Serie•Teil 16 / 282. Samuel (Vers-für-Vers)
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Rückblick auf das Ende des vorigen Kapitels
Wir kommen zu 2. Samuel 12, und ich erinnere nochmals, was gerade am Schluss von Kapitel 11 gesagt worden war.
Vers 26: Und als die Frau Urias hörte, dass Uriah, ihr Mann, tot war, klagte sie um ihren Gatten. Als aber die Trauer vorüber war, sandte David hin und nahm sie in sein Haus. Und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Aber die Sache, die David getan hatte, war böse in den Augen des Herrn.
Es vergingen also Monate, und die Sache war eben unter Verschluss. Also bis zur Geburt kam es. Neun Monate. Und was muss das für eine Zeit gewesen sein für David? Einen Eindruck bekommen wir durch Psalm 32. Und zwar spricht David in den Versen 1 und 2 über die Glückseligkeit der Vergebung, aber er blendet dann zurück in Vers 3 auf die Zeit, als er alles unter Verschluss hielt:
Als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand, verwandelt wurde mein Saft in Sommerdürre. Sela.
Sela, das bedeutet musikalisches Zwischenspiel, da kann man darüber nachdenken. Also, der hat keinen frohen Tag mehr erlebt. Das hat ihn innerlich völlig kaputt gemacht. Und dann in Vers 5, nach dem musikalischen Zwischenspiel, da erwähnt er dann die Wende:
Ich tat dir kund meine Sünde und habe meiner Ungerechtigkeit nicht zugedeckt. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen, und du hast die Ungerechtigkeit meiner Sünde vergeben. Sela.
Wieder ein Zwischenspiel, damit man darüber nachdenkt. Also eine furchtbare Zeit, all diese Monate bis zur Geburt des Kindes. Und erst dann, nachdem Gott ihn also so gezüchtigt hatte und er erleben musste, was wir im Neuen Testament in Hebräer 13 lesen, schlage ich auf Hebräer 13, Vers 4:
Die Ehe sei geehrt in allem, also in allen ihren Aspekten, und das Ehebett unbefleckt. Denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten.
Hurer, das griechische Wort pornos im Neuen Testament, Hurerei, porneia, meint nicht nur käufliche Liebe, sondern das Wort bezeichnet im Neuen Testament jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb des geschützten, von Gott geschenkten Rahmens der Ehe. Und da ist auch alles gemeint, also Leben im Konkubinat oder Homosexualität. Alle Formen außerehelichen Geschlechtsverkehrs sind mit dem griechischen Wort porneia bezeichnet.
Und da wird auch gesagt im Hebräerbrief: Den Hurer und Ehebrecher wird Gott richten. Vielleicht hilft es noch als Definition der Ausdrücke: Ehebruch meint vollzogenen Ehebruch. Es gibt ja den Ehebruch nur schon in Gedanken. Der Herr sagt in der Bergpredigt in Matthäus 5, wenn jemand eine andere Frau anschaut, das ist noch nicht das Problem. Aber der Herr sagt, um sie zu begehren, hat er mit ihr Ehebruch begangen in seinem Herzen. Und die Tat ist dann noch schlimmer, natürlich, und das ist Ehebruch.
Und es ist so: Hurerei ist auch Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, wo keine Ehe in Beziehung steht, also wo es nicht um eine Ehebeziehung geht, die gebrochen wird. Aber jeder Ehebruch ist auch Hurerei. Ja, also der Begriff Hurerei ist umfassender, das kann Ehebruch bedeuten. Aber wenn zwei junge Leute, die beide nicht verheiratet sind, Geschlechtsverkehr haben, dann ist das Hurerei und nicht Ehebruch. Aber wenn eine Frau verheiratet ist und der Mann unverheiratet, und die haben Geschlechtsverkehr, dann ist das eben Ehebruch und gleichzeitig Hurerei. Einfach damit man die Begriffe richtig versteht.
Das Wort Gottes ist völlig klar. Eben Konkubinat ist auch Hurerei nach der Bibel. In Johannes 4 sagte der Herr Jesus zur Samariterin am Brunnen: Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Sie war fünfmal verheiratet, und dann hat sie nach dem ersten Mal wieder geheiratet und nachher wieder geheiratet. Fünfmal war sie verheiratet. Aber dann lebte sie mit dem sechsten Mann in einem unverheirateten Verhältnis. Und auch in Israel war ganz klar der Unterschied zwischen Ehebund und Konkubinat.
Natürlich könnte jemand sagen: Aber in Israel gab es doch kein Standesamt. Nein, aber bei uns in Deutschland und in der Schweiz gibt es ein Standesamt, nicht wahr? Nach Römer 13 müssen wir dem Staat gehorsam sein, und der Staat stellt fest, wie eine Ehe offiziell geschlossen wird. In Israel war das so: Eine Ehe wurde vollzogen unter Zeugen, und zwar als Bund. Es wurde ein Bund geschlossen. Von diesem Bund wird zum Beispiel in Maleachi 2 gesprochen, also ein Bundesschluss. Und zwar ist dieser Bundesschluss dann auch gesellschaftlich als solcher anerkannt.
Im Gesetz Mose: Sobald ein Problem entsteht im Zusammenhang mit einer Ehe, dann mussten die Ältesten der Stadt herzugerufen werden. Die Ehe war nicht etwas Privates, sondern das war etwas Öffentliches, Öffentlich-Rechtliches, wo eben der Staat, damals der alttestamentliche Staat Israel, bei einem Bruch in dieser Sache aktiv werden und die Ehe eben schützen musste.
