Serie•Teil 2 / 2Einführung in das 1. Buch Samuel
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Rückblick auf die bisherigen Linien
Wir sind stehen geblieben bei der nationalen Buße Israels, Samuels Fürbitte und dem Brandopfer. Ich verweise noch auf Jeremia 15,1, wo Samuel als ganz spezieller Fürbitter Israels erwähnt wird, und auch auf Psalm 99,6.
Damals stellte Samuel einen Stein auf und gab ihm den Namen „Eben-Eser“, Stein der Hilfe, um gewissermaßen Gottes Treue zu markieren. So kann man das auch sehr persönlich übertragen: Wir können auch in unserem Leben, wenn wir es so überschauen, immer wieder Gottes Durchhilfe bis an diesen Punkt erleben.
Es lohnt sich auch, gewissermaßen solche Markierungen in unserem Leben zu erkennen: Bis hierher hat der Herr geholfen, eben Eser.
Der Wunsch nach einem König
Dann kommt Kapitel acht. Das Volk ist enttäuscht über die Söhne von Samuel; es waren korrupte Richter. Samuel hatte das überhaupt zugelassen, dass seine Söhne ihr Richteramt ausüben konnten. Da ist doch auch eine gewisse Verantwortung bei Samuel, die auf ein Versagen hinweist. Aber das hat dem Volk erst recht die Enttäuschung über diese Art von Regierung gegeben, wie Israel das jahrhundertelang kannte, immer diese Rechte einzusetzen.
Und so gaben gerade die missratenen Söhne von Samuel dem Volk ein Argument in die Hand: Wir möchten jetzt auch einen König haben, so wie die anderen Völker. Wir wollen nicht mehr einen Extrazug fahren.
Man kann dieses Kapitel auch sehr aktualisieren. Das erleben auch immer wieder Kinder aus gläubigen, aus christlichen Familien. Sie merken immer, dass sie bei manchen Themen ein Extrazug fahren in der Schule. Das ist ein sehr großes Spannungsfeld für Kinder. Und darum ist es auch wichtig, dass man sich als Eltern Mühe gibt, dieses Vakuum, das da entstehen könnte, auch wirklich mit einer Alternative auszufüllen. Und man merkt: Es lohnt sich ja auch, eben diesen Weg zu gehen.
Israel hatte genug von einem Extrazug als auserwähltes Volk. Wir möchten so sein wie die anderen. Sie wollten also nicht mehr Samuel als Oberrichter. Samuel war tief enttäuscht, und Gott sagte ihm: Vergiss das, sie haben mich eigentlich verworfen. Sie wollen nicht, dass ich eigentlich als König über Israel herrsche und so eben gewisse Personen als Richter benutzt habe, ohne dass sie wirklich die Position eines Königs einnehmen. Sie haben mich verworfen. Höre auf sie, sie sollen einen König haben.
Samuel ist bereit und erklärt dann auch in diesem Kapitel, wie das so geht und was es auch für Nachteile bringen wird. Im Gegensatz zu den Richtern hat ein König einen ganz anderen Status. Dann müsste er Steuern bezahlen, und es wird zu schweren zusätzlichen Steuerbelastungen kommen. Ihr Problem: Wir wollen sein wie die anderen Völker. Aber er hat ihnen das nochmals ganz deutlich vorgelegt.
Nun ist es interessant: Wir sehen in den früheren Bibelbüchern, dass Gott eigentlich geplant hat, dass es einmal zu einem Königtum kommen würde in Israel. In 1. Mose 17 sagt Gott zu Abraham, Vers 6: Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige sollen aus dir hervorkommen. Ich habe noch weitere Stellen angegeben, auch Vers 16 in diesem Kapitel, dann in 25,11 wiederum. In 5. Mose 17,14-20 hat schon Mose das Königsgesetz gegeben, wenn Israel einmal einen König haben wird, nach welchen Prinzipien der König sich dann richten muss. Es war alles schon vorbereitet.
Und sagen wir, ich habe am Anfang gelesen, aus Apostelgeschichte 13, wo Gott sagt: Ich habe David gefunden, den Mann nach meinem Herzen. Also die Monarchie, die Königsherrschaft durch David, die kam von Gottes Seite her. Also es wäre so oder so einmal zur Monarchie gekommen, aber Israel fragte eigentlich, sagen wir, vierzig Jahre zu früh. Es war also die falsche Zeit. Es wäre sowieso gekommen, aber sie haben zur falschen Zeit etwas gewollt, was Gott ihnen später sowieso gegeben hätte. Und das Motiv war falsch: Wir wollen so sein wie die anderen Völker. Zur falschen Zeit und nach dem falschen Motiv. Und das sollte Konsequenzen haben.
Übrigens in 1. Samuel 8, wenn es heißt, dass sie einen König haben wollten, da findet man im Hebräischen das Wort Sha'al. Das Partizip davon heißt Sha'ul, gefragt, erbeten. Sha'ul ist Saul. Auch Herr Dreyf sagt man Gesau, sagt man Shaul, der Gefragte. Und Sie haben also dieses Wort, es kommt immer wieder vor: Sie haben einen König erbeten oder erfragt. Das ist das Wort Sha'al, also das gleiche Verb wie der Name Shaul, Shaul. Und Gott erklärt: Damit haben sie ihn als König eigentlich verworfen. Also er ist der Mann, der gewählt wurde, gewünscht wurde vom Volk.
Sauls Anfang und die erste Salbung
Jetzt kommen wir zu Kapitel neun. Dort wird die Geschichte des jungen Saul erzählt, Vers 1 und 2:
Und es war ein Mann von Benjamin, sein Name war Kis, der Sohn Abiels, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bekorats, des Sohnes Afias, des Sohnes eines Benjaminiters. Ein vermögender Mann. Der hatte einen Sohn, sein Name war Saul, hebräisch Schaul, „der Erbetene“. Er war jung und schön, und kein Mann von den Kindern Israel war schöner als er. Von seiner Schulter an aufwärts war er höher als alles Volk.
Sein Vater hatte Esel verloren; sie hatten sich verirrt. Und Saul musste mit einem Knecht die Esel suchen. Das wird so schön berichtet, diese Geschichte, wie die Esel verloren gegangen sind und Saul ein Königtum gefunden hat. Und Gott hat auch dann die Esel finden lassen. Also: Der Mann, der die Esel verloren hat und ein Königtum gefunden hat, das wird uns in Kapitel neun bis zehn beschrieben.
