Hebräer 9,11-10,39
Hebräer 9,11-10,3919.10.2019
Serie•Teil 7 / 7Der Hebräerbrief - Vers für Vers
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Einordnung in die Gesamtstruktur des Hebräerbriefs
Wir kommen heute zu Teil 7 in unserer Studie zum Hebräerbrief. Ich lese ab Kapitel 9, Vers 11 ein paar Verse:
Christus aber ist gekommen als Hoher Priester der zukünftigen Güter in Verbindung mit der größeren und vollkommeneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das heißt nicht von dieser Schöpfung. Auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ist er ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh, auf die Unreine gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt, wie viel mehr wird das Blut des Christus, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um dem lebendigen Gott zu dienen?
Zunächst bis hierher.
Wir haben bereits aus den früheren Studien verstanden, dass der Hebräerbrief grundsätzlich aus drei Teilen besteht. Der erste Teil, die Kapitel 1 bis 7, handelt von der Erhabenheit des Messias, von der Herrlichkeit der Person des Herrn Jesus Christus. Er wird dort vorgestellt als größer als die Engel, denn er ist ewiger Gott. Er ist auch als Menschensohn, als Gott, der Mensch geworden ist, größer als alle Menschen auf Erden. Wir haben gesehen, dass er insbesondere auch größer ist als Mose, größer als Aaron, und dass er Hoher Priester nach der Ordnung Melchisedeks ist. Damit ist er auch größer als Melchisedek, denn Melchisedek war lediglich ein bildlicher Hinweis auf ihn als Hohepriester, als König und Hohepriester. Das ist der erste Teil.
Dann kommt der zweite Teil: die Erhabenheit des messianischen Bundes. Dieser erhabene Messias, der über alles erhaben ist, sollte einen neuen Bund einführen, der viel herrlicher und großartiger ist als der alte Bund. Das ist der messianische Bund. Dieser Abschnitt umfasst Kapitel 8 bis 10, Vers 18. Wir sind also gerade noch in diesem Teil.
Dieser zweite Teil zerfällt selbst wieder in drei Teile. Zuerst wird gezeigt: Jesus ist der Mittler eines besseren Bundes. Das ist Kapitel 8. Der neue Bund des Messias wurde schon in Jeremia ausführlich angekündigt.
Dann haben wir letztes Mal gesehen, zweitens: Jesus und der himmlische Tempel. Dieser über alles erhabene Messias steht mit dem besseren Bund auch in Verbindung mit einem besseren Heiligtum, nämlich nicht mit einem Abbild auf Erden, wie die Stiftshütte und der Tempel in Jerusalem, sondern mit dem himmlischen Tempel. Das ist das Original, die Vorlage für die Stiftshütte und für den Tempel in Jerusalem. Das ist sein Tempel. Dieser Teil ist Kapitel 9, 1-10.
Der bessere Opferdienst und seine alttestamentlichen Vorbilder
Und jetzt sehen wir: Wir haben gerade begonnen zu lesen. Im dritten Unterabschnitt „Jesus und sein besseres Opfer“, also ab Kapitel 9, Vers 11, wo ich begonnen habe zu lesen, bis Kapitel 10, Vers 18. Und dann kommt der dritte Teil: Die Erhabenheit des messianischen Glaubensweges.
Der letzte Teil des Hebräerbriefes zeigt, welch wunderbarer Weg jetzt offensteht für die, die diesem herrlichen, einzigartigen Messias, Jesus, angehören. Und in diesem Teil befindet sich natürlich Hebräer 11, das bekannte Kapitel der Glaubenshelden. Aber das steht eben in diesem größeren Zusammenhang von der Erhabenheit des Glaubensweges derer, die den Messias kennen.
Also, jetzt geht es zunächst einmal um Jesus und sein besseres Opfer. Und in diesem Abschnitt wird ganz speziell das Opfer des Jom Kippur im Alten Testament aufgegriffen. Denn Jom Kippur ist das Fest, das gerade vor kurzem wieder im Judentum gefeiert wurde. Der Jom Kippur ist der größte Opfertag im gesamten jüdischen Jahr. Darum wird hier, wenn über die Opfer des Alten Testaments gesprochen wird, ganz besonders über die Opfer des Jom Kippur gesprochen. Dabei wird erklärt, dass der Messias ein Opfer dargebracht hat, das Opfer seines Leibes, das erhaben ist über den Jom Kippur des alten Bundes.
Nun gehen wir Vers für Vers vor. Auf dem Skript habe ich zu Vers 11 geschrieben: Der Messias brachte die Erfüllung zustande, indem er die wahren Segnungen brachte.
Christus aber – und es ist nützlich, wenn man das griechische Wort Christus immer wieder einmal zurückübersetzt auf Hebräisch, dann merkt man: Das ist nicht ein Eigenname. Nicht wahr, die Leute auf der Straße, die meinen, Jesus Christus, Jesus sei der Vorname und Christus wahrscheinlich irgendetwas wie eine Art Familienname. Nein, Christus heißt Messias, das ist der verheißene Erlöser.
Also: Der Messias aber, gekommen als Hoher Priester der zukünftigen Güter. Die zukünftigen Güter meinen all die Segnungen, die im Alten Testament versprochen waren und die der Messias einmal bringen würde. Segnungen, die man im Alten Testament so noch nicht hatte, auf die man sehnlichst wartete und von denen man wusste, dass die Opfer und all die Dienste in Verbindung mit dem Alten Bund vom Sinai Hinweise sind auf das, was der Messias einmal Herrliches bringen sollte.
Und jetzt wird hier eben gesagt: Das ist erfüllt. Der Messias aber, gekommen als Hoher Priester der zukünftigen Güter, und von denen wird gesagt, in Verbindung mit der größeren und vollkommenen Hütte, die nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist.
Also, der Messias hat diese verheißene Segnungen gebracht, und das alles steht in Verbindung mit diesem vollkommenen himmlischen Tempel. Und dieser himmlische Tempel ist ganz deutlich zu unterscheiden von dieser Schöpfung. Das zeigt eben, wie erhaben das alles ist. Es geht da nicht um einen Tempel, den Menschen gemacht haben, wie die Stiftshütte, den Salomonstempel oder den zweiten Tempel in Jerusalem, sondern es geht um den Tempel, den Gott gemacht hat im Jenseits.
Das einmalige Opfer des Messias im Licht des Jom Kippur
Vers 12: Auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern. Also ist der Messias nicht mit solchen Opfern gekommen, die man im Alten Testament kannte, eben von Ziegenböcken, die ja eine ganz wichtige Rolle spielten am Jom Kippur.
Die zwei Böcke, der eine der Bock für den Herrn nach 3. Mose 16, und der Asasel. Zwei Böcke mussten durchs Los bestimmt werden. Der Bock für den Herrn musste geschlachtet werden, und das Blut davon musste durch den Hohen Priester ausnahmsweise bis ins Allerheiligste getragen werden. Und auf den Asasel musste der Hohe Priester durch symbolische Handauflegung die gesamte Schuld Israels aus dem vergangenen Jahr legen. Dann musste der Asasel aus dem Tempelbezirk hinausgeführt werden, durch das Osttor. Dort, wo heute das Goldene Tor ist, sind die originalen Torpfosten noch erhalten, im Osttor aus byzantinischer Zeit. Da ging er hinaus, dann die Treppe hinunter und durch das Tor Mifkat, das damals gerade ein paar Meter versetzt in der vorgelagerten Stadtmauer war. Durch das Tor Mifkat, das heißt das Tor der Vergeltung, durch das Kidron-Tal, über eine Brücke zum Ölberg. Dann wurde er in die Wüste gejagt, um die Schuld auf Nimmerwiedersehen wegzutragen.
Ja, aber am Jom Kippur gab es noch viel, viel mehr Opfer als nur diese zwei bekannten Ziegenböcke. Es wurde nämlich auch ein Stier, also ein Rind, geschlachtet für die Familie der Priester, und noch viel mehr Opfer. An einem normalen Jom Kippur wurden 15 Opfer dargebracht. Ich zähle da auch das tägliche Brandopfer dazu, das Morgen- und Abendbrandopfer. 15. Und wenn Jom Kippur auf einen Schabbat fiel, dann kam noch das Schabbatopfer dazu. Dann waren es 17 Opfer. Also sehr kompliziert, der Jom Kippur.
Aber eben hier wird gesagt: Der Messias ist nicht gekommen in Verbindung mit solchen Opfern, wie sie am Jom Kippur und überhaupt im Alten Testament dargebracht wurden. Nicht mit diesem Blut, sondern mit seinem eigenen Blut, mit dem Blut des Messias. Und er ist ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte. Das heißt, er ist mit seinem eigenen Blut, mit dem Blut des Messias, in das himmlische Heiligtum eingegangen und hat dieses Blut auf der himmlischen Bundeslade gesprengt.
Die himmlische Bundeslade wird erwähnt in Offenbarung 11,19. Können wir das nachlesen? Johannes sieht den Tempel im Himmel und auch die Bundeslade: Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel. Dort gibt es die originale Bundeslade, und der Messias hat sein Blut hineingebracht in den Himmel, auf dieser Bundeslade gesprengt. Und der Hebräerbrief erklärt hier: Er hat eine ewige Erlösung zustande gebracht, und er hat das ein für alle Mal getan. Er wiederholt das nicht, so wie beim Jom Kippur, da wurde es jedes Jahr wiederholt. Und er hat das einmal gemacht. Warum? Weil dieses Opfer endgültig ist. Sieht man den Kontrast? Damals musste es ständig wiederholt werden, jedes Jahr wieder neu Jom Kippur. Er hat das einmal gemacht, und es ist vollgültig. Und darum wird das genannt: eine ewige Erlösung.
Die Elberfelder übersetzt: eine ewige Erlösung erfunden hatte. Was ist das für eine Erfindung? Bisschen seltsam, aber vielleicht kennt man diesen Ausdruck schon aus dem Alten Testament. In Hiob 33, der jüngste der Freunde von Hiob, dieser Freund, der sich nicht geirrt hatte in seiner Beurteilung wie die älteren Freunde, eins, zwei, drei. Dieser junge Mann, der seinen Mund geschlossen halten konnte, bis die Älteren ausgeredet hatten, und dann brach es aus ihm hervor. Und er spricht so wunderbar über den Messias in Hiob 33 und sagt in Vers 23: Wenn es nun für ihn, das heißt für den Menschen, für den sündigen Menschen, einen Gesandten gibt, also einen, den Gott in die Welt sendet; einen Ausleger, einer, der kommt und ganz genau sagen kann, wer Gott ist; einen aus Tausend, einen Auserwählten, einen Einzigartigen, um dem Menschen seine Geradheit kundzutun, also um dem Menschen zu erklären, wie zum Beispiel in der Bergpredigt geschehen, was ist Gerechtigkeit und was ist Sünde? Und zwar so, dass keiner durch die Maschen hindurchkommt. Um dem Menschen seine Gerechtigkeit kundzutun, so wird er sich seiner erbarmen.
Also dieser Gesandte wird sich über den verlorenen Menschen erbarmen und wird sprechen, und zwar er, der Sohn Gottes, der Messias, zu Gottvater: Erlöse ihn, den verlorenen Menschen, dass er nicht in die Grube hinabfahre; ich habe eine Sühnung gefunden. Und das Wort finden heißt im Hebräischen eben auch zustande bringen. Und in diesem Sinn ist das auch im Hebräerbrief aufgenommen. Also: eine ewige Erlösung erfunden hatte oder gefunden hatte, das hat den Sinn: voll zustande gebracht hatte.
Reinigung des Gewissens und die Kraft des ewigen Geistes
Und jetzt gehen wir gleich weiter, Vers 13, denn wenn das Blut von Böcken und Stieren, also diese Stieropfer für die priesterliche Familie von Aaron und später überhaupt für die Priesterschaft, die aus Tausenden von Priestern bestand, Nachkommen von Aaron, und eben das Blut von Böcken, diese Böcke für den Herrn, die geschlachtet werden mussten, um das Blut ins Allerheiligste zu bringen, denn wenn das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh auf die Verunreinigten gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt.
Hier wird noch ein anderes ganz besonderes Opfer erwähnt, das ist das Opfer der roten jungen Kuh, 4. Mose 19. Ohne dieses Opfer geht überhaupt nichts. Dieses Opfer ist die Basis überhaupt für alle anderen Opfer. Wenn die Priesterschaft zuerst durch das Opfer der roten Kuh nach 4. Mose 19 gereinigt wurde, war gar kein Priesterdienst möglich.
Und aus dem Talmud wissen wir, also aus der jüdischen rabbinischen Tradition, dass von der Zeit von Mose an bis ins Jahr 70, als die Römer den Tempel zerstörten, seither wurde er nie mehr wieder aufgebaut, insgesamt wurden neun rote Kühe geschlachtet. Also das ist ein ganz, ganz seltenes Opfer gewesen, noch seltener als Jom Kippur, einmal im Jahr, aber doch jedes Jahr, und nur neun rote Kühe in dieser ganzen Zeit, vom Auszug aus Ägypten bis ins Jahr siebzig, das ist schon sehr speziell.
