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Unsere herrliche Zukunft: Entrückung und Preisgericht

1. Thessalonicher 4,13-1816.03.2025
SerieTeil 8 / 8Israel, die Gemeinde und das Ende der Welt
Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes kommen und es wird alles geklärt werden. Werden wir einen Siegeskranz bekommen?

Einordnung des Todes aus der Perspektive des Glaubens

Einfach hoffnungslos am offenen Grab stehen. Aber das ist bei uns ganz anders.
Hat man übrigens gemerkt, der Apostel Paulus nennt die Verstorbenen nicht Tote oder Verstorbene. Das wäre auch richtig, aber er nennt sie die Entschlafenen. Das ist ein Begriff, der nur für Errettete gebraucht wird in der Bibel, niemals für Verlorene. Warum? Es soll einfach betonen: Der Tod ist für den Herrn wie Schlafen. Es ist für ihn so einfach, die Gläubigen aufzuerwecken, wie es einfach ist, jemanden, der schläft, zu wecken.
Natürlich, die Verlorenen werden auch einmal auferweckt werden. Und für den Herrn ist es so einfach, die Toten zu erwecken, wie für uns einen Schlafenden zu wecken. Aber damit wird für die Gläubigen gesagt, dass eigentlich die Bitterkeit des Todes genommen ist. Der Tod ist bitter. Die Bitterkeit des Todes ist genommen durch das Werk des Herrn Jesus am Kreuz.
In Hiob 18 wird der Tod genannt: Hiob 18,14. Der König der Schrecken. Aber dadurch, dass der Herr Jesus am Kreuz den Tod besiegt hat, ist eben diese Bitterkeit genommen, so dass wir über das Sterben bei den Gläubigen von Entschlafen sprechen.
Er möchte, dass Sie da Klarheit haben. Ich war ganz – wie soll ich das beschreiben? Ich konnte es kaum fassen. Ich habe das erlebt, wie wahre Gläubige mich fragten: Ja, wie ist das eigentlich nach dem Tod? Ist man da noch bei Bewusstsein? Wie geht das genau? Als Gläubige keine Ahnung haben, wie das weitergeht, wie kann man das aushalten? Das ist ja schrecklich!
Wie oft Belehrung unter dem Volk Gottes fehlt, und dabei macht das Wort Gottes diese Dinge völlig klar. Nun, er sagt: Ich möchte nicht, dass ihr euch betrübt, so wie die übrigen, die keine Hoffnung haben.

Die Grundlage der Hoffnung und das Kommen mit Christus

Und dann erklärt er grundsätzlich Vers 14: Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen.
Er erklärt, dass die Grundlage darin liegt, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Er hat alles gut gemacht, und wir sind mit Gott versöhnt. Jesus ist am dritten Tag auferstanden, und auf dieser Basis haben wir auch die Gewissheit, dass die Erlösten, die in der Zwischenzeit gestorben sind, eines Tages ebenfalls mit Jesus Christus kommen werden.
Dieses „mit ihm bringen“ meint also das zweite Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit. Wie Sacharja 14 schon im Alten Testament sagt, wird er kommen und alle Heiligen mit ihm, alle Erlösten. Dabei hat Sacharja, als er das geschrieben hat, ganz besonders an die alttestamentlich Gläubigen gedacht. Sie werden auch mit dabei sein, alle Heiligen mit ihm. Aber auch alle neutestamentlich Gläubigen werden mit dabei sein.
 1. Thessalonicher 3,13: Da sagt Paulus, um eure Herzen zu befestigen, dass ihr untadelig seid in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.
Es ist also derselbe Ausdruck wie in Sacharja 14: Alle Heiligen sind mit dabei. Und nun verstehen wir gut den Unterschied zwischen dem Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit und der Entrückung. Bei seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit kommt er mit den Erlösten, bei der Entrückung kommt er für die Erlösten. So kann man diese beiden Ereignisse prägnant unterscheiden.
Im ersten Thessalonicherbrief spricht also der Apostel Paulus über beides: über die Entrückung, das Kommen des Herrn für die Gläubigen, und über das zweite Kommen, das Kommen des Herrn mit allen seinen Heiligen.
Warum sage ich eigentlich nicht bei seinem dritten Kommen? Wenn man sagt, das erste Kommen von Jesus Christus und das zweite Kommen von Jesus Christus, dann bedeutet das sein Kommen hier auf die Erde. Vor zweitausend Jahren ist er zum ersten Mal auf diese Erde gekommen, und wenn er in Macht und Herrlichkeit kommen wird, dann wird er zum zweiten Mal auf die Erde kommen. Aber wir werden gleich sehen: Bei der Entrückung kommt er nicht auf die Erde, sondern nur in den Luftraum, und die Gläubigen werden ihm entgegen entrückt werden.
Also wichtig in 1. Thessalonicher 4,13-14: Da geht es um das zweite Kommen des Herrn Jesus mit allen Erlösten. Hier wird klargemacht, dass auch die, die uns vorausgegangen sind, die verstorben sind, wir sagen: entschlafen sind, bei dem zweiten Kommen des Herrn mit dabei sein werden. Sie verpassen nichts.

