Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 680: Der Einzug in Jerusalem, Teil 5
Jesus reitet auf einem Eselsfohlen nach Jerusalem. Die Begebenheit ist in Johannes 12,12-15 beschrieben.
Einzug Jesu in Jerusalem als Erfüllung der Prophetie
Am folgenden Tag, als die große Volksmenge, die zum Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, um ihm entgegenzugehen. Sie schrien: „Hosanna! Gepriesen sei der, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“
Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie es geschrieben steht: „Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen.“
Auch Johannes erwähnt diese Prophezeiung aus Sacharja 9,9-10. Johannes 12,16 berichtet, dass seine Jünger dies zunächst nicht verstanden. Erst als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich daran, dass dies über ihn geschrieben stand und dass sie ihm auf diese Weise begegnet waren.
Wir dürfen den Jüngern hier keine zu großen Vorwürfe machen.
Die Deutung der messianischen Erscheinung im Judentum
Die Frage, wie es sein kann, dass der Messias in einer Bibelstelle als jemand beschrieben wird, der auf einer Wolke kommt, während er an anderer Stelle als jemand dargestellt wird, der auf einem Esel reitet, wurde von den Juden im Talmud noch Jahrhunderte später diskutiert.
Die Lösung der Rabbiner besteht darin, dass der Messias je nach Würdigkeit des Volkes unterschiedlich erscheinen soll. Sind die Menschen würdig, kommt er mit den Wolken des Himmels. Sind sie nicht würdig, erscheint er demütig und reitet auf einem Esel.
Wir dürfen dabei davon ausgehen, dass Sacharja 9 als Prophetie auf den Messias gedeutet wurde. Darüber hinaus gibt es noch weitere Stellen, die eine enge Verbindung zwischen dem Messias und einem Esel zeigen.
Rabbinische Auslegung und weitere biblische Bezüge
So findet sich in Kohelet-Rabba, einer Sammlung jüdischer Predigten und Bibelauslegungen zum Buch Prediger, ein typischer Midrasch aus der Zeit vom sechsten bis zum achten Jahrhundert nach Christus. Dort gibt es einen kurzen Abschnitt, der den kommenden Erlöser mit Mose vergleicht und dabei ausdrücklich auch einen Esel erwähnt.
Es heißt dort: Wie es einen ersten Erlöser gab, so wird es auch einen letzten geben. Vom ersten Erlöser wird gesagt, er nahm seine Frau und seine Söhne und ließ sie auf einem Esel reiten. Vom letzten Erlöser wird gesagt, er ist demütig und reitet auf einem Esel. Wie der erste Erlöser Männer gab, so wird der letzte Erlöser Überfluss an Brot geben. Wie der erste Erlöser eine Quelle eröffnete, so wird der letzte Erlöser lebendiges Wasser geben.
Soweit zu diesem rabbinischen Vergleich Mose – Messias.
Zum Schluss noch der Hinweis auf 1. Mose 49,10-11: „Nicht weicht das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis dass der Schilo kommt; dem gehört der Gehorsam der Völker. An den Weinstock bindet er sein Eselsfüllen, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin.“
Der Schilo hier im Text ist der Messias. Er wird als einer beschrieben, der sein Eselsfüllen, das Junge einer Eselin, an einen Weinstock bindet. Es gibt also schon einige literarische Bezüge zwischen dem Messias und einem Esel.
Vielleicht hätten die Jünger früher erkennen können, dass sich vor ihren Augen Prophezeiungen erfüllen, doch das tun sie nicht. Erst nach Kreuz und Auferstehung können sie ihr eigenes Tun deuten. Erst im Rückblick verstehen sie, dass jeder Schritt von Gott geführt war und jedes Detail eine Erfüllung lang zurückliegender Verheißungen.
Jesus reitet nicht zufällig auf einem jungen Esel. Er zeigt sich als der verheißene Friedenskönig, der sanftmütig und doch königlich in seine Stadt einzieht. Was für die Jünger nach Willkür aussah, erschließt sich ihnen später als Zeichen tiefster göttlicher Absicht.
Dies verstanden seine Jünger zunächst nicht. Doch als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich, dass dies von ihm geschrieben stand und dass sie ihm dies getan hatten.
Mir scheint, hier berühren wir ein geistliches Prinzip, das uns als Jünger Jesu immer wieder begegnet. Oft fällt es uns schwer, mitten im Getümmel des Lebens die volle Bedeutung eines Moments zu erfassen. Wir sind abgelenkt, überfordert oder gefangen in unseren Ängsten oder Träumen.
Gerade dann, wenn Gott wunderbar wirkt, bleibt uns das vielleicht verborgen, weil unser Blick auf das Offensichtliche gerichtet ist – auf das, was vor Augen ist. Hier hilft es, seelsorgerlich innezuhalten und mit Sanftmut auf das eigene Herz zu achten.
Es ist gut, sich Zeit zum Reflektieren zu nehmen, Zeit zum Danken und Zeit, um bewusst zurückzuschauen – um mit Gottes Hilfe dann vieles klarer zu sehen. Gerade in solchen Momenten der Reflexion entdecken wir die stillen Wunder, die Gott gewirkt hat, und spüren seine treue Begleitung.
Schauen wir uns noch eine andere Gruppe an, die auch nichts versteht. Die Jünger sind nämlich in guter Gesellschaft.
Lukas 19,39: „Und einige der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu ihm: ‚Lehrer, weise deine Jünger zurecht!‘“
Die Jünger jubeln, aber einigen Pharisäern passt das nicht. „Lehrer, weise deine Jünger zurecht“, sagen sie. Wir merken, wo die Grenze des Erträglichen bei ihnen verläuft.