Man hat diese Kuh in Jerusalem, als man den Tempel in Jerusalem hatte, jeweils geschlachtet auf dem Ölberg, auf dem höchsten Punkt des Ölberges, und zwar so, dass es nach 4. Mose 19 so war, dass es im Osten angesichts des Zeltes der Zusammenkunft und so angesichts des Eingangs des Tempels in Jerusalem geschah.
Interessant ist ja, das Allerheiligste des Tempels war auf dem höchsten Punkt des Tempelwerkes gebaut, auf dem Felsen, der heute im Felsendom ist. Der höchste Punkt, das ist der Gipfel, ein Fels auf 743,7 Meter über Meer. Der Ölberg ist noch höher, und der höchste Punkt ist dort, wo heute die russische Auffahrtskirche steht, in diesem hohen Turm, das ist ein Kloster. Dort war der Altar der roten Kuh außerhalb des Lagers, heißt es in 4. Mose 19, und deshalb muss es außerhalb der Stadt, aber im Osten davon, geschehen.
Wenn man übrigens eine Linie zieht vom höchsten Punkt des Tempelberges rüber zum höchsten Punkt des Ölberges, also vom höchsten zum höchsten, dann ist diese Linie genau im rechten Winkel zur Ostmauer, wo das goldene Tor drin ist. Interessant, nicht wahr? Da gibt es einen topologischen, also geografischen, architektonischen Plan.
Die Ostmauer des Tempels, die ja die einzige Mauer ist, die nie ihre Linie verschoben hat. Alle anderen Mauern wurden im Tempel erweitert, nur die Ostmauer nicht. Und diese Ostmauer ist parallel gebaut zur natürlichen westlichen Kante des Felsens, heute im Felsendom, wo das Allerheiligste gebaut war. Das heißt, dieser Fels war der Eckstein, nachdem dann die Ostmauer ausgerichtet wurde. Und so sieht man diesen Zusammenhang.
Die rote Kuh auf dem Ölberg, die wurde dort geschlachtet und dann zu Asche verbrannt. Die Asche wurde in drei Teile aufgeteilt. Ein Teil wurde im Tempel aufbewahrt, ein Teil auf dem Ölberg, und ein Teil wurde im ganzen Land verteilt.
Immer wenn man in Kontakt kam mit einem Toten, war man so verunreinigt, dass ein Ritualbad nicht reichte, wie sonst für andere Verunreinigungen. Man musste mit der Asche der roten Kuh besprengt werden, mit einem Isop, Büschel, Quellwasser und eben etwas von dieser Asche. Aber das hat man so verdünnt benutzt, dass das reichte für die ganze Zeit mit neun Kühen. Ja, es war ja nur symbolisch, nicht wahr? Und so hat man eben gereinigt, aber das war ein Ritual, das sich über sieben Tage erstreckte, also ziemlich aufwendig. Und dann war man quasi wieder körperlich rein erklärt nach Kontakt mit Toten, in Verbindung mit Ritualbad natürlich.
Und darum heißt es hier: Denn wenn das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh auf die Verunreinigten gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt, das war nur so eine eben irdische Reinigung bei Kontakt mit dem Tod, dann wird hier argumentiert, wie viel mehr wird das Blut des Christus, also auch hier das Blut des Messias, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um dem lebendigen Gott zu dienen.
Also wenn diese Opfer, diese speziellen Opfer, schon eine Bedeutung hatten für das irdische Leben von Israel, wie viel mehr im Kontrast dazu das wirkliche Opfer, auf das ja eben diese Opfer symbolisch hinwiesen. Dieses wirkliche Opfer, das bringt uns völlig zur Ruhe. Es reinigt das Gewissen, nicht nur einfach das Fleisch, so dass man wieder quasi okay war, wenn man Kontakt hatte mit Toten, sondern das Gewissen wird dadurch gereinigt, so dass man fähig ist, dem lebendigen Gott zu dienen, mit einem befreiten, entlasteten Gewissen.
Und hier wird ihm gezeigt, dass der Messias sich freiwillig geopfert hat. In Galater 2,20 sagt der Apostel Paulus: Der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Das ist so herrlich. Der Herr Jesus ging nicht ans Kreuz einfach weil er musste, sondern er hat sich freiwillig und sich selber hingegeben. Und jeder Gläubige darf das mit Paulus sagen: Der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
Und dann heißt es, das Gewissen reinigen von toten Werken. Was ist denn das? Was böse Werke sind, wissen wir, das sind Dinge, die wirklich grundsätzlich falsch sind. Aber tote Werke, das sind Werke, die einfach vor Gott nicht zählen, weil sie nicht lebendige Werke sind, sondern tote Werke. Das heißt, wenn wir als sündige Menschen dort spenden und da einer alten Frau über die Straße helfen, das sind auch gute Dinge, natürlich, das sind keine bösen Dinge, das sind sehr gute Dinge. Falls man am richtigen Ort spendet. Man kann auch am falschen Ort spenden, und dann landet es bei Terroristen. Zum Beispiel, ja, das geht ja so, über Umwege, ja. Aber ein richtiger Ortsspender ist eine gute Sache. Aber man kann vor Gott keine Punkte sammeln. Es geht nicht wie bei Coop und Mikro. Es piept, und dann sind die Punkte drin, und man sammelt und sammelt. Nein, wir können gar nichts sammeln, weil das, was der verlorene Mensch Gutes tut, sind zwar keine bösen Werke, aber es sind tote Werke. Und auch davon mussten wir gereinigt werden, weil alles, was aus Unglauben geschieht, sagt Römer 14, ist auch Sünde. Weil man muss sich dann überlegen, aus welchem Grund hat man das und das gute Werk getan. Oder was auch immer.
Und der Herr Jesus ist also gekommen, um alles, alles in Ordnung zu bringen, unsere ganze Vergangenheit, sogar die Dinge, auf die wir noch stolz gewesen wären. Aber es sind tote Werke, und jetzt sind wir aber befähigt, dem lebendigen Gott zu dienen.
Und schön ist hier, es wird gesagt, dass der Herr Jesus sich geopfert hat durch den ewigen Geist. Wir sehen also, in der Erlösung ist die ganze Fülle der Gottheit tätig gewesen. Der Vater hat den Plan der Erlösung gefasst, und er hat seinen Sohn in die Welt gesandt. Der Sohn hat den Ratschluss des Vaters ausgeführt. Er ist Mensch geworden, damit er als Mensch für Menschen sterben konnte, und er hat das getan in der Kraft des Heiligen Geistes.
Und der Heilige Geist wird hier genannt der ewige Geist, weil er auch Yahweh ist. Yahweh heißt der Ewigseitige, der Unwandelbare. Das ist der Eigenname Gottes im Alten Testament, und es gibt nur einen Yahweh, 5. Mose 6, höre Israel. Der Herr, unser Gott, ist ein Yahweh, ein Herr. Aber es steht dort eben Adonai oder Yahweh echad, und echad ist eine zusammengesetzte Einheit. So wie auch in 1. Mose 2 ein Mann wird seinen Vater und seine Mutter verlassen, seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein, basar echad. Das sind zwei Personen, aber sie sind echad.
Also Yahweh ist Yahweh echad, und wir können unterscheiden in der Gottheit den Vater, der die Pläne gefasst hat, den Sohn, der die Pläne ausgeführt hat, und den Heiligen Geist, der von Ewigkeit her ist, ewig, allgegenwärtig, allmächtig, wie der Vater und der Sohn. In der Kraft des Heiligen Geistes wurde das Opfer zustande gebracht.
Und das Gleiche kann übrigens auch gesagt werden von der Schöpfung. In 1. Korinther 8,6 heißt es, dass alle Dinge kommen von Gott dem Vater, durch unseren Herrn Jesus Christus. Also, der Vater hat die Pläne in Bezug auf die Schöpfung gefasst, aber der Ausführende in der Schöpfung war der Sohn. Das sagt nun auch Johannes 1,3: Das Wort, alles ist durch dasselbe ins Dasein gekommen. Und ohne dasselbe kam auch nicht eines ins Dasein, das ins Dasein gekommen ist. Und auch das hat der Herr Jesus, der Sohn Gottes, der ewige Sohn, in der Kraft des Heiligen Geistes gemacht.
Und darum konnte Elihu, der vierte Freund von Hiob, in Hiob 32 sagen: Der Geist Gottes hat mich gemacht. Das ist Hiob 33,4: Der Geist Gottes hat mich gemacht. Ja, der Odem des Allmächtigen belebt mich, weil der Sohn es in der Kraft des Heiligen Geistes ausgeführt hat. Ja, also ein sehr erhabener Ausdruck: der ewige Geist.
Der neue Bund, das Testament und die Einweihung durch Blut
Und das ist wichtig, weil es viele Irrlehrer gibt, die behaupten, der Geist sei nur eine Kraft, eine unpersönliche Kraft. Das ist vollkommen falsch. Eine Kraft kann nicht betrübt werden. Eine Person hat Empfindung. Und es heißt: Betrübt nicht den Heiligen Geist, Epheser 4,30. Eine Kraft kann nicht planen und zuteilen. Vom Heiligen Geist heißt es aber in 1. Korinther 12,11, dass er austeilt, wie er will, einem jeden. Es geht im Zusammenhang um die geistlichen Gaben und Wirkungsweisen.
Also: Eine Person denkt, handelt und fühlt. Und alles wird dem Heiligen Geist so zugeschrieben. In Apostelgeschichte 5 sagt Petrus zu Ananias: Warum hast du den Heiligen Geist belogen? Und nachher sagt er im gleichen Kapitel: Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott. Also ist der Heilige Geist Gott, der ewige Geist.
Vers 15: Und darum ist er Mittler eines neuen Bundes, damit, da der Tod stattgefunden hat zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfingen.
Nun, der Jesus ist also der Mittler des Neuen Bundes. Und das geschah durch seinen Tod. Aber dieser Tod hat rückwirkende Bedeutung, da der Tod stattgefunden hat zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund. Das heißt, sein Opfer am Kreuz hat rückwirkend Wirkung gehabt, für die Gläubigen unter dem Alten Bund im Alten Testament.
Und das ist ein wichtiger Punkt. Können wir das nachlesen, auch in Römer 3,25. Da geht es um das Werk des Herrn Jesus. Schon in Vers 24 wird gesagt, dass alle Menschen gesündigt haben, sich nicht zur Herrlichkeit Gottes hinaufarbeiten können und umsonst gerechtfertigt werden, also gratis, gerecht gesprochen durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist, das heißt, in dem Messias Jesus ist. Den Gott dargestellt hat als ein Sühnmittel, durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes.
Das sind die Sünden im Alten Testament. Die hat Gott dahingehen lassen im Blick auf Golgatha. Also im Alten Testament, immer wenn Gott vergeben hat, hat er bereits vergeben im Blick auf das damals noch zukünftige Opfer des Herrn Jesus. Da hätte man sagen können: Alttestamentlich, aber wieso vergibt Gott? Es muss ja Gerechtigkeit ausgeübt werden. Und jetzt vergibt Gott einfach.
Aber Gott erweist sich jetzt als gerecht. Er hat an dem Herrn Jesus das ganze Gericht ausgeübt, das die alttestamentlich Gläubigen verdient haben. So wird deutlich: Gott ist gerecht. Er lässt nicht einfach das Böse so dahingehen und vergibt und macht die Augen zu. Darum steht in Habakuk 1: Du bist zu rein von Augen, um Ungerechtigkeit zu sehen. Gott kann nicht einfach die Augen schließen vor Ungerechtigkeit, aber er hat das Gericht an dem Herrn Jesus ausgeübt. Und darum steht hier: Zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes. Und dann zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der den Glauben an Jesus hat.
Also jetzt, wenn ein Mensch zum Glauben kommt, sich bekehrt, dann ist Gott gerecht, wenn er ihm gerecht spricht, weil der Jesus ja das Gericht getragen hat auf Golgatha. Jetzt sehen wir: Sein Werk auf Golgatha hat rückwirkende Bedeutung und vorauswirkende Bedeutung. Das wird also hier in Hebräer 9 so vorgestellt, dass es heißt: Der Tod hat stattgefunden zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund. Dann heißt es weiter: Die Berufenen empfingen die Verheißung des ewigen Erbes.
Und darum kann also Gott auf der Grundlage des Opfers des Messias am Kreuz einmal den alttestamentlich Gläubigen all das erfüllen, was er ihnen versprochen hatte. Wenn wir an all die Verheißungen denken, die Gott an Abraham, Isaak und Jakob gemacht hat, Verheißungen, die einmal im tausendjährigen Reich voll entfaltet in Erfüllung gehen werden, alles aufgrund dieses Opfers auf Golgatha, so dass die alttestamentlich Gläubigen eben diese Verheißung empfangen sollten als Erfüllung.
Und weiter wird erklärt, aber es ist ein Zwischensatz, darum hat die Elberfelder dort eine Klammer gesetzt: Denn wo ein Testament ist, da muss notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament ist gültig, wenn der Tod eingetreten ist, weil es niemals Kraft hat, solange der lebt, der das Testament gemacht hat.
