
Marketingabteilungen in Unternehmen stellen sich vor allem eine Frage: Was kommt an? Mit anderen Worten: Was will der potenzielle Kunde? Was wird die Menschen packen? Womit können wir punkten?
Viel zu schnell übernehmen christliche Influencer, Gemeinden und andere Organisationen diese Denkweise und richten alles darauf aus, was ankommt. Predigtinhalte, Predigttitel, Rhetorik, Thumbnails bei YouTube – alles wird danach bewertet, was ankommt.
Ich sage nicht, dass man sich überhaupt keine Gedanken darüber machen darf, wie wir die Botschaft, die wir zu verkündigen haben, gut an den Mann bringen können. Aber viel wichtiger als die Frage „Was kommt an?“ ist die Frage „Worauf kommt es an?“ Merkt ihr den Unterschied?
Die Frage „Was kommt an?“ richtet sich am Menschen aus: Was will er hören? Die Frage „Worauf kommt es an?“ ist eine Frage nach objektiver Relevanz. Sie fragt danach, was wirklich wichtig ist.
In Korinth wurde sehr viel Wert auf die Frage gelegt, was ankommt: brillante Rhetorik, geschliffene Reden, um die Zuhörer zu begeistern. Es ging darum: Was kommt an? Womit können wir als Gemeinde in der Welt punkten?
In unserem heutigen Predigttext geht Paulus nicht darauf ein, was ankommt. Stattdessen stellt er klar, worauf es ankommt. Dementsprechend lautet mein Predigtthema heute Morgen: Worauf es im Dienst ankommt.
Fundament und Bauweise der Gemeinde
Der Predigttext stammt aus 1. Korinther 3,1-5. Im vorherigen Kapitel hat der Apostel Paulus den Gemeindebau mit einem Gebäude verglichen. Das ist zwar nur ein Bild, denn Gemeinde ist mehr als ein Gebäude. Doch Paulus vergleicht den Gemeindebau mit einem Gebäude und macht deutlich, dass Christus das Fundament ist. Auf Christus steht eine Gemeinde.
Nun kommt es darauf an, wie wir Gemeinde bauen. Es besteht die Möglichkeit, falsche Schwerpunkte zu setzen. Dann baust du mit Heu, Stroh oder Holz. Wenn dein Dienst für Gott hingegen auf das wirklich Wichtige konzentriert ist, baust du mit Gold, Silber und Edelstein.
Kapitel 3 beantwortet die Frage aber noch nicht, wie man mit Gold und Edelstein baut. Worauf kommt es denn eigentlich an? Genau darüber spricht der heutige Text. Ich möchte den heutigen Bibeltext einmal mit euch am Stück lesen und anschließend vier Punkte herausarbeiten.
Der Dienst als Diener Christi verstehen
1. Korinther 4,1: Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: "Dafür halte man uns für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. Übrigens sucht man an den Verwaltern, dass einer treu befunden wird."
Mir aber ist es das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde. Ich beurteile mich aber auch selbst nicht, denn ich bin mir keiner Schuld bewusst. Aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt.
„Der mich aber beurteilt, ist der Herr, der nichts vor der Zeit verurteilt, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringt und die Absichten der Herzen offenbaren wird. Und dann wird jedem sein Lob von Gott zuteilwerden.“
Worauf es im Dienst ankommt – ich möchte heute vier Dinge mitgeben, die wir aus dem heutigen Bibeltext entnehmen können. Erstens: Worauf kommt es an? Auf die richtige Selbsteinschätzung.
Paulus schreibt: "Dafür halte man uns für Diener Christi." Er gibt hier den Korinthern also eine Anweisung, wie sie auf ihn und auf die Mitarbeiter schauen sollen, wie sie die Mitarbeiter ansehen sollen. Warum ist das so wichtig?
Wenn du die bisherigen Predigten zum 1. Korintherbrief bereits verfolgt hast, wirst du dich erinnern, dass in Korinth die geistlichen Leiter gehypt wurden. Es bildeten sich regelrechte Fanklubs um einzelne Prediger, und das führte zu Lagerbildung in der Gemeinde und zu Spaltung.
Paulus sagt in 1. Korinther 1,11-12: „Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloe, dass Streit unter euch ist. Ich meine dies: Dass unter euch der eine sagt, ich gehöre zu Paulus, der andere, ich zu Apollos, der dritte, ich zu Kephas, der vierte, ich zu Christus.“
Dieses Problem in Korinth rührt daher, dass man sehr viel Wert auf Rhetorik, weltliche Weisheit und Rednerkunst gelegt hat. Paulus greift das in den Kapiteln eins bis vier auf. Wenn ihr euch an die letzten Predigten erinnert, hat er die weltliche Weisheit förmlich auseinandergenommen und dargelegt, warum die Korinther hier einen völlig falschen Schwerpunkt setzen.
