Serie•Teil 4 / 7Frühjahrstagung "Das prophetische Wort" Zavelstein 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Die Zeit der letzten Tage und ihre biblische Einordnung
Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, verleumderisch, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott. Sie haben eine Form der Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen sie. Und von diesen wende dich weg.
Bis dahin zunächst.
Wir beschäftigen uns ja an diesem Wochenende ganz besonders mit der Endzeit. Und wir haben verstanden: Die Endzeit ist nach der Bibel die Epoche, in der das jüdische Schicksal nach fast zweitausend Jahren Zerstreuung unter die Völker eine Wende nehmen sollte. So haben wir es in unserer Zeit erlebt: Juden sind aus aller Welt zurückgekehrt ins Land der Väter, haben den Staat wieder gegründet und erleben, was für die Endzeit vorausgesagt wurde, dass feindliche Völker sie ausrotten wollen. In dieser Zeit, in dieser bewegten Zeit, leben wir.
Der Apostel Paulus hat den zweiten Timotheusbrief genau für unsere Zeit geschrieben. In Kapitel 3, Vers 1 haben wir gelesen: Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Hier spricht er über die Endzeit, er nennt sie die letzten Tage.
Es gibt ja Ausleger, die sagen, die Endzeit hätte vor zweitausend Jahren begonnen. Das steht ja auch so geschrieben in Hebräer 1, und darum seien die Apostel schon der Meinung gewesen, sie würden in der Endzeit leben. Das stimmt definitiv nicht. Der zweite Timotheusbrief ist der letzte Brief von Paulus, geschrieben aus der Todeszelle in Rom. Damals, um 66, war er dort eingekerkert im Kerker Mamertinus am Forum Romanum. Man kann diesen berühmt-berüchtigten Ort noch heute besuchen. Dort gibt es ein unterirdisches Verlies, eine lichtlose Höhle, das Tullianum. Aus diesem Verlies kamen kaum Leute lebendig wieder heraus. Dort war Paulus, und dort hat er diesen Brief geschrieben. Es ist sein Testament, ja, es ist sein letztes Wort, das er uns hinterlassen durfte.
Und da schreibt er in Kapitel 3, Vers 1: Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Er spricht von der Endzeit in der Zukunftsform. Also war in seinen Tagen nicht Endzeit. Wer wieder behauptet, die Apostel hätten gedacht, sie seien schon in der Endzeit, der stimmt nicht mit dem biblischen Wortlaut überein.
Das deckt sich auch mit Petrus, der in derselben Epoche, also 66, 67, ebenfalls in der Todeszelle in Rom war. Paulus durfte als römischer Bürger nicht gekreuzigt werden. Er wurde dann schließlich von Kaiser Nero enthauptet. Diesen Tod sieht er vor sich und erwähnt ihn ja auch in seinem Brief. Petrus hatte kein römisches Bürgerrecht, und darum wurde er in der Folge gekreuzigt. Aber auch er schrieb seinen letzten Brief, den zweiten Petrusbrief, aus der Todeszelle. Und auch er sagt in diesem Brief, dass sein Tod bevorsteht. Auch da gibt er uns als Testament die letzten Anweisungen, die Gott in sein Herz gegeben hatte, für uns, für die letzten Tage.
In 2. Petrus 3 sagt er nämlich, ich lese des Zusammenhangs wegen ab Vers 1: Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen beiden ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, damit ihr euch erinnert an die von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und an das Gebot des Herrn und Heilandes durch eure Apostel, indem ihr dies zuerst wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an.
Er spricht hier auch über die letzten Tage. Und er sagt, seine Leser sollen dies zuerst wissen, also mit erster Dringlichkeit: dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden. Zukunft. Also meinte er damals am Ende seines Lebens, 66, 67 nach Christus, nicht, dass er schon in der Endzeit leben würde. Aber er gibt Anweisungen für die Gläubigen in der Endzeit. Also ist auch dieser Brief speziell für dich geschrieben, für uns. Wir sollen das aber richtig persönlich nehmen.
Der Ausdruck der Endzeit in Hebräer und die heilsgeschichtliche Unterscheidung
Und jetzt kann natürlich jemand sagen: Ja, aber in Hebräer 1 wird doch gesagt, dass die Endzeit mit dem Kommen von Jesus Christus damals begonnen hat.
Ja, schlagen wir doch Hebräer 1, Vers 1 auf:
Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn.
Hier wird zurückblickend auf das Alte Testament gesprochen. Da hat Gott vielfältig gesprochen. Das heißt: Im Alten Testament sehen wir, wie Gott ständig, wieder und wieder, durch die ganze alttestamentliche Heilsgeschichte hindurch gesprochen und sich offenbart hat, vielfältig und auf vielerlei Weise.
Er hat Mose inspiriert, Geschichten aufzuschreiben, zum Beispiel die Geschichte vom Auszug aus Ägypten und von der Wüstenwanderung. David musste ganz viele Lieder schreiben, Gedichte. Das ist eine andere Form als Erzählungen, historische Erzählungen, Gedichte. Daniel musste apokalyptische Träume aufschreiben. Da kommt ein Löwe mit Adlersflügeln aus dem Meer heraus, und weitere Tiere kommen da in dem apokalyptischen prophetischen Traum, wie ein Tier mit zehn Hörnern. Das ist auch wieder eine ganz andere Sprache als die Sprache der Gedichte in den Psalmen.
So hat Gott auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern im Alten Testament gesprochen, durch die Propheten. Und jetzt, als Kontrast, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn. Jesus Christus ist gekommen, Gott wurde Mensch und hat zu uns gesprochen, direkt, nicht nur als Sprachrohr wie die Propheten. Sondern Gott selbst hat zu uns gesprochen.