Um das zu verstehen, muss man wissen: Es ist ein Wortspiel. Auf Griechisch ist das Wort für Bund dasselbe Wort wie für Testament, also letzte Willenserklärung. Und darum: Mit welchem Wort soll man das jetzt im Deutschen ausdrücken, wenn das Wort Bund und Testament gleichzeitig bedeutet? Man muss das einfach erklären auf Deutsch. Denn wo ein Bund ist, da muss man sagen: ein Testament ist. Da muss derjenige, der das Testament macht, zuerst sterben, und erst dann kann es vollstreckt werden. Das ist uns klar. Es hat keine Kraft, solange der noch lebt, der das Testament gemacht hat. Und wirklich: Solange er lebt, kann er das Testament noch verändern. Das haben manche ein bisschen schmerzlich schon erlebt. Im letzten Moment wird auch alles geändert, und man geht vielleicht ganz leer aus, und einer hat Freude, dass er dann noch mehr bekommt. Aber das ist unter den Menschen.
Hier wird jetzt eben erklärt, und das ist ganz wichtig, weil im Testament der Tod eintreten muss. Und jetzt eben, wo der Herr Jesus Mittler, Vers 15, eines neuen Bundes ist, und neuer Bund heißt eben gleichzeitig auch neues Testament, da ist es wichtig, dass eben der Tod auf Golgatha eintrat. Und so konnte das, was das Testament, was der neue Bund beinhaltet, dann Realität werden.
Und jetzt wird erklärt: Beim alten Bund am Sinai haben wir dieses Prinzip auch. Vers 18: Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden. Übrigens, wenn hier steht: der erste Bund, wir hatten doch einmal an einem Bibelstudientag das Thema die sieben Bündnisse und die sieben Heilszeitalter. Dort haben wir gesehen, die ganze Heilsgeschichte, von der Schöpfung an bis zum neuen Himmel und der neuen Erde, kann exakt eingeteilt werden in sieben Zeitalter, die konsequent immer beginnen mit einem Bund Gottes und mit Segen. Und dann bewirkt die Untreue des Menschen, dass alles kaputt gemacht wird und abwärts geht. Schließlich muss Gott mit Gericht eingreifen. Da ist ein Zeitalter vorbei, und gleich danach schließt Gott wieder einen Bund mit Segen, und es gibt wieder einen Niedergang, und es endet mit Gericht, und dann kommt wieder ein Bund.
Konsequent ist die ganze Heilsgeschichte bis inklusive des tausendjährigen Reichs so aufgebaut. Das ist ein fantastischer Beweis gegen all die, die sagen, es gebe keine Dispensationen. Und Dispensation heißt Zeitalter, Heilsgeschichte, Zeitalter. Es gebe nur Altes und Neues Testament. Nein, es gibt diese sieben. Ich meine: Wie erklärt sich das, dass die ganze Heilsgeschichte so in der Bibel nach sieben Bündnissen eingeteilt ist?
Aber jetzt kommt ein gutes Argument: Hier steht der Bund vom Sinai, das ist der erste Bund. Aber in dieser Zählung der sieben war ja zuerst der Bund mit Adam, der Bund mit Noah, der Bund mit Abraham, und dann kommt der Bund mit Israel am Sinai. Und da geht es weiter: den Bund mit David und so weiter. Ganz einfach: Das ist der erste Bund mit Israel geschlossen. Der erste Bund mit Israel. Und der neue Bund, das haben wir doch letztes Mal gesehen, in Kapitel 8 wird in Hebräer 8 ausdrücklich gesagt, dass Gott einen neuen Bund schließen wird mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda, das heißt mit dem zwölfstämmigen Volk Israel.
Der neue Bund wird in der Bibel nicht geschlossen mit der Gemeinde, sondern mit Israel. Und er wird offiziell geschlossen werden am Anfang des tausendjährigen Friedensreiches, so wie es in Jeremia 31 geschrieben ist. Aber die Grundlage für diesen neuen Bund wurde gelegt mit dem Tod des Messias bei seinem ersten Kommen. Beim zweiten Kommen wird er dann offiziell mit Israel geschlossen. Und wir haben letztes Mal gesehen: Die Gemeinde hat sehr wohl und sehr viel zu tun mit dem neuen Bund. Auch wenn der Bund nicht mit der Gemeinde geschlossen ist, ist die Gemeinde nichtsdestotrotz Nutznießer dieser Segnungen schon jetzt.
Und darum denken wir beim Abendmahl daran: Der Kelch, das ist der Kelch des Blutes des neuen Bundes. Aber nicht geschlossen mit der Gemeinde. Doch die Gemeinde hat alle Segnungen des neuen Bundes bekommen, die in Hebräer 8 beschrieben worden sind. Und das haben wir letztes Mal oder vorletztes Mal behandelt.
Nun, ist das der erste Bund mit Israel, und der neue Bund ist der zweite Bund mit Israel. Also in der Zählung von sieben Bündnissen ist der erste Bund mit Israel genau in der Mitte von sieben Bündnissen, genau der zentrale. Das ist der Bund vom Sinai. Und der letzte, der siebte, das ist der Bund, der neue Bund, der ewige Bedeutung hat, wie wir noch ausführlich sehen werden, gerade im Hebräerbrief.
Aber jetzt, in Vers 18, wird gesagt: Daher ist auch der erste Bund, eben mit Israel, nicht ohne Blut eingeweiht worden. Denn als jedes Gebot nach dem Gesetz von Mose zu dem ganzen Volk geredet worden war, da muss man lesen: 2. Mose 19. Dort wird beschrieben, wie Gott diesen Bund beginnt zu schließen mit Israel. Und dann Kapitel 20: Gott verkündigt die Zusammenfassung des Gesetzes, die zehn Gebote. Dann Kapitel 21, 22, 23, 24 muss man alles lesen. Denn als jedes Gebot nach dem Gesetz, also die zehn Gebote und dann noch weitere Gebote ab Kapitel 21, zu dem ganzen Volk geredet worden war, nahm er das Blut der Kälber und der Böcke mit Wasser und scharlachroter Wolle und Isop und besprengte sowohl das Buch selbst, also die Torarolle, als auch das ganze Volk mit Blut und sprach: Dies ist das Blut des Bundes, den Gott für euch geboten hat. Das ist ein Zitat aus 2. Mose 24,8.
Und dann sagt Vers 21: Aber auch die Hütte, das heißt die Stiftshütte, und alle Geräte des Dienstes besprengte er ebenso mit dem Blut. In 2. Mose 25 beschreibt Gott den Bauplan für die Stiftshütte, 25, 26, 27 usw. Dann hat das Volk Israel das umgesetzt, im Kapitel 40. Im letzten Kapitel des zweiten Buchs wird alles, als es vollendet war, eingeweiht. Und jetzt erfahren wir: Das wurde alles auch besprengt mit Blut. Und fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz. Und jetzt kommt ein Satz: Und ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung.
Also es wird hier erklärt, nicht wahr: Der alte Bund stand in Verbindung mit Tod, eben weil beim Testament es wichtig ist, dass der Tod eintritt. Aber es war ein Tieropfer. Und beim Neuen Bund ist es das Opfer des Messias. Da sieht man auch wieder, welch Kontrast. Und dann kommt eben dieser zentrale Satz: Und ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung. Hier wird also betont: Seht ihr, wie schon beim Alten Bund das Blut, das Blut von Tieren, eine so gewaltige zentrale Bedeutung spielte.
Und im Talmud, also dem wichtigsten theologischen Werk im Judentum, da steht in Joma 5a, Joma heißt übrigens „der Tag“ auf Aramäisch. Das ist das Traktat, das den Jom Kippur im Talmud behandelt. Und in Joma 5a steht: Es gibt keine Sühnung außer durch Blut. Lohnt sich, auswendig zu kennen. Wenn man mit Juden spricht, mit Orthodoxen, aber auch mit Säkularen, die haben ja alle den gleichen Hintergrund, dann kann man sagen: Seht ihr, die Bedeutung des Blutes wurde im Judentum ganz klar erkannt. Und im Talmud steht sogar in Joma 5a: Es gibt keine Sühnung außer durch Blut.
Und jetzt? Wo ist das Blut? Wie war das am letzten Jom Kippur? Ja, wir waren hier in der Synagoge, wir haben gebetet und wir haben Sünden bekannt. Ja, und wo ist das Blut? Ja, wir haben keine Opfer mehr. Ja, seit wann habt ihr keine Opfer mehr? Seit dem Jahr 70. Die Römer hatten den Tempel zerstört, und seither konnten wir ihn nie mehr aufbauen. Ja, und wollt ihr ihn nie wieder aufbauen? Na, natürlich, die ganze Zeit. Jeden Tag wird im Judentum gebetet: Jehi Retzon Lefanecha, Sheyibane Beit Hamikdasch, möge es dein guter Wille sein, dass der Tempel wieder aufgebaut wird, bimherut bejameinu, in Eile, in unseren Tagen. Ja, und das ist nie erhört worden. Zweitausend Jahre lang habt ihr schon gebetet, und das ist nicht erhört worden. Also ihr feiert zweitausend Jahre Jom Kippur ohne Blut. Wo ist das Blut? Warum hat Gott das Blut weggenommen?
Dann können Antworten kommen, wie: Vor dem Jahr 70 gab es viel Streit im jüdischen Volk, wir waren sehr zerstritten, es gab die Sikarier, es gab die Zeloten, es gab die Pharisäer, es gab die Sadduzäer, wir waren uns überhaupt nicht einig, und darum hat Gott uns den Tempel weggenommen. Ja, Streit ist schon schlimm. Aber ich meine: Habt ihr Götzen angebetet? Nein, das war ganz anders. Das war bis zur Wegführung nach Babylon. Da wurden wir in die Gefangenschaft gebracht, wegen des Götzendienstes, wie das beschrieben ist in 1. Chronika und 1. Könige. Ja, ja, damals wurde auch der Tempel weggenommen, nicht wahr? In 586 wurde der Tempel zerstört durch Nebukadnezzar als Folge des Götzendienstes. Aber ein paar Jahrzehnte später kam ein Überrest zurück aus Babylon, und die haben den zweiten Tempel gebaut. Esra 1,2,3,4,5. Da wird es ja beschrieben. Ein paar Jahrzehnte Unterbruch wegen Götzendienst, und jetzt zweitausend Jahre kein Blut mehr nur wegen Streit? Streit hat es ja auch damals gegeben.
Also irgendetwas muss geschehen sein, das viel bedeutsamer ist als das. Ja, der Messias ist gekommen, und die Masse hat ihn abgelehnt, und sein Blut ist geflossen. Und das Blut des Messias ist ja die Erfüllung. Und darum hat Gott das Blut des Jom Kippur weggenommen, um während zweitausend Jahren klarzumachen: Wo ist das Blut, das wirklich alles gut macht?
Ich habe die Geschichte auch schon erzählt von einem kleinen jüdischen Jungen. Der hat jeweils an der Passafeier zu Hause die Frage gehabt: Papa, wo ist das Blut? Es ist ja gleich beim Passafest im Frühjahr. Man feiert immer Passa ohne Passalam, weil der Tempel zerstört wurde im Jahr 70, nie mehr aufgebaut wurde. Und ganz wichtig: Nach 5. Mose 12,13-14 darf man Passalämmer und überhaupt Opfer nur auf dem Tempelplatz schlachten in Jerusalem, nirgendwo anders. Aber weil ab dem Jahr 70 der Tempel zerstört wurde und der Tempelplatz dem jüdischen Volk weggenommen wurde und bis heute in der Hand von heidnischen Völkern war, heute immer noch der Islam das verhindert, dass Opfer eingeführt werden könnten auf dem Tempelplatz.
Ja, und darum kann man seit dem Jahr 70 auch kein Passa mehr feiern mit einem Passalam. Man hat einen Knochen auf dem Teller, der erinnert: Damals hatten wir ein Passalam. Und am Passafest ist es erwünscht, dass Kinder Fragen stellen. Es gibt sowieso in der Liturgie vorgeschrieben, die Fragen müssen die Kinder sowieso an dem Abend stellen: Warum ist diese Nacht anders als alle Nächte? Und so weiter, solche Fragen. Aber dann dürfen sie auch freiwillig Fragen stellen, und er hatte gefragt: Papa, wo ist das Blut?
Der Vater kann immer alle Fragen beantworten: Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Weil wir Sklaven waren in Ägypten und Gott uns befreit hat, und so weiter. Er konnte die Fragen nicht beantworten. Und das hat ihn irgendwie weiter ständig verfolgt, diese Frage: Wo ist das Blut?
Als Erwachsener war er unterwegs in einer Straße, er hört singen, am Abend muss das gewesen sein. Dann geht er zu diesem Haus, öffnet die Tür und sieht einen Prediger, der gerade sagt: Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. 1. Johannes 1,7. Und er hat zum Glauben an den Messias gefunden.
In dieser Frage, wo ist das Blut, ist so zentral, aber der Anknüpfungspunkt ist ideal über Joma 5a. Dort steht es ja: Es gibt keine Sühnung außer durch Blut. Und wir haben die Antwort, wo das Blut zu finden ist: das Blut des Messias nach Jesaja 53. Dort wird ja sein Opfer beschrieben.
Das wahre Heiligtum und die himmlische Wirklichkeit
Vers 23 Es war nun nötig, dass die Abbilder der Dinge in den Himmeln hierdurch gereinigt wurden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer als diese. Also: die Stiftshütte und auch der Tempel in Jerusalem mussten durch das Blut von Tieropfern gereinigt werden. Das waren nur Abbilder. Aber jetzt wird erklärt, dass die himmlischen Dinge nicht mit Tieropfern gereinigt werden können. Dazu braucht es mehr. Und darum wird hier gesagt, dass die himmlischen Dinge durch bessere Schlachtopfer als diese gereinigt werden müssen.