Auf dieser Suche nach den Eseln kam nämlich der junge Saul in Kontakt mit dem Propheten Samuel, und Gott gab ihm den Auftrag: Das ist der Mann, jetzt musst du ihn zum König salben.
Wir finden schöne Charaktereigenschaften, oder überhaupt Eigenschaften Sauls. Er war jung, schön und einen Kopf größer als alle anderen, Kapitel 9,2 und 10. Dann sehen wir, er war fleißig und zuverlässig, wie er auf die Suche nach den Eseln gegangen ist, Kapitel 9,3 bis 5. Und als er sehr lange und eifrig suchte, war er so besorgt um den Vater, dass er auch Angst bekam. Also hatte er Sorgen um seinen Vater, Kapitel 9,5.
Und als sie dann zu dem Propheten Samuel gehen wollten, sagte er: Ja, wir können auch nicht einfach zu diesem Propheten gehen, wir haben kein Geschenk. Er war auch sehr anständig, er wollte ein Geschenk mitbringen. Das haben wir in Kapitel 9,7. Und in Kapitel 9,21 sehen wir, dass er sehr demütig war, obwohl die Familie ja reich war. Dort sagte Saul und sprach: Bin ich nicht ein Benjamiter von einem der kleinsten Stämme Israels, und ist nicht meine Familie die geringste unter allen Familien des Stammes Benjamin? Er hatte keine große Meinung von seiner Familie und damit auch nicht von sich selbst. Demütig.
Und weiter, in Kapitel 11,14, in einem bestimmten Zusammenhang, sehen wir, wie er barmherzig war gegen seine persönlichen Feinde. Sehr wertvolle menschliche Eigenschaften. Und genau das sollte der starke Mann werden nach dem Herzen des Volkes.
Kapitel 10: die Salbung. Und Samuel nahm die Ölflasche und goss sie aus auf sein Haupt und küsste ihn und sprach: Ist es nicht so, dass der Herr dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt hat? Die Salbung des Königs Saul.
Fällt uns auf, was Samuel benutzt hat? Eine Flasche. Später, als David gesalbt wird in Kapitel 16, da benutzt derselbe Prophet ein Ölhorn, Kapitel 16,13. Und da haben wir bereits einen prophetischen Hinweis. Wenn man eine Flasche zu Boden schmettert, dann ist sie kaputt. Wenn man ein Horn, sagen wir ein Widderhorn, auf den Boden schmettert, dann ist es nicht zerbrochen. Das Königtum Sauls sollte zerbrechen, aber das Königtum Davids sollte ewig bleiben. Und der letzte König aus dem Haus Davids soll der Messias Jesus sein, der tausend Jahre über die Erde regieren wird, bis dann der Weltuntergang kommt.
Also auch hier haben wir ganz dramatische Aussagen: diese Flasche im Gegensatz zum Horn. Samuel sagte Saul verschiedene Zeichen voraus, die geschehen sollten, wenn er nach dieser Salbung weitergeht. Und all diese prophetischen Aussagen sollten eine Bestätigung sein, dass diese Salbung wirklich von Gott bestätigt war.
Und schließlich wird dieser Saul dann auch öffentlich vom Volk anerkannt, Kapitel 10,24: Und Samuel sprach zu dem ganzen Volk: Habt ihr gesehen, den der Herr erwählt hat? Denn keiner ist wie er im ganzen Volk. Da jaucht das ganze Volk, und sie sprachen: Es lebe der König! Saul wird anerkannt.
Warum Gott den Wunsch dennoch zuließ
Nun habe ich erklärt: Gott wollte Saul nicht als König, das Volk hatte ihn verlangt. Warum hat er ihm trotzdem diesen König gegeben und ihn dann schließlich durch die Salbung eingesetzt?
Das Geheimnis wird uns in Hosea gelüftet. Hosea 13,10, das ist der erste der kleinen Propheten, also das zwölfte letzte Buch der Bibel. Ich finde, man kann es gut so lesen: „Wo ist nun dein König, dass er dich rette in allen deinen Städten, und wo sind deine Richter, von welchen du sagtest: Gib mir einen König und Fürsten? Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn weg in meinem Grimm.“
Gott hat also die Bitte um Saul erhört, aber das war gewissermaßen im Zorn. Denn Gott war entrüstet darüber, dass er eigentlich als König verworfen worden war. Und darum hat Gott dieses Gebet erhört, aber es war gleichzeitig ein Gericht für Israel.
Und da sehen wir die Möglichkeit, dass es geschehen kann, wenn wir eigensinnig um Dinge bitten: Gott erfüllt solche Bitten vielleicht, aber nicht zu unserem Guten. So war es auch mit Saul. Das Volk sollte wirklich erkennen, was es bringt, jemanden zu wünschen, den Gott nicht geben wollte.
Gilgal, Ungehorsam und die erste Krise des Königtums
1. Samuel 11
Es gibt einen Konflikt mit den Ammonitern in Nordjordanien. Dort hat Saul große militärische Erfolge. In Gilgal wird er in 1. Samuel 11,15 nochmals voll und erneut als König bestätigt. Gilgal ist dabei ein wichtiger Ort. Dieser Ort kommt im Buch Josua immer wieder vor; ich habe hier alle Stellen ausgeführt, all die vielen Stellen aus Kapitel 4, 19, 12, 14 und 15.
Als Josua und das Volk Israel in das verheißene Land hineingingen, war Gilgal immer der Ausgangspunkt für die vielen Siege im Land. Gilgal war der Ort, an dem sie sich beschneiden ließen. Die Beschneidung spricht von Gottes Gericht über unsere verdorbene Natur, die nur in der Lage ist, immer wieder einen Sünder zu zeugen. Die Beschneidung anerkennt Gottes Urteil über unsere verdorbene Natur. Aber sie war auch der Ausgangspunkt für Siege, für Erfolg.
Und nun kommt Saul nach Gilgal, diesem verheißungsvollen Ort des Gelingens. Aber wir sehen: Der Wunsch nach Saul kam ja aus der verdorbenen Natur Israels, aus einem verdorbenen Herzen. Darum konnte es keinen wirklichen Erfolg geben. Anfänglich war aber Erfolg da. Ich habe hier auch noch aufgeführt all die Stellen im 1. Samuel, wo Gilgal vorkommt, all die vielen Stellen in Kapitel 7, 10, 11, 13 und 15. Dieser Ort spielt eine wichtige Rolle im Vergleich zu dem Buch Josua. Anfänglich sieht alles so erfolgversprechend aus.
