Einführung in die Auseinandersetzung um Jesu Heilungen
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 263: Der Satan wird gebunden, Teil eins.
Nach einer spektakulären Heilung kommt Kritik an Jesus auf. Pharisäer und Schriftgelehrte werfen ihm vor, Dämonen nur austreiben zu können, weil er selbst von Beelzebul, dem Obersten der Dämonen, besessen sei.
Jesus antwortet darauf mit seinem ersten Argument: Wenn das wahr wäre, dann würde der Teufel sich selbst bekämpfen. Das erscheint jedoch wenig wahrscheinlich.
Jesu Argumentation gegen die Anschuldigungen
Argument Nummer zwei: Matthäus 12,27
„Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.“
Dieses Argument ist sehr interessant. Jesus argumentiert in etwa so: Nehmen wir einmal an, ihr hättet Recht. Nehmen wir an, dass man einen kleinen Dämon nur austreiben kann, wenn man selbst in sich einen anderen, größeren Dämon trägt. Was würde das dann über andere Exorzisten aussagen? Was für mich gilt, muss doch dann auch für alle anderen gelten, oder?
Noch einmal zur Verdeutlichung: Matthäus 12,27 sagt: „Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.“
Bedeutung des Begriffs „Eure Söhne“ und die Schwäche der Pharisäer
Kurz zum Begriff „Eure Söhne“
Der Begriff steht hier nicht für die leiblichen Söhne der Pharisäer und Schriftgelehrten, sondern für ihre geistlichen Söhne, also ihre Mentees.
Man erkennt, dass Jesus nicht der einzige Exorzist im Land war. Es ist anzunehmen, dass er der erfolgreichste war, aber es gab auch andere. Einige dieser anderen waren Schüler der Pharisäer.
Hier zeigt sich die Schwäche in ihrer Argumentation deutlich. Wenn die Pharisäer Jesus vorwerfen, besessen zu sein, nur weil er Dämonen austreiben kann, was ist dann mit ihren eigenen Schülern, die das ebenfalls können? Sind diese etwa auch besessen? Natürlich nicht.
Die Pharisäer wussten das. Sie kannten ihre Schüler gut und wussten, dass diese nicht besessen waren. Gleichzeitig wussten sie auch, dass ihre Schüler Dämonen austreiben konnten. Dennoch maßen sie mit zweierlei Maß: Sie beurteilten Jesus anders als ihre eigenen Schüler.
Aus diesem Grund werden ihre eigenen Schüler sie später für ihren unlogischen und verleumderischen Umgang mit Jesus zur Rechenschaft ziehen.
Umgang mit Dämonen und Okkultismus in der Gegenwart
Ein kleiner Hinweis: Auch wenn Horrorfilme, das Okkulte und die Esoterik Hochkonjunktur haben, glauben nur noch wenige Menschen an Dämonen und Dämonenaustreibungen. Mein Tipp an dieser Stelle wäre, sich ein wenig mit den Fakten zu beschäftigen.
Mir hat dabei das Buch „Demonic Foes“ von Richard Gallagher gut gefallen. Er ist Psychiater und hat Fälle von Besessenheit betreut. Ein Klassiker für alle, die schlechte Erfahrungen mit dem Okkulten gemacht haben, ist das Buch „Der die Ketten sprengt“ von Neil T. Anderson. Es ist ein echter Klassiker der Okkultseelsorge.
Ich denke, wir tun als Christen gut daran, uns vor zwei Extremen zu hüten. Einerseits dürfen wir dem Dämonischen nicht zu viel Einfluss zuschreiben. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die meisten Christen durch einen Mangel an Gebet und durch eigene Dummheit sich das Leben auch ohne okkulte Beeinflussung schwer genug machen können.
Andererseits dürfen wir aber auch nicht vergessen, dass wir in einem realen geistlichen Kampf stehen, den Paulus so beschreibt: Epheser 6,11-12: „Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben. Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen.“
Die Vollmacht Jesu und das Reich Gottes
Aber kommen wir zurück zum Herrn Jesus. Das nächste Argument baut auf dem vorherigen auf. Wenn es nicht sein kann, dass Jesus besessen ist, was dürfen wir dann aus der Heilung des besessenen Blinden und Stummen lernen?
