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Salomos Salbung an der Gihon-Quelle

1. Könige18.03.2026
SerieTeil 3 / 9Das 1. Buch der Könige – Bibelwoche
Wenn Macht wankt, zählt die richtige Frage: Wer soll wirklich regieren? Nathan und Batseba zeigen, wie man in einer Krise mit Takt, Respekt und Klarheit handelt.

Einleitung in die Erzählung

Nochmals 1. Könige 1,10: „Nathan aber, den Propheten, und Benaja und die Helden und Salomo, seinen Bruder, lud er nicht.“
Es war irgendwie klar, mit welchen Leuten man nicht rechnen konnte. Und so ist es auch in unserem Leben als Christ hilfreich, gerade zum Beispiel auf der Arbeit oder bei jüngeren Leuten, auf der Uni oder in der Schule, wenn das Zeugnis so klar ist, dass die Leute wissen, wen sie für das und das und für jene Veranstaltung gar nicht erst anfragen müssen. Ja, das war klar: Die muss man hier nicht einladen.
Also wieder ein schönes Aber. Für Nathan, Benaja und die Helden war das klar. Die waren wirklich treu. Und natürlich sollte Salomo eben umgangen werden als König.

Wie Nathan das Gespräch eröffnet

Vers elf: Da sprach Nathan zu Batscheba, der Mutter Salomos, und sagte: Hast du nicht gehört, dass Adonia, der Sohn Haggits, König geworden ist? Und nun weiß unser Herr David es nicht.
Interessant, wie er beginnt. Man kann so vieles aus der Bibel lernen, auch wie man schwierige Dinge anspricht. Da hilft es zum Beispiel, eine Frage zu stellen. Für ihn war ja klar, dass Batseba das nicht mitbekommen hatte. Aber mit einer Frage bringt man Menschen zum Denken.
Hast du nicht gehört, dass Adonia, der Sohn Haggits, König geworden ist? Natürlich hatte sie es nicht gehört. Sie muss sich fragen: Ja, warum habe ich das nicht mitgekriegt?
Dann folgt nicht mehr eine Frage, sondern ein zweiter Satz, eine Feststellung: Und unser Herr David weiß es nicht. David war nicht mehr auf dem Laufenden. Wirklich, er war am Ende. Er kam mit seiner eigenen Schwachheit nicht mehr klar. Er brauchte eine Krankenschwester in Vollzeit und bekam gar nichts mehr mit, obwohl er immer noch König war.

Der Rat und die ersten Anweisungen

Und erst dann macht er einen ganz klaren Vorschlag. Hansos braucht eine Frage, einen Hinweis und dann einen Rat.
So komm nun, lass mich dir doch einen Rat geben, damit du dein Leben und das Leben deines Sohnes Salomos rettest.
Er macht ihr also klar: Die Sache ist jetzt so wichtig, dass du dich nicht einfach neutral zurückziehen oder dich auf Unwissenheit berufen kannst und so weiter. Es geht um dein Leben und um das Leben deines Sohnes. Denn ihr passt in diesen Aufstand nicht hinein. Ihr seid übrig, und euch wird man beseitigen. Das motivierte sie natürlich.
Dann wird er sehr konkret mit Imperativen, mit Befehlen: Geh hin und tritt zum König David hinein und sprich zu ihm drei Befehle.
Hast du nicht, mein Herr König, deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?

