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König nach den Gedanken der Menschen

Der König Saul - Teil 16
1. Samuel 8,10-2214.03.2023
SerieTeil 16 / 421. Samuel (Vers-für-Vers)
Wenn-Dann-Gesetze Gottes - Diese Gesetze rechtfertigen die jeweilige Situation nicht, aber sie begrenzen den Schaden. Wie gelten sie?

Der göttliche Rahmen für das Königtum

Wir fahren weiter in 1. Samuel 8. Wir haben gerade eben gesehen, dass das Königtum in Israel im Gottesplan vorgesehen war, in 1. Mose 17 und 35. Und es gibt noch eine weitere wichtige Stelle zum Thema Königtum in Israel. Bereits in der Abschiedsrede von Mose, bevor Josua das Volk ins Land führte, hat Mose acht Abschiedsreden gehalten, in den Gefilden Moabs. Das ist also das Gebiet des heutigen Jordanien, auf der anderen Seite des Jordan, gegenüber von Jericho.
Und da lesen wir in 5. Mose 17 das Königsgesetz, 5. Mose 17,14:
Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und es besitzt und darin wohnst und sagst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle Nationen, die rings um mich her sind, so sollst du nur den König über dich setzen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen. Du sollst nicht einen fremden Mann über dich setzen, der nicht dein Bruder ist. Nur soll er sich nicht viele Pferde anschaffen und soll das Volk nicht nach Ägypten zurückführen, um sich viele Pferde anzuschaffen; denn der Herr hat euch gesagt: Ihr sollt fortan nicht wieder auf diesem Weg zurückkehren. Und er soll nicht viele Frauen haben, dass sein Herz sich nicht abwende. Und Silber und Gold soll er sich nicht übermäßig anschaffen. Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreichs sitzt, so soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus dem, was vor den Priestern, den Leviten, liegt. Und es soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er den Herrn, seinen Gott, fürchten lerne, um zu beachten alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen, sie zu tun, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe und damit er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweiche, damit er die Tage in seinem Königtum verlängere, er und seine Söhne, in der Mitte Israels.
In der Mitte Israels sehen wir: Das Königtum ist ganz klar vorgesehen. Und interessant ist, dass Mose sagt: Wenn die Zeit kommt, du bist so eingelebt im Land, du wohnst im Land, Vers 14, und sagst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle Nationen, die rings um mich her sind. Das ist ja genau die Sprache, die wir in 1. Samuel 8 gefunden haben, Vers 5.
Ja, jetzt könnte man sagen, die hätten sich ja auf die Tora berufen können, dass das richtig ist, so wie sie das fordern. Und das ist ein großer Irrtum. Es ist ganz wichtig, dass man das Gesetz Mose richtig versteht. Es gibt viele Gesetze, zum Beispiel Wenn-dann-Gesetze. Hier wird nicht ermutigt, Israel soll einen König fordern wie alle Nationen, sondern hier wird gesagt: Wenn das so kommt, dass ihr ins Land geht, da eingelebt seid, und dann kommt der Gedanke auf: Ich will einen König über mich setzen, wie alle Nationen. Und dann erklärt der Herr: Dann soll das so und so geschehen.
Ein Wenn-dann-Gesetz. Ein weiteres Beispiel, um dieses Prinzip, das dann auch für andere Fälle sehr wichtig sein kann, zu verstehen: 5. Mose 24,1:
Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet, und es geschieht, wenn sie keine Gnade in seinen Augen findet, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, dass er ihr einen Scheidebrief schreibt und ihn in ihre Hand gibt und sie aus seinem Haus entlässt; sie geht aus seinem Haus und geht hin und wird die Frau eines anderen Mannes, und der andere Mann hasst sie und schreibt ihr einen Scheidebrief und gibt ihn in ihre Hand und entlässt sie aus seinem Haus, oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hat, so kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wiedernehmen, dass sie seine Frau sei, nachdem sie verunreinigt worden ist. Denn das ist ein Gräuel vor dem Herrn, und du sollst das Land nicht in Sünde bringen, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt.