Und hier steht doch: am Ende der Tage. Das ist doch ein Ausdruck für die Endzeit in der Bibel. Die letzten Tage, am Ende der Tage, letzte Stunde und so weiter und so fort, am Ende der Jahre. Da steht es ja: am Ende der Tage. Also hat da die Endzeit begonnen.
Nein, doch, nein, so geht das manchmal in Diskussionen. Ja, es heißt hier nicht „am Ende der Tage“. Das ist ganz klar zum Beispiel in Daniel ein Ausdruck für die Endzeit. Aber hier steht „am Ende dieser Tage“. Das sind die Tage des Alten Testaments, während der Gott vielfältig und auf viele Weise ehemals zu den Vätern, zu den Vorfahren gesprochen hat.
Es heißt eben nicht „am Ende der Tage“, sondern am Ende dieser Tage. Das heißt: am Ende der alttestamentlichen Tage. Ja, da hat Jesus Christus gesprochen, aber das war nicht die Endzeit.
Und wenn in der Bibel gesprochen wird über am Ende der Zeit, am Ende der Tage, am Ende der Jahre, in den letzten Tagen und so weiter und so fort, dann meint es eben diese Zeit, wenn das jüdische Volk aus einer weltweiten Zerstreuung zurückkommt, ins Land, den Staat wieder gründet und umliegende Völker es vernichten wollen und so weiter und so fort bis zur Wiederkunft Christi als König und Richter der Welt.
Das muss man ganz klar unterscheiden. Das hat jetzt ein bisschen Zeit gebraucht, aber es war mir wichtig, dass wir also Briefe haben im Neuen Testament, die ganz speziell für dich, eben für uns alle, geschrieben sind.
Die besondere Gefahr für Gemeinden, die an der Schrift festhalten wollen
Und nun ist es eben gerade wichtig, wenn wir über die Gefahren für die evangelikalen Gemeinden in der Endzeit sprechen. Wenn wir von evangelikalen Gemeinden sprechen, dann meinen wir im engen Sinn die Gemeinden, die die Bibel wirklich ernst nehmen.
Aber mir ist schon klar: Der Begriff evangelikal ist dermaßen verändert und ausgehöhlt worden, dass er nicht mehr für alle dasselbe bedeutet. Ich sage jetzt also im engeren Sinn: Was sind die besonderen endzeitlichen Gefahren, wenn man Gemeinde am Ort nach der Bibel sein will?
Und da haben wir eben ganz viele Anweisungen direkt für unsere Zeit. Ich komme zurück auf 2. Timotheus 3,1. Und es ist mir schon klar: Wir machen jetzt nicht eine Vers-für-Vers-Auslegung von 2. Timotheus 1,1-4 am Schluss und 2. Petrus 1,1-3 am Schluss. Aber ich nehme einige wichtige Ermahnungen, die eben direkt für uns geschrieben sind, als Orientierungshilfe, um sich zu wappnen gegen die Gefahren, die uns ganz besonders in dieser Zeit drohen.
Die Gemeinde hatte Gefahren zu allen Zeiten, durch zweitausend Jahre hindurch. Aber wir haben ganz besondere Gefahren. Und das sehen wir in 2. Timotheus 3,1: Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Also, es wird ganz klar gesagt, dass diese Zeit speziell schwer ist.
Für schwer steht das Wort chalepos auf Griechisch, oder schön ausgesprochen chalepos. Das Chi hat man nämlich nicht als Schweizerdeutscher als Ch ausgesprochen, sondern so ein weiches C, ja, K, kaleppos, aber nicht ka, es ist kaleppos, ein Chi. Und dieses Wort wird in der Fußnote noch weiter erklärt, oder gefahrvolle, schwere Zeiten, gefahrvolle Zeiten. Im Wörterbuch ein Geheimtipp: das Wörterbuch von Menge, und war das vollständige. Es ist fantastisch. Da findet man oft Bedeutungen, so viele Bedeutungen, wie man das in anderen Standardwörterbüchern meistens nicht findet.
Und eben weitere Bedeutungen sind: schwer, schwer zu behandeln, schwierig, schwer zu ertragen, schmerzhaft, schmerzlich, rau, wütend, gefährlich. Alles ist drin. Das sind unsere Zeiten.
Und wir haben diese Tage auch schon gehört: In 2. Petrus 1 sagt der Apostel, dass wir das prophetische Wort haben, das leuchtet wie eine Lampe an einem dunklen Ort. Und ich habe erklärt, der griechische Ausdruck bezeichnet ein dreckiges, dunkles Kellerloch. Ja, das ist unsere Situation.
Und noch etwas: Das Wort chalepos kommt noch einmal vor im Neuen Testament, und zwar in Matthäus 8,28. Dort kommen die zwei Besessenen aus dem Friedhof, die Besessenen von Gadara, also wirklich in der Gewalt von ganz vielen Dämonen. Die sind völlig entpersonalisiert, die haben sich auch völlig entblößt, die sind nackt und wahnsinnig, schreien umher, versuchen sich auch ständig selbst zu verletzen. Und dort heißt es in 8,28, dass sie hervorkommen, wütend. Das Wort chalepos drückt dort die Wut, die tödliche Wut von Dämonen aus.
Und in diesem Zusammenhang werden in den letzten Zeiten schwere, gefährliche, wütende, dämonisch wütende Zeiten eintreten. Also, wir müssen uns klar sein, in welcher Zeit wir leben.