Die Sprache der Ehrerbietung und biblische Bezüge

Also sagt ihr: Geh jetzt zu David, und das Erste, was du machst, ist, dass du ihm eine Frage stellst, genau das Gleiche. Natürlich hätte sie sagen können: David, ist doch klar, du hast doch ganz klar gesagt, dass Salomo König sein wird. Nein, eine Frage, die federt ab. Hast du, mein Herr König, das betone ich, leg die Verantwortung auf ihn. Mein Herr König, hast du nicht deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?
Natürlich hat er das gesagt, aber die Frage legt die Verantwortung auf ihn, sodass er sich überlegen muss: Ja, natürlich habe ich das gesagt. Und stehe ich ihm noch dazu oder nicht? Und interessant ist, dass sie auch sagt, wie sie ihren Mann ansprechen soll. Also da wird schon mal festgelegt: Sie muss ihm sagen: Mein Herr König. Das heißt, sie geht zu David und nicht zu dem Sinn, das ist jetzt wirklich ein alter Mann, der kann eigentlich nichts mehr und er checkt auch nichts mehr, sondern sie spricht ihn an, nicht nur als König, sondern: Mein Herr, König.
Und das sehen wir auch schon in der Geschichte von Abraham und Sarah. Sarah nannte Abraham Adoni, mein Herr, und hier auch Adoni, mein Herr, und damit anerkannte sie eben, dass David das Haupt ist. Immer noch, auch wenn er in seinen Fähigkeiten eingeschränkt war.
Und in 1. Petrus 3 wird ja gesagt, in Vers 1: Ebenso ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden. Und dann wird in den weiteren Versen speziell auf Sara hingewiesen, überhaupt auf gute Beispiele von Frauen im Alten Testament. Vers 5: Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren eigenen Männern unterordneten, wie Sarah dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.

Unterordnung, Sprache und kulturelle Hintergründe

Also auch Sarah hat sich Abraham eben untergeordnet. Und wirklich, im Bibeltext in 1. Mose sagt sie: „Adoni, mein Herr.“
Übrigens sagt das eigentlich im Prinzip jede Frau in Israel. Denn jedes Mal, wenn sie sagt „mein Mann“, „mein Ehemann“, dann sagt man auf Hebräisch Ba’ali. Und Ba’al ist eben nicht nur ein schreckliches Wort. Ba’al heißt auf Hebräisch Herr. Das ist ein anderes Wort als Adon, aber Ba’al heißt auch Herr. Und natürlich wurde dieses Wort zu einem schrecklichen Wort, weil der wichtigste Gott in der kanaanitischen Religion eben Ba’al genannt wird.
Nun, jede Frau sagt von ihrem Ehemann Ba’ali, Ba’li, mein Mann hat gesagt. Aber da sagt sie eigentlich: Mein Herr hat gesagt. Es wird also automatisch ausgesprochen. Da müssen natürlich die Leute der Gender-Ideologie noch einiges kaputt machen und irgendwie dieses Wort Ehemann, das müssen sie zum Verschwinden bringen.
Ja, und vielleicht noch ein Gedanke zu dieser Wertschätzung, die Batseba zum Ausdruck bringen sollte: Noch Epheser 5. Dort wird ja die andere Seite gezeigt, wie der Mann sich der Frau gegenüber verhalten soll. Und das Beispiel des Herrn Jesus, der sich für die Gemeinde völlig bis in den Tod hingegeben hat, wird hier vorgestellt in Epheser 5, und zwar in Vers 25: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heiligte, usw.“ Die totale Hingabe.

Ordnung in der Ehe und die Fortsetzung des Plans

Aber vielleicht noch als kleiner Hinweis: Es ist so wichtig, dieser Abschnitt über Mann und Frau beginnt ja in Vers 22. Ich kann mir sehr gut merken: 22 bis 33, Christus, der Ehemann, die Gemeinde, die Frau.
Das beginnt dort mit: Ihr Frauen seid euren eigenen Männern untergeordnet als dem Herrn. Also das Gebot der Liebe und der völligen Hingabe an den Mann kommt hier im Text nachgeordnet. Zuerst heißt es: Seid euren eigenen Männern untergeordnet.
Und es ist wirklich so, dass es in einer Ehe eben leichter zu dieser Entfaltung kommt, dieser völligen Hingabe, wenn auch diese Fügsamkeit da ist. Das ist so.
Und jetzt war es wirklich ein Mann, Nathan, der Batseba sagt: Sprich deinen Mann so an, wenn du da reingehst. Ich lese nochmals: Sprich zu ihm, Vers 13: Hast du, mein Herr, König, nicht deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen? Und warum ist Adonia König geworden?
Er sagt dir genau: Jetzt musst du nochmals eine Frage stellen. Nicht: Adonia ist König geworden, weißt du, warum machst du nichts? Nein, stell einfach die Frage: Warum ist Adonia König geworden?
Und sie wusste ja: Er weiß gar nichts, er hat nichts mitbekommen, es geht alles an ihm vorbei. Aber diese Frage weckt natürlich etwas. Ein Vorwurf würde je nachdem ein Verschließen bewirken. Aber die Frage: Warum ist Adonia König geworden? Was, das war ja gar nicht in meinem Sinn. Ja.
Aber durch die Frage gibt sie Zeit für die richtige Reaktion.