Der eingeschobene Abschnitt über die Entrückung

Also, wenn jemand von uns früher gehen muss und wir alle anderen entrückt werden, dann darf er wissen: Ich werde nichts verpassen. Ich werde nichts verpassen.
Und dann kommt Vers 15. In der Elberfelder ist das in Klammern gefasst, in runden Klammern. Sieht man das? Und diese Klammer geht bis zum Schluss von Vers 18.
Das steht natürlich nicht im Grundtext, aber es ist so. Die Elberfelder Übersetzer, schon damals im 19. Jahrhundert, hatten wirklich ein sehr tiefes geistliches Verständnis. Und es ist wichtig: Wenn man die Bibel übersetzt, dann muss man nicht nur gründlich Hebräisch und Griechisch kennen und natürlich auch Aramäisch. Es ist auch wichtig, dass man ein geistliches Verständnis für die Zusammenhänge des Wortes Gottes hat. Es braucht beides.
Allein eine gute linguistische Ausbildung reicht nicht, um die Bibel zu übersetzen. Und natürlich reicht auch ein rein geistliches Verständnis nicht aus, um die Bibel zu übersetzen, weil man dann die Grundsprachen gar nicht kennt. Und übrigens, so nebenbei gesagt: Es reicht auch nicht, wenn man im Internet auf Wörter klickt und die Bedeutung sowie weitere Bedeutungen nachschaut. Das ist zwar nützlich, also bitte benutzt das weiter, aber man muss immer einschränken: Die Kenntnis der Grammatik ist eine ganz wichtige Ergänzung, und man muss dann manchmal vorsichtig sein bei gewissen Schlussfolgerungen, wenn die Grammatikkenntnis nicht da ist.
Ja, also, warum haben die das in Klammern gesetzt? Um dem Leser deutlich zu machen: Das, was jetzt kommt, ist gedanklich ein Einschub, um zu erklären, wie ist denn das möglich, dass die Erlösten alle, auch die Entschlafenen, mit Jesus Christus kommen werden.
Da wird erklärt: Der Herr wird eben vorher die Entrückung wirken. Er wird in den Luftraum kommen, und die Gläubigen, die dann noch leben hier auf der Erde, werden entrückt werden, in Wolken, in der Luft dem Herrn entgegen. Und dann werden sie immer bei ihm sein.
Aber in diesen Versen wird auch erklärt: Noch bevor die Lebenden entrückt werden, werden die entschlafenen Gläubigen auferweckt werden. Das heißt, ihr Körper, der ins Grab gelegt wurde, so ist es meistens, aber es gibt auch andere Fälle, wo jemand im Meer ertrunken ist oder jemand bei einem Autounfall verbrannt wurde, das gibt es alles, ihr Körper wird auferweckt werden und mit Seele und Geist im Paradies, im Himmel, wieder vereinigt werden.
Und wenn diese Auferstehung geschehen ist, dann werden die Lebenden mit ihnen zusammen entrückt werden. Und dann werden wir beim Herrn sein. Und darum ist es dann möglich, wenn der Herr Jesus in Macht und Herrlichkeit wiederkommt auf dieser Erde, ihn zu begleiten.