Und diese besseren Schlachtopfer werden gleich in Vers 24 beschrieben. Denn Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, also nicht in das Allerheiligste des Zweiten Tempels in Jerusalem, ein Gegenbild des Wahrhaftigen, also des wahrhaftigen Tempels im Himmel, dessen Gegenbild in Jerusalem auf Erden stand, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen.
Also: Der Herr Jesus ist mit seinem Opfer, mit seinem eigenen Blut, in den himmlischen Tempel eingegangen. Interessant ist hier, dass es doch heißt, dass der Himmel durch bessere Schlachtopfer gereinigt werden soll. Aber wieso im Plural? Der Herr Jesus hat ja nur ein einziges Opfer dargebracht. Ja, aber das werden wir gleich noch in Kapitel 10 sehen. In seinem Opfer hat er alle Opfer des Alten Testaments erfüllt.
Und zwar nach 3. Mose 1 bis 7. Der komplizierte Opferdienst mit ganz unterschiedlichen Opfern, ich habe erklärt, es gibt diese fünfzehn Jom-Kippur-Opfer, aber es gibt dann das Sabbatopfer, es gibt das Neumondopfer und und und und und. Aber man kann das auf vier verschiedene blutige Opfer herunterziehen: 3. Mose 1, das Brandopfer. Das Opfer zur Verherrlichung Gottes. 3. Mose 3, das Friedensopfer. Das ist das Opfer der Gemeinschaft mit Gott. Ein Teil durfte der Opfernde essen, ein Teil wurde für Gott verbrannt. Und so gab es Gemeinschaft zwischen den Menschen und Gott. Und er durfte auch andere einladen, und somit hatten Menschen Gemeinschaft über das Opfer.
Dann 3. Mose 4, das Sündopfer für böse Taten. Und 3. Mose 5, das Schuldopfer für böse Taten, die Schaden angerichtet haben. Zum Beispiel bei Diebstahl: Das ist eine böse Tat, aber sie bewirkt Schaden, weil, wenn man hundert Schekel stiehlt, es zwar eine böse Tat an sich ist, beim anderen aber dann hundert Schekel fehlen. Und darum musste man beim Schuldopfer nicht nur ein Opfer bringen und die Sünde bekennen, sondern man musste 100 Schekel zurückgeben und 20 dazu.
Und der Herr Jesus hat in seinem einzigen Opfer alle diese Opfer erfüllt. Er hat sich hingegeben als das vollkommene Brandopfer zur Verherrlichung Gottes. Und das wird im Johannesevangelium so schön dargestellt. Er konnte sagen: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; ich habe das Werk vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte.“ In Johannes 17 stellt er sich bereits hinter das Kreuz und kann sagen: „Ich habe es vollbracht.“
Und dann im Lukasevangelium, da sehen wir ihn als das Friedensopfer. Nur dort sagt er dem Mitgekreuzigten: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Er ist das Friedensopfer, das Menschen in Gemeinschaft mit Gott bringt.
Und der Herr Jesus war auch das vollkommene Sündopfer. Im Markusevangelium wird beschrieben, wie der Herr Jesus als Diener nur Gutes tat und am Schluss gekreuzigt wurde. Da wird die Bosheit des Menschen so eindrücklich beschrieben. Aber Markus sagt: Der Herr Jesus starb gerade für dieses Böse als Sündopfer.
Und im Matthäusevangelium geht es um die Frage der Schuld. Die Volksmenge vor Pilatus sagt, und das nur in Matthäus: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ Wir sind bereit, die Konsequenzen unserer Taten zu tragen. Das kann ja gar niemand. Aber das Matthäusevangelium zeigt, dass der Herr Jesus gestorben ist, gerade auch um diese Schuld, die damals Menschen auf sich geladen haben, wiedergutzumachen. Er ist das vollkommene Schuldopfer.
Die vier Evangelien zeigen diese vier blutigen Opfer. Und darum ist hier eben gesagt: durch bessere Schlachtopfer als diese. Und dann wird von dem Opfer des Herrn Jesus gesprochen, Vers 24, weil er alle Schlachtopfer in seinem einzigen Opfer erfüllt hat.
Das einmalige Opfer und seine endgültige Wirkung
Vers 25: Und auch nicht, damit er sich selbst oftmals opferte, wie der Hohe Priester alljährlich in das Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut.
Hier wird also ein gewaltiger Gegensatz betont: Jom Kippur musste jedes Jahr wiederholt werden. Aber der Herr Jesus hat ein so vollkommenes Opfer dargebracht, dass dieses eine Opfer gilt, rückwirkend und vorauswirkend, und keine Wiederholung mehr braucht.
Übrigens ist es interessant: Da heißt es, wie der Hohe Priester alljährlich in das Heiligtum hineingeht, nicht hineinging. Der Hebräerbrief, das haben wir doch ganz am Anfang besprochen, wurde im Jahr 62 geschrieben. Da ging es noch acht Jahre bis zum Jahr 70. Damals fand noch jedes Jahr Jom Kippur statt. Hier wird im Hebräerbrief über das eine Opfer, das alles erfüllt hat, gesprochen, zu einer Zeit, als diese Opfer noch im Gang waren und auch Jom Kippur immer noch im Gang war.
Aber es war schon speziell. Das steht nicht in der Bibel, sondern im Talmud. Das ist auch eine Stelle, die man sich merken kann. Und man kann ja im Internet eine deutsche Version finden und dann nachschauen: Joma 5a. Dann hat man es eben, wie vorhin: Es gibt keine Sühnung außer durch Blut. Dann kann man sich auch Joma 39b herunterladen. Und dort steht im Original: Arbaim Shana, Kodem Churban Habayit. Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempelhauses kam das Los nicht mehr in die rechte Hand.
Was ist denn das? So ist es im Talmud, es ist ständig so kompliziert. Wenn man den Hintergrund nicht kennt, kommt man nicht heraus. Wenn man den Hintergrund weiß, ist es ganz einfach. Es ist wie in der Mathematik: Wenn man etwas ganz lange erklärt, dann versteht man es ganz schnell.
Dort steht also, das Los kam nicht mehr in die rechte Hand. Nach 3. Mose 16 musste ja der Hohe Priester von zwei Ziegenböcken, die beim Altar im innersten Vorhof des Tempels vor ihm gestellt wurden, herausfinden, welcher Bock für den Herrn ist, der geschlachtet werden muss und dessen Blut ins Allerheiligste gebracht werden soll, und welcher Bock der Azazel ist, der in die Wüste geht.
Übrigens: Azazel ist kein Fluch in der Bibel. Auf Englisch wird das als Fluch gebraucht, um zu sagen: zum Teufel. Es ist so verdreht. Az, Aze, Äse heißt Ziege auf Hebräisch, Azal heißt weggehen. Der Azazel, das ist die Ziege, die weggeht in die Wüste.
Und das ging so: Man hat dem Hohen Priester eine Box mit Deckel gebracht, das war ganz feierlich. Dann musste der Hohe Priester mit beiden Händen gleichzeitig in die Box hineingreifen und je ein Los in die Hand nehmen. Raus! Auf die Köpfe der zwei Böcke vor ihm. Dann wurde das Los aufgeklappt. Auf einem Los stand Ladonay, für den Herrn, und auf dem anderen stand La Azazel, für die Ziege, die weggeht. Und eben 3. Mose 16 sagt, durchs Los muss entschieden werden. Aber praktisch hat man es so gemacht.
Und jetzt ist es so: Im Judentum hat man das so verstanden, wenn das Los für den Herrn, Ladonai, in die rechte Hand des Hohen Priesters kam, dann war das ein Zeichen, dass Gott das Opfer am Jom Kippur wohlgefällig annimmt.
Jetzt muss man sich einmal vorstellen: In Joma 39b steht, in den vierzig Jahren vor der Zerstörung des Tempels kam das Los nicht mehr in die rechte Hand. Jetzt kann man zuhause mal das spielen: 40 Jahre Jom Kippur, nimmt ein Fünffrankenstück, Kopf oder Zahl. Da müsste man also 40 Mal hintereinander Kopf haben. Ja, das geht nicht!
Das ist ganz einfach zu berechnen, das ist mathematisch die Wahrscheinlichkeit 1 geteilt durch 2, ja, weil es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, Zahl oder Kopf. 1 geteilt durch 2: Wenn man das einmal macht, ist die Wahrscheinlichkeit genau 1 zu 2, das heißt 50: entweder ist Zahl oder Kopf. Aber wenn man das mehrmals macht, wird es immer unwahrscheinlicher, dass man zweimal Zahl hat. Das ist schon unwahrscheinlicher, als dass man einmal Zahl hat. Und jetzt 40 Mal, das rechnet man: 1 zu 2 hoch n. n steht für wie viel Mal, also 2 hoch 40.
So, jetzt kann man das ausrechnen: 2 hoch 40, was ist das? Das ist eine solche Unwahrscheinlichkeit, das funktioniert einfach nicht. Aber genau das sei geschehen: In den vierzig Jahren vor der Zerstörung des Tempels kam das Los nicht mehr in die rechte Hand. Man wusste: Gott nimmt das Jom Kippur-Opfer nicht an. Und dann, ab dem Jahr siebzig, hat man gar kein Jom Kippur mehr. Ich meine, mit Opfern: unglaublich!
Und vierzig Jahre vorher, das wäre das Jahr dreißig. Ja gut, aber der Herr Jesus hat ja seinen Dienst begonnen im Jahr neunundzwanzig. Lukas 3,1 sagt, im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius. Wikipedia: Augustus starb im Jahr vierzehn, dann kam Tiberius im Jahr vierzehn nach Christus. Das fünfzehnte Jahr ist neunundzwanzig.
Und was geschah genau ein Jahr später? Am zweiten Sabbat, das ist der zweite Sabbat in der Passawoche, Lukas 6, da ging der Herr mit seinen Jüngern durch die Saaten. Das war also genau ein Jahr später, im Jahr dreißig. Und in der Parallelstelle Markus 3 wird erzählt, dass der Herr Jesus in der Synagoge war, ein Wunder getan hat, und dann haben die Führer beschlossen, zum ersten Mal ihn umzubringen. Das heißt: Im Jahr dreißig wurde zum ersten Mal der Beschluss gefasst von der Führerschaft: Jesus von Nazareth muss sterben.
Ab diesem Jahr am Jom Kippur: Azazel in der rechten Hand, Ladonai links. Nächstes Jahr Azazel, Azazel, Azazel, ständig in der rechten Hand. Man wusste: Gott nimmt das Opfer nicht mehr an. Unglaublich!
Und wenn einer sagt: Ja, das ist rabbinisches Märchen, glaubt einer, dass man Märchen erfindet, die das größte Eigentor wären aller Zeiten? Denn damit kann man ja genau belegen: In diesem Jahr, als Jesus von Nazareth so abgelehnt wurde von der Führerschaft, war es aus mit Jom Kippur, und nachher gar kein Jom Kippur bis heute. Es ist unglaublich, aber es ist so.
Und das sind so Elemente, wie man Juden erreichen kann, um dem Ganzen noch eines draufzusetzen. Ich habe genau zitiert: Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempelhauses kam das Los nicht mehr in die rechte Hand, und die rot gefärbte Schnur wurde nicht mehr weiß.
Es kommt dazu: Sobald das Los entschieden war, das ist Azazel. Man hat dem Azazel eine Schnur um die Hörner gebunden, die war rot gefärbt mit Karmesin, dem hellen, grellen Rot wie das arterielle Blut des Menschen. Und dann wurde er hinausgeführt aus dem Tempel. Das habe ich alles schon beschrieben, ich sage das nur nochmals, damit man es beim zweiten Mal sich merken kann: über die Brücke runter ins Kidron-Tal, hinauf zum Ölberg, da, wo der Altar der Roten Kuh war. Und dann, wenn man oben ist, sieht man dahinter bereits die Wüste. Der Ölberg ist eine Klimascheide in Israel: auf der einen Seite grün, dort Wüste. Und von da wird er in die Wüste gejagt, gejagt, gejagt, gejagt, bis er über eine Klippe abstürzte.
Dann ging man hin zum Azazel, und der Talmud sagt, dass immer wieder die rot gefärbte Schnur weiß wurde, und zwar nach Jesaja 1,18: Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, das heißt, wenn ihr sogar Blutschuld auf euch geladen habt. Das ist etwas vom Schlimmsten, wenn der Mensch weiß: Ich bin am Blut eines anderen Menschen schuldig geworden. Das belastet das ganze Leben. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie Schnee. Wenn sie rot sind wie Karmesin, die gleiche Farbe wie Scharlach, ein anderes Wort, wie Wolle, also wie weiße Wolle, sollen sie werden. Eine wunderbare Verheißung: weiß wie Schnee. Gott kann Blutschuld vergeben.
Und das hat man eben nach dem Zeugnis von Joma 39b immer wieder erlebt. Aber die Stelle sagt dort: In den vierzig Jahren vor der Zerstörung des Tempels ist das nie mehr geschehen, es blieb blutrot. Und wenn man denkt an den Ruf dann im Jahr 32 vor Pilatus: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder, das wird einem richtig schwül.