Die Wirkung des Timings und die Rückkehr Nathans

Und weiter, Vers 14: Siehe, noch während du dort mit dem König reden wirst, werde ich nach dir hereinkommen und deine Worte bekräftigen.
Das war also richtig geplant, also das Timing. Du gehst rein, stellst diese Fragen, sagst diese Sätze, und wenn du dann dran bist, dann komme ich rein. Dann wird das Ganze unterstrichen, und die Wirkung wird noch viel stärker sein.
Nun, das ist jetzt geplant. Aber wir sehen in der Bibel Beispiele, wo Gott das Timing so geplant hat, dass im richtigen Moment dies und das gesagt wurde und dann genau das kam. Hier war es jetzt geplant, aber weise geplant: deine Worte bekräftigen. Das ist wichtig. Manchmal müssen gewisse Aussagen von jemand anderem unterstrichen werden. Dann bekommen sie mehr Glaubwürdigkeit.
Vers 15: Und Batseba ging zum König hinein in das Gemach. Also, sie war wirklich bereit, auf den Propheten zu hören. Der König aber war sehr alt. Jeremia betont nochmals, dass er, trotz der Tatsache, dass er nur siebzig war, sehr alt war. Und Abischag, die Schunamitin, bediente den König. Dafür wird noch einmal betont, dass er völlig abhängig von dieser Krankenschwester war.
Und Batseba verneigte sich und beugte sich nieder vor dem König. Das sind zwei verschiedene Dinge: Verneigen ist eine Geste, und dann ist das Niederbeugen noch stärker. Also auch da wieder die Wertschätzung gegenüber David als König und als Ehemann.

Batschewas Rede vor dem König

Es ist wichtig, wenn sie sagt: König, ja, dann war das wirklich so, dass sie, obwohl sie Ehefrau war, eben diese Stellung als König anerkannte, und zwar nicht nur für das Volk, sondern auch für sich selbst.
Gleichzeitig war sie eben die Ehefrau und sprach ihn an als Adoni, mein Herr, ganz im Sinn von Ba'ali. Sie verneigte sich, beugte sich nieder vor dem König, und der König sprach: Was hast du?
Und sie sprach zu ihm: Mein Herr, du hast ja deine Magd bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen. Sie sagt es nicht ganz genau so, wie er es gesagt hat, aber gut. Sie sagt: Mein Herr. Der König hat sie jetzt da weggelassen. Mein Herr, du hast ja deine Magd, gut, sie nennt sich seine Magd, bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen.
Und das ist natürlich eine Anspielung auf ihren Namen, Bat Sheva, Tochter des Schwurs. Also ist in ihrem Namen eben das Thema des Schwörens, der Zuverlässigkeit und des Wortes, das gilt, mit enthalten. Und so sagt also Bat Sheva: Du hast ein Sheva gemacht, gewissermaßen. Du hast geschworen, hier das Verb. Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf einem Thron sitzen.
Also eben: Sie stellt nicht die Frage, sondern sie sagt gerade, so ist es.

