Serie•Teil 34 / 421. Samuel (Vers-für-Vers)
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Der Bericht aus Keila und die erste Deutung Sauls
Wir sind gestern Abend bis 1. Samuel 23,6 gekommen und fahren nun weiter in Vers 7. Ich lese einige Verse:
Und es wurde Saul berichtet, dass David nach Keilah gekommen wäre. Da sprach Saul: Gott hat ihn verworfen und in meine Hand gegeben, denn er hat sich eingeschlossen, indem er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen ist. Und Saul rief alles Volk zum Kampf auf, um nach Keilah hinabzuziehen, David und seine Männer zu belagern.
Und als David erfuhr, dass Saul Böses gegen ihn schmiedete, da sprach er zu Abjatar, dem Priester: Bringe das Ephod her. Und David sprach: Herr, Gott Israels, dein Knecht hat sicher gehört, dass Saul danach trachtet, nach Keilah zu kommen, um die Stadt meinetwegen zu verderben. Werden die Bürger von Keilah mich seiner Hand ausliefern? Wird Saul herabziehen, wie dein Knecht gehört hat? Herr, Gott Israels, tu es doch deinem Knecht kund! Und der Herr sprach: Er wird herabziehen. Und David sprach: Werden die Bürger von Keilah mich und meine Männer der Hand Sauls ausliefern? Und der Herr sprach: Sie werden dich ausliefern.
Da machten David und seine Männer sich auf, etwa sechshundert Mann, und sie zogen von Keilah aus und gingen, wohin sie gehen konnten. Und es wurde Saul berichtet, dass David aus Keilah entkommen wäre. Da ließ er davon ab, auszuziehen. Und David blieb in der Wüste auf den Bergfestungen, und er blieb auf dem Gebirge in der Wüste Sif. Und Saul suchte ihn alle Tage, aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
Wie töricht von Saul zu denken, dass Gott etwas beschließt und es dann plötzlich nicht mehr gültig ist. Nicht wahr, in Vers 7 haben wir gelesen: Und es wurde Saul berichtet, dass David nach Keilah gekommen wäre. Übrigens spreche ich kein H aus. Das ist nur so. Im Deutschen hat man versucht, den Buchstaben Ajin, den es nicht gibt, mit diesem H zu repräsentieren. Aber es ist eigentlich ein Ein, das ist ein Kehllaut tief unten in der Gurgel. Man kann zuhause üben. Im Arabischen, in der Grammatik, hat man eben diesen Buchstaben ja auch und er wird gelehrt. Das sind die Muskeln, die man in Europa nur beim Erbrechen benutzt. Ja, ihr könnt zuhause üben, nicht hier. Also: Ge'elah! Ja, aber die Aussprache ist nicht wichtig, wichtig ist die Bedeutung.
Also, es wurde ihm berichtet, dass er nach Ge'elah gekommen wäre, und da sprach Saul: Gott hat ihn verworfen und in meine Hand gegeben. Wie kann er auf die Idee kommen, dass Gott plötzlich David verwirft, wenn er ihn eben auserwählt hat für ein bleibendes Königtum? Wir hatten damals in Samuel 10 gesehen, dass Saul, als er gesalbt wurde, mit einer Flasche gesalbt wurde, mit einer Ölflasche. Ja, also das ist ein Tongefäß. Ja, und wenn man das zu Boden wirft, dann ist es kaputt. Aber als Samuel geschickt wurde, um David zu salben, hat er ihn mit einem Ölhorn gesalbt, also mit einem Widderhorn. Und wenn man das auf den Boden wirft, dann ist es nachher noch intakt. Das zeigt: Dieses Königtum wird bleiben.
Die Festigkeit von Gottes Zusagen und der Bund mit David
Und warum? Weil Gott im Voraus wusste, was kommen wird. So konnte er auch festlegen, dass das Königtum Davids bleiben wird. Er wusste, dass David ein Mann sein wird, der dem Herrn die Treue hält. Und er wusste, dass dieser Mann auch wirklich wiedergeboren und errettet war, im Gegensatz zu Saul.
Saul war nie wiedergeboren und errettet. Er war gläubig, natürlich, das sind viele. Und Jakobus sagt: Auch die Dämonen sind gläubig. Sie glauben, dass Gott existiert, und sie zittern vor Gott, weil sie wissen, dass das Gericht über sie kommt. Aber gerettet sein ist noch etwas anderes.