Und so ist also klar: Der Herr sagt, und den, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Sie hatte kein Recht, ihn zu berühren, also mit berühren meine ich eben, einen intimen Bezug zu haben. Das wird ja so auch ausgedrückt in 1. Korinther 7: Was ihr aber geschrieben habt: So ist es gut für einen Mann, keine Frau zu berühren. Der Ausdruck meint natürlich, eine intime Beziehung zu haben. Aber eben, das beginnt ja mit unerlaubten Berührungen und geht dann bis zum Letzten. Und das Wort ist also hier völlig klar, und das wird klar beim Namen genannt.
Nun gehen wir zurück zu 2. Samuel. David hat also alles unter Verschluss gehalten, aber das hat ihn innerlich völlig kaputt gemacht. Und da hat er eben erlebt, was Hebräer 13 sagt: Hurer und Ehebrecher wird Gott richten. Und bei diesem Gericht muss es nicht unbedingt um das ewige Gericht gehen, das natürlich auch bei denen, die verloren sind. Es gibt schon ein Gericht hier auf dieser Erde. Und das können viele bezeugen, die das leider erlebt haben, dass Gott ein Gericht bringt, einen Fluch bringt, wenn man hier die Belehrung des Wortes Gottes eben übertritt und mit Füßen tritt. Das hat David getan, und wir haben gesehen, es endet auch in 2. Samuel 11,27 ganz deutlich im letzten Satz: Aber die Sache, die David getan hatte, war böse in den Augen des Herrn.
Und jetzt kommen wir zu 12,1:
Und der Herr sandte Nathan zu David, und er kam zu ihm und sprach zu ihm: Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich und der andere arm. Der Reiche hatte Kleinvieh und Rinder in großer Menge. Der Arme hatte aber gar nichts als nur ein einziges kleines Lamm, das er gekauft hatte, und er nährte es, und es wurde groß bei ihm und mit seinen Kindern zugleich. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoss, wie eine Tochter. Da kam ein Reisender zu dem reichen Mann, und es tat ihm leid, von seinem Kleinvieh und von seinen Rindern zu nehmen, um es für den Wanderer zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Lamm des armen Mannes und richtete es zu für den Mann, der zu ihm gekommen war.
Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann, und er sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes. Und das Lamm soll er vierfach erstatten, weil er diese Sache getan und weil er kein Mitleid gehabt hat.
Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann.
Nathan erzählt eine Beispielgeschichte. Diese Geschichte hat Parallelen, verschiedene Parallelen zu der Sache mit David. Nicht alles ist eine Parallele, nicht wahr? In der Geschichte mit Bathseba, da geht es nicht um einen Wanderer, der da auf Besuch gekommen ist. Aber es gibt verschiedene Parallelen. Und das ist auch typisch für ein Gleichnis. Ein Gleichnis zeigt eben verschiedene wesentliche Parallelen, die man beachten muss. Nicht jedes Detail muss eine Parallele sein, aber ganz wesentliche Punkte.
Und David hört diese Geschichte mit Parallelen. Und als Richter Israels, als oberster Richter Israels in der Funktion als König, entscheidet er sich im Urteil ganz klar: vierfach erstatten. Und er ist entrüstet. Irgendwie war er so blind, dass er nicht merkte, dass das Ganze auf ihn zielt. Nathan sagt: Du bist der Mann.
Und weiter erklärt er ihm: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet, und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoss und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. So hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt. Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen? Uria, den Hethiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Kinder Ammon. Nun denn, so soll von deinem Haus das Schwert nicht weichen in Ewigkeit, weil du mich verachtet und die Frau Urias des Hethiters genommen hast, dass sie dir zur Frau sei.
Nun, Gott erinnert David an all das, was er bekommen hat, seit er aus dieser langen Zeit der Not und der Verfolgung und des Druckes herausgekommen war. Und hier wird aufgezählt, was Gott in seinem Plan für David wollte, aber es wird auch aufgezählt, was Gott in seiner Zulassung so kommen ließ. Nicht wahr, man kann diese Stelle nicht benutzen, um die Polygamie im Alten Testament zu rechtfertigen. Wenn hier gesagt wird: Und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, und weiter: Und die Frauen deines Herrn in deinen Schoss, Gott hat das zugelassen, er hätte das verhindern können.
Und da müssen wir unterscheiden zwischen den Ratschlüssen Gottes und den Regierungswegen. Es gibt ganz viele Dinge, wenn man biblische Geschichten durchliest, zum Beispiel die Geschichte Jakobs. Dort sieht man es ganz besonders gut: Gott hat einen ganz klaren Plan, aber Jakob macht in seinem Ungehorsam riesige Umwege und damit auch schmerzliche Erfahrungen. Und das sind die Regierungswege Gottes.
Und das, was Gott geplant hatte: Einmal soll Jakob den Segen bekommen, der Ältere soll dem Jüngeren dienen, das war Gottes Ratschluss, das musste so geschehen. Aber bei der Erfüllung sehen wir, Jakob meinte, er müsse mit Betrug nachhelfen. Aber da kann man nicht sagen: Ja, er muss ja eigentlich betrügen, sonst wäre er ja nicht gesegnet worden. Da hätte sonst Isaak den Esau gesegnet, er hätte das alles verpasst, hätte er nicht. Noch im letzten Moment, als Esau noch unterwegs war, um ein Wildbret zu jagen, hätte Gott bewirken können, dass er einen Herzschlag hat, einen Herzinfarkt, und aus. Also, Gott brauchte nicht die Tricks von Jakob. Und trotzdem ist aber die Erfüllung des Ratschlusses Gottes über die Umwege gegangen.