Die Zuspitzung der Lage und die Reaktion Davids

Das war nicht ganz im Sinn von Nathan. Und nun, siehe, Adonia ist König geworden. Aber er hat ihr gesagt, sie solle die Frage stellen: Warum ist Adonia König geworden? Das wäre alles feiner gewesen. Und sie sagte einfach die Tatsache: Siehe, Adonia ist König geworden. Das hat er eben nicht gesehen.
Und nun, mein Herr König, jetzt sagt es aber so: Adonia und Melech. Nun, mein Herr König, du weißt es nicht. Das hat Nathan auch nicht gesagt, dass sie ihm das noch um die Nase streichen soll, dass er so unwissend ist. Das wäre jetzt auch nicht so ganz fein. Du weißt es nicht.
Und er hatte Rinder und Mastvieh und Kleinvieh in Menge geschlachtet und hat alle Söhne des Königs, das sind alle Prinzen, eingeladen. Im Althebräischen gibt es kein Wort für Prinz, und man sagt Ben Hamelech, das ist der Prinz, Sohn des Königs. Also alle Söhne des Königs, das heißt alle Prinzen, sind eingeladen. Und Abjatar, den Priester, und zwar den Hohenpriester, und Joab, den Heerobersten, hat er ebenfalls geladen.
Aber deinen Knecht Salomo hat er nicht geladen. Das ist ja klar, wenn er Gegenkönig gegen Salomo sein soll.

Die Verantwortung des Königs und die Gefahr für die Familie

Und du, mein Herr König, da spricht sie ihn wieder mit vollem Titel an, die Augen von ganz Israel sind auf dich gerichtet, dass du ihnen mitteilst, wer auf dem Thron meines Herrn, des Königs, da sagt sie nochmals, mein Herr König, auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll.
Sie zeigt ihm jetzt die Verantwortung, indem sie klar macht, dass ganz Israel eigentlich von dir und deiner Entscheidung abhängig ist. Alle erwarten von dir, dass du Stellung nimmst. Alle Augen sind auf dich gerichtet.
Und es wird geschehen, wenn mein Herr, der König, wieder mit vollem Titel bei seinen Vätern liegt, dass ich und mein Sohn Salomo büßen müssen. Das ist ihr reingegangen. Das sagt sie nicht am Anfang, aber ganz am Schluss. Und ich habe diese Tage auch schon erklärt: Eine besondere Betonung kann man setzen, indem man eine Sache an den Anfang bringt. Man kann aber auch eine Betonung setzen, indem man sie an den Schluss bringt.
Und jetzt sagt sie damit gewissermaßen: Was ist ihr das Leben von mir und das Leben von Salomo wert? Stimmt, 1. Könige 1,22.
Und siehe, während sie noch mit dem König redete, also ist es fast wie in Hiob: Nach diesen Plagen, vier Schlägen, die über Hiob kamen, da kommt ein Überlebender der ersten Plage und verkündet es Hiob. Und während er noch redete, kam der Nächste und erzählte von der zweiten Katastrophe. Und während er noch redete, kam der Dritte.

Hiob als Vergleich für das Timing des Gerichts

Das war ein Timing, das der Teufel gemacht hat, denn Gott hat dem Teufel quasi freie Hand gegeben. Und diese Katastrophen waren zwei Naturkatastrophen und zwei militärische Katastrophen.
Es kam Feuer vom Himmel, das heißt ein Blitz, und es kam ein furchtbarer Wind von der Wüste her, der das Haus, in dem die Kinder Geburtstag feierten, zerstörte. Und es kamen zwei Armeen, die eben die Knechte von Hiob angegriffen hatten.
Und es ist ja so, dass wir in Offenbarung 14 von einem Engel lesen, der Gewalt über das Feuer hat. Und dann ist es so, in Hebräer 1 heißt es, dass Engel ihre Erscheinungsform verändern können. Da heißt es, dass Gott sie zu Winden macht und zu einer Feuerflamme.
Darum war dieser Sturmwind ein satanisches Werk. Und diese Armeen: Der Menschenmörder von Anfang an hat böse Menschen motiviert, die Knechte von Hiob zu töten. Und das war alles so getimt, weil der Teufel freie Hand hatte, in diesem genau begrenzten Bereich.
Dass es so war, immer kam ein Überlebender, und das sollte ein vierfacher Schlag sein, Schlag auf Schlag auf Hiob, damit er richtig zusammenbricht und sich von Gott lossagt. Also ganz schrecklich. Wenn man wirklich einen Schlag bekommt, dann ist man schon mal richtig innerlich erschüttert und erträgt eigentlich nicht mehr viel. Und wenn dann gerade der Nächste kommt und nochmals ...
Unglaublich! Und Hiob blieb dem Herrn treu. Der Teufel hat ihn nicht richtig gekannt. Engel kennen nicht unser Innerstes. Und da hat er sich getäuscht. Und Gott hat es erlaubt, damit klar wird, was wirklich in Hiob war. Aber davon wusste Hiob nichts.