Der Tag des Herrn und die Bedeutung des Einschubs

Und sehr wichtig: In Kapitel 5 ist die Klammer vorbei. In Kapitel 5, Vers 1 spricht der Apostel Paulus dann wieder über das Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit. Er spricht über den Tag des Herrn.
Der Tag des Herrn ist in der Bibel immer die Zeit des weltweiten Gerichts. Übrigens: Wenn man ganz genau hinschaut, werden schon die dreieinhalb Jahre der großen Drangsal, gerade vor dem Kommen des Herrn, der Tag des Herrn genannt. Man lese Zephania 1. Dort haben wir eine Kumulation dieses Ausdrucks: der Tag des Herrn, der Tag des Gerichts, ganz verschiedene Ausdrücke, die alle diesen Tag meinen. Und da geht es um die große Drangsal.
Das ist gewissermaßen wie das Licht, das man am Morgen schon sieht, nach der langen Nacht, bevor die Sonnenscheibe über dem Horizont erscheint. Dieses erste Licht, das ist der Tag des Herrn: schon die dreieinhalb Jahre der Drangsal. Und dann, wenn der Herr kommt, entspricht das dem eigentlichen Sonnenaufgang.
Übrigens wird auch das ganze tausendjährige Reich der Tag des Herrn genannt. Warum? Weil Jesus Christus dann eben zeigen wird, dass er Herr ist über die ganze Welt.
Ja, und in Kapitel 5, Vers 1 und folgende geht es dann wieder um den Tag des Herrn. Darum gibt es Gläubige, die sagen: Ja, nein, das ist kein Unterschied. Wenn Jesus Christus wiederkommt, dann wird die Entrückung sein, dann gehen sie rauf und wieder runter, und so ein Chaos. Und woher kommt das Chaos? Eben daher, dass dieses geistliche Verständnis fehlt, wie man hier feststellen muss.
Ab Vers 15 kommt gedanklich ein Einschub, der erläutert, wie es möglich ist, dass die Gläubigen mit dem Herrn kommen werden, eben durch die Entrückung. Und dann geht alles auf. Ja, jetzt lesen wir Vers 15, die Klammer. Und die Klammer bedeutet nicht, dass das jetzt nicht so wichtig wäre, sondern das ist ein ganz wichtiger Einschub, um dann das Weitere zu verstehen.
Denn: Dieses sagen wir euch in dem Wort des Herrn. Da betont der Apostel Paulus wieder, dass das, was er verkündigt, was er da aufschreibt, nicht Menschenwort ist, sondern Gotteswort.
Es gibt ja Leute, die sagen: Ja, das hat Paulus geschrieben. Natürlich hat Paulus das geschrieben. Und? Damit wollen sie sagen: Das hat nicht so Autorität, das ist manchmal eben Paulus. Aber es ist ganz wichtig: Wenn man das Wort der Apostel nicht wirklich als Gottes Wort nimmt, dann gilt 1. Johannes 4.
Dort sagt der Apostel Johannes zu den Gläubigen in 1. Johannes 4,4: Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie, nämlich die falschen Propheten und Antichristen, die den Herrn angreifen, seine Person, ihr habt sie überwunden, weil der, der in euch ist, größer ist als der, der in der Welt ist.
Also sieht man: Ihr ist übrigens im Griechischen betont. Er spricht die Leser an, er spricht Kinder Gottes an: Ihr seid aus Gott, Kinder. Und dann sagt er in Vers 5: Sie, diese falschen Lehrer, sind aus der Welt. Deswegen reden sie aus der Welt; sie reden dem, was den Grundsätzen dieser Welt, dieser gottlosen Welt, entspricht, und die Welt hört sie.
Wir – und jetzt sagt er nicht mehr ihr, sondern wir, da meint er die Apostel. Schon in 1. Johannes 1 spricht er davon: Wir, was wir gesehen haben, was wir angeschaut haben, betastet haben. Wir Augenzeugen, wir Apostel, die den Herrn Jesus noch wirklich gekannt hatten, als Mensch hier auf der Erde, und mit ihm Umgang hatten, so eng. Wir haben ihn nicht nur gesehen, wir haben ihn auch angeschaut, und wir haben ihn sogar berührt.
Wir sind aus Gott, wir Apostel. Wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.
Also: Jemand, der aus Gott geboren ist, der nimmt das Wort der Apostel so ernst als Gottes Wort. Es ist eben gerade kennzeichnend: Wer Gott erkennt, der hört auf die Apostel. Es ist ganz typisch: Wer eben nicht wiedergeboren ist, wer nicht aus Gott ist, der hört nicht auf das Wort der Apostel. Und hier kann man eben den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums unterscheiden.
Und darum habe ich gesagt: Wehe, wenn jemand sagt, das hat der Paulus geschrieben. Oh, also da merkt man: Das ist der Geist des Irrtums, der hier spricht. Und darum gehen wir gerne zurück.

Die Reihenfolge bei Auferstehung und Entrückung

 1. Thessalonicher 4,15
Denn dies sagen wir euch im Wort des Herrn, das ist inspiriert, dass wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden.
Jetzt kann jemand sagen: Der Apostel Paulus hat damit gerechnet, dass er entrückt wird und nicht stirbt. Er sagt ja hier: wir. Nein, es ist ja so, er spricht einerseits über die, die schon entschlafen sind, das ist eine Gruppe, und dann spricht er über die, die hier auf der Erde leben. Und da macht er einen Unterschied. Die Entschlafenen, die werden keinen Nachteil haben, aber wir, die leben, die werden ihnen gegenüber keinen Vorteil haben. Das ist der Punkt.
Weil er damals auf der Erde lebte, identifiziert er sich mit der Generation, die leben wird in dem Moment, wenn der Herr Jesus wiederkommt. So einfach, das ist ganz natürlich.
Und weiter, Vers 16:
Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.
Dieses Wort zuerst ist sehr wichtig. Also die Entschlafenen oder die, die sich mit dem Sterben auseinandersetzen als Gläubige und denken: Habe ich dann vielleicht einen Nachteil, wenn ich jetzt vorhergehen muss? Nein, die werden zuerst auferstehen.
Und zwar ist es so, dass der Herr persönlich kommen wird, um die Erlösten heimzuführen. Also das wird eine persönliche Begegnung sein mit dem Herrn Jesus bei der Entrückung. Und zwar kommt er mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes. Mit gebietendem Zuruf heißt es zuerst, und dann mit der Stimme eines Erzengels. Gebietender Zuruf, das ist der Ruf eines militärischen Oberbefehlshabers.

