Serie•Teil 1 / 2Der Dienst der Frauen in der Bibel –
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Grundhaltungen für den Umgang mit der Bibel
Jeder hat ein Skript, denn wir arbeiten mit Skript und mit der offenen Bibel. Das Thema heute Abend lautet: Der Dienst der Frauen in der Bibel. Am nächsten Diensttag werden wir dann das Thema durchnehmen: die wichtigsten Argumente zugunsten des Predigtamtes der Frau kritisch betrachtet. Heute Abend soll das gewissermaßen eine Basis geben für die Argumentation am nächsten Dienstag.
Bevor ich in das Thema einsteige, noch ein paar Vorbemerkungen, die mir sehr wichtig sind. Unsere grundsätzliche Haltung zur Bibel muss bei allen Fragen, die wir in der Bibel betrachten, von tiefer Ehrfurcht vor dem inspirierten Wort Gottes gekennzeichnet sein. Nach 2. Timotheus 3,16 ist die ganze Heilige Schrift, Altes und Neues Testament, von Gott gehaucht, also Gottes direkte Rede an uns Menschen. Und der Herr Jesus macht in Matthäus 5,17 klar, dass es effektiv auf jeden Buchstaben, jedes Jota und jeden Titel ankommt. Die Inspiration der Bibel ist also nicht einfach eine Gedankeninspiration, nicht etwas Oberflächliches, sondern sie erstreckt sich bis in das Detail des Textes.
Weiter muss unsere grundsätzliche Haltung zur Bibel von dem gekennzeichnet sein, was Jesaja 66,2 sagt: Zittern vor dem Wort. Gott sagt: Auf den will ich blicken, der da zittert vor meinem Wort. Das heißt, unter dem Eindruck der tiefen Majestät und Herrlichkeit Gottes und im Bewusstsein, dass wir sein Wort in den Händen haben, müssen wir davon bewegt sein. Wir müssen uns der Möglichkeit bewusst sein, dass wir uns irren können. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir uns je nachdem über göttliche Bestimmungen hinwegsetzen. Und das darf uns nie irgendwie gleichgültig sein.
Das ganz grundsätzlich, unabhängig davon, wie wir jetzt einzelne Fragen beantworten werden. Einfach als Grundhaltung.
Prüfen statt blind übernehmen
Und bei Unklarheiten über irgendein biblisches Thema ist es wichtig, nichts blind zu akzeptieren. Also nie etwas einfach übernehmen, nur weil Doktor X das gesagt hat. Übrigens findet man dann immer wieder einen Doktor Y, der das Gegenteil sagt.
Wie schade ist es doch, wenn unsere biblischen Überzeugungen eigentlich an Menschen hängen oder an ihrer Bildung und Ähnlichem. Stattdessen sollten wir es so tun wie die Beröer in Apostelgeschichte 17,11. Paulus hat dort gepredigt, und von den Beröern heißt es in Vers 11, dass sie das Gehörte mit Bereitwilligkeit aufgenommen haben, indem sie täglich die Schriften untersuchten, ob es sich so verhielte.
Das heißt, sie haben nicht von vornherein ständig gesagt: Nein, nein, nein, nein, Paulus. Als Juden haben sie diese neuen Einsichten von Paulus erst einmal mit Offenheit angehört. Aber auch das ist ja ein Problem. Es gibt Leute, die sind so offen, dass sie wirklich alles glauben, was man ihnen sagt. Und das darf auch nicht sein. Das ist genauso schlecht wie bei denen, die von vornherein immer Nein, nein, nein sagen.
Aber es heißt, sie nahmen es mit Bereitwilligkeit auf. Gleichzeitig haben sie täglich selbst in der Bibel geforscht und geschaut, ob die Aussagen von Paulus wirklich mit dem übereinstimmten, was in der Heiligen Schrift zu finden ist. Und so müssen wir das tun: täglich die Bibel untersuchen und das Gehörte im Licht der Schrift überprüfen.
Gehorsam und Absonderung als Weg zur Erkenntnis
Und ein wichtiger weiterer Punkt ist das Prinzip von Johannes 7,17. Der Herr Jesus sagt: Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre erkennen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede. Das heißt: Erkenntnis gibt Gott als Lohn für Bereitschaft zum Gehorsam. Er sagt noch gar nicht: Wenn jemand meine Worte tut, sondern wenn jemand eben den Willen Gottes tun will. Also wenn die Bereitschaft da ist, wirklich das zu tun, was Gott sagt, dann gibt Gott Licht. Dann wird er erkennen, ob das aus Gott ist oder nicht.
Dann noch ein letzter Punkt: Absonderung vom Zeitgeist führt zur Erkenntnis des Willens Gottes. Das ist das Prinzip von Römer 12,2. Ich zitiere wörtlich: Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denkens, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.
Also hier wird gesagt, wir sollen uns der Welt nicht anpassen in unserem Denken. Für Welt steht hier im Griechischen aion, das bedeutet Zeitlauf, Welt, aber auch Zeitgeist. Dieses spezielle Wort gibt es im Deutschen so nicht. Die Engländer haben ja keines dafür, darum sagen sie Zeitgeist. Ein so tolles Wort: Zeitgeist trifft genau das Wort aion in diesem Zusammenhang.
Also: Seid nicht gleichförmig diesem Zeitgeist, sondern werdet verwandelt. Im Griechischen ist das ein Imperativ Durativ, das heißt: In einem Prozess werdet fortdauernd verwandelt, umgewandelt in eurem Denken. Und dann könnt ihr prüfen, was der Wille Gottes ist. Das hilft also, um überhaupt den Willen Gottes erkennen zu können. Und das gilt bei allen möglichen Fragen.
Da fragen junge Leute: Ja, wie kann ich wissen, welche Frau meine Frau werden soll? Ja, man muss den Willen Gottes erkennen. Wie kann man den Willen Gottes erkennen? Das ist eine wichtige Voraussetzung: dass unser Denken immer mehr von Gottes Wort geprägt wird anstatt vom Zeitgeist. Und dann kann Gott uns seinen Willen klarmachen.
Es ist nicht eine Frage der Bildung. Es hängt nicht davon ab, ob jemand Theologie studiert hat, sondern es hängt davon ab, ob wir eben den Zeitgeist ablehnen. Dann gibt Gott uns Licht.
Die Schöpfungsordnung als Ausgangspunkt
Jetzt steigen wir ins Thema ein, und zwar ganz vorne unter dem Titel „Die Geschlechter in der Schöpfungsordnung“. Wir beginnen da, wo wir uns alle sowieso einig sind. Also, ich erzähle jetzt einfach das, was wir sowieso alle glauben.
1. Mose 1,27: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie.“
Wahrscheinlich steht in den meisten Übersetzungen: „Mann und Frau schuf er sie.“ Das ist richtig so, aber ganz wörtlich heißt es im hebräischen Text: männlich und weiblich. Die Geschlechter werden hier betont. Das macht klar, dass die Geschlechterdifferenzierung von Gott gewollt ist, von Gott in der Schöpfung gewirkt ist. Das ist damit eine grundsätzliche Absage an jegliches Gender Mainstreaming.
Da sind wir uns alle einig, und ich denke, wir kämpfen alle dagegen. Und es ist auch eine Absage an jegliche Geschlechtervermischung, die gerade das wertvoll Weibliche und das wertvoll Männliche letztlich degradieren und zerstören will. Wir sollen gerade die Schönheit in beidem finden.
Reihenfolge, Verantwortung und Ergänzung
Nächster Punkt:
Der Mann wurde zeitlich vor der Frau erschaffen. So steht es in 1. Mose 2,7. Der Mensch wird geschaffen, aber die Frau noch nicht; sie kommt später, am selben Schöpfungstag. In 1. Timotheus 2,11 wird darauf Bezug genommen, und daraus wird ein Grundsatz abgeleitet. Also lesen wir das Alte Testament gleich von Anfang an im Licht des Neuen Testaments. Das ist unser Vorrecht. Die Menschen im Alten Testament hatten noch nicht das Licht des Neuen Testaments. Aber wir haben die volle Offenbarung der Bibel.