Und so ist es ganz wichtig, diese Begriffe kommen zwar so in der Bibel nicht vor, ich meine jetzt: Der Begriff Ratschluss schon, aber Regierungswege nicht. Aber das Wort umschreibt genau das, was wir ständig in den biblischen Geschichten sehen: diese Mischung von Gottes Plan und den Umwegen des Menschen durch die eigene Verantwortung und eben durch die Untreue hindurch. Und es ist sehr wichtig, dass man das unterscheidet. Man versteht die Bibel so viel besser nachher.
Und so gibt es eben Dinge, die Gott in seiner Zulassung kommen lässt, und dieser Punkt mit den Frauen des Herrn gegeben in deinen Schoss, das gehört dahin. Und sollte David klarmachen: Du hast so viele Frauen, und dann musst du unbedingt noch die von Uria, dem Hethiter, wegnehmen. Wie geht das?
Ich möchte das vielleicht noch weiter illustrieren in 2. Chronika 18. Da sehen wir eine interessante Vision von dem Propheten Micha. Er sieht Gott auf seinem Thron, und die Engel sind versammelt, und Gott stellt die Frage: Wer wird Ahab als Lügengeist betören? Und dann kommt ein Geist, wörtlich steht im Hebräischen ha-rûach, der Geist, in der Elberfelder in der Fußnote so vermerkt, das war der Satan, so wie in Hiob 1 und 2. Und er sagt: Ich will gehen und werde ihn betören. Und dann gibt Gott die Erlaubnis. Ich will dort übrigens nicht übersetzen: du sollst gehen, sondern du wirst gehen.
Und es ist dann wirklich so: Die falschen Propheten bei Ahab weissagen alle falsch und sagen: Ahab, geh hinauf nach Ramoth-Gilead, es wird dir gelingen. Aber es ist dann nicht so, dass Gott keine Warnung gibt. Es ist nämlich noch ein wahrer Prophet da, eben Micha, und der warnt den König zuerst ironisch: Geh hinauf, es wird dir gelingen. Und natürlich sieht der König sofort, dass das Ironie war. Und er sagt: Wie oft soll ich dir sagen, du sollst mir nur die Wahrheit sagen? Und dann sagt er: Du wirst hinaufgehen und du wirst fallen, du wirst nicht mehr zurückkehren.
Und trotzdem hört Ahab auf den Lügengeist. Das war der Satan, der diese Propheten verführt hat. Und Gott hat das Böse so handeln lassen. Also er hat in dem Sinn in seinen Regierungswegen den Ahab da hineinfallen lassen. Aber nicht ohne Warnung, das ist auch noch wichtig.
Und so ist es auch in Offenbarung 13. Da wird ja der kommende Diktator des Westens beschrieben, dieser schreckliche satanische Mensch, von dem Hitler nur ein Vorgeschmack war. Und da ist es ganz interessant: Wir finden einen Ausdruck sechsmal. Ich lese Offenbarung 13, Vers 4:
Und sie, die Menschen, beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Gewalt gab, und sie beteten das Tier an, den Diktator, und sagten: Wer ist dem Tier gleich, und wer vermag mit ihm zu kämpfen? Und ihm wurde ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete, und ihm wurde Gewalt gegeben, 42 Monate Krieg zu führen, und er öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott, seinen Namen zu lästern und seine Hütte usw.
Haben wir gesehen? Zweimal bisher: Ihm wurde ein Mund gegeben. Und dann: Und ihm wurde Gewalt gegeben, 42 Monate gegeben. Ja, gegeben. Von wem? Gott in seiner Souveränität hat das eben erlaubt. So wie bei Ahab: Der hat dem Lügengeist gesagt, du wirst gehen. Und da wird Gott in der Zukunft das eben zulassen, dass der Satan diesem kommenden Führer seine Macht und seinen Thron geben wird. Und dann wird Europa, der Westen, so stark werden. Das wird der stärkste Block werden in der Zukunft, der dann mit den anderen Blöcken der Endzeit zusammenknallen wird.
Aber weiter in Vers 7 von Offenbarung 13:
Und ihm wurde gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden. Und ihm wurde Gewalt gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation.
Wieder zweimal: gegeben, gegeben. Nun will Gott, dass das Tier die Gläubigen verfolgt. Natürlich nicht, aber Gott wird es erlauben. Und das wird ausgedrückt mit gegeben, gegeben, gegeben. Also die Regierungswege Gottes werden auch in der Bibel so ausgedrückt, und wir müssen einfach lernen, die Ausdrucksweise der Schrift so zu nehmen, wie sie ist. Wir müssen nicht vorschreiben, wie die Bibel das formulieren soll, sondern wir müssen lernen, wie Gott das formuliert. Aber wir müssen verstehen, was dahinter steckt.
Und es geht weiter in Vers 14, und es verführt jetzt geht es um den Antichristen, den falschen Propheten, den falschen Messias. Das Tier aus der Erde, das aussieht wie ein Lamm. Da steht in Vers 14:
Und es verführt die, die auf der Erde wohnen, wegen der Zeichen, die vor dem Tier zu tun ihm gegeben wurde, indem es die, die auf der Erde wohnen, auffordert, ein Bild dem Tier zu machen, das die Wunde des Schwertes hat und wieder lebendig wurde. Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, damit das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, dass alle getötet werden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.
