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Verdammnis, außer "in Christus"

Bist du wirklich in ihm?
Römer 8,116.11.2025
Serie•Teil 28 / 48Wir betrachten den Römerbrief
Keine Verdammnis mehr für die, die in Christus sind – was bedeutet das wirklich? Ist dein Status als Kind Gottes sicher, auch wenn du im Kampf mit der Sünde manchmal versagst? Warum führt Sünde bei Gläubigen nicht zur Verdammnis, sondern zu einer göttlichen Erziehung? Und wie schützt uns die Einheit mit Christus vor dem Zorn Gottes? Bist du wirklich in Christus geborgen?

Begrüßung und Hinführung zum Bibelwort

Guten Morgen, liebe Gemeinde, auch von mir aus und auch ganz lieben Dank, Frank und Andi, für euren wunderbaren Bericht.
Und jetzt wollen wir uns wieder verändern lassen durch Gottes Wort. Wir freuen uns auf den Beginn von Römer 8, und da ist es nur ein Vers. Wir stehen auf miteinander und lesen ihn, einen Vers, und im Grunde genommen nur einen Satz:
 Römer 8,1
So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus sind.
In manchen Bibelübersetzungen steht da noch weiter: die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Dieser zweite Satz ist nicht in den Urschriften oder, sagen wir mal, in den Originalhandschriften enthalten. Deswegen können wir sagen, und deswegen haben ihn auch grundtextliche Übersetzungen nicht drin. Inhaltlich kommt er später noch einmal in Vers 4. Aber im Original, so wie der Heilige Geist es inspiriert hat, steht nur dieser eine Satz in Vers 1:
So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
Amen!
Jetzt wollen wir uns damit beschäftigen, aber noch mit einem kleinen Rückblick, wo wir denn herkommen. Wir haben letzten Sonntag den letzten Abschnitt von Römer 7 betrachtet, ihr könnt euch erinnern, Verse 14 bis 25, in dem Paulus die Bipolarität eines wiedergeborenen Christen gezeigt hat. Er hat zwei Naturen, die alte und die neue, die miteinander im ständigen Streit liegen.
Paulus sagt dazu unter anderem in Galater 5,17: Der Geist in uns streitet gegen das Fleisch in uns. Der Weltmensch ist dem Bösen völlig ausgeliefert, er ist Sklave der Sünde. Aber dem Gotteskind ist neben seiner sündhaften Natur jetzt eine neue göttliche Natur eingepflanzt worden. Diese beseitigt seine alte sündhafte Natur nicht, aber sie durchbricht die Alleinherrschaft der alten Natur.
Und dadurch ist in uns ein Konflikt entstanden zwischen dem Gesetz der Sünde und dem Gesetz der neuen Gesinnung, wie Paulus es in Römer 7,23 formuliert. Und dieser ständige Kampf mit der Sünde, den wir leider auch manchmal oder sogar häufig nicht gewinnen, deprimiert und enttäuscht uns, sodass Paulus sich als elender Mensch bezeichnet.

Der innere Kampf des Glaubenden

Ich habe mich am letzten Sonntag sehr gefreut, dass verschiedene Geschwister zu mir kamen und sagten: Bruder Wolfgang, das ist wirklich auch das Bild, das ich in den letzten Wochen von mir sehe.
Ich bin manchmal müde, auch in der Auseinandersetzung mit vielen, vielen Dingen, die in mir noch hochkommen wollen. Ihr wisst, da gibt es Ängste, mit denen man nicht fertig wird. Da gibt es Leidenschaften, Augenlust, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit und viele Dinge, die uns als Christen, als Wiedergeborene, überwältigen wollen.
Und Paulus sagt: „Wer wird mich erlösen von dem Leib dieses Todes?“ Spurgeon meint, dass der Ausdruck „Todesleib“ sich auf die grausame Sitte alter Tyrannen beziehen könnte, die, wenn sie Menschen den furchtbarsten Strafen aussetzen wollten, sie rücklings an einen Leichnam fesselten. Und so mussten die Verurteilten ständig mit einem verwesenden, stinkenden, fauligen Leib umhergehen, gehen oder sich wälzen.
Spurgeon sagt: So sieht die Not eines jeden Christen aus. Er hat das neue Leben in sich, eine neue, reine und heilige Natur. Aber er fühlt, dass er jeden Tag diesen toten Körper, diesen Leib des Todes, mit sich herumschleppen muss. Das empfindet sein neues Leben genauso abscheulich.
Für ein Gotteskind ist die Sünde genauso abscheulich wie für einen lebendigen Körper ein toter Leib, den er mit sich herumschleppt. Ein stinkender Kadaver ist für einen lebenden Menschen etwas ganz, ganz Schlimmes. Und für ein wiedergeborenes Gotteskind ist es etwas ganz, ganz Schlimmes. Die Sünde ist etwas Scheußliches, etwas Abscheuliches.
So schrecklich und widerlich ist die Sünde in den Augen der Heiligen. Er will sie loswerden, er will sie nicht behalten. Wer wird mich erlösen von dem Leib dieses Todes? Wer wird mich erlösen von diesem alten, toten Wesen?