Die Pharisäer fragen den Herrn in Matthäus: Kann ein Mann seine Frau aus irgendeinem Grund entlassen? Und was sagt der Herr? Es ist so eindrücklich zu sehen, wie der Herr argumentiert und wie er mit solchen Fragen umgeht. Ich lese Matthäus 19,3, aber bitte 5. Mose 24 offen lassen und natürlich auch 17. Man hatte mehrere Finger in 5. Mose 19,3:
Und die Pharisäer kamen zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder Ursache seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, der sie schuf, sie von Anfang an als Mann und Frau machte, und er sprach: Deswegen wird ein Mann den Vater und die Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein? Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
Woher kommt die Frage, aus jeder Ursache? Wir haben in 5. Mose 24 gelesen: Wenn ein Mann eine Frau heiratet und er finde bei ihr etwas Schändliches. Es gab unter den Pharisäern zwei Schulen, die Schule von Schammai, die strengere, und die Schule von Hillel, das ist übrigens ein Vorfahr von Gamaliel, dem Lehrer von Paulus. Die Schule von Hillel war liberaler unter den strengen Pharisäern. Die von der Schule Hillel sagten, diese Stelle sei so zu verstehen: Etwas Anstößiges, das kann irgendetwas sein, was Ärgernis erregt. Also im Prinzip, wenn die Frau das Essen verbrennt. Und darum kann sie aus irgendeinem Grund entlassen werden. Das steht ja so in 5. Mose 24: Wenn er etwas Anstößiges findet, dann schreibt er ihr einen Scheidebrief.
Jetzt stellen sie die Frage: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder Ursache seine Frau zu entlassen? Das war ihre Frage. Was ist richtig, die Schule von Schammai oder die Schule von Hillel? Hillel sagt: aus jedem Grund. Schammai sagte: Nein, etwas Schändliches meint, wenn die Frau außerehelichen Geschlechtsverkehr vollzogen hat. Also Hurerei nennt die Bibel das. Wenn ich sage Hurerei, in Jeremia 3 wird Ehebruch auch Hurerei genannt. Ja, also Hurerei ist grundsätzlich Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, aber auch neben der Ehe, und dann ist es gleichzeitig auch Ehebruch, nicht wahr? Nur, dass wir von den Wörtern das richtig verstehen.
Und nun diese Frage: Aus jeder Ursache ist es möglich? Und dann führt der Herr zurück zur Schöpfungsordnung. Er sagt: Habt ihr nicht gelesen? Er macht einen Vorwurf: Ihr habt die Bibel zu wenig genau angeschaut. Habt ihr nicht gelesen, dass der, der sie schuf, von Anfang an als Mann und Frau machte? Und im Schöpfungsbericht wird hier zitiert, 1. Mose 2,24, dass ein Mann und eine Frau ein Fleisch wird. Und darum gilt der Grundsatz: Was Gott so zusammengefügt hat, als ein Fleisch, das darf nicht geschieden werden.
Und da kommt die Nachfolgefrage. Also der Herr sagt: Das geht gar nicht, Ehescheidung ist völlig gegen den Plan Gottes. Und darum heißt es im letzten Buch des Alten Testaments in Maleachi, dass Gott Ehescheidung hasst.
Aber dann kommt die Nachfolgefrage in Matthäus 19,7. Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und sie zu entlassen? Geboten? Hat Mose einen Befehl gegeben? Nun, wir haben gelesen: Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet, wenn es geschieht, wenn sie keine Gnade in seinen Augen findet, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, dass er ihr einen Scheidebrief schreibt und ihn in ihre Hand gibt und sie aus seinem Haus entlässt. Also da wird einfach gesagt: Wenn das so geschehen ist und wenn der Mann einen Scheidebrief schreibt, dann muss es aber dann so und so und so und so sein.
Also Mose hat hier keinen Befehl gegeben, einen Scheidebrief zu schreiben, sondern es ist ein Wenn-dann-Fall, der hier vorgestellt wird. Und dann wird diese Situation, wenn-dann, geregelt, wie es dann weitergehen soll. Und darum sagt der Herr Jesus in Matthäus 19,8 auf diese zweite Frage: Er spricht zu ihnen: Mose hat euch wegen eurer Herzenshärte gestattet, eure Frauen zu entlassen. Von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Also der Herr sagt: Mose hat nicht geboten. Das ist der Kontrast. Sie sagen, Mose hat geboten. Hat er nicht, es ist ein Wenn-dann-Satz. Aber er hat das gestattet, wenn das so ist und eben etwas Schändliches vorliegt, und das ist vollzogener Ehebruch, also nicht in Gedanken, sondern vollzogen, dann. Warum hat er das so zugelassen, gestattet? Warum? Wegen eurer Herzenshärte. Und die Herzenshärte ist die, aus der heraus Ehebruch kommt, aus der Härte der Herzen. Und weil es diese schlimme Situation geben kann, dann hat Mose quasi gestattet, aber nicht geboten.