Im letzten Kapitel hat Paulus den Korinthern deutlich gemacht, wie Gott seine Gemeinde baut. Jetzt in unserem Text geht er darauf ein, wie sie den Dienst bewerten sollen und worauf es im Dienst wirklich ankommt.
Paulus sagt: „Dafür halte man uns für Diener Christi.“ Mit anderen Worten: Wir sind keine Stars, die man hypt. Seht uns bitte einfach als Diener an.
Ähnliches hat Paulus schon in Kapitel drei gesagt: „Wer ist nun Apollos? Wer ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat.“
Die Bedeutung des Wortes „Diener“
Liebe Gemeinde, das sagt sehr viel darüber aus, wie Paulus sich selbst versteht. Es zeigt auch, was für ein Herz Paulus hat. Er sagt: Dafür halte man uns für Diener Christi.
Paulus verwendet hier im Griechischen ein sehr interessantes Wort für Diener. Der gewöhnliche Begriff im Neuen Testament für Diener ist das Wort Diakonos. Vielleicht habt ihr das schon einmal gehört. Von diesem Wort haben wir unser Wort Diakon abgeleitet. Diakonos ist der überwiegende Begriff in den Paulusbriefen.
Hier verwendet Paulus jedoch ein anderes Wort: Hyperätes. Wenn Paulus plötzlich den Begriff wechselt, dann macht er das nicht einfach so. Er entscheidet sich bewusst für dieses Wort, um einen bestimmten Aspekt zu betonen.
Wenn wir uns jetzt die Frage stellen, was Hyperätes bedeutet, ist es wichtig, zu schauen, an welchen Stellen dieses griechische Wort verwendet wird. Der Kontext macht deutlich, welche Bedeutungsnuance in diesem Wort steckt.
Zum Beispiel wird Hyperätes in Matthäus 5 erwähnt. Dort erzählt Jesus in der Bergpredigt, dass ein Richter jemanden schuldig spricht. Der Schuldiggesprochene wird dann einem Diener, einem Hyperätes, übergeben. Die einzige Aufgabe dieses Hyperätes ist es, den Schuldigen wegzubringen.
An einer anderen Stelle wird Hyperätes in Lukas 4 erwähnt. Jesus predigt in einer Synagoge und liest aus einer Schriftrolle vor. Als er fertig ist, rollt er die Schriftrolle ein und gibt sie dem Hyperätes. Die einzige Aufgabe dieses Hyperätes ist es, die Schriftrolle wegzubringen.
Der Hyperätes ist eine Person, die nicht im Fokus steht. Er ist einfach nur ein Helfer, ein absoluter Assistent. Paulus sagt: Ihr sollt uns nicht anders sehen, sondern als Hyperätes im Plural. Wir sind einfach nur Diener.
Paulus hatte das Herz eines Dieners. Er hat sich immer als Diener der Gemeinde verstanden. Das wird besonders deutlich in Korinth, wo er sogar als Zeltmacher gearbeitet hat. Er hat auf alle seine Rechte verzichtet, einfach nur, um der Gemeinde dienlich zu sein.
Das Herz eines Dieners im Alltag
In Apostelgeschichte 20 nimmt Paulus Abschied von den Ältesten aus Ephesos. Dabei schreibt er über seinen Dienst: „Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang, Nacht und Tag, nicht aufgehört habe, jeden unter Tränen zu ermahnen.“
Paulus hat so unermüdlich gedient, weil er das Herz eines Dieners hatte. Du wirst nicht zum Diener, indem du einfach einen Dienst tust. Du wirst Diener, wenn du das Herz eines Dieners hast.
Die Frage, die der heutige Text uns allen stellt – auch mir und dir –, ist nicht: „Tust du einen Dienst?“ Die Frage, die Gott dir heute stellt, lautet: „Verstehst du dich durch und durch als Diener?“
Weißt du, du kannst einen Dienst tun und dich in der Gemeinde für etwas Besseres halten. Dann bist du kein Diener, sondern tust den Dienst nur formal. Du bist kein Diener von deinem Wesen her.
Beim Dienst geht es nicht darum, dass wir uns eine Schürze anziehen und sie wieder ablegen. Es geht darum, dass wir Fingerabdrücke hinterlassen, weil der Dienst unsere DNA ist. Das ist das, was wir sind.
Der heutige Text fragt dich nicht: „Machst du einen Dienst?“ Er stellt dir die Frage: „Verstehst du dich als Diener?“
Ich habe heute eine Stempelkarte mitgebracht. Viele von euch gehen morgen mit so einer Karte zur Arbeit. Diese Stempelkarte dient der Arbeitszeiterfassung. Du kommst an und stempelst ein. Wenn du Pause machst, stempelst du aus. Wenn du Feierabend machst, stempelst du aus.
Weißt du, jemand, der einfach nur einen Dienst tut, stempelt ein und danach wieder aus. Haken dran, Dienst erfüllt.
Aber weißt du was? Ein echter Diener stempelt niemals aus. Ein echter Diener stempelt niemals aus.
