Serie•Teil 2 / 9Ilvesheim 2015 - 1. Korintherbrief Kapitel 12-14
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Einleitung zum Bild vom Leib
K. 12 und 13. Es heißt hier: Denn gleich wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind, so ist auch der Christus. Denn auch in einem Geist wurden wir alle in einen Leib getauft, seien wir Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie; und wir wurden alle mit einem Geist getränkt.
Das ist ein Vers, den man zweimal lesen muss, oder dreimal. Aber das ist manchmal so. Damit wir langsam lesen und nachdenken, sind hier ein paar schwierigere Verse dabei.
Also, was sagt hier Paulus? Ich habe hier die Überschrift „Große Vielfalt in Einheit“ gezeigt, im Vergleich mit dem physischen Leib, Kapitel 12, Verse 12 bis 27.
Erstens: die Verbindung mit dem Vorhergesagten. Der Vers beginnt mit „denn“. Und wenn „denn“ da steht, müssen wir uns immer fragen: Warum? „Denn“ bringt eine Verbindung mit dem Vorhergesagten. Was ist vorhergesagt worden? Jeder hat seinen Platz, jeder hat ein Maß, jeder hat eine Funktion, jeder hat eine Gnadengabe. Und durch die Gnadengabe hat jeder einen Platz im Leib. Jede Gnadengabe bringt eine Funktion mit sich. Man kann etwas. Und weil jeder Teil dieses einen Leibes mit diesen vielen Gliedern ist, hat jeder einen Platz an demselben Leib. Darum geht es.
Er will zeigen: Schaut, ihr seid verschieden, aber ihr seid doch eine Einheit. Der Heilige Geist ist es, der dem Platz und dem Maß zuordnet. Und der Heilige Geist ist in uns, in jedem einzelnen Christen. Und wir sind in dem Geist. Und so kann etwas funktionieren, so kann der Leib Jesu funktionieren.
Das ist eine ganz wichtige Lehre hier. Und ich fürchte, dass viele Christen das nicht wirklich verstanden haben oder vielleicht verstanden haben, es aber nicht leben. Verstanden haben, aber nicht leben. Wir müssen verstehen, was eigentlich das Leben des Leibes heißt.
Hier ist ein Bild, ein Bild vom körperlichen Leib. Aber dieses Bild vom körperlichen Leib wird auf die Gemeinde Jesu übertragen. Das heißt, wir haben Glieder, und wir haben ein Haupt. So wie der körperliche Leib gesteuert wird von dem Haupt und alle Glieder gesteuert werden von dem Haupt, so ist es auch mit dem Leib, mit der Gemeinde Jesu Christi. Er ist das Haupt, und er steuert alle Glieder.
Das heißt, die Gemeinde war nicht so gedacht, dass da ein Haufen von Menschen in eine Versammlung kommt, sich eine Lehre anhört, wie heute Abend zum Beispiel, und dann wieder nach Hause geht, und das war’s. Das hat schon seinen Platz. Das ist schon wichtig, dass wir auch mal eine Stunde oder zwei haben, in denen wir Lehre bekommen, keine Frage.
Aber das eigentliche Leben des Leibes Jesu Christi besteht nicht darin, dass wir uns Predigten anhören. In der Schweiz sagt man: Komm, wir gehen Predigt hören. Am Sonntagvormittag gehen Sie Predigt hören, und das ist Ihr Christenleben. Und dann gehen Sie wieder nach Hause, und das war es dann. Ja, und nächsten Sonntag geht es wieder, dann machen wir wieder so.
Das ist nicht Christenleben. Das Christenleben beginnt nach dem Predigt hören. Ja, dann wird es gelebt. Und das ist Leibleben, das Leben des Leibes Jesu Christi. Wie funktioniert der Leib Jesu Christi? Und das wird jetzt hier beschrieben.
Das Zusammenspiel der Glieder im Alltag
Schauen wir uns die Verse an, Vers zwölf, diesen Vergleich: Einheit trotz Vielheit. Gleich wie der physische Leib, ich füge jetzt noch ein wenig hinzu, gleich wie der physische Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind, so ist es auch mit Jesus Christus.
Also, wir haben einen physischen Leib, und er ist eine Einheit. Da ist alles harmonisch. Die Finger arbeiten zusammen mit dem Gehirn, und so kann ich schreiben. Die Finger gehorchen mir, was mein Gehirn ihnen sagt, das tun die Finger. Ganz unbewusst, weil sie so stark mit dem Haupt in Verbindung stehen.
Die Gemeinde Jesu ist auch so. Da sind viele Glieder, und wir funktionieren nur so, wenn wir miteinander Umgang haben. Die Finger funktionieren nur, wenn sie verbunden sind, über die Gelenke, mit den anderen Gliedern des Körpers, mit den Muskeln und Sehnen. Und die wiederum sind verbunden mit dem Rückenmark und mit dem Haupt, mit dem Kopf. Es funktioniert nur so.
Ich kann einen Finger abnehmen und beiseite legen. Dann kann ich dem Finger befehlen, er soll sich bewegen, aber er wird sich nicht bewegen. Er wird nichts tun. Er wird völlig nutzlos herumliegen, bis er wieder angenäht ist und bis wieder eine Verbindung besteht. Und im Christsein muss es auch so sein, dass wir verbunden bleiben. Wenn Christen nicht verbunden sind, kann das Gemeindeleben und das Christenleben überhaupt nicht funktionieren.
Gemeindeleben ist Christenleben, und Christenleben ist Gemeindeleben. Das darf man nicht trennen. Gemeinde sind alle Menschen, die den Herrn Jesus Christus haben, die ihn lieben, die zu ihm gehören, die wiedergeboren sind. Das ist Gemeinde. Und zu dieser Gemeinde gehört man in dem Moment, wo man den Heiligen Geist bekommt. Und den Heiligen Geist bekommt man in dem Moment, wenn man Jesus bekommt. Wenn man Jesus hat, hat man den Geist von Jesus. Das gehört zusammen.
Und dieser Geist hilft, dass das funktioniert, dieses Zusammenleben als Leib, als Leib Jesu Christi. Also, Gemeinde lebt nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung, das ist nicht Gemeindeleben. Veranstaltungen mögen gut sein, aber das ist nicht das Gemeindeleben.
Manchmal spielen wir Gemeinde. Mir hat ein Bruder mal gesagt, wie hat er gesagt? Ja, ich habe gefragt, wie geht es in der Gemeinde, das war in Ungarn, und er hat gesagt: Ja, sie spielen Gemeinde dort, sie spielen. Was er meint, ist: Die kommen einfach in die Versammlung, machen da das, was man halt verlangt, und dann gehen sie wieder nach Hause und leben jeder für sich. In Österreich sagt man: Jeder wurstelt herum mit seinen Problemen. Wie sagt man das auf Deutsch? Auch so.
Also, das ist nicht Gemeindeleben. Gemeindeleben ist: Einer ist für den anderen da, ein Glied lebt für das andere. Das ist Gemeindeleben. Es ist so einfach und doch so elementar, so wesentlich wichtig. Ohne das funktioniert nichts. Ein Glied ist für das andere da, und jedes Glied hängt am Haupt. Das heißt, jedes Glied hat eine enge Verbindung zu dem Herrn Jesus Christus und lebt für die anderen. Das ist unser Leben. Dazu sind wir da auf dieser Welt.
Wenn wir Christen geworden sind, und das muss man den Christen von vornherein sagen, das Erste, was man Christen sagen muss: So, du bist jetzt Christ geworden, und jetzt hast du kein Privatleben mehr. Ja, natürlich habe ich mein Privatleben. Aber jetzt, man erklärt ihm: Jetzt bist du eingebunden, du bist unser Bruder geworden oder unsere Schwester, du gehörst jetzt zu uns. Jetzt, in dem Moment, nachdem du eine Sekunde Christ bist, jetzt gehörst du zu uns. Und wir gehören dir, und wir alle gehören dem Herrn Jesus, und wir hängen am Herrn Jesus.
Lebe keine Sekunde ohne den Herrn Jesus, den brauchst du jetzt jede Sekunde, und du brauchst die anderen Gläubigen. So, wie der Herr dich führt, du kannst nicht mit allen gleichzeitig Gemeinschaft haben, das geht nicht. Aber du kannst schauen, es sind Christen da, mit denen du Gemeinschaft haben kannst. Und dann hab Gemeinschaft, dann besuchen wir uns. Wir dürfen auch eine E-Mail schreiben, aber E-Mail ist unpersönlich. Meine Frau hat mich heute geschimpft, heute Morgen, weil ich mich bei jemandem bedankt habe für etwas, was ich per E-Mail bekommen habe. Das macht man doch nicht per E-Mail. Stimmt, eigentlich hat sie Recht, oder? Das ist unpersönlich.
Heute haben wir ein Telefon, oder wir gehen ihn besuchen. Das fehlt uns heute. Im Kommunikationszeitalter fehlt uns Kommunikation, das geht verloren. Wir brauchen es wieder, spontan zu besuchen. Ich wollte jemanden spontan besuchen und sagte: Das geht nicht, mich kannst du nicht spontan besuchen, du musst deinen Termin mit mir abmachen, wann du kommst und wann du gehst.
Ja, also das heißt, wir müssen lernen, wieder spontan zu werden, so dass man es auch wieder gewohnt ist. „Ah ja, ich wollte nur vorbeischauen bei dir. Und wie geht es dir?“ Dann hat man ein normales Gespräch, aber ein Gespräch, wo man mit dem Herrn verbunden bleibt und wo man ausdrückt: Ich bin für dich da.
Aber wir müssen jetzt zum Text.
Die Einheit des Christus und die Bedeutung der Taufe
So wie der physische Leib ein einziger Leib ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber einen Leib bilden, so ist auch der Christus.
Was heißt das? So ist auch der Christus, das heißt: So ist auch der ganze Christus. Der Christus besteht aus Haupt und Körper. Christus hat ein Haupt, und Christus hat einen Körper. Das Haupt ist er selbst, in Person, und der Körper von ihm, das sind die Gläubigen.
So ist es mit dem ganzen Christus. Er ist eine Einheit, und alle sind mit ihm verbunden. Alle leben füreinander und sind füreinander da.
In Vers 13 kommt die Begründung dafür, warum wir ein Leib sind: weil alle in einen Leib hineingetauft wurden. Was heißt denn das, alle wurden in einen Leib hineingetauft?
Ich habe die Hoffnung für alle gelesen, diese Bibelübersetzung, die keine Bibelübersetzung ist, sondern eine Verunstaltung der Bibel. Entschuldigung, dass ich das sage, aber ich muss das sagen. Die haben nämlich hier übersetzt, nein, sie haben nicht übersetzt, sie haben gedeutet: Alle wurden wir durch die Taufe, durch die Wassertaufe, wurden wir alle Glieder des Leibes, so ähnlich sinngemäß.
Das heißt, die haben gelehrt, durch diese sogenannte Bibelübersetzung haben sie gelehrt, dass man durch die Wassertaufe Christ wird. Sie haben eine Irrlehre, die ohnehin schon so weit verbreitet ist, noch bestärkt durch diese Übersetzung. Das ist ein Verbrechen, Geschwister. Das ist ein Verbrechen, das darf nicht geschehen. Wer die Bibel übersetzt, der muss das übersetzen, was in der Bibel steht, und nicht irgendetwas, was er im Kopf hat.
Also, was steht denn im Text? Wir alle wurden in einen Leib hineingetauft. Was ist denn das Taufelement? Wir haben ja bei der Taufe ein Taufelement. Bei der christlichen Taufe ist das das Wasser. Aber hier ist es nicht das Wasser. Wo wird man hineingetaucht? In den Leib. Allein das sollte schon klären: Aha, da geht es ja gar nicht um das Wasser, da geht es ja um den Leib.
Das heißt, man wird in den Leib hineingetauft, in den Leib Christi. Wer ist der Täufer? Nicht irgendein Mensch. Diese Taufe geschah durch den Heiligen Geist. Gott ist der Täufer. Auch das sollte schon klar sein: Es geht hier nicht um die christliche Wassertaufe, es geht hier um die Taufe, die Gott vollzieht, wenn ein Mensch Christ wird.
Das ist nämlich auch eine Taufe, die geschieht, aber mit dem Geist. Gott, der Geist, taucht den Menschen in den Leib Christi hinein. Das heißt, er nimmt das Glied und fügt es da an, klebt es an den Leib Jesu Christi. Das ist die Geistestaufe, also diese Taufe, von der hier gesprochen wird.
Das Bild ist natürlich aus dem Leben genommen, klar, vom Wasser. Aber die Realität ist hier nicht das Wasser, sondern der Leib. Man wird in den Leib hineingetauft. Diese Taufe geschah durch den einen Geist, durch den Heiligen Geist. Und alle, jeder, sobald er Christ ist, wird in den Geist getränkt.
Das Bild vom Schwamm und die Wirklichkeit des Geistes
Und das, was hier steht, ist kein Fehler. Wenn hier Deutschlehrer sind, dann ist das kein Fehler. Hier habe ich ein Akkusativobjekt mit „getränkt“: in einen Geist hineingetränkt. Was heißt denn das? So steht es im Griechischen, ich erkläre das.
Ich habe hier Wasser. Das geht jetzt gerade nicht, aber ich habe hier ein Glas, da ist Wasser drin. Wenn das Glas jetzt leer wäre und ich würde das Glas in ein Waschbecken stellen, das voll mit Wasser gefüllt ist, dann tränke ich das Glas mit Wasser. Das heißt: Ich stelle das Glas ins Wasser, und in dem Moment, in dem ich das Glas ins Wasser stelle, ist das Wasser rundherum und auch drinnen. Verstehen Sie?
Dann tränke ich, ja, „tränken“ ist schlecht gesagt. Wir können auch sagen: Ich nehme einen Schwamm. Noch besser: Ich nehme einen Schwamm und tauche den Schwamm in das Wasser hinein. Was geschieht jetzt? Jetzt wird der Schwamm mit Wasser getränkt. Und der Schwamm ist im Wasser, beides. Also: Der Schwamm hat jetzt Wasser aufgesogen, und das Wasser ist zusätzlich noch um ihn herum.
Und genau das ist es, was hier im Text steht. Wir alle wurden in einen Geist getränkt. Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen in der Übersetzung steht, vielleicht schauen wir das gemeinsam an. „Wir alle“ – das ist der letzte Teil von Vers dreizehn. Wir wurden alle in einen Geist ... Wie steht es dann bei Ihnen? „Mit einem Geist getränkt.“ Ja, „durch einen Geist“. Man merkt, wie die Übersetzer hier in Verlegenheit kommen.
Im Griechischen steht nämlich „in“, mit Akkusativ: „in einen Geist getränkt“. Und dann traut man sich das nicht zu übersetzen. Das klingt falsch. Aber wenn man das Bild verwendet, das ich gezeigt habe mit dem Schwamm, dann versteht man es. Sobald ein Christ in Christus kommt, ist er wie der Schwamm, der ins Wasser kommt. Der Geist ist um ihn herum, und der Geist kommt in ihn hinein. Er wird nämlich getränkt, wie das Wasser.
Wie der Schwamm mit Wasser getränkt wird: Er wird in das Wasser hineingetaucht, und während er hineingetaucht wird, wird er getränkt. Das heißt, er wird in das Wasser hineingetränkt. Das ist ein bisschen kompliziert. Wenn es jetzt so dasteht, ist das nicht verkehrt. Man kann auch sagen, er wird mit dem Geist getränkt. Aber dann verliert man das Bild von dem Wasser, dass man hineingetaucht wird. Es sind ja zwei Bilder in einem: Der Schwamm wird voll Wasser, und der Schwamm kommt ins Wasser. Das sind zwei Bilder, aber in einem verwendet.
Und genau das geschieht bei der Wiedergeburt. Der Christ kommt in den Heiligen Geist hinein, und der Heilige Geist kommt in den Christen hinein. Genau das ist es, was Paulus sagt in Römer 8: Ihr seid im Geist, ihr seid in Christus, und Christus ist in euch. Beides ist richtig. Christus ist in euch drinnen, und ihr seid in Christus. Christus ist jetzt euer Lebenselement, so wie der Fisch im Wasser, und Christus ist in euch, so wie das Wasser, das ich trinke.
Es sind dazu Fragen, Sie dürfen gerne Fragen stellen. Es sind ein bisschen schwierige Verse, aber das hier war das Schwierigste. Die anderen sind wieder leichter. Aber genau das, was da steht, stimmt genau überein mit dem, was Paulus an anderer Stelle lehrt. Der Geist kommt in uns, und wir kommen in den Geist. Und dadurch kommen wir auch in den Leib.
Alle Christen wurden, den allen Christen wurde ein Geist zu trinken gegeben. Sie haben alle den Heiligen Geist, und sie alle wurden hineingetauft in den Leib Jesu Christi. Das heißt, sie wurden hineingetränkt, hineingestellt in den Leib Jesu Christi.