Der moralische Zerfall innerhalb der Christenheit
Und dann wird erklärt, wie die Menschen sein werden. In dieser Liste, die wir bereits gelesen haben, finden wir diverse Ausdrücke, die man schon aus Römer 1 kennt. In Römer 1 beschreibt Paulus die Heidenwelt, also die Völker der Welt ohne Bibel, die sich vom Schöpfergott abgewendet haben, obwohl sie ihn ursprünglich kannten, und deswegen in schreckliche Unmoral gefallen sind. Sie haben eine unglaubliche Degeneration erlebt. Zur Zeit des Turmbaus von Babel, nach der Sintflut, kannten sie noch den wahren Gott. Doch damals begannen sie, sich ganz bewusst von ihm abzuwenden. Da begann die Zeit der Unwissenheit, wie Paulus das in Apostelgeschichte 17 auf dem Areopag nennt.
Es ist so, dass sie sich immer weiter von Gott entfernt haben. Dadurch sind sowohl die Kenntnis von Gott als auch die Kenntnis von Moral immer mehr verloren gegangen. In Römer 1 finden wir diverse Ausdrücke, die genau identisch sind mit denen in 2. Timotheus 3.
Nun könnte man sagen: Ja gut, das gab es ja schon vor zweitausend Jahren. Wieso schreibt der Apostel Paulus hier, die Menschen werden so sein, und dann folgt diese Liste? Die Antwort ist: Im zweiten Timotheusbrief hat der Apostel Paulus ganz speziell die Christenheit im Auge.
In Kapitel 2 beschreibt er sie mit einem großen Haus, in dem es goldene und silberne Gefäße gibt, Vers 20, aber auch hölzerne und irdene, die einen zur Ehre, die anderen zur Unehre. Dieses große Haus ist gewissermaßen die Christenheit. Warum ein großes Haus? Wenn man das rückübersetzen würde, auf Sumerisch, einer der ersten Sprachen nach dem Turmbau von Babel, eine der Sprachen, die Gott damals gegeben hatte, dann wäre das e-gal. E heißt Haus, gal heißt groß. Großes Haus.
Das hat später, beziehungsweise entsprechend im Hebräischen, das Wort Heichal ergeben. Das ist das Wort für Tempel im Alten Testament. Man merkt die Verwandtschaft mit e-gal, Heichal. Und auf Arabisch sagt man für Tempel Heikal, Heikal. Das geht zurück auf e-gal, großes Haus.
In einem großen Haus, Vers 20, sind aber nicht allein goldene und silberne Gefäße. Das heißt, die Christenheit wird hier mit einem Tempelhaus verglichen. Dort gibt es Gefäße, die wirklich passen: Gold- und Silbergefäße. Selbst wenn sie unrein wurden, konnte man sie waschen. Aber hölzerne und irdene Gefäße: Wenn die mit Unreinem in Kontakt kamen, dann musste man sie zerstören. Die konnte man nicht im Wasser reinigen.
Wenn zum Beispiel eine tote Maus hineingefallen war, dann gehen die Bakterien, die sich auf der toten Maus entwickeln, in die Poren hinein. Da kann man ein Gefäß waschen, wie man will, es wird nicht mehr sauber. Es muss zerstört werden. So wird es vorgeschrieben in 3. Mose 11: Solche Gefäße muss man zerstören. In 3. Mose 1 bis 7 wird dagegen erklärt, dass man zum Beispiel ein Gefäß aus Metall schuppen und wiederverwenden kann.
Also stellen goldene und silberne Gefäße wahre Gläubige dar. Die können sich auch versündigen, aber die kann man schruppen. Und dann gibt es eben das Bild der Namenschristen: hölzerne und irdene Gefäße. Die sind nicht zur Ehre, sondern zur Unehre des Hausherrn. Und der Hausherr ist eben Gott, der über dem Tempel steht.
Paulus beschreibt also die Christenheit. Und er beschreibt in Kapitel 3 die letzten Tage der Christenheit. Er macht klar, dass im Rahmen der Christenheit ein großer moralischer Zerfall eintreten wird. Die Menschen werden als Gesellschaft so tief fallen wie die Heidenvölker, die in einem langen Prozess ab dem Turmbau von Babel Gott vergessen haben und in alle möglichen Formen von Unmoral gefallen sind. Das ist der Punkt.
Und das Schreckliche ist: Im Rahmen der Christenheit sind diese Dinge in der Endzeit an der Tagesordnung.
Die Kennzeichen der Verführung und der geistlichen Absonderung
Das Erste ist ein Megatrend, eine Trendforschung. Da untersucht man Trends. Aber unter den Trends gibt es eben ganz besonders starke Trends, und das sind Megatrends. Ein Megatrend unserer Zeit ist Selbstverliebtheit.
Das Wort „selbstsüchtig“ heißt im Griechischen wirklich Selbstliebe. Und dann „geldliebend“: das ganze Problem des Materialismus, und zwar in der westlichen, einst christlichen Welt. Prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig oder man kann auch übersetzen: gottlos, frevelerisch, respektlos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, also moralisch: Schranken weg. Unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit oder Frömmigkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und dann sagt der Apostel Paulus als Befehl: Und von diesen wende dich weg.
Nun, wir leben in einer solchen Gesellschaft, die einst christlich geprägt war, aber alles über Bord geworfen hat, wie wir das in einem frühen Vortrag in diesem Rahmen gehört haben. Ich erinnere nochmals an die 68er-Bewegung, die bewusst alles über Bord geworfen hat. Nun, wir leben in dieser Gesellschaft und sind ständig in der Gefahr, beeinflusst zu werden. Da muss man sich innerlich wirklich bewusst trennen von den Einflüssen.
Natürlich haben wir den Umgang mit den Menschen in dieser Welt. Aber wir müssen uns innerlich wirklich trennen und uns auch wieder sagen: Da werden irgendwelche unmoralischen Dinge gesagt. Und man kann vielleicht feststellen, man hat sich irgendwie daran gewöhnt und ist über viele Dinge gar nicht mehr so schockiert. Und das ist eben eine Gefahr.
