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Gemeinschaft, die wir leben

04.05.2025
Event•Teil 5 / 5STEPS Konferenz 2025
Wie geht echte Gemeinschaft, wenn Nähe auch weh tun kann? Warum sind Verletzungen und Rückzug oft Teil von Beziehungen – und wie kann das Evangelium da wirklich verändern? Entdecke, wie Liebe, Vergebung und regelmäßiges Gebet uns beziehungsfähig machen und welche Rolle Gott als Gemeinschaft lebt, sucht und schenkt. Bist du bereit, dein Herz zu öffnen und Nähe trotz Schmerz zu wagen?

Einleitung: Ein Bild für das Leben in Beziehungen

Ich möchte mit dem Stachelschwein-Dilemma starten. Ihr seht etwas anders als ich. Sehr. Keine Technik, könnt ihr mir hier vorne auf den Monitor? Danke, super.
Arthur Schopenhauer ist ein deutscher Philosoph, und er hat über Stachelschweine gesprochen. An einem kalten Wintertag haben sich ein paar Stachelschweine als Gruppe zusammengeschlossen, um sich gegenseitig Wärme zu spenden und nicht zu erfrieren. Doch je näher sie zusammenrücken, desto mehr pieksen sie sich gegenseitig, und das treibt sie wieder auseinander. Weil ihnen nun wieder kalt wird, rücken sie wieder zusammen, und so geht es hin und her. In der Nähe verletzen sie sich, und in der Ferne frieren sie.
Man könnte darüber nachdenken und sagen: Arme Schweine, diese armen Tiere. Auf der einen Seite haben sie diese Sehnsucht, dass sie Wärme erleben möchten. Sie brauchen einander, um diese Nähe und diese Wärme zu haben. Sie haben die Sehnsucht, dass es kuschelig ist. Und auf der anderen Seite haben diese Stachelschweine, wie der Name schon sagt, einfach pieksige, blöde Stacheln. Je näher sie kommen, desto mehr pieksen sie sich. Dann gehen sie wieder auseinander, und wenn sie auseinander sind, dann frieren sie wieder.
Ich glaube, diese Stachelschweine sind so ein bisschen wie wir. Ich glaube, uns geht es auch so. Wenn wir über Gemeinschaft nachdenken, dann geht es mir so, dass ich denke: Gemeinschaft ist etwas Wunderschönes. Und ich sehne mich sehr nach schöner Gemeinschaft. Und wenn wir hier sind, dann haben wir wunderschöne Gemeinschaft. Wunderschöne Gemeinschaft ist, wenn man zusammen ist und Tränen lacht. Kennt ihr solche Situationen, in denen ihr Tränen lacht?
Ich habe es gestern Abend voll gefeiert. Gestern Abend saßen da oben so zwei Teenager, ich weiß nicht, und die haben ein ganzes Lied durch Luftschlagzeug gespielt. Kennt ihr das so? Ein ganzes Lied! Und die haben so eine Gaudi gehabt. Sind die noch hier? Okay. Okay, ich will niemanden hier bloßstellen. Aber das war so, und sie waren da und hatten so eine Gaudi. Und alle, die drum herum waren, hatten auch Gaudi. Und ich habe gedacht: Es ist richtig schön, wenn du mit Leuten zusammen lachst. Das ist einfach richtig schön.
Und auf der anderen Seite ist Gemeinschaft einfach etwas heftig Schweres. Gemeinschaft hat etwas mit Verletztwerden zu tun und mit Erwartungen an jemand anderen, die nicht erfüllt werden.