Wenn ein echter Diener vom Gemeindedienst nach Hause kommt, dient er weiter seiner Frau und seinen Kindern. Das ist ein Diener, das ist das Herz eines Dieners. Er stempelt niemals aus, denn der Dienst durchzieht sein gesamtes Leben.
In der Seelsorge arbeiten wir mit dem Konzept der Lebenspizza. Unser Leben hat immer mehrere Bereiche. Man kann sein Leben nicht auf einen Bereich fokussieren. Es besteht aus ganz verschiedenen Bereichen.
Weißt du, wenn du dich als Diener verstehst, wenn du von deinem Herzen her Diener bist, dann durchzieht das alle Bereiche deines Lebens. Es gibt keinen Teilzeitdiener, es gibt keinen Lebensabschnittsdiener. Entweder du bist Diener – oder du bist es nicht.
Paulus sagt: „Dafür halte man uns für Diener.“ Als Diener schlüpft man nicht in Rollen, du bist es einfach.
Wenn du dich als Diener verstehst, wirst du in der Gemeinde die Nöte sehen und einfach anfangen, Menschen zu dienen. Ob das jetzt ein Dienst ist, der formal auf einer Liste steht oder nicht – du fängst einfach an, weil es dein Herz ist. Du kannst nicht anders, als zu dienen, weil du dich als Diener verstehst.
Wenn du dich als Diener verstehst, hat das Auswirkungen darauf, wie du deine Arbeit am Montagmorgen erledigst. Du machst deine Arbeit für Gott. Vierzig Stunden in der Woche dienst du Gott an deinem Arbeitsplatz. Du dienst Gott und deinen Mitarbeitern.
Du gibst alles in dein Unternehmen, um dienlich zu sein, weil auch das Gottesdienst ist. Einige denken, der Dienst für Gott fängt erst nach Feierabend an, wenn sie in die Gemeinde fahren. Dienst für Gott beginnt am Montag um sieben, wenn du einstempelst. Das ist Dienst.
Wenn du Arbeitgeber bist und dich als Diener verstehst, hast du nicht nur den finanziellen Gewinn deines Unternehmens vor Augen. Die Mitarbeiter, die Gott dir anvertraut hat, sind dann nicht Mittel zum Zweck. Sie sind nicht einfach nur Nummern.
Du schaust auf deine Mitarbeiter und fragst: Wie kann ich als Chef dienen? Du lebst dienende Leidenschaft. Ob das jetzt christliche Arbeitnehmer sind oder nicht – du dienst ihnen.
Du stellst dir die Frage: Wie kann ich gute Arbeitsbedingungen schaffen? Wie zahle ich angemessene Gehälter? Wie kann ich ermutigen?
Wenn du dich als Diener verstehst, zeigt sich das in allen Lebensbereichen – auch in deiner Familie.
Wenn du dich als Diener verstehst, hat das Auswirkungen darauf, wie du als Ehemann mit deiner Ehefrau umgehst. Du stempelst nach der Arbeit nicht aus. Du fährst nach Hause und machst dir bewusst: Der Dienst geht weiter.
Ich lege mich nicht hin, um meine Ruhe zu haben, weil ich sie gerne will. Ich stelle mir die Frage: Was braucht meine Frau, die den ganzen Tag auf drei kleine Kinder aufgepasst hat? Der Dienst geht weiter.
Ein echter Diener stempelt nie aus.
Wenn du als Ehefrau dich als Dienerin verstehst, hat das große Auswirkungen darauf, was du dir für Gedanken über deinen Ehemann machst. Wie kann ich meinen Mann unterstützen in der Verantwortung, die er als Haupt für unsere Familie trägt?
Wenn ihr Väter und Mütter euch als Diener versteht, lebt ihr euren Kindern dienende Leiterschaft vor. Es durchzieht alle Bereiche.
Das ist die richtige Selbsteinschätzung – und damit beginnt es.
Wege zur dienenden Haltung
Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage: Wie komme ich dahin? Ich gehöre eigentlich eher zu denen, die immer ausstempeln und dann für sich Zeit nehmen. Wie schaffe ich es, durch und durch Diener zu sein, ohne auszusteppen?
Ich will dir drei Ratschläge geben.
Erstens: Schau weg von dir selbst. Paulus sagt in Apostelgeschichte 20,24: „Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert.“ Damit beginnt eine dienende Haltung. Es bedeutet: Ich achte mein Leben überhaupt nicht der Rede wert, es geht gar nicht um mich.
Weißt du, wenn du ein echter Diener werden willst, musst du sterben. Nichts Geringeres! Stirb! Stirb für dein Ego, stirb für deinen Stolz, stirb für deine Lebensvorstellungen. Und zwar jeden Tag aufs Neue. Dieses Ego, dieses restliche Fleisch in uns, muss auf den Opferaltar gelegt werden. Dann kannst du sagen: „Herr, töte Andre, lebe du durch mich, dass ich mit Paulus sagen kann: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Und das beginnt jeden Tag aufs Neue.