Bildsprache von Autorität, Posaune und Aufbruch

Also, wenn ein General, der wirklich an der Spitze der Armee steht, ruft und Befehl gibt, dann gilt das. Leute in dieser Welt, das sind ganz hohe Militärs mit einer sehr, sehr grossen Autorität.
Ich denke noch an diesen General Schwarzkopf. Wollen Sie sich erinnern? Ja, das war ja der Oberbefehlshaber der Koalition unter der Ägide der UNO damals. Armeen aus aller Welt gingen vor, gegen Irak unter Saddam Hussein 1991.
Wer ein bisschen Musikgehör für Familiennamen hat, Schwarzkopf, das ist ein jüdischer Name, nicht wahr? Dieser amerikanische General war also General über all diese zahlreichen Nationen aus aller Welt damals. Und das waren manche muslimische Armeen aus dem Nahen Osten, arabische. Und wenn die gewusst hätten, was Schwarzkopf heisst: Ein Jude hat damals diese Armeen geführt. Unglaublich, diese Ironie in der Geschichte.
Ja, und von Schwarzkopf mag ich mich noch erinnern: Damals 1991 haben wir gesagt, er hat einen IQ von hundertsiebzig. Der Mann war blitzgescheit und hatte eben eine unglaubliche militärische Autorität. Aber es gibt Befehlshaber, die sind noch mächtiger.
Und zwar lesen wir in 2. Petrus 2, dass Engel an Stärke den Menschen überlegen sind. Engel sind Wesen, die Gott geschaffen hat, die stärker sind als Menschen. Und zwar wird zum Beispiel in der Offenbarung, in Offenbarung 16, von dem Engel der Wasser gesprochen. Das ist ein Engel, der über H2O verfügt. Und wir wissen: Wasser kann eine unglaubliche Gewalt ausüben. Ich denke jetzt an die drei Kilometer breiten Wasserfälle von Iguazú in Brasilien und Argentinien an der Grenze. Das ist eine unglaubliche Gewalt des Wassers, die sich dort entfaltet, wenn diese Mengen herunterstürzen.
Ja, und es gibt einen Engel, Offenbarung 16, den Engel der Wasser. Der hat über diese Naturgewalten Gewalt. Und in Offenbarung 14 wird von dem Engel gesprochen, der Gewalt hat über das Feuer. Feuer ist ja so etwas Unberechenbares und je nachdem, wenn es zerstörerisch wirkt, etwas so gewaltig Vernichtendes. Und dieser Engel in Offenbarung 14 hat Gewalt über das Feuer.
Ja, und es ist so: Michael wird in Offenbarung 12 beschrieben als ein General, der Engelheere unter sich hat. Und wenn Michael kämpft, kann er den Teufel sogar besiegen. In Offenbarung 12 wird er Satan aus dem Himmel werfen. Das kann Schwarzkopf nicht, aber er kann das.
Und darum benutzt der Apostel Paulus hier diesen Ausdruck: Der Herr wird kommen mit gewaltigem Zuruf, also mit der Gewalt eines Generals, aber er sagt mit der Stimme eines Erzengels. Michael ist einer dieser Erzengel, das heisst Engel, die ganz an der Spitze stehen, das heisst: Erz und eine unglaubliche Autorität haben.
Nun, der Herr wird kommen mit einer Stimme, die gebietend ist, wie die eines stärksten Generals, und er kommt dann noch mit der Posaune Gottes nieder. Und das ist eben eine militärische Posaune.