Und so hat Gott David eben auch versprochen, dass sein Königtum bis ans Ende der Tage bestehen wird. Und der Nachkomme Davids, der Messias, wird am Ende der Tage auf dem Thron Davids sitzen und über die ganze Welt regieren. Das ist fest. Und Gott hat sogar mit David einen Bund geschlossen, sagt Psalm 89, und dieser Bund wird nie untergehen.
In Psalm 89 kann man für sich nachlesen, wo dieser Bund mit David beschrieben wird. Dort haben wir siebenmal das Wort Treue und siebenmal das Wort chesed. Das wird normalerweise mit Güte übersetzt, was auch korrekt ist. Es bedeutet aber Güte und auch Bundestreue. Das heißt, dass Gott sich an seine Zusagen hält und sie nie mehr zurücknimmt.
Das ist auch das, was die Leute von der Bundestheologie einfach nicht verstehen wollen, obwohl der Römerbrief es auch in Bezug auf Israel ganz klar sagt, dass dieser Bund, den Gott mit Abraham, Isaak und Jakob gemacht hat, in Bezug auf Israel gültig ist. Und die damit verbundenen Landverheißungen, dass den Nachkommen Abrahams das Land Kanaan bis in Ewigkeit gehört, das ganze Land Kanaan bis in Ewigkeit, so steht das in 1. Mose 17, das wollen sie einfach nicht akzeptieren. Obwohl dann Römer 9-11 das aufnimmt und erklärt, in Römer 11,29, dass die Gnadengaben und die Berufungen Gottes unbereubar sind.
Deshalb wird Israel in Römer 9 bis 11 mit einem Ölbaum verglichen. Warum? Weil ein Ölbaum eben ein Baum ist, der seine Blätter nicht verliert, ein immergrüner Baum. Das soll zeigen, dass Gottes Verheißungen nicht plötzlich ungültig werden oder, wie die Leute von der Bundestheologie meinen, Gott deutet alles um. Zuerst war es wörtlich, und dann plötzlich ist es nicht mehr wörtlich. Das ist ein Trick. Und wir sind schon froh, dass wir nicht denken müssen: Ja, auf dem Standesamt hat meine Frau gesagt, ja. Und dann nach 40 Jahren sagt sie, das war alles natürlich geistlich und übertragen und ein bisschen anders gemeint. So geht das jetzt auch nicht, ja, überhaupt nicht.
Ja, und so ist es eben auch mit Gott. Aber Saul kennt den Herrn nicht, und darum kann er so etwas sagen: Gott hat ihn verworfen und in meine Hand gegeben, denn er hat sich eingeschlossen, indem er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen ist. Kela liegt auch nicht so weit weg von Hebron. Und da denkt Saul: Das ist die Chance, jetzt kann ich David einschließen und so die Stadt erobern, und dann ist es aus mit David.
Und wiederum sehen wir: Dieser Abjatar ist nun ganz wichtig für David als Hoher Priester. Denn wieder kann er das in Anspruch nehmen. Das Ephod sehen wir hier beim Hohen Priester mit dem Brustschild und in dem Brustschild die Urim und die Tumim.
Die Antwort Gottes und die Rettung Davids
Ich lese nochmals Vers 9. Und als David erfuhr, dass Saul Böses gegen ihn schmiedete, da sprach er zu Abiathar, dem Priester: Bring das Ephod her! Und David befragte den Herrn. Er hatte gehört, dass Saul jetzt nach Keilah kommen würde. Das war seine feste Absicht.
Und nun die Frage: Werden die Bürger von Keilah mich seiner Hand ausliefern? Zweite Frage: Wird Saul herabziehen? So, wie David das eben vernommen hatte, bat er inständig: Herr, Gott Israels, tu es doch deinem Knecht kund! Und der Herr antwortete: Er wird herabziehen.
Noch eine Frage: Werden die Bürger von Keilah mich und meine Männer der Hand Sauls ausliefern? Der Herr antwortete: Sie werden dich ausliefern.
So, und was macht jetzt David mit dieser göttlichen Antwort? Ja, jetzt bringt er sich in Sicherheit, und er geht von Keilah weg. Das führt dazu, dass Saul das vernimmt, und das ganze Projekt wird abgebrochen.
