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Ereignisse jenseits von Raum und Zeit

01.01.2006
Gott ist nicht weit weg, sondern näher als du denkst. Die eigentliche Frage ist: Lebst du nur im Sichtbaren – oder vertraust du dem, was jenseits von Raum und Zeit trägt?

Einleitung mit einer anschaulichen Geschichte

Ja, ich habe gestern eine kleine Geschichte von einem Indianer erzählt. Das will ich heute auch tun.
Da kommt ein Indianer an der Tankstelle vorgefahren und will den Wagen nun betanken. Da sagt der Tankwart: Du kriegst hier kein Benzin. Und um sich Respekt zu verschaffen, holt der Tankwart ein Dollarstück heraus, schmeißt es hoch, schießt mit seinem Colt nach oben, mitten durch den Dollar hindurch, und fängt ihn wieder auf. Da denkt er: Jetzt wird der Indianer endlich Respekt vor mir bekommen.
Und in dem Moment holt der Indianer einen Apfel aus der Tasche, schmeißt ihn auch hoch und zieht sein Messer. Er schmeißt das Messer hinterher und wartet dann, bis der geschälte Apfel herunterfällt. Daraufhin sagt der Tankwart: Brauchst du auch noch Öl?
Ja, heute wollen wir uns nicht weiter mit Indianern beschäftigen, wenn welche hier wären, dann natürlich. Unser Thema heute ist: Ereignisse jenseits von Raum und Zeit.
Wir wissen, dass die Geschichte der Erforschung des Raumes eine sehr bewegende Geschichte gewesen ist. Und unter Raum wollen wir jetzt nicht nur diesen schönen Raum betrachten, in dem wir uns heute versammelt haben. Unter Raum möchte ich das ganze Universum verstehen, letztlich aber auch den Raum, der außerhalb unserer Erdatmosphäre liegt. Alles, was man da erforscht, war schon früher immer faszinierend.

Der Wettlauf ins All und die Deutung der Wirklichkeit

Diese Eroberung des Raumes, in Gänsefüßchen natürlich gesagt, kann von einer Eroberung des Weltenraums überhaupt keine Rede sein, sondern nur von unserer erdnahen Umgebung. Da war der erste Erfolg durch die Russen gekommen, die den Sputnik um die Erde geschickt hatten.
Sputnik heißt also auf Deutsch Gefährte, Begleiter. Das war am vierten Oktober neunundfünfzig. Da haben die Sowjets den ersten Sputnik hochgeschickt, und der piepste also Signale ab. Das war damals für die Amerikaner ein sehr tiefer Schock, dass offenbar die Sowjetunion jetzt einen Vorsprung in der Eroberung des Weltraumes hat.
Dieser Termin war in ganz besonderer Weise gewählt worden. Es war die 40. Jahrfeier der Oktoberrevolution in der Sowjetunion. Prompt setzte auch die Propaganda ein, und man sagte, dieser Sputnik ist das triumphale Symbol der sozialistischen Welt.
Wenn ich jetzt so einiges zitiere aus dieser Zeit, dann sollte man immer wieder bedenken, was heute in der Sowjetunion ist. Und dass das alles zusammengebrochen ist. Der gesamte Kommunismus ist in sich zusammengefallen. Aber interessant ist es, einmal zu bedenken, wie das damals gesehen wurde und wie stark die Propaganda war, die damals einsetzte.
Man nannte diesen Sputnik, dieses kleine Ding, den Morgenstern der neuen Welt. Gleichzeitig sagte man, es ist der Abendstern der alten Welt, nämlich jener Welt, in der immer noch an Gott geglaubt wird. Und das ist ja nun längst überholt, und zwar durch diesen Sputnik. Wir haben gezeigt, dass wir den Raum erobern können.
Man nannte dann später die Raketentürme, wo diese Abschussrampen sich befanden, und da sagte man, das sind die Kathedralen der neuen Weltanschauung. Wir sehen: Der Hochmut kannte keine Grenzen.
Sputnik 3 wurde dann später gestartet, nämlich am 15. Mai 1958. Und man sagte damals: Von nun an kann der Himmelfahrtstag zu Recht gefeiert werden, denn dieser Termin, der 15. Mai 58, war der Himmelfahrtstag dieses Tages gewesen.
Wir sehen also, diese technischen Dinge wurden immer mit einer starken Propaganda begleitet. Dann kam Vostok III. Andreas Nikolajew startete am 11. August 1962 zu einer 64-fachen Erdumkreisung, und er hat damals den Satz geprägt: Ich bin Gott bei meinem Flug nicht begegnet. Konsequent also: Es gibt keinen Gott.
Wie kommt es eigentlich, dass diese Leute solche Aussagen getroffen haben? Nun, das liegt an der Ideologie, die dahinter war, und das war die kommunistische Ideologie, die weitgehend auch mitgeprägt worden war durch Friedrich Engels. Er hat gesagt: Die stoffliche, sinnlich wahrnehmbare Welt, zu der wir angehören, ist das einzig Wirkliche. Also mehr gibt es nicht als das, was wir mit dem Auge, mit dem Teleskop besehen können. Das ist die Welt, und darüber hinaus gibt es gar nichts.
Ich stelle demgegenüber zunächst einmal 2. Korinther 4,18, wo es heißt: Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Die Bibel lenkt also unseren Sinn auf eine Welt hin, die jenseits von Raum und Zeit liegt.
Wenn wir einige Russen zitiert haben und was dort gesagt wurde, wäre es unvollständig, wenn ich nicht auch einige Amerikaner nennen würde. Mit Gemini 5 war Gordon Cooper unterwegs im August 1965, und er hat 120 Mal die Erde umkreist. Und was sagte er nach der Rückkehr? Ich fühlte während meiner Raumflüge die Gegenwart meines Gottes so, wie er immer bei mir ist. Ich stellte fest, dass ich ihn 250 Kilometer über unserem Planeten ebenso nötig hatte wie im täglichen Leben auf der Erde. Wer auf der Erde nicht mit Gott lebt, wird ihn auch im Weltenraum nicht finden. Und wer Christus nicht in sein Herz aufgenommen hat, kann nicht wahrhaftig ruhig und geborgen sein. Ich besitze Frieden, weil ich mich auf den Herrn Jesus verlasse. Als Christ glaube ich, dass unser gegenwärtiges Leben ein winziger Teil ist im Vergleich zum Leben nach dem Tod. Darum ist es wichtig, sich auf die ewige Zukunft vorzubereiten.
Mit Apollo 15 war dann James Irvin unterwegs vom 26. Juli bis zum 7. August. Er war der erste Mensch, der mit einem Auto auf dem Mond spazieren fuhr, allerdings nicht mit dem Wagen, mit dem wir heute gekommen sind, sondern mit einem speziellen Mondauto. Und er hat hinterher seine Erlebnisse beschrieben, und er sagte: Ich kann die Gefühle während des Fluges nicht vergessen. Je mehr wir von der Erde wegkamen, desto mehr haben wir die Wunder der Schöpfung Gottes gesehen und seine Führung erlebt. Drei Tage waren wir auf dem Mond und durften nur dort sein, weil Gott es zugelassen hat. Es sind uns auch große Schwierigkeiten begegnet, auf die wir nicht vorbereitet waren. In all diesen Fällen habe ich stets gebetet, und der Herr hat geholfen.

Die Frage nach Gott und die Grenzen menschlicher Gottesbilder

Ich habe ihn persönlich kennengelernt. Er hatte einige Vorträge in Deutschland, und ich habe dann manchmal ein kleines Chorreferat mit ihm gehalten. So waren wir auch lange Autostrecken gemeinsam unterwegs. Da hat er mir noch vieles mehr gesagt als das, was hier veröffentlicht worden ist.
Er sagte, sie hatten die Aufgabe, von der Wissenschaft her einen weißen Stein auf dem Mond zu suchen, weil dieser eine große Bedeutung für die geologische Erkundung hatte. Und er sagte: Sie haben dort gesucht, aber alles war mit Staub bedeckt. Es war so, dass man überhaupt keine Chance hatte, diesen weißen Stein jemals zu finden.
Dann habe ich gebetet: Kannst du nicht einmal mir den weißen Stein zeigen? Und er sagte, in dem Moment sah er einen Stein, und der war vom Staub völlig frei. Er sagte, es sei gewesen, als wäre da gerade ein Engel vorbeigekommen und hätte mit seinem Flügel den Staub abgewischt. So hat er es empfunden.
Er sagte, bei den Problemen, die sie auf dem Mond gehabt haben, auch mit dem Mondauto – es gibt ja keine Werkstatt, wo man mal hinfahren kann –, haben sie gebetet. Und er hat die Erfahrung gemacht, dass Gott auf dem Mond Gebete sofort erhört.
Wir machen ja alle die Erfahrung, wenn wir beten, dass Gott unsere Gebete nicht immer sofort erhört. Das kann manchmal eine Woche dauern, manchmal auch drei Jahre, bis Gott auf ein Gebet, das wir ernstlich beten, antwortet. Er sagt, auf dem Mond hatte Gott diese Chance nicht. Er musste, wenn er wirklich erhören wollte, auch sehr schnell reagieren. Und das haben sie dort auch erlebt.
Wir haben jetzt schon gesehen, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen von Gott gibt. Die einen sagen, es gibt ihn gar nicht. Und die anderen sagen: Ich habe ihn erlebt, auf dem Mond, ich habe zu ihm gesprochen, und er hat geantwortet.
Wie kommt es eigentlich, dass es so unterschiedliche Auffassungen von Gott gibt? Nun, das, was die Sowjetunion und ihre Anhänger damals gesagt haben, beruht auf heidnischen Gottesvorstellungen. Welche Gottesvorstellungen hatten die Heiden?
Nun, die Heiden hatten einen räumlichen Begriff von Gott. Die alten Griechen sagten, die Götter wohnen auf dem höchsten Berg in Griechenland, auf dem Olymp, und da sind sie lokalisiert. Wenn man da hingeht, dann findet man dort die Götter. Und unsere Vorfahren, die Germanen, sie glaubten, dass die Götter in Walhall sind, also auch an einem ganz bestimmten Ort. Dort sind die Götter. Das aber ist die heidnische Vorstellung.
Solche heidnischen Vorstellungen haben oft auch Wissenschaftler. Der bekannte französische Mathematiker und Astronom Laplace sagte um das Jahr 1800 herum: „Ich habe mit meinem Fernrohr das ganze Weltall durchforscht, nirgends habe ich den Himmel entdeckt, nirgendwo habe ich Gott gesehen.“
Es ist schon überheblich zu sagen, er habe das ganze Weltall durchforscht. Das haben wir heute noch nicht einmal. Aber er hat einfach so kühn das behauptet, und seine Schlussfolgerung war noch kühner: Ich habe Gott nicht gesehen, folglich darf es auch keinen Gott geben.