Nathans Auftreten und Davids Antwort

Aber hier ist es eben nicht so, um David einen Schlag zu geben und nochmals einen Schlag, sondern das war wirklich so angedacht. Diese Mitteilung, und gerade so, wie Nathan sie formuliert hatte, sollte den König aus seiner Passivität herausholen und ihn motivieren, in dieser Sache Stellung zu nehmen.
Und während sie noch redet, nochmals, und er will ihn nochmals ermutigen, also wirklich den kranken oder alters schwachen Mann motivieren, dass er sich da aufrafft. Und siehe, während sie noch mit dem König redete, kam der Prophet Nathan herein. Man meldete dem König und sprach: Der Prophet Nathan ist da. Und er kam vor den König und beugte sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde.
Das war höchste Ehrerbietung. Niederbeugen vor einem Menschen kann ein Problem sein, und in einem persischen Kontext war das eben göttliche Verehrung. Und das ist der Grund, warum Mordochai im Buch Esther absolut nicht bereit war, als das Gebot des Königs kam, dass sich alle vor Haman verneigen müssen, diesem Judenhasser, der alle Juden im Persischen Reich von Afrika bis nach Indien, weil das Persische Reich umbringen wollte. Und der König hatte verordnet, alle müssten sich vor Haman niederbeugen. Das war eigentlich eine göttliche Verehrung, und Mordochai hat sich nie auf einen Kompromiss eingelassen und sich nicht niedergebeugt.
Aber hier ist ein ganz anderer Kontext. Da geht es nicht um göttliche Verehrung von David, also auch etwas ganz anderes als das, was wir gerade eben gesehen haben in Apostelgeschichte auf der ersten Missionsreise von Paulus. Da wurde er eben göttlich verehrt. Er beugte sich nieder vor dem König auf sein Angesicht zur Erde.

Nathans Bestätigung und die Aufzählung der Beteiligten

Vers 24: Und Nathan sprach: Mein Herr, König! So spricht er ihn mit derselben Ehrwürde an, wie er es bei Batseba getan hat. Mein Herr, König, hast du gesagt: Adonia soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?
Sehen wir: Er bleibt dabei. Das muss in Frageform gesagt werden, aber eben mit Betonung auf der Verantwortung. Das Du ist im Hebräischen betont und darum in der Elberfelder Sperrdruck gedruckt. Und dann auch: „Er soll auf meinem Thron sitzen“, also Adonia. Und er ist betont, das heißt: nicht Salomo. Jetzt muss David nachdenken. Natürlich nicht.
Weiter erklärt Nathan: Denn er ist heute hinabgegangen und hat Rinder, Mastvieh und Kleinvieh in Menge geschlachtet. Und er hat alle Söhne des Königs, also alle Prinzen, und die Obersten des Heeres, also die Elite der israelischen Armee, inklusive des Generals Joab und Abjatar, den Priester, also den Hohepriester, geladen. Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und sprechen: Es lebe der König Adonia!
Aber jetzt haben wir wieder ein Aber: „Aber mich, deinen Knecht, und Zadok, den Priester, und Benaja, den Sohn Jojadas, und Salomo, deinen Knecht, hat er nicht geladen.“
Das hat Batseba nicht so ausführlich gesagt, sie hat nur gesagt: Salomo ist nicht dabei. Das ist ja klar. Aber das wäre eigentlich schon noch wichtig gewesen, dass sie gesagt hätte: Dieser treue Prophet Nathan und dieser treue Hohepriester Zadok und dieser großartige Held Benaja – für die war klar, die kommen nicht in Frage.

