Einordnung und Ziel der Reihe
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Und damit willkommen zu Teil zwei dieser vielen nachgefragten Reihe zu Irrlehren. Damit alle folgen können: Was ist die Definition einer Irrlehre, was ist das überhaupt?
Ganz vereinfacht gesagt, damit du etwas in der Hand hast: Eine Irrlehre ist eine Behauptung, die christlich erscheinen möchte. Sie möchte also gern als christlich wahrgenommen werden, widerspricht aber dem neutestamentlichen Christentum. Sie sieht ganz christlich aus, aber sobald du die Bibel aufschlägst, merkst du, dass es mit dem Neuen Testament da irgendetwas nicht stimmt.
Und warum ist das wichtig, warum machen wir überhaupt diese Reihe? Mal abgesehen davon, dass sehr viele von euch danach gefragt haben und viele Gespräche, viele Analysen, viel Recherche und wirklich sehr viel Austausch hier hineingeflossen ist: Frag dich einfach selbst, wirst du gerne angelogen?
Die Frage ist ja schon mal nicht sonderlich intelligent, natürlich nicht, niemand wird gerne angelogen. Warum ist es so unangenehm, angelogen zu werden? Warum? Weil wir eine natürliche Wertschätzung für Wahrheit haben. Wahrheit ist uns als Menschen ein großer Wert, und deswegen stören uns Irrlehren, weil Irrlehren nicht die wahre neutestamentliche Lehre weitertragen und abbilden.
In den letzten Monaten haben wir sehr viele Gespräche geführt, Analysen durchgeführt, Untersuchungen angestellt und sehr vieles mehr. Und das hier sind die sieben Irrlehren, die jetzt gerade auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zukommen und jede Gemeinde auf dem Schirm haben sollte. Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Und wir versuchen unser Bestes in aller Schwäche, in aller Unzulänglichkeit. Bitte prüfe alles, was wir sagen, und behalte nur das Gute.
Die Frage nach Gewichtung und Korrektur
Ich möchte kurz mit einer Begebenheit einsteigen, die mich sehr herausgefordert hat. Das ist schon vor einiger Zeit gewesen. Ich werde manchmal in Gemeinden eingeladen, wo ich predigen darf. Und sehr häufig gibt es nach den Predigten, nach dem Gottesdienst, so ein Frage-Antwort-Treffen, eine Q-and-A-Session, nenn es, wie du es nennen möchtest.
So war es auch zu diesem Zeitpunkt, als ich bei der Gemeinde war. Ich hatte gepredigt, und danach gab es jedenfalls zusammen mit mir und einem der leitenden Pastoren dort eine Frage-Antwort-Runde. Ich verstehe mich mit diesem Pastor wirklich sehr, sehr gut. Da gibt es also jetzt irgendwie keinen zwischenmenschlichen Konflikt. Wir haben in manchen Punkten eine andere Position.
Jedenfalls war es so: Meine Frau Elisa hatte mich da auch begleitet. In diesem Moment lief alles wie immer. Man unterhält sich, es kommen Fragen aus der Gemeinde, und es ist wirklich ein sehr schönes Miteinander, sehr gute Fragen, die mich auch an manchen Punkten herausfordern.
Jedenfalls kommt dann eine Frage, und ich will das ein bisschen anonym erzählen. Jetzt kommt eine Frage zu einem ganz, ganz bestimmten Thema, mit dem ich mich sehr intensiv beschäftigt habe, über viele Monate und Jahre. Ich habe deutlich über tausend Seiten Literatur dazu gelesen, wirklich in der Materie, mich richtig versucht hineinzugraben, die griechischen und die hebräischen Originaltexte studiert und so weiter und so fort. Also ein Thema, bei dem ich nicht bei null anfange.
Diese Frage wird dann dem Pastor gestellt, der neben mir ist, wie gesagt, den ich sehr gern habe. Nun ist es so: Ich konnte aus der Antwort des Pastors schon merken, dass er bei dem Thema vielleicht nicht ganz am Anfang steht, aber dass das nicht sein Leib-und-Magen-Thema war. Und er fängt dann jedenfalls an und beantwortet diese Frage und kommt so von einem zum anderen. Währenddessen merke ich, wie er Sachen erzählt, bei denen ich denke: Bist du ganz sicher, ob das so stimmt?
Jedenfalls kommt es, wie es kommen muss: Er macht dann tatsächlich eine Aussage nach der anderen, die sehr klar und sehr deutlich dem neutestamentlichen Befund in dieser Angelegenheit widerspricht. Ich will dazu ganz deutlich sagen, dass es keine heilsrelevante Angelegenheit ist.
Aber jetzt ist die Pointe: Meine Frau Elisa sitzt auch dabei und guckt mich mit solchen Augen an, so nach dem Motto: Wirst du jetzt etwas sagen oder nicht? Und ich hatte ganz kurz einen Stoß im Herzen. Ich habe mich entschieden, in dem Moment natürlich nichts zu sagen. Warum? Das wäre in dem Moment total unangemessen gewesen. Da kommt der Gastprediger von außen und korrigiert jetzt vor der Kanzel irgendwie den Pastor. Das geht gar nicht.
Warum habe ich mich aber dafür entschieden? Gerade weil es ein Thema ist, das nicht heilsrelevant ist. Das heißt: ein Thema, bei dem man auch danach sagen kann: Hey, wollen wir dazu mal ganz kurz einen Austausch haben? Wollen wir die Argumente vergleichen? Warum du das so siehst und wie es vielleicht anders zu sehen sein kann? Aber das macht man dann unter vier Augen. Das hat nicht nur etwas mit Würde und Respekt zu tun, das hat auch einfach etwas mit der Gewichtung des Themas zu tun.
Wenn es aber bei dieser Situation um ein heilsrelevantes Thema gewesen wäre, wo wirklich das Heil, die Rettung und das ewige Leben davon abhängen, und dort dieser eine konkrete Pastor neben mir Sachen gelehrt, verkündet und verbindlich, autoritativ mit Lehre geleitet hätte, wo er die Leute vom biblischen Evangelium wegbringt, dann wäre es gewesen und geboten gewesen, dass ich ihm trotzdem widerspreche. Aber noch einmal: Es ging nicht um heilsrelevante Dinge. Deshalb habe ich dann vor anderen nichts dazu gesagt, sondern das klärt man unter vier Augen.
Warum erzähle ich dir diese Geschichte? Weil wichtig ist: Zum einen könnte mir das genauso passieren, und mir ist das auch schon in anderen Situationen passiert, wo mich danach Leute zur Seite genommen haben und gesagt haben: Hey, schlag das und das noch einmal nach. Und ich gemerkt habe: Oh ja, stimmt. Also das passiert wirklich allen. Das will ich wirklich deutlich dazu sagen.
Aber es ist auch wichtig, einfach zu wissen, welche Themen im Neuen Testament welche Priorität haben. Warum? Weil: Solange du nicht mit großer Klarheit sagen kannst, welche Themen in welcher Wichtigkeit stehen, woher soll ich denn dann wissen, dass du die wichtigen Dinge richtig einschätzt und nicht zum Beispiel sogar unerhebliche Dinge oder deine persönlichen Steckenpferde ins Zentrum rückst und damit das Evangelium verdrängst?
Also ich will sagen: Solange du nicht sagen kannst, welches Thema wie wichtig ist, woher soll ich denn dann wissen, ob du nicht vielleicht ein unwichtiges, nebensächliches oder sogar ein Randthema, weil es dein persönliches Steckenpferd ist, nimmst und ins Zentrum rückt und damit das Evangelium verdrängst? Das ist die Frage, die sich jeder von uns als Lehrer, als Leiter, Pastoren, Gemeindeleiter, Älteste stellen lassen muss. Auch Eltern und Großeltern, die ihre Kinder anleiten, müssen sich diese Leitfrage stellen lassen. Und im Grunde jeder einzelne Gläubige, weil wir dafür verantwortlich sind, unsere eigenen Seelen zu leiten.
Und was jetzt wichtig ist und was vielleicht nicht ganz so wichtig ist, dass es zumindest nicht Priorität eins und zwei hat, das ist nicht unsere Entscheidung, das ist nicht unsere Einschätzung, sondern das müssen wir uns eindeutig sagen lassen von Gottes Wort. Und Gottes Wort ist klar. Die Hauptaussagen des Neuen Testaments, die sind absolut sonnenklar.
Die meisten Leute, die meisten Leute auch hier, die das jetzt sehen und hören und ihre Bibel einmal im Jahr, ein bis zweimal im Jahr durcharbeiten, also ich meine jetzt die Bibel durcharbeiten, nicht Losungsbücher oder Begleitmaterialien, sondern die Bibel selbst, die meisten Leute, die die Bibel ein- bis zweimal oder dreimal, viermal im Jahr durcharbeiten, werden das bestätigen. Die Hauptthemen der Bibel, die großen Linien, die sind nicht schwer zu verstehen.
Die Erkenntnis ist meist nicht das Problem. Das Problem in der Praxis ist entweder, wir haben uns mit manchen Dingen noch nicht genug beschäftigt, oder aber, häufiger, wir wollen Dinge nicht zulassen. Wir wollen Konsequenzen nicht zulassen, sondern wir wollen es besser wissen. Das heißt, wir trotzen dem, was wir eigentlich versprochen haben zu halten. Wir haben uns ja versprochen, wir wollen uns ans Neue Testament halten, und trotzdem sagen wir manchmal: Nein, ich will das nicht akzeptieren.
Und das kann zu einer richtig, richtig destruktiven Überheblichkeit führen. Und dazu hier sehr eindrücklich meine Autorenkollegin Nicola Vollkommer:
Ein beispielloser Akt des eiskalten Trotzes, genau entgegen dem, was Gott immer wieder gesagt hatte über sein eigenes Wort. Atemberaubende Hybris gegenüber dem Herrn. Kommt es uns bekannt vor? Ist es nicht auch so in unserer Zeit, dass die Teile, die uns nicht passen, zerschnitten werden? Jungfrauengeburt passt uns nicht, kann ja nicht sein, raus damit! Ehe zwischen Mann und Frau? Nö, passt nicht mehr in den Zeitgeist, wir sind aufgeklärt, wir wissen es besser! Was gibt es sonst? Die Auferstehung Jesu? Das kann doch nicht sein, das ist ja symbolisch gemeint. Ja, und das ganz Alte Testament sowieso. Wenn wir schon dabei sind, nehmen wir das auch weg. Dass man Jesus nachfolgen soll, ihm gehorchen? Wie uncool ist das! Das Kreuz, Sühnetod, Jesus für mich nötig? Nö, er war halt ein guter Mensch, hat das einfach, na ja, er war ein gutes Vorbild für uns. Und wenn wir schon dabei sind: das übernatürliche Wirken Gottes? Nee, das passt zur Wissenschaft nicht. Das glauben Menschen doch nicht. Nehmen wir das auch raus. Hölle und Himmel? Nee, das ist alles eine Erfindung von religiösen Spinnern. Dass es ein Gericht Gottes gibt? Sowieso nicht. Und dann Neues Testament auch weg. Wisst ihr was? Irgendwann war man ja bei den Landkarten. Na ja, Israel und Israel gab es noch nie. Bis man zwei Hüllen hat, und mit zwei leeren Hüllen, liebe Freunde, kann man keine Gemeinde bauen, kein Reich Gottes bauen.
Das war übrigens keine echte Bibel, das war irgendein billiger Roman, den ich sowieso loswerden wollte. So, das war jetzt natürlich keine Bibel, die Nicola hier zerrissen hat, sondern ein anderes Buch.
Aber sie hat damit sehr anschaulich vor Augen gestellt, was viele von uns hier aus Erfahrung bestätigen können. Sobald von der heilsamen Lehre eine Sache rausgenommen wird, kann das ganz leicht zu einer Zerstörungswut führen. Auch wenn man mit guter Absicht vielleicht begonnen hat, eine Sache rauszunehmen oder beiseite zu tun, tritt dann häufig eine Zerstörungswut ein, sodass man noch mehr Dinge rausnimmt.
Und meine Wahrnehmung ist: Uns als Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz trifft das besonders hart. Warum? Weil viele von uns von Haus aus, Hand aufs Herz, nicht gut darin sind, zwischen den wichtigen und den unwichtigen Themen zu unterscheiden.
Dann ist ein nächstes Vorhaben, dass wir sagen: Hey, wir bringen noch einmal Sachen raus, Materialien, wie Leute Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Da sind wir gerade dabei. Wir bringen demnächst noch ein Bibelhandbuch heraus. Ich lese zum ersten Mal den Judasbrief, ich lese zum ersten Mal den Hebräerbrief. Worauf muss ich achten? Was sind so die Stolperfallen und so weiter? Und dann wollen wir noch herausbringen ein Buch, wo es darum geht: Was sind eigentlich wirklich die Grundlagen des christlichen Glaubens und was sind so Nebenthemen?