Der Gott der Bibel als Gegenentwurf zu einem begrenzten Weltbild

Noch ein paar Beispiele: Gagarin und Titov waren die ersten Kosmonauten der Sowjets, die die Erde umkreist hatten. Mit Wostok I umkreiste Gagarin am 12. April 1961 die Erde, und Titov führte am 6. August 1961 sogar sechzehn Erdumkreisungen durch.
Damals wurden in der Sowjetunion große Plakate angefertigt. Darauf sah man eine Erdkugel, und darum kreisten dann diese Kosmonauten, die im Unterschied zu den Amerikanern die heißen Astronauten sind, und die nennen sich Kosmonauten. Und da stand dann ganz unten drunter in großen Buchstaben: „Borganiet.“ Das heißt: Es gibt keinen Gott. Das waren die Schlussfolgerungen, die sie daraus gezogen haben.
Aus diesem Grunde wollen wir uns heute intensiv mit der Gottesfrage beschäftigen und einmal nachschauen: Wie ist eigentlich der Gott der Bibel? Wie stellt er sich vor? Stellt er sich als ein räumlicher und ein zeitlicher Gott vor, oder wie ist das?
An fünf Punkten möchte ich deutlich machen, wie sich der Gott der Bibel vorstellt. Er ist überräumlich, Psalm 139. Er ist überzeitlich, 2. Petrus 3,8. Er ist unfassbar, Jeremia 33,3. Wir wollen ja Gott manchmal fassen, aber er ist nicht fassbar. Und viertens: Er ist unergründlich. Und fünftens: Er ist unsichtbar.
Das gilt natürlich alles für die Zeit, in der wir hier jetzt auf der Erde leben. Wenn wir einmal bei ihm sind, dann wird er für uns sichtbar sein. Er wird auch fassbar sein. Und höchstwahrscheinlich ist Gott so komplex – wir haben ja gestern gehört, dass er unendlich ist –, dass wir auch eine ganze Ewigkeit brauchen werden, um ihn in seiner ganzen Tiefe ergründen zu können.
Die Bibel sagt uns etwas über jene Leute, die sagen: Es gibt keinen Gott. Von denen haben wir ja eben einige Beispiele gehört. In Psalm 14,1-2 steht: „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott.“ Und jetzt gibt die Bibel auch ein Urteil darüber ab. Sie sagt: „Sie taugen nichts und sind ein Gräuel mit ihrem Wesen, dass keiner Gutes tue. Der Herr schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.“
Ein schöner Satz, finde ich, steht hier: ob jemand nach Gott fragt. Dann sind wir klug. Wir sind heute hergekommen und haben diese Frage nach Gott mitgebracht. Da kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Denn der lebendige Gott bezeichnet uns dann als klug, wenn wir uns mit ihm beschäftigen, wenn wir diese Frage stellen: Wer ist Gott? Wie finde ich ihn? Wenn wir diese Fragen mitgebracht haben.

Zwei Begriffe als Schlüssel zum Verständnis

Wir wollen uns jetzt einigen Dingen zuwenden, die ein wenig wissenschaftlich klingen. Dazu müsste ich heute zwei Begriffe erklären. Diese Begriffe sind vielleicht für uns neu, zumindest für den einen oder anderen, und darum werde ich sie zunächst einmal erläutern.
Sie haben zunächst absolut nichts mit Gott zu tun. Wir müssen sie aber ableiten und erklären, weil ich diese beiden Begriffe später verwenden will, um Aussagen der Bibel dann besser verstehen zu können. Wir werden sehen, dass wir eigentlich jene Bibelstellen, auf die ich gleich zurückkommen werde, ohne diese beiden Fachbegriffe überhaupt nicht verstehen können. Sie sind von solcher Art, dass wir eigentlich mit unserem Denken kapitulieren müssten. Ich staune manchmal selbst darüber, wie man über solche Verse hinwegliest und überhaupt nicht nachdenkt, was da für eine Munition drinsteckt, was da für eine Revolution an Aussage drinsteckt. Und wir gehen manchmal ganz locker darüber hinweg.
Aber wir werden das heute ein Stück weit angehen, und diese beiden Begriffe werde ich jetzt erklären.
Der erste Begriff ist der Begriff Ereignishorizont. Was ist ein Ereignishorizont? Da müssen wir zunächst ein wenig auf die Physik zurückgreifen. Wenn wir von der Erde aus einen Stern beobachten, dann wissen wir heute, was man früher nicht wusste: dass ein Lichtstrahl durch eine Masse, zum Beispiel die Sonne, gekrümmt wird. Sonst gehen wir immer davon aus, dass sich der Lichtstrahl geradlinig bewegt. Aber das stimmt nicht, wenn die Masse sehr groß wird.
Wenn wir also zum Beispiel einen Stern haben, der sich an diesem Ort befindet, dann wird das Licht durch die Masse der Sonne abgelenkt, und wir empfangen dann hier von diesem Stern das Licht. Wir haben den Eindruck, weil wir durch das Mikroskop oder durch das Teleskop gerade hindurchsehen, dass der Stern sich eigentlich hier befindet. Das stimmt gar nicht, das ist der scheinbare Ort. Der wirkliche Ort des Sternes ist also hier.
Das sind Phänomene, die man heute kennt, und wenn man Astronomie betreibt, dann muss man wissen, dass das so ist.

Vom Licht im All zur Vorstellung höherer Räume

Die Ablenkung des Lichtes wird natürlich immer größer, je größer die Masse eines Sternes ist. Die Sonne hat schon eine ziemlich große Masse und auch eine ziemliche Massendichte. Aber wir werden jetzt einen Stern kennenlernen, einen Typ, der also noch viel, viel dichtere Masse hat, eine immens hohe Masse.
Dazu zeige ich ein Bild von einem Stern. Es ist etwas kompliziert, aber lassen Sie sich nicht davon irritieren: Das ist ein Stern, und er heißt HZ Hercules. HZ Hercules ist ein sehr großer Stern. Er hat einen Radius von 3,5 Millionen Kilometern, also ein ziemlich gewaltiges Ding. Fünfmal ist der Radius so groß wie der der Sonne.
Und um diesen zentralen Stern kreist ein Neutronenstern. Ein Neutronenstern ist ein besonderer Typ von Sternen, die wir im Universum haben. Die Masse ist gar nicht mal so groß, das sind nur 1,4 Sonnenmassen, die dieser Neutronenstern Herx1 hat. Und der ist unvorstellbar klein: Er hat nur einen Durchmesser, einen Radius von zehn Kilometern. Aber die Dichte ist dafür immens hoch.
Die Dichte beträgt fünf mal zehn hoch vierzehn Gramm pro Kubikzentimeter, oder fünf mal zehn hoch elf Kilogramm, oder fünf mal zehn hoch acht Tonnen. Also wenn wir ein Kubikzentimeter davon hätten, also so viel wie ein Würfel Zucker, dann würde das fünf mal zehn hoch acht Tonnen wiegen. Wenn wir das auf dem Teelöffel hätten, der würde sofort abbrechen. Wir können den gar nicht halten. Also eine unvorstellbar große Dichte.
Dieser Neutronenstern übt natürlich eine gewaltige Anziehungskraft auf diesen großen Stern aus. Da die Oberfläche dieses Sterns flüssig ist, wie auch bei unserer Sonne, wird also jetzt der Neutronenstern aufgrund seiner Gravitation ständig Materie in sich hineinsaugen wollen. Die Betonung liegt auf wollen. Er will, aber so richtig kann er es nicht. Aber er schafft es nachher doch.
Nämlich: Dieser Neutronenstern hat ein unvorstellbar starkes Magnetfeld, und dieses Magnetfeld wehrt eigentlich die Masse ab, will sie gar nicht haben. Aber die Gravitation, das andere Gesetz, sorgt dafür, dass die Masse reingezogen wird. Und jetzt passiert Folgendes: Auf diesem Herkules bildet sich ein Flutberg, also genau das, was wir an der Nordsee erleben, Ebbe und Flut. So gibt es hier auch einen Flutberg. Der ist allerdings sehr, sehr hoch. Der ist Millionen von Kilometern hoch und saugt jetzt die Masse zu sich hin, zu dem Neutronenstern.
Das sagte ich schon, dass also jetzt dieses starke Magnetfeld zunächst mal die Masse abweist. Und was passiert jetzt? Jetzt rotiert diese Masse, die angezogen wurde, in einer sogenannten Akkretionsscheibe um den Neutronenstern herum. Also es gibt sehr komplexe Dinge in unserem Universum. Und was nun passiert, sehen wir auf dem nächsten Bild.
Da die Masse nicht direkt auf den Neutronenstern einfallen kann, tut sie es dort, wo das Magnetfeld am schwächsten ist, und das am Pol. Und am Pol, da strömt jetzt die Masse komplett rein. Und was passiert nun? Es kommt eine unvorstellbare Menge herunter, nämlich 100 Mrd. Tonnen Masse in einer Sekunde. Das kann man sich kaum vorstellen, wie groß diese Masse ist. Der Stern könnte das 1,6 Milliarden Jahre noch tun, bis er vollständig aufgefressen wäre von dem Neutronenstern.
Und zwar geht das mit einer unwahrscheinlichen Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit beträgt 40 der Lichtgeschwindigkeit, mit der das auf den Stern raufprasselt. Und da passiert etwas Besonderes bei diesem Vorgang des Aufprasselns: Es wird sehr viel Energie dabei frei, und zwar bei einer Temperatur von zehntausend Grad spielt sich das ab. Und es wird gleichzeitig kurzwellige Strahlung frei, Gammastrahlung. Und die Energie, die dabei entsteht bei diesem Aufprallvorgang, das sind zehn hoch siebenundzwanzig Kilowatt. Das können wir uns auch schon nicht mehr vorstellen, diese Menge.
Aber das bedeutet, um mal eine Vorstellung davon zu bekommen: In einer Sekunde wird so viel Energie erzeugt, dass der gesamte Energiebedarf Deutschlands für hundert Millionen Jahre gedeckt wäre. Solche Extreme gibt es nur im Universum. Energie sehen wir also genug zur Verfügung, gar keine Frage.