Und der nächste Satz: Ich sage euch aber: Wer irgend seine Frau entlässt, nicht wegen Hurerei, und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Der Herr macht klar: In Israel gab es viele Ehescheidungen damals, und zwar gerade wegen dieser Schule von Hillel. Ja, wenn man die Frau aus irgendeinem Grund gehen lassen kann, Scheidebrief, so wie es im Gesetz steht, und dann meint die geschiedene Frau: Ja, jetzt bin ich geschieden, jetzt bin ich natürlich frei, mich wieder zu verheiraten. Ist sie aber nicht, denn Gott anerkennt diese Scheidung nicht, wenn die Vorbedingung, etwas Schändliches als Hurerei, nicht vorliegt. Und darum gilt vor Gott diese Auflösung nicht. Und darum sagt der Herr: Ich sage euch aber, wer irgend seine Frau entlässt, nicht wegen Hurerei, also wegen verbranntem Essen oder was auch immer, und jetzt meint er, jetzt kann ich wieder heiraten, und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Das ist der Punkt.
Aber dann fügt der Herr ein, was ich jetzt behandle, da geht es nicht um den Fall, dass Hurerei vorliegt. Aber wenn Hurerei nicht vorliegt, dann geht eine Wiederverheiratung nicht. Also der Mann, der seine Frau entlässt, ist nicht frei, wieder zu heiraten. Er begeht Ehebruch, wenn er eine neue Ehe vollzieht, weil er damit den Bund, der vor Gott eben nicht als aufgelöst anerkannt ist, dann erst recht bricht.
Übrigens, der umgekehrte Fall wird in Matthäus 5 behandelt. Matthäus 5, dort sagt der Herr Jesus in Vers 31:
Es ist aber gesagt: Wer irgend seine Frau entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief. Ja, das wird gesagt unter den Rabbinern. Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt, außer aufgrund von Hurerei, bewirkt, dass sie Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Also der Herr sagt: Wenn jemand seine Frau entlässt, jetzt betrachten wir nicht den Fall, wo Hurerei vorliegt, er bewirkt, dass sie Ehebruch begeht. Jetzt meint sie: Ich bin frei und kann wieder heiraten. Dadurch begeht sie Ehebruch. Und Matthäus 19: Der Mann, der sie entlässt, meint: Jetzt bin ich frei. Aber wenn er dann nochmals heiratet, dann begeht er Ehebruch. Aber der Herr sagt in beiden Fällen: außer aufgrund von Hurerei. Und das war das, was natürlich in Israel nicht das Übliche war, weil der moralische Standard auf dem Gebiet höher war.
Aber durch diese falsche Lehre von Hillel meinten sie: Ja, das steht ja im Gesetz, aufgrund von irgendetwas Beschämendem, und das ist ein verbranntes Essen, kann man. Nein, kann man nicht. Und darum macht der Herr also klar: Der einzige Fall, wo Gott den Ehebund so grundsätzlich verletzt betrachtet, liegt dann vor, wenn vollzogener Geschlechtsverkehr vorliegt, der neben der Ehe geschehen ist.
Und so klärt der Herr: Mose hat also nicht geboten, einen Scheidebrief zu schreiben, sondern er hat einfach gesagt: Wenn das so ist und das vorliegt, und er gibt einen Scheidebrief, und dann geht sie weiter, sie heiratet. Und wenn sie dann aber später wieder zum ersten Mann zurückgehen will, nachdem dazwischen eine Ehe war, das geht nicht mehr, sonst gibt es eine Beliebigkeit. Und dem wurde ein Riegel geschoben, und da wird gesagt, dann würde das Land entweiht werden.
Ja, aber das hilft zu verstehen, warum der Herr sagt: Nein, Mose hat nicht geboten, sondern er hat gestattet in diesem Wenn-dann-Gesetz. Und jetzt gehen wir zurück zu 5. Mose 17. Und dort heißt es:
Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und es besitzt und darin wohnst und sagst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle Nationen, die rings um mich her sind, so sollst du nur den König über dich setzen.