Denn ich merke ganz häufig, vor allem in freien Gemeinden, die hauen sich die Köpfe ein wie sonst irgendwas. Im Internet gehen sich die Leute an die Gurgel. Es geht aber nicht um so Sachen wie Sühnetod, nicht um so Sachen wie zwei Naturen, nicht um die Sachen wie: Gibt es ein jüngstes Gericht und Versöhnung? Sondern da geht es dann um: Darf ein Schlagzeug in der Gemeinde stehen? Und so, wo ich denke:
Die Lösung dazu ist, dass wir unsere Prioritäten klar bekommen, nämlich unseren Blick auf das Kreuz, auf den Tod und auf die Auferstehung von Jesus selbst. Dazu habe ich dir hier eine nicht öffentliche Nacherzählung der letzten Stunden von Jesus selbst aufgenommen, die schon vielen Menschen dabei geholfen hat, in eine tiefe Anbetung und in eine tiefe Erkenntnis von dem zu kommen, was Jesus für dich und was Jesus für mich getan hat.
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Die Gefahr, das Evangelium durch Politik zu ersetzen
Ja, ihr Lieben, und damit kommen wir direkt zur Irrlehre drei von sieben: der Politisierung, der Politisierung des Christentums.
So, da wollen wir uns jetzt einen Moment Zeit für nehmen, weil viele hier gespiegelt haben, dass das etwas ist, was gerade wirklich wichtig ist. Bei diesem ganzen Thema der Politisierung gibt es gleich mehrere Irrlehren, von denen du wahrscheinlich wissen solltest.
Einmal kann das noch vermeintlich harmlos sein, zum Beispiel mit dem Social Justice Gospel. Das heißt, das wäre dann die Aussage, so ungefähr: Jesus kam, um soziale Systeme zu verändern. Also Jesus steht dann für Gesellschaftsveränderung, für Linkstheologie, Social Gospel, Befreiungstheologie.
Ich könnte das jetzt alles wirklich großartig entfächern und entpacken, ich will nur mal die groben Linien skizzieren. Das heißt, der Gedanke ist so ganz grob: Jesus kam, um soziale Ungerechtigkeit gesellschaftlich zu verändern.
Anmerkung, Bewertung dazu: Das ist von Haus aus schon mal ein bisschen schwierig, sobald Leute eigentlich von Gerechtigkeit sprechen, wie sozialer Gerechtigkeit, aber sie meinen Gleichheit, wie soziale Gleichheit. Warum? Weil nicht jede Ungleichheit unbedingt die Folge einer Ungerechtigkeit ist. Das heißt also, Ungleichheit mit Ungerechtigkeit zu erklären oder sogar gleichzusetzen, das ist eine falsche Deutung. Und die kann dann selber zu Ungerechtigkeit führen.
Und dann ist so ein bisschen die Frage: Was ist Ursache, was ist Wirkung? Zum Beispiel führen die Lehren des Neuen Testaments dazu, dass wir als Christen auf neutestamentlicher Grundlage zum Beispiel gegen Sklaverei sein müssen. Also diese fürchterliche Vorstellung, dass Menschen angeblich Besitz wären. Logisch, es gibt für Christen keine andere Option.
Aber das ist eine Folge, das ist eine Konsequenz, das ist eine Ableitung aus dem Neuen Testament und aus den im Neuen Testament transportierten Lehren und aus dem im Neuen Testament transportierten Menschenbild. Das heißt, die Abschaffung der Sklaverei ist eine richtige Konsequenz aus dem Neuen Testament, wie sie auch heutige Sklavenhalter, wie zum Beispiel in Pakistan oder wie zum Beispiel in Mauretanien oder der Westsahara, dringendst bedenken und umsetzen sollten. Aber es ist nicht selbst die Kernlehre des Neuen Testaments.
Das heißt, du merkst schon das erste Muster: Politisierung kann leicht dazu führen, dass Folgen, Konsequenzen, Ableitungen aus dem Zentrum der Botschaft an die Stelle des Zentrums gesetzt werden. Das heißt, die Prioritäten werden verschoben. Und das kann sehr leicht dazu führen, dass Leute das biblische Evangelium von der Rettung des Sünders vor dem jüngsten Gericht verwechseln mit gesellschaftlicher Veränderung, gesellschaftlicher Transformation.
Und das kann dazu führen, dass man bestimmte innerweltliche Agenden, eine bestimmte gesellschaftliche oder bestimmte politische Ziele, eine politische Agenda, mit dem neutestamentlichen Evangelium vertauscht. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Leute sich zum Beispiel für bestimmte gesellschaftliche Programme eingesetzt haben. Nochmal: Die können auch sehr, sehr gut sein, wie zum Beispiel der Einsatz gegen Sklaverei, gegen Rassismus oder für Menschenrechte, für Lebensrecht, für Bildung, für Chancengleichheit. Alles richtig, richtig gute Dinge. Für die lohnt es sich, sich aufzureiben. Für die lohnt es sich, Kraft zu investieren, Schlaf, Geld und Lebenszeit. Wirklich, sage ich von Herzen.
Gleichzeitig aber wollen wir diesen Einsatz für diese Dinge nicht selbst bezeichnen als die christliche Sache. Das ist nicht die christliche Sache. Das ist eine logische Ableitung und eine richtige Ableitung aus der christlichen Sache, aus der Verkündigung von Jesus und aus der Lehre der Apostel, wie sie im Neuen Testament niedergeschrieben ist. Und es ist eine ehrenwerte Ableitung, aber es ist nicht selbst der Kern der Sache.
Jetzt mal ein oberflächlicher Vergleich, und ich hoffe, ich trete mit niemandem zu nahe, das ist nicht meine Absicht. Das wäre so ein bisschen, als ob man im Militär behaupten würde, die Kernaufgabe einer Armee wäre es, Suppen zu kochen. Nein, die Kernaufgabe eines Militärs ist es zum Beispiel, Zivilisten des Landes gegen Angreifer aus dem Ausland zu verteidigen, zum Beispiel. Dass das Militär jetzt selbst bei dieser Aufgabe mit Nahrung versorgt werden muss, das ist eine logische Konsequenz, das ist eine Ableitung. Aber es ist nicht selbst der Kern der Sache, es ist nicht selbst das Wesen der Sache.
Und das ist etwas, was viele hier, und ich auch, häufig bei sozialen Bewegungen wahrnehmen, die man aus dem Christentum ableitet. Häufig, wie gesagt, nicht immer, und ich will da wirklich der Letzte sein, der alles über einen Kamm schert. Es ist einfach eine Beobachtung: Häufig will man die Früchte, ohne aber die Wurzel, ohne aber den eigentlichen Kern der Sache.
Man will Gottes Segnungen, klar, wer nicht? Aber man will nicht unbedingt die Unterwerfung unter Gottes Herrschaft. Jeder will das Königreich, alle wollen das Königreich Gottes. Aber sie wollen nicht den König, den Herrn Jesus Christus. Sie wollen das Königreich ohne den König. Sie wollen die Segnungen, aber sie wollen nicht den einen, der alleine diese Segnungen geben kann, noch die Art und Weise, in der er sie gibt. Sie wollen ein Königreich, ein Reich der Brüderschaft, der Geschwisterschaft, der Moralität, der Ethik, des Friedens und des Glücks, aber sie wollen nicht beherrscht werden von dem einen Herrn Jesus Christus. Und das ist nicht möglich. Das Königreich kann nicht gehabt werden ohne den König.
Diese Art von Politisierung wird auch in Lausanne angesprochen und in Lausanne abgelehnt. Dort heißt es zum Beispiel, Zitat: „Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts und am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es das sogenannte soziale Evangelium, das von liberalen Theologen entwickelt wurde. Manche von ihnen verwechselten das Königreich Gottes mit christlicher Zivilisation im Allgemeinen und mit Sozialdemokratie im Besonderen. Und sie gingen dann weiter, sich vorzustellen, dass sie durch ihre eigenen sozialen Programme Gottes Königreich auf Erden bauen könnten.“ Zitat Ende.
Und dagegen noch mal ganz klar das Neue Testament, wo es heißt: 1. Timotheus 1,15: „Glaubwürdig ist das Wort und alle Annahme wert, dass Jesus Christus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten.“ Also wofür ist Jesus gekommen? Um Sünder zu retten, nicht um soziale Gleichheit zu bringen oder gesellschaftliche Reform.
Das sehen wir zum Beispiel, neben vielen anderen Beispielen, am Philemonbrief, dass die Umsetzung neutestamentlicher Prinzipien langfristig zur Veränderung vom Umgang und Verhalten innerhalb von Gruppen führen wird. Wie zum Beispiel die Ablehnung der Sklaverei dann irgendwann praktisch folgen muss, sobald Menschen den neutestamentlichen Leitlinien folgen. Und zum Beispiel diese Abschaffung der Sklaverei, wie zum Beispiel auch die Abschaffung von Pornografie oder dass Abtreibungen undenkbar werden, das ist eine folgerichtige Konsequenz, das ist eine Folge, sogar die Folge einer Folge. Es ist wie ein Dominostein nach dem anderen, der dann schließlich fällt, Halleluja!
Aber das ist nicht die Ursache, das ist nicht der Kern der neutestamentlichen Botschaft, und das sollten wir, und das sage ich mir selbst genauso, sauber voneinander getrennt halten. Wir müssen das neutestamentliche Evangelium im Fokus behalten und da nicht einfach so drüber vorbeigehen, sondern das wirklich aktiv im Fokus behalten.
Sagt dazu unser Redakteur Thomas Richter, er sagt dazu: Das Evangelium, die frohe Botschaft, ist nicht allein die Eingangstür in die Nachfolge Jesu, sondern es ist das Wohnzimmer, in dem wir leben. Das Wohnzimmer, in dem wir uns dauerhaft aufhalten.
Der Theologe Phil Johnson, selbst ein Mitarbeiter von John MacArthur, schreibt dazu: Warum sind unsere Kirchen so weit vom Weg der Evangelisation abgekommen? Wenn dieselben Energien und Ressourcen, die wir in gescheiterte politische Vorhaben stecken, stattdessen in Evangelisation gebündelt wären, hätte das mehr geistliches Gut hervorgebracht und mehr gesellschaftliche Übel eingedämmt, als all unser Werben, Plakatieren, Demonstrieren, Lobbyieren und Wählen zusammen.
Eine steile Aussage, gebe ich zu. Ich denke aber, es lohnt sich, darüber nachzudenken.
Und du siehst schon ungesunde Anklänge an dieser Irrlehre von Politisierung und Vergesellschaftung, sobald Leute zum Beispiel behaupten, Sünde wäre angeblich strukturell, aber nicht persönlich. Das ist aber wiederum nicht die biblische Lehre. Die biblische Lehre ist: Sünde ist höchstpersönlich. Psalm 51: An dir allein, also an Gott allein, habe ich gesündigt, du Gott, ich Mensch. Oder Hesekiel 18, wo Gott sagt: Die Seele, die sündigt, der Mensch, der sündigt, der soll sterben. Also ganz individuell, und der Sohn soll nicht die Schuld des Vaters tragen. Also auch da wieder ganz persönlich, ganz individuell.
Römer 2, wo es heißt, Gott wird jedem vergelten nach seinen, nach dessen Werken, nach dessen Taten. Und Römer 14: So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Also Evangelium und Erlösung sind immer, immer eine zutiefst persönliche Sache.
Sagt Jesus selbst in Johannes 3: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, seinen einzig geliebten Sohn, damit jeder, der an ihn glaubt, jeder einzelne, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Und Apostelgeschichte 2: In der Pfingstpredigt ruft Petrus den Leuten zu: Tut Buße, jeder von euch. Du darfst auch übersetzen: jeder einzelne von euch. Das heißt, das Evangelium, das neutestamentliche Evangelium, ruft jeden einzelnen zur persönlichen Entscheidung auf, für Buße, Reue und Umkehr zum Kreuz und zum leeren Grab.
Staat, Gewalt und die Grenzen christlicher Macht
Und weil viele danach gefragt haben, möchte ich hier an einer Stelle Position beziehen. Und ich weiß, dass das vielleicht dem einen oder anderen nicht gefallen wird. Deswegen will ich es zumindest versuchen zu begründen.
Was ich persönlich besonders kritisch sehe, ist der sogenannte Dominionismus, das heißt diese Einstellung, dass Christen herrschen sollten. Das findest du heutzutage zum Beispiel im christlichen Nationalismus. Das heißt, diese Sicht verknüpft das Christentum mit einer bestimmten nationalen Identität, wie zum Beispiel US-Amerikaner sein, Deutscher sein, Franzose sein oder Europäer sein.
Und das war zum Beispiel im neunzehnten oder im zwanzigsten Jahrhundert auch in Deutschland eine sehr präsente Vorstellung, dass ausgerechnet Deutschland als christliche Nation angeblich in einer prophetischen Rolle stecken würde. Meist war damit auch die politische Machtsuche verbunden.
Und ich hoffe, ihr Lieben, ihr erinnert euch: Diese unheilige Allianz aus politischer Verzweigung und Volkskirche und Kulturprotestantismus, wozu hat das geführt? Das führte in der Praxis dazu, dass Christsein nicht mehr gesehen wurde als die Wiedergeburt von Individuen, wie Jesus und das Neue Testament das so klar sagen, sondern dann wurde behauptet, Christsein wäre angeblich die Kultur, woraus dann eines Tages Tradition wird. Oder: jeder Deutsche ein Christ, jeder Christ ein Deutscher und all solche Sprüche.
