.“ Wie schön, dass jemand mit über siebzig Jahren solche Fragen stellt.
Das Zweite: Jesus ist ein guter Lehrer, die entscheidende Adresse für jeden, der wesentliche und oft auch überraschende Antworten erwartet. Wende dich an Jesus! Wenn du das Lukasevangelium liest, wirst du viele wesentliche Lebensfragen beantwortet bekommen.
Das Dritte: Der Lehrer gibt die Aufgabe, die Gebote zu halten. Damit lässt er den Mann laufen. Es ist nicht so, dass Jesus, wie ich, zum Kreuz ruft oder zu einer Gesprächsrunde einlädt. Er sagt: Halte die Gebote! Und dann geht der Mann weg. Jesus ruft ihm auch nicht hinterher: „Moment, Moment, wollte dir ja nur mal deine Sünden bewusst machen, jetzt komm mal her, lass uns die Bibel aufschlagen oder so.“ Nein, er bleibt dabei: Er soll die Gebote halten.
Die Religionsstifter der Welt waren im Wesentlichen Lehrer, aber nicht Erlöser. Sie haben den Menschen gesagt: „Tu dies und jenes, und du findest die Gottheit.“ In der Religion muss man immer etwas tun, immer etwas leisten. Die christliche Botschaft ist jedoch, dass wir nicht durch unser Tun erlöst werden, sondern durch das, was Christus für uns getan hat.
Und das stand unmittelbar bevor: Jesus war auf dem Weg zum Kreuz. Am Kreuz bezahlte er für unser Versagen, für unsere Sünde mit seinem Leben. Er starb für deine und meine Sünde. Ich hoffe – vielleicht spekuliere ich ein bisschen – dass auch dieser junge Mann unterm Kreuz stand und begriff, dass der Herr Jesus Christus Erlösung schafft und dass es nicht durch das Gesetz möglich sein kann.
Jesus kam nicht in erster Linie als Lehrer, sondern als Erlöser. Er ist der Erlöser. Der Name Jesus bedeutet „Gott wird retten“. Das war seine Mission. Er kam in diese Welt, um uns zu erretten. Erlösung ist ein Wunder, von Menschen nicht leistbar. Rettung ist ein Geschenk.
Deswegen haben es die Reichen so schwer, errettet zu werden, weil sie sich ungern etwas schenken lassen. Reiche lassen sich sehr ungern etwas schenken. Nun seid ihr wahrscheinlich keine reichen Millionäre. Jedenfalls ist dem Samuel bei der Kollekte noch nichts Verdächtiges aufgefallen. Aber ganz egal, ob du dein Herz an hundert oder an hunderttausend Euro hängst: Jesus fordert dich auf, ihm nachzufolgen. Und alles, was dich in der Nachfolge hindert, sollst du ablegen.
Vielleicht ist es bei dir gar nicht das Geld, schon gar nicht Geldgier, sondern vielleicht Geltungsdrang, Genusssucht oder eine Gesellschaft, die dir nicht guttut. „Eins fehlt dir noch“, sagt Jesus. Bei diesem Jüngling war es das Geld. Was ist es bei dir? Bekenne dieses eine, das noch fehlt. Bekenne es! Du weißt es selbst viel besser als ich.
Und wenn wir gleich zusammen beten wollen, eine Zeit der Stille haben und ein Gebet formulieren, das du mitbeten kannst, dann denk an dieses eine und gib es Jesus ab. Sag: Ich weiß nicht genau, wie es weitergehen soll, aber ich fange zaghaft an, dir zu vertrauen. Ich glaube, dass es ein guter Weg ist.
So viele Menschen können nicht irren – so viele Christen, die hier in Mandaba oder auch von zu Hause aus Jesus nachfolgen. Das sind doch nicht alle verrückt. Was ist da dran? Manchmal strahlen sie so, sie haben diesen Frieden, und sie haben nicht immer viel Geld. Ich möchte auch diesen Frieden haben.
Bekenne ihm das, was bisher dein Leben ausgemacht hat, was dein Gott gewesen ist. Geld ist für viele ein Götze. Vielleicht ist es bei dir wirklich die Vergnügungssucht oder vielleicht sogar ein Mensch, den du mehr verehrst als Gott. Weißt du, unter Gott hat alles Platz, aber neben ihm nichts. „Ich bin der Herr, dein Gott.“
Bekenne das, was dich bisher daran gehindert hat, Jesus nachzufolgen.
Letzte Woche war ich in Kassel bei Burgrist. Der Geschäftsführer war früher Finanzberater und hat gesagt: Eine theoretische Kundenberatung ist praktischer Unsinn. Eine theoretische Beratung, ohne dass sie umgesetzt wird, ist praktischer Unsinn. Das hat mir gefallen.
Manchmal denken wir über vieles nach, und letztendlich bleibt doch alles beim Alten. Wenn du das jetzt hier nachvollziehen kannst und bei vielem Ja sagen kannst, aber dann nicht auch den Schritt tust und sagst: Ja, jetzt gebe ich auch Dinge auf, und Herr, ich gebe sie dir ab. Ich lege sie unter deinem Kreuz ab, und ich möchte dir nachfolgen – dann hat das alles keinen Wert.
Aber wenn du sagst: Ja, ich möchte diesen Weg gehen, dann kann das der Anfang einer großen Geschichte sein – der Geschichte von dir mit Gott.
Geh nicht traurig nach Hause, nachdem du das gehört hast, so wie dieser junge Mann, der gesagt hat: Das kann ich nicht, das bringe ich nicht übers Herz. Sondern komm, komm und folge ihm nach.