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Vom klugen Verwalter – Teil 4

Jesu Leben und Lehre, Teil 580/665
01.06.2025Lukas 16,9-10
SERIE - Teil 580 / 665Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 579: Vom klugen Verwalter, Teil vier.

Einführung und Schlüsselvers

Hören wir zuerst noch einmal Lukas 16,9: „Und ich sage euch, macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte.“

Zuerst noch einmal zur Idee hinter diesem Vers, denn sie ist sehr wichtig. Dieser Vers ist das Fazit Jesu aus dem Gleichnis vom klugen Verwalter. Die zentrale Aussage lautet: Verwende deinen Besitz so, dass andere Menschen davon einen Vorteil haben und dich schätzen.

Es handelt sich dabei um eine Übertragung vom Kleineren zum Größeren. Im Sinn von: Wenn schon ein kluger weltlicher Verwalter seinen Job so macht, dass er nach der Kündigung gut unterkommt, wie viel mehr sollten wir unseren Dienst so gestalten, dass wir am Ende unserer Lebenszeit, also nach dem Tod, auf Menschen treffen, die uns mögen.

Um diesen Gedanken zu unterstreichen, habe ich mir erlaubt, bei der Übersetzung etwas genauer hinzuschauen und einer wörtlichen Übersetzung den Vorzug zu geben. Ich würde Lukas 16,9 daher lieber so übersetzen: „Und ich sage euch, macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie – das heißt die Freunde – euch aufnehmen in die ewigen Zelte.“

Bedeutung des Begriffs „Aufnehmen“ und „ewige Zelte“

So, da waren wir stehen geblieben. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns das Wort „Aufnehmen“ an. Was ist damit gemeint? Wenn es Menschen sind, die im Himmel bereits auf uns warten, dann bedeutet „Aufnehmen“ ein Empfangen, Begrüßen oder Willkommenheißen.

Das macht gerade vor dem Hintergrund des Gleichnisses viel Sinn. Dort will der gekündigte Verwalter von denen aufgenommen werden, denen er durch sein Leben einen Vorteil verschafft hat. Genau das wollen wir doch auch erleben, nur eben nicht in einem irdischen, sondern in einem himmlischen Sinn, wenn wir in die ewigen Zelte eingehen.

Dieser Begriff „ewige Zelte“ ist eine bildhafte Beschreibung für unsere Gemeinschaft mit Gott. So wie die Israeliten ihrem Gott in Zelten durch die Wüste folgten und um ihn beziehungsweise um die Stiftshütte herumlagerten, so werden wir in alle Ewigkeit Gemeinschaft mit Gott haben.

In der Offenbarung lesen wir sogar über die Gläubigen vor dem Thron Gottes: Offenbarung 7,15: „Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen.“ Wenn wir genau hinschauen, stellen wir fest, dass „wohnen“ wörtlich „zelten“ bedeutet. Gott wird über den Erlösten zelten – ein Ausdruck für die innige Gemeinschaft Gottes mit seinem Volk.

Die ewigen Zelte stehen also für die himmlische Gemeinschaft mit Gott.

Das Gebot Jesu zur klugen Verwaltung des Besitzes

Und diesen Moment greift der Herr Jesus jetzt heraus, um seinen Jüngern ein Gebot zu geben.

In Lukas 16,9 sagt er: „Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie – das heißt die Freunde – euch herzlich willkommen heißen in die ewigen Zelte“, also in die Gemeinschaft bei Gott.

Worum geht es hier? Es geht darum, dass wir in diesem Leben klug mit dem uns anvertrauten Besitz umgehen. Achtung, es ist, wie im Gleichnis, ein anvertrauter Besitz. Wir werden das noch deutlicher sehen, wenn der Herr Jesus weiterspricht.

Aber wir müssen das gut verstehen: Dein Auto, dein Haus, dein Einkommen, deine Sammlung alter Briefmarken, die Bücher und CDs – all das ist nicht wirklich dein Eigentum. Wir mögen denken: „Doch, das habe ich mir doch von meinem Geld gekauft, natürlich ist das meins.“ Aber Vorsicht, das stimmt nicht.