Sechsmal verwandt mit 666. Sechsmal wird gesagt: gegeben, gegeben, und das ist unter der Zulassung Gottes, in den Regierungswegen Gottes, dass das möglich wird. Das sind üble Dinge, die Gott als Gericht erlaubt. Und Gott hat das eben nicht verhindert, was David falsch gemacht hat mit dem Thema Polygamie. Aber hier wird der Vorwurf eben gemacht: Du hast alles gehabt und sogar noch viele Frauen, und dann noch kommst du auf die Idee, du brauchst unbedingt Bathseba.
Ich lese weiter in 2. Samuel 12,8, in der Hoffnung, dass dieser Punkt klar geworden ist:
Und wenn es zu wenig gewesen wäre, so hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt.
Also David braucht sich überhaupt nicht selbst zu bemitleiden, indem er sagt, mir fehlen einfach vier Dinge im Leben. Das ist eine Gefahr, sobald wir denken: Mir fehlt etwas. Und ich brauche etwas noch ganz unbedingt, das der Herr uns gar nicht geben will. Das ist sehr gefährlich, das kann uns eben aufs Glatteis bringen. Und darum ist die Dankbarkeit so wichtig für das, was wir haben. Ganz im Sinn von Psalm 103: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Das bewahrt uns vor falschen Wünschen, wie das eben war bei David.
Und nicht wahr, als er da auf seinem Palast oben war und runterschaute und Bathseba sah beim Baden. Natürlich war das ihr Fehler, dass sie meinte, sie könnte auf dem Dach ein Ritualbad nehmen. Aber David sah sie, und dafür konnte er nichts, er war auf dem Palast und hat runtergeschaut. Der erste Blick war noch nicht das Problem, aber da folgte mehr, und das ging bis hin zur Tat. Das war eben so schrecklich.
Übrigens, Bathseba hat ja ein Ritualbad genommen. Nach 3. Mose 15 muss man das als Frau nach der Periode, also sieben Tage nach Beginn der Periode, kommt das Ritualbad. Und im Judentum, im späteren Judentum, hat man das dann eben noch erweitert, denn es ist ja nicht so bei jeder Frau, dass es sieben Tage geht. Das kann auch länger sein, das wissen wir ja individuell. Und man hat dann im Judentum, im späteren Judentum, festgelegt: die sieben Tage und noch sieben dazu. Und dann wäre das also ab 14 Tagen wieder der eheliche Verkehr möglich. Und bei einer normalen Periode ist es gerade um die Zeit des Eisprungs.
Nun, die Frage ist, ob Bathseba gerade nach sieben Tagen oder ob es etwas länger ging, das Ritualbad genommen hat. Auf jeden Fall war es genau die fruchtbare Zeit. Ja, die ganze Periode, wenn sie so ungefähr 28 Tage ist, ist auch wieder individuell, minus 14, so kann man ungefähr die Zeit errechnen bei einem normalen Zyklus. Aber es ist auch möglich, dass eher selten der Eisprung auch sieben Tage nach Beginn der Periode stattfindet.
Nun, wir können jetzt nicht genau sagen, wie es war. Hier also, man kann jetzt hier die natürliche Verhütung in der Ehe nicht direkt ableiten. Wenn es jetzt eindeutig wäre, eben 14 Tage und gut, normale Periode minus 14, fruchtbare Zeit, dann kommt das Kind. Aber jedenfalls war es genau die Zeit um den Eisprung, und das hat Gott so bewirkt, damit die ganze Sache ans Licht kommt. Und David kam unter unglaublichem Druck. Es hätte ja auch sein können, dass kein Kind entstanden wäre. Aber genau da entstand das Kind, und David kam unter unglaublichem Druck, wie wir gesehen haben, aber er hat sich da umso mehr versündigt bis hin zum Mord.
Und dann haben wir gesehen, Nathan sagt zu David in Vers 9, also Gott spricht durch Nathan:
Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen?
Eine Frage, warum nicht ein Aussagesatz? Das soll David dazu bringen, dass er sich überlegt: Warum habe ich das gemacht? Alles aus einer totalen Undankbarkeit. Hätte ich wirklich gesehen, so wie es in Psalm 103 steht, in dem Sinn: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, dann entsteht eine Zufriedenheit, und man wünscht nicht Dinge, die man nicht wünschen darf, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen.
Uria, den Hethiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Kinder Ammon. Nun denn, so soll von deinem Haus das Schwert nicht weichen in Ewigkeit, weil du mich verachtet und die Frau Urias des Hethiters genommen hast, dass sie dir zur Frau sei.
Das ist das Prinzip von Hebräer 13. Hurer und Ehebrecher wird Gott richten. Gott greift ein, das lässt er nicht ungestraft. Auch bei Gläubigen, die nicht ewig verloren gehen werden, aber die werden auf dieser Erde das Gericht Gottes erleben. Und das kann ganz verschieden aussehen. Und hier sagt Nathan, dass eben das Schwert nun nicht mehr weichen wird von dem Haus Davids.
Vers 11: So spricht der Herr: Siehe, ich will aus deinem Haus Unglück über dich erwecken. Also aus der eigenen Familie heraus wird Unglück entstehen, und ich will deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er bei deinen Frauen liege vor den Augen dieser Sonne.
Wir werden später sehen, wenn wir weiterfahren werden zu einer weiteren Bibelwoche in Zavelstein, wo der Herr es schenkt, dann werden wir sehen, dass Absalom diese Schandtat gemacht hat, wirklich so etwas Übles. Aber diese Prophetie wurde genau erfüllt.
Nun, auch wieder wichtig: Das ist nicht einfach der Ratschluss Gottes. Gott ist nie in Verbindung mit dem Bösen. Das ist so wichtig, dass wir das festhalten. Das ist die Belehrung von 1. Johannes 1,5:
Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben, dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.