Aber der Gefahr kann man entgegentreten, indem man sich immer wieder neu bewusst macht: Was sagt das Wort Gottes zu dem und zu dem und zu dem? Und so kann man eben wirklich diese Empörung wieder neu zurückgewinnen. Aber das müssen wir. Und von diesen wende dich weg, also dass wir uns eben auch wirklich von diesen Dingen in unserem Leben distanzieren, absondern. Das ist ein Befehl.
Wir haben weit über dreißig Befehle im Zweiten Timotheusbrief, also ganz konkrete Anweisungen, wie wir – das ist ja unser Thema: endzeitliche Gefahren für die evangelikalen Gemeinden – wie wir diesen Gefahren entgehen können. Übrigens, wir hatten schon in Vers 1 einen Befehl: Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Das ist ein Befehl, nicht eine Empfehlung oder eine Möglichkeit. Wisse, das heißt, man muss Bescheid wissen über die Endzeit und wie es da zu und her geht.
Das prophetische Wort als notwendige Orientierung
Und jetzt haben wir ein ganz grosses Problem in der evangelischen Welt heute. Wo wird das prophetische Wort regelmässig gepredigt? So viele Geschwister klagen: In unserer Gemeinde wird kaum über die Wiederkunft Christi gesprochen, die Entrückung ist kaum ein Thema, die Bedeutung von Israel im prophetischen Plan Gottes ist kein Thema, und Offenbarung 4 bis 21 wird praktisch nie gepredigt usw.
Man fragt sich also: Ausgerechnet in der Endzeit, wo das prophetische Wort so aktuell ist, wird das total vernachlässigt? Wie geht das? Dann kann man ja gar nicht diesen Befehl erfüllen. Dies wisse aber, dass in den letzten Tagen Gott uns sagt, wir müssen Bescheid wissen über die Prophetie.
Und da möchte ich, jetzt gehen wir immer ein bisschen hin und her zwischen 2. Timotheus und 2. Petrus, in 2. Petrus 3,3 haben wir gelesen: Indem ihr zuerst dies wisst. Das ist auch ein Befehl, dass wir Bescheid wissen müssen, dass in den letzten Tagen usw. Und zwar eben sogar, wie ich gesagt habe, mit einer Priorität: zuerst dieses Wissen. Übrigens, es lohnt sich, alle Stellen aufzusuchen mit einer Konkurrenz oder einmal einfach alles durchzulesen und jedes Mal anzustreichen, wenn es kommt: Wo steht zuerst? oder vor allen Dingen? Es gibt so verschiedene Ausdrücke, wie man Prioritäten ausdrücken kann, und dann weiss man, was ganz besonders wichtig ist.
Also das ist hier besonders wichtig: Indem ihr zuerst dies wisst, dass in den letzten Tagen ... Also was wir daraus lernen: Diese Gefahr der evangelikalen Gemeinden, dass man das prophetische Wort vernachlässigt, ist eine riesige Gefahr und darf nicht sein, weil das nimmt uns ja den Schutz weg, den wir brauchen in diesen Tagen.
Und dann noch etwas Wichtiges in 2. Petrus 1,19: Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten, ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, in einem dreckigen Kellerloch. Merkt man den Zusammenhang mit dem Todeskerker von Petrus in Rom? Also: So besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten, ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist, denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist. Jetzt haben wir wieder das Wort zuerst, Priorität. In dem Zusammenhang gerade jetzt mit dem prophetischen Wort müssen wir zuerst wissen, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist.
Was bedeutet das? Das bedeutet: Wenn man zum Beispiel Jesaja 13 liest, dann muss man nicht meinen, wenn man das Kapitel liest, dann wird man einfach durch das Lesen von diesem einen Kapitel verstehen, was das bedeutet, weil keine Weissagung der Schrift, also kein prophetisches Wort der Schrift, legt sich selber aus. Ja, was braucht es? Man muss eben auch Jesaja 14 lesen, 15, 16 usw. Das heisst alle Kapitel Jesaja 1-66, und dann muss man auch lesen Jeremia 1-52 und Hesekiel 1-48 und Hosea 1-14. Ich muss jetzt nicht alle Bücher aufzählen und die Kapitelanzahl, aber ich will sagen: Ein prophetisches Wort erklärt das andere durch die Querbeziehungen. Der einzelne Abschnitt erklärt sich noch nicht selber.
Und darum ist es wichtig, wenn jemand sagt: Ja, also bei der Bibel ist es wirklich wichtig, wir machen eine saubere Exegese. Das ist das Wort, das man braucht, wenn man ganz gescheit reden will, für die Bibel erklären. Also machen wir eine saubere Exegese und wir beachten Vers für Vers und die Grammatik und so weiter, das ist alles richtig, alles gut. Aber das reicht nicht. Wenn man nur den Abschnitt so für sich anschaut, man muss die ganze Bibel lesen, ja hin und her gehen, das ist der Punkt.
Daniel 12. Jetzt lehre ich für alle, die das noch nicht gelernt haben, ein ganz lustiges Wort. Ja, gewisse lachen schon, weil so lustig ist dieses Wort. Es heisst Jeschotetu. Man kann zwar also mal üben: In Daniel 12 geht es um die Endzeit. Und dort wird Daniel gesagt in Vers 4: Und du, Daniel, verschliesse die Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden es durchforschen, und die Erkenntnis wird sich mehren.
Also hier wird gesagt, dass das Buch Daniel erst so richtig verstanden wird in der Endzeit, da wird Gott auch ganz speziell Licht und Verständnis geben für das prophetische Wort. Ja, also, wie kann man in Gemeinden heute das prophetische Wort vernachlässigen, wenn Gott genau in der Zeit besonders Verständnis geben will? Das geht ja gar nicht! Nein, das geht gar nicht!