Ich will das etwas anschaulicher machen. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg wurde den Soldaten von verschiedenen verfeindeten Heeren, verfeindeten Ländern, denen, die aufeinander losgeschickt wurden, von ihren jeweiligen geistlichen Leitern gesagt, dass Gott angeblich mit ihnen wäre. Und das ist völlig absurd. Diese Heere haben ja auf ganz unterschiedlichen Seiten gekämpft. Da muss doch jedem klar sein, dass Gott nicht gleichzeitig bei beiden Seiten auf dieselbe Art und Weise sein kann.
Das heißt also: Mindestens eins von beiden Heeren wird nicht Gott auf seiner Seite haben, obwohl es ihnen gesagt wurde. Mindestens ist es sehr gut möglich, dass auch beide Armeen, dass keine von ihnen Gott auf ihrer Seite hat.
Und es wird ja nicht besser. Lass uns der Wahrheit ins Gesicht sehen: Deutsche Soldaten hatten diese Aufschrift hier, „Gott mit uns“, standardmäßig imprägniert auf ihren Gürteln, in den sogenannten Koppelschlössern, groß, fett und lesbar. Und das muss man sich mal klar machen. Deutsche Soldaten trugen die Aufschrift „Gott mit uns“ tatsächlich während klarer Angriffskriege und mehr noch vielfach sogar während und nach dokumentierten Kriegsverbrechen, Massakern, Vergewaltigungen und anderen Gräueltaten. Währenddessen trugen sie Gürtelschnallen mit der Aufschrift „Gott mit uns“. Ganz sicher nicht.
Die Lehren von Jesus und vom Neuen Testament sind in keinster Weise irgendwie vereinbar mit solchen Kriegsverbrechen. Nicht mal ansatzweise. Und die Tatsache, dass sie und andere Heere und Länder Gottes Namen für ihre Gräueltaten benutzt haben, das macht die Sache nur noch schlimmer. Und das ist eines der tragischsten Beispiele der Menschheitsgeschichte, wie sehr Menschen sich irren können. Und daran siehst du, wie leicht sich Menschen verführen lassen, zu Tausenden, zu Millionen, und wie sie Gottes Reich mit irdischen Reichen verwechseln. Und wie leicht das zu einem Götzendienst an Herrschern, Ideologien und Politik wird, statt dem Evangelium der Rettung des schuldigen Sünders vor dem jüngsten Gericht.
Und dagegen macht Jesus ganz klar, Johannes 18: Mein Reich, sagt Jesus, ist nicht von dieser Welt. Das heißt, es macht überhaupt gar keinen Sinn, Jesu Reich mit weltlichen Mitteln herbeiführen zu wollen. Und diese Politisierung ist besonders dramatisch, wenn das mit Endzeitvorhersagen vermischt wird, weil da werden Leute superschnell unsachlich, extrem emotionalisiert und lassen sich dann für die falsche Sache einspannen.
Also, was ist denn jetzt die neutestamentliche Lehre? Ich möchte dir gerne darlegen, was ich gefunden habe. Du prüfst das selbst. Und ich weiß, das wird dem einen oder anderen jetzt nicht gefallen. Deswegen prüfe einfach die Argumente, die ich dir nenne. Ich habe das Neue Testament durch Gottes Gnade mehrere Male auf diese Frage hin, auf genau diese Frage hin, durchgearbeitet: Was ist die Rolle eines Christen in der Gesellschaft? Was ist die Rolle eines Christen im Staat? Und sollten Christen die Regierung übernehmen oder nicht?
Wie gesagt, prüfe bitte alles, was ich sage. Ich sehe keinen Ansatzpunkt, dass wir als Christen laut dem Neuen Testament auch nur im entferntesten Sinne so etwas wie Staatskirchen gründen sollten, die mit irgendeiner Regierung verbandelt wären oder mit dem Staat verwachsen wären. Ich sehe auch nicht im Neuen Testament, dass es vorgesehen wäre, dass wir als Christen eine staatsführende Rolle haben sollten oder sogar selbst an den Schalthebeln der Regierungen und an den Schalthebeln der Macht sitzen. Das sehe ich nicht.
Eine Probe aufs Exempel: Wenn es so wäre, dass wir als Christen angeblich einen Staat, eine Regierung führen sollten, dass wir das leiten sollten, von einem christlichen Gottesstaat mal ganz zu schweigen, wenn das angeblich so wäre, wieso enthält denn dann das Neue Testament, an Christen geschrieben, keine Anweisungen an Regierungen überhaupt?
Ich weiß, einige, die das hier sehen und hören, haben bestimmte Vorprägungen, und das möchte ich auch respektieren. Diese Vorprägungen mal kurz beiseite gelassen, nur in den Text geschaut: Was steht im Neuen Testament über die Rolle von Christen in der Gesellschaft? Und welche Rolle sollten Christen gegenüber dem Staat haben? Schau ins Neue Testament rein.
Daraus abgeleitet: Was wollen wir Christen? Was wollen wir eigentlich? Was ist das, was wir uns wünschen? Hauptsächlich zwei Dinge. Erstens, wir wollen in Ruhe unseren Glauben leben, möglichst ohne Beeinträchtigung, möglichst ohne Verfolgung. Und zweitens, wir wollen so vielen Menschen wie möglich von Jesus weitererzählen. Das ist das, was wir wollen.
Das heißt also, logische Konsequenz: Das Christentum funktioniert am besten in einer freien und freiheitlichen Gesellschaft. Das heißt, wenn überhaupt im Neuen Testament in dem Sinne daraus eine Staatsform abgeleitet werden kann, dann ist vom Neuen Testament her die zu bevorzugen, die die größtmögliche Freiheit für die Bürger zulässt.
Was ist die Rolle von Christen im Staat? Wie gesagt, wichtig: Es gibt Ausnahmen. Ausnahmen wären zum Beispiel, dass der Staat direkte Verstöße gegen neutestamentliche Gebote fordert. Dann, Apostelgeschichte 5, dann müssen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen. Von diesen Ausnahmen abgesehen: Ich denke, Politisierung tut uns Christen nicht gut, und ich glaube, das tut auch unserem Zeugnis nicht gut. Warum? Heißt es ja, wir sollen den Blick nicht auf das Sichtbare lenken, was vor Augen ist, sondern auf das Unsichtbare.
Wozu werden wir als Christen im Neuen Testament aufgefordert? Wie gesagt, abgesehen von der Ausnahme, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, wenn der Staat etwas Eindeutiges gegen Gottes Gebote fordert. Davon abgesehen: Wir Christen werden aufgefordert zu Gehorsam gegenüber dem Staat. Ganz klar. Christen sollen staatlichen Autoritäten grundsätzlich gehorchen und sich ihnen grundsätzlich unterordnen. 1. Petrus 2: Christen sollen durch ihr Verhalten Respekt zeigen und gute Taten vorzuzeigen haben. 1. Thessalonicher 4: Lebt ein ruhiges Leben, kümmert euch um eure Angelegenheiten, du darfst doch übersetzen: eure eigenen Angelegenheiten. Ganz wichtiger Punkt. 1. Timotheus 2: Christen sollen für die Regierung beten. Ganz wichtig, das möchte ich selbst auch noch mehr beherzigen.
Und wieder Jesus ganz eindeutig: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es gibt keine Vermischung zwischen Gottesreich, zwischen Jesu Reich, zwischen Christi Reich und einem weltlichen Staat. Im Gegenteil sogar: Es gibt eine klare Abgrenzung, sagt Jesus ja in Matthäus 22: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, Steuern, Abgaben etc., aber gebt Gott, was Gottes ist. Keine Vermischung, klare Abgrenzung.
Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, aber nachdem ich mehrfach das Neue Testament auf diese Frage hin durchgelesen habe, und ich möchte dich ermutigen, tu das gerne selbst, ist mir ziemlich klar: Im Neuen Testament werden Christen hauptsächlich als Gegenüber zum Staat gesehen, und dabei liegt unsere Hauptaufgabe in der Unterordnung und im Gebet, außer natürlich bei offensichtlichen Gebotsverletzungen, dazu noch mal gleich.
Das heißt, es lässt sich aus dem Neuen Testament nicht ableiten, dass Christen sich aktiv in Staatsgeschäfte oder in die Politik direkt einmischen sollten. Ich sehe keinen der fast 800 neutestamentlichen Verse, der eine politische Einmischung von Christen fordert und eine politische Lenkung, sondern ich sehe es immer wieder im Neuen Testament: Der Fokus liegt für uns Christen auf dem Evangelium der Rettung von Menschen vor dem jüngsten Gericht.
Nochmal, dass wir uns richtig verstehen: Auch konkrete Hilfe in der Gemeinde, zum Beispiel durch Spenden, durch wohltätigen Einsatz für benachteiligte und schwache Menschen, gerne, wirklich sehr, sehr gerne. Aber ansonsten liegt unser Haupteinsatz gegenüber der Welt und gegenüber der Gesellschaft hauptsächlich in der Evangelisation.
Schreibt der Theologe John Stott dazu zu Recht im Lausanne Covenant. Er schreibt dazu: Die Kirche, die Gemeinde, damit ist gemeint die Christenheit, ist die Gemeinschaft von Gottes Volk und nicht eine Institution. Und sie darf nicht identifiziert werden mit einer bestimmten Kultur, mit einem bestimmten sozialen oder politischen System oder mit einer menschlichen Ideologie.
Das heißt, liebe Zuschauerinnen, lieber Zuschauer: Wenn du die Berufung fühlst, in die Politik zu gehen, ich würde es nicht machen, aber dann mach das, dann beten wir für dich. Aber wenn du in Gottes Reich dienen möchtest, dann mach das. Nur meine Bitte: Vermisch es nicht.
Ein paar konkrete Beispiele: Wir Christen, wir haben ein riesiges Ja für das Eintreten für Menschenrechte und für das Benennen von himmelschreiender Sünde, wie zum Beispiel bei den über sechs Millionen vorsätzlichen und medizinisch nicht notwendigen Kindstötungen im Bauch, seit der deutsche Staat damals 1974 die heutigen Regelungen eingeführt hat. Allein seit 2009, also nicht den Siebzigerjahren, sondern allein seit 2009, sind es über zehntausend Jungs und Mädchen, die vorsätzlich im Bauch getötet wurden, die dabei über dreißig Zentimeter groß waren und in einem außerhalb der Mama lebensfähigen Alter waren, die also per Geburtsanleitung und/oder Kaiserschnitt auch lebendig hätten zur Welt gebracht werden können.
Das ist mehr als ein Kind alle zwölf Stunden, und das sind nur die offiziellen Zahlen, die stark nach unten gefälscht sind, wie ich dir bald zeigen möchte. Das heißt also, in jeder deutschen Schulklasse wurden mindestens zwei Kinder vorsätzlich getötet und sind deshalb jetzt nicht da.
Mein Appell: Trau dich und frag diejenigen, die am meisten betroffen sind, die Kinder, die Abtreibungen überlebt haben und für das Leben gezeichnet heute durch die Welt gehen. Davon gibt es viel mehr, als du denkst. Und was denkst du? Wie viele von ihnen werden dir sagen, dass Abtreibungen eine gute Sache sind? Dazu könnten wir jetzt das ganze Fass aufmachen mit In-vitro-Fertilisation, wo über 93 Prozent aller Kinder weggeworfen werden.
Ein anderes Beispiel ist das Thema assistierter Suizid, wie es heißt, oder aktive Sterbehilfe. Das kannst du noch so sehr beschönigen: Hier tötet ein Mensch einen anderen. Und das so sehr, dass bereits in der Schweiz jeder vierzigste Mensch auf diese Weise stirbt. In Kanada bereits eins von einundzwanzig Menschen und in den Niederlanden bereits einer von siebzehn Menschen, Tendenz stark steigend.
Das heißt, bei einer Schulklasse von heute zum Beispiel dreißig Kindern werden, wenn das so weitergeht, zwei von ihnen bewusst und vorsätzlich durch Ärzte getötet werden. Und wenn das noch so weitergeht, dann nicht nur durch Ärzte, sondern auch durch andere Dienstleister.
Und von Prostitution reden wir noch gar nicht. Realistisch geschätzt gibt es in Deutschland über 250.000 Prostituierte, also über eine Viertelmillion Menschen, und meistens sind es junge Frauen, viele von ihnen minderjährig. Und ganz vorsichtig geschätzt, jetzt ganz vorsichtig geschätzt, arbeiten in Anführungsstrichen davon über 50 Prozent nicht aus eigener intrinsischer Motivation, sondern weil sie indirekt oder direkt dazu gezwungen werden. Das heißt praktisch im Klartext, dass wir in Deutschland über einhunderttausend Sexsklaven haben, jetzt heute.