Also Gott hat gar nichts zu tun mit dem Bösen, aber er kann zum Gericht eben das Böse zulassen, indem er es erlaubt, dass es kommt. Und so ist es auch hier gemeint: Siehe, ich will aus deinem Haus Unglück über dich erwecken. Da könnte jemand sagen, dann ist Gott der Urheber des Bösen. Nein, aber Gott ist souverän über allem, und er kann überall sagen: Nein, und es geschieht nicht. Aber er kann das Böse zulassen. Aber die Verantwortung liegt bei denen, die es tun, und die kommen selber auch unter das Gericht. Und tatsächlich: Absalom endet am Baum mit seinen angeblich schönen langen Haaren.
Das hilft uns eben, die Handlungsweise Gottes zu verstehen, aber wir müssen auch lernen, wie die Bibel spricht, und diese Art der Sprache richtig verstehen.
Weiter Vers 12:
Denn du hast es im Verborgenen getan. Ich aber werde dies tun vor ganz Israel und vor der Sonne.
Es ist stark ausgedrückt, ich werde es tun, aber es ist nicht so, dass Gott mit dem Bösen verbunden ist, sondern er erlaubt es so als Gericht über David.
Vers 13: Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt.
Ein kurzer Satz. Jetzt bricht er durch. Wir haben gesehen, Psalm 32, dieses Verschmachten, er hat zurückgehalten, dann kommt diese Sela, und dann: Ich tat dem Herrn kund meine Übertretung. Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Nicht einfach: Ich habe gesündigt. Es ist ihm bewusst, dass er gegen Gott gesündigt hat.
Und da kommt dann eben Psalm 51 dazu, dieser Bußpsalm wegen Bathseba, wo er sagt: Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt. Aber er hat doch gesündigt gegen Uria, er hat auch gesündigt gegen Bathseba und noch gegen viele andere. Aber warum sagt er: Ich habe gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt? Weil er damit betonen will, dass letztlich meine Sünde ein direkter Angriff auf Gott war. Das will er damit ausdrücken.
Unterschiedlich zum Islam: Im Koran wird immer und immer wieder gesagt, dass wer sündigt, sündigt gegen sich selbst. Im Islam wird gelehrt, man könne nicht gegen Allah sündigen. Allah wird gesehen als völlig vom Menschen entfernt. Und auch im Paradies, sagt die islamische Lehre, sagt der Koran, wird es nicht eine persönliche Begegnung geben mit Allah. Und dieser Gott von Mekka ist ganz anders als der Gott der Bibel. Aber ganz wichtig: Er wird als so entfernt gesehen, dass quasi Sünde sich gar nicht gegen Allah richtet, sondern gegen sich selber.
Natürlich sündigt man auch gegen sich selber, man schadet sich mit der Sünde selber. Aber Sünde ist letztlich ein Frontalangriff auf Gott und seine Herrlichkeit. Das drückt David aus: Ich habe gegen den Herrn gesündigt.
Und Nathan sprach zu David: So hat auch der Herr deine Sünde weggetan, du wirst nicht sterben.
Ich war so ähnlich wie damals bei Saul. Saul sagt zu Samuel: Ich habe gesündigt, so ehre mich nun vor den Ältesten. Da kommt nicht Samuel und sagt: Dann hat der Herr deine Sünde weggetan. Das war nicht echt. Und hier, der Prophet hatte die Inspiration von oben, das war echt. Gott sieht das Herz, und darum konnte der Prophet sagen: So hat der Herr deine Sünde weggetan. Du wirst nicht sterben.
Aber interessant, wie es weitergeht: Nur, weil du den Feinden des Herrn durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, soll auch der Sohn, der dir geboren ist, gewiss sterben. Und Nathan ging in sein Haus.
Es gibt trotzdem eine Strafe. Und warum? Um des Zeugnisses willen. Das ist sehr wichtig, wenn es in einer Gemeinde zu vollzogenem Ehebruch kommt, zum Beispiel, dann gilt ja 1. Korinther 5. Der Apostel Paulus machte den Korinthern den Vorwurf, dass sie in einem solchen Fall als Gemeinde nicht gehandelt haben. Tut den Bösen von euch selbst hinaus. Der, der diese Tat begangen hat, sagt Paulus mit dem Aorist punktuell diese Tat, nicht er sagt nicht, der ständig darin lebt, das war zwar dort der Fall, aber er sagt: Wer diese Tat begangen hat, punktuell, hätte hinausgetan werden müssen. Und die Korinther haben das nicht gemacht.
Da ist also wichtig, dass eben der Ausschluss in einem solch schweren Fall notwendig ist, auch wenn die Person sagt: Es tut mir so leid. Ja gut, wenn etwas ans Licht kommt, dann kommen schnell Krokodilstränen. Aber die Tränen von Krokodilen haben ja nichts mit Gefühlen zu tun, das ist dann eine Sache von biologischem Austausch, körperlichem Austausch von Flüssigkeit. Darum Krokodilstränen: plötzlich weinen und es tut leid, aber ob das wirklich im Herzen ist, das ist eine andere Sache.
Jedenfalls ist es notwendig, der Ausschluss ist ja dazu da, damit der Betreffende zur Einsicht und zur Umkehr kommt. Nicht, dass man ihn weg hat für immer, sondern dass es eine Wiederherstellung gibt. Aber es ist auch um des Zeugnisses willen, denn die Gemeinde wird dadurch eben befleckt im Zeugnis vor der Welt, und die Welt muss sehen: Aha, die tolerieren das nicht, die handeln in einem solchen Fall. Das ist ganz wichtig, und darum sagt Paulus dann im zweiten Korintherbrief Kapitel 7: Ihr habt euch in der ganzen Sache erwiesen, dass ihr rein seid.