Die Entscheidung des Königs und der erneute Schwur

Und jetzt Vers 27: Ist diese Sache von meinem Herrn, dem König, ausgeschehen? Er weiß es ja genau, aber er macht ihm keinen Vorwurf. Er stellt es in Frageform. Und das ist einfach eine Abschwächung, so dass er sich überlegen muss: Natürlich nicht.
Und hast du nicht einem Knecht mitgeteilt, wie er auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll? Wieder in Frageform. Also, man lernt so viel.
Da antwortete der König David und sprach: Ruft mir Batseba! Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König. Merkt man, das war nicht gesagt, aber jetzt ist es klar: Batseba hat ihre Aufgabe erfüllt. Dann wurde angekündigt, Nathan kommt. Sie ging raus. Der Prophet ging rein. Aber sie ging nicht einfach einkaufen oder so, sondern sie bleibt in der Nähe. Und so muss sie wieder reinkommen.
Ruft mir Batseba! Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König. Und der König schwor und sprach. Es schwor wieder, und zwar in Gegenwart der Tochter des Schwures, Batseba, so war der Herr. Lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.

Davids Erinnerung an Gottes Bewahrung

Jetzt denkt er wieder über sein Leben nach, über siebzig Jahre hinweg. So viele Jahre hat er wirklich Ungemach, Leiden, Verwerfung und Not erlebt. Aber aus all dieser Not heraus durfte er, geleitet und getrieben durch den Heiligen Geist, Psalmen schreiben, die den Gläubigen durch Jahrtausende hindurch eine Ermutigung sein sollten.
Und er hat immer wieder erlebt: Die Not kann groß sein, aber da ist der Herr, der meine Seele rettet. Das betont eben auch die emotionalen Empfindungen, die man in der Not hat: der Herr, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.
Bei diesem Gott schwört er, so wie ich dir bei dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen habe. Er weiß es noch ganz genau. Er hat diesen Schwur in Bezug auf Salomo gegenüber Batseba abgelegt, indem er sprach: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein. Und er betont im Hebräischen noch einmal, dass er und nicht ein anderer auf meinem Thron sitzen soll an meiner Stelle. So werde ich an diesem Tag tun.

Batschewas erneute Ehrerbietung und der Name Davids

Da verneigte sich Batschewa mit dem Gesicht zur Erde und beugte sich vor dem König nieder. Sie wiederholt, was am Anfang des ersten Besuches schon war, und sprach: Mein Herr, der König David, lebe ewig.
Und schön, da sagt sie nicht nur: Mein Herr, der König, sondern sie nennt seinen Eigennamen. Das ist wichtig. Der Eigenname ist nämlich etwas, eine Vokabel, die sich von Kind an ganz tief einprägt, in unser Inneres. Und darum können wir irgendwo am Bahnhof sein, es lärmt, und es hat so viele Leute, und alle schreien und reden durcheinander, und plötzlich hört man den Eigennamen. Sofort ist man aufmerksam. Das ist unglaublich, wie das wirkt. Und das ist schon von Bedeutung, weil das sehr mit unserer Identität zu tun hat.
Und David heißt Geliebter und hat die Liebe des Herrn ein Leben lang erlebt. Und nun, sie sagt den Namen.
Vielleicht im Kontrast möchte ich noch erwähnen: In Johannes 20 diese Frau am Grab, sie war am Boden, sie dachte, man hat meinen Herrn weggenommen, sie hat Jesus Christus verloren. Und dann war da einer, sie dachte, es sei der Gärtner, und sie war so verweint, dass sie gar nicht richtig sah. Und sie fragt: Wenn du ihn weggetragen hast, dann sag es mir. Und er sagt: Maria. Rabbuni.
Dann hat sie die Stimme und den Klang der Stimme mit ihrem Namen verbunden. Wow, da war sie da.