Frage: Aber Gott hat ja gesagt, er wird kommen, und jetzt kommt er nicht. Und Gott hat gesagt, die werden dich ausliefern, aber die haben ihn dann auch nicht ausgeliefert, weil sie ihn auch nicht ausliefern konnten.
Nun, das ist eben ein bisschen anders im Hebräischen. Die Verbform, die man benutzt, um etwas Zukünftiges auszudrücken, ist die gleiche Verbform, die man benutzt, um zu sagen: würde, sollte oder mag. Also hat es eine Doppelbedeutung: Er wird herabkommen oder er würde herabkommen; sie werden ausliefern oder sie würden ausliefern. Es ist beides in dem Wort drin.
Und natürlich wusste Gott: Wenn David in Keilah bleiben würde, dann würde Saul herabkommen. Und dann würden die Bürger von Keilah David wirklich ausliefern. Aber das zeigt uns Gottes Allwissenheit. Die wird ja in 1. Samuel so wunderbar gepriesen, im Gebet von Hanna, nicht wahr?
Hanna betet in 1. Samuel 2 und sagt in Vers 3: „Häuft nicht Worte des Stolzes, noch gehe Freches aus eurem Mund hervor; denn ein Gott des Wissens ist der Herr, und von ihm werden die Handlungen gewogen.“ Gott ist ein Gott des Wissens. Er weiß alles im Voraus.
Dazu noch Psalm 139, wo diese Allwissenheit Gottes von David gepriesen wird. 139 Vers 1: „Dem Vorsänger. Von David. Ein Psalm. Herr, du hast mich erforscht und erkannt. Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von fern. Du sichtest mein Wandeln und mein Liegen und bist vertraut mit allen meinen Wegen.“
Also Gott weiß alles, was wir tun, wie wir uns bewegen, wo wir uns nicht bewegen. Er versteht unsere geheimsten Gedanken. Und dann sagt er noch in Vers 4: „Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge, siehe, Herr, du weißt es ganz.“ Also auch im Voraus weiß Gott, was wir noch sprechen werden.
„Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt und deine Hand auf mich gelegt. Erkenntnis ist zu wunderbar für mich, zu hoch, ich vermag sie nicht zu erfassen. Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, und wohin fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich auf zum Himmel ...“
Also würden wir eine Rakete nehmen von Elon Musk? Führe ich auf zum Himmel, du bist da. Gott ist da, überall! Allgegenwärtig, wie Jeremia 23 sagt: Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? Im ganzen Universum, auch bei den fernsten Galaxien: Gott ist da, überall gleichzeitig.
Er muss nicht von A nach B gehen. Er ist überall da. Er ist nicht dem Raum unterworfen, und er ist auch nicht der Zeit unterworfen, denn er ist der Ewige. Und er ist übrigens nicht nur im Diesseits, sondern auch im Jenseits, denn Jesaja 57 sagt, dass bei dem wohnt der zerschlagene Geist. Es ist hier im Diesseits, aber er wohnt in der Höhe und im Heiligtum, im Jenseits.
Gott ist der immanente Gott, der überall da in der Schöpfung gegenwärtig ist, ohne Teil der Schöpfung zu sein. Und er ist auch der transzendente Gott, der auch jenseits dieser Schöpfung ist. Und eben: Er weiß alles.
Gottes Wissen über das Wirkliche und das Mögliche
Vers 9: Nehme ich Flügel der Morgenröte, das sind die strahlenden Sonnenstrahlen der Morgenröte. Wenn man also die Sonne sieht und die Strahlen sieht, bezeichnet die Bibel das als die Flügel der Sonne. Ich würde also mit Lichtgeschwindigkeit reisen. Nehme ich Flügel der Morgenröte, ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres.
Wir ziehen von Israel eine Linie über das Mittelmeer und gehen durch Gibraltar weiter bis ans Ende des Meeres, dann sind wir in Amerika. Also sagt David: Würde ich nach Amerika gehen, nehme ich die Flügel der Morgenröte, ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres. Ja, weil das Mittelmeer ja direkt mit dem Atlantik verbunden ist. Auch dort würde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich fassen. Also auch an der Ostküste von Amerika. Der Herr ist auch dort, und seine Allgegenwart ist für David nicht etwas Furchterregendes. Er sagt: Wenn ich fliehen würde, ja, aber Gott ist da, und er würde meine Hand nehmen und mich leiten. Tröstlich für den Erlösten.