Dann kommt Kapitel 12. Samuel hält hier eine feierliche Abschiedsrede und zeigt nochmals dem Volk seine ganze Verantwortung auf. Und er spricht hier über den Messias, 1. Samuel 12,3: „Hier bin ich. Zeugt gegen mich vor dem Herrn und vor seinem Messias“, Vers 5: „Und er sprach zu ihnen: Der Herr ist Zeuge gegen euch und Zeuge sein Messias an diesem Tag, dass ihr gar nichts in meiner Hand gefunden habt.“ Und sie sprechen: „Er ist Zeuge.“
Das Interessante ist: Samuel spricht hier über den Messias als eine Person, die existiert, und zwar vorher. Also wird der Messias nicht dargestellt als irgendein Mensch, der dann später einmal geboren wird, sondern hier wird die Präexistenz, also die Existenz schon vor seiner Geburt, ganz klar ans Licht gebracht.
In dem Mutterleib der Maria. Das ist nicht der gleiche Jesus. Der Jesus im Koran ist ein anderer Jesus, hat überhaupt nichts zu tun mit dem Jesus der Bibel.
Da ist auch eindrücklich, wie Samuel zum Volk spricht. Er erzählt ihnen nochmals die ganze Geschichte vom Auszug aus Ägypten, was man in den Büchern Mose findet. Dann erzählt er ihnen von der Richterzeit, was wir im Buch der Richter finden. Interessant also: Das Buch der Richter wird in 1. Samuel bereits vorausgesetzt und daraus erzählt. Und er prangert nochmals Israels Sünde an, 1. Samuel 12,17, am Schluss, dass das Böse, das ihr getan habt, groß ist in den Augen des Herrn, einen König für euch zu begehren. Und da haben wir wieder das Wort Scha'ul, von dem das Wort Saul, Sha'ul, herkommt.
Aber dann ruft er das Volk auf. Er hat nun falsch gehandelt, aber jetzt ruft er sie zur Treue auf. Und nochmals gibt es Donner vom Himmel und Regen im Juni.
Warum ich weiß, dass es im Juni war? In 1. Samuel 12,17 heißt es: „Ist nicht jetzt die Weizenernte?“ Ich will zum Herrn rufen, und er wird Donner und Regen geben. Nun, die Weizenernte in Israel beginnt mit dem Pfingstfest. An Pfingsten wurden die ersten Weizengarben geschnitten, und erst nach diesem Ereignis des Pfingstfestes durfte man im übrigen Israel Weizen schneiden. Also sind wir in der Pfingstzeit, im Juni.
Und die Regenzeit in Israel dauert von Ende Oktober, Anfang November bis März. Im April soll der Spätregen dann wirklich längst zu Ende gekommen sein. Und dann kam die trockene Zeit. Jetzt nicht. Die Winterzeit ist die Regenzeit, genau, die trockene Zeit. Und dass es da im Juni geregnet hat, das war nun wirklich ein klares, deutliches Zeichen. Es ist also nicht so, wie man hier sagen würde: Aus Bestätigung wird es dann morgen regnen, das ist dann weniger eindrücklich, ja?
Gut, aber auch hier haben wir wieder den Donner vom Himmel, was wir schon gesehen haben. Die Mutter von Samuel hat von diesem Donner gesprochen, 1. Samuel 2. Szene.
Sauls Ungehorsam und der Verlust der Bestätigung
Wir kommen zu Kapitel 13. Immer noch dieser dauernde Konflikt zwischen den Philistern und Israel. Prinz Jonathan, einer der Söhne Sauls, hat durch einen Überfall auf eine philisterische Aufstellung großen Erfolg. Aber das hat den Zorn der Philister herausgefordert. Es kommt zum Krieg, und plötzlich hat ganz Israel Angst vor den Philistern.
Sie gehen nach Gilgal, und dort sollten sie warten, bis der Prophet Samuel kommt, um ein Opfer darzubringen. Dann kommt Samuel nach sieben Tagen. Dadurch werden sie alle nervös und ungeduldig, und Saul denkt: Wenn er nicht kommt, dann bringe ich das Opfer dar.
Der Prophet Samuel hatte damals nach der Salbung, das war schon mindestens zwei Jahre früher, etwa von diesem Ereignis vorausgesagt. Ich lese aus 1. Samuel 10,8: Und gehe vor mir nach Gilgal hinab; und siehe, ich werde zu dir hinabkommen, um Brandopfer zu opfern und Friedensopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme, und ich werde dir kundtun, was du tun sollst.
Jetzt haben wir genau diese Situation in 1. Samuel 13,8: Und er wartete sieben Tage bis zu der von Samuel bestimmten Zeit. Aber Samuel kam nicht nach Gilgal, und das Volk zerstreute sich von ihm weg. Da sprach Saul: Bringt mir das Brandopfer, und er opferte es.
Dann kommt Samuel. Vers 11 sagt er: Was hast du getan? Dann will sich Saul herausreden. Vers 12: Jetzt werden die Philister zu mir nach Gilgal herabkommen, und ich habe den Herrn nicht angefleht. Und ich überwand mich und opferte das Brandopfer.
Da sagt ihm Samuel weiter, und Samuel sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt. Du hast nicht beobachtet das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Denn jetzt hätte der Herr dein Königtum über Israel bestätigt, auch für immer. Nun aber wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn zum Fürsten über sein Volk bestellt. Denn du hast nicht beobachtet, was der Herr dir geboten hat.
Also Saul hat gegen ein ausdrückliches Gebot des Herrn verstoßen, und das hat ihm diese Verwerfung eingebracht. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch gerade für Führer im Volk Gottes, dass sie die göttlichen Gebote ernst nehmen. Und ich denke: Ja gut, da muss man ein bisschen die Situation sehen, und die Leute werden nervös, und da kann man doch nicht so. Aber das war ein Grund zur Verwerfung dieses Führers über das Volk Gottes.
Es klingt einem vielleicht hart, aber es ist nun so aufgezeichnet: Sauls Ungehorsam in Gilgal. Sein Königtum soll keinen Bestand haben.