Der Staat könnte Sexkauf für Freier unter schwere Strafe stellen, tut er aber nicht. Der Staat könnte regelmäßig Razzien in den einschlägig bekannten Straßenstrichen, Bordellen und Wohnungen durchführen, tut er aber nicht. In Deutschland wird zwischen dreizehn Milliarden Euro im Jahr und zwanzig Milliarden Euro im Jahr mit Prostitution und Pornos verdient, nur in Deutschland. Und dass wir uns richtig verstehen: Pornos sind nur Prostitution, die aufgezeichnet ist. Das heißt, es sind pro Haushalt zwischen dreihundert bis fünfhundert Euro im Jahr, die dafür bezahlt werden. Und wenn du und dein Haushalt das nicht zahlt und dein Nachbar auf der einen Seite von dir nicht, dann zahlt dein Nachbar auf der anderen Seite zwischen neunhundert bis tausendfünfhundert Euro im Jahr für Prostitution und in dieses todbringende System ein, jedes Jahr.
Trau dich und frag diejenigen, die am meisten betroffen sind: Leute, die zwanzig, dreißig, vierzig Jahre lang in der Prostitution waren, falls sie überhaupt noch am Leben sind, und schau mal, wie viele von ihnen dir sagen, dass das ein wünschenswerter Lebensentwurf ist.
Deutsche, Kinder, Frauen und Männer suchen über acht Millionen vierhundertzweiunddreißigtausend Mal im Internet nach Pornos pro Tag. Je nach Job schaut einer von fünf Männern Pornos während der Arbeitszeit, und Kinder sind inzwischen durchschnittlich elf Jahre alt, sobald sie ihren ersten Porno sehen. Viele sind jünger. Und bitte erinnere dich: Eine sehr große Zahl davon ist gefilmte Sexsklaverei.
Der deutsche Staat könnte hier eingreifen, wie er es zu Recht ja auch tut bei verfassungsfeindlichen Symbolen und anderen Straftaten im Internet, aber er macht es einfach nicht. Trau dich und frag diejenigen, die am meisten betroffen sind: Leute, die zehn Jahre und mehr hauptberuflich in der Pornografie gearbeitet haben, und frage sie mal, wie es den meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen heute geht, falls die überhaupt noch am Leben sind.
Wir vom Bibelfelddienst möchten dir eine eigene Videoreihe machen zu dem Thema Pornografie, was die Hintergründe davon sind und wie du davon frei werden kannst. Dafür haben wir jetzt schon mit den Recherchen angefangen. Jeder, der das sehen möchte, der kann gern diese Glocke drücken hier unten rechts über dem Video und in die Kommentare reinschreiben: Videowunsch Pornografie.
Worauf ich hinaus will: All diese Dinge sind an sich für sich genommen erst einmal keine politischen Dinge. Sie werden nur dann politisch, wenn die Politik diese Dinge nicht umsetzen möchte, und sie werden dann politisch, wenn man von uns Christen zum Beispiel Dinge verlangt, die wir niemals mitmachen können. Zum Beispiel habe ich vor wenigen Tagen mit einer Hebamme gesprochen, die erzählt hat, sie musste am Endeffekt des Tages, so hat sie es erzählt, ihren Job niederlegen, weil sie sehr deutlich gemacht hat, sie wird niemals mitmachen können bei Abtreibungen. Das Problem ist nur, das wird dann uns Christen leider häufig politisch ausgelegt.
Was ich damit sagen möchte: Unser Eintreten für Menschenrechte und das Benennen von himmelschreiender Sünde, dazu haben wir als Christen ein großes Ja. Wir haben aber ein noch größeres Ja und eine noch größere Verantwortung dafür, das biblische Evangelium einer sterbenden Welt zu bringen. Und unser kleines Ja sollte unser großes Ja nicht übertönen. All dieser Einsatz für gute Dinge darf das Evangelium nicht überlagern. Nein, weißt du, Menschen mehr für Werte, mehr für Verhaltenswechsel oder mehr für gesellschaftlichen Wandel gewinnen zu wollen, als in aller Klarheit Buße, Reue und Umkehr und ganz zentral und immer wieder Jesus zu verkündigen. Jesus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, Jesus, der bußfertigen Sündern einen Ausweg aus dem kommenden jüngsten Gericht und der kommenden Hölle anbietet, indem er stellvertretend für sie ihre Schuld trägt: Wisst ihr, etwas anderes oder etwas anderes mehr, als diesen Kern des Evangeliums vom stellvertretenden Sühnetod, vom leeren Grab und vom kommenden Gericht zu predigen, das ist falsch.
Deswegen kann ich nur zu diesem Schluss kommen: Wahlempfehlungen haben auf einer Kanzel nichts verloren. Parteiprogramme haben in einer Predigt nichts verloren. Mal ganz davon abgesehen, dass Politikpredigten in der Regel nicht gut altern und selten einen dauerhaften Mehrwert nach vielen Jahren noch haben.
Meine persönliche Meinung ist, und das darfst du sehr gerne anders sehen: Wenn ich irgendwo zum Predigen eingeladen bin, dann höre ich drei Wochen vor der Predigt bewusst keine Nachrichten, ich höre kein Radio, ich lese keine Zeitung, wenn sich das irgendwie vermeiden lässt, um mich von diesen Dingen nicht beeinflussen zu lassen, sondern wirklich zu versuchen, Gottes Worte aufzulegen. Das heißt nicht, dass mir das immer gelingt, aber das ist der Anspruch.
Das heißt, zu dieser Schlussfolgerung bin ich gekommen, und du darfst es gerne anders sehen. Ich will dir nur meine Argumente darlegen.
Entweder du dienst als Ältester, als Pastor, als Gemeindeleiter, oder du gehst in die Politik, wobei ich auch das noch mal durchdenken würde, aber nicht beides gleichzeitig, entweder oder.
Und eine Sache, bei der ich aus vielen Gesprächen wahrnehme, dass viele Leute das vielleicht nicht ganz so zu Ende durchdacht haben, wie es vielleicht gut wäre: Regierungen haben immer das Potenzial zu physischem Zwang und immer ein Gewaltmonopol. Das ist etwas, das wir uns als Bevölkerung, Christ oder nicht, klar machen müssen, sobald wir über Rechtsprechungen, neue Gesetze und überhaupt über Gesetzgebung nachdenken.
Bist du bereit, jemanden einzusperren, der dieser Regel nicht folgt? Weil das ist der Marsch da. Klar, kannst du erst über Verwarnungen, Bußgeld, Geldstrafen reden, all diese Dinge. Doch wenn jemand sich dann immer noch nicht beugt, bist du am Ende des Tages bereit, ihn von seiner Familie, seinen Freunden und seiner Arbeit wegzureißen und in den Knast zu werfen, damit er es tut? Bist du dazu bereit?
Und da schließt sich wieder die Frage an: Ist es die Rolle von uns als Christen, dass wir Gewalt befehlen oder dass wir physische Gewalt ausüben? Die Antwort, zu der sehr viele Leute kommen, ist nein. Sondern noch mal: Ich komme zurück. Im Neuen Testament werden wir Christen nicht als diejenigen dargestellt, die einen Staat leiten, die einen Kirchenstaat aufbauen oder einen Gottesstaat aufrufen. Nein, sondern wir als Christen werden im Neuen Testament immer als Gegenüber zum Staat dargestellt und im Zweifelsfall als Gegenüber zur Gewalt und niemals als Leute, die zur Gewalt aufrufen oder da mitmachen.
Wir sind nie als Ausüber von Gewalt dargestellt, und wir sind auch niemals, nie, im Neuen Testament dargestellt in der Rolle der Verfolger, sondern wenn überhaupt sind es wir, die dargestellt werden als diejenigen, die verfolgt werden.
Offenbarung des Johannes 13
Eine Hilfe für dich in diesem Kapitel: Während du das jetzt hörst, lass dich vom Heiligen Geist fragen: a) Wo in deinem Leben bist du angreifbar für antichristliche Verführungen? Und b) Was wird in dieser Zeit wohl die Aufgabe der Christen sein?
Vers 1: Da sah ich ein Tier aus dem Meer heraufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte. Auf jedem Horn trug es ein Diadem, und auf den Köpfen standen Gottes lästerliche Namen. Das Tier sah aus wie ein Leopard, aber es hatte Tatzen wie ein Bär und ein Maul wie ein Löwe. Der Drache übergab ihm seine Macht, seinen Thron und alle Befehlsgewalt.
An einem seiner Köpfe hatte das Tier eine schwere, ja tödliche Verletzung, aber seine Todeswunde wurde geheilt, und die ganze Welt folgte ihm mit staunender Bewunderung. Den Drachen beteten sie an, weil er dem Tier die Macht gegeben hatte, und das Tier beteten sie an, weil sie sagten: Wer kann sich denn mit dem Tier vergleichen, wer kann es überhaupt mit ihm aufnehmen?
Zweiundvierzig Monate lang durfte es seinen Einfluss ausüben und anmaßende, gotteslästerliche Reden halten, niemand hinderte es daran. Es riss sein Maul auf und stieß Lästerungen gegen Gott aus, es verhöhnte seinen Namen und sein Heiligtum und alle, die im Himmel wohnen. Es wurde ihm erlaubt, mit allen Menschen Krieg zu führen, mit allen, die zu Gottes Volk gehören, und sie zu besiegen.
Über jeden Stamm und jedes Volk, jede Sprache und jede Kultur durfte das Tier seine Macht ausüben. Alle Menschen auf der Erde werden das Tier anbeten, alle außer denen, deren Namen seit Gründung der Welt im Buch des Lebens des geopferten Lammes stehen. Wer hören will, achte auf das, was gesagt wird. Wenn einer zur Gefangenschaft bestimmt ist, kommt er in Gefangenschaft. Wer für den Tod durch das Schwert bestimmt ist, wird mit dem Schwert getötet werden. Hier zeigt sich dann die Glaubenstreue und Standhaftigkeit der Menschen, die zu Christus gehören.
Zusammengefasst: Das Neue Testament enthält nie einen Auftrag zur politischen Machtübernahme. Nirgends ruft uns das Neue Testament auf, dass wir einen christlichen Gottesstaat gründen sollten. Im Neuen Testament gibt es weder einen Kirchenstaat noch eine Staatskirche.
Im Gegenteil: Das Neue Testament beschreibt uns Christen als ein geistliches, fürbittendes Gegenüber zum Staat, mit einem Schwerpunkt auf Gehorsam, Gebet, Integrität und darauf, dass wir für schwache und benachteiligte Menschen praktisch einstehen, wo wir es können.
Deshalb Schlusssatz hierzu: Wisst ihr Leute, wer nur im Moment lebt, wer sich von einer Schlagzeile zur nächsten treiben lässt, wer denkt, dass er die Welt mit Wahlprogrammen dauerhaft verbessern kann, der kann im Zweifelsfall Gottes Reich und die Ewigkeit verpassen. Es gibt einen ungesunden Fokus auf das Diesseits, aber wir als Christen wollen nicht blicken auf das, was sichtbar ist, sondern auf das, was unsichtbar ist, weil der Mensch sieht immer, was ihm vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an.
Und von daher, glaube ich, tun wir gut daran, da die Grenze zu ziehen und zu sagen: Wir sind nicht parteipolitisch aktiv, aber wir sprechen in diese Welt hinein, wobei wir uns die letzten Lösungen nicht von der Politik erwarten, sondern von dem König, der über allen Königen ist, dem Herrn über allen Herren, der diese Welt eines Tages richten wird und der dann sein Reich aufrichten wird.
Ökumene und die Frage nach gemeinsamer Grundlage
So, ihr Lieben, lasst uns eine kurze Verschnaufpause machen und in dieser Verschnaufpause über etwas reden, wonach viele hier gefragt haben, nämlich was von Ökumene und Überkonfessionalität zu halten ist. Und wie immer: Du musst nichts glauben, nur weil ich das sage. Bitte prüfe alles, behalte nur das Gute, und bilde dir selbst deine eigene Meinung.
Also vorweg: Was heißt das, diese Begriffe Ökumene und Überkonfessionalität? Mit Konfessionen meinen wir hier, in diesem Zusammenhang, nicht verschiedene Weltreligionen wie Islam, Buddhismus etc., sondern verschiedene Glaubensrichtungen, die sich selbst als christlich bezeichnen. Aber zur Erinnerung: Nur weil sich eine Gruppe selbst Kirche nennt oder selbst als christlich bezeichnet, heißt das leider noch nicht automatisch, dass du es mit Christentum oder Christen zu tun hast. Ein ganz offensichtliches Beispiel für jeden sind die Mormonen, also die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wie sie sich selbst nennen. Das klingt erst einmal sehr gut, aber was sie im Kern glauben, ausweislich ihrer eigenen Schriften, widerspricht den Kernlehren von Jesus und vom Neuen Testament so entschieden und so eindeutig, dass man religionswissenschaftlich bei den Mormonen keineswegs von Christen sprechen kann. Das nur als ein Beispiel.