Rechtfertigung und Heiligung klar unterschieden

Deshalb diese Frage auch, das ist eigentlich eine ganz entscheidende Frage: Hast du eine innere Abscheu gegen die Sünde, oder findest du die Sünde gar nicht so schlimm? Hast du dich mit ihr eingelassen, ist sie auch schon deine Gewohnheit geworden, und genehmigst du dir dies oder das an Übertretung und Unreinheit?
Wenn du wiedergeboren bist, kannst du das nicht. Du kannst das nicht aushalten, mit Sünde zusammenzuleben. Wenn du aber keine Abscheu findest und sie gar nicht so schlimm findest, sie dir sogar angenehm und süß ist, dann bitte ich dich, zu überprüfen, ob du überhaupt im Glauben bist. Denn ein Wiedergeborener akzeptiert niemals seine Sünde, sondern er ringt mit ihr durch Gottes Kraft, um sie zu überwinden, und zwar so lange, bis er sie überwunden hat.
In Römer 7, liebe Geschwister, beschreibt Paulus also nicht unsere Rechtfertigung, was zu Beginn des Römerbriefes sein großes Thema war: die Gerechtmachung durch Christus, durch den Glauben. Das ist ja das große Thema des Römerbriefes. Aber hier in Römer 7 beschreibt er die Heiligung.
Unsere Rechtfertigung in Christus ist ein fester, unveränderlicher Zustand. Das ist im Vorfeld zu unserem Predigttext. Ich versuche das auch noch einmal zu erläutern, auch für die Menschen, die neu im Glauben sind. Es ist ganz wichtig, dass wir jetzt Folgendes festhalten: Unsere Rechtfertigung in Christus ist ein fester, unveränderlicher Zustand. Durch einen göttlichen, richterlichen Akt hat Gott dir unverdient die Gerechtigkeit zugesprochen und dich ein für allemal gerecht erklärt. Und daran ändert sich nichts mehr.
In deiner Rechtfertigung kannst du nicht wachsen und gestern möglicherweise weniger und morgen mehr gerechtfertigt sein als heute. Nein, die Rechtfertigung betrifft deinen rechtlichen Stand als Kind Gottes vor dem Herrn. Es ist wie im natürlichen Leben: Du bist als Kind deiner Eltern geboren, und daran ändert sich dein Leben lang nichts, unabhängig davon, ob du ein gutes oder ein schwieriges Kind bist. Du kannst morgen nicht mehr Kind und übermorgen weniger Kind deiner Eltern sein. Wenn du Kind bist, dann bist du Kind. Dein Kindschaftsstatus steht rechtlich fest, und genau so ist es mit der Rechtfertigung.
Sie hält rechtlich fest, dass du für immer den Status eines Gotteskindes hast, einerlei, ob du ein gutes oder ob du ein schlechtes Kind bist. Kind bleibt Kind. Das ist die Rechtfertigung aus Gnade, die Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat. Wir sind und bleiben Kinder, und keiner sagt, oder doch jemand? Amen! Wir sind und bleiben Kinder Gottes. Unser rechtlicher Status im Hause Gottes ändert sich nicht, aber unser Verhalten und unser Benehmen als Kind müssen sich ändern. Und das nennt die Bibel im Gegensatz zur Rechtfertigung die Heiligung.
Rechtfertigung: Status unveränderlich. Heiligung: veränderlich, ein Wachstumsprozess. Während die Rechtfertigung ein einmaliger Akt Gottes an uns ist, ist die Heiligung ein lebenslanger Prozess. Und davon redet der Apostel in Römer 7, wenn er von dem elenden Menschen schreibt, der sich in einem Kampf befindet.
Er hat lange von unserer Rechtfertigung gesprochen, aber hier spricht er von unserem Heiligungsprozess oder auch Heiligungskampf, in dem es bergauf, aber manchmal auch bergab geht. In dem wir, unberührt von unserem Stand, Sieg und Niederlage erleben. Wiewohl wir in Christus gerechtfertigt sind und es wahr ist, dass wir ihm bereits der Sünde gestorben sind und unser alter Mensch bereits mit ihm gekreuzigt ist, verbleiben wir dennoch in einem Heiligungsprozess, in dem wir immer wieder neu aufgefordert werden, den alten Menschen abzulegen, täglich der Sünde zu sterben.
Entsprechend sagt der Hebräerbrief: „Lasst uns die Sünde ablegen, die uns ständig umstrickt.“ Das ist eigentlich das Gleiche, was in Römer 7 formuliert ist. Und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der uns verordnet ist. Und dann folgt in Vers 4 im Hebräerbrief der scharfe Satz: „Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde.“ Das spiegelt Römer 7: Ich elender Mensch.