Zwei zerstörerische Muster in Beziehungen

Ich möchte mit euch heute über zwei toxische Werkzeuge in Beziehungen sprechen. Ich habe hier vorne etwas aufgebaut. Das eine ist das Schwert. Und dann ist da das Bild, dass wir Menschen wie diese Stachelschweine sind: Jeder von uns hat Stacheln, und mit denen gehen wir gern in den Angriff. Wir greifen andere an und verletzen sie. Auf der anderen Seite lieben wir Menschen aber auch den Rückzug. Wir verstecken uns gern vor den Leuten, die irgendwie kommen, und ziehen uns zurück.
Ich möchte mit euch heute über diese beiden Gewohnheiten sprechen, die wir Menschen haben, und darüber, wie wir uns gegenseitig wehtun und wie wir uns gegenseitig zurückziehen.
Wisst ihr, ich habe das Gefühl, Teenager in Zeiten von WhatsApp zu sein, ist richtig blöd. Vor kurzem hatte ich wieder eine heulende Schülerin bei mir in der Klasse sitzen. Sie sagte: Herr Platte, wissen Sie, in der WhatsApp-Gruppe, in der ich nicht drin bin, wurde über mich hergezogen und gelästert. Und was die über mich geschrieben haben ... Dann hat auch noch jemand die Dreistigkeit besessen, einen Screenshot davon zu machen und mir zu schicken. Und jetzt weiß ich, was die über mich erzählt haben.
Kennt ihr das, dass Leute euch mit Worten verletzen? Dass diese Worte wie Stacheln sind und richtig mies reingehen? Kennt ihr das, dass Leute über euch reden? Seid ihr schon mal verletzt worden? Das ist nichts Neues. In den Sprüchen finden wir, dass die Worte mancher Leute wie Messerstiche sind. Und in Psalm 57 heißt es: Mitten unter Löwen liege ich, die Menschen verschlingen; ihre Zähne sind Speer und Pfeile, und ihre Zunge ist ein scharfes Schwert. Wir verletzen uns mit unserer Zunge.
Wie oft ist Reden tatsächlich etwas, womit wir uns gegenseitig wirklich wehtun. Wenn wir laut werden, wenn wir sarkastisch werden, wenn wir ironisch werden, wenn wir in die Wunde so richtig reinpiksen können. Wisst ihr, ich bin mit drei Schwestern aufgewachsen, okay? Wer drei Schwestern hat, der braucht keine Feinde mehr, ich sag’s euch. Was ich gelernt habe, ist tatsächlich, böse zurückzuschießen. Ich habe nie gelernt zu kämpfen, okay? Ich bin ein wirklich schlechter Ringer. Ja, meine Frau ist da viel besser. Meine Frau hatte einen wirklich sehr handfesten Bruder. Und als ich mit der gebrochenen Hand gekommen bin, haben die Leute gefragt: Ach, armer Daniel, habt ihr Ehestreit gehabt? Meine Frau, die ist wirklich die Bärin, die kann das viel besser.
Aber was ich besser kann, ist, spitze Worte zu schießen. Da bin ich wirklich gut, und das haben wir bei uns in der Familie gelernt. Subtil, aber böse. Die treffen, kennt ihr das? Seid ihr schon mal Opfer davon geworden, dass Leute über euch geredet haben und euch damit verletzt haben?
Und auf der anderen Seite ist da die Wand, und wir ziehen uns zurück. Hast du das schon mal erlebt, dass du jemanden gebraucht hast und diese Person gerade nicht da war? Als du deinen Vater gebraucht hast, und da, wo es in deinem Leben irgendwie drunter und drüber ging, hast du gedacht: Jetzt brauche ich die Umarmung meines Vaters, den Rat meines Vaters. Aber da saß dein Vater in seinem Arbeitszimmer und hatte keine Zeit für dich. Und die Tür war zu. Kennst du diesen Vaterschmerz, dieses Nicht-da-Sein?
Kennst du das, dass dein Freund dich auf einmal bei WhatsApp blockt? Und kennst du die Verletzung, wenn sich jemand zurückzieht und dir durch dieses Zurückziehen signalisiert: Du bist mir eigentlich egal. Es interessiert mich nicht, wie es dir gerade geht. Ich habe kein Interesse daran, dass du irgendwie weiterkommst in deinem Leben. Bist du selbst schon mal Opfer geworden, dass sich Leute zurückgezogen haben? Hast du dich selbst schon mal zurückgezogen?
Kennt ihr die scheppernde Zimmertür, wenn du im Streit mit deinen Eltern einfach davonrennst und dich in einem Zimmer einschließt? Kennst du das, dass du die Kopfhörer aufziehst und irgendwie nicht mehr da bist? Ich glaube, dieses Zurückziehen, das kennen wir ja.
Dallas Willard, den man jetzt schon ein paarmal hier auf dieser Konferenz gehört hat, hat es so gesagt: Angriff und Rückzug sind zwei grundlegende Formen, die Sünde im Bereich der Beziehungen annimmt. Jeder Mensch auf dieser Welt praktiziert und leidet unter Verletzungen und Rückzug.
Hast du das in deinem Leben irgendwie erlebt?