Also jetzt zu diesen Begriffen Ökumene und Überkonfessionell. Die sind eben nicht das Gleiche. Was heißt jetzt Ökumene, was heißt Überkonfessionell, und wie ist das zu bewerten? Und damit wir uns richtig verstehen: Das ist jetzt natürlich stark, stark vereinfacht. Überkonfessionell ist meines Erachtens etwas Gutes, und das ist nicht dasselbe wie ökumenisch, das meines Erachtens potenziell kritisch ist. Auch ist es so: In der frühen Christenheit hatten diese Worte eine andere Bedeutung. Das heißt, du schlägst zum Beispiel ein Lehrbuch für Kirchengeschichte auf und triffst dann noch diese Begriffe. Wundere dich nicht.
Heutzutage dagegen, im heutigen Kontext, im 20. und 21. Jahrhundert: Was bedeutet da der Begriff ökumenisch? Und ich meine jetzt nicht in der Theorie, was in irgendwelchen Thesen und Positionspapieren steht, und auch nicht, was als offizielles politisch korrektes Ziel ausgegeben wird, sondern ich meine wirklich die Praxis, worauf es in vielen Fällen in letzter Konsequenz hinausläuft. Da meint der Begriff ökumenisch in vielen Fällen, dass man hinarbeitet auf eine Einheit der Gemeinden, Konfessionen, Kirchen und Glaubensrichtungen, also auf eine sichtbare institutionelle, organisatorische Einheit. Und diese sichtbare institutionelle, organisatorische Einheit von Gemeinden, Kirchen und Glaubensrichtungen ist, logisch zu Ende gedacht, häufig der ausgesprochene oder unausgesprochene Endpunkt von ökumenischen Bewegungen.
In der Praxis, also nicht in der Theorie, würde das in letzter Konsequenz, konsequent zu Ende gedacht, zu einer Einheitskirche führen, unter einer zentralen Leitung einer bestimmten Kirche, einer bestimmten Institution, im Extremfall sogar zu einer Einheitsreligion mit einem einzigen Leiter. Das wäre der theoretische extreme Endpunkt, den gar nicht wenige sogar befürworten und dann gleich ihre eigene Kirche als Organisation für diese Einheitsreligion, für diese Einheitskirche, vorschlagen.
So, jetzt meine Bewertung, und bitte bilde dir deine eigene Meinung: Nochmal, nicht in der Theorie, sondern in der Praxis führen solche vereinheitlichenden ökumenischen Bestrebungen nicht immer, aber häufig dazu, dass man entscheidende Lehrunterschiede zwischen den Gemeinden, die ja an vielen Stellen auch berechtigt sind, schlicht übergeht oder aber für die Einheit in Anführungsstrichen zwangsvereinheitlicht, ohne Rücksicht auf Fakten und ohne Rücksicht auf Logik. Das heißt also nochmal: Diese Einheitsbestrebungen nach dem Motto, in meinen Worten jetzt, Einheit um jeden Preis, führen in der Praxis häufig dazu, dass man das glattbügelt, was es für berechtigte theologische Unterschiede in der Lehre und in der Praxis zwischen den verschiedenen Gemeinden gibt, und dass man das sogar zwangsvereinheitlicht, ohne Rücksicht auf Logik oder Fakten.
Im besten Fall in Anführungsstrichen führt das dazu, dass Wahrheitsfragen schlicht ignoriert werden, was dramatisch ist. Aber noch viel dramatischer sind die schlimmsten Fälle in der Kirchengeschichte, wo das zu Dogmatismus und sogar zu Ketzerverfolgungen geführt hat. Also das ist ja vielleicht, das ist unter den Top drei dramatischen Kapiteln der Kirchengeschichte. Und wer sich mit biblischen Endzeitprophezeiungen auseinandergesetzt hat, der ist hier sowieso in Habachtstellung.
Nochmal: Ökumene hat zwar häufig wirklich gute Absichten. Ich habe das früher auch sehr, sehr, sehr bejaht. Aber anhand von Dutzenden aktuellen und historischen Beispielen ist relativ klar, dass das keine zielführende Idee ist und auch in der apostolischen und der frühchristlichen Zeit in der Form nicht bekannt war. Soweit meine Bewertung zur Ökumene für deine Prüfung: also gute Absichten auf jeden Fall, aber scheitert meist in der Praxis und ist zu Ende gedacht auch in der Theorie potenziell kritisch.
So, dagegen Überkonfessionell, also nicht ökumenisch, sondern überkonfessionell: Überkonfessionell bedeutet, dass man auf der Basis eines gemeinsamen Nenners an einem Strang zieht. Was kann das für ein gemeinsamer Nenner sein? Also, das Neue Testament ist unter Christen hoffentlich selbstverständlich. Aber das kann auch ein Bekenntnis sein wie zum Beispiel das Bebbington Quadrilateral, worüber wir hier schon mehrfach gesprochen haben; findest du hier unter diesem Video auch verlinkt. Das kann zum Beispiel ein Nenner sein wie das Glaubensbekenntnis der Evangelischen Allianz, oder es kann das Jesus25 Statement sein. Es gibt da verschiedene gute Punkte, die man nehmen kann, um sich darauf zu einigen.
Und dieser gemeinsame Nenner, der sollte logischerweise die heilsrelevanten neutestamentlichen Lehrinhalte abbilden, aber nicht notwendigerweise verpflichten auf sehr viel mehr darüber hinaus. Das heißt also, und das ist ganz konstruktiv gesagt, meines Erachtens wirklich der zukunftsträchtige Weg: die Unterschiede in den nicht heilsrelevanten Themen da stehen zu lassen und dass Christen aus den verschiedenen Gemeinden, aus unterschiedlichen Hintergründen, projektbezogen an einem Strang ziehen, während jeder in seiner Gemeinde bleibt und zweitrangige und Gewissensfragen auch wirklich zweitrangige Fragen und Gewissensfragen bleiben.
Für uns zum Beispiel als Bibelverdienst bedeutet das, dass wir den inhaltlichen Fokus in der Lehre versuchen, und da will ich selbstkritisch dazu sagen: Das gelingt uns nicht immer. Ich will nur sagen, was eigentlich unser Anspruch ist: dass wir versuchen, dass wir uns überwiegend auf die neutestamentlichen Basics und auf die relevanten Fragen konzentrieren wollen. Und in der Regel wollen wir nicht auf einer bestimmten Position in den nicht heilsrelevanten Fragen normativ bestehen, wie zum Beispiel: Welche Gemeindeordnung soll es sein, welche Art von Musik im Gottesdienst soll es sein, welche konkrete Endzeitlehre, was die Rolle von Mann und Frau angeht usw.
Auch verstehe mich richtig: Wenn es da jeweils bessere Argumente gibt für die eine als für die andere Sicht, ja. Und auf starke Nachfrage wollen und werden wir mit Gottes Hilfe auch zu einzelnen Themen Position beziehen und dir unsere Argumente transparent darlegen, damit du sie prüfen kannst. Und deswegen, in aller Selbstkritik, insgesamt ist dieses Feld der Priorisierung auch im Überkonfessionellen etwas, das mich und auch Thomas, uns bei jedem Beitrag immer wieder herausfordert. Es ist eine Herausforderung, gut abzuwägen, auf welchen Lehrinhalt und auf welchen Aspekt wir diese zunehmende Reichweite verwenden wollen, die uns Menschen anvertrauen, die uns zehntausende Christen anvertrauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und das enorme Vertrauen, was damit einhergeht.
Worauf wollen wir das verwenden, um welche Lehren der Christenheit zu präsentieren, und wo ist es vielleicht weiser, in nicht heilsrelevanten Themen mit der eigenen Position zurückhaltend zu sein, um unnötiger Spaltung, wohlgemerkt unnötiger Spaltung, keinen Vorschub zu leisten? Ich glaube, ich spreche da für uns beide, dass wir das beide in den letzten Jahren dazugelernt haben. Und ich bete um Weisheit, dass wir das in Zukunft auch besser machen, und ich bitte dich um Nachsicht, wo es vielleicht mal nicht auf Anhieb gelingt.
Wer Jesus ist und warum das alles entscheidet
Irrlehre Nummer vier von sieben hängt mit falschen Vorstellungen über Jesus zusammen.
Fangen wir noch einmal ganz von vorne an. Jesus ist die zentrale Person des Neuen Testaments und nach meinem Dafürhalten auch des Alten Testaments. Und dieser Glaube an Jesus ist eigentlich alles entscheidend, sagt Jesus selbst in Johannes 3,16: So sehr hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt, er gab seinen einzigen Sohn, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat.
Und Johannes der Täufer sagt ja selbst in Johannes 3: Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben. Daran entscheidet es sich. Wer aber dem Sohn nicht glauben will, wird das Leben nicht sehen, gemeint ist wieder ewiges Leben. Und dann sagt er weiter: Gottes Zorn bleibt auf ihm.
Das heißt: Wie du dich zu Jesus stellst, entscheidet tatsächlich alles, also wirklich alles. Und an dieser Stelle will ich noch dazu sagen: Dieses Glauben an den Sohn heißt jetzt nicht unbedingt anzunehmen, dass Jesus als historische Person wirklich existiert hat, das ist ja klar, sondern es heißt, sich an Jesus selbst festzuklammern für den Tag des jüngsten Gerichts. Das ist das, was im Neuen Testament mit Glauben gemeint ist. Ich weiß, es ist ein bisschen sperrig, das hat sprachliche Gründe, das haben wir auch mal erklärt. Dazu habe ich dir mein eigenes Video aufgenommen, das ist hier unten drunter verlinkt.
Jesus selbst macht das auch so deutlich, wie wichtig und wie zentral er selbst ist. Er sagt: Ich bin der Weg, nicht ein Weg, sondern der Weg. Ich bin die Wahrheit, ich bin das Leben. Niemand kommt zum Vater, zu Gott, dem Vater, als nur durch mich.
Und die Apostel machen es selbst auch überdeutlich, wo sie sagen: Kein anderer kann Rettung bringen. Gott hat den Menschen in der ganzen Welt keinen anderen Namen gegeben, also keine andere Adresse, keinen anderen Anlaufpunkt, unter dem wir gerettet werden sollen. Nur Jesus ist es, der rettet.
Und Jesus selbst sagt noch einmal überdeutlich: Solange ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Das heißt, wir sind schon in den Sünden, genau wie Johannes der Täufer das gesagt hat. Der Zorn bleibt auf uns, weil er schon da ist. Das ist die einzige Rettung durch Jesus, dass wir die Sünden loswerden können. Und wenn wir das nicht haben, dann sterben wir an unseren Sünden.
Das heißt: Die Ablehnung von Jesus, die Ablehnung der wahren Identität von Jesus, wie er selbst sagt, wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, geht damit einher, dass es keine Rettung gibt. Deswegen ist es so wichtig, das mit Jesus klar zu haben. Daran entscheidet sich wirklich alles.
Die Frage ist also: Wer und wie ist jetzt dieser Jesus?
Also erst mal sagt Jesus selbst in Johannes 13: Ihr nennt mich Meister und Herr, und ich bin es auch. Also: Ich bin der Herr. Damit ist auch gemeint, Jesus sagt: Ich bin auch derjenige, der wirklich den Herrschaftsanspruch hat. Er ist also der Mensch gewordene Sohn Gottes, er ist Gott als Mensch.
Im ersten Timotheusbrief ist das auch ganz deutlich: Jesus ist gleichzeitig Gott und Mensch. Und im Titusbrief auch ganz deutlich: Jesus ist Gott.
Und wer mehr wissen möchte, was Jesus’ Zeitgenossen damals über ihn dachten und was sie gesagt haben, was sie niedergeschrieben haben, der kann einfach gern diese Glocke drücken hier unten rechts unter diesem Video und in die Kommentare hineinschreiben: „Videowunsch Geschichtsschreibung“.
Vielen Dank!
Daher ist es auch richtig, wie es zum Beispiel an mehreren Stellen in der Bibel heißt, wie es Jakobus sagt, wie es Markus sagt, wie es Paulus sagt, wie es Petrus sagt: Der Mensch Jesus, das ist der göttliche Christus.
So steht es auch im frühesten Text des gesamten Neuen Testaments drin, der auch lange niedergeschrieben wurde, bevor Paulus sich selbst bekehrt hat. Dieser Text geht zurück auf wenige Monate, möglicherweise sogar wenige Wochen nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung.
Dort heißt es in 1. Korinther 15, das ist nämlich ein Zitat aus einem ganz, ganz alten christlichen Glaubensbekenntnis, was so früh, so ursprünglich ist: Dort heißt es Christus ist gestorben. Das heißt, der ganz reale Mensch Jesus ist derjenige, der gestorben ist. Das ist derjenige, der begraben wurde und der auferstanden ist. Der ganz reale Mensch Jesus ist der göttliche Christus. Das sind die gleichen.
Also, ihr Lieben, ich mache es kurz: Die neutestamentliche Lehre dazu ist eindeutig. Jesus ist Gott. Jesus ist Gott als Mensch. Ja, das ist auch das, was in den ersten Gemeinden gelehrt wurde. Dazu haben wir dir schon mal ein eigenes Video gemacht, das findest du auch direkt hier unten drunter. Das hat schon vielen Leuten geholfen.
