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Hoffnung mit Garantie

Wir betrachten den Römerbrief, Teil 19/33
27.07.2025Römer 5,3-5
SERIE - Teil 19 / 33Wir betrachten den Römerbrief
Glaubst du, dass Christsein immer nur easy und sorgenfrei ist? Die Bibel sagt: Nein! Glaube bringt nicht nur Frieden und Hoffnung, sondern auch Bedrängnisse – und die sind wichtig für unser Wachstum. Warum rühmen sich Christen gerade in schweren Zeiten? Wie hilft Leiden, unseren Glauben zu stärken und uns reif zu machen? Und was hat der Heilige Geist damit zu tun? Ist Leiden wirklich ein Segen für den Glauben?

Guten Morgen, liebe Gemeinde. Auch von mir aus möge der Herr euch alle reichlich segnen – in diesem Gottesdienst und überhaupt in eurem Leben.

Am letzten Sonntag haben wir ein wunderschönes Fest gefeiert. Wir genießen es immer noch und zehren von all dem Segen und der Gnade, die uns zuteil geworden sind.

Dürfen wir uns wieder dem Römerbrief zuwenden? Wer hat Freude daran, wer hat Lust, im Römerbrief zu lesen? Die anderen dürfen gern nach Hause gehen.

Lasst uns gemeinsam aufstehen und Römer 5,3-5 lesen:

„Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch der Drangsale, weil wir wissen, dass die Drangsal Standhaftigkeit bewirkt, die Standhaftigkeit aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Amen! Ja, setzt euch gern wieder hin!

Der Segen der Glaubensgerechtigkeit und ihre Folgen

In Kapitel fünf geht es um den großen Segen der Glaubensgerechtigkeit, die uns aus Glauben geschenkt wird. Ihr wisst, der Apostel hat uns diese herrliche Wahrheit, dass wir gerecht geworden sind, nicht durch die Anstrengung unserer Werke, sondern durch den Glauben, bereits in den vorherigen Kapiteln deutlich gemacht.

Jetzt fragt er: Was kommt aber daraus hervor? Diese Frage hatten wir schon bei der letzten Betrachtung des Römertextes in den Versen 1 und 2 gehört. Dort heißt es: Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, haben wir erstens Frieden mit Gott, zweitens Zugang zur Gnade und drittens die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Das waren, glaube ich, die drei Punkte, die Christian in seiner Predigt über diese beiden Verse hervorhob.

Doch Paulus ist mit dem Thema, was die Rechtfertigung hervorbringt, noch nicht fertig. Er fährt in unseren Versen fort und schreibt in Vers 3: „Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen.“

Hier stellt sich die Frage, ob die Bedrängnisse ebenfalls eine Folge unserer Rechtfertigung sind. Frieden mit Gott, Zugang zur Gnade Gottes und die Hoffnung auf die Herrlichkeit – das sind schöne Früchte der Rechtfertigung. Doch auch Bedrängnisse gehören offenbar dazu. Und...

Die Realität der Bedrängnisse im christlichen Leben

Dazu müssen wir wissen, dass Bedrängnisse ein großes Thema im Evangelium sind. Gegen Ende seines Dienstes weist Jesus uns darauf hin, indem er sagt: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33).

Ähnlich erinnert uns Paulus in der Apostelgeschichte daran: „Bleibt unbeeindruckt im Glauben“ und dass wir „durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen“ (Apostelgeschichte 14,22).

Grundsätzlich steht fest: Wer ins Reich Gottes will, kommt nur durch viele Bedrängnisse dorthin. Manche sind überrascht, dass sie seit ihrer Bekehrung zum Christentum kein unbeschwertes und glückliches Leben führen, wie sie es erwartet hatten. Manche haben sogar gehört: „Komm zu Jesus, dann sind all deine Probleme weg, dann geht es dir gut, du bist gesund und erlebst Wohlstand pur.“

Eine solche Predigt hat jedoch mit dem Evangelium nichts zu tun. Im Evangelium heißt es vielmehr, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen.

Die Gefahr oberflächlichen Glaubens und die wahre Bedeutung von Bedrängnis

Im Laufe der Jahre habe ich viele christliche Gefühlsmenschen kennengelernt. Manchmal habe ich mich selbst auch dabei ertappt. In manchen Versammlungen wurden sie emotional so auf Hochtouren gebracht, dass sie meinten, Jesusnachfolge sei wie jeden Tag ein Sechser im Lotto.

Als Christ sei man immer glücklich und immer guter Dinge. Doch früher oder später begegnete ihnen das wahre Leben mit seinen Schwierigkeiten, und dann platzten ihre Gefühlsblasen. Sie waren enttäuscht, und so mancher wandte sich wieder vom Glauben ab.

Von solchen Menschen erzählt Jesus im Gleichnis vom Sämann. Einiger Same fiel auf felsigen Grund, und deshalb kann er nicht anwachsen. So ist es auch mit einem Menschen, der das Evangelium nur oberflächlich hört und dem schöne Gefühle eingeredet werden. Jesus sagt von ihm, er habe keine Wurzel in sich, sondern sei wetterwendisch. Sein Glaube hängt von der Lage des Wetters ab, von der Stimmung.

Wenn nun Bedrängnis oder Verfolgung entsteht, sagt der Herr, so nimmt er sogleich Anstoß und haut ab. Zuerst war er begeistert und nahm das Wort mit Freuden auf. Aber dann waren seine Probleme ja doch nicht weg und wurden stattdessen sogar mehr. So verließ er Jesus und ging in die Welt. Sein Herz war noch Stein, es war noch nicht verwandelt. Darum dachte er menschlich und hielt Jesus für einen glücksbringenden Guru.

Das Wesen des Evangeliums hat ein solcher Mensch nicht verstanden. Er hatte nicht verstanden, was Paulus in unserem Text sagt. Die Frucht der Rechtfertigung aus Glauben ist nicht nur Friede mit Gott, nicht nur Zugang zur Gnade und auch nicht nur Hoffnung auf die Herrlichkeit, sondern auch Bedrängnis.

Die Haltung zu Bedrängnissen im Glauben

Interessant ist, wie Paulus die Bedrängnis hier anspricht. Er sagt nicht, dass die Rechtfertigung aus Glauben dazu führt, dass wir trotz der Bedrängnis oder mitten in ihr standhalten werden.

Das sagen auch psychologische Schulen. Sie lehren, dass man sich von Widrigkeiten nicht zermürben lassen soll, sondern sie in Gelassenheit einfach annehmen muss. Das hört man auch von weltlichen Psychologen: Man muss sich dem Leben stellen, so wie es ist. Was wir nicht ändern können, dem sollen wir standhalten und innerlich Ja sagen.

Ja, das hat einen therapeutischen Wert, den wir vielleicht alle schon erfahren haben. Oft haben wir lange Zeit gegen ein Übel gekämpft, und dieser aussichtslose Kampf hat uns nervlich zerrüttet. Doch eines Tages haben wir uns mit der Sache abgefunden, und siehe da, es ging uns psychisch besser.