Also, das ist der Grundsatz, der auch in 1. Timotheus 5 genannt wird. Da geht es um Älteste, die fortwährend sündigen und öffentlich überführt werden müssen. Das gilt bei Ältesten, nicht bei allen, sondern bei Ältesten öffentlich überführen. Und dann heißt es: damit auch die übrigen Furcht haben. Der Ausschluss hat auch eine Bedeutung im Blick auf das Zeugnis nach außen, damit die Gemeinde erweist, dass sie in der Sache rein ist und nicht Komplize ist. Und es hat auch eine Bedeutung für die Gemeinde selbst, nämlich dass jeder sich überlegt: So etwas tue ich nicht. Und es ist klar, es hätte Konsequenzen. Und das kann vielen Menschen helfen, dass es gar nie so weit kommt. Wenn man weiß, es hat Konsequenzen. Und ich kann ja nicht im letzten Moment sagen: Oh, es tut mir mega leid, das wollte ich eigentlich gar nicht. Nein, sondern es hat Konsequenzen.
Natürlich kann der Ausschluss dann kürzer sein. Im Fall von 1. Korinther 5 war es ein Jahr. In 2. Korinther 2 sehen wir, da waren dann die Korinther so hart, die wollten ihn nicht mehr zulassen, und Paulus muss sagen: Jetzt müsst ihr schauen, dass ein solcher nicht von übermäßiger Traurigkeit verschlungen wird und müsst ihm vergeben.
Ja, das ist der Grundsatz hier, dass trotz des Sündenbekenntnisses sagt er, es gibt eine Strafe, weil du Anlass gegeben hast, den Feinden zur Lästerung, damit die in Ammon, in Moab und in Philistäa nichts sagen können: Seht ihr, und das ist das ausgewählte Volk. Und so geht das. Nein, so geht das nicht. Und darum Strafe trotz Bekenntnis.
Und so ist es auch in unserem Rechtssystem. Glücklicherweise funktioniert das auch noch ein bisschen. Es funktioniert ja so vieles nicht mehr. Wenn man denkt, was in Deutschland nicht geahndet wird, und dann kleinere Vergehen, die werden mega geahndet! Aber da muss man doch sagen, wenn eben vor Gericht deutlich wird für den Richter, dass der Angeklagte Reue zeigt über seine Tat, dann gibt es Strafreduktion oder ist die Möglichkeit der Strafreduktion gegeben, aber nicht Strafaufhebung. Also kein Krimineller kann irgendetwas tun, und dann denkt er: Vor dem Gericht werde ich so schluchzen und weinen, und der Richter wird sagen, okay, es tut uns ja so leid, dass du da so leiden musst. Nein, es gibt Strafreduktion, aber Strafe muss sein. Sonst würden nämlich alle deutschen Bürger denken: Ach so, die Sache ist ganz einfach. Man kann irgendwas tun, man muss einfach vor dem Richter weinen und ihn überzeugen, dass es einem so leid tut, dass die Sache erledigt wird. Und man kann dann etwas anderes machen.
Jetzt Vers 15: Und Nathan ging in sein Haus. Jetzt musste David alleine sein, ohne seinen Freund, das war auch ein wichtiger Punkt. Er muss damit zurechtkommen. Und der Herr schlug das Kind, das die Frau Urias David geboren hatte, und es wurde todkrank, genau so, wie der Prophet es vorausgesagt hatte.
Und David suchte Gott um des Knaben willen, und David fastete und ging hinein und lag über Nacht auf der Erde, und die Ältesten seines Hauses machten sich zu ihm auf, um ihn von der Erde aufzurichten, aber er wollte nicht und aß kein Brot mit ihnen. Und es geschah am siebten Tag, da starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu berichten, dass das Kind tot sei, denn sie sprachen: Siehe, als das Kind noch am Leben war, haben wir zu ihm geredet, und er hat nicht auf unsere Stimme gehört, und wie sollten wir nun zu ihm sagen, das Kind ist tot? Er würde etwas Böses tun. Oder man kann auch übersetzen: sich etwas antun. Da hatten die wirklich Angst um David.
Und David sah, dass seine Knechte miteinander flüsterten. Da merkte David, dass das Kind tot war. David verstand nicht nur direkte Kommunikation, sondern auch, was nonverbal geschieht. Sehr vieles in der Kommunikation zwischen Menschen geschieht auf dieser nonverbalen Ebene, wo man einfach das Gefühl haben muss. Aber es gibt auch diese Behinderung, dass man solche Dinge nicht merkt. Das ist eine sehr schwierige Sache. Solche Menschen müssen dann oft mit Intelligenz, vielleicht auch mit Nachfragen bei anderen, wie ist das, wie kann man das einordnen, müssen sich so durchs Leben schlängeln. Aber David merkte, was da irgendwie abgeht. Da merkte David, dass das Kind tot war, ohne dass sie es gesagt haben.
Und David sprach zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Und sie sprachen: Es ist tot.
Und jetzt kommen neun Handlungen. Da stand David von der Erde auf und wusch und salbte sich und wechselte seine Kleider und ging in das Haus des Herrn und betete an. Und er kam in sein Haus und forderte, dass man ihm Speise vorsetze, und er aß.
Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was ist das für eine Sache, die du tust? Als das Kind lebte, hast du um seinetwillen gefastet und geweint, und nun, da das Kind tot ist, stehst du auf und isst?
Und er sprach: Als das Kind noch lebte, habe ich gefastet und geweint, weil ich dachte: Wer weiß, ob der Herr mir nicht gnädig sein wird, dass das Kind am Leben bleibt. Da es aber nun tot ist, warum sollte ich denn fasten? Vermag ich es wieder zurückzubringen? Ich gehe zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.
Für ihn war klar: Als der Tod eintrat, Gott wird nicht auferwecken. Und dann war es gut. Ich habe den Fall erlebt: Eine junge Frau hatte ihren Verlobten durch einen Unfall verloren, und dann bekam sie Unterstützung von einem charismatischen Pastor, und die gingen da, wo der Tote noch aufgebahrt war, hin und haben gebetet, dass der wieder aufersteht. Das ist eine Katastrophe. Wie kann man dann mit der Sache abschließen? Das war ja so einschneidend und schlimm. Aber dann kann man immer die Hoffnung haben: Vielleicht steht er dann wieder auf, und dann geht die Verlobung weiter, und dann kommt es noch zur Heirat. Das ist eine Katastrophe.
Und gut, könnte man sagen: Ja, aber gut, schließlich kam es ja zur Beerdigung, und dann ist aus. Gott kann auch auf dem Friedhof die Toten wieder herausholen. Also dann wären wir blockiert. Der Tod ist zwar eingetreten, aber ich war ja verlobt, und jetzt kann ich einfach über Jahre warten, vielleicht in zehn Jahren wird Gott meinen Verlobten auferwecken und dann können wir heiraten. Da kann man ja nicht mehr abschließen. Und das war der Punkt: David konnte abschließen. Und darum ist er aufgestanden, hat sich gewaschen, gesalbt, wieder das normale Leben.
Und das ist ganz wichtig, jetzt abgesehen von dieser traurigen Geschichte allgemein: Es ist wichtig, bei solchen Todesfällen, die ganz einschneidend sind, dass man sich entscheidet: Das Leben geht weiter. Und das war für uns so, als unser Ältester starb. Das war ein Schlag aus heiterem Himmel, aber wir haben uns dann entschieden, wir machen weiter. Und das war so schön, wir waren gerade konfrontiert mit einer Morgenandacht in Kanada, gerade am Tag, bevor wir die Nachricht des Todes bekamen.
Und zwar waren wir in der Wildnis von Kanada, in einem französischsprachigen Camp in der Wildnis, und am Morgen hörte ich da jemanden schreien vor der Blockhütte, ging sofort auf den Balkon, und da hat eine Frau geschrien: Da ist einer am Ertrinken! Tatsächlich, es gab da einen Fluss, der durch den Wald ging, und das war früher so eine Indianerstraße, der Kanus der Indianer. Und da drüben sah man einen am Ertrinken. Ich rannte sofort runter, überlegte mich: Gehe ich zum Hafen, hole ein Schiff, oder soll ich direkt reinspringen über den Fluss ganz auf der anderen Seite und retten? Das wäre natürlich ganz gefährlich gewesen, denn einer beim Ertrinken entwickelt Kräfte, der hätte mich auch noch umbringen können. Ich habe mich entschieden, zum Schiff. Da kam jemand anders, wir gingen mit dem Boot hin, der war nicht mehr da.
Ich weiß noch, mit dem Paddel haben wir da versucht, das ganze Wasser war braun, haben nicht mal gefunden. Und die zwei Schwimmwesten, zwei, man braucht ja nur eine, im Boot hat er nicht angehabt, und dann ganz knapp verpasst. Ein Schock, das ganze Lager unter Schock. Und was macht man dann? Man könnte das Lager abbrechen, wir gehen nach Hause. Das macht man im Sport ja auch so. Todesfall und alles wird abgebrochen aus Respekt.
Dieser alte Bruder, der das Camp geleitet hat, hat die Weisheit gehabt, Matthäus 14 vorzulesen, und zwar erfahren der Herr und seine Jünger: Johannes der Täufer ist geköpft. Dann lesen wir, dass der Herr die Einsamkeit gesucht hat mit den Jüngern. Aber dann kommen ganz viele Menschen dorthin, und der Herr sagt: Gebt ihnen zu essen. Und dann mussten die Jünger aktiv werden, und er hat erklärt, das war so schrecklich, diese Nachricht von Johannes dem Täufer geköpft, und da hätte man sagen können, jetzt hören wir auch auf. Aber der Herr gibt den Jüngern den Auftrag: Wir machen weiter. Und das war die Botschaft, und am nächsten Tag ist geschehen, und es war einfach eine Hilfe: Wir machen weiter. Man muss abschließen, es ist eine Entscheidung, und dann kann man wieder leben.
Und ich lese jetzt weiter Vers 23 nochmals am Schluss:
Ich gehe zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.
Ist das nicht wunderbar? David wusste, er wird das Kind wiedersehen in der himmlischen Herrlichkeit. Und so ist es auch mit den kleinen Kindern. Matthäus 18, da sagte der Herr Jesus, dass der Sohn des Menschen gekommen ist, das Verlorene zu retten. Dort im Zusammenhang geht es um kleine Kinder ausdrücklich. Der Herr nimmt ein kleines Kind, nicht einfach ein Kind, man muss übersetzen: kleines Kind, auf den Arm, und da erklärt er, dass er gekommen ist, das Verlorene zu retten.