Und dann heisst es eben hier: Viele werden es durchforschen. Und durchforschen heisst auf Hebräisch Jeschotetu, sie werden durchforschen. Und das Wort heisst eigentlich hin und her gehen. Und das ist es eben. Wenn man einen Abschnitt liest, Vers für Vers, das ist wichtig, man muss genau lesen, nochmals lesen und auf die Bedeutung der Wörter, auf die Grammatik achten und so weiter. Aber dann eben auch die Beziehungen zu anderen Bibelstellen machen, und so wird das Wort immer klarer.
Man muss also wieder an Apostelgeschichte und dann in Offenbarung 19, aber dann auch wieder 1. Mose 11 und natürlich Jeremia 29. So muss man die Bibel lesen, hin und her gehen. Das hat also nichts mit Weltreisen in der Endzeit zu tun. Es wurde auch schon so ausgelegt, das bedeutet eben, dass man in der Endzeit wird man eben so mobil werden. Natürlich wissen wir, dass man in der Endzeit sehr mobil sein wird, und es wird sogar Flugzeuge geben, das hat die Bibel klar gemacht, aber nicht an dieser Stelle. Da geht es ums Bibellesen.
Die Erkenntnis des prophetischen Wortes wird wachsen, viele werden es durchforschen, hin und her gehen, und die Erkenntnis wird sich mehren. Also ist es eine Verheissung: Gott gibt in der Endzeit speziell Licht. Aber wenn man sich diesem Licht verschliesst, indem man sagt: Ja, Endzeit war ja schon seit zweitausend Jahren, und was wollen die, die dann von Israel sprechen? Das geht wirklich gegen das Wort Gottes.
Treue, Jüngerschaft und das Festhalten an gesunder Lehre
Und gegen diese Belehrungen, dass wir uns im Klaren sein müssen, was die Endzeit bedeutet, wird jetzt auch deutlich: Gott hat das prophetische Wort nicht einfach gegeben, damit wir wissen, was kommt und die Ereignisse einordnen können. Das brauchen wir. Aber es ist wichtig, dass wir das prophetische Wort auf unser Gewissen, auf unser Herz anwenden und uns fragen: Was hat das jetzt mit meinem Weg zu tun? Mit dem Weg des Nachfolgers in den Fußstapfen des Messias?
Ich war im vorigen Vortrag von Wolfgang, da hat er ganz besonders diesen Aspekt herausgestrichen. Und das sehen wir eben jetzt auch ganz besonders, da 2. Timotheus mit diesen weit über dreißig konkreten Befehlen und Anweisungen uns hilft, ein Leben zu führen in der Endzeit, das den Herrn ehrt.
Wo wir uns von diesen Dingen der Gesellschaft wirklich klar distanzieren, von diesen: Wende dich weg! Denn aus diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und Frauen gefangen nehmen, die mit Sünden beladen, von mancherlei Begierden getrieben werden, die allezeit lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.
Ich erkläre diese Verse anhand einer kleinen Geschichte. Eine Familie war zusammen, hatte Abendandacht gemacht am Esstisch, und dann hat es geläutet. Der Vater geht, öffnet die Tür, und es waren Zeugen Jehovas da. Und er sagt: Von ihnen haben wir gerade gelesen. Und die waren eben gerade dann in 2. Timotheus 3,6.
Und so werden Menschen gefangen, wenn die so zu zweit kommen und eben einen anderen Jesus verkündigen, der nicht Gott ist, sondern sagen, das ist der Erzengel Michael, einen anderen Jesus, der uns nicht retten kann. Und die immer da lernen – erwachet muss man lesen, Wachturm, erwachet, Wachturm –, die immer da lernen und niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. Schlimm! Und das gehört auch zu dieser Endzeit, all diese Verführungen durch Sekten.
Aber da werden wir aufgeklärt, damit wir eben dann sagen können: Oh, jetzt haben wir gerade von Ihnen gelesen. Falls wir gerade in 2. Timotheus 3 waren, nicht wahr? Und sonst kann man sagen: Ja, letzte Woche habe ich gerade von Ihnen gelesen. Oder wir hatten dann am Wochenende in Zavelstein, haben wir gerade auch von Ihnen gelesen.
Und dann in Vers 8: In der Weise aber, wie Jannes und Jambres Mose widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen verdorben in der Gesinnung, unbewehrt hinsichtlich des Glaubens.
Nun, es geht um die Menschen in der Christenheit. Da gehören die Sekten dazu, aber alle Abstufungen. Wir haben ja sehr umfassend gelesen, diesen Katalog, Verse 1 bis 5, und jetzt steht hier: Die werden sein wie Jannes und Jambres.
Ich stelle mir vor, ich hätte mal Schiffbruch gemacht, irgendwo in Ozeanien, und wäre verschollen worden auf einer kleinen Insel und hätte nur die Bibel, also nur allein die Bibel. Das ist der größte Schatz, den wir hier auf Erden haben können. Wenn ich da lesen würde, aber ich weiß nicht, was dort und dort und dort und dort alles so geht in den evangelischen Gemeinden. Aber eines wäre mir klar: Die Endzeit ist die Zeit, in der Leute auftreten wie Jannes und Jambres.
Was haben die gemacht? Das sind die Namen der beiden Zauberer aus 2. Mose 7. Die haben Zeichen und Wunder getan, und wirklich täuschend ähnlich. Aber man konnte dann schon merken: Das ist nicht das Original. Die hatten auch ihre Grenzen. Ja, aber die haben Zeichen und Wunder getan. Das heißt, die Endzeit wird sein, dass in der Christenheit eben Verführung geschieht durch falsche Zeichen und Wunder, die wirklich Zeichen und Wunder sind, und die sind eine Gefahr für die evangelischen Gemeinden.