Also dieses Wenn-dann-Gesetz begrenzt den Schaden, aber rechtfertigt nicht, es ist gut, wenn jemand ins Land kommt und sagt: Wir möchten so sein wie die anderen Nationen. Und das erklärt: Das ist also keine Rechtfertigung für das, was die Israeliten in 1. Samuel 8 getan haben. Aber hier wird klar gesagt: Wenn das dann so kommt, wenn das so kommen sollte, dann müsst ihr darauf schauen, der König, der muss ein Israelit sein, aus seinen Brüdern. Es darf nicht jemand aus einer anderen Nation sein, der über das auserwählte Volk regiert. Du sollst nicht einen fremden Mann über dich setzen, der nicht dein Bruder ist.
Und dann wird weiter auch gesagt, es soll dann nur der König werden, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, Vers 15. Und das ist jetzt wieder ein Schlüssel für die Sache mit Saul. Im Weiteren werden wir sehen, wie genau das geschieht, dass nicht die Menschen sagen: der, sondern Gott handelt da und erwählt schließlich Saul. Aber dieser Saul war gleichzeitig Gottes Gericht und Zucht über sein Volk, das ungehorsam war. Verstehen wir?
Und dann wird noch weiter Schaden begrenzt. Es wird dann ab Vers 16 gesagt: Er soll dann nicht zu viele Pferde anschaffen. Warum nicht? Damit Israel nicht auf die Armee vertraut, sondern auf den Herrn. Und weiter wird gesagt: Er soll sich die Frauen nicht mehren. Übrigens, wir haben gelernt: Mehrzahl ist zwei und mehr. Also die Frauen mehren, das beginnt ab zwei. Da wird nicht die Polygamie in einem gewissen Maß akzeptiert, nur nicht zu viel Polygamie, sondern es wird gesagt: Er soll die Frauen nicht mehren. Aber es wird dann auch gesagt, also so steht es in der Fußnote der Elberfelder für Vers 17, und er soll nicht viele Frauen haben im Text, aber in der Fußnote: sich die Frauen nicht mehren. Und im Gegensatz dazu wird dann eben gesagt, dass Silber und Gold, das sollen sich nicht übermäßig anschaffen, Vers 17.
Und bei den Pferden heißt es: Nur soll er sich nicht viele Pferde anschaffen. Also auch da wird das Mehren hier beschränkt. Die sollen also dann nicht zu denen, die sie schon haben, noch nach Ägypten gehen und ägyptische Pferde holen. Was sie haben, da sollen sie nicht noch mehr holen. Bei den Frauen, da sollen sie nicht mehren, aber bei Silber und Gold, dort darf er mehren, aber nicht übermäßig anschaffen.
Und wir sehen, wie bereits Salomo dann hier total versagt hat. Der hat ägyptische Pferde geholt, und er hat sich die Frauen gemehrt bis zum Wahnsinn. Und er hat Silber und Gold gemehrt in einem unglaublichen Übermaß. Aber das war alles schon ein Riegel, damit diese Katastrophe mit Salomo nie hätte entstehen sollen.
Und weiter, Vers 18: Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreichs sitzt, so soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus dem, was vor den Priestern, den Leviten, liegt. Also er soll zu den Priestern gehen, zur Stiftshütte, später zum Tempel, und dort die Bibel im Tempel kopieren. Da sehen wir, dass eben die Bibel immer in der Stiftshütte und später im Tempel aufbewahrt wurde. Dort war immer der beste Text aufbewahrt. Darum heißt es auch in Haggai 2, da sagt Gott: Mein Wort und mein Geist bestehen zusammen in eurer Mitte. Und dort geht es ja um den Aufbau des zweiten Tempels, die Bibel im Tempel.
Und das ist ganz wichtig, weil heute können wir nachweisen, dass der hebräische Text, der sogenannte masoretische Text, der Text gewesen ist, der im Tempel aufbewahrt war. Und heute gibt es moderne Übersetzungen, die sagen: Ja, wir gehen nach der Septuaginta oder wir gehen sonst nach den alten Übersetzungen. Vollkommen falsch. Oder wir gehen nach dem masoretischen Text, nach dem, Verzeihung, nach dem samaritanischen Text, dem Text, den die Samariter überliefert haben. Alles falsch. Man muss nach dem masoretischen Text gehen, denn das ist nachweislich der Text, der im Tempel aufbewahrt worden ist. Und von diesem Text im Tempel sollte der König eine Abschrift machen.