Und dann, ab dem Jahr siebzig, kein Jom Kippur-Opfer mehr. Also, da wird so deutlich hingewiesen auf Jesus Christus als den Messias. Aber das Wunderbare ist: In Joel, der letzte Vers, puh, das ist ein Entlastungsvers! Wenn man sich als Jude eins macht mit den Vätern und sich überlegt, das war nicht das Blut eines Kriminellen, das war kein Verführer, sondern das war der Messias. Aber es ist wirklich so wie in Jesaja 53: Als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir seiner begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. Doch um unserer Übertretung willen war er verwundet.
Joel 4,21, da verspricht Gott, wenn der Messias wiederkommt als König der Welt, im letzten Vers: Und ich werde sie von ihrem Blut reinigen, von dem ich sie nicht gereinigt hatte. Und der Herr wird in Zion wohnen, auf dem Tempelberg Zion, dort, wo König David auf dem Südabhang seinen Palast hatte. Da wird der Herr Jesus regieren, wie das der Engel Gabriel zu Maria gesagt hat, damals in Nazareth. Er wird sitzen auf dem Thron seines Vaters David.
Ich werde sie von ihrem Blut reinigen, von dem ich sie nicht gereinigt hatte. Aber jede Generation darf wissen: Wenn ich erkenne, dass er der Messias war und nach Jesaja 53 er gerade für die Schuld meines Volkes Israel, Gott sagt: Für die Sünde meines Volkes, für die Übertretung meines Volkes ist er geschlagen worden. Wenn man dieses Opfer in Anspruch nimmt, ist das gerade die Erfüllung von Joel 4,20. Und das ist die Tatsache: Er war das Schuldopfer, um auch diese Verantwortung wegzunehmen.
Also schon sehr eindrücklich, und das funktioniert. Ich hatte einen jüdischen Freund, einen Zahnarzt, und er ist in Zürich-Enge aufgewachsen, in einer jüdischen Familie. Und als Medizinstudent, eben Zahnarztstudent, ist er zum Glauben gekommen. Und zwar war er bei Paul Kiene in Winterthur auf Besuch. Er hat ein wunderbares Modell der Stiftshütte gemacht, die Bilder kann man immer noch kennen aus dem Buch Die Heilung Gottes in der Wüste Sinai, das schönste Buch über die Stiftshütte, und hat ihm erklärt: Schau, das Prinzip Erlösung durch Stellvertretung. Das Blut muss fließen, und der Sünder musste seine Hand auf das Opfer auflegen, aufstützen und die Sünde bekennen, und es zum Glauben bekommen.
Und dann haben seine Eltern ihn ausgestoßen, das war fertig. Also er konnte selber schauen, wie er als Student sein Studium finanziert, ja, und das war schwierig. Aber er hat dann geheiratet, eine gläubige Frau, Kinder bekommen. Und oft ist das ein ganz wichtiger Punkt, wenn dann die Eltern, ob das jetzt eben Juden sind oder ob das Katholiken sind oder ob das Muslime sind, es ist eben das gleiche Prinzip, ja? Wenn die dann sehen: Oh, wie gehen diese Ehepaare, die Ehepartner miteinander um, wie erziehen sie die Kinder? Dann plötzlich kommt wieder eine Beziehung in Gang.
Und dann kam auch der Moment, wo sein Vater gesagt hat: Schau mal in Joma 39b. Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempels. Er hat nichts mehr gesagt. Aber das ist ja gar nicht nötig. Solche Dinge, die wirken dann eben in den Herzen weiter.
Das himmlische Heiligtum, die Bundeslade und die endgültige Reinigung
Ja, jetzt gehen wir aber noch ein paar Minuten weiter in Hebräer 9, Vers 24. Denn Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des Wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen.
Also ist er in den Himmel hineingegangen, um uns als Hoher Priester vor Gott zu vertreten. Und er ist unsere Garantie, dass Gott uns annimmt. Weil er hineingehen konnte, ins Allerheiligste, nachdem er das Opfer vollbracht hat und uns vertritt, ist er die Sicherheit, dass wir auch einmal vor Gottes Thron stehen können und bestehen können.
Aber wir haben ja schon gelesen, er ist hineingegangen mit seinem eigenen Blut, Vers zwölf. Da ist die Frage: Kann man das wörtlich nehmen? Ist das nicht einfach so ein bisschen geistig zu verstehen? Das Blut ist damals geflossen auf dem Golgatha-Felsen, aber ja, das Blut ist irgendwie weg jetzt. Hat er wirklich das Blut hineingetragen?
Es gibt Ausleger, die sagen, das darf man ja nicht wörtlich verstehen, das ist nur so übertragen. Aber in 1. Petrus 1,18 sagt Petrus: indem ihr wisst, dass ihr nicht mit verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, also eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken.
Also wir sind nicht erlöst mit verweslichen Dingen wie Silber oder Gold. Wie Gold verweslich? Also wer zuhause denkt, das sei sicherer als auf der Bank, mit Negativzinsen einfach ein paar Goldbarren zu haben, der hat ja auch nicht Angst, dass so in ein paar Jahren das dann plötzlich verwest ist und dann nur ein Häufchen Staub da in der Ecke ist. Also Gold ist ja gerade der Inbegriff von etwas, das bleibt und nicht oxidiert und dann grün ist, wie wenn wir da Barren aus Kupfer hätten, ja? Eklig, dieser Grünspan, nicht wahr? Aber bei Gold noch nicht. Und bei Silber ist es auch ein Edelmetall, aber es heißt nicht mit verweslichen Dingen.
Warum verweslich? Ja, weil alles einmal aufgelöst werden wird. Nach 2. Petrus 3 wird Gott alles, das ganze Weltall, auflösen, auch die Erde. Alle Elemente werden aufgelöst werden, im Brand zerschmelzen. Und alles Gold auch. Dann ist endgültig fertig mit Gold. Und Goldkurs am Boden Null.
Aber das mit dem Blut Christi, das heißt also, das Blut Christi wird diese Schöpfung überdauern. Und das war klar. Er ist wirklich mit seinem Blut eingegangen ins Heiligtum. Und dieses Blut spricht auf der himmlischen Bundeslade für uns. Und darum ist die Bundeslade im Himmel. Das ist die Bundeslade des neuen Bundes.
Und jetzt versteht man auch, warum die Bundeslade nicht mehr gefunden werden wird. Die Bundeslade verschwindet aus der Bibel in der Zeit, in der Nebukadnezar den Salomotempel zerstört hatte. Als die Juden zurückkehrten aus Babylon, sie hatten keine Bundeslade mehr ins Allerheiligste hineingetan. Und im Judentum wird gehofft, dass man die Bundeslade eines Tages noch findet, im Tempelberg, in einer verborgenen Kammer. Da könnten wir noch einiges finden, aber ganz sicher die Bundeslade nicht.
Warum? Im Tempelinstitut in Jerusalem stellt man alle möglichen Tempelgeräte her: siebenarmige goldene Leuchter, der Schaubrotisch aus Gold, der Räucheraltar und so weiter und so fort, alle diese Sprengschalen, auch die Lose sind bereit für den Herrn und für Azazel, alles bereit für den dritten Tempel. Aber die Bundeslade macht man nicht. Zwar hat man vor einiger Zeit gedacht: Doch, wir machen eine neue Bundeslade. Hat man wieder abgeblasen, wird keine Bundeslade gemacht. Aber man hofft, sie original zu finden im Tempelberg, wenn es einmal möglich wird, offiziell in den Tempelberg einzudringen. Heute gäbe es Krieg.
Das könnt ihr euch alles versparen. Jeremia 3,16, und dann kommt die Pause. Da ist doch die Antwort gegeben, und es geht im Zusammenhang um das künftige tausendjährige Friedensreich. Und dann heißt es: Kann man sich gut merken, also nicht Johannes 3,16, das Evangelium zusammengefasst, sondern Jeremia 3,16, Bundeslade.
Und es wird geschehen: Wenn ihr euch im Land mehrt und fruchtbar seid in jenen Tagen, es geht um die Endzeit, spricht der Herr, so wird man nicht mehr sagen: Die Bundeslade des Herrn. Und sie wird nicht mehr in den Sinn kommen, und man wird ihr nicht mehr gedenken, noch sie suchen, und sie wird nicht wieder gemacht werden. Das ist völlig klar.
Es gibt aber eine rabbinische Auslegung, die dreht genau das Gegenteil herum. Sie sagen, das steht nicht da, dass die Bundeslade nicht mehr kommt. So blind kann man im Extremfall werden, dass man meint, in der Bibel steht das Gegenteil von dem, was da steht. Ja, aber es steht da.
Und warum kommt die nicht mehr? Weil Gott mit Israel nicht den alten Bund erneuert, sondern einen neuen Bund schließen wird. Und die Bundeslade des neuen Bundes, die ist im Himmel, da, wo der Messias erschienen ist mit seinem Blut.
So, das bis zur Pause, und jetzt eine halbe Stunde Ruhe.
Die Vollendung der Zeitalter und die Abschaffung der Sünde
Wir fahren jetzt weiter in Hebräer 9, und zwar in Vers 25. Auch nicht, damit er sich selbst oftmals opferte, wie der Hohe Priester alljährlich in das Heiligtum hineingeht, mit fremdem Blut; sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden, zur Abschaffung der Sünde durch Sein Opfer.
Das Jom-Kippur-Opfer sollte jährlich stattfinden, aber das Opfer des Messias, das eben rückwirkend und vorauswirkend Bedeutung hat, nur ein einziges Mal. Jetzt wird argumentiert: Wenn das nicht genügen würde, ein einziges Opfer, dann hätte im Prinzip der Messias auch jedes Jahr sich opfern müssen, und zwar von Grundlegung der Welt an.
Warum von Grundlegung der Welt an? Ja, seit dem Sündenfall, 1. Mose 3, da wurde das Opfer nötig für die Menschen. Und wenn es eben ein wiederholtes Opfer gebraucht hätte, dann hätte der Messias jedes Jahr ab 1. Mose 3, ab dem Sündenfall, sterben müssen. Aber das war eben nicht nötig. Darum konnte er kommen, in der Fülle der Zeit, und durch ein Opfer rückwirkend die Vergebung bewirken und vorauswirken für die, die später zum Glauben kommen würden.
Aber es ist ja schon interessant, wenn die Zeit ab dem Sündenfall hier genannt wird: „von Grundlegung der Welt an“. Das heißt also, die Zeit von 1. Mose 1,1, dort haben wir die Grundlegung der Welt: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Bis zum Sündenfall war das eine kurze Zeit, so dass die Zeit des Sündenfalls immer noch die Zeit war der Grundlegung der Welt. Das würde natürlich nicht funktionieren, wenn es Millionen von Jahren gegeben hätte. Wenn man die Schöpfungstage wie ein Gummi so auseinanderzieht zu riesigen geologischen Epochen, dann könnte man nicht sagen, dass dann der Sündenfall zur Zeit der Grundlegung der Welt geschehen sei.
Aber wenn das eben nur sechs Tage waren bis zur Erschaffung des Menschen und dann eben nicht eine allzu lange Zeit, bis der Sündenfall kam, dann passt das. Adam und Eva hatten nicht einmal ein Kind bekommen bis zum Sündenfall. Das erste Kind wird erst nach dem Sündenfall geboren, und das macht schon mal klar: Die zwei, die den Auftrag hatten am sechsten Schöpfungstag: „Seid fruchtbar und mehret euch!“, und die eben im Paradies noch gehorsam waren, bis der Ungehorsam kam, werden kein Kind bekommen. Das zeigt also: Das ist alles sehr nah beieinander.
Eine ganz andere Stelle, aber wir werden gleich sehen, was der Zusammenhang ist: Lukas 11. Der Herr Jesus sagt zu der jüdischen Führerschaft damals, vor zweitausend Jahren, dass sie eigentlich auf dem gleichen Weg sind wie ihre Vorfahren, die auch schon die Propheten getötet hatten, denn sie waren schließlich ja auch dann bereit, den Messias sogar zu töten. Und da sagte der Herr Jesus in Lukas 11, Vers 18: Eure Väter aber haben sie getötet, die Propheten; also gebt ihr Zeugnis und stimmt den Werken eurer Väter bei, denn sie haben sie getötet, ihr aber baut ihre Grabmäler. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und etliche von ihnen werden sie töten und vertreiben. Und jetzt kommt’s, auf dass das Blut aller Propheten, welches von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert werde, von dem Blut Abels bis zu dem Blut Zacharias, welcher umkam zwischen dem Altar und dem Tempelhaus. Ja, sage ich euch, es wird von dieser Generation oder von diesem Geschlecht gefordert werden. Wehe euch, Gesetzgelehrten!
Jetzt wird also hier gesprochen, dass die Blutschuld, die zurückgeht bis auf Abel, dieser Generation, die dann schließlich den Messias verwarf, ihnen angerechnet wird, weil sie gewissermaßen in den gleichen Fußstapfen gegangen sind wie die frühen schon. Und da wird also gesagt: „von dem Blut Abels“, das in 1. Mose 4 beschrieben wird. Aber das wird genannt in Vers 30: das Blut aller Propheten, welches von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist, von dem Blut Abels. Das heißt also, die Ermordung von Abel, 1. Mose 4, einige Zeit nach dem Sündenfall, war immer noch so nah bei 1. Mose 1,1, dass das immer noch die Epoche war der Grundlegung der Welt.