So einen Vorgang erleben auch Menschen ohne Glauben. Aber Paulus sagt nicht einfach, dass die Rechtfertigung aus Glauben dazu führt, sich mit dem Unabänderlichen abzufinden und den Bedrängnissen innerlich Ja zu sagen, weil es eben nicht anders geht. Vielmehr sagt Paulus: „Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen.“

Das hat noch kein Psychologe gesagt, aber die Bibel sagt es. Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen. Wir ertragen sie nicht nur und finden uns nicht nur – wie die Psychologen – mit ihnen ab, sondern wir rühmen uns ihrer. Das heißt, wir frohlocken, wir jubeln. Wir erachten sie nicht als notwendiges Übel, sondern als Segen.

Die doppelte Freude des Glaubens: Hoffnung und Bedrängnis

Dasselbe Wort: Wir rühmen uns

Paulus hatte gerade im vorherigen Vers das Wort „wir rühmen uns“ in Verbindung mit dem Himmel gebraucht. In Vers 2 sagt er: „Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.“ Ja, das haben wir alle unterschrieben. Doch im nächsten Vers, Vers 3, geht es gleich weiter: „Wir rühmen uns aber auch in den Drangsal.“ Wir rühmen uns der Hoffnung auf den Himmel, aber wir rühmen uns auch in den Drangsal.

 Römer 8,28 sagt: „Sie dienen uns zum Besten.“ Diesen Ton, liebe Gemeinde, finde ich interessant. Ich will euch nicht mit vielen Bibelstellen überfluten, aber es ist doch schön, wenn wir uns einige kurz anschauen. Dadurch gewinnen wir einen Eindruck, wie die Bibel ihre Schwerpunkte setzt.

Jesus sagt schon in Matthäus 5,11-12 in der Bergpredigt: „Selig, preis- und glücklich seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jedes böse Wort gegen euch reden um meinetwillen.“ Dann sagt er nicht, dass wir sehr traurig darüber sein sollen oder es einfach nur annehmen sollen. Nein, er sagt: „Freut euch, jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel.“ Da haben wir es wieder.

Wie bitte? Wir sollen uns freuen und jubeln, wenn Menschen es böse mit uns meinen? Ich dachte, wir sollen uns ärgern und ihnen tüchtig Bescheid geben. Die Apostel aber gingen, nachdem sie geschlagen und ins Gefängnis gesteckt worden waren, voll Freude vom Hohen Rat, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden (Apostelgeschichte 5,41).

Kennt ihr 2. Korinther 12,7-9? Paulus wird von einem Engel Satans geschlagen und leidet unter einem sogenannten „Pfahl im Fleisch“. Verfällt er deshalb in Resignation und Wehklage? Nein, er schreibt: „Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne.“ Hier haben wir wieder das Rühmen.

Dann fährt er fort, haltet euch fest: 2. Korinther 12,10: „Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten – oder, wie andere Übersetzungen sagen, an Schwachheiten, an Bischandlungen, an Nöten, an Verfolgung, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

 Philipper 1,29 sagt: „Denn euch ist, was Christus betrifft, die Gnade verliehen worden, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seines Willens zu leiden, so dass ihr denselben Kampf habt, den ihr gesehen habt und jetzt von mir hört.“

Was lernen wir daraus? Glauben und Leiden gehören für einen Christen zusammen. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Es gibt keinen Glauben ohne Leiden. Es gibt keinen lebendigen Glauben ohne Leid.

 Jakobus 1,2-4 fordert uns auf: „Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens Standhaftigkeit bewirkt.“ Hier geht es auch um die Bewährung eures Glaubens, wie im Römerbrief erwähnt.

Lasst auch Petrus noch zu Wort kommen: 1. Petrus 4,12-13 sagt: „Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges, sondern freut euch, soweit ihr Anteil habt an den Leiden Christi, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt.“

Alle Christen – das schiebe ich mal ein – haben Anteil an den Leiden Christi, alle, auch du. Auch Krankheit, wie Krebs zum Beispiel, ist für gläubige Menschen Anteil an den Leiden Christi. Auf dem Krankenlager werden wir nicht von menschlichen Christenverfolgern bedrängt, aber wisst ihr, wer uns da verfolgt? Der Teufel.

Wie er es bei Hiob getan hat. Hiob wurde nicht von einer Christenverfolger-Regierung bedrängt. Das waren ganz einfache Banditen, die seine Familie umgebracht und sein Haus angezündet haben. Am Ende war es eine ganz einfache Krankheit. Da war niemand, der ihn wegen seines Glaubens ins Gefängnis steckte. Er hat einfach Leid erlebt, wie du und ich. Und wer steckte dahinter? Der Teufel. Warum? Das ist Verfolgung.

In diesem Leid wollte der Teufel Hiobs Glauben zerrütten. Und genau das will der Teufel auch mit dir. In all deinen Anfechtungen – das sind Attacken auf deinen Glauben, auf deine Beziehung zu Jesus – das ist Christenverfolgung. Hiobs Frau kapitulierte sofort und sagte Gott ab, wir erinnern uns. Aber Hiob hielt aus und hielt durch. Satan will auch deinen Glauben zerrütten und ficht dich auf alle Weise an.

Darum meint die Bibel bei Bedrängnissen nicht nur Verfolgung, sondern Leiden aller Art, durch die du hindurchgehen musst. Und die Botschaft des Evangeliums lautet, aufgrund der Rechtfertigung aus Glauben: Rühme dich des Friedens mit Gott, des Zugangs zur Gnade, der Hoffnung auf die Herrlichkeit, aber rühme dich auch der Bedrängnisse, durch deren viele wir ins Reich Gottes kommen.

Darum jubelt Jakobus noch einmal und ruft: „Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen.“

Liebe Geschwister, Gottes Kinder ertragen nicht nur Bedrängnisse, sie finden sich nicht nur damit ab, sondern sie rühmen sich ihrer. Ich muss ganz ehrlich sagen: Als ich diesen Text so in mir verarbeitete, merkte ich auch, Wolfgang, du bist jetzt schon so viele Jahrzehnte in der Nachfolge. Aber dieses Ding, das hast du noch nicht richtig im Griff: dieses Rühmen, diese Freude, dass ich jetzt wieder eine Chance bekomme, dass Gott wieder eine Trainingsstunde mit mir macht, eine Übungsstunde.

Früher habe ich Blockflöte lernen müssen. Ich weiß nicht, allerlei Sachen hat meine Mutter mit mir versucht. Die Blockflötenstunde – das war für mich eine Bedrängnis, ja. Aber frag mal Norma, ob sie im Nachhinein das gar nicht so schlecht gefunden hat, dass Vater und Mutter vielleicht gesagt haben: „Norma, du musst!“ Hilft nichts. Am Ende war es gut, am Ende rühmen wir uns.

Aber es fällt uns immer so schwer, uns in Bedrängnissen zu rühmen. Das will ich auch noch dazu sagen, damit kein falscher Gedanke aufkommt: Es heißt natürlich nicht, sich selbst Bedrängnisse zuzuziehen, so in masochistischer Art. Es heißt nicht, sich selbst zu kasteien oder sich selbst Leid zuzufügen. Das wäre absolut gegen die Natur, die Gott uns geschenkt hat.