Im Zusammenhang mit einem Erwachsenen, Zachäus in Lukas 19, Vers 10, sagt er: Jesus, der Sohn des Menschen, ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Und in Matthäus 18: zu retten, was verloren ist. Wir dürfen wissen, die kleinen Kinder, die noch nicht das verantwortliche Alter erreicht haben, die werden nicht einfach verdammt, sondern werden sie wiedersehen. Er sagt: Ich gehe zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.
Wycliffe war damals verfolgt von der katholischen Kirche, wo man ja meint, wenn ein Kind nicht getauft ist, dann geht es verloren. Und durch die Taufe werden die Erbsünde weggemacht, im Sinn von Erbschuld, also automatisch Verlorenheit. Nein, er sagt, hier steht in 2. Samuel: Ich gehe zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.
Und dafür tröstete Bathseba, seine Frau, und ging zu ihr ein und lag bei ihr. Natürlich war die ganze Sache gegen Gottes Wort geschehen. Aber jetzt ist die Ehe vollzogen, und die Ehe gilt. Das ist der Punkt. Da kann man nicht sagen, jetzt müsste er die Ehe wieder auflösen.
Und es ist ganz wichtig, auch wenn Fälle eingetreten sind, wo eine Eheschließung falsch war, gegen Gottes Wort, und das Wort Gottes sagt ja ganz klar, z. B. eine Ehe geschieden wird, nicht aufgrund von Hurerei, nur aufgrund von Streit, dann kann man nicht wieder heiraten. Und wenn das jetzt doch geschehen ist und vielleicht zwei, die haben das in Unglauben vorher getan und dann kommen sie zum Glauben und jetzt kommen sie in die Gemeinde, oh, wie ist das gewesen mit dieser Eheschließung? Gilt nicht. Natürlich gilt die, diese Ehe steht und die muss auch gepflegt werden. Da kann man nicht sagen, jetzt muss man die Ehe auflösen.
Oder ich habe schon Verrücktes erlebt: einen Fall, wo dann jemand hineinregiert hat und gesagt hat, ihr dürft zwar, ihr seid zwar ein Ehepaar, aber ihr dürft keine eheliche Gemeinschaft mehr haben. Da gibt es Leute, die können Unsinn anrichten, das macht Menschen kaputt, das macht Ehen kaputt, und da muss man sagen: Natürlich, der Hintergrund war falsch, und ihr müsst diese Dinge dem Herrn bekennen und bereuen. Er vergibt, aber das bedeutet nicht, jetzt müsst ihr die Ehe wieder auflösen, die muss gepflegt werden.
Und so sehen wir das: David tröstete Bathseba, seine Frau, ging zu ihr ein und lag bei ihr. Die eheliche Gemeinschaft war jetzt nicht mehr Hurerei. Salomo, Mann des Friedens, und der Herr liebte ihn. Oh, ist das auch schön. Ja, aber der Weg war ja falsch. Ja, aber man muss nie denken als Kind, wenn man irgendwie aus einer Beziehung heraus entstanden ist, wo es nicht richtig gegangen ist, dann bin ich vielleicht so ein unerwünschtes Wesen. Nein, darf man wissen, der Herr hat mich geplant von Ewigkeit her. Das ist der Unterschied zwischen Ratschluss und Regierungswegen. Die Person selber darf wissen, ich bin vom Herrn gewollt, hundert Prozent, darf man keine Abstriche machen.
Und da wird so schön gesagt: Und der Herr liebte ihn, und er sandte durch Nathan den Propheten und gab ihm den Namen Jedidja, das heißt: der Geliebte des Herrn. Jedid, geliebt, Jah, die Kurzform von Yahweh, um des Herrn willen.
Und Joab kämpfte gegen Rabba der Kinder Ammon, und er nahm die Königsstadt ein, und Joab sandte Boten zu David und ließ ihm sagen: Ich habe gegen Rabba gekämpft, habe auch die Wasserstadt eingenommen, und nun versammle das übrige Volk und belagere die Stadt und nimm sie ein, dass nicht ich die Stadt einnehme und sie nach meinem Namen genannt werde. Da versammelte David das Volk und zog nach Rabba. Und er kämpfte gegen die Stadt und nahm sie ein und nahm die Krone ihres Königs von seinem Haupt, ihr Gewicht war ein Talent Gold, etwa vierzig Kilo, und Edelsteine waren daran, und sie kam auf das Haupt Davids, und die Beute der Stadt brachte er in großer Menge heraus. Und das Volk, das darin war, führte er heraus und legte es unter die Säge und unter eiserne Dreschwagen und unter eiserne Beile und ließ sie durch einen Ziegelofen gehen. Und so tat er allen Städten der Kinder Ammon, und David und das ganze Volk kehrten nach Jerusalem zurück.
David macht weiter. Das ist die Belehrung hier. Und dann möchte ich aber noch sagen: Hier ist ein Übersetzungsfehler geschehen. Das, was da als unglaubliche Grausamkeit beschrieben wird, ist hier nicht korrekt übersetzt. Und da wurde darauf geachtet in der Schlachter, dass das nicht so übersetzt wurde. In der Schlachterbibel ist es korrekt übersetzt und in der Elberfelder CSV in der Fußnote: und stellte es an die Säge und an eiserne Dreschwagen und an eiserne Beile und ließ sie an den Ziegelofen führen. Das war dann Zwangsarbeit, die sie tun mussten, aber die wurden nicht zersägt. Es ist nicht korrekt übersetzt, das einfach als Hilfe, wenn man über diese Stelle stolpern sollte.
Ja, nun wollen wir an dieser Stelle schließen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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