Zweitens: Mach dir bewusst, wem du gehörst. Paulus sagt, wir sind Dina Christi. Das ist ein Genitivus possessivus, ein besitzanzeigender Genitiv. Ich gehöre Christus. Das heißt: Er ist mein Herr. Ich gehöre nicht mir selbst, nicht ich bestimme über mein Leben, sondern er bestimmt es, weil er mein Herr ist.
Deswegen will ich ihm gefallen, weil er ein guter Herr ist. Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht. Er gibt mir Ruhe für meine Seele, und es ist mir eine Freude, ihm zu dienen. Ich gehöre ihm mit Haut und Haar.
Drittens: Schau auf Jesus und lerne von ihm. Jesus hat sich als Diener verstanden. Er sagt in Markus 10,45: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen.“ Jesus ist das ultimative Vorbild für Dienst und dienende Leiterschaft. Schau auf Jesus.
Die zentrale Bedeutung des Evangeliums
Worauf es ankommt, ist die richtige Selbsteinschätzung. Aber es geht auch noch um mehr. Worauf kommt es noch an?
Wir kommen zum zweiten Punkt im Evangelium. Paulus sagt: Dafür halte man uns für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. Schaut mal, ein Verwalter ist jemand, der etwas anvertraut bekommen hat. Hier geht es um die Geheimnisse Gottes. Da müssen wir uns die Frage stellen: Was sind die Geheimnisse Gottes?
Um das klarzustellen: Hier geht es nicht um irgendwelche Geheimlehren, aus denen dann eine Verschwörungstheorie entsteht. Wenn Paulus von dem Geheimnis Gottes spricht, dann geht es um das Evangelium für die Heiden. Darüber spricht er auch in 1. Korinther 2,1-2: „Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit etwas zu verkündigen, sondern das Geheimnis Gottes.“ Und das ist der gekreuzigte Christus, den er in Vers 2 dann erwähnt.
Also ist das Geheimnis Gottes das Evangelium. Wir sind Verwalter des Evangeliums. Das heißt, das Evangelium, die Botschaft, ist uns anvertraut worden.
Von dieser Botschaft spricht Paulus auch in 1. Korinther 15. Dort sagt er: „Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht. Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften.“
Die Kraft und Verantwortung des Evangeliums
Ihr Lieben, das Evangelium ist die beste Botschaft der Welt. Es ist die wunderbare Nachricht, dass Christus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten. Durch seinen stellvertretenden Tod an einem alten römischen Holzkreuz, 33 Jahre nach Christus vor den Toren Jerusalems, und seine siegreiche Auferstehung am dritten Tag.
Diese Botschaft ist alles, was wir haben. Sie bildet die Grundlage unseres Glaubens. Die Apostel waren Zeugen dessen. Sie haben es gesehen, mit dem Auferstandenen gegessen und ihr Zeugnis niedergeschrieben, das wir heute in der Bibel lesen. Darauf gründet sich unser Glaube und unser ganzes Vertrauen.
Zum ersten Mal hast du dem Evangelium bei deiner Bekehrung vertraut. Damals hast du dein ganzes Vertrauen auf diese Botschaft gesetzt. Aber ich möchte dir sagen: Auch jetzt, nachdem du vielleicht schon einige Monate oder Jahre mit dem Herrn unterwegs bist, bleibt das Evangelium der Dreh- und Angelpunkt deines Lebens. Wir absolvieren nie im Evangelium.
Diese Botschaft verändert Leben. Sie hat rettende Kraft. Uns ist sie anvertraut worden, und damit geht eine Verantwortung einher. Es geht nicht nur darum, sich bewusst zu sein, dass ich Verwalter des Evangeliums bin. Es geht auch darum, aktiv zu sein: Ich bin Verkündiger des Evangeliums.
Erlebnisbericht aus dem Missionseinsatz
Wie die meisten von euch mitbekommen haben, war ich in der letzten Woche in Thailand auf einem Missionseinsatz. Wir waren mit einer kleinen Gruppe dort, und es war eine Zeit, die wirklich sehr gesegnet war. Wir haben viel Bewegendes erlebt. Das würde hier den Rahmen sprengen, aber eine Begebenheit möchte ich erzählen.
Ein besonderes Erlebnis war für mich ein Einsatz in der Stadt Mesoth, die an der burmesischen Grenze liegt, also an der Grenze zu Burma beziehungsweise Myanmar. Dort sind wir in ein großes Flüchtlingslager gefahren. In Burma herrscht seit vielen Jahren Krieg, und es gibt viele Flüchtlinge. Es war ein ganzes Flüchtlingsdorf, in das wir gefahren sind.
Was man dort überall sieht, ist Geisterglaube. Es gibt so viele Geisterhäuser, und die Menschen bringen wirklich Opfergaben dar. Es war ein Ort der Dunkelheit, der Armut und der Nöte. Wir sind mitten hineingefahren und durften einen Einsatz vorbereiten, zusammen mit Einheimischen. Dabei wurde gefühlt das halbe Dorf versammelt.