Falsche Bilder von Christus und ihre Folgen
Soweit in aller Kürze ein ganz, ganz skizzenhafter Umriss der biblischen Lehre. Jetzt gibt es falsche Lehren dazu, wer Jesus ist. Von diesen falschen Lehren gibt es vor allem drei, die es sich lohnt, dass wir uns kurz damit befassen.
Irrlehre A wäre so die Behauptung sinngemäß: Ja, Jesus ist zwar schon göttlich, aber dann lassen sie den realen Menschen unter den Tisch fallen. Dann ist Jesus zum Beispiel, wie ein Autor das schreibt, ein sogenanntes Christusbewusstsein. Ein anderer Autor spricht davon, dass Christus die Energie ist, die in allen Religionen wirkt. Hä? Wieder ein anderes Beispiel ist auch, dass manchmal Leute behaupten: Na ja, es könnten ja auch andere Menschen der Christus sein, es könnte ja auch andere Christusse geben. Und das, ihr Lieben, das muss ich hier auch ganz deutlich sagen, das ist natürlich eine endzeitliche Irrlehre.
Sagt Jesus selbst in Matthäus 24, da heißt es: Als er, Jesus, später auf dem Ölberg saß in Jerusalem – das ist jetzt wenige Tage vor seiner Hinrichtung – und mit seinen Jüngern allein war, da fragten sie ihn: Wann wird das alles geschehen? Gibt es ein Zeichen, an dem wir deine Wiederkehr und das Ende der Welt erkennen können? Jesus antwortete: Gebt Acht, dass euch niemand irreführt. Das heißt also, dieses Thema ist schon mal ein Thema, bei dem man wirklich in die Irre geführt werden kann. Und dann sagt Jesus weiter: Es werden viele auftreten und von sich selbst sagen: Ich bin der Messias, und damit werden sie viele verführen. Es werden viele falsche Messiasse, falsche Christusse und falsche Propheten auftreten. Sie werden sich durch große Zeichen und Wundertaten ausweisen und dadurch sogar die Auserwählten verführen, wenn sie es könnten. Und in Offenbarung 13 und anderen Stellen lesen wir sehr düstere Prophezeiungen davon, wie das einmal aussehen könnte, und vieles davon ist jetzt schon Realität.
Die zweite Spielart davon, den neutestamentlichen Befund zu Jesus zu leugnen, also zu leugnen, dass Jesus Gott ist, ist der sogenannte Doketismus. Doketismus, das kommt von dem alten Verb für „erscheinen“. Also da wird behauptet – wie gesagt, es gibt verschiedene Ausprägungen, ich fasse es jetzt einfach zusammen – da wird behauptet, Jesus wäre nicht Mensch gewesen oder zumindest nicht richtig oder nicht immer oder nicht wirklich.
Das ist auch hilfreich für all diejenigen von uns zu wissen, die sich für Lebensschutz einsetzen, also wo so viele hier mit viel Herzblut dabei sind. Das fundamentale theologische Problem dabei ist nämlich folgendes: Also jetzt mal eine Frage an die Leute, die sich selbst als Christen bezeichnen, die aber kein Problem mit Kindstötungen im Mutterschuss haben, nämlich die Frage ist: War Christus ein wahrer Mensch in Marias Bauch? Ich will dich da ganz kurz mit reinnehmen, weil das eine Argumentation ist, die kann für einige hier sehr hilfreich sein.
Wenn wir schauen in den neutestamentlichen Befund und wir sehen ganz klar Johannes 1: Er, das Wort, wurde Mensch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie nur der eine und einzigartige vom Vater hat, erfüllt mit Gnade und Wahrheit. Oder 1. Johannes 4: Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, also als Mensch gekommen ist, der ist aus Gott. Also der biblische Befund ist klar: Jesus ist wirklich die zweite Person der Trinität, und der Sohn wurde wirklich Mensch. Damit sprechen wir ja auch von Jungfrauengeburt. Das ist irgendwo auch logisch. Wenn Jesus einen irdischen, menschlichen Vater hätte, der ihn gezeugt hätte, dann wäre er nicht im selben Sinne, auf dieselbe Art und Weise Gottes leiblicher Sohn.
Das Problem ist jetzt Folgendes, nämlich: Wer zugibt, dass Jesus in Marias Bauch ein wahrer und vollständiger Mensch war, wie es ja auch ist, der muss aber auch eingestehen, dass damit auch alle anderen Menschenkinder im Bauch wahre und vollständige Menschen sind, wie es ja auch ist. Und das ist das Ding: Wenn ein unschuldiges und wehrloses Kind kein Mensch ist, dann ist ja selbst der kleinste Schutz zu viel und irgendwo übertrieben. Wenn aber ein unschuldiges Kind im Bauch ein echter und kostbarer Mensch ist, dann ist keine Rechtfertigung für seine Hinrichtung groß genug.
Wer jetzt aber umgekehrt behauptet, dass Kinder im Bauch keine wahren Menschen wären, der muss ja im selben Atemzug behaupten, dass auch Jesus Christus im Bauch kein wahrer Mensch gewesen wäre. Dann muss er zum Beispiel behaupten, dass die Menschheit zu Jesus angeblich erst später hinzugefügt worden wäre. Und das ist biologisch falsch, weil natürlich ist ein Nachfahre von zwei Menschen ein Mensch und von Anfang an nichts anderes als menschlich. Etwas anderes zu behaupten ist biologisch falsch, aber auch theologisch.
Das ist, vereinfacht gesagt, diese Irrlehre des Doketismus, des Scheins, die behauptet, dass Gott zwar schon auf die Erde gekommen wäre, aber gar nicht wirklich menschlich war, sondern es nur so schien. Oder sie behauptet, dass Gott zu einem späteren Zeitpunkt in Jesus Leben das Menschliche hinzugefügt hätte, also dass Jesus gar nicht wirklich vollständig wahrer Mensch war. Und das ist eine große Irrlehre, die auch vom Neuen Testament mit extremer Deutlichkeit abgelehnt wird.
Also siehst du, was da auch in dieser zum Beispiel Abtreibungsthematik behauptet wird: Da geht es natürlich einmal um Leben und Tod von Millionen, inzwischen sogar Milliarden von Menschenteben, aber andererseits hat das auch theologisch echte Auswirkungen, bis hin sogar in Irrlehren hinein. Das war also diese eine Sammlung an Irrlehren, dass Jesus zwar schon göttlich wäre, aber nicht so richtig menschlich.
Es gibt auch das Gegenteil, nämlich Irrlehre B, also nach dem Motto: Ja, Jesus war schon menschlich, aber man lässt halt das Göttliche unter den Tisch fallen. Also auch dazu nochmal zusammengefasst: Die richtige Lehre ist, Jesus ist mehr als ein Mensch. Das haben wir dir schon mal ganz ausführlich dargelegt, und sagt ja auch Jesus selbst: Wenn ihr nicht glaubt, dass ich nicht von dieser Welt bin, werdet ihr an euren Sünden sterben. Im Kolosserbrief heißt es: In Christus allein wohnt die ganze Fülle des Göttlichen leibhaftig. Also nur in Jesus, nur dort ist leibhaftig alles Göttliche enthalten. Die Betonung hier liegt auf leibhaftig. Warum? Jesus ist mehr als ein Mensch, er ist der wahre Gott.
Dagegen ist eine falsche, also dem Neuen Testament widersprechende Lehre, das wäre dann zum Beispiel Arianismus oder Adoptionismus, das heißt die Lehre, dass Jesus ein erschaffenes Wesen wäre, wie im Ebionitismus, das heißt, dass Jesus nur ein Mensch wäre, eventuell ein großer Lehrer, aber eben nicht göttlich. So etwas Ähnliches, nicht das Gleiche, aber so etwas Ähnliches. Findest du zum Beispiel bei den Zeugen Jehovas. Sie lehnen die Göttlichkeit von Jesus ab, sie glauben dagegen, er wäre der Erzengel Michael. Wer mehr zu den Zeugen Jehovas wissen möchte, ist es superspannend und wie du ihnen antworten kannst, der kann jetzt gern diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video drücken und in die Kommentare reinschreiben: Video Wunsch Zeugen Jehovas. Dann schauen wir uns das sehr gerne an.
Etwas Ähnliches habe ich damals auch in der liberalen Theologie erlebt, als ich als liberaler Theologe damals die Jungfrauengeburt geleugnet habe. Problem dabei nur: minimales Problem. Wenn Jesus durch einen irdischen Vater gezeugt worden wäre, dann wäre er nicht der leibliche Sohn Gottes. Und es hat noch eine ganze Reihe anderer Probleme.
Ganz besonders brisant ist das Ganze aber natürlich in der islamischen Lehre. Warum? Weil der klassische Islam, also die klassischen Glaubensrichtungen des Islam, die Göttlichkeit von Jesus leugnen. Sie betrachten ihn nur in Anführungsstrichen als einen Propheten, als Isa.
So, warum ist das so relevant in unserer Zeit? Natürlich, weil die Bemühungen von Muslimen, andere von ihrem Glauben zu überzeugen, schon im Internet rasant zugenommen haben in den letzten Jahren und im Alltag, wie zum Beispiel auf Schulhöfen, ebenfalls. Zum Beispiel um noch mal eine Statistik von vielen herauszugreifen: Untersuchte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen die Einstellungen von Schülern in der neunten Klasse zu verschiedenen Äußerungen, zum Beispiel zu der Äußerung: Kann man Verständnis haben für Gewalt gegen Menschen, die Allah oder Mohammed beleidigen? Worunter, je nachdem, wen du fragst, auch durchaus fallen kann, zu sagen: Ja, Jesus wäre der Sohn Gottes gewesen. Und von den muslimischen Schülern, so wird dort berichtet, haben 35,5 dem zugestimmt, dass man dafür Verständnis haben kann. Mehr als 45 von ihnen halten einen islamischen Gottesstaat für die beste Staatsform, und über die Hälfte von ihnen sehen nur den Islam in der Lage, die Probleme unserer Zeit zu lösen.
Es gibt auch ähnliche Studien wie zum Beispiel der Uni Münster, die in eine ähnliche Richtung gehen. Die neueste Studie des vom Bundeskriminalamt BKA koordinierten Forschungsverbundes Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung hat bemerkenswerte Fakten zutage gebracht über junge Muslime in Deutschland, also vor allem über die unter Vierzigjährigen. Bereits 11,5 aller jungen Muslime in Deutschland haben manifeste islamistische Einstellungen, also klar ausgeprägte und offen an den Tag gelegte. Sie sind also bereits richtig radikalisiert. Und latent islamismusaffin, also mit klarer Offenheit, mit Tendenzen zum radikalen Islamismus, nah an der Radikalisierung oder auf dem Weg dorthin sind sogar 33,6 aller jungen Muslime in Deutschland. Also über 45 aller jungen Muslime sind nahezu radikalisiert, auf dem Weg zur Radikalisierung oder sogar schon vollends radikalisiert, im Grunde jeder Zweite.
Und nochmal, ich will das deutlich dazu sagen: Nicht alle Muslime in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen das so. Auch nicht alle Muslime weltweit sehen das so. Ich bin selbst in einem Multikulti-Umfeld groß geworden, wo es eine völlige Alltäglichkeit war, erst mit Hindus und dann mit Muslimen die Tage zu verbringen, und meine persönlichen Erfahrungen waren positiv. Ich möchte wirklich davor wahren, alles über einen Kamm zu scheren, so einfach ist das nicht.
Auch ist es wichtig, dass wir lernen zu differenzieren zwischen den großen Gruppen von Muslimen in unseren Ländern, wie zum Beispiel zwischen Sunniten, der größten Gruppe, Aleviten, die auch immerhin über eine halbe Million sind, Schiiten und säkularen Muslimen. Da gibt es ernsthafte Unterschiede, und wir tun gut daran, sie zu kennen. Wer mehr darüber wissen möchte und wie wir diese Gruppen mit Jesus und dem Evangelium erreichen können, dazu drückt gern diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schreibt gern in die Kommentare rein: Videowunsch Jesus im Koran. Vielen Dank!
Gleichzeitig lassen sich diese Tendenzen auch nicht wegdiskutieren, zumal – das muss ich auch als Religionswissenschaftler nun mal festhalten – zumal im Falle des Islam diese Dinge nun mal in den Grundlagenschriften des Islams, dem Koran, so deutlich dort niedergeschrieben sind.
Dort im Koran finden wir die Ablehnung der Auferstehung von Jesus, die Ablehnung des Sühnetods und die Leugnung von Jesus’ Göttlichkeit. Auch hier noch mal eine wertvolle Differenzierung: Das, was tatsächlich im arabischen Text des Koran über Jesus steht – je nachdem, welche Koranfassung du hast – das ist tatsächlich deutlich wertschätzender, als es heutzutage vielen Muslimen gelehrt wird, und das hat sogar starke Hinweise auf Jesus und dass Jesus deutlich mehr ist als vielleicht nur der Prophet, als der er dargestellt wird. Und das können wir Christen häufig direkt evangelistisch nutzen. Wer mehr dazu wissen möchte, drückt gerne diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schreibt einfach in die Kommentare rein: Video Wunsch Jesus im Koran. Vielen Dank!
