Einführung: Der Blick auf das Leben nach dem Tod
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 580 vom klugen Verwalter, Teil 5: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon. Das bedeutet, deinen Besitz so zu verwenden, dass andere Menschen davon einen Vorteil haben und dich im Totenreich freudig begrüßen, weil sie dich schätzen.
Wenn ich diesen Text lese, merke ich, wie sehr er die Zeit nach dem Tod in den Fokus rückt. Dabei denken wir tendenziell eher nicht über den Tod nach und womöglich noch weniger über das, was danach kommt. Der Herr Jesus macht es hier ganz anders. Er will, dass wir darüber nachdenken, was nach dem Tod kommt.
Er möchte, dass wir uns die Frage stellen, wie wir im Totenreich aufgenommen werden. Wer ist dort, der sich über uns freut, weil wir ihm zum Segen geworden sind? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Gleichnisses vom klugen Verwalter. Wem wirst du in diesem Leben zum Segen?
Das steckt hinter dem Satz „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“. In Lukas 16 werden wir noch mehr über das Totenreich lernen. Wir erfahren, dass es zweigeteilt ist.
Es gibt eine Seite, die Jesus „Abrahams Schoss“ nennt. Wir kennen sie besser unter der Bezeichnung „das Paradies“. Und dann gibt es einen Ort der Qual – noch nicht die Hölle, aber bereits recht unangenehm.
Die Bedeutung des ungerechten Mammons für das ewige Leben
Lukas 16,9: Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte.
Dieser Vers bezieht sich natürlich nicht auf die Vorhölle, sondern auf das Paradies. Das bedeutet, dass auch unsere Freunde dort sind, in den ewigen Zelten bei Gott.
Wenn wir also davon sprechen, dass Menschen uns schätzen, weil wir für sie ein Segen waren, dann hat dieser Segen viel damit zu tun, dass wir ihnen den Weg zu Gott geebnet haben.
An anderer Stelle wird Jesus sagen: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.
Die Freunde, die uns im Paradies begrüßen, sind Menschen, denen wir den Weg ins Reich Gottes geebnet haben, denen wir auf dem Weg der Nachfolge Begleiter waren, die wir gestärkt, ermutigt und geliebt haben.
Das Reich Gottes und die Prioritäten im Leben
Wer zuerst nach dem Reich Gottes trachtet, ist jemand, der sich um Menschen kümmert – so, wie es der Herr Jesus selbst getan hat. Dabei geht es jedoch nicht nur, und vielleicht nicht einmal primär, um ein sozial-diakonisches Kümmern.
Das Reich Gottes findet dort statt, wo Menschen den Herrn Jesus als Herrn kennenlernen, an ihn glauben, ihn darum bitten, sie zu retten, und ihm nachfolgen. So sinnvoll, wertvoll und wichtig es ist, dass Menschen zu essen bekommen und ein Dach über dem Kopf haben, so viel wichtiger ist es, dass sie nicht am eigentlichen Ziel des Lebens vorbeileben.
Es stellt sich die Frage: Für welches Leben lebe ich eigentlich – für dieses oder für das, welches kommt? Das uralte Motto der Heilsarmee bringt es gut auf den Punkt: Suppe, Seife, Seelenheil. Wer bei Suppe und Seife stehen bleibt und nicht mehr darüber redet, dass auch hungrige Mägen verloren gehen können, macht sich keine Freunde mit dem ungerechten Mammon.
Wer am Jahresende eine Spende an Brot für die Welt gibt, der trachtet noch lange nicht zuerst nach dem Reich Gottes.
Jesus als das Brot des Lebens und die wahre Sorge für Menschen
Was soll der Bedürftige denken, dem ich den Magen fülle, dem ich aber nicht erzähle, dass es jemanden gibt, der seinen viel tieferen Hunger nach Sinn und die Rettung von Schuld stillen kann?
Jesus selbst hat es so formuliert: In Johannes 6,35 sagt er: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“
Wenn Jesus davon spricht, dass wir uns Freunde mit dem ungerechten Mammon machen sollen, bedeutet das ganz praktisch, dafür zu sorgen, dass Menschen Jesus kennenlernen. Sie sollen in Jesus ihren Retter finden und auf dem Weg der Nachfolge unterstützt werden.