Und dann heißt es in Vers 9: Aber sie werden nicht weiter fortschreiten, denn ihr Unverstand wird allen offenbar werden, wie auch der von jenen es wurde.
Nur ein Beispiel: Jetzt ist die ganze Sache richtig aufgeflogen mit Bethel in Kalifornien. Und so viele Gemeinden, auch in Europa, sind von denen beeinflusst worden, nicht wahr, mit neuer Prophetie und Zeichen und Wundern und und und und Heilungen und so weiter, wie die Apostel. Und jetzt ist alles offenbar geworden: welcher Betrug, schrecklicher Betrug, welche Schande da ans Licht gekommen ist, wie Wolfgang davon gesprochen hat, jetzt gerade in idea veröffentlicht worden ist. Das ist so, dass dieser ganze Unverstand offenbar geworden ist. Gott bringt das so ans Licht.
Und es war bei den Zauberern so, dass schließlich diese Plage mit den Geschwüren am Körper auch über die Zauberer kam, und die haben sich so geschämt. Man muss wissen, in der ägyptischen Religion spielte die Reinheit der Haut eine unglaubliche Rolle, also schlimmer als bei manchen Leuten in unserer Gesellschaft, die wirklich eine Krise bekommen, wenn nur irgendetwas da entsteht oder da. Ja, aber eben perfekte Haut. Und darum waren die auch so darauf aus, dass die Pharaonen mumifiziert wurden. Die durften ja nicht eine verweste Haut bekommen, sondern das sollte alles erhalten bleiben, auf ewig, wenn möglich. Und das war so schrecklich. Es wurde richtig offenbar, als diese Plage sie getroffen hatte.
Weiter, Vers 10: Du aber hast genau erkannt meine Lehre, mein Betragen, meinen Vorsatz, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, mein Ausharren, meine Verfolgungen, meine Leiden, was für Leiden mir widerfahren sind in Antiochia, in Ikonium, in Lystra, was für Verfolgung ich ertrug, und aus allen hat der Herr mich gerettet.
Hm, du aber. Hausaufgabe: alle Stellen in 2. Timotheus zusammensuchen, wo es heißt: du aber. Du aber. Der Brief ist so persönlich geschrieben. Darum habe ich das, oder ich habe das ja auch so versucht rüberzubringen: Der Brief ist für dich geschrieben in der Endzeit. Und darum hier in 2. Timotheus an einen Mann ganz persönlich, um zu sagen: Wenn es auch nicht mehr viele gibt, die mit dir den Weg der Treue gehen wollen, spielt keine Rolle, du aber.
Wir müssen uns ganz persönlich entscheiden. Und das sehen wir oft, wenn evangelikale Gemeinden wirklich sich entarten und so vom Wort Gottes wegkommen, dass man bleibt wegen der Verwandtschaft, dass man bleibt wegen dem und dem und dem. Aber es geht darum, wirklich zu sehen: Du aber ist eine persönliche Entscheidung, dass man dem Herrn treu bleiben kann.
Und er sagt: Du aber hast genau erkannt meine Lehre. Ja, der Apostel Paulus hat Timotheus weitergeführt im Glauben, und das war Jüngerschaft. Er hat ihn belehrt, und er sagt ja in 2. Timotheus 2,1: Du nun, mein Kind. Timotheus kam durch ihn zum Glauben, darum nennt er ihn mein Kind. Erster Befehl: erstärke in der Gnade, die in Christus Jesus ist. Und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.
Also, diese Jüngerschaft ist nicht einfach nur so geschehen, eins zu eins, sondern Paulus hat unterrichtet, und Timotheus war da, und er hat ihn belehrt über die gesunde apostolische Lehre der Bibel in Gegenwart vieler Zeugen. Und jetzt sagt er: Du hast jetzt die Aufgabe, das, was du gelernt hast, auch anderen wieder weiterzugeben. Und achte darauf, dass du es gerade solchen auch weitergibst, die selber wieder fähig sind, dass einer weiteren Generation weitergegeben werden kann. Wir haben hier eigentlich vier Generationen: Paulus, Timotheus, drei Leute, andere weitergeben. Das muss so weitergetragen werden.
Das ist ihm ein Anliegen, und er sagt als Erstes: Du hast genau erkannt meine Lehre. Dann aber auch sein persönliches Leben: das Leben von Paulus, sein Betragen, sein Vorsatz, sein Glaube, seine Langmut, seine Liebe usw. So können wir in der Endzeit lernen, indem wir den Apostel Paulus studieren in der Apostelgeschichte und im Römerbrief. Er sagt so viel Persönliches, 1. Korintherbrief, 2. Korintherbrief usw. Und da können wir sein Betragen, seinen Vorsatz, seinen Glauben, seine Langmut, seine Liebe, sein Ausharren, seine Verfolgung, seine Leiden kennenlernen und uns dadurch ermutigen lassen.
Es ist so: Du aber hast genau erkannt meine Lehre. In der Fußnote wird erklärt: Du bist genau gefolgt meiner, also dem Beispiel folgen. Und so sollte Timotheus das Wort von dem Apostel festhalten.
Gesunde Worte, der ganze Ratschluss Gottes und die Bewahrung des anvertrauten Gutes
In diesem Zusammenhang möchte ich die Ermahnung aus 2. Timotheus 1,13 zeigen: Halte fest das Bild gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind. Bewahre das schöne, anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.
Halte fest – aber er sagt hier nicht nur: Halte fest die Worte, die du von mir gehört hast. Er sagt: Halte fest das Bild gesunder Worte. Das, was der Apostel Paulus gelehrt hat, war gesunde Lehre. Verzeihung, ich verspreche mich schon ab und an mal. Ja, halte fest das Wort, die Worte, aber er sagt: Halte fest die gesunden Worte.