Er hat uns mit einem wunderbaren Selbsterhaltungstrieb ausgestattet. Es ist richtig gesund und Gottes Wille, dass wir uns selbst schützen und uns vor Leid bewahren. Aber wenn Gottes Vorsehung sie uns sendet, dann sprechen wir mit dem berühmten Bonhoeffer:

„Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“

Das ist, was Paulus in Römer 5,3-4 sagt.

Die Frage, die schon angedeutet wurde, wollen wir noch vertiefen: Warum rühmen sich Christen im Leid? Wir haben es in unserem Text gelesen: Weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, und die Hoffnung lässt keinen Schatten kommen.

Das Wort, das darüber steht, ist Wachstum. Was passiert, wenn Christen durch Trübsal gehen? Sie lernen, standzuhalten, auszuharren, Geduld zu üben und bewährt zu werden. Ihr Glaube wird geläutert, reiner, heiliger und intensiver.

Bedrängnisse haben die Eigenschaft, uns reifen und vollenden zu lassen. Wir hatten immer wieder liebe Gotteskinder in der Gemeinde, die gewiss wiedergeboren waren, deren Glaube aber nicht sehr lebendig schien. Wenn du dich mit ihnen unterhieltest, war ihr Thema Urlaub, Auto, Geld, Klamotten, Häuser. Über Jesus konntest du kaum mit ihnen sprechen.

Sie kamen zwar jeden Sonntag zum Gottesdienst, mehr aber auch nicht. Sie gingen in keinen Hauskreis, suchten keine Gemeinschaft und scheuten Verbindlichkeit. So liefen sie einfach mit der Gemeinde mit. Aber eines Tages kamen beide Ehepartner nach dem Gottesdienst nach vorne. Ich war ganz überrascht, dass sie kamen. Meistens waren sie schon weg.

Die Frau hatte die Diagnose Krebs erhalten, und da habe ich sofort gedacht: Jetzt, wo ihr in Not seid, sind wir wieder gut genug. Jetzt kommt ihr an. Vorher habt ihr nach dem Gottesdienst immer das Weite gesucht und euch selbst gesucht. Aber ich habe gemerkt, Gott war an der Arbeit bei ihnen.

Diese Krankheit hatte das noch recht junge Ehepaar näher zu Gott gebracht. Sie taten Buße für ihre Oberflächlichkeit und begannen ein intensives, hingegebenes Leben mit Jesus. Die erste Liebe brannte wieder auf.

Später sagte die Schwester: „Weißt du, Wolfgang, ich bin Gott so dankbar für die Krankheit, durch die er mich so angefasst und an die Leine genommen hat. Ich war so weit weg von Jesus. Aber jetzt bin ich ihm wieder nah, und es ist eine Lust, mit Jesus zu leben.“

Englis zeigt uns unsere Abhängigkeit von Jesus. Sie lässt sie uns plötzlich wieder bewusst werden. In der Not merken wir, wie sehr wir ihn brauchen. Not lehrt beten, sagt man. Not bringt uns zum Nachdenken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Diesen Läuterungsprozess nennt die Bibel Erziehung oder auch Heiligung. Der Hebräerbrief sagt: „Denn wen der Herr lieb hat, den erzieht er, und jeden Sohn, den er annimmt, züchtigt er.“ (Hebräer 12,6)

Wenn er Züchtigung, das heißt Disziplinierung, erduldet, so behandelt Gott euch ja als Söhne. Und in Vers 8 heißt es weiter: „Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der alle Anteil bekommen haben, so seid ihr unecht und keine Söhne.“

Was er eigentlich damit sagen will, ist: Wenn es euch als Christen immer nur gut geht, ihr immer nur Erfolg habt, immer auf Wolke sieben schwebt, Einkommen in Ordnung, Immobilie stimmt, Ehe stimmt, Kinder entwickeln sich bestens, gesund bist du auch, Sport kannst du machen, verreisen kannst du auch und dann hast du auch noch eine schöne Gemeinde und Kirche, kannst dich sonntags schön anziehen und in dein wunderbares Auto steigen – ho, du bist ein Christ, dir geht es gut.

Pass auf, ich warne dich: Kann es sein, wie Jakobus sagt, dass du unecht bist und gar kein Sohn? Wenn du Sohn oder Tochter bist, wirst du nämlich erzogen. Wenn du deinen Sohn oder deine Tochter liebst, tust du alles, ihnen eine gute Erziehung angedeihen zu lassen.

Erziehung, Bildung – großartig! Als Kinder lieben wir es nicht, ständig lernen zu müssen, Pflichten auferlegt zu bekommen, Termine einzuhalten. Das fällt uns schwer. Aber die Bibel sagt: „Alle Züchtigung scheint uns für den Augenblick nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber sie bringt eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“ (Hebräer 12,11)

Liebe Gemeinde, unser Vater im Himmel ist ein großartiger Pädagoge. Bei ihm sollten alle Lehrer Deutschlands in die Schule gehen. Bedrängnisse sind der Stoff, den er braucht, um uns zu vollkommenen Männern und Frauen in Christus heranreifen zu lassen, zu Persönlichkeiten des Reiches Gottes.

Aber das tut er nur mit seinen Kindern. Deshalb sollten wir uns nicht wundern, dass es uns Christen oft viel schlechter geht als den Gottlosen. Das war Asaphs großes Problem in Psalm 73. Die Gottlosen, liebe Freunde, lässt Gott laufen, denen lässt er es gut ergehen in all ihren Sünden. Aber uns lässt er mit einem schludrigen Leben nicht durch; uns nimmt er an die Kandare.

Darum stutzst du als Christ nicht, wenn es dir nicht nur gut geht, wenn du nur Erfolge hast, wenn alles gelingt. Wehe, wenn dein Leben nur Höhen und keine Tiefen kennt! Dann scheint Gott nicht an dir interessiert zu sein.

Aber wenn du durch Bedrängnisse gehst, zeigt es: Gott liebt dich, er will etwas aus dir machen.

Meine Eltern waren sehr streng mit mir, das muss ich wirklich sagen. Vielleicht nicht unbedingt streng, aber konsequent. Ich erinnere mich an die Fußballspielerei. Ich war ein begeisterter Bengel, habe überall auf Plätzen und Feldern herumgebolzt, damals im Schiffweg.

Mein Vater und meine Mutter sagten: „Wolfgang, du bist abends um fünf oder sechs, ich weiß nicht genau, zuhause, wenn es dunkel wird.“ Und die spielten alle weiter, und meine Eltern saßen mir im Nacken. Die konnten weiter bolzen, und ich dachte: Muss ich jetzt nach Hause? Das ist doch so schön, fünf Minuten noch, ach, das wird schon gehen, irgendwie zehn Minuten. Aber hoho!

Ja, und dann haben sie mich manchmal hart angefasst. Und das hat mich gequält, das muss ich wirklich sagen. Sie disziplinierten mich, sie erzogen mich, weil sie wollten, dass aus mir ein ehrlicher, vertrauenswürdiger und belastbarer Mensch wird und kein loser Bube.

Ich muss sagen, ich bin meinen Eltern für ihre konsequente Erziehung bis heute dankbar. Ich kenne liebe Menschen, deren Leben in die Grütze gegangen ist, weil ihnen ein Vater fehlte, weil ihnen eine Mutter fehlte.