Die Herausforderung der Motivation und der Charaktertest des Lebens
Und wenn dir dafür die Motivation fehlt, weil dir dieses Leben zu lieb ist, weil du nicht zuerst nach dem Reich Gottes trachtest, sondern nach Dingen wie Genuss, Selbstverwirklichung oder der Erfüllung irgendeines Lebenstraums, wenn dir die Motivation fehlt, weil du dabei bist, dich in diese Welt zu verlieben, dann mach dir Folgendes klar:
Lukas 16,10: Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.
Das Geringste ist das Leben, das du jetzt führst – dein irdisches Leben mit seinen Möglichkeiten. Egal, wie reich dir dein Leben vorkommen mag, es ist nichts im Vergleich zu dem, was kommt. Und das gilt sowohl für Überfluss als auch für Mangel.
Wenn du heute genug hast und Überfluss besitzt, ist dein Reichtum Pillepalle im Vergleich zu dem, was kommt – nicht der Rede wert. Und wenn du heute Mangel hast, wenn sich das Geringe also richtig mies und gering anfühlt, keine Sorge: Dieses Leben ist nur ein Test, um deinen Charakter zu offenbaren.
Gott will die Ewigkeit nämlich mit treuen Menschen verbringen.
Psalm 101,6: Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. Wer auf vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen.
Das Leben als Prüfung und die Verantwortung im Umgang mit Besitz
Dieses Leben, das wir gerade führen, ist ein Test. Die Frage lautet: Bist du treu? Gott stellt uns nicht nur eine Frage, sondern er gibt uns auch ein Leben. Er gibt uns ungerechten Mammon, also Besitz, der es nicht wert ist, dass er unser Herz betört. Dann schaut er, wie wir mit diesem ungerechten Mammon umgehen – ganz praktisch.
Er tut das, weil gilt: Lukas 16,10 – Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.
Dieses Leben hat keinen wirklichen Wert im Vergleich zu dem Leben, das noch kommt. Alles, was ich habe, ist anvertrauter, ungerechter Mammon – und davon habe ich nicht einmal wirklich viel. Jetzt darf ich damit zeigen, wie es um meinen Charakter steht. Bin ich treu? Wie gehe ich mit dem Bisschen um, das ich heute mein Eigen nenne? Bin ich treu?
Treue im Alltag und die Auswirkung auf das Reich Gottes
Und gemeint ist natürlich: Bin ich Gott treu? Tue ich, was er sagt? Verwende ich das wenige anvertraute ungerechte Gut in seinem Sinn?
Sorge ich dafür, dass jedes Jahr Menschen durch mich gesegnet werden? Sorge ich dafür, dass jedes Jahr Menschen durch mich zum Glauben kommen, im Glauben wachsen und selbst wieder zu Zeugen des Evangeliums werden?
Dreht sich mein Leben um die Frage, wie ich mit meinen Möglichkeiten umgehe? Dabei geht es natürlich nicht nur um finanzielle Mittel, sondern auch um Kraft, Kreativität und Zeit.
Dreht sich mein Leben um die Frage, wie ich mit meinen Möglichkeiten noch effektiver das Reich Gottes bauen kann?
Ermutigung zur Treue ohne Perfektionismus
Bitte versteht mich richtig: Es geht mir jetzt nicht darum, jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen. Vor allem möchte ich denen, die ohnehin schon zu viel tun, keine weitere Last aufbürden.
Du darfst ganz nüchtern sagen: Ja, ich bin treu. Ja, ich nutze die Möglichkeiten, die ich habe. Ja, mein Leben dreht sich darum, wie ich Menschen zum Segen werden kann.
Oft wünsche ich mir, ich könnte mehr tun und mir würde mehr einfallen. Das darfst du sagen. Bitte verwechsle Treue nicht mit Perfektionismus. Es geht um meinen Charakter. Und dieser offenbart sich eben im Kleinen.
Abschluss: Die Frage nach der Treue und der Segen für andere
Was könntest du jetzt tun?
Stelle dir die Frage, ob du treu bist. Für wen lebst du dein Leben? Woran machst du deine Einschätzung fest?
Das war's für heute. Falls du meine Homepage noch nicht kennst, schau doch mal vorbei: www.frogwirts.de oder juergen-fischer.info.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