Der Ereignishorizont als Grenze des Sichtbaren

So, jetzt haben wir einen besonderen Typ von Sternen kennengelernt. Nun wollen wir uns die Sache noch einmal ansehen, und zwar mit dem Licht und mit der Lichtablenkung.
Zunächst sehen wir hier noch einmal die Sonne und wie ein Lichtstrahl von der Sonne durch die Massenanziehung abgelenkt wird. Wenn die Masse natürlich größer ist als bei einem Stern, wird auch die Ablenkung stärker sein. Wir haben eben schon den Neutronenstern als Typ kennengelernt. Dann wird die Ablenkung des Lichtes viel größer sein. Dieser Winkel Alpha, den ich hier eingezeichnet habe, ist also viel größer als der Ablenkungswinkel bei der Sonne.
Das ist aber noch nicht das letzte Extrem des Universums. Es gibt noch sogenannte schwarze Löcher. Davon haben wir sicher alle schon gehört. Schwarze Löcher sind bezüglich der Massendichte so extrem, dass sie die höchste Massendichte darstellen, die wir überhaupt im Universum kennen.
Die Massendichte ist so hoch, dass man sich vorstellen kann: Würde man unsere Erde so stark zusammendrücken, dass wir auf die Dichte eines schwarzen Loches kommen würden, dann würde unsere Erde auf eine Kugel zusammenschrumpfen, die einen kleineren Durchmesser hätte als ein Zentimeter. Die gesamte Erde. Da können wir uns vorstellen, dass das eine unvorstellbar hohe Massendichte ist.
Und was nun bezüglich des Lichtes passiert, das schauen wir uns in dieser Grafik an: Der Lichtstrahl, der in die Nähe des schwarzen Loches vorbeigeht, wird natürlich sehr, sehr stark abgelenkt, und zwar noch stärker als beim Neutronenstern. Und jetzt gibt es eine Situation: Wenn er noch näher am schwarzen Loch vorbeigeht, dann wird der Lichtstrahl vom schwarzen Loch eingesogen und kommt nie wieder zurück. Er ist für alle Zeiten verschwunden.
Jetzt können Sie alle schon ganz klar erkennen: Es muss offenbar einen Zwischenzustand geben, in dem der Lichtstrahl nicht mehr davonkommt, aber auch nicht ins schwarze Loch hineingesogen wird. Es gibt also so einen Kreis oder genauer eine Kugel um das schwarze Loch herum. Wenn ein Lichtstrahl in dieser Entfernung eintritt, dann bewegt sich der Lichtstrahl ständig um das schwarze Loch herum. Er wird also nicht reingesogen und kommt auch nicht weg.
Dieser Bereich hat in der Wissenschaft, in der Astronomie, einen Namen. Man nennt ihn den Ereignishorizont. Warum? Weil all das, was hinter dem Ereignishorizont geschieht, für uns durch keine Messmethode, durch kein Teleskop oder sonst etwas zugänglich ist. Wir werden also nie etwas erfahren, was sich jenseits des Ereignishorizontes abspielt.
Ein schwarzes Loch kann man darum mit einem Teleskop auch nicht sehen. Das würde ja bedeuten, es käme Licht von dort. Ein schwarzes Loch ist nur so zu identifizieren, dass man einen Bereich im Universum findet, in dem man sagt: Dort verschwindet alles, und nichts kommt wieder heraus. Nur so ist das zu identifizieren.
Also, einen wichtigen Begriff haben wir kennengelernt: das ist jetzt der Ereignishorizont. Darauf werde ich gleich noch einmal immer wieder zurückkommen. Einen Ereignishorizont halten wir noch einmal fest: Er ist also ein Bereich, jenseits dessen wir nichts mehr sehen, wahrnehmen und messen können.

Die vierte Dimension und die Grenzen unseres Denkens

Jetzt kommt der zweite Begriff, den wir heute Abend benötigen, und das ist der Begriff Dimension. Das andere war ein physikalischer Begriff, und jetzt kommt ein mathematischer Begriff. Ich hoffe, dass ich niemanden mit Mathematik schocke, aber ich bin sicher, es werden einige hier sein, die in Mathematik bestimmt mal eine Eins gehabt haben. Und die werden sich natürlich dann freuen. Wer hat nur eine Eins gehabt? Mal Hand hoch, bitte.
Ich merke schon, hier herrscht große Bescheidenheit.
So, jetzt schauen wir uns das mal an, den Begriff Dimension. Und zwar fange ich an mit der nullten Dimension, das heißt: Die Ausdehnung. Wir können Dimension auch als Ausdehnung übersetzen. Die Ausdehnung ist also null, und die Ausdehnung null hat einen Punkt. Aber einen Punkt, der die Ausdehnung null hat, den kann ich nicht zeichnen. Deshalb habe ich mich einfach entschieden, einen dicken Kreis zu zeichnen. Also: Was ich hier darstelle als Punkt, ist gar kein Punkt. Denn wenn ich den Punkt hier darstellen würde, wäre er nicht zu sehen, weil er die Ausdehnung null hat.
So, jetzt kann ich mit diesem Punkt spazieren fahren. Von hier aus fahre ich also in x-Richtung, und damit spanne ich die erste Dimension auf. Wenn ich also eine Möglichkeit der Bewegung habe, dann ist das die erste Dimension. Da könnten wir sagen: irgendeine Größe, die wir dort haben, die könnten wir als Länge bezeichnen.
So, jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Jetzt spannen wir eine weitere Achse auf, die y-Achse, und dann sehen wir: Wir haben eine Fläche. Und die Fläche ist eine Darstellung der zweiten Dimension, eine Struktur der zweiten Dimension. Und jetzt können wir schon sagen: Hier haben wir Länge und Breite. Wir sehen, das ist alles sehr, sehr einfach. Das kann man alles heute Abend begreifen.
Jetzt machen wir noch etwas weiter, und wir sagen: Wir nehmen noch eine weitere Achse hinzu, die z-Achse. Und dann kann man schon einen Körper einzeichnen, und dann befinden wir uns bereits in der dritten Dimension. Dieser Raum, in dem wir uns heute aufhalten, ist ein Raum der dritten Dimension, wenn man hier zum Beispiel so einen Würfel aufbewahren könnte.
Da stellt sich natürlich die Frage: Können wir dieses Spiel, wie wir es jetzt getrieben haben, weitermachen, indem wir noch eine weitere Achse hinzunehmen? Geht das? Nun, das geht schon. Aber die Frage ist, ob das überhaupt erlaubt ist. Spielt die Wirklichkeit da überhaupt mit? Das ist ja die Frage.
Wenn wir etwas über Wirklichkeit und Wahrheit wissen wollen, dann merken Sie schon: Dann muss man in die Bibel schauen. Die Bibel ist das einzige Buch der Wahrheit, auch in Fragen der Wissenschaft. Und ich fand eine interessante Stelle im Epheserbrief 3,18. Da steht: Auf dass ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches das sei die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe.
Wie viele Dimensionen sind das? Wir sehen schon: Da kommen wir auf vier. Also ist von der Bibel abgedeckt: vier Dimensionen. Das ist völlig in Ordnung. Damit können wir rechnen, und dann tun wir das auch und spannen eine weitere Achse auf. Und das wäre jetzt hier die z-Achse. Jetzt haben wir also schon vier Achsen, u-Achsen, entschuldigung.
Ja, ja, dann merke ich: gut aufgepasst.
Und jetzt können wir sagen: Hier hatten wir Länge, Breite und Höhe bei der dritten Dimension. Hier können wir sagen: Länge, Breite, Höhe und Tiefe.
Das Besondere dieser Achsen ist, dass sie unbedingt senkrecht aufeinander stehen müssen. Sie dürfen also nicht irgendwelche Winkel miteinander bilden, sondern sie müssen rechtwinklig sein. Das heißt: Die y-Achse und die x-Achse und die z-Achse stehen alle zueinander senkrecht. Das gilt natürlich auch für die u-Achse. Die u-Achse bildet mit der z-Achse einen Winkel von 90 Grad, und die y-Achse mit der x-Achse und so weiter.
Wir merken natürlich auch jetzt, dass wir an eine Grenze unseres Vorstellungsvermögens kommen.