Der persönliche Name in der Seelsorge und im Streit

Und wie war das noch mit einem anderen Beispiel im Buch Hiob? Die drei Freunde von Hiob kamen von weit her. Einer von ihnen war übrigens der jüngste: Elihu. Er kam aus Saudi-Arabien, aus Buz, im Nordwesten Saudi-Arabiens. Die drei älteren Freunde kamen aus dem ganz zerstreuten Nahen Osten.
Ihr Anliegen war es, Hiob zu trösten. Aber dann hat sich ihre Sicht auf Hiob gewandelt, obwohl sie nicht mit ihm gesprochen hatten. Sie dachten plötzlich, dass irgendetwas mit Hiob nicht stimmen könne. Und dann begannen sie, ihn anzuklagen.
In all diesen Diskussionen, in denen sie ihn wirklich an die Wand drückten, sagen sie nicht einmal „Hiob“. Sie sagen immer nur „du“. Ja, gut, uns passiert das auch, wenn wir manchmal den Namen nicht wissen. Im Französischen ist das so praktisch, das macht das Leben einfacher: Man sagt nicht den Namen, sondern einfach „Madame“, „Monsieur“, kein Problem. Aber bei uns ist das nicht so gut, wenn man den Namen nicht sagen kann, weil man ihn nicht weiß. Wenn man ihn aber weiß und trotzdem nichts sagt, ist das traurig.
Diese Freunde sagen nie „Hiob“. Später aber, als Elihu ihn anspricht, spricht er ihn immer wieder mit Namen an. Man kann in der ganzen Bibel das Wort „Hiob“ anstreichen: Hiob, Hiob. Da merkt man, dass er wirklich eine Beziehung zu ihm hatte. Und er hat Hiob korrigiert, aber wirklich aus einer Beziehung heraus. Darum musste Hiob dann auch nicht mehr dagegen sprechen, so wie er es ständig bei seinen Freunden getan hatte. Er hatte sich ständig wie wild gewehrt.

Der Segen des ewigen Lebens und die Vollendung des Plans

Ja, so auch zum Eigennamen, und das ist eben jetzt hier speziell.
Ja, nachdem wir so viele Verse gelesen haben, sagt sie plötzlich: Mein Herr, der König David, lebe ewig! Und das ist so ein Name, so ein nahöstliches Grußwort, nicht wahr? Die Minister haben auch zu Nebukadnezar gesagt: Der König lebe ewig, Daniel 2. Aber das verpflichtet. Wenn man jemandem diesen Gruß sagt, lebe ewig, dann muss man auch wissen, wie man zu ewigem Leben kommt.
Bei David war es so: Er war bekehrt, er hatte ewiges Leben. Und damit ist dieser Wunsch auf diesem Hintergrund so besonders klangvoll: Mein Herr, der König David, der Geliebte des Herrn, lebe ewig.
Aber ich war vor einiger Zeit so enttäuscht. Präsident Trump wurde gefragt, ob er denke, dass er in den Himmel kommt. Die Antwort war wirklich authentisch, das war gefilmt. Dann sagte er, ja, er denke eigentlich nicht, dass er in den Himmel kommen kann. Da habe ich gefragt: Wie bitte? Was ist mit all diesen Ministern und Freunden, die im Weißen Haus ein und ausgehen können und die gläubig sind? Haben die ihm nicht erklärt, wie man in den Himmel kommt?
Du musst dein ganzes altes Leben vor den Herrn bringen, deine Schuld bereuen, bekennen und glauben, dass Jesus Christus die Strafe auch für Präsident Trump getragen hat. Dann wird dir die ganze Schuld weggenommen. Aber er weiß nicht, ob er in den Himmel kommt, und denkt auch, er komme nicht. Unglaublich, oder?
Aber eben: Wenn da Batseba sagt: Mein Herr, der König David, lebe ewig, dann ist der Wunsch berechtigt, weil es Wahrheit, Tatsache war.