Das griechische Wort hier bedeutet hygienische Worte, das heißt keimfrei. Da gibt es keine krank machenden Viren. Es gibt Lehren, christliche Lehren, die machen krank. Und dann wundern sich manchmal Psychiater: Was sind das für Leute? Die drehen so durch, und die haben so komische Ideen. Ja, das sind wirklich komische Ideen, weil sie das nicht aus der Bibel haben, sondern aus der Bibel vermischt mit falschen, eben ungesunden Lehren.
Es sind richtig gesunde Worte. Die gesunde Lehre macht uns auch gesund, hält die Seele auch gesund. Und dann sagt er aber nicht nur das, sondern das Bild gesunder Worte. Und in der Fußnote in der Elberfelder heißt es bei Bild: Umriss, Form, Muster.
Also hat der Apostel Paulus dem Timotheus nicht nur einfach exegetisch gezeigt: Schau, du musst diesen Vers so und den nächsten so und den so verstehen, das steht da in diesem Satz und dem Satz. Nein, er hat ihm die ganzen Zusammenhänge des Wortes gezeigt. Das ist der Punkt. Und das ist eine Gefahr bei den Evangelikalen, dass sie oft so bei der Exegese von einzelnen Sätzen bleiben und die Zusammenhänge nicht klar sind.
Zum Beispiel die heilsgeschichtliche Übersicht über die sieben Bündnisse und die sieben Heilszeitalter. Es beginnt mit einem Bund Gottes mit Segen. Und dann gibt es durch die Untreue des Menschen einen Niedergang, bis es schließlich zu Gericht und Fluch kommt. Aber dann wieder ein neuer Bund usw. Die ganze Heilsgeschichte vom Garten Eden bis zum Tausendjährigen Reich ist genau in sieben Zeitabschnitte so eingeteilt, und das ist eben Form, Umriss, die großen zusammen heilsgeschichtlichen Zusammenhänge.
Und das muss man lehren, und es ist so wichtig. Paulus sagt: Halte fest das Bild gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, verbunden mit dem Herzen, die in Christus Jesus sind. Und dann sagt er: Bewahre das schöne, anvertraute Gut.
Und es gibt solche, die haben das gelernt, und später haben sie gedacht: Ich bin gescheiter. Und haben das über Bord geworfen und haben gesagt: Jetzt bin ich Bundestheologe. Und dort geht es genau nicht um diese Bündnisse in ihrer Abfolge und ihrer stringenten, also völlig konsequenten Durchführung. Bewahre das schöne, anvertraute Gut.
Und das ist so wichtig: an diesen gesunden Lehren, eben auch heilsgeschichtlichen, zusammenhängenden Lehren festzuhalten. Wie der Apostel sagt in Apostelgeschichte 20 zu den Ältesten von Ephesus: Ich habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt. Und das wird Timotheus so ans Herz gelegt, diese Dinge festzuhalten.
Aber eben, wir sehen, dass der Feind bemüht ist, gerade unter evangelikalen Gemeinden das prophetische Wort zu rauben. Und die Bundesteologie ist ein solcher Weg, dass man das prophetische Wort verliert. Und die sagen: Nein, Israel, das hat nichts zu bedeuten. Jetzt, wo es so offensichtlich ist, wo vor unseren Augen das prophetische Wort sich erfüllt, nein, Israel hat nichts zu bedeuten. Das ist unglaublich. Da wird einem das Wort geraubt.
Ja, und darum gilt: Halte fest, bewahre das schöne, anvertraute Gut, und gib es eben wieder anderen weiter, damit so Generationenabfolgen entstehen. Und ganz schön in 2. Timotheus 2,7 wieder ein Befehl: Bedenke, was ich sage, denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen.
Manchmal hört man gesunde Lehren, aber irgendwie geht es nicht rein. Es macht nicht klick. Aber es ist normal, das geschieht bei allen. Man muss also nicht irgendwie denken: Mir ist etwas geistlich einfach nicht in Ordnung, weil es bei mir nicht immer klick macht. Nein, man muss manchmal über Dinge einfach nachdenken, oder manchmal muss man es einfach auch ruhen lassen und später wieder daran gehen. Und plötzlich macht es klick.
Wirklich: Bedenke, was ich sage, denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen. Und so haben wir so viele schöne Belehrungen, wie wir als Evangelikale, die eben dem Evangelium wirklich von Herzen verpflichtet sind, bewahrt bleiben können in der Endzeit. Ich möchte noch ein paar wenige Perlen weitergeben.
Letzte Ermahnungen für den Dienst in einer verführerischen Zeit
2. Timotheus 3,13: Böse Menschen aber und Betrüger werden zu Schlimmerem fortschreiten, indem sie verführen und verführt werden.
Das Wort Betrüger ist hier griechisch goes. Das ist ein Gaukler, also einer, der Zeichen und Wunder tut, die aber nur Tricks sind. Ich habe von Jannes und Jambres gesprochen. Die haben wirklich Zeichen und Wunder getan, und solche gibt es auch in der Endzeit, aber als Verführung.
Jesus sagt in Matthäus 24 in der Endzeitrede, dass viele auftreten werden und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Also wird das in der Endzeit, wie klar gesagt, ein Problem sein: Verführung durch Zeichen und Wunder, und zwar sogar durch große Zeichen und Wunder, die nicht einfach offensichtlich sind. Darum sagt der Herr, dass sogar die wahren Gläubigen in Gefahr sind, wenn möglich verführt zu werden. Das sind einfach die echten Gläubigen, die sich wirklich bekehrt haben.