Darum 1. Timotheus 2,11-12: Eine Frau lerne in der Stille, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, noch über den Mann zu herrschen, sondern still zu sein. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Das ist die Argumentation. Im Zusammenhang wird also rückwirkend auf den Schöpfungsbericht in Kapitel 2 argumentiert. Daraus wird die Führungsaufgabe und die Autorität des Mannes im Kontrast zur Frau abgeleitet, hier jetzt in geistlichen Dingen.
Dritter Punkt:
Der Mann wurde nicht um der Frau willen erschaffen, sondern umgekehrt. 1. Mose 2,18 macht deutlich: Gott sagt, es ist nicht gut, nachdem er den Mann bereits erschaffen hatte, dass der Mensch allein sei. Und dann wird die Frau erschaffen, eben weil es nicht gut war, dass Adam allein war. Das wird auch im Neuen Testament wieder neu aufgegriffen, und zwar in 1. Korinther 11,9-10. Ich zitiere wörtlich: Denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.
Also geht es hier um die Bedeckung der Frau beim Beten und Weissagen. Da wird gesagt, die Frau soll ein Zeichen der Macht, unter der sie steht, auf ihrem Kopf haben. Übrigens sagt der Text nichts von Verhüllung. Katakalypto meint in 1. Korinther 11 ganz eindeutig, etwas auf dem Haupt zu haben. Denn im selben Text wird dieser Ausdruck parallel verwendet: etwas auf dem Haupt haben.
Und die Symbolik kennen wir, wenn wir das Judentum kennen. Das hilft oft, Dinge besser zu verstehen. Die Kippa im Judentum, allerdings getragen vom Mann, bedeutet dies: Es ist keine Verhüllung, nur etwas auf dem Kopf. Man kann jeden Orthodoxen fragen: Warum trägst du eine Kippa, wenn du die Tora liest oder auch sonst? Dann sagt er, das drückt aus, dass Gottes Autorität über mir ist. Also bedeutet etwas auf dem Kopf, dass Gottes Autorität über mir steht.
Hier wird also so argumentiert: Darum soll die Frau eine Macht, ein Zeichen der Macht, unter der sie steht, auf dem Haupt haben, um der Engel willen. Die Begründung ist eben, dass der Mann nicht wegen der Frau erschaffen wurde, sondern die Frau um seines Willens.
Damit will ich einfach einmal zeigen, wie das Neue Testament wirklich die Details des Schöpfungsberichts aufnimmt und von der Schöpfung her argumentiert, sowohl in 1. Timotheus 2 als auch jetzt in 1. Korinther 11. Es wird nicht von der Kultur her argumentiert, wenn das gesagt wird, sondern hier wird vom Schöpfungsbericht her argumentiert.
Herkunft, Auftrag und Stellung der Frau
Vierter Punkt: Der Mann ist nicht vor der Frau, und er ist nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Mann, aus einer Rippe.
1. Mose 2,21-22 zeigt, dass Gott die Eva nicht einfach unabhängig erschaffen hat. Er hat vielmehr eine Operation durchgeführt, eine Rippe von Adam entfernt und daraus Eva gemacht. Also ist die Frau aus dem Mann herausgenommen und erschaffen worden.
Darauf wird dann in 1. Korinther 11,8 abgeleitet. In Vers 7 wird gesagt, dass der Mann freilich nicht das Haupt bedecken soll, also kein Zeichen der Unterordnung tragen soll, im Gegensatz zur Frau. Denn der Mann ist Gottes Bild und Herrlichkeit, die Frau aber ist des Mannes Herrlichkeit. Und dann wird argumentiert: Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann.
Aber man muss hinzufügen: Gleich im Text danach wird zum Ausgleich gesagt, nämlich in 1. Korinther 11,11, dass weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau im Herrn ist. Denn so wie die Frau vom Mann ist in der Schöpfung, so ist auch der Mann durch die Frau. Alles aber von Gott.
Es gibt keinen Mann, der nicht von einer Frau geboren worden wäre. Und das ist einfach so. Paulus gleicht das also wieder aus. Aber er leitet doch auch ab: Das hat eine Bedeutung, dass eben die Frau aus dem Mann erschaffen worden ist, im Blick auf die Stellung. Man soll daraus aber keine falschen Schlüsse ziehen. Die Frau ist so grundsätzlich wichtig, dass es gar keine Männer ohne Frauen gäbe.
Dann der nächste Punkt: Der Mann erhielt Gottes Auftrag und Gebote in 1. Mose 2,15-17. Gott weist den Menschen an, den Garten zu bebauen und zu bewahren, in Vers 15 von 1. Mose 2. Und dann in Vers 16: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, wirst du gewisslich sterben.
Diese Gebote hat Adam von Gott bekommen, bevor Eva erschaffen war. Und das hat natürlich auch seine Bedeutung, denn es zeigt: Der Mann hat in diesen Sachen die Hauptverantwortung bekommen. Das sehen wir übrigens auch daran, dass beim Sündenfall die ganze Schöpfung der Vergänglichkeit und dem Fluch anheimgefallen ist wegen der Übertretung des Mannes, sagt Römer 5, nicht wegen der Frau. Also war die Verantwortung Adams im Sündenfall größer, und die Konsequenzen waren wegen des Mannes größer. Er hatte die Hauptverantwortung.
Und dann der vorletzte Punkt hier: Die Frau wurde als Hilfe geschaffen. Ich würde auch nie übersetzen: Gehilfin. Das wird ja auch für Gott benutzt, der unsere Hilfe ist. Also wurde die Frau als Hilfe und Ergänzung geschaffen. Ich zitiere 1. Mose 2,18: Und der Herr Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
Aber es macht klar: Die Frau wurde erschaffen, um den Mann zu ergänzen. Der Mann war nicht vollständig. Und es wäre wirklich so: Eine Welt ohne die Frau wäre eine kalte Welt. Man kann sogar sagen, im Schöpfungsbericht heißt es ja sechsmal, es war gut. Und erst nachdem die Frau erschaffen war, heißt es zum siebten Mal: sehr gut. Das ist wirklich eine ganz wichtige Pointe im Schöpfungsbericht mit der Schaffung der Frau.
Aber sie ist als Ergänzung geschaffen, und auch das weist uns darauf hin, dass der Mann die Hauptverantwortung bekommen hat, um den Auftrag zusammen mit seiner Frau zu erfüllen.
Und im gleichen Satz, das ist unser letzter Punkt hier: Die Frau wurde als seinesgleichen oder ihm entsprechend geschaffen. Das Hebräische kenegdo heißt „gegenüber ihm“, also gleichsam ihm gegenüber erschaffen. Das macht klar: Die Frau begegnet vom Schöpfungsbericht an, von der Schöpfung an, dem Mann auf Augenhöhe. Und diese Aussagen verurteilen jeden, der Frauen als Untermenschen oder überhaupt, wenn auch nicht so krass, als minderwertig betrachtet. Es ist ein Gegenüber.
Das habe ich jetzt hier nicht aufgeführt: Es ist auch interessant, dass Gott die Frau aus einer Rippe erschaffen hat. Das haben schon die alten Rabbiner beachtet und darüber diskutiert. Warum hat Gott sie nicht aus einem Fersen- oder Fußknochen erschaffen, damit sie eben nicht seine Sklavin sei, auf der er herumtrampelt? Warum nicht aus einem Stück der Schädeldecke, auch nicht, damit sie ihn beherrscht und intellektuell im Griff hat? Sondern die Rippe ist hier wirklich der Knochen, der dem Herzen am nächsten ist. Das ist der Grundgedanke Gottes: ihm gegenüber eine Hilfe, und zwar wirklich als Gegenüber des Herzens des Mannes.
Sündenfall und bleibende Ordnung
Jetzt kommen wir zum nächsten Punkt, dem Sündenfall und der Geschlechterordnung. Die Frau wurde durch die Schlange betrogen, sagt 1. Mose 3,6, nicht der Mann. Und genau das wird wieder aufgenommen, dieser Punkt in 1. Timotheus 2,14. Paulus sagt nämlich in diesem Zusammenhang nochmals in 1. Timotheus 2,12: Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, noch über den Mann zu herrschen, sondern still zu sein.
Jetzt argumentiert er mit der Schöpfungsordnung, denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und jetzt argumentiert er mit dem Sündenfall: Und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. Also neutestamentlich wird auf diesen Punkt Bezug genommen. Die Frau wurde betrogen, der Mann nicht.
Das bedeutet übrigens nicht, dass der Mann besser wäre. Was Adam gemacht hat, war viel schlimmer. Wenn man verführt wird, dann ist man auch verantwortlich. Als verführter Mensch ist man nach der Bibel nicht einfach ein Opfer. Aber es ist nicht dasselbe wie bei jemandem, der ganz bewusst und willentlich Gottes Gebote und Gottes Bund bricht. Und das hat Adam gemacht. Er wurde nicht betrogen, er hat entschieden: Ich breche den Bund. Es war viel schlimmer. Aber es geht nicht darum, hier in 1. Timotheus 2 zu sagen, wer schlimmer ist. Es geht darum, wer betrogen worden ist, wer reingelegt worden ist.
Und daraus wird als Grundsatz abgeleitet, dass der Mann autoritativ lehren soll, nicht die Frau. Und dann kommt 1. Mose 3,16b. Nach dem Sündenfall sagt Gott Folgendes: Zu der Frau sprach er: Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft mehren, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären. Und nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird, oder man kann hebräisch auch übersetzen: er aber soll über dich herrschen. Die Zukunftsform und die modale Form sollen ist im Hebräischen die gleiche Verbform.
Ja, und jetzt stellt sich zuerst die Frage: Wie ist das gemeint? Also die Frau hat Liebesverlangen nach dem Mann, und als Kontrast dazu soll der Mann über sie herrschen. Merkt man, im ersten Moment wirft das Fragen auf. Und wenn so etwas geschieht, dann ist es hilfreich, wenn man die Worte im Grundtext noch genauer analysiert.
Verlangen ist schon richtig übersetzt. Ich habe hier auf dem Skript vermerkt: Hebräisch heißt es Verlangen oder auch Anstrengung, etwas in seinen Besitz zu bekommen. So wird das in einem der Standardwörterbücher zum hebräischen Alten Testament, Gesenius-Puhl, die 17. Auflage seit 1890, erklärt. Und Anstrengung, etwas in seinen Besitz zu bekommen, das passt eigentlich sehr gut als Kontrast zu dem Verb herrschen, nicht wahr? Das sind zwei Arten von Herrschaft, eben nicht das gleiche Wort, aber es geht um ähnliche Gedanken.
Und es kommt ja dazu: In 1. Mose 4,7 kommt die Wortfolge wörtlich wieder vor. Es geht dort um Kain, der davor stand, seinen Bruder zu ermorden, und Gott sagt: Ist es nicht so, dass dein Angesicht sich erhebt, wenn du wohl tust? Und wenn du nicht wohl tust, so lagert die Sünde vor der Tür, und nach dir wird ihr Verlangen sein; du aber wirst über sie herrschen, oder sollst über sie herrschen.
Vielleicht steht bei Ihnen in der Bibel: Und nach dir wird sein Verlangen sein. Dann würde man sagen: Ja, das bezieht sich auf Abel, nicht auf die Sünde. Aber im hebräischen Text ist ganz eindeutig klar, dass es sich auf die Sünde bezieht. Aber es ist ein bisschen speziell: Sünde, chattat, ist normalerweise im Hebräischen weiblich, und hier wird das Wort Sünde männlich benutzt. Und zwar sieht man das daran: Wenn du nicht wohl tust, so lagert die Sünde vor dir, und das Verb lagern ist dort Maskulinum. Die Sünde lagert also männlich. Und darum bezieht sich eben das Weitere, und nach dir wird sein Verlangen sein, oder auf Deutsch muss man am besten übersetzen: Die Sünde nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.
Darum habe ich im Skript erklärt: Die Sünde will dich beherrschen, du aber sollst dich nicht davon beherrschen lassen, sondern sollst Herr über die Sünde sein. Ja, und das wirft wieder eben Licht zurück auf 1. Mose 3,16. Es geht jetzt hier nicht um das Liebesverlangen der Frau, eben dein Verlangen wird nach ihm sein, sondern dein Verlangen, ihn zu beherrschen, wird bei dir sein, und als Kontrast: er aber soll über dich herrschen.
Wobei zu sagen ist: Das Wort mashal, das für den Mann verwendet wird, ist ein Wort, das normalerweise ganz positiv für Könige, für Herrscher, für Vorsteher im Alten Testament benutzt wird. Und es ist so, dass mashal bedeuten kann: regieren, Herr sein, vorstehen. Daraus können wir schließen: Sie hat das Verlangen, ihn zu beherrschen, er aber soll die Führung übernehmen.
Das bestimmt Gott nach dem Sündenfall. Aber es ist nicht etwas Neues, denn das hat Gott so eben in der Schöpfung eingerichtet. Und das Neue Testament erläutert eben diese Dinge, dass die Frau nachher erschaffen wurde und um des Mannes willen usw. Das hat alles mit dieser Verteilung der verschiedenen Rollen zu tun. Das hat etwas zu bedeuten. Und jetzt wird klargemacht: Mit dem Sündenfall ist das nicht alles aufgehoben.
Und man muss sich ja im Klaren sein: Was war der Sündenfall bei der Frau? Beim Mann bewusst das Übertreten, bei der Frau war es Verführung. Aber trotzdem, es ging ja um alles oder nichts. Und sie hat das selbständig entschieden. Sie hat das nicht einmal mit dem Mann besprochen. Eva hatte die Gebote nicht einmal selbst von Gott bekommen. Und sie bespricht es nicht einmal mit Adam. Also sie hat wirklich, kann man sagen, die Stellung des Mannes eingenommen und für ihn entschieden.
Und jetzt wird eben darum so stark gesagt: Dein Verlangen wird sein, ihn zu beherrschen, er aber soll über dich regieren. Und im Neuen Testament wird diese Stelle aufgenommen, und zwar in 1. Korinther 14. Da sagt der Apostel Paulus im Zusammenhang mit diesem Text des Schweigegebots in der Gemeinde, 1. Korinther 14,34: Eure Frauen sollen schweigen in den Gemeinden, es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern unterworfen zu sein, wie auch das Gesetz sagt.
Und es gibt manche Kommentare, das können Sie nachschauen, die sagen, so eine Aussage kommt im Gesetz gar nirgends vor. Wahrscheinlich ist etwas Außerbiblisches gemeint. Was? Der erste Mose gehört doch im Judentum zur Tora. Die ganzen fünf Bücher Mose sind die Tora, das Gesetz, und es steht hier. Und so ist es ganz natürlich, dass hier eben auf dieses Gebot, auf diese Toraussage neutestamentlich Bezug genommen wird, und daraus wird etwas abgeleitet.
Und dann noch ein Punkt: In 1. Mose 3,16 wird die Schöpfungsordnung aus der Zeit vor dem Fall auch für die Zeit nach dem Fall für gültig erklärt. Aber es ist nicht eine neue Ordnung, die da eingeführt wurde, sondern sie wird bestätigt. Und in 1. Korinther 11 und 1. Timotheus 2 wird die Schöpfungsordnung im Neuen Testament auch für die Gemeinde, für die Christen, für gültig erklärt.
Das ist wichtig, weil man sonst sagen könnte: Ja gut, also die Schöpfungsordnung, das sind ja die ersten Kapitel der Tora, das gilt nur für Juden, das gilt nicht für Christen. Ja, und dann? 1. Korinther 11 und 1. Timotheus 2 machen ganz klar: Doch, die Schöpfungsordnung gilt auch für Christen. Und abgesehen davon: Was für Juden speziell gilt, für das Volk Israel, das ist ja der Bund vom Sinai, die Gebote vom Sinai, und das ist 2. Mose 19 und folgende. Und der Römerbrief macht klar: Der Christ steht nicht mehr unter dem Gesetz vom Sinai. Aber das sind nicht solche Gebote aus der Schöpfung.
Sondern es wäre vollkommen falsch, wenn man jetzt hier einführen würde: Also die Gemeinde hier sollte jetzt am Schabbat zusammenkommen, denn das ist eigentlich der richtige Feiertag für den Gottesdienst. Dann würde man die Christen unter das Gesetz vom Sinai stellen, und das wäre eine Irrlehre nach dem Galaterbrief. Aber wenn man sagt, dass die Schöpfungsordnung, also die Gebote von vor dem Bund am Sinai, dass die immer noch gültig sind, dann ist das genau in Übereinstimmung mit dem, was das Neue Testament ausdrücklich lehrt.
Beispiele aus dem Alten Testament
So, und jetzt gehen wir miteinander Beispiele durch von Diensten der Frau im Alten Testament. Ich habe ja eine beschränkte Zeit, und darum wäre das Thema eigentlich beliebig erweiterbar. Aber ich habe ein paar Punkte zusammengestellt, die besonders beachtenswert sind.
Miriam, die Prophetin, leitete den Gesang der Frauen nach dem Auszug aus Ägypten. Dazu lesen wir in 2. Mose 15,20. Nach dem Durchzug hat das ganze Volk Israel, mehrere Millionen Menschen, miteinander das Lied des Lammes gesungen, 2. Mose 15. Und dann steht in Vers 20, dass Miriam als Prophetin die Frauen angeführt hat mit dem Tamburin. Dann haben sie im Wechselgesang mit den Frauen gesungen. Also zwei Chöre, der Männerchor und der Frauenchor, die haben sich gegenseitig geantwortet. Mirjam als Prophetin war da die Leiterin beim Gesang des Frauenchors.
Miriam hatte also eine ganz hervorragende Stellung im Volk Israel. Aber in 4. Mose 12,1-16 stellte Miriam zusammen mit Aaron Moses Führungsaufgabe mit einem gabenorientierten Ansatz in Frage. Man kann das für sich nochmals nachlesen. Beide greifen Mose an und sagen: Hat Gott eigentlich nur prophetisch mit Mose gesprochen, nicht auch mit uns? Natürlich hat Gott auch mit Miriam gesprochen, sie war Prophetin. Ja, woher leitet er denn seinen Führungsanspruch ab?
Und dann hat Gott sich aber auf die Seite von Mose gestellt. Natürlich hatte Miriam eine Führungsgabe. Sonst hätte sie nicht die Hunderttausenden von Frauen anführen können. Das war eine Führungsfrau. Aber sie hätte nicht die Funktion bekommen, Israel aus Ägypten zu führen und durch die Wüste zu führen. Das war Moses Aufgabe. Also sie hat gabenorientiert argumentiert: Ich könnte das auch. Ja, warum nicht? Mose war ja seinerseits in der Überzeugung, mindestens anfangs, dass er überhaupt nicht fähig wäre für diese Führungsaufgabe.
Und dann wurde Mirjam aussätzig. Der Punkt war nicht, ob Mirjam begabt wäre, sondern ob Gott das so wollte. Und dann wurde sie aussätzig. Von Aaron wird das nicht gesagt. Das ist ein Hinweis, dass ihre Rebellion gegen Mose wohl noch pointierter war als der Aufstand bei Aaron.
Übrigens: Der gabenorientierte Ansatz, schreibe ich auf ein Skript, würde sagen, Miriam hätte gerade so gut Israel führen können wie Mose, denn sie war eine Prophetin, zu der Gott geredet hatte. Das haben wir gesehen.
Aber jetzt sollten wir auch noch darauf hinweisen, auf den gabenorientierten Ansatz bei der Rotte Koras in 4. Mose 16. Gott hatte einen Stamm aus Israel ausgewählt für das Priestertum, den Stamm Levi. Und aus dem Stamm Levi eine Familie, die Familie Aarons. Die Rotte Koras, das waren Leute aus dem Stamm Levi, aber sie waren keine Priester, weil sie aus einer anderen Linie im Stamm waren. Und die haben gesagt: Das, was Aaron kann als Hoher Priester, das können wir auch.
Es gibt einen ganz bekannten jüdischen Religionsphilosophen, der hat einmal gesagt: Im Alten Testament haben nur Männer den Priesterdienst ausgeübt. Das hat aber nichts zu tun mit einem göttlichen Grundsatz, sondern es ist aus praktischer Hinsicht so entstanden, weil das Tragen von Opfern zu schwer für Frauen wäre. Ach wo! Das ist überhaupt nicht der Punkt. Gott hat einfach so gesagt: So soll es sein. Denn Priester konnten auch ganz andere Aufgaben haben. Es gab zum Beispiel Medizinerpriester, die spezialisiert waren, um Leute, die Lepra hatten, nach 3. Mose 13 und 14 zu diagnostizieren. Es gab auch Aufgaben, die man nicht schwer tragen musste, und trotzdem war das ganz klar so beschränkt.
Und jetzt bei der Rotte Koras: Die konnten doch auch schwere Räucherpfannen mit heißen Kohlen tragen und ins Allerheiligste bringen, wie Aaron. Klar, aber das war nicht der Punkt, ob sie es können, sondern der Punkt war: Gott hat gesagt, nein, das soll nur die Familie Aarons machen. Und sie haben sich aufgelehnt, und die Rotte Koras wurde von der Erde verschlungen.
Öffentliche Initiative und prophetische Frauen
Dann ein sehr schönes Beispiel: die öffentliche Initiative der fünf Töchter Zelowchats in 4. Mose 27. Das wäre ein schönes Predigtthema, nur so als Tipp.
Es geht hier um fünf Frauen, fünf Schwestern: Machla, Noah, Chogla, Milka und Tirza. Ihr Vater war verstorben. Und jetzt hatten sie plötzlich ein Problem. Es war immer noch während der Wüstenwanderung. Sie sagten sich: Wenn wir ins Land kommen, werden wir von dem verheißenden Land nichts kriegen, weil wir Mädchen sind. Aber wir möchten auch diesen Reichtum Gottes, den er seinem Volk versprochen hat, erben.
Und so gingen sie vor Mose. Jetzt lese ich in 4. Mose 27,2: Und sie traten vor Mose und vor Eleasar, den Priester, und vor die Fürsten und die ganze Gemeinde an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft und sprachen.
Man kann sich die Szene vorstellen: die Stiftshütte inmitten des Millionenvolkes, das dort herumlagert. Sie treten dort vor den Eingang hin, angesichts mehrerer Millionen Leute. Und dann sagen sie: Unser Vater ist in der Wüste gestorben. Er war nicht unter der Rotte derer, die sich in der Rotte Korahs gegen den Herrn zusammenrotteten, sondern er ist in seiner Sünde gestorben, so wie alle, die ausgezogen sind, wegen ihres Unglaubens starben. Und er hatte keine Söhne. Warum soll der Name unseres Vaters abgeschnitten werden aus der Mitte seines Geschlechts, weil er keinen Sohn hat?
Nicht wahr, da hätten gewisse Leute denken können: Diese fünf Töchter Zelowchats sind jetzt schon ein bisschen aufdringlich und irgendwie drängen sie sich da nach vorne und bringen ihre Angelegenheit vor Mose. Und jetzt noch mehr: Gib uns ein Eigentum unter den Brüdern unseres Vaters! Also richtig fordernd: Gib uns!
Und dann sehen wir, das war für Mose eine völlig neue Rechtsfrage. Mose brachte ihre Rechtssache vor den Herrn, und der Herr redete zu Mose und sprach: Die Töchter Zelowchats reden recht. Du sollst ihnen sicherlich ein Erbbesitztum unter den Brüdern ihres Vaters geben und sollst das Erbteil ihres Vaters auf sie übergehen lassen.
Und so weiter. Dann gibt es ganz neue Rechtsprechung, wie in solchen Fällen gehandelt werden sollte. Also eindrücklich, nicht wahr, wie sie da aufgetreten sind, und Gott gibt ihnen recht. Die Töchter Zelowchats haben recht.
Richterinnen, Prophetinnen und kluge Zurückhaltung
Nächster Punkt: Wir springen ein bisschen in der Heilsgeschichte zu Deborah, der Richterin. Das ist ja auch ihr Punkt in Richter 4.
Deborah ist als Frau Richterin in Israel. Aber auffällig ist, wenn wir den Bibeltext lesen: Richter 4,4. Dort heißt es: Deborah, eine Prophetin, die Frau Lapidots, richtete Israel in selbiger Zeit. Und sie wohnte unter der Deborahpalme zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim. Und die Kinder Israel gingen zu ihr hinauf zum Gericht.
Aber man muss die Details beachten. Wir wissen doch aus dem Alten Testament: Wo waren die Richter normalerweise? Im Stadttor. Dort war das Gericht, vergleichbar zum Beispiel mit dem Buch Ruth und auch anderen Stellen. Aber sie hat extra bei sich zu Hause unter der Deborahpalme entschieden. Da waren keine Männer da, die die Verantwortung übernommen hätten. Sie hat die Verantwortung übernommen. Als Richterin musste sie bei Rechtsfragen erklären, was die Bibel zu dem und dem Punkt sagt. Aber sie ist nicht ins Stadttor gegangen, sondern man könnte fast sagen demonstrativ, nein, einfach klar sichtbar für alle bei sich zu Hause unter der Deborahpalme.
Nächster Punkt: In dem Lied in Richter 5, das sie mit Barak gesungen hat, nennt sie sich selbst in Richter 5,7 eine Mutter in Israel. Es ist interessant, wie sie sich selbst sieht. Sie sah sich nicht als einen Vaterersatz für Israel, sondern sie sah sich als Mutterfigur in Israel. Und genau das brauchen wir: Mütter in Israel, Mütter im Volk Gottes, Frauen, die so gestandene Frauen sind, die die Bibel kennen und die auch Auskunft geben können, wenn Leute kommen und fragen: Wie ist das eigentlich?
Und schön ist: In Richter 5,9 sagt sie, dass ihr Herz den Führern Israels gehört, den männlichen. Also denjenigen, die irgendwelche Verantwortung im Volk Gottes übernahmen, denen war sie zugetan. Mein Herz gehört den Führern Israels.
Und dann noch ein Punkt: Deborah wollte nicht General sein über die Armee Israels. Müssen wir noch nachlesen, Kapitel 4, Vers 6: Und sie sandte hin und ließ Barak, den Sohn Abinoams, von Kedesch-Nafthali rufen. Und sie sprach zu ihm: Hat nicht der Herr, der Gott Israels, geboten: Gehe hin und ziehe auf den Berg Tabor und nimm mit dir zehntausend Mann von den Kindern Naftalis und von den Kindern Sebulons? Und ich werde Sisera, den Heeresobersten Jabins, zu dir ziehen an den Bach Kison samt seinen Wagen und seiner Menge, und ich werde ihn in deine Hand geben.
Also: Sie gibt im Namen Gottes Barak den Auftrag. Er soll die Armee führen und jetzt den Sieg für Israel erstreiten. Und wie reagiert dieser Mann in einer Zeit, in der die Männer ihre Verantwortung nicht übernehmen? Und Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so gehe ich. Wenn du aber nicht mit mir gehst, so gehe ich nicht.
Was ist das für ein Mann? Gott sagte ihm, er müsse das tun, und er sagte: Ja, ich gehe, aber da musst du mitkommen. Gut, was sagt die Mutter in Israel? Interessant, da sprach sie: Ich will wohl mit dir gehen, nur dass die Ehre nicht dein sein wird auf dem Weg, den du gehst. Denn in die Hand einer Frau wird der Herr den Sisera verkaufen. Und Deborah machte sich auf und ging mit Barak nach Kedesch.
Also, sie sagt: Ich gehe mit, aber dann wirst du nicht die Ehre des Sieges haben. Das sollte eine Frau, Jael, dann als Ehre bekommen. Aber sehen wir: Sie wollte nicht General sein. Aber sie war bereit, den General zu unterstützen, eben im Sinne von Hilfe, dieses Grundprinzip, als Hilfe und Unterstützung da zu sein. Und hier Hilfe in einer sehr hohen Funktion. Aber nicht sie führt Israel und die Armee.
Dann ein weiterer Punkt: Die Prophetin Hulda zur Zeit Jeremias. Da sagt man auch: Ja, seht ihr, das war auch eine Prophetin Gottes, so wie Jeremia, ja, so wie Jeremia. Und dann lesen wir in 2. Könige 22,14 und folgende und in der Parallelstelle 2. Chronika 34,22: Die Delegation des Königs geht zu der Prophetin nach Hause. Es wird sogar gesagt, wo sie wohnte: im zweiten Stadtteil. In der Mischne, das war diese westliche Erweiterung der Stadt Jerusalems, damals von Davids Stadt nach Westen. In der Königszeit wurde dort erweitert. Dort wohnte sie, und die gingen zu ihr nach Hause.
Auch da wieder auffällig: Die Prophetin Hulda tritt nicht auf wie zum Beispiel Jeremia, exponiert im Tempel, im Stadttor, sondern sie ist Prophetin Gottes. Und sie sagt diesen Männern, was Wille und Gottes Wort ist. Aber die Diskretion in der Art und Weise, wie sie es tut, ist einfach auffällig. Es gibt keine Frau, die so wie ein Jeremia auftritt, aber es gibt Frauen, die wirklich treu als Prophetinnen aufgetreten sind.
Weisheit, Lehre und die Bedeutung der Mütter
Ein nächster Punkt: Das Lob der tugendhaften Frau krönt das Buch der Sprüche mit einem Akrostichon. Ich erkläre das gleich. In Sprüche 31,10-31 haben wir ein solches Gedicht.
Wir machen gleich eine Pause. Es ist so, dass Akrostichon bedeutet: Es sind 22 Verse, und der erste Vers beginnt mit dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, der zweite mit dem zweiten und so weiter, durch alle 22 Buchstaben von Aleph bis Taw. Es ist also ein ganz besonders kunstvolles Gedicht. Es beschreibt eigentlich Gottes Gedanken über die Frau, die Frau nach Gottes Plan, die vorbildliche Frau. Damit wird das Weisheitsbuch der Sprüche abgeschlossen.
Und nicht von ungefähr ist das Wort Weisheit, das so oft im Buch der Sprüche vorkommt, weiblich: Chochma. Sie wird gewissermaßen dann personifiziert in der gottgefälligen Frau. Und da wird gezeigt, was die Frau alles tut. Da können wir jedem den Wind aus den Segeln nehmen, der uns irgendwelche Vorwürfe macht und sagt: Ja, die Frau in der Bibel, die ist so verachtet, die ist nichts, die kann auch nichts, darf auch nichts und so weiter. Oh, die haben noch nie das Alte Testament wirklich gelesen und die Schönheit dieser Texte wirklich aufgenommen.
Und dann kommt noch dazu: Sprüche 31 stammt eigentlich von einer Frau, denn der erste Vers in Sprüche 31,1 sagt, dass die Mutter von Lemuel das alles ihrem Sohn weitergegeben hat. So, jetzt machen wir Pause, unbedingt zehn Minuten. Vielen Dank, das ist meine Rhapsodie in D-Moll über, ich kürze die Fassung, über die israelische Landeshymne, HaTikva, die Hoffnung. Wir machen noch weiter bis neun Uhr, habe ich gedacht, und dann hätten wir noch eine Viertelstunde für Q and A, Fragen und Antworten.
Also, wir haben bereits gesehen: Dieses wunderbare Gedicht krönt das Sprüchebuch. Ein Lob auf die Frau als Frau Weisheit. Und dann zusätzlich die Entdeckung, dass Sprüche 31,1, also schon vor dem Gedicht, klar macht, dass eigentlich das ganze Kapitel auf eine Frau zurückgeht: Worte Lemuels, des Königs, Ausspruch, womit seine Mutter ihn unterwies. Und man merkt: Das ist ein erwachsener Sohn. Sie spricht mit ihm über Probleme der Sexualität, über das Problem des Alkohols, und dann zeigt sie, was die Frau nach Gottes Gedanken ist. Also ganz schön. Und das Kapitel wurde dann von dem Sohn aufgeschrieben, aber es ist eigentlich das, was er von seiner Mutter mitbekommen hatte. Sehr speziell.