Die Salbung Salomos und die Bedeutung der Orte

Und der König David sprach: Ruft mir Zadok, den Priester, Nathan, den Propheten, und Benaja, den Sohn Jojadas.
Diese Treuen waren ihm also wichtig. Und sie kamen vor den König. Der König sprach zu ihnen: Nehmt die Knechte eures Herrn mit euch und lasst meinen Sohn Salomo auf meiner Mauleselin reiten. Führt ihn nach Gichon hinab. Dort sollen Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, ihn zum König über Israel salben. Und sie sollen in die Posaune, wörtlich in das Schofahorn, stoßen und sagen: Es lebe der König Salomo!
Dann zieht hinter ihm her hinauf. Er soll kommen und sich auf meinen Thron setzen, und er soll König sein an meiner Stelle, betont er. Ihn habe ich bestellt, dass er Fürst sei über Israel und über Juda, also über die zwölf Stämme.
Und Benaja, der Sohn Jojadas, antwortete dem König und sprach: Amen, so ist es. So spreche der Herr, der Gott meines Herrn, des Königs. Wie der Herr mit meinem Herrn, dem König, gewesen ist, so möge er mit Salomo sein. Und er möge seinen Thron noch größer machen als den Thron meines Herrn, des Königs David.
Auch Benaja nennt ihn: Mein Herr, König und Eigenname David. Ein wunderbarer Segen, also ein Held, ein Mann des Militärs, aber zugleich so voll von Glauben und Verständnis für Gottes Pläne.

Geographie, Quellen und die abschließende Einordnung

Wunderbar, also hier die Anweisung: Bei der Gichon-Quelle soll Salomo gesalbt werden. Und hier auf dem Bild sehen wir die Treppe, die aus dem Felsen geschlagen ist und hinunter zur Quelle führt. Dort, beim Pfeil unter der letzten Stufe, schießt die Gichon-Quelle hervor.
Das war im Alten Testament die wichtigste Wasserversorgung Jerusalems, mit täglich 50 bis 100 Liter Wasser, ganzjährig. Gichon heißt quasi „die Hervorbrechende“. Es ist eben so, dass sich das in früherer Zeit so gezeigt hat. Das hat sich jetzt vor ein paar Jahren verändert, aber noch bis vor wenigen Jahren war es der Fall, dass etwa fünfmal am Tag ein ganz spezieller Schub kam, bei dem die Quelle wirklich Wasser hervorschießen ließ. Daher der Name Gichon, und so ist es eine besondere Quelle.
Dort sollte Salomo bei der Quelle lebendigen Wassers gesalbt werden. Da fahren wir morgen weiter. Und wo war dieses Bankett von Adonia? Das haben wir gesehen in 1. Könige 1,9. Adonia schlachtete kleine Rinder und Mastvieh beim Stein Sohelet, der neben En-Rogel ist.
En-Rogel spricht man eigentlich im Hebräischen als Ein Roel aus. Das ist so ein „Ein“ da unten im Hals, aber das kann man als Europäer nicht unbedingt aussprechen, außer man hat viel geübt. Ich habe viel geübt: Roel. Und das ist die Quelle des Walkers, auch eine Quelle.
Und wenn man vom Siloahteich ein bisschen hochgeht, in Richtung, noch weiter oben, zur Gichon-Quelle, dann sieht man dort hinunter ans Südende von dem langgezogenen Südabhang des Tempelberges, auf dem eben die Davidstadt war und auch der Palast von David. Und dann sieht man von dort aus unten in der Ebene, gerade da, wo das Tal Hinnom mit dem Tal Kidron sich trifft. Dort sieht man ein Minarett. Und dann weiß man: Genau dort, bei dem Minarett, ist die sogenannte Hiobsquelle, wie die Araber sagen.
Aber das ist En-Rogel, die Walkerquelle. Und dort haben die das Bankett gehabt. Das ist also nicht so weit weg von der Gichon-Quelle. Also fahren wir morgen weiter. Aber die Bibel gibt uns diese genauen geografischen Angaben, und das hat schon seine Bedeutung. Dann kann man diese Opposition verstehen: Jetzt wird Salomo bei der Gichon-Quelle zum König gesalbt und ausgerufen, und die anderen sind bei der Walkerquelle. Das hat etwas zu bedeuten. Morgen gehen wir weiter.

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