Die Zusage ohne Verdammnis

Liebe Freunde, diesen Kampf führen keine Weltmenschen. Bist du ein ungläubiger Mensch heute hier? Kennst du Jesus nicht, dann weißt du gar nicht, wovon wir reden. Diesen Kampf, diesen Heiligungskampf, führen keine Weltmenschen und auch keine sorglosen Namenchristen.
Aber die wahren Kinder Gottes, die führen diesen Kampf und empfinden diese immer wieder umstrickende Sünde wie einen verwesenden Todesleib. Und sie seufzen: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Aber dann folgt der Satz: Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!
Obwohl der Heiligungskampf zwischen unseren beiden Naturen, Geist und Fleisch, in uns fortbesteht, erinnert sich Paulus wieder an die Rechtfertigung und freut sich wieder an seinem grundsätzlichen und unveränderlichen Stand in Christus. In Bezug auf den Heiligungskampf fühlte er sich als elender Mensch. Aber in Bezug auf seine Rechtfertigung kam überwältigende Freude über ihn, denn er schrieb in unserem Vers 1: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
Wenn er nun sagt: jetzt, so gibt es jetzt keine Verdammnis, dann heißt das im Urtext: zur gleichen Zeit. Wir könnten auch sagen: Während ich euch gerade von dem Kampf in der Heiligung geschrieben habe, gibt es zur gleichen Zeit aber keine Verdammnis mehr für die, welche in Jesus Christus sind. Zur gleichen Zeit unseres ermüdenden Kampfes gegen die in uns aufbegehrende Sünde gibt es keine Verdammnis für die Kinder Gottes. Das ist gewaltig.
Auch wenn du in deinem Konflikt mit den Begierden des alten Menschen versagst und bisweilen auch fällst, bedeutet das nicht Verdammnis. Deine Sünde als Kind Gottes wird dazu führen, dass Gott dich pädagogisch strenger an die Kandarre nimmt und dich intensiver erzieht, aber nicht, dass er dich deshalb verdammt. Verstehst du das?
Ich habe fett folgenden Satz geschrieben in meinem Konzept: Die Sünde eines wiedergeborenen Christen führt nicht mehr zur Verdammnis, sondern zur strengeren oder festeren Erziehung.
Die Sünde eines wiedergeborenen Christen führt nicht zur Verdammnis, aber zu einer festeren Erziehung.
Wir kennen das alle: Gern kommt der Teufel zu uns, den Kindern Gottes, und flüstert: Schau doch mal, wie dein christliches Leben aussieht. Sieh doch, wie du jetzt wieder gefallen bist. Du wirst sicher verloren gehen.
Nein, und noch einmal nein, sagt Paulus. Dein Kampf mag dich zur Verzweiflung führen, mag dich elend machen, aber Verdammnis gibt es nicht mehr für dich, denn dein Status ist und bleibt Kind Gottes.
Verstehen wir das? Das ist ganz wichtig für die Festigkeit und Sicherheit unseres Glaubens.