Ja, und dann sieht Gott auch alles, unabhängig von Licht. Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich umhüllen, und Nacht wäre das Licht um mich her, auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht usw. usf. Also Gott weiß alles. Er weiß alles, was kommen wird. Aber noch mehr: Gott weiß auch alles, was kommen würde, wenn. Das ist die Allwissenheit Gottes.
Er wusste eben: Wenn David in Gela bleiben würde, dann würde Saul herunterkommen, und dann würden die Bürger ihn ausliefern. Und darum konnte er die Antwort geben. Das ist die Allwissenheit Gottes. Nicht nur Gott weiß alles, was ist, und alles, was war, und alles, was kommen wird, sondern er weiß auch, was kommen würde, wenn. Und das natürlich in allen Kombinationen.
Wenn ich mir vorstelle, ich wäre 1573, am 4. Oktober, geboren worden in Bombay, in einer hinduistischen Familie. Ja, Gott weiß genau, wie mein Leben verlaufen wäre, wie ich mich da und dort und in jeder Situation entschieden hätte. Aber das ist ja nur ein Beispiel. Ich hätte ja auch sagen können, ich wäre am 1. August 1291 geboren worden in dem, was man später Kalifornien nannte, in einer Indianerfamilie, einer Windu-Familie. Und er weiß, was alles gekommen wäre. Aber das ist ja nur ein zweites Beispiel.
Ja, und Gott weiß alle Möglichkeiten einer anderen Welt und einer anderen Weltgeschichte. Er weiß alles, das ist die Allwissenheit Gottes. Und das haben wir übrigens auch in Matthäus 11, diesen grandiosen Gedanken. Der Herr schilt diese Städte, wo er am meisten Wunderwerke getan hatte in Israel. Sie sind nahe beieinander am Nordende des Sees Genezareth, die drei Städte Chorazin, Bethsaida und Kapernaum. Man kann das auch nennen, wenn man das verbindet mit Linien, das Evangeliendreieck.
Matthäus 11,20: Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch.
Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, also diese Stadt, die liegt auf minus 212. Das ist ja in dieser Jordansenke, in diesem geologischen Grabenbruch, der in der Türkei beginnt und dann durch das ganze Land Israel geht. Darum ist das Tote Meer der tiefste Punkt der Welt, rund minus 400. Und dieser Grabenbruch geht dann weiter durch die Negev-Wüste runter ins Rote Meer, auf dem Meeresboden und später wieder hoch auf den afrikanischen Kontinent bis nach Südafrika, 8 Kilometer. Und durch dieses Grabenbruchsystem gehört auch Kapernaum, minus zweihundert, tiefer als Death Valley, der tiefste Punkt der amerikanischen Hemisphäre.
Dort ist der Sohn Gottes hingekommen, aus dem Himmel herab, um schließlich dort drei Jahre während seines öffentlichen Dienstes Wohnsitz zu nehmen im Hause von Petrus. Also diese Stadt dort unten, tiefer als Death Valley, wurde bis zum Himmel erhöht. Denn diese Ortschaft wurde geadelt dadurch, dass der Sohn Gottes freiwillig dort seinen Wohnsitz wählte und von Nazareth umzog nach Kapernaum.
Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, bis zum Hades, bis ins Totenreich wirst du hinabgestoßen werden, also noch einiges tiefer als 212. Denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. Doch ich sage euch: Dem Land von Sodom wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir.
Der Herr weiß, was früher in Tyrus und Sidon geschehen wäre, in diesen kanaanitischen Städten im heutigen Libanon, wenn damals der Sohn Gottes dorthin gekommen wäre und ihr diese Wunderwerke, die er im Evangeliendreieck getan hat, dort getan hätte. Die Leute hätten einen öffentlichen Buß- und Bettag eingerichtet. Ob das dann echte Buße gewesen wären, das ist ein anderes Thema, nicht wahr? Das heißt nicht, dann wären sie errettet worden und jetzt gehen sie halt verloren. Nein, aber Gott weiß: Die hätten eine Bußveranstaltung gemacht.
Und nicht wahr, in der Schweiz hat man ja früher diesen Festtag eingesetzt. Es ist kein Festtag der Kirchen, sondern ein nationaler Festtag, der Buß- und Bettag. Ja, das war die Gelegenheit, dass Menschen Buße tun konnten, und das hat man so in der Vergangenheit gemacht. Heute ist es nur noch Folklore, wenn überhaupt. Aber das heißt eben noch lange nicht, dass alle an diesem Tag Buße getan haben. Aber die Leute haben wirklich diesen Tag genommen, um einen nationalen Reuetag durchzuführen.