Warum Gemeinschaft für uns unverzichtbar ist

Weisst du, Verletzung und Rückzug ist nicht nur etwas, was Teenager erleben. Sondern Verletzung und Rückzug ist auch etwas, was Ehepaare oft erleben.
Ich bin mittlerweile mit meiner Frau 32 Jahre verheiratet, und wir werden jetzt nicht mehr eingeladen auf Hochzeiten. Doch, Raffi, ich bin eingeladen auf eine Hochzeit. Aber mittlerweile ist es so, dass unsere Freunde eher nein, man schickt keine Karten mehr. Aber dass unsere Freunde sich scheiden lassen, sich trennen und dass da Beziehungen irgendwie schwierig sind.
Der Dreissigjährige Krieg, weisst du, da ist Angriff und die spitzen Worte, die in der Familie hin und her fliegen zwischen dem Mann und der Frau, und der Rückzug, dass der Mann oder die Frau sich einfach verstecken und man lebt nebeneinander her.
Und es gibt zum Glück heutzutage so schöne Betäubungsmittel, die den Schmerz von dieser Leere irgendwie überdecken. Man nennt diese Betäubungsmittel Netflix oder anderes. Und dann sitzt du da und du merkst diesen Schmerz nicht. Aber die Beziehung ist lange nicht mehr das, was du eigentlich möchtest.
Und ich weiss nicht, ob du schon in einer Partnerschaft bist oder nicht. Aber darf ich dir eins sagen: Lernet es beizeiten, diese Mechanismen, diese toxischen Tools zu durchschauen und zu durchbrechen. Und es ist mein Ding heute, was ich mit euch machen möchte. Ich möchte euch zeigen, wie das Evangelium von Jesus uns beziehungsfähig macht, wie das Evangelium von Jesus dich rausholen möchte hinter deiner Wand hervor und dir das Schwert aus der Hand nehmen möchte, dass du beziehungsfähig wirst, dass du ein Mensch der Liebe sein kannst, der wirklich Liebe lebt.
Aber bevor wir darüber reden, möchte ich kurz über die Bedeutung reden. Warum ist Gemeinschaft eigentlich so wichtig?
Der erste Punkt, warum Gemeinschaft wichtig ist, heisst: Gemeinschaft ist wichtig, weil Gott ein Gott der Gemeinschaft ist. Der Gott, an den wir glauben, ist zutiefst ein Gott der Gemeinschaft. Ist euch das schon mal aufgefallen? Der Gott, an den wir glauben, ist ein dreifacher Gott. Unser Gott ist dreifach, denn einfach wäre zu einfach.
Das hier ist aus der Sixtinischen Kapelle, für den, der das kennt: Gott berührt den Finger von Adam. Dieses Zeichen, dass Gott Gemeinschaft sucht. Der Gott, an den wir glauben, ist eine Trinität, eine Dreieinheit. Verstehst du die Dreieinheit? Nein, ich auch nicht. Und immer, wenn die Zeugen Jehovas, die ja bekanntlich nicht an die Dreieinheit glauben, bei uns an der Tür klingeln, dann freue ich mich und dann gehe ich hin und dann will ich mit denen ein bisschen diskutieren. Und jetzt vor kurzem haben sie auch wieder gesagt: Verstehen Sie etwa diese Dreieinheit, das ist doch ganz komisch. Und dann habe ich gesagt: Natürlich verstehe ich es nicht. Es wäre doch schlimm, wenn ein Gott, an den ich glaube, wenn ich alles verstehen würde.
Aber ich liebe es, dass Gott eine Dreieinheit ist. Wisst ihr warum? Weil Gott in sich Gemeinschaft ist. Gott in sich lebt Gemeinschaft. Die haben Freude aneinander, die lieben sich gegenseitig, die wertschätzen sich gegenseitig.
Wisst ihr, als Jesus hier auf dieser Erde ist und sich taufen lässt, da ist der Vater im Himmel so begeistert von seinem Sohn, da muss er den Himmel aufreissen und er ruft runter: Das ist mein geliebter Sohn! Der Vater freut sich an seinem Sohn. Was macht er da gerade? Er ist bereit, sein Leben zu geben als Opferlamm für diese Welt, und er freut sich über seinen Sohn.
Eines der letzten Sätze, die Jesus sagt, bevor er ans Kreuz geht, sagt er zu seinen Jüngern: Damit die Welt erkennt, dass ich meinen Vater liebe, steht auf, lasst uns von hier weggehen. Warum geht Jesus ans Kreuz? Damit die Welt erkennt, dass Jesus seinen Vater liebt. Jesus geht natürlich aus Liebe zu dir an das Kreuz, aber er geht auch ans Kreuz, um zu zeigen: Ich mache das für meinen Vater.
Und was macht der Heilige Geist? Der Heilige Geist ist so begeistert von Jesus, er will ihn immer gross machen. Wenn Jesus über den Heiligen Geist redet, sagt er: Er wird mich verherrlichen. Der Heilige Geist ist so begeistert von Jesus, dass er ...
Merkt ihr, was von der Schönheit der Dreieinheit? Wisst ihr, die Dreieinheit braucht uns nicht. Die Dreieinheit, die ist Liebe in sich. Und diese Dreieinheit war, bevor die Menschen da waren, in Harmonie und Freude beieinander. Die alten Kirchenväter, die haben so ein Bild benutzt. Die haben gesagt: Der Tanz der Dreieinheit. Die haben einfach zusammen Freude gehabt und sie sind zusammen getanzt. Und weil sie Liebe haben, deswegen sagen sie: Wir möchten die Menschen mit in diese Gemeinschaft einnehmen.
Deswegen hat Gott die Menschen gemacht, weil er uns mit einnehmen möchte.
Und das ist der zweite Punkt: Ach so, erster Punkt, Gott lebt Gemeinschaft. Zweiter Punkt, Gott sucht Gemeinschaft.
Der Adam, der versteckt sich, er versteckt sich vor Gott. Und Gott sagt: Adam, wo bist du? Gott sucht den Menschen. Als Zacchaeus sich versteckt in diesem Maulbeerbaum, da geht Jesus hin und sagt: Zacchaeus, komm runter. Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an. Jesus ist der, der uns sucht. Gott ist der, der uns sucht. Gott sucht Gemeinschaft, er möchte uns mit hineinnehmen in diese Liebesgemeinschaft der Dreieinheit. Er sucht uns von den ersten Seiten der Bibel bis zu den letzten Seiten.
Und das Letzte: Gott schenkt Gemeinschaft.
Wenn du hier diese Schöpfungsgeschichte durchliest, das ist alles wunderbar. Sechsmal, nein, fünfmal ist es gut, einmal ist es sehr gut, und er freut sich an dem, was er gemacht hat. Und dann auf einmal in Genesis 2 steht eine Sache ist nicht gut. Und es steht wirklich drin: Was ist denn nicht gut im Garten Eden? Gott schaut den Menschen an und sagt: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.
Und was macht Gott? Wisst ihr die Diagnose? Das ist von Gott, nicht der Adam sagt: Gott, guck mal. Sondern Gottes Diagnose. Der Adam braucht noch jemanden, und Gott schenkt dem Adam ein Gegenüber. Gott schenkt Gemeinschaft.
Und wir sehen das auch immer: Gott schenkt Freundschaften, ja. Und wenn du einen guten Freund hast, das ist etwas, woran Gott sich Freude hat, weil er möchte, dass du in heilen Beziehungen lebst. Gott ist einer, der Ehe schenkt. Gott ist einer, der Gemeinde schenkt. Er möchte dich beschenken mit heilen, guten Beziehungen. Er möchte, dass in deinem Leben Lachen ist und wenn du Tränen hast in deinem Leben, dass es nicht nur deine eigenen Tränen sind, sondern dass du jemanden hast, der mit dir weint. Gott möchte, dass du Gemeinschaft hast.
Gott schenkt Gemeinschaft, Gott ist der, der Gemeinschaft schenkt.