Die Verwandlung der Gläubigen und der Sieg über den Tod

Das ist sehr wichtig. Wir werden gleich noch sehen: In 1. Korinther 15,51 und folgende wird gesagt, dass bei der Entrückung die letzte Posaune erschallen wird. Das war ein Begriff, den die Korinther eben aus dem Militärwesen kannten.
Es gab drei Posaunen. Wenn die römische Armee an einem Ort ein Lager hatte, geschah das in drei Etappen. Die dritte Posaune war dann die Posaune, wenn die Armee loszog. Vorher musste das Lager abgebrochen werden, die Tiere mussten mit dem Gepäck beladen werden, aber dann kam der Aufbruch. Das war die letzte Posaune.
Darum ist das eben auch ein militärischer Ausdruck in 1. Korinther 15,51: Mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels, also eines absoluten Oberbefehlshabers, und mit der Posaune Gottes – das ist die Militärposaune – wird der Herr vom Himmel herabkommen, und dann werden eben die Toten in Christus zuerst auferstehen.
Und das ist eben so schön. Der Ausdruck „die Toten“ – jetzt werden sie nicht Entschlafene genannt, die Toten –, aber es sind nicht einfach die Toten, es sind die Toten in Christus. Und wir haben vorher gelesen, das ist so etwas Tröstliches in Vers 14, nicht wahr: dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen.
Durch Jesus entschlafen – das heißt, wenn wir als Gläubige sterben sollten, und man kann ja nicht wählen, wie das geht. Wir haben eine Tante, die vor nicht so langer Zeit verstorben ist, und sie ist am Abend ins Bett gegangen, und am Morgen konnte man sie nicht mehr wecken. Sie war beim Herrn. Ja, aber das kann man nicht wünschen. Es gibt Gläubige, die sterben anders. Und es gibt auch Situationen, wo man weiß: Jetzt kommt es dann.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass man das gar nicht ahnt und denkt, wie unser ältester Sohn: Nächstes Jahr werde ich heiraten, und dann ist das Studium fertig. Aber ein Jahr davor musste er plötzlich an einem Tag gehen. Also, wir können das nicht wählen. Aber gerade das Übliche ist ja, dass man doch sieht: Jetzt kommt der Tod. Und das hat doch etwas Bedrängendes an sich.
Natürlich haben wir gesehen, diese Bitterkeit ist schon gebrochen von dem König des Schreckens. Aber wenn das so an uns herankommt, und wir müssen immer daran denken: Der Tod wird als Feind beschrieben, auch in 1. Korinther 15. Der letzte Feind, der dann nach dem tausendjährigen Reich weggetan wird, wenn es dann gar nie mehr den Tod geben wird, das ist der Tod. Er ist ein Feind.
Und wenn das so herankommt, und ich meine, niemand von uns hat das schon mal erlebt, wie das ist. Und man kann jetzt auch nicht mehr hier Fragen gehen, die gegangen sind. Ja, die sind gegangen. Wie war das jetzt genau in dem Moment? Also etwas, etwas Bedrängendes.
Aber hier sagt der Apostel Paulus: die „durch Jesus Entschlafenen“. Das heißt, Jesus ist beim Gläubigen ganz nahe in dem Moment, wo wir ihn übergehen. Es ist gewissermaßen so, als ob der Herr uns in seinen Arm nimmt und uns durchführt. So tröstlich ist dieser Ausdruck: „durch Jesus entschlafen“. Das sind die Toten in Christus. Und eben, die werden zuerst auferstehen.
Dann, in Vers 17: Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden, in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Nicht wahr, da sagt der Apostel Paulus eben: wir, die übrig bleiben. Er macht sich einst als einer, der damals auf der Erde lebte, mit der Generation, die dann in dem Moment lebt.
Aber natürlich wird er in 2. Timotheus 4, einige Jahre später, sagen: Ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan bleibt mir die Krone der Gerechtigkeit, die der gerechte Richter mir geben wird. Da wusste er: Jetzt werde ich dann gehen, und er erwartete den Tod nahe vor sich. Er wurde durch Kaiser Nero enthauptet und ging so zum Herrn.
Aber eben hier sagt er: Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen, die vorher auferweckt worden waren, in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft entrückt werden.

Die Hoffnung der Entrückung und der Blick auf Christus

Gläubige, die sagen, die Entrückung sei eine Erfindung, eine falsche Lehre der Dispensationalisten, und von der Entrückung werde in der Bibel nichts gesagt, erinnern mich an diesen Journalisten. Das war vor Jahren, als Muslime vom Tempelplatz oben Kartoffeln auf die jüdischen Beter an der Klagemauer hinunterwarfen, und zwar gespickt mit Rasierklingen. Ein Journalist äusserte sich dazu und sagte: Ich habe nichts davon gesehen. Da fragte ihn ein anderer Journalist: Ja, warst du dort? Nein, natürlich. Wenn man nicht dort ist, sieht man auch nichts.
Und wenn man die Bibel nicht studiert und liest, dann weiss man auch nichts von der Entrückung. Aber da steht es doch: zugleich mit ihnen „entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft“. Es ist dasselbe Wort wie dort in der Apostelgeschichte, wo der Apostel Paulus vor dem Sanhedrin war und es unter den Richtern einen solchen Tumult gab, dass der hohe Offizier der Burg Antonia fürchtete, Paulus werde zerrissen. Da liess er ihn durch seine Soldaten wegreissen.
Das Wort bedeutet: aus der Gefahr weg entrückt werden. „Entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft“ – das wird unsere erste Begegnung mit ihm sein, wenn wir ihn sehen werden.
Der Apostel Petrus sagt ja in 1. Petrus 1 in einem Rundschreiben an Juden in der Diaspora, in der Zerstreuung, in ganz verschiedenen Provinzen wie Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien: Ihr liebt den Herrn Jesus, obwohl ihr ihn nicht gesehen habt. Interessant ist, dass er offenbar nicht erwarten muss, dass die Leute sagen: Was sagst du, wir haben ihn noch nie gesehen? Wir haben doch dauernd Visionen, wir waren doch schon am Thron Gottes und wieder zurückgekommen, und es ist doch ganz normal, dass man solche charismatischen Erfahrungen hat. Nein, er sagt: Ihr habt ihn noch nie gesehen.
Damals, sogar in der Zeit der Apostel, war es nicht üblich, dass man Visionen hatte. Es gab Visionen, aber nicht, um den verlorenen Federkiel wiederzufinden. Typisch ist vielmehr, dass Visionen und Träume in der Bibel heilsgeschichtliche Bedeutung haben. Zum Beispiel, als der Apostel Paulus als Völkerapostel den Kurs so steuern sollte, dass er nach Europa geht, da hatte er einen Traum. Das war ganz entscheidend, dass der Völkerapostel nach Europa käme, zu dem Kontinent, der in der weiteren Geschichte eigentlich am meisten durch das Evangelium geprägt werden sollte.
Ja, nebenbei gesagt: Er sagt, ihr habt ihn noch nie gesehen und liebt ihn trotzdem. Natürlich sagt Hebräer 2,8: Wir sehen aber Jesus, der ein wenig wegen des Leidens des Todes erniedrigt war, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Warum sagt der Hebräerbrief: Wir sehen Jesus? Ja, mit den Augen unseres Herzens, wie Epheser 1,18 sagt. Es ist ja so: Unser Inneres hat Augen, geistliche Augen. Und wenn wir das Wort lesen, dann lernen wir den Herrn Jesus kennen. In den Evangelien lernen wir, wie er ist und wie er mit den Menschen gesprochen hat, ganz unterschiedlich: mit diesem Menschen so, mit jenem Menschen anders, immer angemessen. Und so sehen wir Jesus.
Aber dann werden wir ihn sehen mit unseren Augen. Dann werden wir sagen können wie Hiob: Mit dem Gehör habe ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42. Also, das ist ein Moment, der ergreifend sein wird. Ein Schauer wird über unseren Rücken laufen, wenn wir ihn sehen, der uns so geliebt hat, und zwar persönlich geliebt hat. Der Sohn Gottes, sagt Paulus in Galater 2,20, hat mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben. Und dann werden wir ihn zum ersten Mal sehen und diesen Augenkontakt mit unserem Erlöser haben, ihm entgegengerückt in die Luft. So werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.
Das bedeutet also, wir sollten als Gläubige immer wieder über die Entrückung sprechen. Und es gibt Gemeinden, in denen nicht über die Entrückung gepredigt wird. Ich kriege immer wieder schriftlich solche Klagen: Bei uns wird gar nichts über Prophetie gesprochen. Das ist so elend, weil ja ein ganz grosser Teil der Heiligen Schrift einfach brachgelassen wird. Es geht nicht. Gott hat uns das ganze Wort gegeben, und wir sollen uns eben immer wieder Mut machen mit dieser lebendigen Hoffnung der Entrückung.
Und dann ist eben dieser Einschub fertig. Danach spricht der Apostel Paulus in Kapitel 5 über den Tag des Herrn, der über diese Welt kommen wird als ein furchtbarer Schrecken.