Dann habe ich erfahren, dass ich predigen soll. Ich wusste, dass ich irgendwann an diesem Tag wahrscheinlich predigen werde, aber es gab keine nähere Absprache. Ich dachte an den Abend in der Gemeinde. Jetzt war hier vor mir gefühlt das halbe Dorf versammelt, und Andre predigte auf Englisch, damit die Übersetzung ins Burmesische erfolgen konnte.
Warum erzähle ich diese Geschichte? Ich hatte nicht viel Vorbereitung. Ich habe einfach gesagt: „Herr, wirke!“ Dann hat mich der Heilige Geist so gepackt. Ihr Lieben, das erlebt man immer wieder mal, aber nicht so häufig. Und ihr wisst ja, wer mich kennt, der weiß, ich bin ein emotionaler Mensch. So etwas geschieht manchmal während der Predigt, aber hier war es schon vor der Predigt.
Ich habe einfach nur die Menschen gesehen und gedacht: Was für ein Vorrecht! Ich darf ihnen jetzt wahrscheinlich zum ersten Mal sagen, dass es einen Gott gibt, der sie liebt. Der sie befreit vom Geisterglauben, weil er seinen Sohn geschickt hat. Dieser Sohn ist der Sieger über Hölle, Tod und Teufel und wirkt im Herzen.
Mir ist durch dieses Erlebnis noch einmal mehr bewusst geworden: Ihr Lieben, wir haben die beste Botschaft der Welt. Darf ich euch heute als Kinder Gottes noch an etwas erinnern? Immer wieder steht im Mittelpunkt eures Lebens und eures Dienstes eine Botschaft. Und das ist das Evangelium. Diese Botschaft verändert alles.
Das Evangelium ist die Botschaft, die uns gerettet hat, aber es ist auch die Botschaft, die uns antreiben soll.
Anwendung auf den Gemeindedienst
Meine Frage ist: Verstehst du dich in erster Linie als Verwalter des Evangeliums, dieser Botschaft, die Gott dir anvertraut hat?
Weißt du, wenn du in der Nachwuchsarbeit hier in der Gemeinde tätig bist, dann bringe unseren Kindern nicht nur bei, wie man sich richtig verhält. Zeige ihnen, wer Jesus ist. Zeige diesen Kindern, diesen zwanzig Kindern, die Freitag für Freitag vor dir sitzen, dass es einen Retter gibt, der für sie ans Kreuz gegangen ist.
Weißt du, wenn du in der Technik arbeitest, verstehe deinen Dienst nicht nur als das Bewegen von Schaltern. Verstehe deinen Dienst darin, die Botschaft hörbar zu machen, die Botschaft ins Internet zu bringen.
Wenn du in der Seelsorge tätig bist, dann schau auf die hilfesuchende Person, die vor dir sitzt, nicht nur als auf einen Scherbenhaufen. Betrachte sie mit der Brille Jesu, voller Hoffnung. Es gibt einen Retter, der für diese Person gestorben ist. Und komm, ich bringe dich jetzt zu diesem Retter, der dein Leben heil machen kann.
Das ist die Botschaft. Wir haben nichts anderes zu verkündigen, und wir wollen nichts anderes verkündigen. Das ist die Botschaft, die im Zentrum unseres Gemeindelebens stehen muss.
Wenn du Ordner bist, dann schüttle nicht nur Hände. Schau die Menschen, die zum Gottesdienst kommen, mit Jesu Augen an und bete für sie, dass das Evangelium gleich in ihrem Leben einschlägt.
Das Evangelium muss immer der Schwerpunkt unseres Gemeindelebens sein – immer. Wir dürfen niemals über das Evangelium hinausgehen, sonst landen wir bei Gesetzlichkeit, sonst landen wir bei bloßem Moralismus.
Das Evangelium erinnert uns an unsere Identität in Christus. Das Evangelium befreit uns von Versagensängsten. Das Evangelium bewahrt uns davor, Gemeinde einfach nur zu spielen.
Das ist der Fall, wenn wir nur etwas vorspielen. Es geht eben nicht nur um eine schöne Fassade, die wir als Christen in der Gemeinde wahren müssen. Es geht um echte Menschen mit echten Problemen und einen echten Retter, der eine echte Lösung hat.
Darum geht es – um nichts weniger und um nichts mehr. Das ist meine relevante Botschaft, oder? Darauf kommt es an in deinem Leben und in deinem Dienst: auf das Evangelium.
Die Bedeutung von Treue im Dienst
Es steckt noch mehr im Text. Worauf kommt es im Dienst noch an? Drittens auf die Treue. Paulus sagt: Übrigens sucht man hier an den Verwaltern, dass einer treu befunden werde.
