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Vergibt Gott einfach so?

30.10.2020

Einführung in die Fragestellung zur Vergebung Gottes

Du siehst also: Gott vergibt nicht einfach so. Er vergibt, aber nicht einfach und auch nicht ohne Grund. Das ist der entscheidende Punkt.

Um die Nachfolge besser zu verstehen, mache dich „#Bibelfit“. Die Frage „Vergibt Gott einfach so?“ wurde hier in letzter Zeit mehrfach gestellt. Deshalb wollen wir jetzt auf biblischer Grundlage darauf eingehen.

In letzter Zeit gab es viele Fragen zum Thema Jenseits. Zum Beispiel: Gibt es Wiedergeburt? Werden alle Menschen gerettet? Was ist mit denen, die noch nie von Jesus gehört haben? Was muss man tun, um in den Himmel zu kommen? Wie funktioniert das eigentlich Schritt für Schritt?

Deshalb starten wir hier auf diesem Kanal eine neue Videoserie zum Thema Jenseits – etwas, das wir bisher noch nie gemacht haben. Ich freue mich, dass du heute beim ersten Video dabei bist.

Schau das Video bis zum Ende, denn dort habe ich noch etwas ganz Besonderes für dich.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die jede Woche die Glocke klicken. Das ist eine technische Sache, die hilft, christliche Inhalte auf dieser Plattform am Leben zu erhalten. Vielen Dank!

Umgang mit Kritik und Grundlagen der Bibelauslegung

Bevor wir starten, noch ganz kurz für die Hater: Liebe Hater, das ist ein Video von einem Christen für Christen.

Das heißt, wenn du jetzt die Frage stellen willst, Markus, auf welcher Grundlage sagst du das, ist die Antwort: Ich bemühe mich, das auf Grundlage deiner Bibel zu sagen, die in deinem Schrank steht.

Und zweitens, wenn du jetzt die Frage stellen willst – und das ist ja auch berechtigt, Markus – wieso glaubst du denn, dass deine Bibelinterpretation richtig ist? Nun, das ist eine legitime Frage. Dafür habe ich ein eigenes Video gemacht, in dem ich erkläre, wie wir auf diesem Account hier die Bibel lesen und wie wir die Bibel interpretieren.

Bevor du also anfängst, Hasskommentare zu schreiben, schau dir doch gerne das Video an. Vielleicht werden ja dort deine Fragen beantwortet.

Das biblische Gottesbild: Liebe und Gerechtigkeit

Siehst du, viele dieser Fragen klären sich eigentlich schon, wenn du und ich versuchen, ein richtiges Verständnis vom biblischen Gott zu haben. Dabei geht es nicht um irgendeinen Gott, den uns unsere Kultur vorzaubert, oder um den Gott, den wir in Märchenbüchern lesen. Auch nicht um einen Gott, den wir uns selbst zusammenbasteln oder manchmal wünschen – da bin ich auch teilweise schuldig im Sinne der Anlage. Es geht um den Gott, der uns in der Bibel begegnet.

Der Gott, der uns in der Bibel begegnet, ist zwar einerseits voller Liebe und Barmherzigkeit, und das stimmt auch. Aber das ist nicht alles. Vielmehr wird dieser Gott ganz häufig auch mit Gerechtigkeit beschrieben.

So steht in Jeremia 50, dass Gott der Inbegriff der Gerechtigkeit ist – man kann es aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzen als "die Gerechtigkeit in Person". Und im Buch Hiob steht, dass Gott aufgrund seines eigenen Wesens, weil er Gerechtigkeit ist, Ungerechtigkeit nicht stehen lassen oder darüber hinwegsehen kann – selbst wenn er wollte, könnte er es nicht.

Das kannst du ja einfach testen: Wenn Gott nur Liebe und Barmherzigkeit wäre und nichts mit Gerechtigkeit zu tun hätte, warum ist dann im Alten Testament die Rede davon, dass Opfer nötig waren, damit Sünden vergeben werden?

Denk einfach mal darüber nach: Wenn Gott nur Liebe und Barmherzigkeit wäre, könnte er Sünden einfach so vergeben, ohne dass irgendwelche Opfer nötig wären, oder? Verstehst du, was ich meine?

Die Bedeutung des Opfers Jesu im Neuen Testament

Im Neuen Testament, wenn wir von Jesus sprechen und davon, dass Jesus geopfert wurde, lohnt es sich, im Hebräerbrief nachzuschauen. Dort wird deutlich, dass die Frage aufkommt: Warum musste Jesus leiden und sterben, wenn Gott einfach so vergeben und die Schuld der Welt wegwischen könnte? Wozu dann Jesus schicken?

Das ergibt auf den ersten Blick keinen Sinn. Wozu also das Kreuz, das im Zentrum des Christentums steht? Es ist nicht einfach nur ein kirchengeschichtliches Symbol, sondern steht im Mittelpunkt der Bibel, besonders im Neuen Testament.

Wenn Gott nur Liebe und Barmherzigkeit wäre, würde das keinen Sinn ergeben. Daran erkennt man schon, dass Gott nicht nur Liebe und Barmherzigkeit sein kann – zumindest nicht der biblisch-christliche Gott. Natürlich kann man sich sein eigenes Gottesbild zusammenstellen, aber hier sprechen wir vom biblisch-christlichen Gott, dem man am Tag des Jüngsten Gerichts gegenübertreten muss.

Dieser Gott ist nicht nur Liebe und Barmherzigkeit, sondern auch die Gerechtigkeit in Person. Das ist der entscheidende Punkt.