Meine Eltern haben mir mancherlei Grenzen gesetzt und viele Schranken auferlegt, aber heute rühme ich mich der Bedrängnisse, die sie mir damals bereitet haben. Ich danke Gott für ihre gute biblische Erziehung.

Neben dem Bild der Erziehung beziehungsweise Pädagogik gibt es noch ein anderes Bild in der Bibel, das uns den Segen von Not und Leid in unserem Leben verdeutlicht. Und das ist das Bild von Gold, das im Feuer verfeinert wird.

Petrus gibt es uns: „Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen. Wozu? Damit die Bewährung eures Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird, Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge hat bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petrus 1,6-7)

Ich habe gelesen, dass Rohgold heute mit hochentwickelten chemischen und elektrochemischen Verfahren gereinigt wird. Wir haben ja einen Goldschmied hier, ich hoffe, ich erzähle jetzt nichts Falsches. Es wird nicht mehr nur durch einfaches Feuer gereinigt.

Aber es wird bei einer Temperatur von circa 1100 Grad Celsius geschmolzen und auf eine Reinigung von 99,99 Prozent Gold gebracht. Also eine Erhitzung von 1100 Grad ist nötig, um nahezu 100 Prozent reines Gold zu erzielen.

Wenn Gott aus deinem Glauben und aus dir reines Gold machen will, was ist nötig? Erhitzung! 1100 Grad haben noch nicht mal 100 Prozent reines Gold geschaffen.

Komm, lassen wir das Bild, was gemeint ist: Wie hoch muss die Hitze sein, damit aus uns in den Augen Gottes reines Gold wird? Auch wenn sich unsere Trübsal äußerst heiß anfühlt, Gott führt unseren Heiligungsprozess durch, bis wir, wie es in der Bibel heißt, ohne Flecken und Runzel vor ihm stehen.

Und wenn es zu schwer sein sollte, liebes Herz, unterbricht Gott die Anfechtung, damit wir es ertragen können. Aber erarbeitet an uns, damit der Schmutz rauskommt und reines Gold aus uns wird, wir rein und heilig werden und das Ziel der Herrlichkeit erreichen.

Das heißt, die folgende Frucht der Rechtfertigung aus Glauben: immer wieder Frieden mit Gott, Zugang zur Gnade, Hoffnung auf die Herrlichkeit, aber auch die Gewissheit der erfolgreichen Läuterung beziehungsweise Heiligung.

So dass wir lesen: „Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt.“ Es gibt keine Enttäuschung, die Hoffnung ist sicher, sie ist garantiert.

„Gib nicht auf!“ Das möchte ich dir jetzt ans Herz legen. Ich bin sicher, hier sind einige, die im Augenblick durch schweres Feuer müssen. Und ich möchte dir zurufen: Halt aus, halt aus, mein Kind, mein Bruder! Du wirst nicht umkommen, sondern du wirst sauber, du wirst vollendet, du wirst schön.

Zu schwer wird es, dann bringt der Herr die Temperatur runter. Er nimmt dich auch wieder raus, aber er bringt dich wieder rein. Sei geduldig, er sorgt dafür, dass du aushalten kannst.

Die Rechtfertigung, die geschenkte Rechtfertigung aus Glauben, bringt es mit sich, dass Gott an dir arbeitet und dich fertig macht für den Himmel.

Seid ihr alle noch da? Halleluja! Sagt doch Amen, Halleluja, das ist doch herrlich!

Zum Schluss gibt es noch etwas Wunderbares. Björn hat mir, nachdem er mich fragte, über welchen Text es geht und er merkte, dass es um Bedrängnis und Co. geht, geschrieben: „Wolfgang, das ist ja ein schönes Stück Schwarzbrot.“

Aber ich sagte: Ich will mal versuchen, ob ich nicht auch noch Butter im Text finde als Aufstrich für das Brot. Und er antwortete: „Eine Scheibe Käse wäre auch noch gut.“

Ja, jetzt kriegt er die Butter und die Scheibe Käse.

Die Rechtfertigung aus Glauben bringt sicher ihre Frucht. Wir werden beharren und müssen durch Bedrängnis, aber wir werden nicht zu Schande.

Aber jetzt kommt die Butter: Denn Vers 5 sagt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Neben der theologischen Wahrheit und neben dem geschriebenen Wort, dass wir gerechtfertigt werden aus Glauben, gibt es noch ein subjektives Wissen, dass wir vollendet werden. Und das ist das Zeugnis des Heiligen Geistes, durch den die Liebe Gottes in unser Herz ausgegossen wurde.

Das heißt, Gott versichert uns einmal auf dem Schriftweg unser Heil, durch den Buchstaben der Schrift, aber auch durch den direkten Weg zu unserem Herzen.

Die Rechtfertigung aus Glauben, liebe Gemeinde, ist nicht nur Theologie, sondern sie ist auch Leben, Freude und Glückseligkeit.

Es gibt auch hier diverse Bibelstellen. Die Zeit ist vorgeschritten, ich würde sie euch auch alle gerne mitgeben, aber nehmen wir Römer 8,16: „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“

Oder in 1. Korinther 2,12: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist durch den Heiligen Geist.“

Wir wissen es durch das Wort, und wir wissen es durch den Geist in Form direkter Bestätigung, durch den Tröster, der an Jesu Stelle unser Beistand ist, der auf Erden ist.

Darum konnte die blinde Fanny Crosby dieses wunderbare Lied singen:

„Seliges sagt es laut, seliges Wissen, Jesus ist mein! Und jetzt kommt ein wahnsinnig guter Satz:

Füllt mir das Herz mit himmlischem Schein!“

Das ist, was Paulus hier meint. Es gibt neben der objektiven Wahrheit, dass Gott uns durch unsere Bedrängnisse hindurchführt und uns verherrlicht, auch eine subjektive Erfahrung mit dem Heiligen Geist, dass dieser Geist selbst zu uns redet, sich mitteilt und Zeugnis gibt, wie die Schrift wörtlich sagt.

Dann entsteht nicht nur durch den Buchstaben im Glauben das selige Wissen, sondern der Heilige Geist füllt das Herz mit himmlischem Schein.

Wiedergeboren, frei von der Sünde unseres Gottes, herrliches Kind – das muss ich singen – Jesus zu Ehr, er ist mein Rühmen, einzig und er, ihr wisst es.

Dr. Martin Lloyd-Jones zitiert in seiner Auslegung des Römerbriefes den Brief, den ein tiefgläubiger Gemeindevikar namens Henry Venn im Jahr 1799 kurz nach dem Tod seiner geliebten Frau an die Gräfin von Huntington geschrieben hat.