Im Griechischen steht hier das Wort oikonomos, das damals einen Hausverwalter bezeichnete. Diese Arbeit wurde im Römischen Reich auch von Sklaven ausgeführt. Paulus nimmt hier zunächst ein säkulares Beispiel. Hausverwalter übernahmen teilweise die Kindererziehung und managten die Finanzen.
Wenn du nun ein Vorstellungsgespräch hast als wohlhabender römischer Bürger und vor dir sitzt eine Person, die sich als Hausverwalter, als Verwalter, als Oikonomos bewirbt, dann achtest du vor allem auf eine Sache: Neben der Kompetenz – kann ich mich auf diese Person verlassen? Sie wird meine Finanzen managen. Sie ist zu Hause, wenn ich als Mann auf der Arbeit bin, und allein bei meiner Frau. Ich will mich auf diese Person verlassen können. Das ist das entscheidende Kriterium.
Paulus wendet genau das jetzt auf den christlichen Dienst an und sagt: Worauf es vor allem ankommt, ist die Treue. Wir sind Verwalter des Evangeliums, und das wichtigste Kriterium ist die Treue. Daher überrascht es nicht, dass Paulus diese Eigenschaft bei all seinen Mitarbeitern immer wieder hervorhebt. Ich gebe euch einfach mal die volle Dröhnung:
1. Korinther 4,17: Deshalb habe ich auch Timotheus gesandt, der mein geliebtes und treues Kind im Herrn ist.
Epheser 6,21: Damit aber auch ihr meine Umstände wisst, wie es mir geht, wird Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, euch alles berichten.
Kolosser 1,7: So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist.
Kolosser 4,9: Mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der von euch ist.
Schaut mal: Timotheus ist treu, Tychikus ist treu, Epaphras ist treu, Onesimus ist treu. Im Dienst für Gott kommt es auf die Treue an.
Dieser Anspruch ist theologisch begründet. Wisst ihr warum? Weil Gott treu ist. In 1. Korinther 1,9 sagt Paulus: Gott ist treu, durch den ihr berufen seid. Das heißt, unsere Treue, deine Treue im Dienst, soll auf Gott verweisen. Wenn Menschen deinen Dienst beobachten und sehen, dass du zuverlässig bist, dein Wort hältst, die Stellung hältst und treu bist, dann können sie sagen: Das erinnert mich an Gott. Genau so ist Gott. Gott ist treu, Gott ist zuverlässig.
Deswegen geht es vor allem um die Treue.
Treue als Maßstab für Erfolg
Jetzt mal ganz ehrlich: Lasst mich ein offenes Wort an uns alle richten. Kann es sein, dass wir Erfolg im Dienst manchmal anders bewerten? Dass wir andere Bewertungskriterien an den Tag legen als die Treue? Vielleicht messen wir Erfolg vor allem an Zahlen.
Ja, die Schnelligkeit des Gemeindewachstums in Form von Mitgliederzahlen – dann sind wir erfolgreich, wenn wir richtig stark wachsen. Die Anzahl der Bekehrungen durch deinen Dienst, die Klickzahl deiner YouTube-Predigt oder deines YouTube-Beitrags, die Anzahl der Likes nach einem geposteten Zitat, die Teilnehmerzahl auf der Kinderfreizeit, die du organisiert hast, die Besucherzahl beim Jugendgottesdienst, die Zahl der Neugetauften im Jahr, die Zahl der Hilfesuchenden, die du gerade in der Seelsorge hast – du bist gefragt, weil so viele zu dir kommen.
Ich will nicht sagen, dass Zahlen keine Rolle spielen, denn Zahlen können schon ein Indikator für Gottes Wirken sein, ganz klar. Und hinter jeder Zahl steckt eine Seele. Aber Gott geht es viel mehr um Treue als um Zahlen.
Wäre es hauptsächlich um Zahlen gegangen, dann wäre der Prophet Jona im Alten Testament der absolute Held gewesen. Und der Prophet Jeremia der absolute Versager. Wisst ihr warum? Jeremia hat 40 Jahre lang gepredigt. Wisst ihr, wie viele sich bekehrt haben? Null. Jona wollte noch nicht mal predigen, und 120.000 haben sich bekehrt.
Wenn wir also nur die Zahlen betrachten, muss man sagen: Jona war der große Held, Jeremia der totale Versager. Misst man die ganze Sache an Treue, reicht kaum jemand in der Bibel an Jeremia heran. Und das ist Gottes Entscheidungskriterium. So bewertet Gott Erfolg: Gott geht es um Treue.
Beispiel aus dem Missionsdienst
Wir haben in der letzten Woche in Thailand ein Missionarsehepaar besucht: Christian und Melanie Petkow aus Deutschland. Sie sind seit einigen Jahren in Thailand tätig und gründen dort Gemeinden. Besonders Christian ist für mich zu einem Vorbild geworden. Er ist gerade dabei, eine Gemeinde in einem Bergdorf bei den Bukaren zu gründen – so heißt das Volk.