Von der Projektion zur höheren Wirklichkeit

Weil das vielleicht recht neu für uns ist, wollen wir einfach mal eine kleine Übungsaufgabe machen. Wir wollen regelmässige Figuren in den jeweiligen Dimensionen erzeugen.
Fangen wir wieder mit dem Punkt an, der gar kein Punkt ist, und fahren jetzt eine gewisse Strecke in Richtung x. Dabei nehmen wir uns eine bestimmte Länge vor, nämlich die Länge a. Wir fahren also um den Betrag A in die erste Dimension hinein und bleiben dann stehen. Das, was wir dann haben, ist diese Linie oder auch eine Strecke. Sie ist also eine Figur der ersten Dimension.
Jetzt müssen wir etwas lernen, nämlich die Gesetzmässigkeit: Wie kommt man in die nächste Dimension? Nun, wir nehmen die Ausgangsfigur, diese Strecke A, und verschieben sie einfach in die nächste Dimension hinein. Wenn wir jetzt zur zweiten Dimension wollen, dann schieben wir diese Strecke um den Betrag A in die zweite Dimension hinein, bleiben stehen, und wir sehen, was passiert. Auf diese Weise haben wir ein Quadrat gefunden.
So, jetzt kennen wir schon das Konzept, wie man so etwas machen kann. Jetzt wollen wir eine regelmässige Figur der dritten Dimension erzeugen. Nun, nichts einfacher als das. Wir nehmen das Ausgangsquadrat hier und schieben dieses Quadrat in die dritte Dimension hinein. Auf diese Weise bekommen wir einen Würfel.
Jetzt wissen wir, wie das geht. Jetzt stellt sich die Frage: Wir sind ja natürlich interessiert, wie so ein Körper der vierten Dimension aussieht. Wir kennen jetzt schon das Konzept, was wir machen müssen. Was müssen wir tun? Wir müssen den Würfel der dritten Dimension nehmen, ihn anpacken und ihn in die vierte Dimension hineinschieben. Und zwar um den Betrag A. Dann halten wir an, und was dann zu sehen ist, das ist unser Würfel der vierten Dimension. Na, mal gucken, was dabei rauskommt.
Wir nehmen den Würfel hier, diesen roten Würfel. Das ist ein Würfel der dritten Dimension, und den schieben wir jetzt um den Betrag A in die vierte Dimension hinein. Das tue ich jetzt, nicht wahr? Und jetzt sehen wir: Das, was wir sehen, ist der Würfel der vierten Dimension. Schon mal gesehen? Das ist er.
Wir sehen, der Würfel wird immer etwas komplizierter, je mehr wir in die Dimension hineingehen. Aber das ist so einer. Wenn ich den jetzt aus meiner Aktentasche holen, rausholen würde und hier im Lichtkegel hineinhalten würde, dann würden wir genau dieses Bild sehen. Nur habe ich so einen Würfel nicht, denn wir leben in der dritten Dimension. Aber wenn ich ihn hätte, wäre genau das das Bild, das wir dort an der Leinwand sehen.
Es ist also nicht der wirkliche Würfel, sondern das, was wir sehen, ist die Projektion des Würfels. Das war ja aber auch so bei der dritten Dimension. Was wir an der Leinwand gesehen haben, war die Projektion dieses dreidimensionalen Würfels. So, das ist also die Projektion des vierdimensionalen Würfels. Das macht richtig Spass.
Und jetzt wollen wir natürlich sehen: Wie sieht der Würfel der fünften Dimension aus? Wir wissen jetzt schon ganz genau, wie wir den erzeugen können. Wir nehmen den Würfel der vierten Dimension und schieben den genau in die fünfte Dimension hinein. Das tun wir jetzt eben hier mal. Das ist der Würfel der vierten Dimension, den schieben wir um den Betrag A in die fünfte Dimension hinein, und schon haben wir den Würfel der fünften Dimension erzeugt.
Wir können auch ausrechnen, wie viele Ecken der hat. Er hat 32 Ecken, 80 Kanten, 80 Quadrate als Begrenzungselemente usw. Wir sehen: Bei jedem Verschiebungsvorgang können wir schon eine Gesetzmässigkeit ableiten, nämlich dass sich die Anzahl der Ecken verdoppelt. Wir haben eine bestimmte Eckenzahl, dann schieben wir dieselbe Figur noch einmal weiter und halten an. Also müssen es doppelt so viele Ecken sein. Das ist also gar nicht so schwierig.
Jetzt interessiert uns natürlich noch, damit wir überhaupt weiter denken können in unserem System, auch der sechsdimensionale Würfel. Und den sehen wir hier. Das ist der sechsdimensionale Würfel, und zwar die Projektion dieses Würfels. Das sieht alles sehr schön aus und sehr kompliziert, ist auch sehr demonstrativ und optisch gelungen, aber wir haben alle ein grosses Problem.
Wir können mit unserem Gehirn nur dreidimensional denken. Wir kommen damit an eine Denkgrenze. Wir können zwar mathematisch mit diesen Würfeln rechnen oder mit den Körpern, das tun wir auch auf den Computern. Wenn wir zum Beispiel mehrdimensionale Systeme analysieren und zum Beispiel ein Maximum oder ein Minimum auf einer vierdimensionalen oder fünfdimensionalen Fläche bestimmen wollen, dann operieren wir in einem höherdimensionalen Raum und können das auf einem Computer ausrechnen. Aber keiner, der es rechnet, kann sich vorstellen, wie das wirklich aussieht. Das ist weit hinter uns gelassen.

Eine gedankliche Rückkehr in die niedrigere Dimension

Wir müssen aber diese Dinge heute Abend unbedingt verstehen. Darum machen wir Folgendes: Wir gehen jetzt einfach eine Stufe zurück. Wir sind, würde ich sagen, die Herren der dritten Dimension, und jetzt gehen wir in die zweite Dimension und schauen uns einmal ein paar Gesetzmäßigkeiten dort an.
Hier haben wir eine solche Fläche, und in dieser Fläche leben nun auch alle möglichen Leute. Die sind natürlich zweidimensional, das heißt, in ihrem Reisepass steht bei der Körpergröße, also bei der Höhe, eine Eintragung von null. Aber sonst sind sie genauso intelligent, und alles, was es sonst gibt, haben diese Leute auch, so nehmen wir einmal an.
Diese Leute könnten wir ganz schnell in ein Gefängnis sperren. Wir bräuchten nur einen Kreisdamm darum zu zeichnen, und schon wären sie eingesperrt; sie kämen dann nicht mehr heraus. Oder wenn wir ihnen eine mathematische Aufgabe geben: Hier sind zwei Dreiecke, und wir kennen diese Dreiecke als deckungsgleiche Dreiecke, das heißt, sie sind gleich groß, sie haben gleiche Winkel und auch gleiche Seitenlängen, dann kann man sie zur Deckung bringen. Und jetzt sagen wir diesen Leuten: Bringt uns doch mal diese beiden Dreiecke zur Deckung.
Und sie probieren und probieren und schieben und drehen und wenden sich, aber sie kriegen es nicht hin. Und sie sagen uns, weil sie auch gute Mathematiker sind: Diese Aufgabe ist lösbar, nur wir können es nicht. Das ist die ehrliche Antwort. Sie muss lösbar sein, das können sie mathematisch sogar beweisen.
Jetzt kommen wir her, wir packen dieses Dreieck an der Spitze, drehen es durch die dritte Dimension hindurch und legen es da drauf. Und dann sehen sie das, und dann sagen sie: Ja, das ist die Lösung. Und sie können es nicht. Aber wie würden sie das bezeichnen? Sie würden sagen: Das ist ein Wunder vor unseren Augen. Was hier geschehen ist, ist jenseits unseres Raumes, das können wir nicht mehr sehen, aber das gibt es. Und sie würden sagen: Das ist Realität, nur wir können es nicht, und das ist ein Wunder.
Würden wir auch sagen, das Drehen eines Dreiecks ist für uns ein Wunder? Überhaupt nicht. Wenn Sie die Bibel lesen, stellen Sie fest, dass in der Bibel manchmal von Wundern die Rede ist. Dann bezieht sich das auf den Menschen. Und andermal ist von Gott die Rede, und selbst wenn er etwas ganz Gewaltiges tut, dann ist da einfach ganz schlicht und einfach von den Werken die Rede. Bei Gott ist das ein Werk, aber für uns ist es ein Wunder. Wir können es nicht nachmachen, es funktioniert bei uns nicht. Das ist der große Unterschied.

Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit und göttliche Nähe

Um noch ein wenig mehr zu verstehen von diesen Leuten, nehmen wir einmal an, es gäbe hier zwei solcher Flächen. Diese beiden Flächen liegen parallel zueinander, aber sie sind sehr, sehr dicht beieinander, und zwar so dicht, dass sie nur ein Millionstel Millimeter voneinander entfernt sind. Man kann also nur mit einem guten Mikroskop überhaupt den Unterschied, also den Abstand dieser beiden Flächen, erkennen.
Und jetzt nehmen wir einmal an, in diesen beiden Flächen leben drei Personen. Ich habe sie mal P1, P2 und P3 genannt. Die Fläche ist sehr groß, und P1 ist von P2 eine Million Kilometer entfernt. Kann P2 wohl P1 besuchen, geht das? Kein Problem. Der setzt sich in ein zweidimensionales Düsenauto und rast hin zu P1. Es ist nur eine Frage der Geschwindigkeit des Autos, aber gar keine Frage: Er kann ihn besuchen.
Aber jetzt schauen wir uns das andere an. P3 wohnt direkt in der Fläche unter ihm, ein Millionstel Millimeter entfernt. Kann der den auch besuchen? Nein, unmöglich. Warum? Weil zwischen diesen beiden Flächen, wie wir jetzt schon kennen, ein Ereignishorizont aufgespannt ist. Und den kann man nicht überwinden aus der eigenen Dimension, das geht nicht. Denn die Dimensionsgrenze ist immer die Realitätsgrenze der eigenen Dimension. Das kann man also nicht überwinden. Also kann der niemals zu dem hingehen. Er kann auch nicht telefonieren. Alle physikalischen Möglichkeiten, die wir kennen, sind dort also auch nicht möglich.
Jetzt schauen wir uns noch etwas an: ein Bild, wo wir einen dreidimensionalen Körper sehen, und in diesem dreidimensionalen Körper ist eine Fläche eingezeichnet. Und hier in dieser Fläche, die hier so orange schraffiert ist – nicht orange, violett, pink, ja, oder? Leder! Man muss die Mode kennen! Farbenblind, weißt du. Ja. Und hier, das ist eine Fläche, und in dieser Fläche leben nun unsere bekannten zweidimensionalen Leute.
Und jetzt schauen wir uns einmal an, wie die Realität aussieht. Stellen wir uns vor, wir befinden uns hier an der Ecke G und wir schauen auf die Fläche. Dann sehen wir natürlich alle diese Leute, und zwar jeden einzelnen. Uns entkommt keiner, wir sehen sie alle. Aber können diese Leute uns hier oben in der Ecke auch sehen? Nein. Dazwischen ist eine Dimension aufgespannt, und eine Dimension ist ein Ereignishorizont. Sie können uns nicht sehen.
Also: Die höhere Dimension kann nicht gesehen werden, aber aus der höheren Dimension können wir in die niedrigere Dimension sehen und alles wahrnehmen, was hier geschieht. Ja, wir kennen die Gesetzmäßigkeiten, alles ist uns bekannt. Wir können Dinge in der Fläche tun, wo die Leute sagen: Das ist ein Wunder vor unseren Augen. Und wir machen das ganz locker.
Wenn da zum Beispiel einer hier spazieren geht, den könnten wir einfach antipsen mit dem Finger und den aus der Fläche rausheben. Dann ist er nicht mehr da, er ist nicht mehr in der Fläche. Was würden die Leute sagen? Er ist verschwunden, vor unseren Augen, entrückt. Ja, wo ist der geblieben? Der war doch eben noch hier, jetzt ist er weg. Ja, so läuft das ab.