Und jetzt sehr schön, was weiter steht in Vers 19: Und es soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er den Herrn, seinen Gott, fürchten lerne, um zu beachten alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen, sie zu tun, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe und damit er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweiche, damit er die Tage in seinem Königtum verlängere.
Also, da haben wir die biblische Grundlage für tägliches Bibellesen. Das war klare Vorschrift für den König, und zwar mit ganz speziellen Absichten. Also damit er gottesfürchtig ist. Und so sollen wir auch die Bibel jeden Tag lesen. Und wir können uns fragen: Warum lese ich die Bibel? Damit ich gottesfürchtig bin, damit ich einen tiefen Eindruck der Majestät, Erhabenheit, Heiligkeit und Liebe Gottes habe, sein Gott fürchten lerne. Und dann zweitens, um zu beachten alle Worte, um sie zu tun, um das, was ich lese, auch in meinem Leben umzusetzen. Damit ich nicht hochmütig werde, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe, also um uns zu bewahren vor Hochmut. Und weiter, damit er von dem Gebot weder zur rechten noch zur linken abweiche, also damit wir weder von dem Wort etwas wegtun, nach links abweichen, oder eigene Gesetze aufbauen, das wäre nach rechts abweichen, nur auf dem Weg bleiben. Und dazu verhilft uns das tägliche Bibellesen.
Also, das wäre eine ganz wichtige Sache gewesen, gerade für König Saul, um eine ganz persönliche Beziehung zum Herrn aufzubauen. Und wir werden sehen: Dieser Mann nach dem Herzen Gottes wird im Weiteren vorgestellt als ein unglaublich sympathischer Mann, der von Natur schon so nett war und so einnehmend. Aber wir werden sehen, dieser Mann hat sich nie bekehrt, und er hatte keine persönliche Beziehung zum Herrn. Wir werden das sehen daran, unter anderem: Er hat zwar ein gutes Verhältnis zu Samuel, hat Achtung vor den Propheten, aber er sagt immer: Der Herr, dein Gott, der Herr, dein Gott. Er sagt nie: Der Herr, mein Gott. Und das ist das Entscheidende. Er kannte diese persönliche Beziehung zum Herrn nicht.
Bei David soll das anders sein. Er wird unter anderem Psalm 23 schreiben, wo er beginnt mit: Der Herr ist mein Hirte. Da drückt er diese persönliche Beziehung zum Herrn aus, die er hatte. Aber bei Saul war das leider nicht so.
Jetzt gehen wir zu 1. Samuel 8 und lesen weiter ab Vers 10. Und Samuel sprach – ich warte, bis alle es haben – 1. Samuel 8,10:
Und Samuel sprach alle Worte des Herrn zu dem Volk, das einen König von ihm begehrte.
Ich stoppe mal. Das Wort begehren auf Hebräisch heißt, wie ich das auch hier notiert habe auf der Folie, sha'al. Das heißt fragen, bitten, begehren. Und wir werden sehen: Der Name Saul, auf Hebräisch spricht man aus Sha'ul, das ist das Partizip Passiv von sha'al, fragen, Sha'ul, gefragt, gefordert. Das ist der, der vom Volk erwünscht, gefragt war. Und hier haben wir bereits ein Wortspiel, das hinweist. Zu dem Zeitpunkt war ja gar nicht klar, wer dieser König sein sollte. Das wird dann erst geklärt in Kapitel 9, wo es gerade um einen jungen Mann geht, 9,2, ich greife voraus:
Und er hatte einen Sohn, sein Name war Sha'ul, jung und schön, und kein Mann von den Kindern Israel war schöner als er; von seiner Schulter an aufwärts überragte er alles Volk.
Also auch von seiner Erscheinung so eindrücklich, ja, so eine Art Übermensch, wirklich Übermensch, alle um Kopflänge hatte er überragt. Und da kommt dieser Name Sha'ul, der Gefragte, vor. Und hier sagt Samuel: Ihr habt einen König von ihm begehrt, sha'al.