Vergesst aber diese ganzen Zusammenhänge: Seine liebe Frau, die er geliebt hat, die noch jung war und ihm fünf kleine Kinder zurückgelassen hat, schreibt dieser junge Witwer mit seinen Kindern:

„Wüsste ich nicht, dass der Herr mein ist, und wäre ich nicht gewiss, dass sein Herz mehr Liebe für mich empfindet, als ich mir überhaupt vorstellen kann, und wäre mir dies nicht offenbar – nicht durch Schlussfolgerung oder Argumentation, sondern durch innere Gewissheit, durch Gottes eigenes Licht, das in meine Seele hineinstrahlt wie die Sonne in meine leiblichen Augen – in welch beklagenswerter Lage befände ich mich jetzt, wenn ich das nicht hätte!“

Der Mann Gottes spricht hier ebenfalls wie Fanny Crosby von einer inneren Gewissheit, wie auch die Bibel. Uns ist der Heilige Geist gegeben, durch den wir wissen, was uns in Christus geschenkt ist.

Der Mann spricht von einer inneren Gewissheit, von einem Licht Gottes, das direkt in seine Seele hineinschaut. Dieser Mann verneinte nicht das Wort Gottes, aber er betont, dass es ohne die direkte Wirksamkeit des Heiligen Geistes in unserem Herzen niemals zu uns kommen könnte.

Anschließend sagt der so Getroffene: „Doch, ich bin reich an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes, der mir gegeben wurde. Ich freue mich in der Bedrängnis aufgrund der Erfahrung, die ich jetzt habe, mehr als ich es je in einer weniger schweren Prüfung könnte. Denn der Mann der Schmerzen ist wie Wasserströme in einem dürren Land, und er schenkt mir Freude und Lieder in der Nacht.“

Das war ziemlich ausführlich, was ich euch jetzt geschrieben habe. Auf den Punkt gebracht: Sich der Bedrängnisse zu rühmen, geschieht nicht nur aufgrund des Buchstabens, des geschriebenen Wortes, sondern der Heilige Geist steht dir im Feuer persönlich bei.

Jesus ist aufgefahren in den Himmel. Aber der Tröster ist noch da.

In deinem Leid hast du die Bibel, aber du hast nicht nur die Bibel, sondern der Heilige Geist ist ausgegossen. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in dein Herz durch den Heiligen Geist, und deshalb kann dein Herz fröhlich sein, jubeln und voll Freude sein in schwerer und großer Bedrängnis.

Halleluja! Habt ihr das verstanden? Ja, das ist jetzt ganz wichtig, ihr Lieben: Gott lässt dich nicht alleine mit den Buchstaben der Bibel und sagt immer: Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube.

Es ist keine Theorie, sondern es ist Erfahrung, es ist Leben, es ist Freude. So wie im Feuerofen bei Daniel war einer dabei. Könnt ihr euch erinnern? So ist Jesus da durch den Heiligen Geist in eurem Leben.

Halleluja, noch mal Amen! Ach, ist das herrlich, ihr Lieben, worüber reden wir? Davon weiß die Welt nichts.

Vielleicht ist dieser Brief ein bisschen zu alt, aber er ist trotzdem aktuell. Er drückt aus, was viele Gotteskinder erzählen und was ich persönlich auch selbst immer wieder im Laufe der Jahre erleben durfte.

Wir sind traurig, wir sind ermattet und niedergeschlagen. Aber da fällt plötzlich ein Bibelwort in unser Herz, und unsere Seele fängt spontan an, fröhlich zu werden, als würdest du aufwachen.

Wir spüren die Liebe Gottes, die in Strömen unser Herz ausgegossen ist. Ein Glücksgefühl, echte Freude, Jauchzen und Frohlocken erfüllt unser Herz, und du sagst zu deiner Frau: „So, Schatz, lass uns aufstehen! Gott ist da, wir werden nicht verlassen, es geht weiter, wir halten durch, wir halten durch! Wir gehen durch, bis wir erlöst sind und bei Jesus sind und ihn schauen von Angesicht zu Angesicht.“

Halleluja, wollen wir nicht heute Morgen sagen? Da gehen wir alle gemeinsam mit, sagt er, das ist unsere große Freude.

Und du sagst zu deiner Frau: „Lass uns aufstehen! Es ist und bleibt unsere Hoffnung für immer, jetzt und in alle Ewigkeit.“

Wir sind gerechtfertigt aus Glauben, haben Frieden mit Gott, Zugang zu seiner Gnade, Hoffnung auf die Herrlichkeit.

Aber nicht nur das: Wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass sie gut für uns sind. Und diese Hoffnung wird nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Amen.

Die umfassende Bedeutung von Leiden und Bedrängnis

Alle Christen – das schiebe ich mal ein – haben Anteil an den Leiden Christi, alle, auch du.

Auch Krankheit, wie zum Beispiel Krebs, ist für gläubige Menschen ein Anteil an den Leiden Christi. Auf dem Krankenlager werden wir nicht von menschlichen Christenverfolgern bedrängt. Aber wisst ihr, wer uns dort verfolgt? Der Teufel.

So wie er es bei Hiob getan hat: Hiob wurde nicht von einer Christenverfolger-Regierung bedrängt. Es waren ganz einfache Banditen, die seine Familie umgebracht und sein Haus angezündet haben. Am Ende war es eine ganz einfache Krankheit. Niemand hat ihn wegen seines Glaubens ins Gefängnis gesteckt. Er hat einfach Leid erlebt in seinem Leben, so wie du und ich. Und wer steckte dahinter? Der Teufel. Warum? Das ist Verfolgung.

In diesem Leid wollte der Teufel Hiobs Glauben zerrütten. Und genau das will der Teufel auch mit dir. In all deinen Anfechtungen – das sind Attacken auf deinen Glauben, auf deine Beziehung zu Jesus – das ist Christenverfolgung. Hiobs Frau kapitulierte sofort und sagte Gott ab, wir erinnern uns. Aber Hiob hielt aus und hielt durch.

Satan will auch deinen Glauben zerrütten und ficht dich auf alle Weise an. Darum meint die Bibel bei Bedrängnissen nicht nur Verfolgung, sondern Leiden aller Art, durch die du hindurchgehen musst.

Und die Botschaft des Evangeliums lautet: Aufgrund der Rechtfertigung aus Glauben rühme dich des Friedens mit Gott, des Zugangs zur Gnade und der Hoffnung auf die Herrlichkeit. Aber rühme dich auch der Bedrängnisse, durch deren viele wir ins Reich Gottes kommen.

Darum jubelt Jakobus noch einmal und ruft: Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen (Jakobus 1,12).

Persönliche Herausforderungen beim Rühmen in Bedrängnissen

Liebe Geschwister,

Gottes Kinder ertragen nicht nur Bedrängnisse, sie nehmen sie nicht einfach hin, sondern sie rühmen sich ihrer. Ich muss ganz ehrlich sagen: Als ich diesen Text in mir verarbeitete, wurde mir bewusst, Wolfgang, du bist jetzt schon so viele Jahrzehnte in der Nachfolge. Aber dieses Thema hast du noch nicht richtig im Griff – dieses Rühmen, diese Freude darüber, dass du wieder eine Chance bekommst, dass Gott wieder eine Trainingsstunde mit dir macht, eine Übungsstunde.

Früher musste ich Blockflöte lernen. Ich weiß nicht, was meine Mutter alles versucht hat. Die Blockflötenstunde war für mich eine große Bedrängnis, ja, wirklich eine Bedrängnis. Aber frag mal Norma, ob sie im Nachhinein nicht doch fand, dass es gar nicht so schlecht war, dass Vater und Mutter gesagt haben: „Norma, du musst!“ Am Ende war es gut. Am Ende rühmen wir uns. Aber es fällt uns immer so schwer, uns in Bedrängnissen zu rühmen.