Alles, was ich in diesem Leben habe, ist ein Geschenk Gottes. Das gilt für meine Zeit, meine Begabungen, aber eben auch für mein Einkommen, jede Erbschaft, jeden finanziellen Erfolg und ja, sogar für jedes Schnäppchen, das ich mache.

Eigentlich nutze ich immer nur die Möglichkeiten, die Gott mir gibt. Nichts davon ist wirklich meins, alles ist mir anvertraut – und das auch nur für eine Zeit, nämlich bis zum Moment meines Todes.

Auftrag zur verantwortungsvollen Nutzung des Besitzes

Und jetzt kommt der Besitzer, also Gott selbst, und gibt uns einen Auftrag: Verwende deinen Besitz so, dass andere Menschen davon profitieren und dich schätzen. Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.

Was heißt das praktisch? Ich hatte bereits gesagt, dass es hier nicht in erster Linie um Almosen geht. Natürlich dürfen wir die Armen nie aus den Augen verlieren. Und was für die Armen gilt, gilt noch mehr für die Geschwister, mit denen wir unterwegs sind.

 Galater 6,10: Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens. Es ist gut, wenn wir uns um die Geschwister in unserer Gemeinde kümmern, besonders dann, wenn sie in Not sind.

Aber Jesus hat hier in Lukas 16 viel mehr im Sinn. Es geht ihm um die Frage, wofür wir leben und ob wir treu mit dem umgehen, was Gott uns anvertraut hat.

 Lukas 16,10: Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht. Das Geringste ist all das, was wir gerade besitzen. Egal wie viel das ist, es hat im Blick auf die Ewigkeit keinen Wert.

Was der Herr Jesus hier formuliert, ist ein Lackmustest für unser Herz: Sind wir treu? Das ist die Frage. Gehen wir treu mit dem um, was er uns anvertraut hat, also mit den Möglichkeiten, vor allem mit den finanziellen Möglichkeiten unseres Lebens?

Die Priorität des Reiches Gottes über irdischen Besitz

Und die Idee ist nicht neu. Sie hängt natürlich damit zusammen, dass wir uns keine Schätze auf der Erde sammeln sollen. In diesem Leben geht es nicht darum, sich ein eigenes kleines Paradies zu schaffen – also ein Eigenheim, einen Hund und einen kleinen Garten.

Stattdessen sollen wir zuerst nach Gottes Reich und nach seiner Gerechtigkeit trachten. Das mit dem Paradies hat Zeit für später.

Praktische Anwendung: Freunde durch klugen Umgang mit Besitz gewinnen

Werden wir noch etwas praktischer. Gott gibt uns Geld und Besitz und damit verbunden einen Auftrag. Nutze dein Kapital in meinem Sinn.

Ich will, dass du dir Freunde machst. Ich möchte, dass du deinen Wohlstand so einsetzt, dass du am Ende im Himmel von solchen Menschen herzlich willkommen geheißen wirst, die dich dafür schätzen, dass du mit deinen Möglichkeiten treu umgegangen bist.

Was sind das für Menschen? Immer noch ganz praktisch betrachtet: Es sind diejenigen, die durch dich gesegnet wurden.

Denken wir an das Gleichnis. Die Schuldner haben einen realen Gewinn aus der Schlitzohrigkeit des ungerechten Verwalters gezogen. Gott sucht treue Verwalter, keine Ungerechten. Aber er sucht treue und kluge Verwalter, die das, was er ihnen anvertraut hat, gut nutzen, um möglichst vielen Menschen zum Segen zu werden.

Zum Segen, damit diese Menschen in der Gemeinschaft mit Gott ankommen und uns dort als Empfangskomitee begrüßen, wenn wir selbst unseren Lauf vollendet haben.

Persönliche Reflexion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun?

Stelle dir diese Frage: Stehe ich in der Gefahr, mir hier auf Erden ein kleines Paradies zu schaffen? Woran mache ich meine Antwort fest?

Das war's für heute.

Falls es bei euch in der Gemeinde nach dem Gottesdienst ein Kaffeetrinken gibt, bring an diesem Sonntag einen Kuchen mit.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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