Jonathan, Aberglaube und die eigentliche Quelle der Hilfe
Im Weiteren wird gezeigt, dass die Israeliten damals einen totalen Waffenmangel hatten. Das war wirklich ganz schlimm. Sie hatten kaum Schmiede, die damals Waffen herstellen konnten.
In 1. Samuel 14 sehen wir dann, wie Jonathan, Prinz Jonathan, in dieser so aussichtslosen Zeit nochmals einen gewaltigen Erfolg erzielt. Man sieht aber auch: Das kommt aus Glauben heraus. Ich lese aus Kapitel 14, Vers 6:
Und Jonathan sprach zu dem Knaben, der seine Waffen trug: Komm, und lass uns hinübergehen zu der Aufstellung dieser Unbeschnittenen. Vielleicht wird der Herr für uns wirken; denn für den Herrn gibt es kein Hindernis, durch viele zu retten oder durch wenige.
Und er hat gewaltigen Erfolg. Da sehen wir diesen persönlichen Glauben in Jonathan. Er war nicht sicher, ob der Herr hilft, aber es war ihm klar: Wenn Gott uns hilft, dann hilft er uns. Es kommt gar nicht darauf an, ob wir jetzt viele Soldaten sind oder nur ganz wenige. Und Gott hat diesen Glauben dann auch bestätigt.
Aber wir lesen dann weiter, wie Saul in Torheiten verfällt. In 14,18 lesen wir in dieser Angst vor den Philistern: Da sprach Saul zu Achia: Bringe die Lade Gottes herbei. Es wiederholt genau den gleichen Unsinn wie in 1. Samuel 4. Die Bundeslade muss her, und dann haben wir Erfolg. Das ist wieder abergläubisches Kalisman-Denken.
Und eine weitere Torheit finden wir in Vers 24. Bei dieser Auseinandersetzung mit den Philistern heißt es, die Männer von Israel waren aber sehr angestrengt an ihrem Tag. Und Saul beschwor das Volk und sprach: Verflucht sei der Mann, der Speise essen wird bis zum Abend und bis ich mich an meinen Feinden gerecht habe. Und das ganze Volk kostete keine Speise.
Er denkt, wenn ich da ein rigoroses Fasten durchbringe, dann bringt es Erfolg. Dabei war das Volk erschöpft, und jetzt drückt er ihnen auch noch das Fasten auf und denkt, das bringt dann etwas. Und sein Sohn Jonathan hatte nichts von diesem Schwur gehört, von diesem dummen Schwur, und hat dann Honig im Wald gefunden und auch gegessen. Das wird bekannt, und Saul ist bereit, dieses Urteil auszuführen, diesen Fluch, der ausgesprochen wurde. Aber es ist das Volk, das dann Jonathan rettet, indem sie einen Gegenschwur machen. Also einen Gegenschwur, wenn Jonathan etwas angetan wird. So können sie durch den Gegenschwur den dummen Schwur von Saul aufheben. Eindrücklich: Das Volk rettet Jonathan.
Aber wir sehen, wie Saul fortfährt mit Dummheiten und auch denkt, irgendwie durch eine Bundeslade oder durch die Technik des Fastens komme dann der Durchbruch. Unverkennbar liegt die Quelle für einen Durchbruch irgendwo ganz anders. Saul hat versagt im Hören auf Gottes Gebote, im Hören auf die Autorität Gottes in seinem Wort. Dort wäre die Quelle für Gottes Hilfe zu finden, und nicht in diesen Methoden oder wie man dem sagen will.
Es wird dann weiter berichtet in Kapitel 14, wie Saul zwar viele Feinde besiegen konnte, in den Versen 47 und 48. Aber zusammengefasst hatte er manche Erfolge. In Vers 52 wird jedoch gesagt, es gab eine dauernde Konfrontation mit den Philistern, und der Streit war heftig gegen die Philister alle Tage Sauls. Und wenn Saul irgendeinen streitbaren Mann und irgendeinen tapferen Mann sah, so gesellte er ihn zu sich.
Also dieses Joch hatte Israel die ganze Zeit. Diese Philister waren wirklich das Problem Nummer eins für den Staat Israel damals. Wir sehen ganz markante Parallelen zu heute, ja, und wir sind in der Zeit, wo die Tschechin eigentlich da ist und wo man eben mehr auf den starken Mann vertraut als auf Gott.
Amalek, falsche Reue und der Absturz Sauls
Wir kommen zu Kapitel 15. Dort wird ein militärischer Erfolg Sauls über Amalek berichtet, über die Amalekiter, diese alten Erzfeinde seit der Wüstenwanderung. Aber Gott hat gesagt, es soll wirklich ein schonungsloses Gericht über die Amalekiter geben. Saul hat jedoch nicht darauf gehört. Er hat zum Beispiel das Vieh verschont und wollte es nicht töten, wie Gott es vorgeschrieben hatte.
Dann kommt 1. Samuel 15,22. Und Samuel sprach zu Saul: Hat der Herr Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, so wie daran, dass man der Stimme des Herrn gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder.
Es war ja so: Samuel kam zu Saul, und Saul tat so, als hätte er wirklich das Gebot Gottes erfüllt. Dann sagt Samuel: Ja, und was ist denn da dieses Blöken vom kleinen Vieh? Ja, das sollte ja nicht mehr blöken, wenn es getötet ist. Und dann hatte Saul eine gute Idee. In Vers 15 sagt er: Sie haben sie von den Amalekitern gebracht, weil das Volk das Beste vom kleinen und großen Vieh geschont hat, um dem Herrn, deinem Gott, zu opfern. Das wollten wir brauchen für die Anbetung. Darum haben wir das so gemacht.
Dann erklärt Samuel: Was soll dieses Worshippen? Das Gehorchen ist besser als Worshippen. Aufmerken ist besser. Wenn kein Gehorsam gegenüber Gottes Wort da ist, dann kannst du es vergessen mit dem Anbeten. Noch einmal Vers 22: Hat der Herr Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, so wie daran, dass man der Stimme des Herrn gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn die Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König seist.
Dann sind wir wirklich an einem Tiefpunkt angelangt. Und schauen wir mal, wie der König reagiert.
Vers 24: Und Saul sprach zu Samuel: Ich habe gesündigt, dass ich den Befehl des Herrn und deine Worte übertreten habe.
Vers 25: Und nun vergib doch meine Sünde und kehre mit mir um, dass ich vor dem Herrn anbete.