Ich möchte auch noch hinzufügen, damit hier kein falscher Gedanke aufkommt: Das bedeutet natürlich nicht, sich selbst Bedrängnisse zuzuziehen – nicht auf masochistische Weise. Es heißt nicht, sich selbst zu kasteien oder sich selbst Leid zuzufügen. Das wäre absolut gegen die Natur, die Gott uns geschenkt hat. Er hat uns mit einem wunderbaren Selbsterhaltungstrieb ausgestattet. Es ist richtig, gesund und Gottes Wille, dass wir uns selbst schützen und uns vor Leid bewahren.

Aber wenn Gottes Vorsehung uns Bedrängnisse sendet, dann sprechen wir mit dem berühmten Bonhoeffer:

„Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“

Das ist es, was Paulus in Römer 5,3-4 sagt.

Die Frage nach dem Warum: Der Sinn des Rühmens im Leid

Die Frage ist schon durchgeklungen, aber wir wollen sie noch vertiefen: Warum rühmen sich Christen im Leid?

Wir haben es in unserem Text gelesen: Weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt. Dieses standhafte Ausharren führt zur Bewährung, die Bewährung aber zur Hoffnung. Und die Hoffnung lässt nicht zuschanden werden. Über all dem steht das Wort Wachstum.

Was passiert, wenn Christen durch Trübsal gehen? Sie lernen, standzuhalten und auszuharren. Sie üben Geduld, werden bewährt, und ihr Glaube wird geläutert – reiner, heiliger und intensiver. Bedrängnisse haben die Eigenschaft, uns reifen und vollenden zu lassen.

Wir haben immer wieder liebe Gotteskinder in der Gemeinde gehabt, die gewiss wiedergeboren waren, deren Glaube aber nicht sehr lebendig schien. Wenn du dich mit ihnen unterhalten hast, dann war ihr Thema Urlaub, Auto, Geld, Klamotten oder Häuser. Über Jesus konntest du mit ihnen kaum sprechen.

Sie kamen zwar jeden Sonntag zum Gottesdienst, mehr aber auch nicht. Sie gingen in keinen Hauskreis, suchten keine Gemeinschaft und scheuten Verbindlichkeit. So liefen sie einfach mit der Gemeinde mit.

Aber eines Tages kamen beide Ehepartner nach dem Gottesdienst nach vorne. Ich war ganz überrascht, dass sie kamen. Meistens waren sie schon weg. Die Frau hatte die Diagnose Krebs erhalten, und da habe ich sofort gedacht: Jetzt, wo ihr in Not seid, seid ihr wieder gut genug. Jetzt kommt ihr an.

Vorher habt ihr nach dem Gottesdienst immer das Weite gesucht und euch selbst gesucht. Aber ich habe gemerkt, dass Gott an der Arbeit bei ihnen war. Diese Krankheit hatte das noch recht junge Ehepaar näher zu Gott gebracht.

Sie taten Buße für ihre Oberflächlichkeit und begannen ein intensives, hingegebenes Leben mit Jesus. Die erste Liebe brannte wieder auf.

Später sagte die Schwester: „Weißt du, Wolfgang, ich bin Gott so dankbar für die Krankheit, durch die er mich so angefasst und an die Leine genommen hat. Ich war so weit weg von Jesus. Aber jetzt bin ich ihm wieder nah, und es ist eine Lust, mit Jesus zu leben.“

Die erzieherische und läuternde Wirkung von Bedrängnissen

Englis zeigt uns unsere Abhängigkeit von Jesus. Sie lässt uns diese Abhängigkeit plötzlich wieder bewusst werden. In der Not merken wir, wie sehr wir ihn brauchen. „Not lehrt beten“, sagt man. Not bringt uns dazu, über die wirklich wichtigen Dinge im Leben nachzudenken.

Diesen Läuterungsprozess nennt die Bibel Erziehung oder auch Heiligung. Der Hebräerbrief sagt: „Denn wen der Herr lieb hat, den erzieht er, und jeden Sohn, den er annimmt, züchtigt er“ (Hebräer 12,6). Wenn er Züchtigung, das heißt Disziplinierung, erduldet, so behandelt Gott euch ja als Söhne (Hebräer 12,7). Und in Vers 8 heißt es weiter: „Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne“ (Hebräer 12,8).

Was er damit eigentlich sagen will, ist: Wenn ihr als Christen es euch immer nur gut gehen lasst, wenn ihr immer nur Erfolg habt, wenn ihr immer auf Wolke sieben schwebt – das Einkommen in Ordnung ist, die Immobilie stimmt, die Ehe passt, die Kinder sich bestens entwickeln, du gesund bist, Sport machen kannst, verreisen kannst und dann auch noch eine schöne Gemeinde und Kirche hast, dich sonntags schön anziehen kannst und in dein wunderbares Auto steigst – ho, du bist ein Christ, dir geht es gut.

Pass auf, ich warne dich: Kann es sein, wie Jakobus sagt, dass du unecht bist und gar kein Sohn bist? Wenn du Sohn bist, wenn du Tochter bist, dann wirst du nämlich erzogen. Wenn du deinen Sohn oder deine Tochter liebst, dann tust du alles, um ihnen eine gute Erziehung zu ermöglichen. Erziehung und Bildung sind großartig!

Als Kinder lieben wir es nicht, habe ich schon angedeutet, ständig lernen zu müssen, Pflichten auferlegt zu bekommen oder Termine einzuhalten. Das fällt uns schwer. Aber die Bibel sagt: „Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; aber sie gibt eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind“ (Hebräer 12,11).

Liebe Gemeinde, unser Vater im Himmel ist ein großartiger Pädagoge. Bei ihm sollten alle Lehrer Deutschlands in die Schule gehen. Bedrängnisse sind der Stoff, den er benutzt, um uns zu vollkommenen Männern und Frauen in Christus heranreifen zu lassen – zu Persönlichkeiten des Reiches Gottes.

Aber das tut er nur mit seinen Kindern. Deshalb sollten wir uns nicht wundern, dass es uns Christen oft viel schlechter geht als den Gottlosen. Das war Asaphs großes Problem in dem Psalm. Die Gottlosen, liebe Freunde, lässt Gott laufen; denen geht es gut in all ihren Sünden. Aber uns lässt er mit einem schludrigen Leben nicht durch. Uns nimmt er an die Kandare.

Darum stutze als Christ nicht, wenn es dir nicht nur gut geht, wenn du nur Erfolge hast und alles gelingt. Wehe, wenn dein Leben nur Höhen und keine Tiefen kennt! Dann scheint Gott nicht an dir interessiert zu sein. Aber wenn du durch Bedrängnisse gehst, zeigt das: Gott liebt dich. Er will etwas aus dir machen.

Persönliche Erfahrungen mit Erziehung und Bedrängnis

Meine Eltern waren sehr streng mit mir, das muss ich wirklich sagen – vielleicht nicht unbedingt streng, aber konsequent. Ich erinnere mich an das Fußballspielen. Ich war ein begeisterter Junge und habe überall auf den Plätzen und Feldern herumgebolzt, damals im Schiffweg.

Mein Vater und meine Mutter sagten: „Wolfgang, du bist abends um fünf oder sechs Uhr, ich weiß nicht genau, zuhause, wenn es dunkel wird.“ Während alle anderen weiter spielten, saßen meine Eltern mir im Nacken. Die konnten weiter bolzen, und ich dachte: „Muss ich jetzt nach Hause? Das ist doch so schön.“ Fünf Minuten, ach, das wird schon irgendwie gehen. Zehn Minuten, aber hoho! Dann haben sie mich manchmal hart angefasst.

Das hat mich gequält, das muss ich wirklich sagen. Sie disziplinierten mich, sie erzogen mich, weil sie wollten, dass aus mir ein ehrlicher, vertrauenswürdiger und belastbarer Mensch wird – und nicht ein loser Bube. Ich muss sagen, ich bin meinen Eltern für ihre konsequente Erziehung bis heute dankbar.

Ich kenne liebe Menschen, deren Leben in die Grütze gegangen ist, weil ihnen ein Vater fehlte oder eine Mutter. Meine Eltern haben mir mancherlei Grenzen gesetzt und viele Schranken auferlegt. Aber heute rühme ich mich ihrer Bedrängnisse, die sie mir damals bereitet haben. Ich danke Gott für ihre gute biblische Erziehung.

Das Bild des Goldes als Symbol für Läuterung

Neben dem Bild der Erziehung beziehungsweise Pädagogik gibt es in der Bibel noch ein anderes Bild, das uns den Segen von Not und Leid in unserem Leben verdeutlicht. Dieses Bild ist das von Gold. Petrus beschreibt es als Gold, das im Feuer verfeinert wird.

Er sagt, dass wir uns jubelnd freuen werden, auch wenn wir jetzt für eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig sind in mancherlei Anfechtungen. Wozu? Damit die Bewährung unseres Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird, Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge hat bei der Offenbarung Jesu Christi (1. Petrus 1,6-7).

Ich habe gelesen, dass Rohgold heute mit hochentwickelten chemischen und elektrochemischen Verfahren gereinigt wird. Wir haben ja einen Goldschmied hier, und ich hoffe, ich erzähle jetzt nichts Falsches. Es wird nicht mehr einfach nur durch Feuer gereinigt. Das Gold wird bei einer Temperatur von circa 1100 Grad Celsius geschmolzen und auf eine Reinheit von 99,99 Prozent gebracht.

Eine Erhitzung von 1100 Grad ist also nötig, um nahezu 100 Prozent reines Gold zu erzielen. Wenn Gott aus deinem Glauben und aus dir reines Gold machen will, was ist dann nötig? Eine Erhitzung von 1100 Grad hat noch nicht einmal 100 Prozent reines Gold geschaffen.

Lassen wir das Bild beiseite und fragen uns: Wie hoch muss die Hitze sein, damit aus uns in den Augen Gottes reines Gold wird? Auch wenn sich unsere Trübsal äußerst heiß anfühlt, führt Gott unseren Heiligungsprozess durch. Dabei werden wir, wie es in der Bibel heißt, ohne Flecken und Runzel vor ihm stehen (Epheser 5,27).

Und wenn es zu schwer sein sollte, unterbricht Gott die Anfechtung, damit wir es ertragen können. Aber er arbeitet an uns, damit der Schmutz herauskommt und reines Gold aus uns wird. So werden wir rein und heilig, und wir erreichen das Ziel der Herrlichkeit.

Die Frucht der Rechtfertigung und die Gewissheit des Heils

Das heißt, die folgende Frucht der Rechtfertigung aus Glauben ist immer wieder Frieden mit Gott, Zugang zur Gnade und Hoffnung auf die Herrlichkeit. Ebenso gehört dazu die Gewissheit der erfolgreichen Läuterung beziehungsweise Heiligung. So lesen wir: Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt.

Es gibt keine Enttäuschung; die Hoffnung ist sicher und garantiert.

„Gib nicht auf“, das möchte ich dir jetzt ans Herz legen. Ich bin sicher, hier sind einige, die im Augenblick durch schweres Feuer müssen. Und ich möchte dir zurufen: Halt aus, halt aus, mein Kind, mein Bruder! Du wirst nicht umkommen, sondern du wirst sauber, du wirst vollendet, du wirst schön.

Zu schwer wird es nicht, die Temperatur wird heruntergebracht. Er nimmt dich auch wieder heraus, aber er bringt dich wieder hinein. Sei geduldig, denn er sorgt dafür, dass du aushalten kannst.

Die Rechtfertigung, die geschenkte Rechtfertigung aus Glauben, bringt es mit sich, dass Gott an dir arbeitet und dich fertig macht für den Himmel.

Seid ihr alle noch da? Halleluja! Sagt doch Amen! Halleluja, das ist doch herrlich!

Die persönliche Erfahrung des Heiligen Geistes als Bestätigung

Zum Schluss gibt es noch etwas Wunderbares. Björn hat mich gefragt, über welchen Text es geht, und als er merkte, dass es um Bedrängnis und Ähnliches geht, schrieb er mir: „Wolfgang, das ist ja ein schönes Stück Schwarzbrot.“

Ich antwortete, dass ich versuchen wolle, auch noch Butter im Text zu finden – als Aufstrich für das Brot. Daraufhin schrieb er zurück, dass eine Scheibe Käse auch noch gut wäre. Nun bekommt er also die Butter und die Scheibe Käse.

Die Rechtfertigung aus Glauben bringt sicher ihre Frucht. Wir werden beharren und müssen durch Bedrängnis, aber wir werden nicht zu Schande. Doch jetzt kommt das Highlight, denn in Vers 5 heißt es: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Neben der theologischen Wahrheit und dem geschriebenen Wort, dass wir gerechtfertigt werden aus Glauben, gibt es noch ein subjektives Wissen, dass wir vollendet werden. Das ist das Zeugnis des Heiligen Geistes, durch den die Liebe Gottes in unser Herz ausgegossen wurde.

Das heißt: Gott versichert uns einmal auf dem Weg der Schrift unser Heil – durch den Buchstaben der Schrift –, aber auch durch den direkten Weg zu unserem Herzen. Die Rechtfertigung aus Glauben, liebe Gemeinde, ist nicht nur Theologie, sondern sie ist auch Leben, Freude und Glückseligkeit.

Es gibt auch hier diverse Bibelstellen. Die Zeit ist allerdings schon fortgeschritten, sodass ich sie euch nicht alle mitgeben kann. Nehmen wir zum Beispiel Römer 8,16: „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Oder 1. Korinther 2: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist durch den Heiligen Geist.“

Wir wissen es durch das Wort, und wir wissen es durch den Geist in Form direkter Bestätigung – durch den Tröster, der an Jesu Stelle unser Beistand auf Erden ist. Darum konnte die blinde Fanny Crosby dieses wunderbare Lied singen: „Seliges, sagt es laut, seliges Wissen, Jesus ist mein!“

Und jetzt kommt ein wahnsinnig guter Satz: „Füllt mir das Herz mit himmlischem Schein!“ Das ist es, was Paulus hier sagt und meint. Es gibt neben der objektiven Wahrheit, dass Gott uns durch unsere Bedrängnisse hindurchführt und uns verherrlicht, auch eine subjektive Erfahrung mit dem Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist redet selbst zu uns, teilt sich mit und gibt Zeugnis, wie die Schrift wörtlich sagt.