Vor genau zwei Wochen sind wir zu einem Gottesdienst dorthin gefahren. Um dieses Bergvolk zu erreichen, muss man zwei Stunden mit dem Auto fahren – und zwar nicht auf Straßen, die man mit deutschen Straßen vergleichen kann, sondern in die Berge. Teilweise gibt es rechts und links Abhänge. Die Fahrt war sehr anstrengend, einer von uns musste sich auf der Fahrt übergeben. Zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück.
Auf der Rückfahrt wurde mir erst richtig klar, was dieser Mann hier eigentlich leistet. Er fährt jeden Sonntag zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück, um einer kleinen Gruppe von 15 Leuten Woche für Woche das Evangelium zu bringen. Das ist ein geistlicher Riese. Den kennt man hier in Deutschland kaum. Er hat vermutlich keinen großen YouTube-Kanal, aber Gott sieht die Treue.
Ich glaube, dass es im Himmel Menschen geben wird, die kaum jemand kennt, die aber bildlich gesprochen ganz weit vorne sitzen werden. Ich denke dabei an eine Schwester aus unserer Gemeinde, die seit über dreißig Jahren ein und dieselbe Kinderstunde leitet. Ich war bei ihr in der Kinderstunde, und inzwischen ist unser jüngster Sohn dort. Sie steht einfach Freitag für Freitag auf der Matte – immer vorbereitet, immer frisch. Sie ist durch eine Krebserkrankung gegangen, ist aber immer noch da und hält die Stellung. Das ist Treue. Das ist das, worauf es ankommt.
Treu zu sein beginnt damit, dass man seine Gaben als treuer Verwalter einsetzt und sie nicht vergräbt. Aber Treue geht auch mit Zuverlässigkeit einher. Wenn du in der Nachwuchsarbeit tätig bist, sei am Freitag immer da. Wenn du Teenieleiter oder Kinderstundenleiter bist, ist das Beziehungsarbeit. Wenn du treu bist, stellt sich am Freitag nicht die Frage, ob du hingehen sollst oder nicht. Da wird nicht verhandelt. Du bist da, weil die Kinder dich brauchen, weil die Teens dich brauchen.
Wenn du im Verkündigungsdienst stehst, mache deine Predigt nie zur Nebenaufgabe. Aus dem Ärmel geschüttelte Predigten sind ärmlich. Geh ins Studierzimmer. Sei treu, arbeite am Text und komm erst heraus, wenn du eine Botschaft hast.
Treue bedeutet auch Durchhaltevermögen. Manchmal heißt Treue, im Dienst zu bleiben, auch wenn alles in dir danach schreit, das Handtuch zu werfen. Natürlich kann es Gründe geben, einen Dienst aufzugeben, einen Dienst zu übergeben oder aus einem Dienst auszusteigen. Davon haben wir heute auch gehört. Aber manchmal muss man einfach die Stellung halten, auch wenn es schwer ist.
Wisst ihr, im alten Rom war es so, dass ein Soldat, der vom Hauptmann als Schildwache aufgestellt wurde, ein eiserneres Gesetz hatte: Er musste an seinem Platz bleiben. Er durfte keinen Meter von der Stelle weggehen, wo ihn sein Hauptmann hingestellt hatte.
Vor einigen Jahren hat man in einer Vulkangegend ein altes römisches Heerlager ausgegraben. Man fand die Schildwache, immer noch mit dem Speer in der Hand. Man rekonstruierte den Fund und stellte fest: Auch als die Lava kam, blieb dieser Mann einfach stehen. Das ist Treue. Treue bedeutet: Halte die Stellung, auch wenn es heiß wird.
Das will ich dir heute aber nicht nur als Aufforderung mitgeben, sondern vor allem als Ermutigung. Vielleicht bist du niedergeschlagen, vielleicht bist du müde geworden im Dienst. Vielleicht denkst du jeden Montag daran, das Handtuch zu werfen. Ich will dir heute einfach Gottes Wort zusprechen: Halte die Stellung, halte die Stellung, sei treu, und Gott belohnt deine Treue.
Das Leben vor Gott als höchste Instanz
Worauf es im Dienst ankommt, ist die Treue, aber auch – und das ist der letzte Punkt – das Leben vor Gott. Ich lese die Verse drei bis fünf: „Mir aber ist es das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde. Ich beurteile mich aber auch selbst nicht, denn ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr. So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird, und dann wird jedem sein Lob werden von Gott.“
Paulus sagt hier mit anderen Worten: Ich gebe nicht viel darauf, dass ihr mich beurteilt. Jetzt könnte man denken, das klingt ein bisschen arrogant, so nach dem Motto: Es ist mir doch egal, was ihr sagt. Aber das ist nicht die Haltung des Paulus. Das widerspricht ja auch Vers 1, wo Paulus sagt: „Seht mich als Diener an.“ Außerdem will Paulus nicht sagen, dass er schuldlos ist. Er ist sich keiner Schuld bewusst, aber er sagt auch, dadurch bin ich nicht gerechtfertigt.