Und jetzt wird nochmals klar: Also das geht überhaupt nicht, die Schöpfungstage auseinanderziehen zu wollen. Es geht auch nicht, dass man Millionen von Jahren unterbringen will in Vers 2, wo man mit Fug und Recht übersetzen kann: Und die Erde wurde wüst und leer durch den Fall Satans. Ja, 1. Johannes 3 sagt ja, dass der Teufel sündigt von Anfang an. Sein Fall fiel in den ersten Schöpfungstag hinein, aber das war der erste Schöpfungstag. Und da kam nicht noch eine längere Epoche rein. Ab 1. Mose 1,1, im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde, da haben wir den ersten Schöpfungstag. Aber noch am selben Tag kommt es zu diesem Fall in der Engelwelt, dann kommt der zweite Tag, der dritte Tag und so weiter, sechs normale Tage. Am sechsten Tag wird der Mensch geschaffen, einige Zeit später der Sündenfall, einige Zeit später die Ermordung von Abel, aber das alles gehört gewissermaßen in die Epoche von Grundlegung der Welt an.
Und das macht also völlig klar, auch vom Neuen Testament her: Es geht nicht, die Schöpfungstage zu größeren Epochen auseinanderzureißen. Denn wenn Abels Tod erfolgt wäre ein paar Millionen Jahre nach 1. Mose 1,1, dann erfolgte das nicht in der Epoche der Grundlegung der Welt. Aber wenn das eben nur eine Sache ist von einigen Jahren, dann ist es die Epoche von Grundlegung der Welt.
Und heute können wir auch sagen: Wir sind in der Endzeit. Die Endzeit ist gekennzeichnet durch die Rückkehr der Juden aus aller Welt, und das hat begonnen 1882. Also man kann diese Epoche, dieser vergangenen über hundert Jahre, kann man bezeichnen, biblisch gesehen, als die Epoche der Endzeit. Aber das ist klar übersichtlich. Man denkt: Vorher sind fast zweitausend Jahre Zerstreuung der Juden unter allen Völkern, das war noch nicht Endzeit. Aber man kann klar diese Epoche der Rückkehr als Endzeit bezeichnen. Und so konnte man die ganze Epoche von 1. Mose 1 bis zur Ermordung von Abel bezeichnen als die Epoche von Grundlegung der Welt an.
Also hier in Hebräer 9 geht es um 1. Mose 3. Von da an war das Opfer nötig. Aber der Herr Jesus musste sein Opfer eben nicht jedes Jahr darbringen, sondern es wird dann erklärt: Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden. Also diese ganze Epoche des Alten Testaments bis zum Kreuz, das muss man sehen als ein Ganzes, und in der Vollendung dieser alttestamentlichen Epoche des Wartens auf den Messias ist der Messias gekommen und ist am Kreuz gestorben. Also Golgatha markiert die Vollendung der alttestamentlichen Zeitalter.
Da hat der Herr Jesus sich einmal geopfert, und jetzt so eindrücklich: Er ist gekommen zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer. An diesem Freitag, in diesen drei Stunden der Finsternis, als Gott ihn beladen hat mit fremder Schuld und der Zorn Gottes ihn getroffen hat und der Herr Jesus musste schreien: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Gott hat ihn verlassen! Und Jesaja 53, Vers 10 hat sich erfüllt: Es gefiel dem Herrn, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Oder Sacharja 13, Vers 7: Schwert, erwache gegen meinen Hirten! Gegen den Mann, der mein Genosse ist. Er wurde geschlagen, aber dort hat er an einem Tag die Sünde abgeschafft, und zwar rückwirkend für die Gläubigen des Alten Testaments und vorauswirkend für alle Gläubigen des Neuen Testaments bis ins Tausendjährige Reich.
Dieser Ausdruck „zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer“ ist so gewaltig. Und dabei ein Rückverweis auf Sacharja 3. Dort sieht der Prophet den Hohen Priester, der das Volk Israel vertritt, in schmutzigen Kleidern, und der Satan widersteht ihm. Er klagt ihn vor Gottes Thron an. Satan heißt ja Widersacher, und zwar speziell der Widersacher vor Gericht, der in böser, feindlicher Gesinnung vor Gericht jemanden anklagt. Das wird so in Sacharja 3 beschrieben, und dann wird aber auf den Messias hingewiesen, der kommen wird.
In Sacharja 3, Vers 8: Höre doch, Jeschua, du Hoher Priester, du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, denn Männer des Wunders sind sie; denn siehe, ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen. Dem Hohen Priester und den Priestern, die mit ihm waren, wird hier die gute Botschaft verkündigt. Einmal wird der Messias kommen, und er wird Spross heißen. Nazareth heißt ja auf gut Deutsch „Sprossling“. Nazareth kommt von „Näzer“, das heißt Spross. Also: Ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen. Und in jeder rabbinischen Bibel, man nennt das Mikra’ot Gedolot, da man den hebräischen Text und die wichtigen Kommentare des Judentums daneben hat, wird erklärt: Das ist der Messias hier in Vers 8.
Und jetzt heißt es dann weiter von ihm in Vers 9: Denn siehe, der Stein, den ich vor Jeschua gelegt habe, auf einem Stein sieben Augen; siehe, ich will seine Eingrabung eingraben, spricht der Herr der Heerscharen, und will die Ungerechtigkeit dieses Landes an einem Tag wegnehmen. Was ist das für ein Stein? Der Stein vor dem Hohenpriester, das ist der Stein im Allerheiligsten. Dieser Fels, der heute im Felsendom ist, dieser Fels wird genannt im Talmud der Even, Even Shetia, der Stein, der Grundlage, der Grundstein. Und wenn der Hohepriester am Jom Kippur das Volk vertrat, das sündige Volk, dann ging er hinein, stand auf diesem Stein und musste das Blut des Opfers auf diesen Stein sprengen.
Siehe, der Stein, den ich vor Jeschua gelegt habe, auf einem Stein sieben Augen. Das sind die sieben Augen Gottes, die auch in Offenbarung 5 erwähnt werden. Gott schaut auf diesen besonderen Stein hier auf der Erde, wo immer am Jom Kippur das Blut der Jom-Kippur-Opfer gesprengt wurde. Siehe, ich will seine Eingrabung eingraben, spricht der Herr der Heerscharen. Auf diesem Stein gab es eine Inschrift mit dem Namen JHWH. Diese Inschrift wird hier erwähnt, und dann eine Verheißung dazu. Und Gott sagt: Ich will die Ungerechtigkeit dieses Landes an einem Tag wegnehmen. Das ist der Tag, wenn dieser Mann, Spross genannt, kommen wird und durch sein Opfer die Sünde abschaffen würde, an einem Tag alle Ungerechtigkeit weg.
Das ist ganz gewaltig, und das gibt auch völlige Ruhe ins Herz, wenn man sich einmal bewusst ist: Ich habe mich bei der Bekehrung mit dem Opfer des Herrn Jesus eins gemacht. Das heißt, wenn ich wirklich geglaubt habe an das Opfer des Herrn Jesus, meine Schuld vor Gott bekannt habe, dann ist dieses Opfer von Gott her mir vollkommen zugerechnet worden. Und ich darf wissen: Der Herr Jesus hat vor zweitausend Jahren jede Sünde meines Lebens getragen und sie abgeschafft. Und dieses Opfer wird mir zugerechnet, nicht nur bis zum Tag der Bekehrung. Das Opfer wird mir zugerechnet bei der Bekehrung für mein ganzes Leben. Das heißt also, ich darf wissen: Es ist alles abgeschafft. Sogar das, was in der Zukunft liegt, ist abgeschafft.
Wie kann man dann noch depressiv werden und denken, vielleicht gehe ich doch wieder verloren? Es ist alles abgeschafft. Die Schuld meines ganzen Lebens ist abgeschafft, und dieses Opfer ist mit der Bekehrung, aber das ist der entscheidende Punkt, erst dann wird das Opfer des Herrn Jesus einem Menschen zugerechnet, vollständig zugerechnet, und dann kann man zur Ruhe kommen: Es ist alles gut.
Natürlich, wenn ich in der Zukunft sündige, dann wird durch Sünde die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn getrübt, so wie ein Kind, wenn es nicht recht tut in der Familie. Man darf nicht erwarten, dass dann die Eltern mit dem Kind irgendwelche lustigen Spiele machen, wenn da etwas Ungeordnetes vorhanden ist. Aber es ist kein Thema, dass die Kindschaft rückgängig gemacht wird. Das Kind ist unser Kind, das kann man nicht mehr ändern. Aber die Gemeinschaft kann getrübt sein. Und so ist es auch: Wir müssen immer wieder unsere Sünden bekennen, 1. Johannes 1,9, aber nicht, damit wir nochmals gerettet werden, sondern damit die Gemeinschaft mit dem Vater, mit dem Sohn wiederhergestellt wird und alles, was trübt, weggetan wird und die Freude auch wiederkehrt.
Aber wir dürfen wissen: Es ist alles für Zeit und Ewigkeit vollbracht. Das ist der Inhalt von „Es ist vollbracht“ in Johannes 19 am Schluss.
Die Opfer der Tora als Schatten der kommenden Wirklichkeit
Und jetzt gehen wir noch weiter. Ah, noch etwas: Beim Jom-Kippur-Opfer habe ich jetzt viel über die beiden Böcke gesprochen, für das Volk. Aber die Priesterfamilie ist ja auch wichtig für uns. Denn im Alten Testament symbolisiert das Volk Israel heute das himmlische Volk, die Gemeinde. Aber die priesterliche Familie symbolisiert auch die Gemeinde, denn wir sind ein Volk von Priestern, sagt Offenbarung 1,5.
Und genau für die priesterliche Familie gemäss 3. Mose 16 musste ein Stier geopfert werden am Jom-Kippur. Und der Stier hat eine besondere Bedeutung. Das ist so schön im Hebräischen: Die Wörter sind im Allgemeinen extrem durchsichtig, was ihre Herkunft anbetrifft. Nicht wahr, wenn man auf Deutsch sagt: Erklären wir mal, warum heisst Tisch Tisch? Ja, wir sagen einfach Tisch. Und wir haben nie mehr Tisch gesagt, aber jetzt: Warum Tisch? Vielleicht wegen des Klangs Tisch, ja? Nein, Tisch klingt jetzt nicht speziell nach Tisch, oder? Und es ist ja auch auf Französisch nicht so, dass „la table“ speziell nach Tisch klingt, ja?
Aber warum heisst im Deutschen Stier Stier? Wir sagen einfach Stier. Im Hebräischen ist das ganz einfach. Man muss einfach die Wurzel heraussuchen, und das sind meistens drei Konsonanten. Die meisten Wörter kann man auf drei Konsonanten zurückführen, und das sind normalerweise Verben. Und so kann man also von den meisten Wörtern sofort sagen, warum man so sagt. Warum sagt man Rabe auf Deutsch? Da muss man ein Herkunftswörterbuch nehmen, und da wird das ganz kompliziert erklärt, Wortgeschichte. Auf Hebräisch ist es ganz einfach: Oreb kommt von Arav, und das heisst schwarz sein. Das ist ein schwarzes Vögelchen. Ein grosses Vögelchen.
Und warum sagt man Stier? Hebräisch Par kommt von der Wurzel Parar, und das heisst niedertreten, abschaffen. Ja, ein Stier, wenn er da freien Lauf hat, der kann einiges, was im Weg ist, niedertrampeln. Und wenn in Hebräer 9 insbesondere der Fokus gerichtet wird auf den Versöhnungstag, und hier steht, dass der Herr Jesus geoffenbart worden ist zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer, können wir ganz leicht noch die Verknüpfung machen zum Stieropfer für die Priester. Der Abschaffer, das ist der Stier.
Das ist ein schönes Beispiel, um einfach den Reichtum der hebräischen Sprache zu zeigen. Und wenn man das ausnützt für alle möglichen Dinge, wird es einfach noch farbiger. Auf Deutsch ist die Bibel schon genügend wunderbar, nicht wahr? Und ich sage nicht: Jetzt müssen alle Hebräisch lernen. Aber wenn einer das sieht, bringt das etwas, wenn man es geistlich braucht und anwendet.
Gut, gehen wir weiter in Vers 27: Und ebenso, wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Mal denen, die ihn erwarten, ohne Sünde erscheinen zur Errettung.
Also, es wurde ja schon betont in Vers 26: Der Herr Jesus ist nur einmal als Opfer gestorben. Jetzt wird erklärt in Vers 27, und dazu gibt es auch eine Parallele: Der Mensch stirbt einmal. Nicht zwei, drei, vier Mal. Auch nicht Millionen von Malen, wie die Buddhisten glauben. Ja, sterben, wiedergeboren, sterben, wiedergeboren. Nein, einmal. Es ist dem Menschen ein göttliches Gesetz, einmal zu sterben, sondern einmal zu sterben, danach das Gericht. Also hier geht es um den natürlichen Menschen, der stirbt einmal und nachher kommt das Gericht. Das heisst, es gibt keine zweite Chance.