Gemeinschaft als Ort der Erkenntnis und Reifung

Und du? Ich glaube, Gemeinschaft ist auch ein so wichtiges Thema, weil du Gemeinschaft brauchst.
Sehnst du dich manchmal nach jemandem, der dich umarmt? Man umarmt sich so schlecht selbst. Hast du es mal versucht, dich selbst zu umarmen? Es klappt nicht so gut. Hast du manchmal ein bisschen Sehnsucht nach Umarmung? Wir fragen gerade mal: Wer wird gerne umarmt? Achtung, wir gucken jetzt mal. Ich glaube, die, die sich nicht melden, schlafen gerade.
Okay, pass auf, diese Sache können wir ganz schnell abhelfen. Wir sind hier mitten im Mittagstief, eure Nacht war kurz, und ihr müsst euch jetzt ein bisschen bewegen. Darf ich euch bitten? Ich möchte euch einladen zu einem Grace Hug, okay? Wisst ihr, was ein Grace Hug ist? Eine Gnadenumarmung. Okay, steht alle auf, sucht euch eine Person, vielleicht auch zwei, und dann schenkt ihr ihr eine kräftige Umarmung. Gott möchte das, ja, jawohl.
Und jetzt: Gibt es irgendjemanden, der noch nicht umarmt worden ist? Achtet darauf, dass keiner nicht umarmt wird. Ich weiß nicht, wenn wir Autisten hier haben, ist es schwierig. Wenn wir Introvertierte haben, ist es okay. Ja, aber sonst alle anderen: Okay, danke, dürft euch wieder hinsetzen. Oh, danke, ich habe auch einen gekriegt.
Weißt du, du brauchst Gemeinschaft. Du brauchst diese Nähe. Merkst du, wie dir das guttut, einfach wenn da jemand ist, der dich in den Arm nimmt? Ich habe das hier auf dieser Konferenz so gefeiert. Heute Morgen kam ich an, und Benny Tanner, ein Baum von einem Mann, hat mich umarmt. Und ich kam mir so klein vor, und es war schön. Oder Benny Lorenz, oder, ich weiß nicht, Markus Koch hat mich umarmt. Es ist richtig schön, oder?
Hey Leute, wisst ihr, ich bin ein fünfundfünfzig Jahre alter weißer Zismann, aber ich brauche Umarmungen, okay? Und es ist gut, wenn ich in zehn Jahren wiederkomme. Dann machen wir die Fortsetzung, und die nennt sich dann Bruderkuss. Nein! Die Sarah hat furchtbar Angst, dass ich irgendwie quitsch bin, und jetzt mache ich es. Nein, natürlich nicht.
Ich bin oft in der italienischen Gemeinde, und da ist der Bruderkuss das Normalste von der Welt. Also habt euch nicht so. Nächstes Jahr international, da werden euch irgendwelche Leute abküssen.
In der Gemeinschaft: Warum ist die Gemeinschaft wichtig für dich? Darf ich dir was sagen? In der Gemeinschaft lerne ich mich besser kennen. Warum ist Gemeinschaft für mich wichtig? Darf ich dir was sagen? Dein Spiegelbild sagt dir nicht, wie du aussiehst. Dein Spiegelbild sagt dir, wie du selbst möchtest, dass du aussiehst. Weißt du, wenn du vor den Spiegel trittst, dann stellst du dich gerade hin und dann lächelst du dich an. Aber das ist nicht so, wie du normalerweise aussiehst. Dein Spiegel sagt dir das nicht.
Vor kurzem habe ich mir meine Urlaubsbilder mit meiner Frau angeguckt. Meine Frau hat mich fotografiert, und dann stand ich da in Schweden. Dann habe ich zu meiner Frau gesagt: Das Bild mag ich nicht, guck mal, wie ich da stehe, da sieht man meinen Bauch so gut. Und dann hat meine Frau so gelächelt und gesagt: So stehst du immer. Das war irgendwie peinlich, versteht ihr?
Ich brauche den anderen, damit ich selbst verstehe. Wisst ihr, ich habe blinde Flecken. Ich brauche den anderen, damit ich durch seine Augen mich selbst sehe. Und ich bin so dankbar, wenn du einen Partner hast, wenn du einen Freund hast, der dich genug liebt, um dir die Wahrheit zu sagen. Hast du jemanden, der dich genug liebt, um dir die Wahrheit zu sagen? Du brauchst Gemeinschaft, um dich selbst zu erkennen.
Du brauchst den anderen, damit du Jesus besser kennenlernst. Deine Beziehung ist sehr persönlich. Du siehst Dinge an Jesus durch deine eigene Brille. Und ich feiere meinen Hauskreis, ich liebe wirklich meinen Hauskreis sehr. Da sitzen wir mit zwölf bis fünfzehn Leuten, und auf einmal erzählen mir Leute, wie sie biblische Geschichten sehen. Mit einer ganz anderen Brille, durch eine ganz andere Persönlichkeit. Ganz andere Dinge werden ihnen wichtig, und sie erzählen mir das. Und mein Herz geht auf, mein Glaube wird tiefer, mein Bild von Jesus wird größer, wenn ich es durch die Augen meines Bruders und meiner Schwester sehe. Du brauchst den Bruder, du brauchst die Schwester, um mehr von Jesus zu sehen.
Und das Letzte: Du brauchst die Gemeinschaft, weil sich da dein Glaubensleben bewährt. Ist euch das aufgefallen, wie neutestamentliche Briefe aufgebaut sind? Die Briefe sind fast alle so aufgeteilt. Am Anfang gibt es den Lehrteil, da geht es um Lehre, da geht es ums Evangelium. Und dann, wir finden es beim Römerbrief, wir haben Römer 12 eben hier gehört, ja, da finden wir das so wunderbar. Und dann gibt es einen Cut, und dann kommt die Praxis.
Und wisst ihr, worum es sich in der Praxis zum ganz großen Teil handelt? Es geht um deine Beziehungen. So weit es an euch ist, haltet Frieden miteinander. Im Epheserbrief, wie wir miteinander reden sollen, in den ganzen Briefen, wir finden es gleich, kommen wir noch zu der Kolosserstelle, wie wir miteinander umgehen. Das Bewährungsfeld für deinen Glauben sind deine Beziehungen, das Umgehen mit deiner Familie, mit deinen Eltern.
Weißt du, ich weiß, dass deine Eltern im schwierigen Alter sind. Ja, ich weiß, das ist wirklich ein bisschen kompliziert. Vielleicht sind deine Eltern Midlife-Crisis-gebeutelt, und dein Vater will sich ein Motorrad kaufen oder irgend so komische Sachen. Es ist komisch, aber weißt du, die Bibel sagt: Das ist dein Bewährungsfeld. Und wenn sie komisch sind, liebe sie trotzdem.
Weißt du, wie schnell sind wir dabei, dass wir zum Schwert oder zur Wand greifen? Dass wir angreifen oder uns zurückziehen. Und die Bibel sagt: Im Alltag, in deinen Beziehungen, mit deinen Arbeitskollegen, in deiner Gemeinde soll sich dein Glaube bewähren. Dein Glaube wird wachsen, nicht wenn du dich zurückziehst, sondern dein Glaube wird wachsen, wenn du in den Beziehungen reifst, wenn du es lernst, gute Beziehungen zu halten. Weil auch der Feind weiß, dass Beziehungen für dein Leben wichtig sind, möchte der Feind gerne Beziehungen nehmen, um dich kaputt zu machen.