Die Bibel als Deutung höherer Wirklichkeit

Jetzt schauen wir uns, wollen wir es ein bisschen zusammenfassen, was wir bisher gesagt haben.
Alle bekannten Gesetzmäßigkeiten der Materie, die wir kennen, hören jenseits der dritten Dimension für uns auf. Dort gibt es andere Gesetzmäßigkeiten, die wir nicht erforschen können: eine andere Physik, eine andere Chemie, ganz andere Dinge, die wir nicht kennen. Es ist die Grenze unserer Beobachtungsrealität, unserer Physik. Aber die ganze Fülle dessen, was es gibt, ist nicht abbildbar in dieser Fläche oder in unserer dritten Dimension. Alles, was aus der höheren Dimension geschieht, ist für uns ein Wunder.
So, jetzt machen wir den Sprung wieder zur Bibel, nachdem wir ausgerüstet sind mit diesen beiden Begriffen Dimension und Ereignishorizont. Jetzt wollen wir uns einige Bibelzitate ansehen, und wir werden merken, dass all das, wovon dort gesprochen wird, leicht erklärbar wird, wenn wir diese beiden Begriffe heranziehen.
Ich nenne mal einige Beispiele, wo wir sehen, dass der Raum, in dem wir leben, vollständig durchdrungen wird von der höheren Dimension. Diese Fläche, die wir gesehen haben in diesem Würfel, wird ja vollständig durchdrungen von uns, denn die Fläche ist ja Bestandteil der dritten Dimension und gehört ja mit dazu.
In Psalm 139, Vers 5 lesen wir: Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege; von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Hier sagt Gott etwas ganz Gewaltiges, nämlich: Egal, wo wir uns aufhalten, ob hier in Braunschweig, in Sydney oder New York – das lesen ja die Leute dort auch in der Bibel, und sie können alle mit guter Berechtigung sagen: Dieser Gott ist über mir, er ist unter mir, und er umgibt mich von allen Seiten. Das kann jeder sagen auf der ganzen Erde. Selbst wenn wir auf dem Mond wären, könnten wir sagen, und das könnte James Irwin, wenn er noch leben würde, uns bestätigen, und er würde sagen: Ja, auf dem Mond hat er mich vollständig umgeben.
Wie geht denn das? Das ist doch gar nicht vorstellbar in unserer Welt, dass eine Person viele Menschen umgeben kann. Völlig unproblematisch, wenn wir die Sache aus der höheren Dimension sehen. Denn die höhere Dimension kann also gleichzeitig alles durchdringen in der tieferen Dimension. Ich will es mal so sagen: Wenn man uns einmauern würde in einem Betonklotz von einem Kilometer Länge und wir wären mitten im Betonklotz, dann wäre Gott auch inmitten des Betonklotzes. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist.
Wir sehen daran schon: Gott ist überräumlich. Er lässt sich nicht lokalisieren in einem Punkt, aber umgekehrt ist er in jedem Punkt des dreidimensionalen Raumes. Und selbst wenn wir ein Raumschiff nehmen würden und bis zum Sirius fliegen würden, was wir rein zeitlich niemals schaffen werden, dann wäre Gott auch dort, weil er das gesamte Universum vollständig ausfüllt. Er ist überräumlich.

Gottes Gegenwart in allen Bereichen des Lebens

Die Philosophen von Athen wollten von Paulus etwas Neues hören. Philosophen wollen immer etwas Neues hören. Nun, für Paulus war das keine Frage. So mutet er ihnen etwas zu, was sie dann natürlich wieder nicht verstanden haben. Das ist leider das Problem.
Paulus sagt in Apostelgeschichte 17, als er dort auf dem Areopag predigt, dass sie Gott suchen sollten, ob sie ihn wohl fühlen und finden möchten. Und wahrlich, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns.
Jetzt kommt dieser starke Satz: Denn in ihm leben, weben und sind wir. Merken wir: Von der höheren Dimension kann man das sofort verstehen. Gott durchdringt alles, und darum leben wir direkt in Gott. Es ist der Raum, in dem wir uns hier befinden, auch heute Abend. Da ist nicht Gott irgendwo, sondern er ist hier mitten unter uns. Wir sind sogar mitten in ihm drin.
Wir können ihn zwar nicht sehen wegen der höheren Dimension. Es ist ein eigener Horizont aufgespannt. Aber er ist hier. Darum war es auch richtig, dass wir zu ihm gebetet haben. Er hat es verstanden. Er kann alles hören, obwohl wir ihn in seiner Stimme nicht hören. Er spricht mit einer anderen Stimme, offensichtlich, die wir hier nicht verstehen können. Und doch kann Gott reden. Auch hier.
Aus vielen Beispielen der Bibel wissen wir, dass Gott auch zu Abraham und zu Mose geredet hat, aber dann in menschlicher Sprache. Wir haben vorhin gehört, dass die Astronauten nur das glaubten, die Kosmonauten nur das glaubten, was sie gesehen haben, und alles andere von der Wirklichkeit ausgeschlossen haben. Aber die Bibel macht uns deutlich, dass das Sicht-Unsichtbare das Eigentliche ist. Da lesen wir in Kolosser 1,16: Denn in Jesus Christus ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Thron oder Herrschaft oder Reiche oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.
Wir sehen also: Jesus Christus ist der Schöpfer nicht nur dieser dreidimensionalen Welt. Auch dieses für uns unvorstellbar große Universum ist sein Werk. Sein Werk ist auch die unsichtbare Welt. Alles, was wir im Augenblick noch gar nicht sehen können, ist ebenfalls sein Werk. Also: Er hat alle Dinge geschaffen, es ist nichts ausgenommen davon.

Tempel, Bilderverbot und die Unfassbarkeit Gottes

Als Salomo den Tempel in Jerusalem gebaut hatte, gibt es auch eine interessante Stelle im Alten Testament. In 1. Könige 8,27 steht: Denn sollte in Wahrheit Gott auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen. Wie sollte es denn dieses Haus tun, das ich gebaut habe?
Das heißt: Gott hat versprochen, dass er auch im Tempel sein wird. Wenn die Menschen im Tempel sind, dann wird Gott auch da sein. Aber er ist auch außerhalb des Tempels. Der Tempel ist nicht in der Lage, Gott in seiner Fülle zu fassen. Das geht nicht. Er ist und bleibt überräumlich, überzeitlich und ist gleichzeitig auch überall.
Darum, weil das so ist, heißt es im ersten Gebot, in 2. Mose 20,2 und 4: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder das, was oben im Himmel ist, noch das, was unten auf Erden ist, oder das, was im Wasser unter der Erde ist.
Diese Formulierung mit dem Wasser oder der Erde soll einfach sagen: Es gibt keine menschlichen Vorstellungen, mögen sie noch so klug gemacht sein. Wie wir uns Gott vorstellen, wird es immer falsch sein. Immer.
In der Sixtinischen Kapelle hat man Gott dargestellt, und zwar in einem gewaltigen Gemälde, wie es viele Menschen glauben: Gott als einen alten Mann mit langem, weißem Bart. Und so glauben wir auch, so sieht Gott aus. Das ist natürlich total daneben. Man könnte das mit gutem Grund abkratzen, weil es ein falsches Gottesbild vermittelt. So ist Gott nicht.
Er ist für uns im Augenblick überhaupt nicht vorstellbar. So gewaltig, so mächtig ist er. Vor diesem Gott können wir uns auch nicht verstecken.

Fluchtversuche, Gericht und die Entscheidung für das Leben

Erinnern Sie sich noch einmal an das Flickenband, wo wir uns diese zweidimensionalen Leute vorgestellt haben. Die können ja nicht weglaufen. Selbst wenn wir sie einschließen würden in einem Kreis, wären sie für uns dort da. Sie können nicht entfliehen.
Und so wagt es uns Leute bis es mit Gunst auf. Im Psalm 139, da lesen wir in Vers 7-10: Wo soll ich hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich in den Himmel, so bist du da. Bettete ich mich in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.
Also, wohin wir uns auch begeben: Jona hatte ja den Versuch gemacht, vor Gott zu fliehen. Aber da hat Gott ihn eingeholt: Bursche, komm mal her. Und so ist das auch mit uns. Wenn wir meinen, wir könnten Gott entfliehen, ist es unmöglich. Das geht nicht.
Solche Menschen hat es immer wieder gegeben, die es gewollt haben. Atheisten haben sich verbrennen lassen und haben gesagt, wenn man die Asche jetzt ins Meer streut, dann haben wir Gott ein Schnippchen geschlagen. Der wird uns nicht wiederfinden. Irrtum! Vor Gott gibt es kein Entfliehen. Die Bröselchen sammelt er sowieso nicht ein.
Aber wir Menschen sind von Gott geschaffen als Ewigkeitsgeschöpfe. Und wir werden ewig existieren, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Und das können wir deutlich sehen, das sagt uns die Bibel ganz klar.
Aus dem kleinsten Buch des Alten Testaments, aus dem Buch Obadja, werden wir ganz verborgen den sogenannten Astronauten-Vers finden. Astronauten kommen da schon vor. Da heißt es nämlich: Wenn du gleich in die Höhe führst wie ein Adler und machst dein Nest zwischen den Sternen, dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht der Herr.
Wir können Raumstationen bauen, wo auch immer. Wenn der Zeitpunkt Gottes kommt, wenn sein Gericht kommt, stürzt da alles herunter. Unser Hochmut findet dann ein Ende. Wir sehen,