So oder so: Allein wegen der Demografie und der demografischen Entwicklungen werden islamische Einflüsse in der Politik und in der Gesellschaft zunehmen, und damit auch die islamische Kritik an Bibel und Evangelium wird mehr ins Blickfeld geraten und damit auch für uns als Christen noch mal deutlich relevanter. Und da mein Eindruck ganz klar: In der Masse sind die christlichen Gemeinden noch nicht vorbereitet auf gute apologetische Gespräche und gute evangelistische Gespräche mit Muslimen. Da müssen und da werden wir mit Gottes Hilfe Nachhilfe leisten.
Die Trinität und die Ablehnung von Verzerrungen
Und dann Irrlehre C, das ist so ein Zwischending aus den beiden, die wir bis jetzt gelernt haben, nämlich Modalismus, Sabellianismus noch einmal. Das ist nicht unbedingt dasselbe, ich vereinfache das natürlich. Das heißt: die Vorstellung, dass Gott nur in einer Person existieren würde und sich nacheinander in verschiedenen Modi zeigen würde.
Also so etwas wie der klassische Vergleich, und ich verstehe den, dass man ihn in Kinderstunden zum Beispiel gut anbringen kann. Es ist nur: Das ist nicht ganz der Punkt. Nämlich der klassische Vergleich Gottes mit Wasser: Gott kann sowohl gasförmig sein, wie Wasserdampf, als auch flüssig, wie flüssiges Wasser, eben auch eisförmig, zum Beispiel, also dann in einem festen Zustand. Dass man sich das ähnlich wie Wasser mit seinen Aggregatzuständen so mit Gott vorstellen kann.
Nochmal: Ich verstehe das wirklich als vereinfachte Erklärung der Trinität für Kinder, aber es ist eben nicht ganz biblisch. Der neutestamentliche Befund dagegen ist sehr klar. Lukas 3: Da heißt es, als die Leute getauft wurden, geschah es auch, dass Jesus getauft wurde. Und während er, also wir haben Jesus schon mal, betete, öffnete sich der Himmel. Dann kam der Heilige Geist, also die dritte Person der Trinität, vom Himmel herab in Gestalt einer Taube. Und jetzt kommt es: Eine Stimme aus dem Himmel sagte zu ihm: Du bist mein geliebter Sohn, in dir habe ich Wohlgefallen.
Also die Stimme redet Jesus als Sohn an. Die Stimme, die redet, ist natürlich der Vater. Das heißt, hier haben wir an einer Stelle gleichzeitig den Sohn, den Heiligen Geist und den Vater, alle drei vorhanden. Nicht hintereinander, auf verschiedene Art und Weise, sondern alle gleichzeitig. Deswegen: Dieser Vergleich aus dem Kindergottesdienst, Gottes wie Wasser kann sowohl gasförmig sein als auch fest als auch flüssig, das ist zwar, um Kindern das zu erklären, ich verstehe das als Handreichung, aber ganz biblisch ist es dann doch nicht.
Biblischer Befund ganz klar: Gottes alles drei gleichzeitig, nicht hintereinander in verschiedenen Erscheinungsformen. Wer würde so etwas heutzutage zum Beispiel lehren? Zum Beispiel findest du das unter anderem an manchen Stellen in der Jesus-One-Bewegung oder im Oneness-Pentecostalismus oder im unitarischen Pfingstglauben.
Das heißt, Fazit: Du siehst, im Neuen Testament ist alles enthalten, wir dürfen halt nur aus dem Neuen Testament nichts wegnehmen. Und ihr Lieben, an der Stelle einfach eine kurze Verschnaufpause.
Woran man Irrlehren erkennt
Was solltest du über diese ganze Thematik wissen? Zum Beispiel über Symptome von Irrlehren.
Wir haben an einer anderen Stelle schon einmal darüber gesprochen. Nicht alle, aber viele Irrlehren kommen daher, dass Irrlehrer sich selbst predigen. Sie predigen sich selbst, und zwar häufig das, was sie sich wünschen, jemand anderes würde ihnen predigen oder hätte es ihnen gepredigt.
Der Psychologe Carl Gustav Jung, und ich würde bei weitem nicht Jung einen Blankoscheck ausstellen oder allem zustimmen, was er sagt, hat an einer Stelle etwas Denkenswertes niedergeschrieben. Carl Gustav Jung hat geschrieben: Die schwerste Last, die ein Kind trägt, ist das nicht gelebte Leben seiner Eltern. Die schwerste Last, die ein Kind trägt, ist das nicht gelebte Leben seiner Eltern. Einfach mal zum Darüber-nachdenken.
Das erinnert mich ein bisschen an das, was im 2. Timotheusbrief, Kapitel 3, über Irrlehrer steht. Dort heißt es, sie verführen, aber dort heißt es dann weiter: Sie werden auch verführt. Und spannend ist jetzt der Blick in den griechischen Text. Dort heißt nämlich diese zweite Konstruktion, sie werden verführt, die kannst du auch anders übersetzen. Du kannst sie auch übersetzen mit: Sie verführen sich selbst. Also: Sie verführen und sie verführen sich selbst. Oder: Sie werden verführt. So oder so.
Irrlehren siehst du meist daran, dass Dinge dort, in diesen Gemeinden, in diesen Hauskreisen, in diesen Gruppen, wo Irrlehren herrschen, meistens nicht im Gleichgewicht sind. Warum? Weil Irrlehren Auswirkungen haben, die ausstrahlen. Jesus sagt sehr deutlich: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Also, neben der falschen Lehre: Was sind denn die Früchte davon, dass Irrlehren in einer Gemeinschaft herrschen?
Eine Frucht von Irrlehren, ein Symptom, das die meisten von uns hier schon einmal selbst beobachtet haben, ist die Anpassung an einen sich ständig ändernden Zeitgeist. Dort heißt es ja schon im 2. Timotheusbrief, prophetisch: Es wird eine Zeit kommen, da wird man die gesunde Lehre unerträglich finden und sich Lehrer nach seinem eigenen Geschmack aussuchen. Und dann heißt es von den Lehrern weiter, dass sie einem nur das sagen, was man gerne hören möchte. Vor der Wahrheit wird man dann seine Ohren verschließen und sich stattdessen mit Legenden und Spekulationen abgeben.
Oder schreibt Paulus dazu in dem so wichtigen Galaterbrief, der ist so wichtig, ich glaube, das tut uns gut, ihn manchmal neu zu entdecken: Versuche ich etwa, den Beifall von Menschen zu gewinnen und Menschen zu gefallen, oder nicht doch vielmehr Gott zu gefallen? Dann schreibt Paulus weiter: Wenn ich jetzt noch Menschen gefallen wollte, dann wäre ich kein Diener von Christus.
Also dieses, ich sage es mal ein bisschen härter, dieses Anbiedern an den Zeitgeist, ab einem gewissen Punkt ist das nicht mehr vereinbar damit, Jesus dienen zu wollen. Das heißt umgekehrt: In dem Moment, wo ich sage, ich committe mich darauf, ich möchte wirklich Jesus dienen, dann heißt das, über kurz oder lang werde ich dem Zeitgeist widersprechen, werde ich auch Menschen widersprechen und mir damit keineswegs nur Beifall oder nur Freunde machen.
Ein zweites Symptom von Irrlehren ist die Ablehnung von Korrektur, dass Irrlehrer es häufig, nicht immer, aber häufig ablehnen, sich korrigieren zu lassen. Darüber wollen wir noch ausführlich sprechen, im nächsten Teil dieser Reihe. Drück dafür gern diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video, dann wird dir das auch angezeigt.
Ein drittes Symptom, das vielen von euch bei Irrlehrern auffällt, und mir auch, ist die Verachtung von Autorität, eine Art ungeistlicher Stolz. Dazu heißt es im 2. Petrusbrief wieder prophetisch über Irrlehrer. Dort werden sie bezeichnet als Menschen, die den Begierden ihrer menschlichen Natur folgen und jeden Herrschaftsanspruch missachten. Solche Menschen, also gemeint sind Irrlehrer, sind frech und anmaßend, heißt das Wort. Sie schrecken auch nicht davor zurück, überirdische Mächte zu lästern. Das wagen nicht einmal die Engel, die doch viel stärker und mächtiger sind. Niemals würden sie solche Mächte mit ihrem Urteil vor Gott lächerlich machen. Aber diese Menschen, gemeint sind die Irrlehrer, handeln wie unvernünftige Tiere. Sie machen sich über Mächte lustig, die sie nicht einmal kennen. Ihre Verdorbenheit wird sie verderben.
Auch in dem so wichtigen Judasbrief im Neuen Testament, nicht geschrieben von Judas dem Verräter, sondern von einem anderen Judas, das wird dann ein Halbbruder von Jesus gewesen sein, heißt es zu dieser ganzen Thematik von Irrlehrern: Diese Leute beflecken mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre eigenen Körper. Sie verachten die von Gott eingesetzten Autoritäten und verhöhnen auch noch die glanzvollen Himmelsmächte. Das sind die, die immer murren und mit ihrem Leben unzufrieden sind. Sie leben so, wie es ihren eigenen Begehrlichkeiten entspricht, und ihr Mund stößt arrogante Worte aus. Sie behandeln die Menschen ganz willkürlich, je nachdem, ob sie ihnen von Nutzen sein können oder nicht. Doch ihr, liebe Geschwister, ihr solltet euch daran erinnern, was die Apostel unseres Herrn Jesus Christus euch vorausgesagt haben. Und dann heißt es im Judasbrief: Sie sagten nämlich, dass in der letzten Zeit Spötter auftreten werden, die nur ihren gottlosen Begierden folgen.
Ein weiteres Symptom von Irrlehren, und ich denke da zum Beispiel an diese total unbiblische Bewegung des Wohlstandsevangeliums, ist Selbstsucht und Habgier. Dort heißt es dazu zum Beispiel im 2. Petrusbrief: Aus Habgier erfinden sie, gemeint sind die Irrlehrer, geschickte Lügen, um euch damit zu betrügen. Doch das Urteil über sie ist längst gefällt, sie werden ihrem Verderben nicht entgehen. Keine leichtsinnige Frau entgeht ihren lüsternen Blicken, ständig sind sie auf Sünde aus und locken damit unsichere Menschen an. Also: Unsichere Menschen werden angelockt. Habgier ist ihre zweite Natur geworden, sie sind verloren. Wie Bileam haben sie den geraden Weg verlassen, ja, sie sind dem Sohn Beors gefolgt, der das Geld liebte, das er für seine böse Tat bekommen sollte. Nachzulesen im Buch Numeri.
Etwas Ähnliches finden wir im 1. Timotheusbrief, wo es auch da heißt, das Denken solcher Menschen ist so verdorben, dass sie von der Wahrheit abgekommen sind und meinen, die Gottesfurcht, also gemeint ist damit das Ausüben, das Praktizieren einer bestimmten Weltanschauung, wäre ein Mittel, um sich zu bereichern.
Dann heißt es im Titusbrief dazu: Sie führen ganze Familien, du kannst auch übersetzen ganze Hauskreise, gemeint sind aber wahrscheinlich Familien, in die Irre und lehren Dinge, die sich nicht gehören, allein um den schändlichen Gewinn zu erhalten. Und im Römerbrief ganz klar: Solche Menschen dienen nicht Christus, unserem Herrn, sondern ihrem eigenen Wohlergehen. Mit eindrucksvollen Reden und schmeichlerischen Worten führen sie arglose Menschen in die Irre.
Und damit geht bei sehr vielen Irrlehren persönlich ein unmoralisches Leben einher. Dazu heißt es in Matthäus 7, sagt Jesus: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Von Dornen erntet man keine Trauben und von Disteln keine Feigen. So trägt jeder gute Baum gute Früchte, und ein schlechter Baum trägt schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte tragen, und ein schlechter Baum keine guten.
Also, Stichwort Evangelisation: Führt eine Lehre dazu, dass Leute spürbar im Glauben wachsen? Führt die Lehre dazu, dass Leute mehr Bibelkenntnis haben? Führt das dazu, dass mehr Leute von außen vom Evangelium der Rettung vor dem jüngsten Gericht durch Jesus hören und dass wir sie dafür gewinnen können? Führt das dazu, oder hat es andere Früchte zur Folge?
Und an anderer Stelle im Neuen Testament heißt es wieder prophetisch: Mit ihrem zügellosen Lebensstil werden sie, gemeint sind manche Irrlehrer, viele Anhänger finden, aber ihretwegen wird der Weg der Wahrheit in Verruf geraten. Und genau das ist es, was wir rund um den Globus leider immer wieder sehen müssen.
Zusammengefasst mit den Worten des 1. Johannesbriefs: Wenn wir behaupten, mit ihm, Jesus, Gemeinschaft zu haben, und trotzdem in der Finsternis leben, dann lügen wir. Unser Tun steht im Widerspruch zur Wahrheit.