Warnung vor zerstörerischen Einflüssen

Und ich möchte gerade auf zwei Dinge hinweisen: Der Feind missbraucht Beziehungen. Und tatsächlich gibt es Beziehungen, in denen Missbrauch drin ist, ganz unterschiedlich: Machtmissbrauch, geistlicher Missbrauch, wo Menschen anfangen, der Heilige Geist für dich zu spielen und dir sagen, was du tun sollst, Machtmissbrauch, sexueller Missbrauch. Das ist ein heikles Thema, und das ist ein Thema, da brauchst du Hilfe. Und bei diesen Themen würde ich sagen: Bleib bitte nicht allein damit. Da brauchst du Hilfe.
Weißt du, da hat der Feind wirklich einen dicken Fuß in deiner Tür. Und bitte komm da raus und such dir Hilfe. Wir haben hier unser Welcome Team, wir haben Leute, die damit Erfahrung haben, oder die dich vermitteln können zu Leuten, die dir helfen können. Aber der Teufel möchte gerade Beziehungen missbrauchen, um dich zu Fall zu bringen, um dich kaputt zu machen. Und deswegen: Erlaube dem Teufel nicht, Beziehungen zu missbrauchen, um dich kaputt zu machen. Such dir an der Stelle Hilfe.
Wisst ihr, wenn wir nachher über Vergebung reden, und wir müssen über Vergebung reden, wenn wir über Beziehungen reden, dann ist es beim Missbrauch so: Ja, du sollst vergeben. Aber du brauchst Hilfe. Du musst noch einmal eine Ebene tiefer gehen. Es ist nicht petzen, es ist nicht irgendwie etwas anderes, sondern hol dir Hilfe.
Und das andere ist: Der Teufel will dich abhalten, indem er dir schlechte Freunde gibt. Weißt du, du wirst irgendwie geprägt. Freunde prägen dich im Guten, aber genauso auch im Schlechten. Und die Bibel warnt von den ersten Seiten bis zu den letzten, das ist ganz interessant, vor schlechten Freunden. Das schöne Buch der Psalmen fängt so an: Wohl dem, der nicht sitzt im Kreis der Spötter. Passt auf, wenn da Beziehungen sind, die dich wegziehen von Jesus, wenn es Leute sind, die über Gott spotten, die deinen Glauben nicht respektieren, dann sagt die Bibel: Pass auf, lass dich nicht von ihnen prägen.
Der Ausdruck, den die Bibel da braucht, ist Absonderung. Der hat heute nicht so einen schönen Klang. Absonderung, das hört sich so ein bisschen nach Gesetzlichkeit an. Und trotzdem ist es ein zutiefst biblischer Hinweis: Pass auf deine Beziehungen auf und löse dich von Beziehungen, die dich von Jesus wegziehen. Ich glaube, das sind zwei Füße, die der Teufel gerne in deine Tür stellen möchte, um dich da rauszulocken.
Aber wie kann jetzt das Evangelium uns beziehungsfähig machen? Wisst ihr, das Schöne ist, dass der Herr Jesus uns wirklich beziehungsfähig machen möchte. Er gibt uns Werkzeuge in die Hand, um uns da herauszuführen.