Und Gott weiß also: So wäre das in Tyrus und Sidon gewesen, und es wäre auch so in Sodom gewesen. Die Leute hätten gesagt: Das geht wirklich nicht, wie wir leben. Es ist Schluss. Und Gott hätte die Stadt verschonen können. Also, Gott weiß nicht nur, was kommen wird, sondern er weiß auch, was gekommen wäre, wenn es so und so und so gewesen wäre. Das ist die Allwissenheit Gottes, und die wird eben auch jetzt schön eindrücklich illustriert durch 1. Samuel 23 mit dieser Befragung Gottes durch die Urim und die Tumim.
Davids Weg in die Wüste und das göttliche Aber
Ja, und dann haben wir in 1. Samuel 23,14 gelesen, dass David von Keilah wegging in die Wüste Sif. Wo ist das? Ich habe gesagt: Hebron. Jetzt kann man auf der Karte für sich selbst nachschauen, weil ich das hier nicht projiziere.
Das heute so genannte besetzte Westjordanland: Im südlichen Teil davon findet man Hebron. Wie gesagt, Keilah ist also nordwestlich von Hebron, und die Wüste Sif liegt zwischen Hebron und dem Toten Meer. Dorthin geht er. Das nennen wir die „jüdische Wüste“, aber das ist ein Teil der jüdischen Wüste in diesem Gebiet zwischen Hebron und dem Toten Meer.
Saul sucht ihn, und da haben wir dieses göttliche Aber: Aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
Ich habe als Jugendlicher einmal eine Auseinandersetzung mit einem liberalen Pfarrer gehabt. Er wollte mir beibringen, dass es keine wörtliche Inspiration der Bibel gibt, und sagte mir: Du willst doch nicht sagen, dass jedes Und inspiriert sei. Ja, er dachte, und sei ja nur so ein kleines Wort und eigentlich nicht wichtig. Dabei kommt es darauf an, ob es inspiriert ist oder nicht. Ja, und aber wäre eben auch so ein kleines Wort. Aber es kommt wirklich darauf an, ob aber steht. Und das ist das göttliche Aber.
Es gibt ein teuflisches Aber in 1. Mose 3, aber das ist nicht das letzte Wort. Das letzte Wort hat Gott. In 1. Mose 3,1 übersetzt die Elberfelder: Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes. Man kann aber auch das hebräische Wort entsprechend übersetzen. Das muss man immer wieder mit aber übersetzen; es kommt auf den Zusammenhang an. Und hier sollte man übersetzen: Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes.
In 1. Mose 2,25 wird beschrieben, wie Gott alles wunderbar und perfekt eingerichtet hat. Alles war sehr gut. Und dann kommt ein teuflisches Aber: Aber die Schlange. Es kommt zum Sündenfall. Aber es ist nicht das letzte Wort.
Das kleine Wort, das die ganze Heilsgeschichte trägt
Schlagen wir einmal Epheser 2 auf. Da sieht man, wie wichtig die kleinen Wörter in der Bibel sind. Die großen auch, aber es geht mir darum zu zeigen, wie wichtig die kleinen Wörter sind.
In Epheser 2 wird unser elender Zustand beschrieben, der entstanden ist durch dieses Aber in 1. Mose 3, das Aber der Schlange. Da sagt Paulus in Epheser 2,1: Auch euch, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet nach dem Zeitlauf dieser Welt. Also nach dem Zeitgeist, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams. Das ist der Teufel unter der Herrschaft der Schlange. Unter ihnen führten auch wir einst alle unseren Wandel in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten. Also das Fleisch, die sündige Natur, die wir seit dem Sündenfall von Adam her geerbt haben, und die Gedanken, das sind die Gedanken, die der Fürst der Gewalt der Luft, der Satan, den Menschen eingibt. Da sind sie von innen her durch das Böse in uns getrieben und durch falsche Gedanken, die Satan eingibt. Indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten, waren wir von Natur Kinder des Zorns, wie auch die übrigen.
Und dann kommt Vers 4: Gott aber. Da sieht man, es lohnt sich in der Bibel, solche Wörter anzustreichen, oder ich habe es sogar eingerahmt in meiner Bibel: Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat, hat auch uns, als wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht. Durch Gnade seid ihr errettet. Und er hat uns mit auferweckt und mitsitzen lassen in himmlischen Örtern in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.