Das heißt: Irrlehren erkennst du am Lebenswandel, am Lebenswandel der Leute, die von Irrlehren beeinflusst werden, und am Lebenswandel der Lehrer selbst. Und deswegen, und das gilt jetzt nicht nur für Irrlehrer, sondern ganz grundsätzlich für Lehrer und für Autoritätspersonen, gerade im christlichen Bereich, also das gilt auch und vielleicht sogar erst recht für die Leute, die auf Social Media aktiv sind, einfach die berechtigte Frage: Wer kennt das Leben dieser Menschen? Wer ist ihr Freundeskreis? Wer ist ihre Gemeinde? Wer kann, darf und tut diesen Menschen ins Leben sprechen? Wer sind ihre geistlichen Leiter?
Dafür zum Schmunzeln eine Anekdote am Rande: Weißt du, je größer der Bibel für Dienst geworden ist, desto mehr Influencer sind im Laufe der Jahre auf uns zugekommen, die uns entweder ganz harmlos fragen, ob wir gemeinsame Sachen machen können, oder aber, und das passiert häufiger, als du denkst, direkt wollen, dass wir ihre Dienstleistungen und ihre Produkte bewerben und verkaufen.
So, ich bin inzwischen so eine Standardantwort angewöhnt, und meine Standardantwort ist meistens eine Rückfrage: Sag mal, wer ist denn eigentlich dein geistlicher Leiter? Wer sind deine geistlichen Leiter? Und in welcher Gemeinde bist du denn fest eingebundenes Mitglied? Und häufiger als nicht kommt dann meistens nichts mehr zurück. Dann ist Funkstille, und dann hat sich die Sache scheinbar erledigt.
Das heißt, bei Irrlehren fehlt zumindest in der heutigen Zeit häufig im westlichen Kontext die wichtigste Frucht von allen, nämlich Bekehrungen, Glaubenstaufen, Übertritte zum Christentum. Sagte Charles Spurgeon dazu, er sagte: Diejenigen, die das Evangelium verbessern wollen, die also daran herumdoktern, die irgendwie meinen, das Evangelium so wie es im Neuen Testament steht, das ist es nicht, das ist noch nicht gut genug, sondern wir müssen unsere eigenen Lehren damit einschleusen und das auf diese Art und Weise verbessern, da sagt er, diejenigen, die das tun, die haben wenig mit Bekehrungen zu tun.
Etwas wissenschaftlicher stellt Professor Dr. David Haskell dazu fest, Zitat: Wachsende Kirchen, wachsende Gemeinden sind in der Lehre fast ausschließlich konservativ. Ergänzung von mir: Konservativ ist damit nicht unbedingt politisch konservativ gemeint, sondern damit ist gemeint, konservare, bewahren, also die neutestamentliche Botschaft bewahren, den neutestamentlichen Wortlaut bewahren.
Prof. Dr. Haskell-Walther, Zitat: Die konservative protestantische Theologie mit ihrem wörtlicheren Blick auf die Bibel ist ein wichtiger Prädikator, also ein wichtiges Vorhersageelement für Gemeindewachstum, während liberale Theologie zum Niedergang führt. Das heißt, er sagt, du kannst anhand eines eher wörtlicheren Bibelverständnisses des Neuen Testaments, meint er, dass es in der Kausalität her etwas ist, was mehr dazu führt, dass eine Gemeinde wächst, als umgekehrt.
Und Alexander Garth, Beauftragter der Evangelischen Allianz für Theologie, Evangelisation und Gemeindeentwicklung, der war hier beim Bibelverdienst auch schon mal zu Gast, sein Gastbeitrag ist hier unten drunter verlinkt, er schreibt Folgendes, Zitat: Ich war öfters in Afrika, Indien und anderen Teilen der Welt, und ich habe dort studiert, wie Gemeinden sich entwickeln, welche Mission, welches missionarische Konzept sie vertreten und was ihre Theologie ausmacht. Ich habe von verschiedenen Pastoren und Gemeindegründern mehrfach einen Satz gehört: Wenn du willst, dass deine Gemeinde stirbt oder dass dein Dienst ohne Frucht bleibt, dann übernimm die Theologie Europas.
Wir bei uns in Mitteleuropa, in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wir haben die letzten Jahre sehr deutlich die Einflüsse zu spüren bekommen von liberaler und postevangelikaler Theologie und Dekonstruktion. In einem Buch, das ich mal gelesen habe, wurden sie beschrieben, quasi als parasitäre Bewegungen. Zitat ist nicht von mir. Gemeint ist damit: Sie ziehen massenhaft Leute aus Gemeinden raus, aber bringen nicht massenhaft Leute rein in Gemeinden, die mit dem Christentum vorher nichts zu tun hatten.
Und um es mal direkt beim Namen zu nennen: Durch liberale und postevangelikale Podcasts passiert es in der Masse nicht, dass zum Beispiel Atheisten und Muslime ihre Sünden bereuen, von ihrem bisherigen Lebensweg umkehren, Jesu stellvertretenden Tod annehmen, ihm ab jetzt nachfolgen, sich taufen lassen und bibeltreuen Gemeinden beitreten. Genau diese Dinge passieren durch postevangelikale Podcasts nicht, und genau das ist ja ein ganz entscheidender Gradmesser. Welche Art von Jüngern entsteht durch deine Theologie? Was sind die Früchte, die daraus wachsen?
Und damit wir alle vom Gleichen sprechen, was Dekonstruktion angeht: Was meint dieses Stichwort Dekonstruktion? Also, Dekonstruktion ist ein religionspsychologischer Prozess, der vereinfacht gesagt bedeutet, dass Leute, die sich vor Beginn dieses Prozesses selbst als christlich bezeichnet haben, sich am Ende dieses Prozesses nicht unbedingt mehr selbst als christlich bezeichnen würden. Und dazwischen gibt es eine Menge Zwischenstufen.
Das passiert, wie gesagt, nicht immer, aber so der Klassiker sind zum Beispiel fünf Schritte, die viele von euch selbst schon einmal beobachtet haben, einfach damit du dir mal vorstellen kannst:
Schritt 1: Eigentlich hat eine Gemeinschaft, eine Gruppe, überwiegend schon neutestamentliche Weltanschauungen. Dann passiert es aber, dass der Fokus sich verändert, erst auf emotionale Fragen, dann gesellschaftliche Fragen und schließlich politische Fragen, sowas wie Klima, soziale Gleichheit, Inklusivität etc.
Dann Schritt 2 von 5, nämlich Sexismus, tatsächlicher oder vermeintlicher Sexismus, Rassismus, Homophobie und Ähnliches, fallen einem auf, entweder in der Vergangenheit des Christentums oder in der Gegenwart heutiger Gemeinden. Und dann entsteht der Gedanke, dass man wohl etwas am Christentum selbst ändern müsste.
Schritt 3: Die Ursache für viele soziale und vor allem emotionale Nöte werden in der Bibel gesehen. Deswegen werden biblische Aussagen und deren Wortlaut abgelehnt. Das fällt dann besonders auf bei den klaren neutestamentlichen Aussagen zu zum Beispiel Unterordnung in der Gemeinde, vorehelicher Enthaltsamkeit, Sexualitätsfragen, Heiligkeit menschlichen Lebens usw. Und zu diesem Zeitpunkt kippt es meist dann in Richtung Allversöhnung, und damit verlässt dann diese Gemeinschaft wirklich den Boden des neutestamentlichen Christentums.
Und Schritt 4: direkte Irrlehre. Das heißt, dann wird in Abrede gestellt, zum Beispiel, dass Jesus noch wahrer Gott ist. Dann wird zum Beispiel in Abrede gestellt oder geleugnet die leibliche Auferstehung sowohl von Jesus als auch von jedem von uns und die Jungfrauengeburt. Außerdem wird abgelehnt, dass ausgerechnet das neutestamentliche Christentum wahr ist und alle widersprechenden Weltanschauungen falsch sind.
Und Schritt 5 ist dann New Age, getarnt als Christentum. Gott ist dann angeblich kein persönliches, tatsächlich existentes Wesen mehr, das in die Geschichte eingreift, sondern dann angeblich nur noch eine übertragen gemeinte Vorstellung, die uns inspirieren soll, sozial oder irgendwie gut zu leben, das heißt, das zu tun, was ohnehin in unserem Herzen ist, meistens ohne Autorität über uns.
Und das ist dann so ein ähnlicher Dominoeffekt, wie wir den im letzten Video besprochen haben. Was passiert, sobald wir richtig elementare Kernbestandteile vom Christentum wegnehmen? Dann passiert Folgendes: Ist ja heutzutage modern geworden, dass ich sage, hey, zieh mal Wahrheit. Na ja, ich habe meine Wahrheit, du hast deine Wahrheit, es gibt keine Wahrheit, jeder soll seine eigene Wahrheit finden. Das ist das eine. Das fängt dann anzuwackeln.
Wenn das anfängt zu wackeln, ist das Nächste, was anfängt, dieses: Na ja, das Thema Gut und Böse, wer legt eigentlich fest, was gut und böse ist? Gibt es überhaupt Moral? Muss das nicht jeder für sich selbst entscheiden? Reicht es nicht, wenn jemand irgendwie einverstanden ist mit dem, was er tut? Sind das nicht nur Meinungsfragen?
Na ja, sobald es kein Gut und Böse gibt, ist das Nächste, was wegfällt, dann gibt es natürlich keine Schuld. Ja, wenn ich nie was Böses tue, dann bin ich nicht schuld. Ich fühle mich erst mal für den Moment ganz gut an, aber leb mal mit so jemandem, das wird echt schwierig.
Das dritte ist dann: Wenn ich nicht schuldig bin, dann muss ich ja keine Angst haben vor einem gerechten Gott und keine Konsequenzen. Das heißt, alles, was mit dem Thema gerechter Gott zu tun hat, kann ich wegnehmen, brauche ich nicht, schadet nur, unnötiger Ballast.
Wenn es keinen gerechten Gott gibt und alle sowieso auf einem One-Way-Ticket in den Himmel sind, dann muss ich auch nicht irgendwas wegnehmen mit Versöhnung, weil ist ja unnötig. Ich brauche keine Versöhnung, ist ja sowieso schon alles klar.
Und ich glaube, du ahnst, worauf ich hinaus will. Denn sobald ich anfange, bei diesen Hauptthemen, nicht bei den Randthemen, sondern bei den Hauptthemen, etwas wegzunehmen und umzustossen, dann passiert Folgendes: Welche Art von Jüngern entsteht durch deine Theologie?
Ich sehe das mit viel Erstaunen und ich sehe das auch mit einer großen Traurigkeit, wie viele von uns hier, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Evangelisation praktisch aufgegeben haben. Und noch einmal: Nicht an allen Orten, nicht an allen Ortskirchen, nicht an allen Gemeinden, Gott sei Dank. Ich will das ganz deutlich hier sagen: Es gibt bibeltreue evangelische Pfarrer, das ist mir ganz wichtig zu sagen. Es gibt bibeltreue Gemeinden innerhalb der evangelischen Landeskirche, und ja, es gibt auch unter dem Schirm der katholischen Kirche viele bibeltreue Gemeinschaften. Das gibt es. Ich rede aber von der Masse der Phänomene.
Und in der Masse der Phänomene ist es so, dass in der Masse der Gemeinden Evangelisation praktisch aufgegeben ist und dass er von den großen Kirchen häufig so geduldet wird. Wenn es nicht sogar dazu kommt, das gab es ja auch schon, dass es den Amtspersonen, den Gemeinden und den Mitgliedern sogar verboten wird. Auch dafür kann ich mehrere Beispiele nennen, aber der eine oder andere hier hat ja selbst schon Erfahrung damit gemacht.
Und das hat Konsequenzen. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Dementsprechend sind die Erwachsenentaufen nicht einmal der tausendste Bruchteil der Mitgliederzahlen der großen Kirchen.
Und als ausgebildeter evangelischer Pfarrer, also erstes theologisches Examen, aber nicht zweites theologisches Examen, darf ich sagen: Wann hast du denn zuletzt einen meiner Kollegen unter freiem Himmel an Marktständen, Open Air, das Evangelium predigen hören oder zumindest Traktate in Briefkästen flyern sehen?
Ich kann mich gut daran erinnern, wo meine damalige Gemeinde mal eine Evangelisationsschulung gemacht hat. Dazu haben wir erfahrene Referenten eingeholt, es war richtig, richtig gut, und wir haben vorher von der offiziellen Mailadresse der Gemeinde Einladungsmails verschickt an viele andere Gemeinden in der Stadt und im Umland. Und es sind dann auch einige gekommen. Das war ein richtig gutes Wochenende mit kostbaren Impulsen, von denen danach gleich viele in die Tat umgesetzt wurden.
Wir haben auch die Einladungsmails an die evangelische Kirche und ihre Amtsträger geschickt, und da haben wir nicht einmal eine Antwort darauf bekommen. Deshalb, Schlusswort für heute: Bete für diese Gemeinden, bete für diese Kirchen. Jesus kommt wieder, und diejenigen, die in Verantwortung stehen, werden ein härteres Urteil empfangen. Bete für sie.