Heilung, Offenbarung und die Öffnung des Himmels

Die höheren Dimensionen sind von ganz anderer Art. Wenn man das an einer kleinen Denksportaufgabe zwischendurch verdeutlicht, kann man sich Folgendes vorstellen:
Stellen wir uns einmal vor, wir wären in einem Krankenhaus. Der Bauch wird aufgeschnitten und operiert. Die Operation ist gut gelungen, aber der Arzt hat vergessen, die Schere herauszunehmen. Der Bauch wird wieder zugenäht, und nach einigen Tagen fängt es an zu schmerzen. Die Wunde ist schon verheilt, aber es tut immer noch weh. Was ist das denn? Wie kriegen wir die Schere wieder heraus, was müssen wir machen? Man muss noch einmal aufschneiden.
Es hat das wirklich gegeben. Ich habe hier eine Zeitungsmeldung: Schere im Bauch vergessen. Hunderttausend Mark war das damals an Schmerzensgeld. Da war seine Schere im Bauch drin geblieben.
Wenn wir nun einen Arzt aus der vierten Dimension hätten, was würde der tun? Der würde die Schere packen, durch die Bauchdecke hindurch und sie längs der vierten Dimension herausziehen, ohne die Bauchdecke zu verletzen, also schmerzlos. Das ist es, wenn man von einer höheren Dimension her kommt. Ganz simpel: nichts mehr. Aber ein dreidimensionaler Arzt kann nichts anderes tun, als da noch einmal die Schere anzusetzen.
Schauen wir uns einmal an: Wir haben gesagt, ein eigener Horizont ist von keinem Menschen zu überbrücken. Aber wenn Gott das will, dann kann er es natürlich.
Stephanus war der erste Mensch, der im Namen Jesu gesteinigt wurde, weil er an Jesus glaubte. Und über diesen Mann hören wir einmal, was von ihm geschrieben steht in Apostelgeschichte 7,55. Da heißt es: „Er aber, voll heiligen Geistes, sah auf gen Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschensohns zur Rechten Gottes stehen.“
Dort, vor den Toren Jerusalems, wo die Steine auf ihn prasselten und das Blut strömte, da schiebt Gott die Gardine der dritten Dimension, die vierte Dimension beiseite, und er sieht den Himmel. Und wo ist der Himmel? Dort, wo er steht. Der ist nicht irgendwo weit weg. Er ist in der nächsten Dimension oder in den nächsten Dimensionen. Gott muss nur den Ereignishorizont wegnehmen.
Und darum konnte Stephanus den Himmel sehen, und er sah Gott selbst. Er konnte ihn sehen, von dieser Welt aus. Und er sah, dass Jesus steht, dass er aufgestanden ist. In der Bibel steht immer, dass Jesus sitzend zur Rechten Gottes ist. Und hier, das ist die einzige Stelle, da steht er auf. Und er ehrt Stephanus dafür, dass er im Glauben treu durchgehalten hat.

Verfolgung, Engel und die Auferstehung Jesu

Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Es kann sein, dass wir auch durch schwere Zeiten gehen, dass wir auch Verfolgung leiden wie in anderen Ländern der Erde. Wir wissen das nicht. Wenn das sein sollte, sollten wir uns Mut machen an solchen Versen, die hier stehen. Und vielleicht kann das sogar Gott tun: Wir werden erschlagen, uns wird vielleicht mit einem Säbel der Bauch aufgeritzt oder was man alles an Folterungen machen kann. Und dann kann der Herr uns den Himmel zeigen und die Schmerzen wegnehmen. Das kann er tun, weil er ja der Herr ist über alle Dinge. Und darum müssen wir uns auch nicht fürchten.
Jesus hat immer wieder gesagt: Fürchtet euch nicht, sondern freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Das ist das Allerwichtigste, was es auf dieser Erde gibt: dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind. Es ist nicht wichtig, dass wir uns hier sieben Villen bauen und acht Segelboote anschaffen, sondern es ist wichtig, dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind. Denn das ist unsere Zukunft.
Stephanus durfte also den Himmel sehen an der Stelle, wo er stand. Petrus war im Gefängnis, und die Leute wussten: Diese Leute, die mit Jesus gehen, das sind irgendwie besondere Leute. Sie hatten ihn gefangen genommen und natürlich in einen Kerker gepackt. Dort hatten sie auch Leute, Kriegsknechte, herumgestellt, die ihn sehr bewachten. Man kann sagen: dreidimensional hatten sie ihn so bewacht, da konnte er nicht weg.
In Apostelgeschichte 12 lesen wir davon. Da heißt es: Da Herodes ihn nun griff, legte er Petrus ins Gefängnis und überantwortete ihn, vier Rotten von je vier Kriegsknechten zu bewachen. Vier mal vier, das sind sechzehn Soldaten. In derselben Nacht schlief Petrus, man stelle sich das vor, ganz gemütlich. Der hatte gar keine Sorge. Er sagte: Was kann mir passieren, wenn ich dem lebendigen Gott gehöre?
Da schlief er zwischen zwei Kriegsknechten, noch mit zwei Ketten gebunden, und die Hüter vor der Tür behüteten das Gefängnis. Also, wie war dieser Mann abgesichert! Da konnte nichts passieren, den konnte keiner rausholen. Und was passiert? Da heißt es: Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und er schlug Petrus an die Seite und weckte ihn und sprach: Stehe behände auf! Die Ketten fielen von seinen Händen.
Der Engel kam aus der höheren Dimension, und darum konnte er die Ketten, die abgeschlossen waren und was weiß ich, was da alles war, einfach durch die vierte Dimension hinüberziehen, und Petrus war frei. Und dann marschierte der Engel mit ihm an den Wachen vorbei, ganz ohne Fragen. Da sehen wir: Das war auch kein Wunder für den Engel, das ist normal, was sie so tun. Er hat ihn einfach rausgeführt. Für uns war es ein Wunder, für Petrus natürlich auch.
Immer wenn die Bibel von Engeln spricht, die hier und da erschienen sind, zum Beispiel bei der Ankündigung der Geburt von Simson oder auch bei der Ankündigung der Geburt Jesu, dann kamen sie aus der höherdimensionalen Welt in unsere Welt hinein. Zum Beispiel in der Weihnachtsgeschichte, Lukas 2,9, heißt es: Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, zu den Hirten nämlich, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr.
Das ist natürlich klar. Ich würde mich auch fürchten, wenn da plötzlich einer vor mir steht. Wo kommt der her? Das ist die erste Frage. Und er sagt: Stopp, keine Angst, keine Sorge, ich bin ein Engel von Gott gekommen, ich tue euch nichts, ich habe gute Botschaft für euch. Wunderbar.
Also auch wenn Engel in unserer Welt erscheinen, dann sind sie aus der höheren Dimension zu uns gekommen.

Das Zentrum des Glaubens: Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt

Wir kommen jetzt zu einem ganz aufregenden Ereignis, an dem die Leute bis heute, auch die Theologen, nicht fertig werden. Das ist die Auferstehung des Herrn Jesus. Das ist ein gewaltiges Ereignis. Er war ja tot. Sie hatten die Lanze in seine Seite gestochen, damit das Blut abfließt. Jetzt waren sie ganz sicher. Seine Feinde waren sicher: Den sind wir wirklich los. Der macht uns theologisch so viele Probleme, was der uns alles hier von Gott sagt. Und die Leute laufen ihm nach. Wenn er predigte, dann sagten sie: Der redet mit Vollmacht. Und nicht das alte Gefasel der Schriftgelehrten und Pharisäer. Das merkt man, es war ein Riesenunterschied. Und darum wollten sie ihn loswerden. Und jetzt endlich wurde er gekreuzigt. Nun waren sie froh. Aber nun passiert das, was er angekündigt hatte. Er sagte: Am dritten Tage werde ich auferstehen von den Toten.
Der Philosoph Martin Heidegger, der nicht vom christlichen Glauben herkam, wie ja die meisten Philosophen. Ich habe bisher noch keinen Philosophen kennengelernt, der wirklich eine lebendige Beziehung zu Gott hat. Offensichtlich ist das so, nach meinem Eindruck, muss ich einschränkend sagen, dass die Philosophie eine Wissenschaft ist, die die Menschen irgendwie vom Glauben fernhält. Dieser Heidegger hat gesagt: Ist Jesus von Nazaret von den Toten auferstanden, dann ist jede naturwissenschaftliche Erkenntnis vorletzlich. Manchmal treffen Philosophen ins Schwarze. Das ist ein wahrer Satz. Er hat gesagt, das glaubt er natürlich nicht, aber wenn das wirklich so ist, dass dieser Jesus von Nazaret auferstanden ist, dann ist alles, was wir als Wissenschaft bezeichnen, vorletzlich. Dann ist es das noch nicht. Dann muss es noch mehr geben. Das hat er richtig erkannt.
In 1. Korinther 15,6 wird uns beschrieben, wie das vor sich geht, als Jesus auferstanden war und sich dann den Leuten gezeigt hat. Da steht: Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal. Nehmen wir die Schwestern dazu, sind wir schon bei tausend. Und wenn die noch zwei Kinder hatten, sind wir schon zweitausend Zeugen. Aber interessant, was hier steht: Im Griechischen steht da das Wort „ofthe“. Und das heißt wörtlich: Er ist sichtbar gemacht worden. Das ist sehr wörtlich gesagt. Das heißt, Jesus war sowieso mitten unter ihnen. Das hat er ja versprochen: Wo zwei oder drei sich versammeln in meinem Namen, bin ich mitten unter ihnen. So ist Jesus auch heute mitten unter uns hier. Er ist nicht fern, er ist nicht irgendwo, er ist hier mitten unter uns. Aber dort auch so. Und dann wurde er sichtbar gemacht. Er musste also nicht erst anreisen, irgendwo herkommen, sondern er wurde nur sichtbar gemacht. Das heißt, der Ereignishorizont zur höheren Dimension wurde nur mal kurzzeitig beiseite geschoben, und dann sah man ihn, wie er ist. Ja, so funktioniert das.
Bei den Emmausjüngern war es ähnlich. Es ist sehr präzise beschrieben. Ich freue mich, dass die Bibel so exakt das wiedergibt, was da wirklich passiert ist. Das konnten die Jünger, die es aufgeschrieben haben, wissenschaftlich gesehen überhaupt nicht wissen. Aber unter Anleitung des Heiligen Geistes haben sie es richtig geschrieben, richtig beschrieben. Da heißt es in Lukas 24,31 von den Emmausjüngern: Als da Jesus gekommen war, da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und dann heißt es nachher, als er ging: Und er verschwand vor ihnen. Da steht nicht, er ging zur Haustür raus, sondern dann ging er des Weges und wurde immer kleiner. Nein, er verschwand. Oder in einer anderen Übersetzung heißt es genauso korrekt: Und er wurde vor ihnen unsichtbar. Präzise beschrieben. Wir sehen, die Bibel ist sehr, sehr genau. Das ist ganz wesentlich.
Wir kommen zu einem weiteren Ereignis, das wir uns auch nur vorstellen können, wenn wir diese beiden Begriffe Ereignishorizont und Dimension verstanden haben. Nämlich die Himmelfahrt. Ein moderner Theologe, moderne Theologen nennen sie sich deswegen, weil sie die Bibel kritisieren. Aus der Modernheit möchte ich wissen, vielleicht nur, dass das gerade heute ist. Das heißt, sie glauben nicht der Bibel. Und das finde ich sehr, sehr schlimm in unserer Zeit, wenn Theologen, die eigentlich Vorbilder sein sollten, der Bibel nicht glauben. Denn Jesus hat ja gebetet in Johannes 17,17: Dein Wort ist die Wahrheit. Stimmt also alles. Und Paulus sagt in Apostelgeschichte 24,14: Ich glaube allem, was geschrieben steht. Auch hier merken wir, wie der Paulus sehr präzise das beschreibt. Er sagt nicht: Ich verstehe alles. Er sagt: Ich glaube alles. Wir werden niemals, solange wir hier auf der Erde sind, diesen Punkt erreichen, dass wir sagen, wir haben alles in der Bibel verstanden. Das werden wir nicht schaffen. Und doch kann ein Kind eine Bibel zur Hand nehmen und kann sofort verstehen, was dort steht. Das ist das Merkwürdige an der Bibel. So etwas gibt es bei keinem anderen Buch, ein besonderes Phänomen. Wir können anfangen, morgen früh die Bibel zu lesen, und wir werden auf Anhieb das sofort verstehen. Und dann stoßen wir auf Dinge, da kapitulieren wir. Das verstehe ich überhaupt nicht. Von dieser Art ist die Bibel.