Und jetzt könnte man nur sagen: Aber ich kenne Menschen in der Bibel, die sind zweimal gestorben. Wer? Ja, die drei Beispiele im Alten Testament, in der Geschichte von Elija und Elisa, nicht wahr? Gestorben, wieder auferstanden, und jetzt, wo sind sie? Die sind nicht mehr da! Also, es ist wie – und das ist mal ein Satz, der wahr ist in den Märchen: Am Schluss: Wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch. Ja, aber hier ist kein Märchen, sondern die sind wieder zum Leben erweckt worden. Aber wenn sie nicht wieder gestorben wären, dann würden sie heute noch leben.
Und genauso mit den Auferstehungsbeispielen im Neuen Testament: der Jüngling zu Nain, die zwölfjährige Tochter des Synagogenvorstehers Jairus und so weiter, Lazarus, der Bruder von Martha und Maria, wurde aufgeweckt, aber sie sind wieder gestorben. Das war eben nur eine vorläufige Auferstehung. Und darum wird auch in Hebräer 11 am Schluss gesagt von Menschen, die die Befreiung nicht angenommen haben, damit sie eine bessere Auferstehung erlangten. Die bessere Auferstehung, das ist die Auferstehung, bei der man nicht mehr stirbt.
Der Jesus ist als Erster auferstanden, so dass er nicht mehr stirbt, sagt Römer 6. Und wenn wir bei der Entrückung erleben werden, wie all die Gläubigen der Vergangenheit auferweckt werden, dann werden sie wissen: Und jetzt werden wir nie mehr sterben. Das ist die bessere Auferstehung. Aber eben: Lazarus, die zwölfjährige Tochter des Jairus und so weiter, die haben noch nicht die bessere Auferstehung erlebt, aber eine Auferstehung war gewissermassen wie ein Unterpfand Gottes. Es gibt eine wirklich definitive Auferstehung.
Ja, aber jetzt könnte man sagen: Was hier steht, es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben. Sie sind zweimal gestorben. Ja, aber hier geht es um den verlorenen Menschen. Darum heisst es: Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht. Aber: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, sagt der Herr Jesus in Johannes 5, der kommt nicht ins Gericht, der hat ewiges Leben. Also hier ist der Grundsatz aufgestellt für den verlorenen Menschen.
Übrigens interessant ist: Auf Hebräisch gibt es mehr als ein Wort für Mensch. Adam ist ein Wort für Mensch, das heisst einfach Mensch, oder Ben Adam, Sohn Adams, normales Wort für Mensch. Aber es gibt auch noch das Wort Enosch, das heisst Mensch, aber mit dem Nebenbegriff: Enosch kommt von Anasch, das heisst böse sein, sterblich sein. Adam kommt von der Wurzel Adam, rot. Adam bedeutet also der Rotling oder ist verwandt mit dem Wort Adama, das heisst Ackererde, und zwar die rote Ackererde, Terra rossa, wie sie so ausgeprägt ist in den Tropen, diese rote Erde, Terra rossa. Gott hat ihn aus Erde gemacht, darum heisst er Adam. Adam heisst also der Mensch, so wie Gott ihn gemacht hat. Aber Enosch meint den Menschen, so wie er geworden ist durch den Sündenfall.
Und im Neuen Testament: Anthropos für Mensch. Aber der Hebräerbrief wurde von einem Hebräer geschrieben, einem, der wirklich Hebräisch konnte, und wir haben am Anfang in der Einleitung gesehen: Es ist Paulus. Und wenn er Mensch auf Griechisch sagt, dann kann er denken an den Ausdruck Ben Adam oder Enosch. Und er denkt hier an Enosch. Es ist dem Menschen, dem gefallenen Menschen, gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht.
Aber mit dieser Stelle können wir die Reinkarnationslehre biblisch klar ablehnen. Es gibt ja Leute, die sagen: Ja, die Bibel ist gar nicht gegen Reinkarnation, und das kann man auch mit der Bibel verbinden usw. Nein, geht nicht! Einmal sterben und dann kommt das Gericht. Und zweitens macht es klar, dass es nach dem Tod keine zweite Chance gibt. Es gibt kein Fegefeuer mit einer Chance, dann wieder rauszuspringen, wenn das Geld im Kasten klingt. Das ist eine Irrlehre, die in der Bibel keinen Platz hat. Es gibt kein Fegefeuer in der Bibel, es ist ein Betrug. Aber es gibt das Gericht.
Und darum sagt der Herr Jesus in Markus 2, dass der Sohn des Menschen Gewalt hat, auf Erden Sünden zu vergeben. Warum auf Erden? Weil wir Menschen nur mit Gott ins Reine kommen können, Vergebung unserer Schuld bekommen können, auf der Erde. Da müssen wir während dieser Gnadenzeit auf der Erde unsere Schuld Gott bekennen, bereuen und das Opfer des Herrn Jesus für uns in Anspruch nehmen. Dann wird es uns zugerechnet. Aber diese Vergebung kann nur auf der Erde gewährt werden. Im Jenseits gibt es keine Vergebung mehr.
Und darum ist in der Geschichte in Lukas 16 der reiche Mann, der nach dem Tod in den Hades kommt, ins Totenreich, definitiv dort. Und es wird auch klar gesagt: Es gibt eine tiefe Kluft zwischen dem Ort der Verlorenen und dem Paradies, dem Schoss Abrahams, und niemand kann von hier dorthin wechseln und von dort hierher. Es ist definitiv.
Und das zeigt also den Ernst des Todes. Und wir müssen den Menschen betonen, dass sie sich nicht in die Verwirrung hineinziehen lassen. Wirklich, es gibt nur die Möglichkeit, mit Gott in Ordnung zu kommen, hier während unseres Lebens. Mit dem Tod ist es definitiv aus.
Und dann lesen wir aber weiter: So wird auch der Christus, also der Messias, nachdem er einmal geopfert worden ist, um viele Sünden zu tragen, zum zweiten Mal denen, die ihn erwarten, ohne oder getrennt von Sünde erscheinen zur Errettung. Das erste Kommen war, um die Frage der Sünde zu lösen. Aber der Herr Jesus wird wiederkommen, und seine Wiederkunft steht nicht mehr in Verbindung mit der Frage, wie Sünde beseitigt werden können. Aber das ist das, was die Erlösten erwarten und nach vorne schauen: Jesus Christus kommt wieder. Aber sein zweites Kommen hat nichts mehr zu tun mit der Lösung der Frage der Sünde, das ist beim ersten Mal ein für allemal geschehen.
Der Schattencharakter des Gesetzes und die Erfüllung im Willen Gottes
Und jetzt kommen wir gleich zu Kapitel 10, denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst, hat, so kann es niemals mit denselben Schlachtopfern, die sie alljährlich ununterbrochen darbringen, die Hinzunahenden vollkommen machen.
Hier wird erklärt: Das Gesetz, das ist die Tora, die fünf Bücher Mose mit all den Geboten darin, ab 2. Mose 19, die zum Bund vom Sinai gehören. Und hier wird erklärt: Das Gesetz hat einen Schatten der zukünftigen Güter. Was die zukünftigen Güter sind, das wissen wir. In 9,11 heißt es: Christus aber gekommen als hoher Priester der zukünftigen Güter. Da haben wir gesehen: Das sind all die Segnungen, die der Messias einmal bringen sollte.
Das Gesetz weist bereits auf das hin, was einmal Christus, der Messias, vollenden würde, und zwar durch Schattenbilder. Und das macht also klar, dass das Gesetz voll von Hinweisen ist auf den Herrn Jesus hin. Übrigens: Tora heißt Gesetz, aber warum heißt es Tora? Das kommt von der Wurzel Yara, J-R-H geschrieben, drei Konsonanten. Und Jarah heißt ausstrecken, den Finger ausstrecken. Darum hat Martin Buber die Tora korrekt übersetzt mit Weisung. Die Tora weist mit ausgestrecktem Finger hin auf den kommenden Erlöser.
All die Opfer in der Tora, Brandopfer, Friedensopfer, Sünd- und Schuldopfer, aber auch die Speisopfer, die unblutigen, alles weist auf den Herrn Jesus hin und die völlige Vergebung, die er bringen würde. Auch die Sabbatopfer, die Neumondopfer, die täglichen Brandopfer, alles, alles, die rote Kuh, die Jom-Kippur-Opfer, alles, alles weist auf ihn hin und auf die Segnungen, die er einmal bringen würde. Die Stiftshütte, im Detail beschrieben, alles hat Hinweise auf Jesus Christus hin. Aber es sind Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst.
Also, es sind Andeutungen in Umrissen. Das Brandopfer eines Stiers zum Beispiel, das ist nicht das Ebenbild von dem Opfer des Herrn Jesus am Kreuz, aber es ist eine schattenhafte Abbildung. Wenn man die Hand in der Sonne ausstreckt und den Schatten anschaut, dann erkennt man: Das ist meine Hand. Aber natürlich, der Schatten ist nur 2D, nur zwei Dimensionen, Breite und Länge. Die Hand ist 3D: Breite, Länge, Höhe. Und schon interessanter als nur ein Schatten. Das ist nicht nur einfach so ein Gebilde mit fünf Strichen. Da sind noch Sehnen, da sind Adern, da ist Blut drin und was man da alles damit machen kann, das ist ja unglaublich. Mit dem Schatten kann man ja nicht viel anfangen. Es ist einfach ein Hinweis auf etwas Höheres.
Und so ist das: Die ganze Tora ist voll, voll, voll von Hinweisen, umrissartigen Hinweisen auf Jesus Christus und sein Opfer und auf die Segnungen, die er bringen sollte. Wenn man das einmal verstanden hat, dann ist die Tora so etwas Gewaltiges. Auch all die Feste: Passa, dann das Erstlingsfest, das Fest der ungesäuerten Brote und dann das Pfingstfest, also Schawuot, und so weiter, all die Feste des Herrn, alles sind umrissartige Hinweise auf den Messias und die Segnungen, die er einführen sollte und für uns eingeführt hat.
Und so muss man das Alte Testament studieren. Man muss nicht ans Laubhüttenfest gehen nach Jerusalem, um Laubhüttenfest zu feiern. Wenn man geht, um das Evangelium weiterzugeben, ist es etwas anderes, ja. Aber diese Feste hat Gott Israel gegeben. Und die Tora sagt ausdrücklich, dass Gott diese Gebote Israel gegeben hat, um sie abzusondern von allen anderen Völkern.
Und heute sehen wir eine riesige Verwirrung unter Christen, ein totales Chaos. Die vermischen die Gemeinde mit Israel, die vermischen die Gnade mit dem Gesetz usw., weil sie eben nicht die verschiedenen Zeitalter, so wie die Bibel das lehrt, unterscheiden. Es gibt ein völliges Chaos. Und die wollen die Gläubigen unter das Gesetz bringen, und die denken, sie sind sehr mit der Wurzel verbunden, mit den hebräischen Wurzeln, mit den Hebrew Roots, wenn sie da die Gemeinde ins Gesetz hineinbringen.
Aber die sollten mal mit ein paar Rabbinern, sagen wir gerade aus der Siedlerbewegung, in dem sogenannten besetzten Westjordanland, sprechen. Die sagen: Das finden wir gar nicht toll, was ihr macht. Ihr macht alles kaputt. Gott hat uns, Israel, die Tora gegeben, um uns abzusondern von den Heidenvölkern, nicht um uns zu vermischen mit den Heidenvölkern. Aber dadurch, dass ihr nun die Tora überall in die Gemeinden bringt, macht ihr das genau kaputt. Dann ist unsere Absonderung gar nicht mehr praktikabel. Solche Rabbiner finden das gar nicht toll. Natürlich, man findet alles, man findet auch andere, aber die haben das richtig erkannt.
Die Tora, der Bund vom Sinai, wurde nur mit Israel geschlossen und nicht mit den anderen Völkern. Und wenn man das vermischt, dann wird genau das, was Gott ursprünglich wollte, Israel abzusondern durch die Gebote, sie zu heiligen, weg von den anderen Völkern, kaputt gemacht. Alles an seinen Platz. Aber für die Gemeinde ist die Tora so wichtig, weil alles voller Schattenbilder ist. Und natürlich, man muss den Körper kennen, um den Schatten richtig zu interpretieren. Man kann ja die Fantasie frei laufen lassen und sagen: Ja, das sehe ich. Da sind fünf Dinge da erwähnt, in dem Fall ist das parallel zu den fünf Büchern Mose und fünf sind die fünf Sinne und so weiter. Nein, nein, nicht so.
Man muss vom Neuen Testament her die Erfüllung kennen, und dann sieht man die Parallelen in diesen Schattenbildern. Was nützt das? Sehr viel. Denn gerade wenn wir diese Symbole der Stiftshütte und der Opfer verstehen, dann verstehen wir Christus wieder besser. Also, das Neue Testament führt uns zurück zum Alten Testament, und diese Bilder führen uns wieder zurück zum Neuen Testament, so dass wir die Realität in Christus, in dem Messias, besser verstehen.