Das Evangelium als Kraft für neue Beziehungen

Der erste Punkt: Du kannst Nähe wagen, denn du bist geliebt.
Ich möchte dir einen Bibelvers zeigen, hier aus Kolosser. Im Kolosserbrief sind wir genau an dieser Stelle, nachdem Paulus über das herrliche Evangelium geredet hat. Jetzt geht er zur Praxis über: Was hat das mit deinem Alltag zu tun?
Hier heißt es: So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld. Ertragt einer den anderen und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand Klage hat gegen den anderen. Wie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.
Ist dir aufgefallen, dass am Anfang und am Ende dieser Anweisung, wie wir Beziehungen leben sollen, das Evangelium steckt? Wer bist du? Du bist Gottes geliebtes Kind. Du bist der Heilige. Du bist der, den Jesus von seiner Sünde abgewaschen hat. Du bist der, dem vergeben worden ist.
Und weißt du, Jesus kommt an die Tür deines Lebens und er sagt: Daniel, komm raus. Daniel, du kannst hinter der Mauer vorkommen, du bist geliebt. Und wenn Menschen dich ablehnen und wenn du dich aus Angst davor versteckt hast, verletzt zu werden, aus Angst davor, abgelehnt zu werden, darf ich dir etwas sagen: Ich liebe dich mehr als alles andere. Du kannst hinter deiner Mauer vorkommen, weil ich dich liebe.
Der Wert deines Lebens hängt nicht davon ab, ob die anderen dich mögen oder nicht. Der Wert deines Lebens hängt davon ab, dass ich dich liebe. Und deswegen kannst du Nähe wagen. Du kannst rauskommen.
Und wenn die anderen dich verletzen und wenn da der Teenie Olli ist, das hat mir heute so gut gefallen, Olli, wenn der Teenie Olli im Religionsunterricht hinter dir sitzt und über deinen Glauben spottet, dann kannst du genau das machen, was Olli von den Christen erlebt hat. Du musst dich nicht zurückziehen. Du musst nicht einen Bogen um diesen Teenie Olli machen. Du musst nicht sagen: Teenie Olli ist es mir ganz egal. Sondern weißt du, was du machen kannst? Du kannst ihn trotzdem lieben. Du kannst hingehen und sagen: Olli, weißt du, ich weiß, dass du mich ablehnst, und es ist nicht schlimm, weißt du, und ich liebe dich trotzdem.
Weißt du, warum du das sagen kannst? Weil du von Jesus geliebt bist, weil Jesus dein Herz voll gemacht hat. Es heißt im Römerbrief: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in dein Herz. Wenn die Liebe Gottes in deinem Herzen ist, dann hast du etwas zu geben, auch wenn der andere dir nichts gibt. Und du kannst rauskommen hinter dieser Mauer.
Wenn du das Evangelium verstanden hast, dann kannst du Nähe wagen. Dann kannst du Beziehungen leben.
Und auf der anderen Seite: Wenn du da stehst und dieses Schwert in der Hand hast und wenn du genau weißt, wo du deinen Bruder und deine Mutter treffen kannst, dann kommt Jesus und sagt: Gib mir das Schwert. Du musst dich nicht mehr selbst verteidigen. Du musst nicht irgendwie den anderen pieksen aus Selbstschutz, sondern gib mir das Schwert und reagiere anders.
Ist euch das im Römerbrief aufgefallen, wie oft da steht, dass wir unsere Feinde lieben sollen? Segnet die, die euch fluchen! Weißt du, wenn wir geflucht werden, dann haben wir ganz viele Worte auf den Lippen, die wir sagen können oder die wir schreiben können. Und unsere Shit Culture, wie viele Worte können wir irgendwie im Internet schnell schreiben. Aber Jesus sagt: Wenn du geflucht wirst, dann segne. Lass das Schwert stecken, sondern gib Liebe weiter.
Wenn die Leute dich verletzen, hast du eine übernatürliche Möglichkeit, tatsächlich zu reagieren. Warum? Weil in deinem Herzen Liebe ist.
Und wenn sie an dir schuldig werden, und Menschen werden an dir schuldig werden, und wenn du sagst: Ich habe allen Grund, wütend zu sein, dann sagt Jesus: Ja, du hast den Grund, wütend zu sein. Es war wirklich eine Sünde von ihnen. Aber weißt du, habe ich dir vergeben? Ja, du hast mir vergeben. Ich vergebe auch ihm. Und du kannst Vergebung, die du erlebt hast, weitergeben.
Hier heißt es so: Wie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.
Viele Beziehungen laufen so ein bisschen nach einer Mafia-Struktur. In der Mafia läuft es immer so: Wenn du mir einen Gefallen getan hast, dann mache ich dir einen Gefallen. Und wenn du mir etwas Böses getan hast, dann pass auf, dann mache ich dir etwas Böses. Und genauso laufen ganz viele Beziehungen. Wir haben so eine innere Excel-Tabelle. Meine Frau hat mir heute so und so viel Gutes gegeben, Strich drunter: Okay, dann schenke ich ihr vielleicht mal Blumen. Oder ich wollte heute von meiner Frau zack, zack, zack, und sie hat es mir nicht gegeben, also gebe ich ihr ja auch manches nicht.
Und wir Menschen, wir ticken so: Wie du mir, so ich dir. Aber wenn du Jesus kennst, dann hast du ein anderes Rezept. Und das Rezept, wenn du Jesus kennst, heißt: Wie Gott mir, so ich dir. Und du kannst deine Excel-Tabelle in die Tonne kloppen, weißt du. Du kannst sagen: Hey, unter meinem Strich steht immer etwas Positives. Warum? Weil Gott mich beschenkt hat. Weil ich von Gott so viel bekommen habe an Vergebung und an Liebe, und ich darf das weitergeben. Wie Gott mir, so ich dir.
Vielleicht sagst du: Hey Daniel, das ist schon relativ heftig, jemanden zu lieben, wo nichts zurückkommt. Ist das nicht ein bisschen unmenschlich? Ja, das ist ein bisschen unmenschlich. Daniel, tut es dir nicht weh? Doch, das tut mir weh. Aber darf ich dir etwas sagen? Wenn es dir nicht weh tut, wirst du nicht wachsen.
Ich sitze gerade dreimal die Woche bei der Krankengymnastik. Okay, ich kann meine Hand nicht mehr bewegen als so. Ich bin Gitarrespieler, ich bin Bassspieler. Wo haben wir den Bassspieler? Da, ein Applaus für den Bassspieler. Leute, Bassspieler, ja, Achtung: Bassspieler in einer Band werden immer übersehen, oder? Und ich kann nicht sagen: Herbert Grönemeyer singt schon, der Mann ihrer Träume muss ein Bassmann sein. In unserer Schulband spiele ich Bass. Normalerweise, wenn die Hand irgendwie anders ist, okay?
Und ich sitze da und ich würde so gerne wieder Bass spielen. Meine Schulband ist nächste Woche mit Bülent Ceylan auf der Bühne, und wir machen einen Auftritt, und ich bin nicht dabei. Ja, danke für das Mitleid. Ich würde gerne meine Hand wieder bewegen, und meine Krankengymnastin, die nimmt meine Hand und die macht ganz böse Sachen mit meiner Hand, und es tut so richtig weh. Und ich sitze da manchmal, habe Tränen in den Augen, und am liebsten würde ich mit der anderen Hand sagen: Was tust du? Und sie sagt immer: Herr Platte, gehen Sie in den Schmerz, es tut ihm gut, gehen Sie in den Schmerz. Ja!
Und weißt du, vielleicht sagst du: Hey, ich schaffe das nicht. Ich schaffe das nicht, den zu lieben. Ich schaffe das nicht. Und weißt du, was Jesus sagt? Geh in den Schmerz. Du wirst nicht anders rauskommen. Geh in den Schmerz. Wenn du willst, dass du geistlich wächst, geh da durch. Ich weiß, es ist heftig, und du musst bei mir auftanken. Komm zu mir, und dann geh in den Schmerz und geh weiter.