Matthäus 12,28: „Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.“
Wenn Jesus nicht durch den Obersten der Dämonen andere böse Geister austreibt, woher hat er dann die Vollmacht? Die Antwort lautet: Es ist der Heilige Geist, durch den Jesus wirkt. Gottes Geist ist seine Kraftquelle. Das ist die logische Alternative.
Wenn also ein Mensch durch Gottes Geist im großen Stil das Reich des Bösen bekämpft und Menschen aus dämonischen Ketten befreit, worauf deutet das hin? Genau: auf die Ankunft des Reiches Gottes. Das Reich Gottes ist dort, wo Gott regiert, auch wenn es im ganz Kleinen geschieht.
Als Jesus mit seinem Predigt-, Heilungs- und Befreiungsdienst anfängt, kann er zu Recht sagen: „Das Reich Gottes ist zu euch gekommen.“ Ganz am Anfang predigt der Herr Jesus noch: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen; tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ Aber jetzt ist das Reich Gottes nicht mehr nur nahe, es ist da – man kann es sehen und erleben.
Noch etwas wird dadurch klar: Die Macht des Bösen ist bereits gebrochen. Ich weiß, dass das ein merkwürdiger Gedanke ist, aber hören wir erst einmal Jesus zu.
Das Bild vom „Haus des Starken“ und die Bindung des Teufels
Matthäus 12,29: "Oder wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht vorher den Starken bindet? Dann erst wird er sein Haus berauben."
Der Herr Jesus befreit durch den Heiligen Geist reihenweise Menschen aus den Klauen des dämonisch Bösen – und das oft ohne merkliche Gegenwehr. Was stimmt dann nicht mit dem Teufel?
Liest man die Bibel, spielen Dämonen als Wesen, die Besitz von Menschen ergreifen, zunächst keine große Rolle – zumindest nicht bis zum Neuen Testament. Natürlich gibt es sie auch im Alten Testament. Vor der Sintflut haben sie ihren großen Auftritt. Ansonsten wirken sie im Wesentlichen durch die Förderung von Götzendienst, Okkultismus und falscher Prophetie.
Genau das ändert sich dann schlagartig mit den Evangelien. Jesus trifft ständig auf dämonisch besessene Menschen. Man hat fast den Eindruck einer dämonischen Epidemie. Kann es sein, dass der Teufel seine Truppen in Israel zusammengezogen hat, um den Messias aufzuhalten? Mir scheint es fast so.
Und wenn es so wäre, was sagt der Umgang des Messias mit den Mächten des Bösen über das Reich des Bösen aus?
Die Antwort klingt vielleicht erst einmal ungewöhnlich. Doch ich rate sehr dazu, Jesus das sagen zu lassen, was er sagen möchte – auch dann, wenn es sich für uns ungewohnt anhört.
Markus 3,27: "Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht vorher den Starken gebunden hat. Dann wird er sein Haus berauben."
Erklärung des Bildes vom Starken und Hausrat
Das Bild ist schnell erklärt: Der Starke ist der Teufel. Der Hausrat sind die Menschen, die der Teufel durch dämonische Besessenheit an sich gebunden hat. Das Haus steht für das Reich des Bösen.
Was der Herr Jesus hier deutlich macht, ist Folgendes: Seine Exorzismen sind ein Beleg dafür, dass etwas anderes vorhergeschehen sein muss. Im Bild gesprochen wurde der Starke gebunden. Anders ausgedrückt: Der Teufel ist nicht mehr in der Position, in der er einmal war.
Ein Stärkerer hat den Starken ausgeschaltet, ihm die Macht genommen und damit begonnen, seinen Hausrat – Mensch für Mensch – zu rauben.
Schlussworte und Segenswunsch
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