Die Unvereinbarkeit von bloßer Vergebung ohne Gerechtigkeit

Und deswegen kann Gott nicht einfach über manche Dinge hinwegsehen. Das wäre nämlich ungerecht – zum Beispiel für die Opfer von Verbrechen. Es wäre ungerecht gegenüber diesen Opfern, wenn Gott Verbrechern einfach so sagen würde: „Ich vergebe dir jetzt“, ohne dass es irgendeine Form von Gerechtigkeit und Wiederherstellung gibt.

Stell dir mal ein Gedankenexperiment vor: Der biblisch-christliche Gott würde ohne Wenn und Aber Hitler in den Himmel lassen. Wo wäre dann die Gerechtigkeit für die Opfer Hitlers? Inwieweit würde Hitler Gerechtigkeit erfahren für die Taten, die er begangen und mitveranlasst hat?

Umgekehrt gilt auch: Wenn Hitler einfach nur sterben würde, ohne dass es ein Jüngstes Gericht, keine Hölle, keine Verdammnis und keine entsetzlichen Qualen für ihn gäbe – wo wäre dann die Gerechtigkeit? Wenn er einfach nur tot wäre, wo bliebe die Strafe?

Manche Theologen vertreten die sogenannte Annihilationshypothese. Sie sagen, dass man nach dem Tod einfach aufhört zu existieren. Das ist jedoch sehr unbiblisch und definitiv nicht der Fall.

Du kannst dir überlegen: Hitler ist ja schon tot. Wo wäre jetzt die Strafe, die Gerechtigkeit und die Vergeltung für Hitler, wenn er einfach tot bliebe? Das ergibt doch keinen Sinn.

Die Bedeutung des Glaubens und der Annahme von Jesu Tod

Jetzt könntest du vielleicht fragen: Na gut, Markus, ist Jesus nicht für alle Menschen gestorben? Die Antwort lautet: Ja, er ist für alle Menschen gestorben.

Du musst aber wissen, dass wir darüber in einem anderen Video zum Thema Bibelinterpretation gesprochen haben. Wir können nicht einfach nur eine Stelle herausnehmen und andere Stellen, die sich auf dasselbe Thema beziehen, ignorieren. Das funktioniert nicht. Sonst basteln wir uns ein eigenes Gottesbild zusammen.

Warum? Weil wir uns so eine eigene Bibel zusammenbasteln. Wir nehmen mit Schere und Papier nur die Verse, die uns passen, und kleben uns unseren eigenen Bibelbaukasten zusammen. Das ist nicht richtig. Stattdessen müssen wir wirklich alle anderen Verse zu dem Thema mit einbeziehen.

In allen Bibelstellen steht, dass Jesus zwar für alle Menschen gestorben ist, aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen seinen Tod annehmen. Das sagt Jesus später auch noch einmal sehr deutlich. Er sagt zum Beispiel in Markus 16: Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden, aber wer nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Jesus spricht das ganz klar aus. Du musst wissen, dass Glauben in diesem Zusammenhang etwas anderes meint. Es bedeutet nämlich, sich an Jesus festzuhalten. Darauf gehen wir in einem anderen Video noch genauer ein.

Jesus spricht sehr deutlich über das Thema Verdammnis. Warum sollte er davon sprechen, dass Leute verdammt werden, wenn es keine Verdammnis gäbe? Das ergibt doch keinen Sinn.

Jesu Aussagen zur Verdammnis und das ewige Gericht

Jesus spricht sogar ausdrücklich davon in Matthäus 25, wo er sagt: „Dann werde ich“, Jesus spricht hier von sich selbst in der dritten Person, „auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln.“

Das heißt also, Jesus spricht selbst davon, dass es Verdammnis gibt. Er sagt auch ausdrücklich, dass er Menschen in die Hölle verurteilen wird.

Das passt überhaupt nicht zusammen mit der Vorstellung, dass es keine Verdammnis gäbe und allen vergeben würde. Wie soll das denn überhaupt passieren, wenn Jesus oder Gott einfach so vergeben würden? Warum stehen dann Passagen in der Bibel, die von Verdammnis sprechen?

Verstehst du, was ich meine? Das ergibt doch Sinn.

Die Herausforderung der biblischen Auslegung und Hilfestellung

Und damit sind wir schon im Herzen der Sache. Weißt du, wir können nicht einfach behaupten, dass etwas biblisch ist, wenn in der Bibel das genaue Gegenteil steht.

Die Frage, die du dir wahrscheinlich stellst, lautet: Wie genau muss ich meine Bibel lesen? Woher weiß ich, dass etwas in der Bibel steht und etwas nicht? Wie soll ich das machen?

Die gute Nachricht ist: Du musst das Rad nicht neu erfinden. Um dir genau dabei zu helfen, mit Kopf und Herz deine eigene Bibel zu lesen und zu verstehen, habe ich für dich die Bibel-Staathilfe kreiert. Bis jetzt hat sie schon Hunderten Menschen genau dabei geholfen.

Du bekommst darin einen Input zu den häufigsten Bibellesefehlern, zu den einfachsten Bibelübersetzungen und hilfreichen Leitfäden. Ergänzt wird das Ganze durch einen liebevoll gestalteten Bibelleseplan.

Das Ganze gibt es zu einem tollen Preis – nämlich gratis. Ja, du hast richtig gehört: Ich verschenke die Bibel-Staathilfe, weil ich möchte, dass möglichst viele Menschen mutig, liebevoll und mit Kopf und Herz in ihrer eigenen Bibel lernen können.

Klicke dafür einfach den Link in der Videobeschreibung und nimm sie dir gratis mit. Es ist mein Geschenk an dich.

Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.