Das Geheimnis der Verwandlung und der endgültige Sieg

Nun lesen wir noch 1. Korinther 15,51. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen.
Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Hades, dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe nicht vergeblich ist im Herrn.
Es ist ein Geheimnis. Das bedeutet: Was jetzt kommt, kann man im Alten Testament nicht schon lesen. Es gibt in den Paulusbriefen acht Geheimnisse, und sie stehen alle in Verbindung mit der Gemeinde. Das sind alles Wahrheiten, die von Ewigkeit her in Gott verborgen waren, wie Epheser 3 sagt, und die uns erst im Neuen Testament mitgeteilt worden sind.
Da wird also gesagt, dass nicht alle, die zur Gemeinde gehören, entschlafen werden, aber alle werden verwandelt werden, nämlich die, die auferstehen, und die, die leben. Der Körper wird verwandelt werden, und das wird geschehen in einem Augenblick. Dann werden wir die Posaune hören, diese militärische Posaune zum Aufbruch, genannt bei der letzten Posaune. Unverweslich. Und wir werden verwandelt werden.
Auferweckt werden bedeutet Folgendes: Der Körper, der ins Grab gelegt wird oder der im Meer ist oder was auch immer, dieser Körper wird auferweckt werden. Wir bekommen also nicht einen anderen Körper. Die Individualität bleibt erhalten. Es ist ganz interessant: In Johannes 19 kann man einmal nachlesen. Da wird von dem Herrn Jesus gesprochen, dessen Leib ins Grab getan wurde, ganz nahe dort, wo er gekreuzigt worden war. Dort wird gesagt, dass Jesus dort liegt, sein Körper, aber der Körper wird Jesus genannt. Das gehört zu unserer Identität.
Wir sind nicht einfach eine Seele, die in einem Körper steckt, sondern wir sind eine Einheit von Geist, Seele und Körper. Und dieser Körper, den wir jetzt haben, der wird auferweckt werden. Aber natürlich hat er jetzt auch noch die sündige Natur, die wir von Adam geerbt haben, in uns, und die wird nicht wieder belebt werden. Aber der Körper selber wird so umgewandelt werden, dass er perfekt sein wird, wirklich perfekt. Also alles stimmt, alle Proportionen, Schönheit pur.
Wir werden nicht hübsch sein, sondern schön; das ist nicht das Gleiche. Aber vielleicht noch zum Trost: Wenn die Perfektion so wäre, dass alles genau stimmt, also dass meine linke Gesichtshälfte genau so wäre wie die rechte, dann ist das schon steril. Und auch bei den Zähnen, nicht wahr: Man denkt, das Ideale sei, dass alle Zähne ganz genau gleich sind und keiner ein bisschen zurückgesetzt ist usw. Aber das ist dann schon schön, doch es verliert etwas von Persönlichkeit. Nur: Wir werden perfekt sein.
Das wird auch gesagt in 1. Korinther 15, wenn man das ganze Kapitel liest, dass wir eben auferweckt werden in Herrlichkeit. Es sind aber die gleichen Atome. Der Herr der Atome wird die Atome sammeln und wird daraus einen unsterblichen Körper machen. Das bedeutet der verherrlichte Leib, der eben perfekt ist, unsterblich, nicht mehr krank werden kann und bei dem alles stimmt. Und jegliche, auch kleinste Behinderung wird nicht mehr da sein.
Das bedeutet eben verwandelt, nur in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Und das wird unverweslich sein. Und es ist dann so, dass das Wort erfüllt werden wird: Wo ist, o Tod, dein Sieg? Und wo ist, o Hades, dein Stachel? Jetzt muss man noch lernen, was man dann sagen muss. Also die, die jetzt doch vorher noch gehen würden, die werden dann sagen, die müssen dann sagen, kann man jetzt auswendig lernen: Wo ist, o Tod, dein Sieg? Ja, es hat bei der Beerdigung so ausgesehen, als wäre das der Sieg des Todes, ist es nicht. Die werden sagen: Wo ist der Tod, dein Sieg? Das war nur vorläufig, jetzt sind wir wieder da, auf unseren Beinen. Der Körper war wie schlafend, darum wird er auferweckt.
Wir haben nie gesagt, von der Seele, sie wird auferweckt, nie, nur vom Körper, weil der da liegt, im Diesseits. Aber die Seele im Jenseits, der Geist im Jenseits, bei vollem Bewusstsein. Darum sagt der Apostel Paulus in Philipper 1: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, es ist weit besser. Aber besser, ich meine, irgendeinen Seelenschlaf finde ich nicht so toll.
Ja, und dann die anderen müssen sagen: Wo ist, und zwar sagt er nach dem Mehrheitstext nicht: Wo ist, o Tod, sondern: Wo ist, o Hades, dein Stachel? Der Tod, wenn jetzt die Entrückung ist, der hat mich nicht ermorden können. Wo ist der Stachel? Wir sind nicht einmal gestorben. Ja, also ein gewaltiges Ereignis. Und dann gehen wir in den Himmel.