Und er sprach: Dies wird die Weise des Königs sein, der über euch regieren wird. Jetzt macht er ihnen klar: Wenn ihr einen König wollt, wird das Konsequenzen haben, und das sieht folgendermaßen aus. Eure Söhne wird er nehmen, um sie für sich bei seinen Wagen und seinen Reitern zu verwenden und dass sie vor seinem Wagen herlaufen. Also er sagt nicht drittens, aber das ist der dritte Punkt. Und er wird sie nehmen, um sich Oberste über tausend und Oberste über fünfzig zu machen, und dass sie seine Felder pflügen und seine Ernte einbringen und dass sie sein Kriegsgerät und sein Wagengerät machen.
Und eure Töchter wird er nehmen zu Salbenmischerinnen, also Apothekerinnen, und zu Köchinnen und zu Bäckerinnen. Hier nur so eine kleine Anmerkung: Anat Mazhar, das ist diese Frau, die Enkelin von Benjamin Mazhar, der weltweit bekannt wurde, weil er an der Südmauer des Tempels auf dem Ofel Überreste des frühen Tempels ausgegraben hat. Die Enkelin Eilat Mazar hat die Arbeit von ihrem Großvater weitergeführt und hat dort auf dem Ofel auch weiter gegraben, und sie hat die Bäckerei von Salomo entdeckt. Also jetzt kann man hingehen und sich dort in die Bäckerei stellen. Das ist so eine Illustration zu: Ja, es wird dann eben sein, dass Frauen einen speziellen Dienst für den König tun müssen, als Bäckerinnen. Eilat Mazar hat dann auch sogar noch vor der Bäckerei von Salomo und einem Teil seiner Stadtmauer, unten in der Davidstadt, Überreste von Davids Palast ausgegraben. Ja, also das nur so als kleines archäologisches Streiflicht.
Zu Bäckerinnen, dann Vers 14: Und eure Felder und eure Weinberge und eure Olivengärten, die besten, wird er nehmen und sie seinen Knechten geben. Ich muss erklären: Das Wort eved, Knecht, das kann bedeuten Sklave, Knecht, aber auch Minister in der Regierung. Und das hilft vielleicht beim Bibellesen, weil immer wieder wird gesprochen über die Knechte des Königs. Aber da muss man gleich schalten im Kopf: Die Knechte des Königs, das sind Minister in der Regierung, aber die sich bewusst sind, dass sie als Minister eine dienende Funktion haben. Und das würde gut anstehen, wenn das auch die führenden Politiker in der Schweiz bedächten und natürlich auch in Deutschland, dass sie eben Knechte sind, als Minister, und nicht einfach frei nach ihren Gedanken verfügen können, sondern sich Gott gegenüber verantworten müssen. Also, dass sie seinen Knechten geben.
Und von euren Saaten und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und ihn seinen Hofbeamten und seinen Knechten geben. Ja, jetzt müssen natürlich alle Semester bezahlt werden. Das war alles nicht nötig, solange man Richter hatte. Das war schon eine ganz andere Sache, und da gab es keine königliche Herrlichkeit, die eben da quasi diesen ganzen Aufwand nötig machen würde. Und das macht Samuel ganz klar: Ihr müsst euch bewusst sein über die Konsequenzen eurer Entscheidungen. Also den Zehnten. Und da muss man doch ein bisschen zusammenschrecken.
Viele denken: Ja, im Alten Testament gab man eben den Zehnten. Und darum soll man es in der Gemeinde doch auch so machen, den Zehnten geben. Nur, im Neuen Testament wird das nirgends gesagt für die Gemeinde, den Zehnten geben, sondern 2. Korinther 9,6. Da geht es ums Geben. Und wie soll das geschehen? Ab Vers 6:
Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Jeder, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Verdruss oder, wörtlich, aus Betrübnis oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber liebt Gott.
Das ist der Maßstab, aber keine Zahl. Und die Zahl ist auch problematisch, jetzt im Licht des Alten Testaments. Es gab nämlich nicht nur den Zehnten. Es gab den Zehnten, aber dann gab es auch einen zweiten Zehnten, und es gab eine ganze Serie von weiteren Abgaben wie die Erstlinge von dem Ertrag auf dem Feld, dann die Erstlinge der Tiere. Die mussten alle abgegeben werden an den Tempel, und es gab die Schurwollenabgabe. Es gab die Teigabgabe. In meinem Buch „Der Messias im Tempel“ dort habe ich eine Übersicht gestaltet, wo alle Abgaben im Alten Testament zusammengestellt sind. Und dann wird klar, dass alles zusammen bedeutete für die ländliche Bevölkerung etwa vierzig Prozent Abgabe, nicht zehn, viel mehr.