Die Wiederkunft Christi und die endgültige Entscheidung

Und so hat also ein solcher moderner Theologe einem gläubigen Mathematikprofessor folgende Frage gestellt. Er sagte, ob er ihm ausrechnen könne, wo Jesus heute angekommen ist, wenn er sich bei seiner Himmelfahrt mit der größtmöglichen Geschwindigkeit, die wir kennen, nämlich mit Lichtgeschwindigkeit, fortbewegt habe. Wo sei er heute im Universum?
Dann merken wir: Dieser Theologe dachte dreidimensional, verkürzt, ja sogar materialistisch. Er hatte überhaupt keinen Blick für die Bibel gehabt. Die Bibel sagt in Markus 16,19: „Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgehoben in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“ Hier haben wir nicht den Eindruck, dass da einer mit Lichtgeschwindigkeit fährt oder sonst irgendwie ein Vehikel benutzt, sondern er geht einfach hinüber in den Bereich des Himmels und ist da. So wird uns die Himmelfahrt beschrieben.
Und jetzt kommen wir zu dem allergrößten Ereignis der Weltgeschichte überhaupt. Das ist ein Ereignis, das werden wir alle erleben, alle, die wir heute hier sind. Das ist sein Wiederkommen. Und da ist interessant, was uns die Bibel dazu berichtet, das an verschiedenen Stellen bezeugt. Wenn wir das einmal zusammenfügen zu einem Gesamtbild, staunen wir, was da an Information zusammenkommt.
In Matthäus 24,27 heißt es, er wird plötzlich kommen. Dort heißt es: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein.“ Also: Er kommt plötzlich für alle Menschen, alle, die hier auf der Erde leben. Für alle kommt er in einem Nu, in einer Millisekunde ist er da. Für alle Menschen, das heißt für die Amerikaner genauso wie für die Russen, wie für die Südafrikaner und auch für uns Deutsche. Egal, ob wir am Nordpol oder Südpol sind, wir werden ihn in demselben Augenblick sehen.
 Matthäus 24,30 heißt es: „Und werden sehen den Menschensohn kommen in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ Er kommt also jetzt nicht mehr als Kind in der Krippe wie zu Weihnachten, sondern jetzt kommt er in seiner ganzen Machtfülle. Als der, der Himmel und Erde gemacht hat und der auch unser Leben gemacht hat und der auch die unsichtbare Welt geschaffen hat. Jetzt werden wir ihn erkennen als den Herrn mit aller Macht, die er innehat. Und dann werden wir ihn erstmals sehen. Er wird auf der ganzen Welt sichtbar sein.
Und das wollen wir uns einmal ansehen, wie das beschrieben ist, in Lukas 17,34. Da steht nämlich: Wir wollen ja wissen, zu welcher Tages- oder Nachtzeit er kommt, und das wird uns dort beschrieben. Da heißt es nämlich: „In derselben Nacht werden zwei auf einem Bette liegen; einer wird angenommen, der andere wird verworfen werden.“ Es geht hier eigentlich in diesem Vers zentral um die Aussage, dass wir Menschen entweder angenommen sind oder verloren. Da können zwei Menschen auf dem Feld arbeiten, einer ist angenommen, der andere ist verloren. Zwei arbeiten im selben Büro, der eine ist angenommen, der andere ist verloren, sagt die Bibel.
Aber hier steht: in der Nacht. Also jetzt wissen wir, wann er wiederkommen wird: in der Nacht. Die Uhrzeit ist nicht genannt, aber in der Nacht. Wenn wir zwei Verse weiterlesen, da steht: „Zwei werden auf dem Felde sein; einer wird angenommen, der andere wird verworfen werden.“ Wann arbeitet man auf dem Feld? Am Tag. Also merkwürdig: Jetzt steht hier in der Bibel einmal in der Nacht, und dann später. Die Bibel widerspricht sich? Jetzt würde ein Kritiker sofort sagen: Ja, da sehen wir es doch, die Bibel, zwei Verse weiter schon der totale Widerspruch.
Wir müssen uns aus diesen weißen Versen, wenn wir uns wirklich auf das Fundament der Bibel stellen, können wir schließen: Die Erde muss eine sphärische Gestalt haben. Das ist die Konsequenz daraus. Es ist nicht so, wie die Leute manchmal unterstellen, dass die Bibel ein Weltbild des Altertums vermittelt, wo man glaubte, dass die Erde eine platte Scheibe sei, die auf dem Wasser schwimme. Das haben sich irgendwelche Leute ausgedacht, die Weltbilder entworfen haben, aber nirgendwo finden wir so etwas in der Bibel.
Die Bibel sagt uns immer die Wirklichkeitsdeutung, und die Wirklichkeitsdeutung sehen wir hier. Sie ist nur möglich, wenn der Herr in einem Augenblick wiederkommt. Und da die Erde eine sphärische Gestalt hat, eine Kugelgestalt, ist es natürlich so, dass, wenn die Sonne auf die Erde scheint, immer eine Seite angestrahlt ist, da ist Tag, und die andere Nacht. Und wenn jetzt hier in der Bibel steht, er komme plötzlich in einem Nu, dann wird das so sein: Für einen Teil der Menschheit werden sie das am Tag erleben, und der andere Teil wird es in der Nacht erleben.
Und je nachdem, auf welchem Teil der Erde wir uns befinden, von der Erddrehung her, kann das um fünf Uhr sein, um sechs Uhr sein, um sieben Uhr. Es kommt also jede Uhrzeit vor, ja? Ja, man kann sich vorstellen: Jede beliebige Uhrzeit kommt einmal rund um die Uhr vor für sein Kommen. Wir können also, Uhrzeit, wenn ich es meine, natürlich die Zeit, die gerade dort ist, wo der Betreffende sich befindet.
Also haben wir festgestellt: Er kommt am Tag für die einen, in der Nacht für die anderen. Ich weiß nicht, ob Kolumbus diese Stelle gelesen hat. Er hätte aus dieser Stelle messerscharf schließen können: Dann muss die Erde eine Kugel sein, und wenn ich nach Westen segele, werde ich in Indien ankommen, im Osten. Das war ganz klar. Er hat nur nicht gewusst, dass zwischendurch dann noch ein Erdteil liegt. Aber sonst war seine Schlussfolgerung völlig korrekt, wenn er so gedacht hat.