Der Richterstuhl Christi und die Hoffnung auf Lohn

Und jetzt wollen wir noch lesen: 2. Korinther 5,10. Ich lese ab Vers 9 oder schon ab Vers 8:
Wir sind aber guten Mutes und möchten lieber ausheimisch von dem Leib und einheimisch bei dem Herrn sein. Deshalb beeifern wir uns auch, ob einheimisch oder ausheimisch, ihm wohlgefällig zu sein.
Das ist unser Lebensmotto. Wir wollen uns mit Eifer dafür einsetzen, dass wir dem Herrn in unserem Leben gefallen. Und dann kommt die Begründung in Vers 10:
Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, es sei Gutes oder Böses, nachdem er gehandelt hat.
Also werden alle vor den Richterstuhl des Christus gestellt werden. Dort wird unser Leben im Licht Gottes beleuchtet werden, und viele Gläubige haben Angst davor. Ich habe einen guten Tipp: Es gibt schon Gründe, um Angst zu haben. Aber dann muss man einfach sein Leben nicht in Ordnung bringen und ungeordnet vorangehen.
Wenn man aber den Wunsch hat: Ich bin eifrig, ich möchte mit dem Herrn leben, dann muss man keine Angst haben. Denn dieses Ereignis am Richterstuhl des Christus wird dazu dienen, dass alles geklärt wird, was unklar war. Und es gibt auch Dinge, bei denen wir uns selbst fragen: Sehe ich das richtig oder sehe ich das nicht richtig? Dann wird der Herr sagen: Das war richtig. Oder er wird sagen: Das war nicht richtig. Aber dann werden wir in völlige Übereinstimmung mit ihm gebracht werden. Nicht ein Schatten wird zwischen uns und ihm sein. Und das ist doch schön. Das ist Vorbereitung für alles Weitere.
Der Herr wird dann auch Dinge aufdecken, an die wir gar nicht mehr gedacht haben. In 1. Korinther 4 heißt es, dass unsere Ratschläge, also das, was wir Gutes gedacht haben und hätten eigentlich gerne für den Herrn tun wollen, aber es ging nicht, dafür werden wir Lohn bekommen. Sogar unsere Gedankenwelt wird gelobt werden. Und dann wird eben der Lohn zugesprochen werden.
Wir haben ja verschiedene Stellen, wo davon gesprochen wird: Jakobus 1, Offenbarung 2, die Krone des Lebens, 2. Timotheus 4, die Krone der Gerechtigkeit. Wir lesen eben von verschiedenen Kronen. Gemeint ist ein Siegeskranz. Nach dem Sieg in der Olympiade wurde man mit einem Siegeskranz geehrt, und so wird der Herr Siegeskränze zusprechen.
Aber diese Auszeichnungen werden wir erst bekommen, wenn der Herr in Herrlichkeit kommt. In 1. Petrus 5 wird nämlich gesagt, dass, wenn der Oberhirte offenbar werden wird, dann die Ältesten, die treu waren, die Krone der Herrlichkeit bekommen werden. Also am Richterstuhl zugesprochen, aber dann, wenn der Herr kommt, wird das verteilt.
Und dieser Lohn beinhaltet vieles, zum Beispiel auch die Verteilung der Kompetenzen im Tausendjährigen Reich. Lukas 19, das Gleichnis von den Pfunden: Einer wird fünf Städte bekommen, für die er zuständig sein wird, und ein anderer zehn Städte. Je nach Treue. So wird der Herr eben die Aufgaben verteilen.
Wenn wir dem Herrn nachfolgen und den Wunsch haben, für ihn da zu sein, dann ist der Richterstuhl etwas Schönes. Und wenn man Dinge jetzt nicht in Ordnung bringt, dann werden dort auch Tränen fließen. Aber es wird dann alles geklärt sein, so dass auch da kein Schatten mehr bleibt für die Ewigkeit.