Aber Samuel sprach zu Saul: Ich kehre nicht mit dir um. Denn du hast das Wort des Herrn verworfen, und der Herr hat dich verworfen, dass du nicht mehr König über Israel seist.
Das war so schlimm für Samuel, das konnte er nicht leichtfertig sagen. Deut es mal mit dir aus, denn wir sehen, wie in Vers 10, was vorher geschehen war. Da geschah das Wort des Herrn zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und hat meine Worte nicht erfüllt. Und Samuel entbrannte und schrie zu dem Herrn die ganze Nacht.
Das war so schlimm für Samuel. Also, wer hat nicht gesagt: Saul, jetzt kriegst du es mal mehr. Das war ganz schlimm für ihn, ihm das zu sagen. Aber schau: Wenn du nicht auf Gottes Wort hörst, dann ist alles andere, das können wir nicht brauchen. Natürlich hatte Gott das Worshippen eingesetzt, die Opfer in 3. Mose 1 und folgende. Das kam von Gott. Aber wenn nicht der Gehorsam gegenüber Gottes Wort vorausgeht, dann verliert das seine Bedeutung und seinen Wert vor Gott.
Aber schauen wir weiter. Saul will wirklich Buße tun. Und ich lese Vers 30: Und er sprach: Ich habe gesündigt, und nun ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel. Und kehre mit mir um, dass ich vor dem Herrn, deinem Gott, anbete. Samuel kehrte um, Saul nach, und Saul betete den Herrn an.
Woran merkte man, dass das keine echte Umkehr war? Er sagt: Ich habe gesündigt. Aber im nächsten Satz sagt er: Nun ehre mich doch. Das ist nicht die Sprache der Buße. Die Sprache der Buße sagt wirklich etwas ganz anderes, nämlich das, was man bei David findet nach seinem schweren Fall und dem Ehebruch mit Bathseba. Er hatte ein Jahr, bis er zur Buße kam. Aber dann kam Nathan und hat ihm das alles aufgedeckt. Und schauen wir mal, wie David dann reagiert hat in 2. Samuel 12,13. Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Und Nathan sprach zu David: So hat auch der Herr deine Sünde hinweggetan; du wirst nicht sterben.
Das ist das Gleiche. Da merken wir den kleinen Unterschied. Saul sagte: Ich habe gesündigt. David sagte: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Ihm wurde klar, er hat Gott verunglimpft. Ich habe gesündigt, ich habe gegen Gott gesündigt. Und David sagt nichts davon, und jetzt ehre mich vor dem Volk. Und so konnte der Prophet sagen: Der Herr hat dir vergeben, aber du musst unter die Zucht Gottes geraten, damit die anderen Völker dann nicht spotten können und sagen: Aha, da kann man Ehebruch begehen, und dann kann man sagen, es tut mir leid, und dann ist schon wieder alles gut. Nein, es kommt unter die Zucht Gottes. David beugt sich dann auch darunter.
Aber es ist wirklich eindrücklich zu sehen: diese falsche Buße bei Saul, diese wahre Buße später bei David. Und noch etwas kann uns auffallen in 1. Samuel 15: Saul spricht immer von deinem Gott, dass er sich vor dem Herrn, deinem Gott, anbete. Man kann mal schauen, wo das sonst auch vorkommt bei Saul. Immer wieder sagt er: dein Gott. Der Mann hatte keine persönliche Beziehung zu Gott. Der war gläubig, aber der war nicht bekehrt. Er war ja nicht ein Atheist, der hat auch Gott angebetet. Man kann Gott anbeten und nicht wiedergeboren und nicht bekehrt sein. Aber es fehlt auch diese wirklich lebendige Beziehung: der Herr, mein Gott. Er sagt immer: dein Gott.
Und das Tragische ist, wie endet 1. Samuel 31 dann König Saul? Mit Selbstmord. Ich möchte dazu lesen aus 2. Korinther 7,10. Da wird darüber gesprochen, es gibt zwei verschiedene Arten von Buße, von Reue. 2. Korinther 7,10: Denn die Betrübnis gottgemäß bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil, die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.
Bei David Leben, bei Saul Tod. Es endet in dem Selbstmord. Es ist interessant, das zu sehen mit Pharao in Ägypten, 2. Mose 9,27 und 10,16. Der sagte auch in gewissen Situationen: Ich habe gesündigt, und er endete dann im Roten Meer. Die Betrübnis der Welt bewirkt den Tod. Und bei Judas haben wir das auch, Matthäus 27,4. Er kam zu den Hohen Priestern. Er sagt: Ich habe unschuldiges Blut vergossen, ich habe gesündigt. Und dann machte er Selbstmord. Es war Betrübnis, aber es war nicht die Betrübnis gottgemäß, denn diese bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil. Es ist ein sehr, sehr ernstes Beispiel.
David wird erwählt und Saul verliert den Geist der Hilfe
Und mit diesem Tiefpunkt kommt dann Kapitel 16. Gott schickt Samuel zu Isai, um den neuen König zu salben. Die Familie wohnt in Bethlehem, dort, wo später der Messias geboren werden sollte, in der Stadt Davids.
Samuel denkt zuerst, es sei einer von diesen grossen Söhnen, diese tollen Söhne von Isai. Und der Herr sagt: Nein, nicht den, nicht den, nicht den. Ich schaue nicht auf das, worauf die Menschen schauen, auf das Äussere. Er braucht keinen Grossen.
Und dann kommt schliesslich noch David. Den muss man sogar extra holen, an ihn hat man wirklich nicht gedacht. Er war Nummer acht in der Familie. Sehen wir also: Die in den Grossfamilien, das sind die Letzten, sind nicht einfach nur noch Nummern. Das achte Kind kann ein König werden in Israel.
Hier in 1. Samuel 16 wird erklärt: David ist der Mann, den Gott erwählt hat. Der Herr ist mit ihm, Vers 18. Er war ein guter Musiker, im gleichen Vers. Er war redegewandt, er war ein Held. Und in dieser Zeit kommt ein böser Geist, von Gott geschickt, über Saul. 1. Samuel 16,14: Aber der Geist des Herrn wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn ängstigte ihn.
Und seine Beamten sagen: Du solltest jemanden aussuchen, der gut Harfe spielen kann, und das könnte dir guttun. Wir müssten ihn bringen. Sie bringen David. Und er spielt. Und im letzten Vers sehen wir: Saul fand Erleichterung, und es wurde ihm wohl, und der böse Geist wich von ihm.