Eine alte Schwester aus dem Elsass, mit ADHS bis ins hohe Alter, bei anderen reift es ja nach der Pubertät aus, bei anderen bleibt es, die hatte wirklich Sorgen und mir gegenüber ausgedrückt, ob es langweilig werden könnte in der Ewigkeit. Ich habe ihr dann einige Dinge aus dem Wort erklären dürfen, und sie ist dann wirklich froh geworden. Und wir können ganz grundsätzlich wissen: Gott hat ein Programm für die ganze Ewigkeit. Es wird nie langweilig werden. Und was hat er vor? In den kommenden Zeitaltern, in aller Ewigkeit, wird er den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweisen, in Christus Jesus.
Das ist alles abhängig von diesem Aber, Gott aber. Ja, also diese kleinen Wörter sind so wichtig.
Wir gehen zurück zu 1. Samuel 23,14, denn das war ja der Ausgangspunkt dieses kleinen Exkurses, der letzte Satzteil: Aber Gott gab ihn nicht in seine Hand, eben weil seine Zusagen fest und wirklich sicher waren. Das war objektiv so, aber David, der durch diese Nöte hindurchging, der hatte eben Gefühle. Und ich habe ja gestern versucht zu erklären, wie gewaltig gerade das Gefühlsleben von David ist, so tief, dass er Leiden sehr tief erleben konnte, aber auch Freuden sehr tief erleben konnte. Und darum hat Gott ihn als den Psalmensänger eingesetzt. Und er selber sagte es ja am Ende seines Lebens in 2. Samuel 23, dass er der Liebliche in Gesängen Israels war. Es spricht der Mann, der Liebliche in den Gesängen Israels.
Gott hat ihn benutzt, um die ganze Gefühlstiefe, die menschlich möglich ist, in den Ausdruck zu bringen. Und das ist vielleicht ein Trost für solche, die die Laiendiagnose aus dem Bekanntenkreis bekommen haben: Du bist hochsensibel. Das ist nicht gerade ein Kompliment, nicht wahr? Man kann ja auch Tests machen, wie sensibel man ist. Ich komme da bei sieben auf sieben, ja. Aber eben: Menschen würden sagen, das ist Hochsensibilität. Doch das hat eben auch eine Komponente, die ganz wunderbar ist. Man kann Dinge auch viel tiefer erleben, und das war bei David so.
Jonathan stärkt Davids Vertrauen und die Frage nach der zweiten Stellung
Und das hat auch bewirkt, dass er Tiefen erlebt hat, obwohl er wusste, dass der Herr es verheißen hat. Irgendwie geht das aus seinen Gedanken hinaus. 1. Samuel 27,1.
Man muss sich vorstellen: Ständig ist Saul hinter ihm her, aber der Herr gab ihn nicht in seine Hand. In 1. Samuel 27,1 lesen wir: Und David sprach in seinem Herzen: Nun werde ich eines Tages durch die Hand Sauls umkommen. Mir ist nichts besser, als dass ich schnell in das Land der Philister entkomme. Und Saul wird von mir ablassen, mich weiterhin im ganzen Gebiet Israels zu suchen, und ich werde plötzlich, denkt er, also einmal wird Schluss sein. Aber er konnte wissen: Er war unsterblich, bis Gott eben seine Verheißung an ihm erfüllt hatte.
Zurück zu 1. Samuel 23,15: Und David sah, dass Saul ausgezogen war, um nach seinem Leben zu trachten. Und David war in der Wüste Sif, im Wald. Oder man kann das anstatt Wald einfach als geografischen Namen in Choresch übersetzen. Da machte sich Jonathan, der Sohn Sauls, auf und ging zu David in den Wald, oder eben nach Choresch, und stärkte seine Hand in Gott. Und er sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn die Hand meines Vaters Saul wird dich nicht finden, und du wirst König werden über Israel, und ich werde der Zweite nach dir sein. Und nach meinem Vater Saul weiß es so. Und sie schlossen beide einen Bund vor dem Herrn, und David blieb im Wald, oder in Choresch, und Jonathan ging in sein Haus.