Dann entsteht nicht nur durch den Buchstaben im Glauben das selige Wissen, sondern der Heilige Geist füllt mir das Herz mit himmlischem Schein. Wiedergeboren, frei von der Sünde, Gottes herrliches Kind – das muss ich singen. Jesus zu Ehr’, er ist mein Ruhm, einzig und er, ihr wisst es.

Dr. Martin Lloyd-Jones zitiert in seiner Auslegung des Römerbriefes einen Brief, den ein tiefgläubiger Gemeindewikar namens Henry Venn im Jahr 1799, kurz nach dem Tod seiner geliebten Frau, an die Gräfin von Huntington geschrieben hat. Er schreibt:

„Wenn ich als junger Witwer mit meinen Kindern wüsste, dass der Herr mein ist, und wäre ich nicht gewiss, dass sein Herz mehr Liebe für mich empfindet, als ich mir überhaupt vorstellen kann, und wäre mir dies nicht offenbar – nicht durch Schlussfolgerung oder Argumentation, sondern durch innere Gewissheit, durch Gottes eigenes Licht, das in meine Seele hineinstrahlt wie die Sonne in meine leiblichen Augen – in welch beklagenswerter Lage befände ich mich jetzt, wenn ich das nicht hätte!“

Der Mann Gottes spricht hier ebenfalls wie Fanny Crosby von einer inneren Gewissheit, wie auch die Bibel. Uns ist der Heilige Geist gegeben, durch den wir wissen, was uns in Christus geschenkt ist. Der Mann spricht von einer inneren Gewissheit, von einem Licht Gottes, das direkt in seine Seele hineinschaut.

Dieser Mann verneint nicht das Wort Gottes, aber er betont, dass es ohne die direkte Wirksamkeit des Heiligen Geistes in unserem Herzen niemals zu uns kommen könnte. Anschließend sagt der so Getroffene:

„Doch, ich bin reich an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes, der mir gegeben wurde. Ich freue mich in der Bedrängnis aufgrund der Erfahrung, die ich jetzt habe, mehr als ich es je in einer weniger schweren Prüfung könnte. Denn der Mann der Schmerzen ist wie Wasserströme in einem dürren Land und er schenkt mir Freude und Lieder in der Nacht.“

Das war ziemlich ausführlich, was ich euch jetzt geschrieben habe, auf den Punkt gebracht: Sich der Bedrängnisse zu rühmen geschieht nicht nur aufgrund des Buchstabens, des geschriebenen Wortes, sondern der Heilige Geist steht dir im Feuer persönlich bei. Jesus ist aufgefahren in den Himmel. Aber der Tröster ist noch da.

In deinem Leid hast du die Bibel, aber du hast nicht nur die Bibel, sondern der Heilige Geist ist ausgegossen. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in dein Herz durch den Heiligen Geist, und deshalb kann dein Herz fröhlich sein, jubeln und voll Freude sein in schwerer und großer Bedrängnis. Halleluja!

Habt ihr das verstanden? Das ist jetzt ganz wichtig, ihr Lieben: Gott lässt dich nicht alleine mit den Buchstaben der Bibel und sagt immer: Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube, Glaube.

Es ist keine Theorie, sondern es ist Erfahrung, es ist Leben, es ist Freude – so wie im Feuerofen bei Daniel. War einer dabei, könnt ihr euch erinnern? So ist Jesus da durch den Heiligen Geist in eurem Leben. Halleluja, noch mal Amen!

Ach, ist das herrlich, ihr Lieben! Worüber reden wir? Davon weiß die Welt nichts. Vielleicht ist dieser Brief ein bisschen zu alt, aber er ist trotzdem aktuell. Er drückt aus, was viele Gotteskinder erzählen und was ich persönlich auch immer wieder im Laufe der Jahre erleben durfte.

Wir sind traurig, wir sind ermattet und niedergeschlagen. Aber da fällt plötzlich ein Bibelwort in unser Herz, und unsere Seele fängt spontan an, fröhlich zu werden, als würdest du aufwachen. Wir spüren die Liebe Gottes, die in Strömen unser Herz ausgegossen ist – ein Glücksgefühl, echte Freude, Jauchzen und Frohlocken erfüllt unser Herz.

Und du sagst zu deiner Frau: „So, Schatz, lass uns aufstehen! Gott ist da, wir werden nicht verlassen, es geht weiter, wir halten durch, wir halten durch! Wir gehen durch, bis wir erlöst sind und wir bei Jesus sind und ihn schauen von Angesicht zu Angesicht.“ Halleluja!

Wollen wir nicht heute Morgen sagen: Da gehen wir alle gemeinsam mit, sagt er, das ist unsere große Freude! Und du sagst zu deiner Frau: „Lass uns aufstehen, es ist und bleibt unsere Hoffnung für immer, jetzt und in alle Ewigkeit.“

Wir sind gerechtfertigt aus Glauben, haben Frieden mit Gott, Zugang zu seiner Gnade, Hoffnung auf die Herrlichkeit. Aber nicht nur das: Wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass sie gut für uns sind. Und diese Hoffnung wird nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Amen.

Die bleibende Hoffnung und Freude der Rechtfertigung aus Glauben

Ach, ist das herrlich, ihr Lieben! Worüber reden wir? Davon weiß die Welt nichts. Vielleicht ist dieser Brief ein bisschen zu alt, aber er ist trotzdem aktuell. Er drückt aus, was viele Gotteskinder erzählen und was ich persönlich auch immer wieder im Laufe der Jahre erleben durfte.

Wir sind traurig, wir sind ermattet und niedergeschlagen. Doch plötzlich fällt ein Bibelwort in unser Herz, und unsere Seele fängt spontan an, fröhlich zu werden, als würden wir aufwachen. Wir spüren die Liebe Gottes, die in Strömen unser Herz ausgegossen ist. Ein Glücksgefühl, echte Freude, Jauchzen und Frohlocken erfüllen unser Herz.

Dann sagst du zu deiner Frau: „So, Schatz, lass uns aufstehen! Gott ist da, wir werden nicht verlassen. Es geht weiter, wir halten durch, wir halten durch!“ Wir gehen durch, bis wir erlöst sind und bei Jesus sind, um ihn von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Halleluja, wollen wir nicht heute Morgen sagen? Da gehen wir alle gemeinsam mit, sagt er. Das ist unsere große Freude.

Und du sagst zu deiner Frau: „Lass uns aufstehen! Es ist und bleibt unsere Hoffnung für immer, jetzt und in alle Ewigkeit.“ Wir sind gerechtfertigt aus Glauben, haben Frieden mit Gott, Zugang zu seiner Gnade und Hoffnung auf die Herrlichkeit.

Aber nicht nur das: Wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass sie gut für uns sind. Diese Hoffnung wird nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Amen.