Wie kann man böse Geister mit Musik vertreiben? Das klingt ja recht heidnisch, oder? Es ist aber überhaupt nicht heidnisch. Denn diese Harfen damals — man weiss ja durch die Archäologie einiges über die alte Musik Israels — hatten so ein paar Saiten, vielleicht sieben, acht bis zehn Saiten. Man hat keine abstrakte Musik gespielt. Wir kennen abstrakte Musik, das heisst Musik nur instrumental, nur mit Instrumenten. Sondern Musik war wesentlich verbunden mit dem Gesang.
Was hat David gesungen? David ist der Liebliche unter den Gesängen Israels. Kommen wir dann darauf hin, sagt Samuel. Er hat Psalmen gesungen. Loben zieht nach oben, Danken schützt vor Wanken. Das ist effektiv so: Wenn wir Gott preisen für seine Güte, für seine Gnade, für seine Erlösung in Christus, das haben die Dämonen nicht mehr.
Und so hat Saul dann Erleichterung gefunden, nicht Heilung, aber Erleichterung. Ich habe das von einem Bekannten, der verstorben ist, so mitbekommen. Er war eingeladen, um Seelsorge an einer besessenen Frau zu tun. Und da kam er zu ihr. Dann geriet sie in Trance, und dann kam plötzlich so eine Männerstimme aus ihr heraus. Und der Geist hat begonnen, auf meinen Bekannten zu spucken, und hat gesagt: Dich möchte ich quälen. Ganz abscheulich. Und die Frau war weg.
Dann sagte er: Das kannst du nicht, denn ich bin in Christus. Und er fuhr so weiter. Dann hat er begonnen, einfach zu beten. Zu danken: Herr, danke, dass ich in Christus bin, und für das Heil. Er begann zu danken. Und dann kam die Frau wieder aus der Trance heraus, und der Geist ist verschwunden. Dann hat sie geweint. Es war ein eindrückliches Zeugnis, eben in dieser Konfrontation. Da hat er nicht gespielt und da irgendwelches Exorzismuszeug gemacht, sondern einfach gedankt. Und der Dämon ging dann.
Das ist ja die Situation hier mit David. Also: Töne vertreiben keine Dämonen, das muss man nicht meinen, aus dieser Stelle zu schliessen.
Der Kampf gegen Goliath und die Bedeutung des Glaubens
Erste Samuel 17
Nun der große Saul, und jetzt kommt noch ein größerer. Die Philister haben einen Riesen, Goliath. Wenn man bei den Maßangaben hier die große Elle nimmt, dann kommt man auf drei Meter siebenunddreißig. Aber für solche Zwecke wurde wohl eher die kleine Elle verwendet, dann kommt man auf zwei Meter zweiundneunzig. Auch nicht schlecht, oder?
Beide Seiten waren: die Israeliten einmal in dem Tal Ela. Da hat man sich das so vergegenwärtigen können: da die Armee Israels, die Armee der Philister. Und dann kommt dieser Vorkämpfer Goliath, der Gott lästert. Und die ganze Armee Israels hat Angst, Saul hat Angst. Und in dieser Situation kommt dann David auf Besuch, von seinem Vater geschickt.
So war die Situation vor zweitausend Jahren. Israel war ein Volk, das unter der Herrschaft des Satans liegt. Und dann sandte der Vater seinen Sohn in diese Welt, um nach dem Wohl Israels zu sehen. Niemand konnte gegen diesen Goliath, gegen Satan, kämpfen. Aber der Herr Jesus ist gekommen. Und wie hat David Goliath besiegt? Er hat ihm einen Stein auf ihn geknallt, war so treffsicher, dass er genau in die Schläfe eindrang. Er war aber noch nicht tot, da fiel er um, und dann hat David das Schwert Goliaths genommen und hat ihm den Kopf aufgeschlagen. Das heißt, er hat mit der Waffe Goliaths Goliath besiegt.
Und jetzt lese ich aus Hebräer 2, wo wir das neutestamentlich übersetzt finden. 2,14: Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, also Israel waren Menschen von Blut und Fleisch, hat auch er, der Sohn Gottes, gleicherweise an demselben teilgenommen. Er ist Mensch geworden, auf dass er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hatte, das ist den Teufel, und alle die befreite, welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft verfallen waren.
Genau das: Der wahre David kam und hat durch das Schwert, den Tod, der die Waffe des Satans war, den Satan gesiegt. Menschen, die die ganze Zeit in der Angst vor der Macht Satans waren, die hat er befreit. Und so wurde David zum großen Helden. Also da kommt noch ein größerer als die Probleme, aber dann kommt ein Kleiner, den Gott gewählt hatte, und so wird Goliath überwunden.
Freundschaft, Flucht und Bewahrung in der Wüste
In Kapitel 18 schließt Prinz Jonathan Freundschaft. Das können wir so vergleichen: mit einem Menschen, der zum Glauben kommt und mit dem Messias, mit Jesus Christus, eine Freundschaft schließt.
In Johannes 15,14-15 sagt der Herr Jesus: Ich habe euch Freunde genannt, wenn ihr tut, was ich euch geboten habe. Freunde Jesu, wie Jonathan und David.
David hat großen Erfolg beim Volk. Die Frauen bringen Reigen und Gesänge dar nach dem Sieg, und sie rühmen David weit über Saul hinaus. Wir verstehen: Das löst bei Saul massiven Neid aus. Das hatte einen ersten und zweiten Mordversuch zur Folge.
Aber in 1. Samuel 19 wird Saul vorgestellt: Schau mal, welche große Rettung David uns gebracht hat. In Hebräer 2,3 wird über die Rettung Jesu gesprochen, wie sie dort genannt wird: eine große Errettung. Da sehen wir eine schöne neutestamentliche Verbindung. Aber das vergrößert ja nur den Neid Sauls. Es kommt zu einem dritten Mordversuch, und David flüchtet zu Samuel.
1. Samuel 19,18:
David aber war geflohen und entronnen und kam zu Samuel nach Rama und berichtete ihm alles, was Saul ihm getan hatte.
Ich habe da als Parallelstelle Sprüche 17,17 hingeschrieben. David geht in der Not zu Samuel und erzählt ihm einfach alles. Das ist echte Freundschaft, wo man eben einfach erzählen kann. Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder wird er für die Drangsal geboren.