Praktische Formen von Gemeinschaft

Ich möchte mit euch zum Schluss noch anschauen, wie Gemeinschaft praktisch wird.
Der erste Punkt: Geh in die Gemeinschaft. Hier sind so nette Zahlen, die sind auch bei euch im Heftchen drin: zwei, vier, zwölf, siebzig, fünftausend. Wie sieht Gemeinschaft praktisch aus?
Ich habe mich mal hingesetzt und gefragt: Welche Gruppengrößen hat Jesus für seine Jünger als hilfreich gefunden? Jesus schickt seine Jünger immer zu zweit aus. Hast du irgendeinen Best Buddy? Hast du irgendwie einen, der wirklich dein guter Freund ist? Jesus möchte, dass du einen guten Freund hast.
Für mich ist das tatsächlich meine Frau. Ich kann sagen: Mit niemand anderem gehe ich so gern in Urlaub wie mit meiner Frau. Das ist total schön. Ich bin dankbar, dass wir auch nach 32 Jahren Ehe irgendwie immer noch Buddys sind.
Vier, das ist so eine Clique. Weißt du, wenn mein Sohn sagt: Ich gehe heute Abend mit den Jungs weg, dann weiß ich genau, wer es ist. Das ist so eine Clique. Hast du so eine Clique? Jesus hatte tatsächlich auch eine Clique. Das sind Leute, die sich für das Gute interessieren und weiterkommen möchten. Das ist eine ideale Gruppe für eine Jüngerschaftsgruppe.
Zwölf ist eine gute Größe für eine Kleingruppe, für einen Hauskreis. Mein Hauskreis ist zwölf Leute.
Siebzig, das ist die Größe einer Gemeinde. Hast du eine Gemeinde? Gott möchte, dass du eine Gemeinde hast. Vielleicht ist deine Gemeinde ein bisschen größer, manche sind ein bisschen kleiner, aber so etwa.
Und fünftausend: Wir haben hier in Dillenburg noch ein bisschen Luft nach oben. Das sind so große Events, und wir lieben es. Deswegen sind wir hier. Und Jesus hat auch große Events geliebt. Schau mal: Er hat 5000 zusammengebracht und ihnen etwas zu essen gegeben. Jesus hat diese großen Events gemacht. Ich finde das schön.
Jesus möchte dich in ganz unterschiedliche Kontexte stellen. David hatte auch so ein Beziehungsnetzwerk. David hatte einen Mentor. David hatte einen Freund auf Augenhöhe. David hatte jemanden, der in sein Leben hineinsprechen durfte, der ihn genug liebte, um ihm die Wahrheit zu sagen: Nathan. Hast du das? Hast du so ein Beziehungsnetz wie David?

Gebet als verbindende Kraft

Und das Letzte, was ich dir mitgeben möchte: Ja, jetzt sind wir schon am Ende. Das Letzte! Ja, meine Zeit ist abgelaufen, der letzte Punkt kommt nicht mehr. Ah doch! Danke für die Gnade im Hintergrund, dass ich es noch mache.
Das Letzte: Geh in eine Gebetspartnerschaft. Ich glaube, Gemeinschaft und Gebet sind ein perfektes Match. Das passt richtig gut zusammen: Gebet und Gemeinschaft.
Warum? Gebet verbindet dich wie kaum etwas anderes mit deinem Bruder oder mit deiner Schwester. Gebet verbindet dich mit anderen. Wenn ihr gemeinsam betet, dann redet ihr nicht über Smalltalk, sondern wenn ihr betet, dann redet ihr über die Dinge, die wirklich wichtig sind.
Frage an euch: Wer von euch hat einen Gebetspartner, mit dem er regelmässig zusammenbetet? Vielleicht auch in einer kleinen Gruppe gemeinsam. Könnt ihr euch mal richtig melden? Wo sind die? Das sind viel zu wenig Leute! Leute, ich wünschte mir das wirklich, dass jeder von euch einen Gebetspartner hat, irgendjemanden, mit dem er regelmässig betet.
Seit 20 Jahren bete ich Freitag morgens mit meinem Freund. Und er kennt mich besser als alle anderen. Es ist so gut. Ich habe ihn gebeten: Bitte pass auf mein Leben auf. Und das macht er. Und ich passe auf sein Leben auf. Und wir beten miteinander. Ich kann nicht sagen, wie sehr das unsere Gemeinschaft vorwärtsbringt. Ich wünsche es dir, dass du so einen Gebetspartner hast.
Ich möchte dir von Alex erzählen. Alex war ein Freund, den ich in Salzburg kennengelernt habe. Ich habe ein Jahr in Salzburg gewohnt. Und Alex ist nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsen. Er wurde als Kind in Heime abgeschoben, und dann war er in Pflegefamilien. Diese Pflegefamilien waren selten gut. Das waren mehr Familien, die das Geld eingestrichen haben, sich aber nicht um ihn gekümmert haben. Er war hoch misstrauisch, was Menschen angeht.
Er kam in eine christliche Gemeinschaft, in eine Gemeinde in Salzburg, und er war geflasht von der anderen Atmosphäre in dieser Gemeinschaft. Er war geflasht von der Liebe, die da herrschte. Und er hat dieser Liebe nicht getraut, sondern gesagt: Ich gebe der Gemeinde drei Monate, bis ich kapiert habe, dass das alles nur Show ist, was sie hier machen. In drei Monaten werde ich ihnen beweisen, dass das alles nur eine fromme Show ist.
Und er hat die Beziehung wirklich auf die Probe gestellt. Er hat mit dem Schwert reingehauen und hat sich zurückgezogen. Und die Leute sind immer noch lieb zu ihm gewesen. Nach drei Monaten hat er kapituliert und gesagt: Hey Leute, eure Liebe ist echt. Ich bekehre mich.
Hast du so eine echte Liebe? Hast du eine Liebe, die Beziehungen anders macht? Kannst du Schwerter ablegen, kannst du Wände wieder abbauen? Ich möchte wirklich für dich beten, dass du eine Gemeinschaft findest, die deine Umgebung prägt und die dich wachsen lässt. Amen!