Jesus, ein Rabbi mit Jüngern – also ein Lehrer mit Schülern – das ist okay. Doch „Hosanna, gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn und der König Israels!“ Das geht gar nicht. Dass die Jünger Jesu ihren Meister als messianischen König feiern, soll Jesus bitte sofort unterbinden.
Die Gründe dafür mögen vielfältiger Natur sein. Vielleicht halten die Pharisäer den messianischen Jubel einfach für unangemessen. Vielleicht haben sie auch Angst vor dem, was passieren könnte, wenn die Römer von diesem neuen jüdischen König Wind bekommen. Wir wissen es nicht.
Erinnert ihr euch noch an das Gleichnis von dem einen Pfund? Der hochgeborene Mann, der wegzog, um für sich ein Königreich zu empfangen? Wie reagierten seine Bürger? „Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei.“ Genau.
Ist das nicht traurig? Die Ablehnung des Königs fängt hier, an dieser Stelle, vor den Toren der Stadt bereits an.
Lukas 19,40: „Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.“
Was für eine bittere Ironie! Die unbelebte Natur weiß, mit wem sie es zu tun hat. Nur die Pharisäer wissen es nicht. Sogar Steine wissen, wie man sich in der Gegenwart des ewigen Königs richtig verhält. Nur die religiöse Führung hat davon keine Ahnung.
Was könntest du jetzt tun? Damit Steine nicht schreien müssen, nimm dir heute etwas Zeit, um Jesus zu feiern. Juble, singe, trau dich, emotional zu werden.
Das war's für heute. Wenn du mehr von einer Episode haben willst, dann hör sie dir an und lies auch noch das Skript durch.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Das Verständnis der Jünger und das geistliche Prinzip der Rückschau
Vielleicht hätten die Jünger früher erkennen können, dass sich vor ihren Augen eine Prophetie erfüllt. Doch das tun sie nicht. Erst nach Kreuz und Auferstehung können sie ihr eigenes Tun verstehen. Erst im Rückblick erkennen sie, dass jeder Schritt von Gott geführt war. Jedes Detail ist eine Erfüllung lang zurückliegender Verheißungen.
Jesus reitet nicht zufällig auf einem jungen Esel. Er zeigt sich als der verheißene Friedenskönig, der sanftmütig und doch königlich in seine Stadt einzieht. Was für die Jünger zunächst wie Willkür aussah, erschließt sich ihnen später als Zeichen tiefster göttlicher Absicht.
Dies verstanden seine Jünger zuerst nicht. Doch als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten. Mir scheint, hier berühren wir ein geistliches Prinzip, das uns als Jünger Jesu immer wieder begegnet.
Oft fällt es uns schwer, mitten im Getümmel des Lebens die volle Bedeutung eines Moments zu erfassen. Wir sind abgelenkt, überfordert oder gefangen in unseren Ängsten oder Träumen. Gerade dann, wenn Gott wunderbar wirkt, bleibt uns das vielleicht verborgen, weil unser Blick auf das Offensichtliche gerichtet ist, auf das, was vor Augen ist.
Hier hilft es, seelsorgerlich innezuhalten und mit Sanftmut auf das eigene Herz zu achten. Es ist gut, sich Zeit zum Reflektieren zu nehmen, Zeit zum Danken und Zeit, um bewusst zurückzuschauen. So können wir mit Gottes Hilfe vieles klarer sehen.
Gerade in solchen Momenten der Reflexion entdecken wir die stillen Wunder, die Gott gewirkt hat, und spüren seine treue Begleitung. Aber...
Die Reaktion der Pharisäer und die Ablehnung des Königs
Schauen wir uns noch eine andere Gruppe an, die ebenfalls nichts versteht: die Jünger. Sie sind nämlich in guter Gesellschaft.
In Lukas 19,39 heißt es: Einige der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu Jesus: „Lehrer, weise deine Jünger zurecht.“ Die Jünger jubeln, aber einigen Pharisäern passt das nicht. „Lehrer, weise deine Jünger zurecht“, sagen sie. Hier wird deutlich, wo für sie die Grenze des Erträglichen liegt.
Jesus ist ein Rabbi mit Jüngern, also ein Lehrer mit Schülern – das ist für sie in Ordnung. Doch wenn die Jünger Jesu ihren Meister als messianischen König feiern mit dem Ruf „Hosanna, gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn und der König Israels“, dann geht das gar nicht. Das soll Jesus bitte sofort unterbinden.
Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Vielleicht halten die Pharisäer den messianischen Jubel einfach für unangemessen. Vielleicht haben sie auch Angst vor den Konsequenzen, falls die Römer von diesem neuen jüdischen König erfahren. Wir wissen es nicht genau.
Erinnert ihr euch noch an das Gleichnis von dem einen Pfund? Der hochgeborene Mann zog weg, um für sich ein Königreich zu empfangen. Wie reagierten seine Bürger? „Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei.“ Genau so ist es.
Ist das nicht traurig? Die Ablehnung des Königs beginnt schon hier, an dieser Stelle, vor den Toren der Stadt.
In Lukas 19,40 antwortete Jesus ihnen: „Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.“ Was für eine bittere Ironie! Die unbelebte Natur weiß, mit wem sie es zu tun hat. Nur die Pharisäer wissen es nicht. Sogar die Steine wissen, wie man sich in der Gegenwart des ewigen Königs richtig verhält. Nur die religiöse Führung hat davon keine Ahnung.
Einladung zum Lobpreis und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Damit Steine nicht schreien müssen, nimm dir heute etwas Zeit, um Jesus zu feiern. Juble, singe und traue dich, emotional zu werden.
Das war's für heute. Wenn du mehr von einer Episode hören möchtest, dann höre sie dir an und lies auch das Skript durch.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