In Kapitel 20 macht David ein Bündnis mit Jonathan. Es kommt zu einem Mordversuch Sauls an Jonathan, weil Jonathan zu David hält. Und nun weiß David: Jetzt muss ich endgültig gehen. So kommt es zu einem sehr bewegenden Abschied zwischen David und Jonathan, 1. Samuel 20,43. Ich habe aber geschrieben: Das war eine verhängnisvolle Trennung. Jonathan hätte mit David in die Flucht gehen können. Dann wäre er nicht in dem Krieg umgekommen, im letzten Kapitel. Er hielt zu David, ging aber zurück an den Hof. Und wir können den Schluss ziehen: Das war wohl ein Fehler. Er hätte mit David weggehen sollen.
In Kapitel 21 kommt David in Not zur Stiftshütte. Es ist gerade Sabbat, und David darf in der Not Schaubrote essen. Das war ja streng verboten, nur Priester durften sie essen. Aber hier war es ein Notfall. Das Brotessen an sich ist ja keine Sünde. Wir finden hier das Prinzip, dass diese rituellen Gesetze dem Gebot der Lebenserhaltung unterstellt sind. Also war es erlaubt, diese Schaubrote zu essen. Darum war es auch erlaubt, dass der Herr Jesus verschiedene Heilungen am Sabbat durchführte, weil das Gebot der Lebenserhaltung über dem rituellen Sabbatgebot steht.
Übrigens würde die israelische Armee auch mit Billigung aller Rabbiner am Sabbat Krieg führen. Warum? Natürlich deshalb, weil das Gebot der Lebenserhaltung über dem Sabbatgebot steht. Das kann man auch aus dieser Geschichte hier ableiten. Wichtig ist aber zu sehen, dass das Schaubrotessen nicht an sich Sünde ist, sondern dass es ein rituelles Gebot Gottes betrifft.
David nimmt Zuflucht bei den Philistern in Gat. Hier kann ich mir auf alles eingehen, weil wir in ein paar Sekunden am Ende sind.
In Kapitel 22 flieht David in die Höhle Adullam. Aus dieser Zeit stammen Psalm 57 und Psalm 142. Dort kommen viele zu ihm, die Probleme haben und in Not sind. Bei David finden sie Trost. So ist der Herr Jesus auch heute eigentlich der verworfene Messias in dieser Welt. Und wer heute zu Jesus Christus hält, der darf bei ihm Trost finden. Das sind die Leute in der Höhle Adullam.
Es waren vor allem Leute, die Probleme hatten. Und es ist tatsächlich so: Es sind ganz besonders Leute mit Problemen, die zur Bekehrung kommen. Die anderen, die keine Probleme haben, meinen oft: Dann brauche ich auch keinen Erlöser. Das ist ein Problem. Aber der Herr Jesus ist besonders für Leute da, die Probleme haben.
David bringt dann seine Eltern nach Jordanien und sagt dem König dort: Nimm meine Eltern auf. Ich möchte einfach warten, bis Gott mir zeigt, wie der Weg weitergeht. Er wollte also nicht handeln, sondern einfach warten, bis Gott den nächsten Schritt zeigt. Eine wichtige Lektion für uns: Wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht, dann sollen wir warten, bis Gott uns die nächsten Schritte klar macht.
Durch Prophetie und durch die Urim und Tumim aus dem Brustschild des Hohen Priesters wird ihm Wegweisung gegeben. Aber da war ein schlimmer Verräter, Doeg, der Edomiter. Er hatte David beobachtet und David verraten. Psalm 52 ist als Folge dieses grausamen Erlebnisses geschrieben worden.
Dann kommt es dazu, dass Saul ein Massaker an den Priestern durchführt, und das führt dieser böse Doeg, der Edomiter, aus. Viele Priester, die sich zu David gehalten hatten, wurden massakriert. Das war schlimm für David.
Dann finden wir in 1. Samuel 23, wie David weiter auf der Flucht ist. Hier wird er durch die Sifiter verraten. Eine Folge davon war Psalm 54. All diese schweren Erlebnisse haben sich in Psalmen niedergeschlagen. Die Sifiter verraten David, aber wir lesen etwas Schönes in 1. Samuel 23,16: Da gab es nochmals eine Begegnung mit Jonathan. Jonathan suchte David in der Not auf, und da heißt es, dass er seine Hand in Gott stärkte. Ein Freund, der zu ihm hielt.
Dann flüchtet David in die Araba, das ist diese Tiefebene beim Toten Meer. David wird verfolgt, aber plötzlich gibt es einen Militäreinsatz, und Saul muss seine Armee abziehen. Er kann David nicht mehr verfolgen. Wir sehen, wie Gott eine Armee benutzen kann, um die Feinde abzulenken, zugunsten der Seinen. Das hat man in der Reformation so eindrücklich erlebt. In der Zeit der Reformatoren waren die Türken die Gefahr Nummer eins für Europa. Das hat damals den Kaiser davon abgehalten, die Reformierten zu verfolgen und die Reformation zu unterdrücken. Sie mussten gegen die Muslime kämpfen, damit Europa nicht muslimisch wurde. Dadurch konnte die Reformation weitergehen. Eine ganz eindrückliche Parallele.
En Gedi, Nabals Torheit und Sauls scheinbare Reue
Kapitel 24: David in der Oase En Gedi
Eine herrliche Oase, die man unbedingt einmal besucht haben muss. Der Name bedeutet „Quelle des Bockes“, und dort gibt es auch heute noch viele Steinböcke. Man kann auf wenige Meter an sie herangehen.
Dort verfolgte Saul David. David ging in eine Höhle, um auf die Toilette zu gehen. Er „bedeckte seine Füße“, das heißt, er ging aufs WC. Wenn man auf die Toilette muss, dann fallen einem die Kleider auf die Füße. Und David gelang es, ein Stück von Sauls Kleid abzuschneiden, ohne dass Saul es merkte.
Später zeigte David Saul das Stück und sagte ihm damit gewissermaßen: Wem gehört das? Saul war auf der Toilette und hat nichts bemerkt. David machte deutlich: Wenn ich es wirklich böse auf dich abgesehen hätte, hätte ich dich dort umbringen können. Doch David übergab die Rache Gott. Er wollte sich nicht selbst rächen.