Hier wird also gesagt, dass es auch Betrüger gibt. Es gibt wirklich Betrüger, die das mit Tricks machen. Da heißt es dann: Ah, jetzt ist das Bein verlängert, siehst du, gleich lang, ja, gleich lang. Und wenn man es untersucht, war es Betrug. Ja, es gibt beides. Es gibt echte Zeichen und Wunder, aber zur Verführung, und es gibt solche, die wirklich Betrügereien sind, wo jeder merkt: Das ist genau das Gleiche in der Hypnose.
Sie gehen auf die Straße, haben Schmerzen. Ja, wie viel, von eins bis zehn? Ja, sieben. Gut, bringen wir gleich weg. Und dann Hände auflegen und so. Was spüren Sie? Ja, es wird warm. Ja, natürlich wird es warm. Das ist etwas Manipulatives. Und wenn es dann noch dämonisch ist, umso schlimmer. Das kann auch warm werden mit Dämonen. Aber es kann auch warm werden nur durch solche Manipulation, und dann ist es plötzlich weg. Ja, mit Schmerzen, das ist das Problem.
Das hat man schon einmal mit Kindern beim Arzt erlebt. Wo tut es weh? Au, da, au, und da, au. Ja, es tut überall weh. Kinder können das gar nicht so richtig lokalisieren, weil Schmerzen etwas so Subjektives sind. Und wenn man dann die bestimmte Stimmung hinkriegt, sind plötzlich die Schmerzen weg. Aber dann muss man fragen, wie es am nächsten Tag ist.
Ja, aber es gibt eben auch den Betrug. Das wird hier gesagt. Und dann Vers 14: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast, wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast. Das ist eben auch noch ein Punkt. Man kann heute von so vielen Leuten etwas lernen: im Internet. Ich könnte alle möglichen Links geben. Da kann man von dem lernen, von dem lernen, von dem lernen, von dem lernen. Und da muss man sich nicht wundern, wenn man völlig verwirrt ist und nicht mehr weiß, was eigentlich stimmt.
Es kommt schon darauf an, dass man schaut, von wem man lernt. Man muss wirklich die gesunde Lehre vermittelt bekommen. Darum wird hier gesagt: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast. Gib das nicht auf. Du bist völlig überzeugt davon, weil du weißt, von wem du gelernt hast.
In Apostelgeschichte 17,11, bei Paulus in Beröa, sagt Lukas, dass sie edel waren. Warum? Sie haben das Wort von Paulus bereitwillig aufgenommen, aber täglich die Schrift gelesen, um zu überprüfen, ob das, was der Apostel gesagt hat, mit ihr übereinstimmt. Und wenn man dann schließlich merkt, das stimmt überein, das stimmt überein, das stimmt überein, dann weiß man, von wem man gelernt hat. Dann ist es wichtig, dass man das auch festhält und darin eine eigene Überzeugung bekommt, die direkt auf die Schrift abgestützt ist.
Darum heißt es dann weiter: Und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Jetzt sehen wir, wie gerade für die Endzeit die völlige Inspiration der Bibel betont wird: alle Schrift von Gott inspiriert. Darum können wir uns da völlig darauf abstützen. Und die Muslime nennen uns Al al-Kitab, das Volk des Buches. Das ist ein Ausdruck aus dem Koran. Das ist so ein schöner Name. Das sind die Leute, die einfach gekennzeichnet sind durch ein Buch, durch die Bibel. Ja, wir sind die Leute von dem Buch.
Und jetzt zum Schluss noch etwas aus Kapitel 4, Vers 2: Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit, überführe, weise ernstlich zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre.
Predige das Wort. Es ist so wichtig, wenn wir in den Gemeinden predigen, dass wir nicht einfach einen Vers nehmen und dann das benutzen wie ein Sprungbrett im Schwimmbad, ein Sprungbrett predigt, ja? Das hält man ab, und dann kann man alle möglichen Ideen und Lebensweisheiten bringen. Aber es geht darum, dass wir das Wort predigen und dass wir eben erklären, was dieser Satz sagt, was dieser Satz sagt, also eine Auslegung geben, was das Wort sagt, und dann die großen Zusammenhänge im ganzen Wort Gottes aufzeigen. Predige das Wort, nicht irgendwelche Lebensweisheiten. Die kann man auch in solchen Büchern, im Englischen heißen die how to, also how to make friends, wie macht man Freunde, und how to. Also Lebensweisheiten, aber das Wort predigen und die Lebensweisheiten direkt aus dem Wort schöpfen.
Und dann heißt es: Halte darauf. Vers 8: Tritt dafür ein, steh bereit! Nicht wahr, es gibt so viele Wahrheiten des Wortes, die werden heute in Frage gestellt, auch in den Gemeinden. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann sagen: Ja gut, das sehen halt nicht alle gleich. Aber wir müssen dazu stehen. Und das wird hier gesagt: Predige das Wort, haltet darauf, steht dazu, zu gelegener und ungelegener Zeit. Und ungelegener Zeit, dann ist es ziemlich schwierig. Aber dann überführe, weise ernstlich zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre, geduldig und immer begründend, nicht einfach sagen: Das ist so, fertig. Nein, begründen anhand des Wortes Gottes.
Und das alles, weil eine Zeit sein wird, in der sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen, indem es ihnen in den Ohren kitzelt. Das ist das Problem heute, dass man das Wort oft nicht mehr erträgt in den evangelischen Gemeinden, und man möchte lieber Dinge hören, die einfach so in den Ohren kitzeln. Und es heißt weiter, dass sie sich von der Wahrheit abkehren, sich zu den Mythen hinwenden.
Du aber sei nüchtern in allem, leide Trübsal, tu das Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst. Sieht man die Konzentration von Befehlen? Alles direkte Anweisungen für unseren Weg in den letzten Tagen. Dann machen wir jetzt Pause.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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