Eben neben dem, dass Vers 1 sagt: womit seine Mutter ihn unterwies, steht in Sprüche 31,26 von der tugendhaften Frau: Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und liebreiche Lehre ist auf ihrer Zunge. Also sehen wir auch da die Frau, die liebreiche Lehre weitergibt. Das weist auch hin auf ihre Art, auf ihre frauliche Art, in der sie das Wort Gottes weitergibt.
Und dann ein letzter Punkt noch, da sollte er hier eigentlich abgesetzt sein: die Bedeutung der Königsmütter. Ich habe hier eine ganze Serie von Stellen aufgeschrieben, und es gäbe noch mehr. Ich lese einfach ein Beispiel: 1. Könige 14,21.
Nämlich in der Beschreibung der Königszeit nach David und Salomo, dieser Jahrhunderte von Geschichte Israels, da wird ständig immer wieder wie ein Refrain, wenn ein neuer König eingeführt wird, etwa Folgendes gesagt: 1. Könige 14,21: Und Rehabeam, der Sohn Salomos, regierte in Juda. Einundvierzig Jahre war Rehabeam alt, als er König wurde, und er regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem, der Stadt, die der Herr aus allen Stämmen Israels erwählt hatte, um seinen Namen dorthin zu setzen; und der Name seiner Mutter war Naama, die Ammonitin usw.
Jetzt kann man all diese Stellen durchgehen. Ständig wird gesagt, wie die Mutter des betreffenden Königs hieß. Es ist so: Alle Könige Israels waren Männer, mit einer Ausnahme, die Hexe Atalia. Die hat ja die Herrschaft an sich gerissen, diese abscheuliche Frau. Und wenn ich sage, abscheuliche Frau, es gibt auch ganz viele abscheuliche Männer in der Bibel, nebenbei gesagt. Aber diese Atalia war eine abscheuliche Frau, und das war nicht irgendwie das Beispiel von einer Frau Gottes, die Königin war. Es waren immer Könige, aber der Geist Gottes betont so ständig und wiederholt, wie ein Refrain: der Name seiner Mutter war. Und das zeigt die Bedeutung der Frau für die Weltgeschichte ganz allgemein und auch für die Geschichte Israels ist enorm.
Und zwar: Wer ist es, der die Kinder am meisten prägt? Das ist die Mutter. Heute ist es ja zum Beispiel im Judentum so: Wenn jemand nach Israel gehen will und sofort als israelischer Bürger angenommen werden will, dann muss er nachweisen, dass seine Mutter Jüdin ist. Wenn der Vater Jude ist, dann muss er auch nachweisen, dass er Judentum praktiziert. Und das ist ja irgendwie ein bisschen seltsam. Im Alten Testament sind ja die Geschlechtsregister gerade typischerweise die Männerlinie, die Vaterlinie. Aber seitdem man die Geschlechtsregister verloren hat, im Jahr 70 wurden sie ja verbrannt durch die Römer in Jerusalem, das Archiv wurde vernichtet, jetzt ging es darum: Wie kann man beweisen, wer Jude ist? Der Nachweis der Mutterschaft ist einfacher als der Vaterschaft. Die Mutter kann sagen: Das war mein Baby, ja, das habe ich auf die Welt gebracht. Beim Vater ist es schwieriger, und darum wird das sofort akzeptiert. Wenn man nachweisen kann, die Mutter ist Jüdin, dann ist man sofort Volljude.
Und noch etwas: Die Mutter ist auch die, die am meisten prägt und das jüdische Sein einpflanzt in die Kinder. Es war so wie eine richtige jüdische Mama, die sagt von ihren beiden kleinen Jungs: „Fünf, das ist der Michael, das ist unser Arzt, und Jonathan, der Vierjährige, das ist unser Rechtsanwalt.“ Ja, das ist ein bisschen übertrieben, aber ich bleibe einfach dabei, um die Wichtigkeit der Mütter zu zeigen, die die nächste Generation ganz entscheidend formen. Und eben in dem, was geschehen ist in der Geschichte Israels, in der Geschichte der Könige, da haben die Mütter eine ganz entscheidende Rolle gespielt, aber eben auf eine andere Art als Männer. Aber ist das weniger wertvoll?
Und dann vielleicht noch zum Schluss ein Hinweis auf Sacharja 12,10-14, eine ganz interessante Stelle. Es geht dort um die Wiederkunft des Messias in der Zukunft, wenn Jesus Christus auf dem Ölberg erscheinen wird und Israel ihn dann sehen wird. Und da steht in Sacharja 12,10: Und ich werde über das Haus Davids und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, gleich der Wehklage über den Eingeborenen, und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt.
Jesus Christus wird wiederkommen, und da steht: Sie werden auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben. Nur so nebenbei: Er war in Jerusalem und kam mit einem Taxifahrer ins Gespräch über den Glauben, und das gerade angesichts des Ölberges. Da hat er mich gefragt, ob ich glaube, dass der Messias kommt. Und ich habe gesagt: Ja, ich glaube, dass der Messias kommt, aber ich glaube auch, dass er schon gekommen ist. Und zwar das erste Mal. Da wurde er hier in Jerusalem gekreuzigt. Aber das zweite Mal, wenn er kommt, werden sie dann auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben. Aber das zitierte er aus Sacharja. Da sagt er in Sacharja: Wehibitu elay et ascher dakaru. Und dann wird Israel wehklagen: Es war der Messias, und wir hatten ihn damals verworfen. Es wird eine nationale Wehklage geben. So ergreifend die Szene.
Und jetzt lese ich weiter: An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein, wie die Wehklage von Hadadrimmon im Tal Megiddo. Das war in der Geschichte der Könige. Und wehklagen wird das Land, jedes Geschlecht für sich: das Geschlecht des Hauses Davids für sich und ihre Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Natans für sich und ihre Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Levis besonders, oder für sich, und ihre Frauen für sich, das Geschlecht der Simeiter für sich und ihre Frauen für sich, alle übrigen Geschlechter, jedes Geschlecht für sich und ihre Frauen für sich.
Ganz Israel, das dann noch überlebt, wird Buße tun, eine nationale Wehklage im ganzen Land. Und es wird gesagt: Die Männer werden für sich klagen, und die Frauen werden für sich klagen. Und jetzt versteht man auch, warum an der Klagemauer eine Separation ist. Da beten die Männer, da beten die Frauen. Manche denken, das ist doch komisch, wieso? Ja, also erstens mal: Alle beten da öffentlich. Aber die Frauen für sich, die Männer für sich.
Und noch etwas: Damit wird auch betont, jeder muss selber vor Gott seine Schuld erkennen, bereuen und umkehren. Der Glaube des Mannes nützt nichts für die Frau. Genauso wie der Glaube der Eltern nichts für die Kinder nützt. Die Kinder müssen sich selber bekehren. Kein Wert, wenn die Eltern uns nochmals bekehren. Das bringt dann für ein unbekehrtes Kind nichts. Jeder muss umkehren. Und auch in der Ehe ist es nicht so, dass die Frau von dem Glauben ihres Mannes leben darf. Es gibt es auch umgekehrt: Es gibt Männer, die leben eigentlich auf Kosten des Glaubens ihrer Frauen. Nein, jeder steht ganz persönlich vor Gott für sich. Aber eben hier sind die Geschlechter so getrennt in dieser öffentlichen Bußfeier.
Frauen im Neuen Testament
So, und jetzt gehen wir zum Neuen Testament. Im Gegensatz zu den Männern gibt es im Neuen Testament keine einzige Frau, die den Herrn radikal ablehnte. Das ist eine Beobachtung, wenn man das ganze Neue Testament durchliest. Das ist schon eindrücklich.
Und als der Herr das Kreuztragen nach Golgatha hinausgeht, Lukas 23,28, da lesen wir, dass die Töchter Jerusalems über den Herrn weinten, nicht die Söhne Jerusalems. Die Töchter Jerusalems, die haben das gesehen, und manche Frauen waren wirklich außer sich, als sie gesehen haben, was da geschieht. Und der Herr sagt: Weint nicht über mich, sondern über eure Kinder. Es kommt noch eine Katastrophe.
Drittens: Die Frau von Pilatus warnte ihren Mann im entscheidendsten Moment. Als dieser Mann davor stand, sich kraft seines Amtes als Richter in schwerster Weise zu verschulden, lässt sie ihm eine Delegation schicken und sagt: „Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn viel habe ich um seinetwillen gelitten im Traum.“ Eine Frau wollte ihn noch abhalten, die Frau von Pilatus.
Eine der wichtigsten Personen, die den Messias erwartete, das war die Prophetin Hanna. In Lukas 2,36-38 wird sie beschrieben, wie sie im Tempel war, Tag und Nacht dort betete, und sie wartete auf den Messias. Und dann, als sie schließlich den Messias sah, etwas älter als einen Monat, als die Eltern das Kind für die Darbringung des Erstgeborenen brachten, für das Ritual nach der Tora, dann sieht sie den Messias im Tempel zum ersten Mal, ein kleines Baby, aber sie erkennt den Messias. Und dann lesen wir, dass sie zu allen redete, die in Jerusalem auf Erlösung warteten. Aber sie trat nicht als Predigerin im Tempelbezirk auf, sondern sie hat all diese Kontakte, die sie hatte, benutzt, um klarzumachen: Ich habe den Messias erlebt, der ist da.
Und dann der nächste Punkt: das Gebet Hannas in Gegenwart von Männern. Da war Simon da, auch Josef, Maria, Lukas 2,38. Und dann lesen wir, wie sie spontan, als sie da den Messias erlebte, den Herrn Jesus als Kind, wie sie da gebetet hat im Tempel. Aber es handelte sich nicht um einen Gottesdienst im Tempel, wie bei Sukkot, beim Laubhüttenfest. Da hat man sich zu Tausenden, aber Tausenden versammelt im Frauenvorhof usw. Es war nicht so.
Zeugnis, Begleitung und Dienst in der Gemeinde
Nächster Punkt:
Die erste Missionarin in Samaria war die samaritische Frau am Jakobsbrunnen, wie uns Johannes 4 beschreibt. Sie gab Zeugnis darüber, wie der Herr sie ins Licht Gottes gestellt hatte. Das ist ein so schöner Abschnitt: Der Herr spricht mit dieser Frau ganz persönlich und beginnt nicht gleich mit ihrem Problem. Stattdessen bittet er sie um einen Dienst. Sie ist erstaunt. Das Gespräch entwickelt sich immer weiter, bis er schließlich sagt: Ruf doch deinen Mann!
Ich habe vor kurzem eine Auslegung gelesen von jemandem, der sagte: Also, Jesus hat hier diese Frau nicht verurteilt. Ach, woher? Aber er hat nicht mit dem Holzhammer gearbeitet. Er hat sie so wunderbar ins Licht Gottes gestellt. Er hat gesagt: Ruf deinen Mann! Sie antwortet: Ich habe keinen Mann. Da sagt er: Du hast recht geredet, dass du keinen Mann hast; denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Sie war fünfmal verheiratet. Jedes Mal ging es schief. Und sie hat nicht aufgegeben. Dann hat sie wieder einen geheiratet, und am Schluss hat sie dann noch im Konkubinat gelebt. Der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Und dann spricht der Herr mit ihr über ganz andere Dinge.
Dann geht sie nach Samaria hinein und sagt: Seht, ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Wie, alles gesagt? Er hat nur gesagt: Fünf hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Aber wieso sagt sie: Der hat alles gesagt, was ich je getan habe? Ja, sie war ins Licht Gottes gestellt.
Und dann sagt sie: Das ist doch nicht der Messias. Und dann kommt die Volksmenge und begegnet dem Herrn, und es kommt zu einer gewaltigen Erweckung.
Ich habe einmal eine Auslegung gelesen, in der einer schrieb: Seht ihr, diese Frau war eine Zeugin, und Zeugnis geben ist Autorität ausüben. Wie? Also wenn jemand sagt: Einer, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, das ist doch nicht Autorität ausüben. Aber sie hat Zeugnis gegeben. Sie war ergriffen und hat Zeugnis abgelegt. Und dann hat dieser Ausleger gesagt: Und noch etwas, Zeugnis geben ist eigentlich eine apostolische Aufgabe. Apostelgeschichte 1,8: Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in Judäa, Samaria bis ans Ende der Welt. Also wird dann quasi eine halbe Apostolin aus ihr gemacht. Das ist doch Hineinlesen in den Text.
Der Text sagt wirklich: Diese Frau ist spontan gegangen, hat erzählt. Und wieder: Das war kein Gottesdienst. Aber sie ist gegangen, hat den Leuten erzählt, und die Massen sind gekommen. Sie war wirklich der Auslöser für die Erweckung von Samaria.
Nächster Punkt:
Die Begleiter des Herrn gemäß Lukas 8,1-3. Da werden die zwölf Apostel erwähnt und Maria Magdalena, Johanna, Susanna und, wie gesagt, viele andere Frauen. Das war auffällig: Der Rabbi aus Galiläa hatte nicht nur Männer als Schüler, sondern Frauen waren mit dabei. Und das macht deutlich: Die Frau muss die Bibel studieren und kennen. Gründlich. Aber das wissen wir schon aus dem Alten Testament. Eine Deborah, die kannte die Bibel. Und so hat der Herr eben auch diese Frauen unterwiesen und geschult für den späteren Dienst.
Dann möchte ich noch hinweisen auf das vom Herrn selbst geforderte öffentliche Bekenntnis der Frau mit dem Blutfluss in Lukas 8,47. Wir kennen alle diese Geschichte: die blutflüssige Frau, die ihr ganzes Vermögen an Ärzte gegeben hatte, und niemand hatte sie heilen können. Dann geht sie in der Volksmenge und berührt das Kleid des Herrn, und sie wird geheilt. Und sie denkt: Jetzt kann ich so unbemerkt davongehen. Und der Herr sagt: Wer war das?
Ganz erschrocken. Das war also nicht eine Frau, die sich gerne nach vorne drängt. Aber der Herr fordert, dass sie Zeugnis ablegen musste vor den anderen. Das war aber nicht in der Synagoge. In der Synagoge haben Frauen nicht gepredigt, aber hier in der Öffentlichkeit. Ja, was war das mit den Töchtern Zelofhads? Die sind auch in der Öffentlichkeit aufgetreten und haben ihre Rechtssache vor Mose vorgebracht. Und diese Frau musste auch hier Zeugnis ablegen.
Und dann, nächster Punkt:
Die öffentliche Bemerkung einer Frau aus der Volksmenge in Lukas 11,27. Das war eben auch nicht in der Synagoge, sondern bei einer Versammlung unter freiem Himmel. Das hatte einen anderen Charakter als eine Synagogenzusammenkunft, einen Synagogengottesdienst. Lukas 11,27: Der Herr predigt oder spricht zu der Volksmenge, und dann heißt es: Es geschah aber, indem er dies sagte, erhob eine gewisse Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glückselig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast.
Er aber sprach: Ja, vielmehr glückselig, die das Wort Gottes hören und bewahren. Man muss sich die Szene vorstellen: Das war eine riesige Volksmenge. Die Frau reagiert da spontan, und der Herr geht darauf ein, korrigiert sie ein bisschen und sagt, was noch wichtiger ist als das, was Maria getan hat.
Auferstehung, Hausgemeinde und Mitarbeit
Nächster Punkt: Frauen waren die ersten Zeugen der Auferstehung Christi. Matthäus 28 und Johannes 20 machen das klar. Warum? Es war einfach so. Warum? Auf jeden Fall wurden die Frauen dadurch ganz besonders geehrt.