Saul wurde daraufhin ganz weinerlich und sagte: Ach, ich habe gesündigt, das war ganz schlimm von mir. Er kehrte um. Das ist typisch für Menschen, die keine echte Umkehr erlebt haben: Wenn etwas geschieht, können sie sehr weinerlich werden, aber es ändert nichts. Es ändert nichts im Leben.
Dann kommt Kapitel 25. Samuel stirbt, und es folgt die Geschichte mit Nabal, der David zu Weißglut reizte. Fast hätte sich David an ihm gerächt. Nach Kapitel 24, wo er so vorbildlich gesagt hatte, dass er sich nicht an Saul rächen werde, weil das Gottes Sache sei, hätte er sich nun fast an einem anderen gerächt.
Aber wie gut: Diese verständige Frau konnte ihn davon abhalten. Nabal heißt übrigens „Tor, gottlos“, und seine Frau war eine sehr weise Frau, wie 1. Samuel 25,33 zeigt. Sie bewahrte David.
Hier sehen wir das Problem einer ungleichen Ehe: Der Mann ist ein völlig gottloser Mensch, und die Frau ist so geistlich. Aber sie sagte nicht einfach: Tschüss, Nabal, wir gehören nicht zusammen. Sie war verheiratet, und so stand sie zu ihrem Mann. Gleichzeitig setzte sie sich dafür ein, dass David ihren Mann nicht umbrachte. Doch dann griff Gott ein, und es kam zu einem Herzversagen bei Nabal.
Kapitel 26
Wieder wird David durch die Siphiter verraten. Und wieder hat David Gelegenheit, Saul umzubringen, als er schlief. Er holt erneut etwas aus Sauls Lager, entfernt sich damit und sagt dann zu Saul: Schau mal, es war nicht auf der Toilette, es war beim Schlafen. Ich habe nichts gemacht.
Und wieder wird Saul ganz reumütig. Aber auch diese Reue ist nicht echt. Es gibt Leute, die kehren sich immer wieder um, und trotzdem brechen sie nicht durch, weil sie in ihrem Leben keinen wirklichen Bruch machen.
1. Samuel 27
All diese Erlebnisse zermürben David. Er sagt sich: Eines Tages wird mich Saul noch umbringen. Er hat so oft Gottes Hilfe erlebt, und dann wird es doch nicht gut ausgehen. Wahrscheinlich werde ich eines Tages so sterben.
David erlebt also in seinem geistlichen Leben Hochs und Tiefs. Er nimmt wieder Zuflucht bei den Philistern und bleibt dort einige Zeit, ein Jahr und vier Monate.
Sauls Ende und Davids neue Stärkung
Kapitel 28: Saul hat schreckliche Angst vor den Ministern und ihrer Bedrohung. Er befragt Gott, und Gott antwortet ihm.
28,6: Und Saul befragte den Herrn, aber der Herr antwortete ihm nicht. Es ist eigenartig, in 1. Chronika 10,13 heißt es, dass Saul den Herrn nicht befragte. Widerspruch in der Bibel? Nein, man muss nur ein bisschen Hebräisch lesen. In 1. Mose, 1. Samuel 28,6 heißt es Schaal befragen, das heißt einfach anfragen, Information einholen.
Was hat er gemacht? Und Gott antwortet ihm. In 1. Chronika 10,13 bis 14 heißt es Darasch, und Darasch heißt suchen, ersuchen im Sinne von auch die Gemeinschaft mit Gott suchen. Und das hat er nicht gemacht. Er hat Gott einfach informativ abgefragt, und Gott hat keine Antwort.
Und dann ging Saul zu einer Okkultistin. Sie ist bereit, den Samuel spiritistisch heraufzuholen, wie sie gewohnt ist, solches Zeug zu machen und Dämonen zu holen, die sich dann für den Verstorbenen ausgeben. Plötzlich kommt einer herauf, von unten, nicht von oben, von unten! Die Frau schreit, offensichtlich nicht so wie sonst. Die Frau bekommt Angst, und dann sagt der Mann: Was stürzt du mich in meiner Wut?
Offensichtlich hat Gott Samuel auferlegt. Ja, sein Körper war ja ein Grab, darum kommt er von unten. Und er sagt ihm eine klipp und klare Prophetie und seinen Untergang voraus, alles erpinselt. Also ähnlich so, wie Mose und Elija auf dem Berg der Verklärung, Matthäus 17, erscheinen konnten. Die kamen als Auferstandene. So kam Samuel als Auferstandener, ging aber wieder zurück ins Grab. Denn auferstehen und nicht mehr sterben, das war erst möglich seit der Auferstehung Christi. Er ist der Erste der Entschlafenen, der aus den Entschlafenen auferweckt worden ist und nicht mehr stirbt.
Samuels Rede erfüllt sich also.
1. Samuel 29: Die Philister machen wieder Krieg gegen die Israeliten, und durch Gottes gütige Vorsehung wird David bewahrt, dass er nicht auf der falschen Seite mitkämpfen muss bei den Philistern.
1. Samuel 30: Die Stadt, die David gehörte, Ziklag, kommt in größte Bedrängnis. Und in 30,6 heißt es: In dieser Not, die David damals erlebte, heißt es: „Aber David stärkte sich in dem Herrn.“
Er musste all diese Erlebnisse durchmachen, dieses Schwere im Leben, damit er diese Psalmenliste wiederkommt. Hätte David das nicht alles erlebt, ja, dann würden die Psalmen eben nicht dieses Gewicht für uns haben. Ja, wir sind dankbar, dass David so viel Schweres erlebt hat. Nur bei uns sind wir nicht. Das ist ja klar. Aber so hat Gott aus dem Bösen Gutes geschaffen.
Und es gibt Streit unter den Leuten von David. Da sehen wir in Vers 23, wie David durch tiefes Gottvertrauen diesen Streit schlichten kann.
Und dann kommt Kapitel 31: Saul stirbt. Die Betrübnis der Welt gemäß bewirkt den Tod, aber auch Jonathan stirbt. So tragisch. Und wir werden das nächste Mal sehen in 2. Samuel, wie schwer das für David war, unser tragischer Tod von Jonathan. Aber offensichtlich war Jonathan nicht am richtigen Ort, obwohl er ein wahrer Gläubiger war, der wirklich eine echte, lebendige Beziehung zu Gott hatte.
Ja, entschuldigt bitte die kleine Überzeit, aber wir hatten ja auch zu spät begonnen. Darf ich noch bitten, dass vielleicht zwei, drei mit uns kurz beten zum Schluss.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch

