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Die 5 Säulen des Calvinismus im prüfenden Licht der Bibel – 1. Säule: Totale Verdorbenheit (Vortrag 1)

SerieTeil 1 / 4Die 5 Säulen des Calvinismus im prüfenden Licht der Bibel
Die große Frage: Zieht Gott nur einige – oder alle? Diese Spurensuche prüft die Lehre von der „totalen Verdorbenheit“ an der Bibel und stellt eine unbequeme Frage an deine Entscheidung.

Einleitung und Ziel der Prüfung

Es ist wichtig, dass alle ein Skript haben. Alle, die jetzt durch den Livestream zugeschaltet sind oder auch später nachhören werden, können unterhalb des Bildes einen Link anklicken und dieses Skript von zwei Seiten herunterladen. Das wird helfen, das Ganze gut zu verstehen.
Ich habe das Thema wie folgt umschrieben: Wir müssen alles, was über die Bibel gesagt wird, jeweils anhand der Bibel überprüfen. So haben es die Gläubigen in Beröa vorbildlich gemacht. In Apostelgeschichte 17,11 heißt es, dass die Beröer das, was Paulus ihnen predigte, tagtäglich anhand der Heiligen Schrift überprüft haben, ob es sich so verhielte. Und so müssen wir das immer machen.
In einer Serie von fünf Teilen werden wir die fünf Säulen des Calvinismus einer gründlichen biblischen Überprüfung unterziehen. Die erste Säule wird kurz und knapp „total depravity“, also totale Verdorbenheit, genannt. Diese Beschreibung der Verlorenheit des Sünders klingt auf den ersten Blick absolut richtig. Dennoch gibt es ein großes Aber. Wenn man analysiert, was in der calvinistischen Theologie damit gemeint ist, dann werden wir sehen, dass es mit der Heiligen Schrift nicht übereinstimmt.
Wir begeben uns also auf eine spannende Spurensuche. Und wir werden schließlich sehen: Von den fünf Säulen sind vier falsch, und eine, die letzte, ist absolut richtig und stimmt mit der Schrift überein.
Damit wir zunächst überhaupt wissen, worum es geht, gebe ich eine Übersicht über diese fünf Säulen, die ich auch auf dem Skript zusammengestellt habe. Wie gesagt, die erste Säule heißt Total Depravity. Übrigens ergibt sich anhand der englischen Benennung das Wort TULIP, also Tulpe, wenn man jeweils den ersten Buchstaben nimmt. So kann man sich das gut merken und auswendig lernen. Die erste Säule beginnt also mit T, die zweite mit U, die dritte mit L und so weiter. Und daraus ergibt sich dann das Wort Tulpe, TULIP.

Die erste Säule im Überblick

Jetzt die erste Säule: Total Depravity, totale Verdorbenheit. Jeder Aspekt des Menschen, so besagt die erste Säule, sei durch die Sünde völlig verdorben und mache ihn absolut unfähig, sich Gott aus eigener Initiative zu nähern oder Gottes Angebot der Gnade und Vergebung anzunehmen. Mit anderen Worten: Der Mensch könne sich nicht aus eigener Entscheidung bekehren. Und da werden wir sehen, da gibt es ein großes Problem. Aber man muss es im Detail anschauen. Er sei nicht in der Lage, diese Entscheidung zu treffen, weil er von Natur aus völlig verdorben sei.
Gott habe nach seinem souveränen Willen einige Menschen, das heißt nur einen Teil der Menschheit, zum ewigen Leben und zur Erlösung erwählt. Und das stimmt nicht. Wir werden sehen, man kann nicht sagen, dass der Mensch sich nicht bekehren kann. Sonst würde ganz kurz gesagt der Aufruf Gottes durch Petrus in Apostelgeschichte 3, als er predigte, das Evangelium verkündigte und sagte: Tut Buße und bekehrt euch! Also wenn der Mensch sich nicht bekehren könnte auf diesen Ruf Gottes hin, überhaupt nicht fähig wäre dazu, warum dann dieser Imperativ an den Menschen? Aber eben, das schauen wir uns alles genau an. Jetzt geht es um eine Übersicht.
Die nächste Säule heißt begrenzte Sühne. Und da wird Folgendes gesagt: Der Tod und die Erlösung Jesu gelte nur für einen Teil der Menschheit. Also Jesus Christus sei nicht für die ganze Welt gestorben, sondern nur für einen Teil. Der Tod und die Erlösung Jesu gelte nur für einen Teil der Menschheit, nämlich für diejenigen, die seit Ewigkeit bedingungslos auserwählt worden seien. Es gebe keine universelle Stellvertretung, universell heißt eben im Blick auf die ganze Menschheit, kein stellvertretendes Leiden am Kreuz, das für alle Menschen gelte. Von Anfang an sei festgelegt gewesen, dass Jesus Christus nur für einen Teil der Menschheit sterben werde, nicht für die ganze Welt.

Weitere Säulen des Systems

Und dann kommt die nächste Säule: Unwiderstehliche Gnade. Da wird gesagt, die Gnade Gottes könne von den Auserwählten nicht abgelehnt werden. Wer von Gott berufen ist, würde diesem Ruf auch folgen. Dies hänge nicht vom Menschen ab, sondern es sei Gott, der die Bekehrung bewirkt. Alles gehe von Gott aus. Gott würde handeln, und der Auserwählte werde bekehrt. Die nicht Auserwählten hätten keine Chance, gerettet zu werden. Also auch da sind wirklich schwere Irrtümer drin enthalten.
Dann kommt die Säule mit P: Perseverance of the Saints, also die Beharrlichkeit der Heiligen. Das ist diese Säule, die stimmt. Die von Gott Auserwählten würden im Glauben beharrlich und standhaft bleiben und niemals vom Glauben abfallen oder in Zukunft verloren gehen. Es sei Gott, der die Erhaltung der Wiedergeborenen garantiere, sie unterstütze und sicherstelle, dass sie tatsächlich das Endziel erreichen würden.
Also hier geht es um das Thema Heilssicherheit. Wenn jemand echt bekehrt ist, wirklich wiedergeboren worden ist, dann ist diese Wiedergeburt für alle Ewigkeit gültig und nicht mehr rückgängig zu machen.

Der biblische Befund zur Verdorbenheit des Menschen

Ja, jetzt werden wir also diese fünf Säulen nach und nach im Detail anschauen. Und jetzt haben wir ganz ausführlich diesen Morgen zur Verfügung, um die erste Säule anzuschauen: die totale Verdorbenheit des Menschen.
Nun, das lehrt die Bibel so in Römer 3,22b. Dort beginnt nämlich dieser Satz, der klar macht, dass die ganze Menschheit vor Gott schuldig ist. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ich habe noch Vers 24 dazugelesen.
Also eine klare Aussage: Alle Menschen sind vor Gott durch eigene Sünde schuldig, und sie können sich selber nicht zu Gott hinaufarbeiten. Die Elberfelder übersetzt den griechischen Text hier ganz präzise. Es gibt andere Übersetzungen, die das nicht ganz genau ausdrücken, was hier gemeint ist. Es geht wirklich darum: Der Mensch kann sich nicht zu Gott hinaufarbeiten, indem er sich Mühe gibt und an sich herumflickt wie an einer alten Hütte. Die Aussage ist ganz klar: und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.
Wir wissen wohl, dass es in den Religionen dieser Welt ständig darum geht, dass der Mensch etwas leistet und sich hinaufarbeitet hin zu Gott oder hin zum Göttlichen. Und die Bibel sagt: Alle haben gesündigt, erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.
Weiter Römer 5,12, da geht es noch tiefer. Nicht nur haben alle Menschen Sünden begangen, das heißt, haben gesündigt, sondern sie haben auch eine völlig verdorbene sündige Natur in sich.
 Römer 5,12: Darum, so wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist, nämlich durch Adam, und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben.
Wir werden sehen: Der Ausdruck die Sünde hier in Römer 5 ab Vers 12 bedeutet hier nicht eine einzelne Tat, eine einzelne Tatsünde, sondern die Sünde in der Einzahl wird hier durch den Heiligen Geist verwendet im Sinne der sündigen Natur, die Adam bekommen hat durch seinen Fall. Und diese sündige Natur wird von Generation zu Generation über die Vaterlinie weitervererbt.
Ich lese Vers 13: Denn bis zu dem Gesetz war Sünde in der Welt; Sünde aber wird nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz da ist. Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Mose, selbst über die, die nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams, der ein Vorbild des Zukünftigen ist.
Ist nicht aber wie die Übertretung, so auch die Gnadengabe? Denn wenn durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind, so ist vielmehr die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade, die durch den einen Menschen, Jesus Christus, ist, zu den vielen überströmend geworden.
Ein kleiner Hinweis: Vorher haben wir das Wort alle, ich warf Vers 12, und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist. Plötzlich wechselt der Apostel Paulus von dem Wort alle auf viele. Das hat einen besonderen Grund, nämlich um sich nachher im Folgenden ganz korrekt auszudrücken, damit klar wird: Hier geht es nicht um Allversöhnung, dass schliesslich einmal alle Menschen errettet werden.
Also er sagt alle, und dann sagt er viele. Und das ist so zu verstehen mit viele in Vers 15: Denn wenn durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind. Das sind schon alle gemeint, nicht wahr? Alle Menschen sind ja ziemlich viele. Aber er benutzt plötzlich das Wort viele, damit es dann in den folgenden Aussagen wieder ganz genau stimmt. Ich werde das nachher zeigen. Also viele im Sinn von allen.
Denn wenn durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind, so ist vielmehr die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade, die durch den einen Menschen, Jesus Christus, ist, zu den vielen überströmend geworden.
Also Adam hat etwas getan mit Konsequenzen für die vielen Menschen, die die Menschheit ausmachen, und Jesus Christus hat etwas getan, das im Blick auch auf die ganze Menschheit für die vielen von Bedeutung ist.

Adam, Christus und die Stellung des Menschen

Vers 16: Und ist nicht wie durch einen, der gesündigt hat, so auch die Gabe, also das Geschenk. Denn das Urteil war von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit. Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden vielmehr die, welche die Überfülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen. Durch den einen Jesus Christus.
Also nun: Wie es durch eine Übertretung gegen alle Menschen zur Verdammnis gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn so wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden.
Jetzt versteht man, warum dieser Wechsel, nicht wahr? Hier wird die Analogie gezeigt. Was durch Adam geschehen ist: Durch ihn sind alle seine Nachkommen, also die gesamte Menschheit, Sünder geworden. Von Geburt an oder von der Entstehung im Mutterleib an ist der Mensch in der Stellung eines Sünders, weil er diese sündige Natur geerbt hat.
Und dann wird erklärt: Aber durch das, was Jesus Christus am Kreuz gemacht hat, wird jeder, der an ihn glaubt, in die Stellung eines Gerechten versetzt werden. Aber das gilt ja nur für die, die sich bekehren. Und darum wird hier nicht gesagt: alle, weil das nun eben nicht für die ganze Menschheit gilt. Darum dieser Wechsel von alle auf viele, damit es so schön aufgeht in der Parallele.
Also: Unser Thema, die totale Verdorbenheit. Ja, Römer 3: Alle Menschen haben gesündigt. Römer 5: Alle Menschen sind durch Adam in die Stellung von Sündern versetzt worden. Sie sind böse, sündige Menschen.

Die Verdorbenheit in der frühen Menschheitsgeschichte

Und übrigens ist das alttestamentlich schon auf den ersten Seiten der Bibel verankert. Wenn wir kurz aufschlagen, 1. Mose 4: In 1. Mose 3 haben wir den Sündenfall Adams, und in Kapitel 4 werden Nachkommen beschrieben.
 1. Mose 4,25: Und Adam erkannte seine Frau wiederum, und sie gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Seth, Ersatz; denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen gesetzt anstelle Abels, weil Kain ihn erschlagen hat. Und seht, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm den Namen Enosch. Damals fing man an, den Namen des Herrn anzurufen.
Nun ist es erstaunlich, dass also in der nächsten Generation ein Baby, das auf die Welt kommt, Enosch genannt wird. Ich muss das Wort erklären. Es kommt von der hebräischen Wurzel Anasch, das heißt: sterblich sein, sündig sein, böse sein. Also Enosch ist eigentlich ein Wort für Mensch, aber nicht so, wie Gott ihn geschaffen hat, vollkommen; das wäre Adam. Enosch bedeutet Mensch mit dem Nebenbegriff sündig, böse, sterblich.
Wie kann man einem lieblichen Baby einen solchen Namen geben? Ein Baby, das wirklich noch nichts Böses getan hat. Nun, weil sie bereits damals merkten: Wir haben ein Riesenproblem. Und zwar nicht erst später im Leben durch Entscheidungen als Teenager oder so, sondern wir haben ein Problem von Anfang an. In uns ist eine verdorbene, völlig verdorbene, böse Natur. Darum haben sie ihm den Namen Enosch gegeben.
Und das, was in diesem Namen ausgedrückt wird, erklärt der Apostel Paulus eben lehrmäßig in Römer 5,12-21. Er erklärt: Alle Menschen sind vor Gott schuldig, und sie sind verdorben, weil sie eine böse, sündige, verdorbene Natur in sich haben. Diese wird Sünde genannt oder an anderen Stellen das Fleisch. Da ist auch nicht gemeint das Fleisch des Körpers, sondern diese böse Natur im Körper, die den Körper missbraucht.
Diese sündige Natur braucht Hände, um zu stehlen. Sie kann nicht einfach stehlen; sie muss das Fleisch des Menschen missbrauchen, seine Hände. Und um an den falschen Ort zu gehen, müssen die Füße missbraucht werden. Um etwas Falsches zu denken, muss das Gehirn missbraucht werden. Darum wird diese Natur auch das Fleisch genannt, weil sie sich nur über das Hilfsmittel des Körpers äußern kann.

Weitere biblische Zeugnisse über das menschliche Herz

Ja, jetzt gehen wir weiter: Epheser 2 bis 3. Da sagt der Apostel Paulus den Ephesern, die aus dem Heidentum zum Glauben gekommen sind:
Und euch, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet nach dem Zeitlauf dieser Welt, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams.
Also sagt er: Ihr heidnischen Epheser, ihr seid tot gewesen in Sünden und Vergehungen. Das heißt, alles, was ihr getan habt als liebende Menschen, hat vor Gott keinen Wert, ist alles tot. Und ihr könnt auch versuchen, gute Dinge zu tun, aber vor Gott ist es ohne Wert, weil es aus der sündigen Natur herauskommt. So seid ihr tot in Sünden und Vergehungen.
Also gewissermaßen sieht er sie als wandelnde Leichen, weiter beherrscht durch Satan, der hier genannt wird der Fürst der Gewalt der Luft, beherrscht durch den Zeitgeist, was hier genannt wird der Zeitlauf dieser Welt. Aion bedeutet besonders den Zeitgeist, der sich ständig ändert, aber eben sündig ausgerichtet ist.
Und dann sagt er: Aber mit den Juden besteht das gleiche Problem. Vers 3: Unter denen auch wir – und jetzt schließt er sich als Jude mit ein – auch tot in Sünden und Vergehungen, unter denen auch wir einst alle unseren Wandel führten in den Begierden unseres Fleisches, also beherrscht durch die sündige Natur, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten, also das, was aus dem Fleisch herauskommt, und auch das, was gedanklich von Satan beeinflusst ist.
Übrigens ist das Wort Wille interessant. Die Elberfelder macht das in der Fußnote klar: wörtlich die Willen. Das Wort Wille ist in der Mehrzahl. Das sind die Willensäußerungen über das Fleisch und über die Gedankenwelt. Und von Natur aus waren sie Kinder des Zorns, wie auch die übrigen. Also alle sind Kinder des Zorns. Und die führenden unter ihnen werden Söhne des Ungehorsams genannt. Also auch das bestätigt Total Depravity. Korrekt: Der Mensch ist wirklich verdorben.
Und dann schlagen wir auf 1. Mose 6,5 auf. Da sind wir wieder in der Zeit vor der Sintflut, wie mit Enosch, aber wir erfahren noch mehr. Gott schaut die ganze Menschheit vorsintflutlich an und sagt: Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf der Erde, und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
Und weiter Kapitel 8, Vers 21. Da sind wir nach der Sintflut. Und das war klar: Durch die Sintflut wurde das Problem mit der sündigen Natur nicht verändert. Und der Herr roch den lieblichen Geruch, das Opfer von Noah nach der Flut, und der Herr sprach in seinem Herzen: Nicht mehr will ich fortan den Erdboden verfluchen um des Menschen willen, denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an, böse von seiner Jugend an.

Das Herz des Menschen vor Gott

Dann weiter mit Jeremia 17,9. Und da sehen wir, da schließt sich gleich der Kreis zu 1. Mose 4. Es geht um das menschliche Herz.
In der Bibel ist das Herz übrigens nicht nur das Gefühl. In der Bibel wird das Herz anders verwendet, als wir es üblicherweise in der deutschen Sprache verwenden. Da ist nämlich auch der Verstand mit eingeschlossen. Im Deutschen sagen wir „mit Herz und Verstand“ und machen eine Trennung zwischen Gefühl und Denken. Hier wird gezeigt: Das ist eine Einheit, und das wird Herz genannt, das Zentrum des Menschen.
 Jeremia 17,9: Arglistig ist das Herz mehr als alles, und verdorben ist es. Wer mag es kennen? Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Handlungen.
Das Wort Arglistig heißt Akow. Davon kommt übrigens der Name Jakob, hebräisch Yaakov. Das ist Akow, das heißt Arglistigkeit, verdorben. Und dann wird weiter gesagt: Und verdorben ist es. Und das ist das Wort Anush, von Anash, die Wurzel von Enosh: Mensch, sündig, sterblich, böse.
Also hier entspricht das Wort Anush dem Sinn von Enosh. Auch da wird der Mensch wirklich als verdorben beschrieben.

Die Suche nach Gott und das Wirken Gottes

Wir gehen weiter zu Römer 3,11. Ich lese schon ab Vers 10:
Wie geschrieben steht: Da ist kein Gerechter, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht.
Das ist nun eine sehr starke Aussage. Das macht also klar: Kein Mensch sucht Gott.
Vor wenigen Tagen hatten wir das Gespräch mit einer Frau, die sich bekehrt hat, und das noch nicht lange, erst dieses Jahr. Aber sie konnte bezeugen, dass seit ihrer Jugend ein Suchen nach Gott da war. Und ein Fragen: Was geschieht eigentlich mit all diesen Menschen, die jetzt schon gestorben sind, wo sind die? Und schon als Kind, mit neun Jahren, die Frage an den Vater: Wie ist das mit Gott? Der Vater konnte nicht damit umgehen und sagte: Willst du ins Kloster gehen? Aber dieses Suchen war da.
Und nun sagt aber Römer 3: Da ist keiner, der Gott sucht. Man kann grundsätzlich sagen: Wenn Menschen Gott suchen, dann kommt das nicht von ihnen. Das ist immer das Wirken Gottes. Das werden wir gleich noch sehen.
Also von uns aus hätte keiner sich bekehrt, das ist wahr. Aber damit ist noch nicht gesagt, dass wir nicht selber diese Entscheidung fassen mussten. Aber von uns aus ist es nicht gegangen. Gott hat gewirkt und hat gezogen, und darum haben wir begonnen, Gott überhaupt zu suchen. Aber grundsätzlich ist der Mensch so verdorben, dass er von sich aus Gott nicht sucht.
Nächste Stelle: Johannes 6,44; Lukas 19,10; und Johannes 16,8.
 Johannes 6,44: Niemand kann zu mir kommen, sagt der Herr Jesus, wenn der Vater, der mich gesandt hat, ihn nicht zieht, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Also hier wird ganz grundsätzlich gesagt, dass niemand errettet werden kann und zu Jesus Christus kommen kann, wenn nicht der Vater ziehen würde. Und nun ist das nochmals die Bestätigung: Römer 3 sagt, da ist keiner, der Gott sucht. Aber wenn Menschen beginnen zu suchen, ist es, weil der Vater zieht.
Jetzt vielleicht kann ich gerade erklären: Diese Stelle wird von Calvinisten verwendet, um zu sagen, es werden nicht alle Menschen von Gott gezogen, sondern nur eine begrenzte Zahl, die auserwählt ist. Nun, hier steht aber nicht so etwas, sondern es steht einfach: Niemand kann zu mir kommen, wenn der Vater, der mich gesandt hat, ihn nicht zieht. Es wird einfach grundsätzlich gesagt, dass kein Mensch zu dem Herrn Jesus kommt, ohne dass der Vater zieht. Aber diese Stelle sagt nicht, dass der Vater nur einen Teil der Menschheit zieht. Wir werden nämlich später noch sehen, dass alle gezogen werden. Und übrigens, wir können das gerade dazunehmen: Johannes 12,32. Da sagt der Herr Jesus: Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Alle!
Ja gut, ein Calvinist würde dann sagen, mit alle sind nicht alle gemeint. Ja gut, aber dann würde er das eben auch sagen, wenn in Johannes 6,44 stehen würde: alle. Ja, aber das steht jetzt dort nicht, sondern nur einfach grundsätzlich: Niemand kann kommen, wenn nicht der Vater zieht.
Also die Seite Gottes ist absolut fundamental, dass Menschen sich bekehren. Aber damit wird die Verantwortung, dass der Mensch sich zur Bekehrung entscheiden muss, nicht annulliert.

Das dreifache Handeln Gottes und die Verantwortung des Menschen

Also Lukas 19,10: Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Hier wird wieder deutlich gemacht, dass es auf der Seite Gottes Jesus ist, der Verlorene sucht. Der Vater zieht, auch der Sohn zieht, Johannes 12. Der dreieine Gott ist in sich so völlig eins, nicht wahr, dass das mit dem Ziehen auch von dem Sohn gesagt werden kann und das mit dem Suchen auch für den Vater.
Wenn wir jetzt diese Stellen zusammennehmen, sehen wir: Der Vater zieht, der Sohn sucht, und schliesslich noch Johannes 16,8. Da spricht der Herr Jesus über das Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten, damals noch künftig. Und wenn er, der Heilige Geist, gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Also: Der Heilige Geist überführt.
Das griechische Wort für überführen wurde auch für einen Richter gebraucht, der den Angeklagten mit Fakten überführt und ihn schliesslich zu dem Punkt bringen kann, dass er die Schuld, die er vorher abgestritten, geleugnet hat, einfach aufgrund der erdrückenden Beweislast anerkennen muss. Das macht der Heilige Geist: Er überführt.
Also sehen wir: Der dreieine Gott ist wirksam an dem Menschen, der Gott von sich aus nicht sucht. Aber der Vater zieht, der Sohn sucht, der Heilige Geist überführt.
Und da möchte ich noch hinweisen, nächster Punkt auf dem Blatt, auf das dreiteilige Gleichnis in Lukas 15. Der Jesus erzählt ein Gleichnis, und der aufmerksame Bibelleser merkt aber: Es folgen in diesem Kapitel drei Gleichnisse. Warum steht dann in Lukas 15 am Anfang nur von Gleichnis in der Einzahl? Weil das eben ein Gleichnis in drei Teilen ist.
Zuerst das Gleichnis vom guten Hirten, der das verlorene Schaf sucht und nach Hause bringt, mit Freuden. Das ist der Herr Jesus, der gute Hirte nach Johannes 10.
Dann die zweite Phase des Gleichnisses: die Lampe, mit der eine Frau die verlorene Drachme, diese Münze, wiederfindet. Das heisst: Die Lampe bringt Licht in die Dunkelheit, und die verlorene Drachme wird dadurch gefunden. Und da haben wir einen Hinweis auf den Heiligen Geist, der überführt. Die Lampe weist auf ihn hin.
Und schliesslich die Gleichnisphase von dem verlorenen Sohn, der schliesslich, als er wirklich bei den Schweinen angekommen war, realisiert, wie der Vater zu Hause ist, und er geht wieder nach Hause. Warum? Weil die Liebe des Vaters ihn zog, nach Hause zog. Und da haben wir den Hinweis auf Gott, den Vater.
Also haben wir in diesem dreiteiligen Gleichnis genau diese Wahrheit von Johannes 6,44, Lukas 19,10 und Johannes 16,8: Der Vater zieht, der Sohn sucht, der Heilige Geist überführt.
Ich habe das jetzt immer wiederholt, jetzt wissen das alle auswendig. Und es ist so wichtig. Gerade wenn es eben um Argumentationen geht, muss man diese Munition bereit haben.

Gottes Güte, Busse und die Weite seines Willens

Und jetzt ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Römer 2,4.
Also, wir bauen wirklich auf. Wir steigen da auf einer Leiter Sprosse um Sprosse. Man darf keine Sprosse verpassen. Es ist ganz einfach, von einer Sprosse zur nächsten. Aber man darf keine verpassen, sonst könnte man sehr tief runterfallen. Jetzt die nächste Sprosse: Römer 2,4.
Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet? Nach deinem Starrsinn und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, der jedem vergelten wird nach seinen Werken.
Jetzt wird hier ganz allgemein gesprochen über Gott und über den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut. Und diese Güte Gottes ist es, die den Menschen zur Buße leitet. Und jetzt wird klar, im Licht von Johannes 6,44, Lukas 19,10 und Johannes 16,8 – jetzt habe ich die Verse nochmals wiederholt, jetzt weiß man auch die Verse, nicht nur den Inhalt –, dass das der dreieine Gott ist: der Sohn in seiner Güte, der Vater zieht, der Sohn sucht, der Heilige Geist überführt und zur Buße hinleitet.
Und jetzt ganz interessant: In Vers 5 wird aber klargemacht, dass es, auch wenn Gott so wirkt, und zwar der dreieine Gott, dennoch möglich ist, dass der einzelne Mensch starrsinnig bleibt bis zum Schluss. Und nicht nur eine gewisse Zeit, bis er dann schließlich nachgibt, sondern starrsinnig bis zum Schluss und verloren geht. Nämlich indem er durch seinen Starrsinn, durch den Widerstand gegen Gottes Wirken, sich die Sache noch schlimmer macht, indem er Zorn Gottes aufhäuft. Und am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes wird dieser Zorn über ihn kommen.
Jetzt eine wichtige Schlussfolgerung: Das macht deutlich, dass auch solche Menschen, die verloren gehen, von Gott gezogen waren. Aber richtige Calvinisten würden sagen: Nein, Gott zieht nur die Auserwählten. Wir können sagen: Das ist im direkten Widerspruch zu dem, was die Schrift sagt. Das stimmt nicht. Das können wir und dürfen wir nicht akzeptieren.
Also: Gottes Geduld, Gottes Liebe, Retterliebe, die geht über die hinaus, die schließlich gerettet werden, nämlich zur ganzen Welt, wie wir da gleich noch sehen werden. Aber es ist nun sehr, sehr wichtig, dass der Mensch sich eben nicht einfach bekehren muss, wenn Gott zieht. Das werden wir sehen. Das ist dann eine weitere Säule: irresistible grace. Calvinisten sagen, Gottes Gnade ist unwiderstehlich. Wenn Gott an einem Menschen zur Bekehrung wirkt, dann bekehrt er sich auch. Das stimmt nicht.
 Römer 2,5 macht das klar. Aber das muss man wirklich vor Augen haben, um zu sehen: Dieses System stimmt nicht mit der Bibel überein. Und zwar nicht, weil gewisse Schlussfolgerungen anders sind, sondern gegen die direkte Aussage des Bibeltextes.

Gebet für alle Menschen und Gottes Heilswille

Und nun 1. Timotheus 2, Vers 4. Ich lese ab Vers 3. Es geht übrigens in Vers 2 darum, dass die Gemeinde als betende Gemeinde für alle Menschen beten soll. Ich lese darum Vers 1 dazu:
Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst.
Sind hier mit allen Menschen alle Menschen gemeint oder nur gewisse? Da merken wir: Wenn jetzt jemand sagen würde, alle bedeutet nicht immer alle, dann ist das wirklich ein unfaires Spielen mit der Sprache. Das stimmt ja, das Wort alle bedeutet nicht immer immer alle, aber meistens. Aber ich kann ein Beispiel geben: Wenn in Römer 3,22-23 gesagt wird: „Alle haben gesündigt“, dann sind das wirklich alle Menschen mit Ausnahme von einem, Jesus Christus. Trotzdem verstehen wir diesen Vers auf Anhieb. Alle haben gesündigt – es geht ja darum, zuerst in Römer 1,18 um die Völker ohne Bibel, die Heidenvölker, und dann geht es um die Juden, also die Menschen, denen die Bibel als Erste anvertraut worden ist. Und dann wird gesagt: Alle haben gesündigt. Klar, alle Menschen. Aber dass Jesus Christus nicht gesündigt hat, das ist eh klar.
Aber jetzt, wenn hier steht: Ich ermahne, dass man beten soll für alle Menschen, dann würden wir nicht sagen: Ja, also für alle, aber nicht ganz alle. Sprache hat etwas Natürliches an sich. Und ihre Lehrer nutzen das aus, indem sie dann irgendwie unnatürliche Dinge hineinbringen. Aber ein natürliches Sprachverständnis kommt meistens zurecht. Und manchmal ist es dann so, dass Gott formulieren ließ, damit wirklich auch der letzte Zweifel ausgeschlossen ist. Zum Beispiel in Johannes 1,3 heißt es von dem Herrn Jesus, dem Wort: Alle Dinge sind durch das Wort geworden, ins Dasein gekommen.
Jetzt könnte jemand sagen, und das wird auch so getan: Ein Zeuge Jehovas würde sagen, ja, Jesus Christus hat alles erschaffen, er ist der Schöpfer. Aber er selber sei die erste Schöpfung von Jehova gewesen, er ist nicht Gott von Ewigkeit her. Aber Johannes 1,3 formuliert so: Alles wurde durch dasselbe, oder alles kam durch dasselbe ins Dasein. Und ohne dasselbe kam auch nicht eines ins Dasein, das ins Dasein gekommen ist.
Man fragt sich: Warum so kompliziert? Ja, weil das mathematische Ausdrucksweise ist. Normalerweise müssen wir uns in der Sprache nicht mathematisch ausdrücken. Wenn die Frau ihrem Mann sagt: Ich habe dir das tausendmal gesagt, mit der Zahnbürste, dann ist klar, dass das nicht jetzt gemeint ist, tausend Mal, sondern sehr viele Male. Aber das versteht jeder. Sprache hat etwas Natürliches an sich.
Aber jetzt: Da alles kam durch dasselbe ins Dasein, ja, aber meint das wirklich alles? Jesus Christus ist ja nicht die erste Schöpfung. Nein, und ohne dasselbe kam auch nicht eines ins Dasein, das ins Dasein gekommen ist. Also von allem, was je ins Dasein gekommen ist, vorher nicht da war, das hat Jesus Christus gemacht. Und es gibt auch nicht eine einzige Ausnahme. Damit ist er ewig.

Gottes universaler Heilswille und der nächste Schritt

Also der langen Rede kurzer Sinn: 1. Timotheus 2,1 ruft die Gläubigen der Gemeinde auf, für alle Menschen zu beten und dann auch speziell für Regierungsleute wie Könige und alle, die in Hoheit sind. Und das, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können.
Damit ist nicht gemeint ein beschauliches Wohnzimmerleben. Die Wohnzimmerruhe braucht es, um wieder hinauszugehen. Aber damit ist nicht einfach ein beschauliches Leben gemeint, in dem man nicht evangelisiert, sondern ein ruhiges und stilles Leben. Das Wort still, hesychios, wird unter anderem für politischen Frieden gebraucht. Das heißt: damit wir in einem Staat leben können, wo es keine Aufstände, keine Unruhen und keinen Bürgerkrieg gibt, weil das die Evangelisation behindert.
Warum? Jetzt kommt die Begründung in Vers 3: Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heilandgott, vor unserem Rettergott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Haben wir es? Gott will alle Menschen retten.
Kalvinisten sagen, alle bedeutet nicht alle, sondern es meint alle Menschengruppen, also Lahu, Lisu, das sind jetzt zwei Menschengruppen, das sind nämlich Stämme aus Thailand, aus den Bergen von Thailand, dann alle Helvetier, also auch die Helvetier, auch die Germanen, also alle Menschenarten, aber nicht alle Menschen. Merken wir: Das ist wieder ein Spiel, ganz unnatürlich mit der Sprache.
Vorher wird gesagt: für alle Menschen beten. Und dann wird gesagt, das ist eben Gottes Wille, weil er möchte, dass alle Menschen errettet werden. Das macht klar: Gott will das Heil von allen Menschen und nicht nur von einem Teil.
Wir gehen weiter zu 2. Petrus 3,9. Petrus formuliert die gleiche Wahrheit, die Paulus in 1. Timotheus 2,4 formuliert, mit anderen Worten. 2. Petrus 3,9: Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, wie es einige für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.
Nicht wahr, ist es nicht schön, wie das jetzt formuliert ist? Jetzt könnte ja jemand sagen, dass alle zur Buße kommen, das meint eben alle Auserwählten. Aber er sagt vorher: da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen. Da wird also wirklich gesagt, das einzelne Individuum ist gemeint, und alle Individuen zusammen sollen nach Gottes Gedanken zur Buße kommen.
Aber warum sagt denn Petrus: er ist langmütig gegen uns? Petrus schreibt ja an Juden in der Diaspora, an die gleichen Leute, an die er den ersten Brief gerichtet hat. Am Anfang sieht man: Juden in der Zerstreuung, in der Diaspora, an sie ist das gerichtet, die wiedergeboren waren. In 1. Petrus 1,3 wird ausdrücklich gesagt, dass sie wiedergeboren waren.
Warum sagt er: er ist langmütig gegen uns? Ja, weil er weiß, wie schlimm es für uns ist, im Blick auf unsere Angehörigen zum Beispiel, die noch nicht errettet sind. Und wir wissen: Wenn der Herr kommt, dann wird es zu spät sein. Und das ist so schwierig für viele von uns. Wir sind so in der Klemme. Einerseits denken sie vielleicht heute und freuen sich auf das Kommen des Herrn, und andererseits möchten sie, dass der Herr noch nicht kommt, im Blick auf die, die gerettet werden müssen.
Und hier heißt es: er ist langmütig gegen uns, weil er genau weiß, wie schlimm das für uns ist, im Blick auf die Angehörigen. Das ist schön. Es wird also gesagt: langmütig gegen uns. Und darum will er Zeit geben zur Buße, dass möglichst alle gerettet werden könnten.

Der Blick auf Christus und die Pause

Und dann gehen wir weiter. Zu Johannes 12,32 habe ich ja schon erwähnt, dass dort der Herr Jesus sagt: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin“ – ein Hinweis auf die Kreuzigung, siehe Johannes 3,14: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden“ – „werde alle zu mir ziehen“, nicht die vielen. Nicht einfach nur die Auserwählten, sondern alle, in Übereinstimmung mit Römer 2,4-5, wo wir das ganz eindeutig sehen.
Und wir gehen weiter zu Titus 2,11, und das werden wir dann nach der Pause lesen.

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