Es ist ja auch so: Die Evangelien betonen, dass es Frauen waren, die ersten Zeuginnen. Das ist dann auch gleich ein wichtiges Argument für die Glaubwürdigkeit der Evangelien, denn nach römischem Recht hatte eine Frau keine Bedeutung als Zeugin vor Gericht. Also: Wenn man das Evangelium dann den Heiden bringen wollte und sagt: Übrigens, wisst ihr was, da waren Frauen, die haben das gesehen, Frauen, dann müssen wir sowieso nicht glauben. So wäre die Reaktion eines Heiden gewesen. Und trotzdem: Es waren Frauen. Und das zeigt eben, es war genau so. Es ist auch genau so geschehen. Und darum haben die Evangelisten das nicht geändert. Die sind dazu gestanden, haben es auch nicht verschwiegen, sondern haben es ganz klar so aufgeschrieben.
Dann weiter: Es war Maria Magdalena, die die Botschaft des Auferstandenen den zwölf Aposteln übergeben durfte. Der Herr sagt in Johannes 20,17-18: Gehe zu meinen Brüdern und sage zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater und zu meinem Gott und zu eurem Gott. Aber das war nicht im Rahmen eines Gottesdienstes. Aber sie musste zu ihnen gehen und diese Botschaft übermitteln. Das war ihr Auftrag.
Maria, die Mutter von Markus, dem Evangelisten, hatte die Gemeinde bei sich zu Hause, sagt Apostelgeschichte 12,12. Sie hatte offensichtlich ein großes Haus in Jerusalem. Die Gemeinde durfte sich dort versammeln. Lydia ist der erste gläubige Mensch aus Europa, deren Namen uns durch die Bibel mitgeteilt wurde, Apostelgeschichte 16,14. Unter den ersten Gläubigen von Athen wird eine Frau neben einem Mann namentlich genannt, Apostelgeschichte 17,34.
Und das Beispiel in Apostelgeschichte 18 ist so schön: Aquila und Priscilla legten Apollos den Weg Gottes genauer aus. Die hatten ihn in der Synagoge sprechen gehört und gemerkt: Gut, aber es fehlt noch einiges. Und da ist nicht Priscilla in der Synagoge aufgestanden und hat das noch ein bisschen ergänzt, auch nicht Aquila. Die haben ihn zu sich nach Hause eingeladen, und gemeinsam als Ehepaar haben sie diesen Mann weitergeführt. Das war auch nicht im Rahmen eines Gottesdienstes, aber sie haben das gemacht, zusammen.
Und dann 1. Korinther 11,5, da kommen wir das nächste Mal noch dazu, ausführlicher, aber nur in Kürze: Da steht doch wirklich: Jede Frau, die betet oder weissagt ... Aber wir werden nächstes Mal noch das ganz genau analysieren, diese Texte in 1. Korinther 11 und 14. Wichtig ist in dem Zusammenhang: In 1. Korinther 11,1-16 wird der Rahmen nicht genannt, in welchem Rahmen die Frau weissagt oder betet. Aber in 1. Korinther 14,34, wo wir das Schweigegebot dann nächstes Mal im Detail auch mit den griechischen Ausdrücken und so weiter analysieren werden, dort wird gesagt: in der Gemeindezusammenkunft.
Dann Phoebe, die Dienerin, Diakonin, von der Gemeinde Kenchreä, wird in Römer 16,1 empfohlen und beschrieben als treue Frau. Hier ist nützlich zu wissen: Diakon, das Wort dia durch kon heißt im Griechischen Staub. Diakon ist jemand, der durch den Staub geht, eine Dienerin. Und dann sagt Paulus, sie war vielen, auch für Paulus, eine Prostatis. Das Wort heißt Helferin, Beistand, Fürsorgerin, Beschützerin. Es wird im Altgriechischen sogar verwendet für Vorsteherin.
Ich habe eine Auslegung gelesen, da sagt einer: Seht ihr, diese Phoebe, diese Diakonin, diese Dienerin war eigentlich eine Art Chefin. Ja, sie heißt Prostatis. Vorsteherin. Aber es ist ja immer so, in allen Sprachen ist das so: Ein Wort hat doch ein Bedeutungsfeld, nicht wahr? Es ist fast nie so, dass ein Wort nur eine Bedeutung hat. Und das ist eben das Problem, wenn man dann einen Brief mit Google übersetzt. Es geht meistens schief, weil Google dann irgendetwas aus dem Bedeutungsfeld wählt, und das passt dann im Zusammenhang nicht, ja? Und wenn man jetzt Römer 16 mit Google übersetzt und dann steht, die Phoebe, das war eine Chefin, und der Apostel Paulus sagt, sie war für viele, auch für mich eine Chefin, das ist typisch Google-Übersetzung. Aber wenn man übersetzt: Sie war vielen, auch für mich, ein Beistand, eine Fürsorgerin, dann geht das auf.
Nächster Punkt: In Römer 16 grüßt Paulus namentlich etwa acht Frauen und achtzehn Männer, an erster Stelle aber die Missionarin Prisca zusammen mit Aquila. Dann in dieser Reihe von Namen kommen Andronikus vor und Junia. Allerdings könnte man Junia auch als Männername verstehen, Junias. Aber schon in frühen Jahrhunderten wurde das meistens als Frauenname verstanden, also Andronikus und Junia. Und da steht: Sie sind unter oder bei den Aposteln ausgezeichnet. Und da wurde auch schon gesagt: Ja, seht ihr, diese Junia, das war eine Apostolin! Eine ausgezeichnete Apostelin! Ich werde nächstes Mal auf diese Stelle nochmals zurückkommen und zeigen, dass es sprachlich nicht funktioniert, sondern diese zwei, möglicherweise Ehepaar, Andronikus und Junia, die waren bei den Aposteln ganz besonders geachtet und ausgezeichnet, aber sie waren nicht Teil des Apostelkreises. Das werde ich nächstes Mal noch besprechen.
Dann möchte ich jetzt schnell zum Schluss kommen, noch drei Punkte:
Die vier Töchter des Philippus waren Prophetinnen, sagt Apostelgeschichte 21,8-10. Lukas traf sie in ihrem Haus an. Wichtig ist: Er hat sie nicht etwa beim Predigen in der Gemeinde erlebt. Und da haben schon viele aus dieser Stelle, aus diesen vier Töchtern, Predigerinnen in den Gemeinden gemacht. Aber Lukas beschreibt nur, wie er da auf Besuch kam, zu Philippus, und er hatte diese vier tollen Töchter, und die konnten alle prophetisch das richtige Wort zur richtigen Zeit sprechen.
Dann Evodia und Syntyche haben am Evangelium mit Paulus zusammen gekämpft, sagt Philipper 4,2-3. Wenn das hier gesagt wird, muss man sich überlegen: Wie kann man am Evangelium dienen? Welche Aufgaben gibt es da konkret zu machen? Und an dieser Stelle: Was wird hier Konkretes gesagt über die Art ihres Dienstes? Einfach, dass sie gekämpft haben. Aber was sie gemacht haben, wird nicht gesagt. Und darum muss man aufpassen, wenn man jetzt aus dieser Stelle plötzlich aus diesen zwei Frauen Predigerinnen in den Gemeinden macht. Dann liest man etwas hinein, was im Text nicht steht. Und wir müssen Texte haben, wo wir wirklich Beispiele haben, wo Frauen in den Gemeinden predigen. Das ist da nicht, aber wir haben so viele Texte, die zeigen, wie nach der Bibel ganz klar Frauen in so vielen Bereichen wunderbare Aufgaben erfüllen können.
Letzter Punkt: Titus 2,3 sagt, die alten Frauen sollen als Lehrerinnen des Guten die jüngeren Frauen unterweisen. Also diese generationenübergreifende Unterweisung: ein ausdrückliches Gebot der Bibel im Dienst für Frauen.
Ja, ich möchte hier zum Schluss kommen. Ein bisschen Überzeit gemacht, Entschuldigung. Ich habe jetzt doch noch Gelegenheit für ein paar Fragen, und ihr könnt mich ruhig in die Zange nehmen, ich nehme das keinem übel.
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