Die abschließende Perspektive auf Gemeinschaft und Beurteilung

Und nachher, in Offenbarung 19, wird die Hochzeit des Lammes stattfinden. Das heisst: Alle Gläubigen der Gemeinde, die zusammen die Braut Christi bilden, wie 2. Korinther 11 sagt, sind jetzt mit dem Herrn Jesus verlobt. Wir sind darum getrennt: Wir sind hier auf der Erde, und er ist im Himmel.
Wenn man verlobt ist, wohnt man nicht zusammen. Das geht gar nicht, das ist ein absolutes No-Go. Man kann auch nicht ein Wochenende verbringen und im gleichen Zimmer sein, das geht gar nicht. Früher war das klar. Und heute begegnet man Leuten, die das nicht wissen. Das ist fast nicht zu glauben.
Aber eben: Wir sind getrennt. Dann wird die Hochzeit im Himmel stattfinden, und in Offenbarung 19 wird dieses unfasslich Herrliche beschrieben. Dort wird gesagt, dass die Braut ein weisses Kleid tragen wird, und dort wird erklärt, was die Gerechtigkeiten der Heiligen sind. In der Fussnote der Elberfelder wird erklärt, dass Gerechtigkeit in der Mehrzahl gerechte Taten bedeutet. Das heisst: Alles, was wir als Gläubige für den Herrn Jesus tun, ist gewissermassen ein Faden an diesem weissen Hochzeitskleid.
Und dann wird der Herr Jesus mit seiner Braut in Herrlichkeit erscheinen. 2. Thessalonicher 1 sagt, dass die Welt den Herrn bewundern wird in allen denen, die geglaubt haben. Der Herr Müller ist damit dabei. Das war doch mein Nachbar, der hat mit dem gleichen Wasser gekocht wie ich. Wow! So wird die Welt eben uns bewundern, das heisst den Herrn bewundern in uns, so wird es gesagt.
Und wir werden alles mit dem Herrn teilen: das tausendjährige Reich, wir werden wohnen im Haus des Vaters, Johannes 14. Das ist eine Bezeichnung für den himmlischen Tempel. Dort sind wir zu Hause. Aber wir werden auf der Erde arbeiten: der über fünf Städte, der über zehn Städte. So werden die verschiedenen Kompetenzen verteilt werden, und es wird spannend sein: oben wohnen, unten arbeiten. Ja, wir werden switchen wie die Engel. Die Engel wohnen ja auch im Himmel, aber sie werden ausgesandt, um den Willen dessen zu tun, der die Seligkeit erheben soll, Hebräer 1,14. So werden wir ständig hin und her gehen.
Also, es wird spannend sein, aber eben wunderbar, weil wir alles mit dem Herrn Jesus teilen werden. Und darum dieses Preisgericht: Wir können uns freuen. Ich möchte jetzt schliessen, endlich. Ja, ich meine, damit ihr essen könnt.
 Römer 14,10: Da geht es um das Verhältnis zu einem Bruder. Da wird gesagt: Du aber, was richtest du deinen Bruder? Und auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Da geht es jetzt um das Thema, einen anderen zu richten, einen anderen zu verurteilen.
Und zwar geht es hier in Römer 14 nicht um Sünden, sondern es geht darum, jemanden in etwas zu verurteilen, was keine Sünde ist. Aber man findet das nicht toll. Oder jemanden zu verachten in einer Sache, die keine Sünde ist, aber man findet das nicht toll. Das ist doch schon schön, wenn man weiss: Wenn gewisse Dinge hier nicht geklärt sind, der Herr wird dann alles klären und wird sagen, diese Beurteilung von dem anderen war falsch oder diese Beurteilung war richtig.
In diesem Zusammenhang haben wir gesagt: Wir müssen alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Und dann werden auch alle Beurteilungsfragen, wo wir uns nicht einig waren, dort geklärt werden, aber so, dass wir alle zur Ruhe kommen für die Ewigkeit. Ohne irgendeinen Schatten der Betrübnis wollen wir hier schliessen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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