Wir müssen uns natürlich vorstellen, das Volk Israel war das Volk Gottes, und es sollte ab dem Sinai eine Theokratie sein, und damit waren diese 40 natürlich das entsprechende unserer Staatsabgaben. Und wir bezahlen Steuern und dann noch diese Abgaben und diese Abgaben und diese Abgaben und diese Abgaben und diese Abgaben. Wenn man alles zusammenrechnet, kommen wir auch in diese Größenordnung? Ja, ihr Deutschen seid so arm, ich höre noch höher. Ja, es ist für uns unglaublich. Ihr habt geringere Löhne als die Schweizer, und ihr seid gebeutelt mit Abgaben. Also wir auch. Ich muss immer sagen, die Schweizer müssen so hohe Löhne haben, dass man sich in der dritten Welt erklären muss, weil man so viel bezahlen muss. Da denkt jeder, ihr seid so reich, und wenn man sagt: Wisst ihr, was eine Miete kostet, wisst ihr, was das kostet, was das kostet, wir müssen so viel haben, damit wir überhaupt leben können.
Ja, und so ist das also mit Israel gewesen, sagen wir 40 Prozent, und darum können wir nicht einfach den Fall von Israel auf unsere Situation übertragen, eins zu eins, weil wir eben nicht eine Theokratie haben. Aber der Apostel Paulus macht es ganz klar: Nicht aus Zwang, nicht aus Verdruss, einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Das ist eine Sache des Gewissens und unserer Verbindung mit dem Herrn, und das hilft, wenn unser Herz mit dem Herrn verbunden ist, den richtigen Weg zu gehen.
Ja, und so sagt also Samuel, und jetzt müsst ihr es noch wissen, und jetzt kommt nochmals zehn Prozent dazu. Für den König. Oh, jetzt hätten Sie sagen können: Also wir nehmen es zurück. Ja, das war der Punkt. Er wollte ihnen ganz klar gesagt haben, was Sache sein wird.
Und ich lese weiter in Vers 18: Und ihr werdet an jenem Tag schreien wegen eures Königs. Übrigens, der Ausdruck an jenem Tag ist ein Ausdruck, der sehr oft in der Bibel vorkommt und ein typischer Ausdruck, um zu sagen: zu jener Zeitepoche. Gerade in den Propheten. Ich streiche das in meiner Bibel jeweils an, zum Beispiel in Jesaja ganz viel und Sacharja: an jenem Tag, an jenem Tag, an jenem Tag. Das ist ein Ausdruck, der ganz besonders die Endzeit als Epoche beschreibt, nicht einen 24-Stunden-Tag. Es ist etwas anderes. Aber damit man das besser versteht, wir sagen im Deutschen heutzutage, da ist das Wort Tag drin: heute. Aber es ist nicht gemeint, dieser Kalendertag, dieser 24-Stunden-Tag, sondern heutzutage, das ist die Epoche, in der wir jetzt leben. Und hier auch an jenem Tag, also wenn dann diese Epoche mit dem König Realität sein wird, werdet ihr schreien wegen eures Königs. Dann werdet ihr merken: Das macht weh, wegen eures Königs, den ihr euch erwählt habt. Aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht erhören.
Und denkt man an David, dann an Salomo, und Salomo hat wirklich die Leute bis an die Grenze gebracht mit ihrem Einsatz, wirklich an die Grenze. Und als dann sein Sohn Rehabeam König werden sollte, da haben die Leute ihm gesagt: Bitte, jetzt mach es anders als dein Vater. Es war ganz schwierig. Dann berät er sich mit den alten Leuten, und die sagen ihm das Richtige: Du musst nachgeben. Dann geht er zu den jungen Leuten, mit denen er aufgewachsen ist, und die sagen: Wenn die so tun, jetzt musst du Härte zeigen. Dann geht er vor das Volk und sagt: Mein kleiner Finger ist so wie die Lenden meines Vaters so dick! Wurde Israel zerrissen in zwei Nationen, die zehn Stämme haben sich abgespalten. Samuel, die Samuel voraussagte, das wird ein Problem sein, noch härter. Und dann kam dieses Problem. Und dann hat er einen Minister geschickt, um das Problem zu lösen, als die zehn Stämme sich abwendeten. Wen hat er geschickt? Den besten Minister, den man sich vorstellen kann, den Steuereintreiber. Und den haben sie umgebracht. So unglaublich! Er schickte als Vermittler eine Person, die diese Person so bringt: endlich. Aber der Herr hat da nicht eingegriffen, hat sie den Weg gehen lassen, das hat der vorausgesagt, hier Samuel.
Aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht erhören. Aber das schreckliche Aber: Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sie sprachen: Nein. Hm, am richtigen Ort ist es schon wichtig, dass wir lernen, Nein zu sagen. Ich glaube, wir müssen das alle lernen, Nein zu sagen am richtigen Ort, aber am richtigen Ort Ja zu sagen. Und da ist der Herr Jesus auch unser Vorbild. In Matthäus 11, ich schlage ganz kurz auf. Und der Moment ist sehr speziell, gerade in den Versen davor. Matthäus 11,20-24 spricht der Herr Jesus über Chorazin, Bethsaida und über Kapernaum, Städte, unter denen er so viel gewirkt hatte, aber die haben nicht auf ihn gehört. Es war für ihn so enttäuschend, dass die Menschen, die am meisten von ihm gehört hatten, so nicht auf ihn gehört haben. Und dann steht in Vers 25, Matthäus 11,25:
Zu jener Zeit, also gerade in der Zeit der tiefen Enttäuschung des Herrn Jesus. Das erinnert an Jesaja 49, wo der Messias vorgestellt wird, wie er sagt: Vergeblich und für nichts habe ich mich abgemüht. Es wird vorausgesagt, dass der Messias kommen wird, und es wird eine Enttäuschung sein für ihn, und das war jetzt da. Vergeblich und für nichts habe ich mich abgemüht.
Vers 25: Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.
Ist das nicht eindrücklich? Der Herr sagt, es ist eben der Plan des Vaters, dass die, die eingebildet sind und sich nicht beugen wollen, denen muss das Wort Gottes verschlossen sein. Aber die, die sich als unmündig vor Gott sehen, denen wird es mitgeteilt. Nicht wahr? Immanuel Kant hat ein Büchlein verfasst im Zeitalter der Aufklärung: Was ist Aufklärung? Da hat er erklärt, Aufklärung ist der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Er wollte damit sagen, in der früheren Zeit waren die Menschen eben unmündig, die haben nicht selber gedacht, sondern zum Beispiel die Bibel war für sie Autorität. Aber Aufklärung erhebt sich über das Wort Gottes. Das ist der Ausgang aus dieser, wie er sagt, selbstverschuldeten Unmündigkeit. Da geht man eben weg vom Vater, wie der verlorene Sohn, der sagt: Vater, gib mir, und dann geht er. Das ist der Ausgang aus der sogenannten selbstverschuldeten Unmündigkeit. So kam eine tiefe Finsternis über Europa, über das Abendland. Das war eben nicht Aufklärung, sondern es war das Zeitalter der Finsternis.
Und der Jesus sagt: Ich preise dich, Vater, dass es so ist. Vor Weisen und Verständigen hast du es verborgen, aber Unmündigen, das sind solche, die sich vor dem Herrn beugen und die sagen: Ich kann es selber nicht, ich brauche deine Führung, denen hast du es offenbart. Und dann sagt der Herr Jesus in Vers 26: Ja, Vater, nicht Nein, Ja, Vater. Also am richtigen Ort Ja sagen wie der Herr Jesus, aber auch am richtigen Ort Nein sagen und eben nicht am falschen Ort Nein sagen. Und die sagten Nein, sondern König soll über uns sein, damit auch wir seien wie alle Nationen und dass unser König uns richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe.
Und Samuel hörte alle Reden des Volkes und redete sie vor den Ohren des Herrn. Er hat das einfach zur Kenntnis genommen, was sie sagen. Was macht er damit? Er macht genau, was in Philipper 4 steht. Eben in allen unseren Nöten und Anliegen sollen wir zum Herrn gehen und sie vor ihm ausbreiten mit Gebet und Flehen. Er sagt das alles dem Herrn, diesem Mann des Gebets.
Und der Herr sprach zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie ein! Da sprach Samuel zu den Männern von Israel: Geht hin, jeder in seine Stadt!
Und dann werden wir heute Nachmittag weiterfahren mit Kapitel 9, wo es um das Thema geht: Esel verloren und Königtum gefunden.

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