Das Kreuz als einzige Brücke und die Einladung zum Himmel

 Matthäus 24,30, da steht: „Alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel.“ Er wird also nicht im Fernsehen erscheinen, sondern mit einem Himmel erscheinen. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Jetzt ist an diesem Text etwas bemerkenswert: Wenn er der Herr aller Dinge ist, wenn er der Schöpfer ist, wenn er dieses Universum gemacht hat, wenn er sogar den Himmel gemacht hat, alles gemacht hat, warum heulen die Leute dann? Und zwar aus allen Geschlechtern, das heißt aus allen Zeiten, in denen die Leute gelebt haben, aus allen Generationen. Sie werden alle auferstehen müssen, und sie werden heulen und schreien. Warum?
Es gibt nur einen Grund dafür: Sie werden erkennen, dass sie ihr Leben falsch gelebt haben. Sie haben ihr Leben ohne diesen Jesus gelebt, und damit sind sie, wie die Bibel sagt, auch ewig verloren. Jetzt sehen sie ihn und sagen: Ich habe falsch gelebt. Und sie merken, dass sie verloren gehen. Und sie schreien noch: „Ihr Hügel, ihr Berge, bedeckt uns!“ Sie können das Angesicht dessen nicht ertragen. Total danebengelebt.
Ich freue mich, dass wir noch unter den Lebenden sind und dass wir unser Leben noch korrigieren können. Wir können im Hier und Heute den Ganghebel herumdrehen und uns auf Jesus Christus hinbewegen, damit wir ewiges Leben haben und damit wir an seinem Tag, wenn er wiederkommen wird, zu seiner Schar gehören. Dann haben wir es gut, dann haben wir den Himmel gewonnen, dann haben wir eine ganze Ewigkeit gewonnen.
Ist es kompliziert, diesen Herrn zu finden? Überhaupt nicht. Wir müssen nur einen Ereignishorizont überwinden. Das mache ich an einem Bild noch einmal deutlich, wie das geht. Die Bibel sagt uns, dass wir von Natur aus aufgrund unserer Sünde im Reich der Finsternis leben, weil wir Sünder sind, ohne Ausnahme. Es ist nicht so, dass wir so gut sind, wie die Leute im Karneval singen. Wir sind also an einem Ort, den die Bibel als Reich der Finsternis bezeichnet. Und uns umgibt ein eigener Horizont, und diesen eigenen Horizont können wir aus uns selbst heraus nicht überwinden.
Aus diesem Grunde führt keine Religion zu Gott, wie sie auch heißen mag, keine. Denn keine Religion ist in der Lage, den Ereignishorizont zu überwinden. Diese Brücke konnte nur Gott selbst bauen, indem er eine Brücke zu seinem Reich, zum Reich Gottes, gebaut hat. Und das Großartige ist: Diese Brücke ist gebaut worden, sie existiert. Und wir sehen schon: Diese Brücke ist das Kreuz von Golgatha. Es gibt keine andere Stelle, wo wir zu Gott kommen können, als nur hier.
Denn an dieser Stelle werden wir unsere Schuld los, alle unsere Lügen, alles, was gegen die Gebote Gottes ist. Und wir haben sie alle verletzt, wenn wir ehrlich sind. Wenn wir die Bergpredigt lesen, da steht sogar, dass wir die Feinde lieben sollen. Da kommen wir ganz schnell an eine Grenze, wo wir sagen: Schaffe ich nicht. Wir haben alle die Gebote Gottes übertreten. Wir brauchen diese Stelle, wo die Sünde los wird. Dann aber haben wir Zugang zum Reich Gottes. Und wir sehen: Dann überwinden wir diesen Ereignishorizont. Das ist nötig, den zu überwinden.
Und Jesus sagt: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.“ Das Großartige ist: Die sind noch nicht alle besetzt, es gibt noch freie Plätze. Wenn es keine freien Plätze mehr gäbe, dann würde ich nicht mehr verkündigen. Ich würde sagen: Es hat keinen Zweck, es sind alle schon belegt. Aber es gibt noch freie Plätze, und es gibt noch so viele freie Plätze, dass alle heute kommen könnten. Die sagen: Ich bin da noch nicht an der Stelle, ich habe noch keinen Platz reserviert, das will ich heute tun. Ich garantiere jedem, der heute kommt und zurückbleibt und sagt: Ich möchte eine Wohnung buchen, dann ist das möglich. Da steht noch kein Schild dran: ausverkauft. Großartig, wir können alle noch kommen.
Wir müssen aber auch gleichzeitig wissen: Wenn wir nicht buchen und sagen, ich will nicht, werden wir da nicht hinkommen. So klar ist die Bibel auch. Ich hatte an einer Stelle in einer Stadt über den Himmel und über die Hölle gesprochen. Wenn wir über diese Brücke nicht gehen, dann ist unser Platz die Hölle. Und Hölle ist die absolute Abwesenheit Gottes. Die Hölle ist auch jenseits von Raum und Zeit, also nicht in dieser Welt, obwohl viele sagen: die Hölle von Auschwitz oder die Hölle vom Amazonas, wenn sie damit Schlangen und Kröten zu tun hatten. Das sind einfach Bilder, die verwendet werden. Aber was die Hölle ist, können wir uns gar nicht vorstellen, wie schrecklich das ist. Und dort gelangen wir hin, wenn wir nicht über diese Brücke gehen. Das müssen wir auch wissen.
Ich hielt irgendwo einen Vortrag. Da kommt doch hinterher eine Frau zu mir und sagt: Ich will Ihnen sagen, wohin ich gehen will. Na, sage ich, nach dem, was ich heute gesagt habe, wollen Sie jetzt zum Himmel und wollen wissen, wie das geht. Nein, sagt sie, ich will zur Hölle. Ich denke: Wie kommt so etwas? Habe ich denn so daneben gepredigt heute Abend? Und da sagte sie: Das kann ich Ihnen erklären. Wissen Sie, sagt sie, meine Mutter, die habe ich sehr, sehr geliebt, und die ist vor kurzem gestorben. Sie hat nicht an Jesus geglaubt. Darum ist sie in der Hölle, nach dem, was Sie gesagt haben. Weil ich sie so sehr geliebt habe, möchte ich einmal da sein, wo meine Mutter ist, und darum will ich zur Hölle.
Da habe ich ihr gesagt: Das überlegen Sie sich noch tausend Mal. Ich habe ihr gesagt: Zunächst einmal können wir mit absoluter Gewissheit nicht sagen, wo sie wirklich ist. Ich sage: Stellen Sie sich vor, der eine, der mit Jesus gekreuzigt wurde, ein Verbrecher. Würden wir die Mutter fragen: „Sag mal, wo ist dein Sohn?“, da würde die klare Antwort geben: Der ist in der Hölle. Der hat nicht geglaubt, der wurde zum Verbrecher, der ist auf die schiefe Bahn gekommen, der ist abgerutscht, die Römer haben ihn gefangen und gekreuzigt, der ist in der Hölle, ganz hundertprozentig. Irrtum! In letzter Minute kam der noch in Berührung mit Jesus, und er bekennt seine Schuld vor Jesus, und Jesus sagt ihm: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Der war nicht in der Hölle, der ist programmiert für den Himmel. Der ist erst im Paradies, und daraus wird die Auferstehung sein und dann der Himmel.
Nun sagte ich zu der Frau: Ganz genau wissen Sie das nicht, denn die hat ja vielleicht auch von Jesus gehört, und als es ans Sterben ging, hat sie vielleicht doch noch den Herrn Jesus angerufen. Dann ist sie im Himmel. Also da seien Sie vorsichtig, wohin Sie sich hinaufmachen.
Ich sage außerdem: Sie müssen wissen, wenn Sie zur Hölle wollen, die Hölle ist nicht ein Ort der Familienzusammenführung. Die Leute, die Sie suchen und finden wollen, die werden Sie gar nicht finden. Es kommt noch hinzu, dass es ein Ort der Finsternis ist, absolut dunkel. Sie werden sie gar nicht finden. Und noch kommt hinzu: Selbst wenn Sie Ihre Mutter hier auf der Erde so geliebt haben, in der Hölle werden Sie sie nicht mehr lieben. Warum nicht? Weil Gott nicht mehr da ist.
Hier in dieser Welt leben wir alle von den Segnungen Gottes. Was wir essen, was wir trinken, es kommt aus der Hand Gottes, hat wachsen lassen, hat gedeihen lassen. Hier ist Gott anwesend in dieser Welt. Auch in den schrecklichsten Situationen ist Gott immer noch da. Aber in der Hölle, da ist er nicht mehr. Und wo Gott nicht mehr ist, die Bibel sagt, Gott ist die Liebe in Person, da wird auch die Liebe nicht mehr sein. Die Leute, die da zusammenkommen wollen mit jemandem, und die, die sich hier geliebt haben, die werden sich in der Hölle nur noch hassen.
Darum gibt es nur eins: die Entscheidung für den Himmel zu treffen. Das ist der schöne Ort. Das ist der Ort, wo Gott ist, wo absolute Liebe ist.

Schlussgebet und Einladung zur Entscheidung

Wenn ich in Russland bin, finde ich in vielen Gemeinden immer ein grosses Schild an der Wand. Darauf steht: „Borg jest Любов“ – Gott ist die Liebe.
Im Russischen ist das so: Es gibt kein Hilfsverb. Das Hilfszeitwort „ist“ gibt es im Russischen nicht. Wenn man aber etwas wesensmässig ausdrücken will, dann verwendet man das Wort „jest“. Und „jest“ heisst: das ist Liebe, wesensmässig. Eigentlich müsste es im Russischen also heissen: „bog ljubow“. Es reicht.
Aber weil Gott wesensmässig Liebe ist, haben die Russen das so übersetzt: „bog jest ljubow“. Und da haben sie etwas ganz Wesentliches aus ihren sprachlichen Möglichkeiten eingesetzt: Sie haben die Wesensart Gottes in einem solchen Satz ausgedrückt.
Darum ist der Himmel ein Ort der Liebe Gottes. Da wird jeder jeden lieben. Das können wir uns gar nicht vorstellen, aber das ist Himmel, weil es im Himmel auch keine Sünde mehr geben wird.
Und so lade ich uns an diesem Abend ein, dass wir eine Entscheidung treffen für diesen Jesus, auf ihn zugehen und über diese Brücke gehen. Dann können wir heute gewiss sein, dass wir den Himmel erreichen werden. Wer zu Jesus kommt, der wird eingetragen im Buch des Lebens. Und am Ende, im letzten Gericht, werden Bücher aufgetan, so sagt die Bibel. Dann wird nachgeschaut, ob wir in diesem Buch drinstehen, ob unser Name da drinsteht. Und wenn ja, prima, heisst es: Komm her, guter Freund! In den Himmel hinein, in alle Ewigkeit!
Gott hat das so gefügt, dass er uns einen freien Willen gegeben hat, sodass wir diese Entscheidung selber treffen können. Niemand kann das für uns tun, niemand. Wir müssen uns selbst auf den Weg machen und sagen: Ich will.
Und das ist die grosse Einladung auch für uns heute Abend, dass wir uns auf den Weg machen können, dass wir uns einladen lassen können. Egal aus welcher Situation wir kommen, ob wir vielleicht zu Hause noch einen Ehekrach hatten oder was weiss ich auch immer: Gott interessiert das überhaupt nicht, was da war, das alte Leben. Oder ob wir vielleicht heute noch einen Diebstahl gemacht haben und jetzt die Botschaft hören: Keine Frage, er vergibt uns, wenn wir zu ihm kommen.
Aber dann, wenn wir von ihm gehen, wird sich unser Leben ändern. Wir werden die Dinge, die Gott Sünde nennt, lassen. Es wird unser Leben grundlegend verändern.
Jesus lädt uns ein, dieser wiederkommende Herr, der dieses Reich gebaut hat, dieses Reich Gottes, den Himmel. Dazu sind wir eingeladen. Und diesen Schritt, der hier so angedeutet ist, den können wir heute tun, dass wir die ewige Wohnung bei ihm buchen.
Ich möchte mit uns beten.
Herr Jesus Christus, wir möchten dir herzlich danken, dass du der Herr bist über Raum und Zeit. Ich möchte dir danken, Herr, dass du der Schöpfer aller Dinge bist, dieser Welt, dieser dreidimensionalen Welt unseres Lebens, aber auch des Himmels. Du hast auch die für uns jetzt noch unsichtbare Welt geschaffen. Wir stehen staunend davor und können nur noch anbeten.
Herr Jesus Christus, ich möchte dir danken, dass du uns so persönlich einlädst, dass wir kommen können, weil du uns ganz persönlich in deinem Himmel haben möchtest. Gib, dass wir uns auf den Weg machen und nicht einfach so nach Hause gehen angesichts dieses riesigen Angebots, das du heute für uns bereithältst. Danke, dass du uns liebst, dass du uns alle Schuld vergeben willst und dass du uns eintragen willst im Buch des Lebens, wenn wir doch nur kämen. Danke, Herr Jesus, für dein wunderbares Angebot. Amen.

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