Es ist auch wieder so eine Überraschung gewesen: David dort im Gebiet zwischen Hebron und dem Toten Meer. Und es ist nicht so ein ganz einfacher Ort. Ich habe einmal mit einer Frau nicht gerade einen Spaziergang gemacht, sondern eine Wanderung. So neun Stunden, von einem Tal dort rüber zum anderen, also von Wadi Arugot steil hoch bis auf das Hochplateau und dann wieder runter in das Wadi Nachal David bei En Gedi. Da kommen wir noch drauf, das ist in der Nähe, das kommt dann in 1. Samuel 24.
Wir hatten auch genug Wasser dabei, das ist ganz wichtig. Also Liter und Aberliter muss man dabei haben, sonst könnte das tödlich enden. Und wir hatten eine Karte mit dabei, aber das war eine Vogelperspektivkarte. Das empfehle ich nicht ganz, das ist kein Ersatz für GPS oder so etwas. Und dann war das sogar an Jom Kippur. Und wirklich, als wir da in Not kamen, weil wir uns wirklich in der Wüste verlaufen haben, gebe ich zu, habe ich ein Nottelefon getätigt, aber es hat an Jom Kippur nicht funktioniert. Das ist wirklich der gefährlichste Tag für so etwas.
Und wow, plötzlich haben wir nochmals in unserem Gepäck gegraben, und es kam eine Cola-Flasche raus. Wow, Zucker. Ich brauche kein Koffein, aber Zucker. Das ist wirklich in dieser Situation, wenn man am Verschmachten ist in der Wüste, schon hilfreich. Ja, also, wir sind wieder gut zurückgekommen und sind dann nachts runter vom Gebirge. Und das ist auch der Moment, wo die Leoparden dort erwachen. Aber ich bin froh, wir haben keinen gerade angetroffen.
Ja, aber warum erzähle ich das? Einfach, um zu illustrieren: Das ist nicht gerade ein einfacher Ort da in Sif. Und plötzlich bekommt er Besuch: Jonathan, seinen Freund, auch er geboren für die Drangsal, Sprüche 17,17. Und er geht zu David und stärkt seine Hand in Gott. Und er sagt ihm: Fürchte dich nicht. Dieses Wort, das so oft im Alten und Neuen Testament vorkommt. Immer und immer wieder: Fürchte dich nicht, als Zusage für die Erlösten. Und ich habe das sehr dick in meiner Bibel angestrichen. Nicht wahr, ich streiche in meiner Bibel vieles an, aber nicht alles mit System und sehr mit Diskretion. Ja, manchmal nur einen Buchstaben von einem Wort, das reicht, und man sieht es dann sofort. Und der Text muss strukturiert werden.
Warum sage ich das? Weil eine Frage, die gestern kam, eine Frage war, die ich, wie einige andere, nicht beantwortet habe. Da wollte einer wissen, wie man das am geschicktesten beim Bibelstudium mit Anstreichen macht. Ich gebe ja immer wieder mal so kleine Hinweise, also Tipps. Man muss das nicht so machen, ich mache das so, und vielleicht macht das jemand auch. Aber eben, es gibt dann Fälle, wo ich nicht nur einmal unterstreiche, sondern zweimal, dreimal, also einfach, damit es richtig dick ist. Rot, aber nicht den ganzen Vers, nur: stärkte seine Hand in Gott. Wenn man da durchblättert, sieht man sofort: stärkte seine Hand in Gott. Jemand, der einem so beisteht in der Not und im richtigen Moment so erinnert: Du wirst König werden. Warum muss das Jonathan? Weil der Herr das gesagt hat. Allerdings sagt er ein bisschen zu viel: und ich werde der Zweite sein. Warum denkt er das? Ja, ich habe ja schließlich mit David ein Abkommen gemacht. Ja, aber dieses Abkommen gilt nur, solange er lebt. Und leider musste er gehen. Aber es war hier eine zweite Möglichkeit, er hätte bleiben können. Ich habe gesagt, das war ja sehr, sehr entscheidend, 21, als David eben ins Exil ging. Und David machte sich auf und ging weg, Jonathan aber kam in die Stadt. Und jetzt ist er nicht mehr in der Stadt, jetzt ist er bei David. Und wir lesen in Vers 13: Und David blieb in Choresch, und Jonathan ging in sein Haus. Und das war eben ein Grund, warum er dann nicht der Zweite wurde. Aber er hat richtig überlegt: Wenn ich dann noch am Leben wäre, dann wäre ich der Zweite geworden, natürlich.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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