Aber es ist nicht der Dinge Ebenbild, es sind umrissartige Abbilder. Und weil es eben nur ein Schatten ist, nicht das Wirkliche, das Wirkliche ist erst durch Jesus Christus gekommen, es ist eben nicht der Dinge Ebenbild selbst. Und darum können diese Schlachtopfer, die jedes Jahr an Jom-Kippur ununterbrochen dargebracht werden, niemanden zur Ruhe bringen. Ja, ist Jom-Kippur vorbei, und dann hat es wieder einen Streit gegeben in der Familie. Das war gar nicht geplant, ja, einfach so. Und jetzt? Ja, das war nicht inklusive, im letzten Jom-Kippur-Opfer. Das war nur für das vergangene Jahr. Ah, jetzt beginnt es wieder. Wann ist wieder Jom-Kippur? Ja, in einem Jahr. Und dann wieder.
Also, die Tora kann niemanden zur Ruhe bringen, weil sie eben nicht der Dinge Ebenbild ist, nur das Opfer des Herrn Jesus. Und darum steht in Vers 2: Denn würde sonst nicht ihre Darbringung aufgehört haben, weil die den Gottesdienst Ausübenden, einmal gereinigt, kein Gewissen von Sünden mehr gehabt hätten? Also, wenn diese Opfer vollkommen gewesen wären, dann hätte das einmal aufhören müssen. Aber es ging immer weiter, jedes Jahr weiter, weil es eben nie zu einem Abschluss kam und nicht das Gewissen eben so entlastet, wie wir es heute haben.
Ich kann zurückschauen auf Golgatha und ich weiß: Die Schuld meines ganzen Lebens ist dort an einem Tag beseitigt worden. Es gibt keine Sünde, die je in der Ewigkeit gegen mich vorgebracht werden könnte, um mich in die Hölle zu bringen, weil es ist alles abgeschafft. An einem Tag abgeschafft, bevor ich überhaupt eine einzige Sünde begangen hatte. Das ist gewaltig! Und darum: kein Gewissen von Sünden, das heißt, völlig im Gewissen entlastet.
Vers 3: Doch in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden. Ja, natürlich kann man sich am Abend freuen von Jom-Kippur, ein Jubel bricht aus: Jetzt ist wieder gut. Ja, und dann, am nächsten Tag, wie gesagt, kommt wieder ein Problem ins Leben. Man kommt nicht zur Ruhe. Eigentlich erinnert einen das an die eigene Sündhaftigkeit, dass das Problem der Sünde im Leben doch nicht gelöst ist. Darum ist es ein Erinnern an die Sünden.
Denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen. Sehr klar: Tiere können nicht die Sünde von Menschen wegnehmen. Es brauchte einen Menschen, der für Menschen sterben würde. Das ist der Punkt. Das waren von Anfang an nur Symbole, denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen.
Und jetzt kommt Vers 5: Darum, als er in die Welt kommt, spricht er. Er ist hier der Messias. Und jetzt kommt ein Zitat aus Psalm 40, von David geschrieben, aber da hört man die Stimme des Messias: Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt. Einen Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Opfern für die Sünde hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun. Das ist Psalm 40,7-9.
Das ist nicht David. Wo war in der Rolle des Buches geschrieben, dass David einmal auf die Welt kommen würde? Das war nicht so. Es kam zwar dieser besondere Tag, als Samuel in die Familie von Isai kam und den König suchte. Zuerst dachte er an die Großen, bis er schließlich feststellen musste: Gott hat den Jüngsten gewählt. Aber hier haben wir die Stimme von einem, der sagt: Ich komme in diese Welt, von mir steht in der Bibel geschrieben. Das ist der Messias, der sagt: Von mir steht im Alten Testament hunderte von Prophezeiungen, dass ich kommen würde.
Und jetzt erklärt uns Paulus hier, wann der Messias das gesprochen hat. Vers 5: Darum, als er in die Welt kommt, spricht er. Das hat der Messias gesprochen bei seiner Geburt in Bethlehem. Ja, er war ja ein Baby, das aufwachsen musste und an Weisheit zunehmen musste, wie Lukas 2 sagt, ja natürlich. Aber dieses wirkliche, menschliche Baby war zugleich der ewige Sohn Gottes. Und er hat nie aufgehört, der ewige Sohn zu sein. Und als der ewige Sohn konnte er sprechen. Er kam in diese Welt und sagt zu Gott: Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. Im Mutterleib von Maria. An Brandopfern und Opfern für die Sünde hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun.
Das ist ein Weihnachtstext. Also, ich meine jetzt nicht damit 25. Dezember und so weiter, aber wenn es darum geht, daran zu denken, an diese besondere Nacht, in der der Messias in Lukas 2 geboren wurde und der Engel gesagt hat: Siehe, ich verkündige euch große Freude, da hat der Sohn Gottes gesprochen: Siehe, ich komme, in der Rolle des Buchs steht von mir geschrieben.
Nun kommt die Auslegung. Vers 6: Während er vorher sagt: Schlachtopfer und Speisopfer und Brandopfer und Opfer für die Sünde hast du nicht gewollt noch Wohlgefallen daran gefunden, die nach dem Gesetz dargebracht werden. Jetzt sieht man, wie eine gute Predigt, Auslegungspredigt, geschieht. Zuerst mal den Text vorlesen: Was steht eigentlich in der Bibel? Das ist das Wichtigste. Und dann gewisse Dinge herausgreifen und erklären.
Also wird nochmals zitiert: Schlachtopfer, Speisopfer, Brandopfer, Opfer für die Sünde. Und dann wird erklärt: Das sind also diese Opfer, die gemäß dem Gesetz dargebracht werden. Das sind also alle Opfer zusammengefasst, die blutigen Brandopfer, Schlachtopfer, das ist oft der spezifische Begriff für das Friedensopfer, weil das heißt Sevach Schlamim. Sevach heißt Schlachtopfer, Brandopfer sagt man nicht Sevach, Brandopfer sagt man einfach Olah, das heißt die hinaufsteigende Opfergabe. Aber Sevach, Schlachtopfer, das ist drin, und darum wird das oft im Neuen Testament genannt, einfach Schlachtopfer, das ist das Friedensopfer. Und dann Opfer für die Sünde, das ist das Sündopfer und das damit verwandte Schuldopfer.
Und jetzt wird also erklärt, da in diesem Text steht etwas zuerst von den Opfern, wie sie im Gesetz dargebracht werden. Und dann Vers 9: Sprach er dann: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er nimmt das Erste weg, damit er das Zweite aufrichte. Das Erste, das sind die Opfer im Gesetz. Und der Kontrast dazu ist das Kommen des Messias, um diese Opfer durch sein Opfer zu erfüllen.
Und warum sagt der Messias: Schlachtopfer hast du nicht gewollt? Gott hat ja diese Opfer angewiesen, natürlich. Aber das war nicht das, was er eigentlich wollte. Es waren ja nur Schattenbilder, das war nicht das Ziel. Das Ziel war das Opfer des Messias. Darum kann der Messias sagen: Das hast du nicht gewollt. Es geht nicht darum, sondern was du wolltest, ist das wahre Opfer. Und darum sagt er: Siehe, ich komme. Er wurde in Bethlehem geboren, um dann auf Golgatha zu sterben. Er nimmt das Erste weg, damit er das Zweite aufrichte.
Und dann Vers 10: Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. Welcher Wille? Ja, der Messias sagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Der Wille Gottes, der eigentliche Wille war, dass der Messias nach Jesaja 53 eines Tages käme und als Mensch sterben würde als Opfer. Und dieser Wille Gottes, dass es so geschehen soll, durch das Opfer des Messias, durch diesen Willen sind wir geheiligt, heilig gemacht, durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.
Und da ist eben interessant, dass der Messias sagt im Psalm 40: Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. Warum einen Leib? Damit wir dann eben durch das Opfer seines Leibes gerettet werden konnten. Aber in Psalm 40, wenn man das im hebräischen Text liest, dort steht gar nicht Leib. Was steht denn dort? Ja, man muss nur die alte Elberfelder aufschlagen, die hat das sogar noch in der Fußnote genau erklärt. Dort steht nämlich: Ohren hast du mir gegraben.
Das ist etwas ganz anderes, als einen Leib hast du mir bereitet. Nein, es ist nicht etwas anderes, sondern es ist nur anders ausgedrückt, dasselbe. Ohren gegraben. Ja, es ist so: Wie entsteht ein Mensch? Es braucht eine Mutter mit einer Eizelle und einen Vater mit einer Samenzelle. Das sind doch keine Menschen, das sind nur Chromosomensätze, genetisches Material. Aber wenn der Moment geschieht, wo die männliche Samenzelle die Wand der weiblichen Zelle durchdringt, dann werden alle Türen geschlossen, es kann keine weitere Zelle mehr rein. Und das genetische Material wird gemischt, und jetzt ist ein Mensch da. Das nennt man in der Fachsprache eine Zygote, ein befruchtetes Ei. Und dann, nach ein paar Stunden, teilt sich die Zygote in zwei Zellen. Dann geht es weiter: vier Zellen, das ist der Mensch im Anfangsstadium, und dann acht, sechzehn, zweiunddreißig, vierundsechzig, und es entsteht ein Zellklumpen, das ist ein Mensch.
Und in Psalm 139 sagt David von seiner Bildung im Mutterleib: Deine Augen sahen meinen ungeformten Knäuel, und in deinem Buch waren sie eingeschrieben, die Lebenstage, ins Buch des Lebens waren die Lebenstage schon notiert. Deine Augen sahen meinen ungeformten Knäuel. Hebräisch Golem bezeichnet wirklich einen Knäuel, einen solchen Knäuel von Zellen. Das ist fantastisch. Vor dreitausend Jahren hat David das geschrieben, als es keine Mikroskope gab.
Ich meine, im neunzehnten Jahrhundert haben Mediziner, also so Leute im weißen Kittel, die schon was da oben hatten, die haben im Mikroskop das angeschaut. Wir haben gesehen: Ah, das ist so klein, aber am Anfang, das ist so ein kleines Männchen. Und viele Wissenschaftler haben geglaubt, am Anfang ist der Mensch ein kleines Männchen, ganz, ganz klein, man sieht das nicht gut im Mikroskop, ja, in diesen schlechten Mikroskopen von damals. Und die haben geglaubt, das kleine Männchen wächst dann während neun Monaten und dann kommt am Schluss ein Junge, 53, sagen wir 53 Zentimeter, 3,5, äh 3,7 Kilo auf die Welt oder ein Mädchen, ja, vielleicht 51 und drei, zwei oder was auch immer auf die Welt. Nein, die Bibel sagt: ein ungeformter Knäuel am Anfang, ein Golem. Also die Wissenschaft hat Verspätung.
Aber weiter in der Frühphase, das wissen wir jetzt natürlich heute, bilden sich da in diesem Knäuel Furchen, und die Evolutionisten noch vor Jahren haben gesagt, das sind Kiemen, da sind wir im Fischstadium. Boah, das ist ja etwa so wie das Märchen vom Froschkönig, dass man glaubt, aus einem Frosch kann ein Prinz werden. Nein, das ist ein Mensch von Anfang an. Und da gibt es keine Gene von Fischen, auch nicht von einem Frosch, der am Schluss dann eben ein Prinz wird. Von Anfang an sind die Gene von einem Menschen drin.
Aber eben, diese Furchen bilden sich, und das sind keine Kiemen, sondern daraus bilden sich später die Gehörgänge. Ohren hast du mir gegraben. Das heißt, in unserer Frühphase, unserer Bildung im Mutterleib, vielleicht wusste die Mutter damals gar noch nichts, dass etwas da ist, hat Gott uns bereits vorgezeichnet, diese Gehörgänge, weil er uns geschaffen hat, um Gott zu dienen und ihm zu gehorchen. Das Hören auf Gottes Wort ist so wichtig, dass Gott so ganz am Anfang diese Furchen gräbt.
Aber der Herr Jesus, der hatte nicht die sündige Natur in sich, wie wir, die sich störrisch ist, ja? Im Psalm 40 heißt es: Dein Wille zu tun ist meine Lust, und bei uns: Dein Wille zu tun ist meine Last. Aber eben, beim Herrn Jesus war das so vollkommen. Er kam als der vollkommen Gehorsame. Und jetzt verstehen wir die Übersetzung hier im Griechischen: Einen Leib hast du mir bereitet ist perfekt übersetzt sinngemäß, was es heißt: Ohren hast du mir gegraben.
Aber der Apostel Paulus, der ja gegenüber den Hebräern nicht als Apostel auftritt, sondern als Lehrer erklärt, gleich mit der Übersetzung: Einen Leib hast du mir bereitet, damit er nicht noch lange erklären muss, übrigens, ich habe es jetzt lang gemacht, mit einem Riesenumweg, ja übrigens, Ohren hast du mir gegraben, das bedeutet eigentlich, ein Leib hast du mir bereitet. Und eben, es geht darum: Der Herr Jesus ist gekommen, um das Opfer seines Leibes zu bringen. Und mit dieser Übersetzung aus der Septuaginta konnte er gleich die Brücke herstellen, und für die Hörer war das klar. Ach so, in Psalm 40 wird klar gezeigt: Diese Opfer waren nicht für immer, die sollten abgelöst werden, die Opfer der Tora, durch das Opfer des Messias.
Jetzt fahren wir nächstes Mal dann weiter mit Kapitel 10, Abvers 11.
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