Paulus konnte sich menschlicher Führung unterordnen. Er war keiner, der einfach sein eigenes Ding gemacht hat. Menschen sind mir egal, Hauptsache ich und Gott – so war Paulus nicht. Er hat sich menschlicher Führung unterordnet. In Apostelgeschichte 15 geht er zum Apostelkonzil, um Fragen zu klären. Er kehrt immer wieder in seine Sendungsgemeinde Antiochia zurück und legt Rechenschaft über seinen Dienst ab. Paulus hat also nicht einfach sein eigenes Ding gemacht.
Wir müssen uns vergegenwärtigen: Wenn Paulus hier sagt, ich gebe nicht viel darauf, dass ihr mich beurteilt, dann beinhaltet das sowohl negative als auch positive Rückmeldungen – beides. Denn in Korinth gab es ja die Paulusfans. In 1. Korinther 1 lesen wir von einem Paulus-Fanclub, der ihn gehypt hat. Und in 1. Korinther 9 sehen wir die Paulusgegner, gegen die er sich verteidigen muss.
Was Paulus einfach sagt, ist: Ich löse mich von der Menschenmeinung. Sowohl von Lob als auch von Kritik. Denn ich schaue auf den Einen, der wirklich entscheidend bewerten kann, der einzige, der die Motive des Herzens durchschauen kann. Paulus’ Anliegen war es einfach nur, vor diesem Gott zu leben.
Ich habe den Eindruck, dass wir Christen leider viel zu häufig vor allem vor Menschen leben. Ich kenne das von mir – das sind Kämpfe, die ich zu führen habe. Uns ist oft so wichtig, was die Menschen über uns denken. Unsere Freude, unsere Stimmung ist viel zu häufig von Menschen abhängig.
Im Gemeindedienst erlebt man große Wertschätzung, aber auch manchmal beißende Anfeindung. Beides liegt oft sehr nah beieinander. Man erfährt Lob und Tadel, Kritik und Bewunderung, Annahme und Ablehnung, Beliebtheit und Gegenwind. Beide Phänomene – sowohl das übermäßige Lob als auch die beißende Kritik – können jeden Mitarbeiter aus der Bahn werfen.
Das Lob kann einem zu Kopf steigen, sodass man stolz wird. Dann hast du Gott zum Gegner, denn er widersteht den Hochmütigen. Auf der anderen Seite kann man so entmutigt sein von der Kritik, dass man das Handtuch wirft.
Vor wem lebst du?
Ich möchte dir heute die Frage stellen: Vor wem lebst du? Letztendlich geht es um die Frage: Fürchtest du Menschen oder fürchtest du Gott?
Ich habe euch eine Skizze mitgebracht. Weißt du, wenn du vor Menschen lebst – einmal weiterklicken, bitte – dann sind Menschen sehr, sehr groß in deinem Leben. Dann stellst du dir ständig die Frage: Wie komme ich bei Menschen an? Was denken die jetzt über mich? Und das beschäftigt dich so sehr, dass du vielleicht sogar Angst bekommst. Manchmal bekommst du sogar Panik aufgrund von Menschen. Dann sind Menschen so groß in deinem Leben.
Das Problem ist: Wenn Menschen so groß sind, siehst du Gott nicht mehr. Paulus sagt hier: Er hat sich entschieden, nicht vor Menschen zu leben. Paulus dreht das Ganze um und sagt: Ich habe mich entschieden, vor Gott zu leben. Gott ist groß in meinem Leben. Ich frage mich nur immer wieder eine Sache: Gefällt es Gott?
Dann entsteht das befreiende Gefühl, dass du wirklich einfach nur vor einer Person lebst – dein ganzes Leben. Weißt du, wenn du in der Kinderstunde eine Lektion weitergibst, mach es vor allen Dingen vor ihm. Wir dienen immer nur dem Publikum von einer Person.
Oskines sagt: Vor Gott zu stehen bedeutet, vor dem einzigen Publikum zu stehen, das zählt. In einem zweiten Zitat sagt er: Die ultimative Freiheit besteht darin, allein für die Anerkennung Gottes zu leben.
Ich möchte dich heute dazu einladen, diese Entscheidung noch einmal neu zu treffen. Sage: Herr, ich will vor allen Dingen vor dir leben. Ich will mit der Leitfrage durchs Leben gehen: Gefällt es dir, Herr Jesus? Wenn Menschen dir Kontra geben, wenn Menschen sich gegen dich wenden, aber du weißt genau von der Schrift her, dass Gott dich hier haben will und dass das, was du tust, Gott gefällt, dann machst du alles richtig.
Zusammenfassung: Worauf es im Dienst ankommt
Worauf kommt es an? Der heutige Text gibt uns eine vierfache Antwort: auf die richtige Selbsteinschätzung, auf das Evangelium, auf die Treue und auf das Leben vor Gott.
In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du mit Gottes Hilfe diese vier Aspekte in deinem Leben umsetzen kannst. Amen.