Ein Bild aus dem Familienleben

Als ungezogenem Teenager rief meine alleinerziehende Mutter, sie war verwitwet, mir einmal in großem Ärger über mich zu: Wolfgang, wenn du so weitermachst wie jetzt, dann bist du nicht mehr mein Kind.
Ich habe das im Laufe der Jahre schon das eine oder andere Mal erwähnt, aber es ist für mich ein sehr gutes, erklärendes Beispiel. Es war ein Verzweiflungsschrei. Ich habe sie auf die Palme gebracht. Entschuldigt, aber so war ich.
Sie rief: „Wenn du so weitermachst, dann bist du nicht mehr mein Kind.“ Ich antwortete ihr: „Mama, wie willst du das denn schaffen, dass ich nicht mehr dein Kind bin?“ Da stutzte sie, sagte: „Ja, hast ja auch wieder recht“, nahm mich in den Arm, und ich umarmte sie. Es gab eine große Versöhnung, nicht wahr?
Ja, meine Mutter ist schon im Himmel, aber an meinem Status als Kind hat sich auch da noch nichts geändert. Ich war damals ihr Kind und bin heute noch, als alter Mann, ihr Kind. So bleibt das. Ob ich nun ein guter oder schlechter Typ bin, ob meine Mutter sich über mich ärgert oder nicht, ändert nichts an meiner Kindschaft.
Und das dürfen wir lernen. Meine schwere Erziehbarkeit änderte nichts daran, dass ich ihr Kind war und dass ich ihr Kind blieb. Und so wird Gott wohl an unserer schweren Erziehbarkeit etwas ändern, aber er wird nichts an unserer Kindschaft ändern. Auch wenn Gottes Kinder noch sündigen, bleiben sie Gottes Kinder und werden niemals verdammt. Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus ihren Stand haben. Welch ein Trost ist das!
Sollte es jetzt einige geben, die daraus schlussfolgern: „Ach so, dann können wir ja sündigen, wie wir wollen“, muss sich das nicht wiederholen, wissen wir. Wenn solche Regungen ernsthaft in dir hochsteigen, dann musst du eher zweifeln, ob der Heilige Geist in dir wohnt, wenn du solche Schlussfolgerungen aus dieser herrlichen Wahrheit Gottes, des Evangeliums, ziehst. Nein, das sei ferne, sagt der Apostel.
Sondern wenn wir ein Kind Gottes sind, dann arbeitet Gott an uns auf der Basis der ewigen Kindschaft in Form der Heiligung und erzieht uns, weil wir sein Kind sind. In Hebräer 12 haben wir das ja noch ausführlich behandelt. Dort sagt er: Ihr seid Kinder, und so ist es doch normal, dass ihr gezüchtigt werdet. Wohl dem, den der Vater erzieht.
Das ist das ganze Geheimnis.

Warnung vor einer falschen Lehre

Und trotzdem noch ein Wort für Menschen, die nicht im Glauben stehen, damit wir das nicht falsch verstehen: Dieser Satz, dass es keine Verdammnis gibt für die, die in Christus sind, ist sehr ernst. Denn er sagt, dass es keine Verdammnis mehr gibt für die, die in Christus sind. Für die, die nicht in Christus sind, gibt es aber Verdammnis. Das müssen wir festhalten.
Wer nicht Kind Gottes ist, wer den Status der Rechtfertigung nicht besitzt, für den bleibt die Verdammnis. Heutzutage liest man das gern verkürzt: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr. Man lässt den Rest einfach weg, nämlich dass es keine Verdammnis mehr nur für die gibt, die in Christus Jesus sind. Ihre Lesart ist einfach: Verdammnis gibt es nicht. Und so etwas wird sogar von Kanzeln in Kirchen gepredigt.
Die Doktrin, dass es für irgendeinen Menschen keine Strafe gibt, ist sehr populär. Der Ton lautet dann: Gott ist doch ein Gott der Liebe, deshalb ist es doch wohl nicht möglich, dass er seine Geschöpfe verurteilt und in die Hölle schickt. So einen Gott haben wir nicht. Also predigt man einen Gott der Liebe und sagt zugleich: Es gibt keine Verdammnis. Und man verweist auf Paulus: So gibt es keine Verdammnis mehr. Nein, das ist nicht richtig. Es gibt keine Verdammnis mehr für die, die in Christus sind. Aber wer nicht in Christus ist, für den gibt es Verdammnis.
Wir kommen alle, alle in den Himmel, sagen sie. Über Sünde predigen sie nicht, denn Gott hat uns alle lieb, und niemand wird verdammt. Und deshalb lesen wir einfach: So gibt es jetzt keine Verdammnis. Jesus, sagen sie, starb nicht für unsere Sünde. Das Thema Sünde wird ausgeklammert. Ich frage mich manchmal, warum man dann noch so viele Kreuze auf den Kirchtürmen hat und überall auf den Altären Kreuze. Ja, nein, sagt man, Jesus starb nicht für unsere Sünde. Wir sind keine Sünder, sondern er starb aus Mitleid, aus purem Mitleid für arme Menschen, für die Schwachen. Er starb aus Solidarität, sagen sie. Aber er starb nicht für unsere Sünde.
Doch, Freunde, das ist, als würde man den Kern des Evangeliums ausschütten. Dann können wir alle Kreuze abmontieren. Das Kreuz ist nur deshalb da, weil wir Sünder sind und Verdammnis verdient haben. Paulus sagt: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Und wenn die, die in Christus Jesus sind, nicht in ihm wären, dann würden auch sie verdammt werden. Nur weil sie in Christus sind, gibt es keine Verdammnis. Ihr Sein in Christus ist ihre Rettung.
Paulus schreibt nicht: Jetzt gibt es keine Verdammnis mehr für die, die alle Gesetze halten. Verdammnis gibt es nicht für die, die den geforderten christlichen Level nicht erreichen oder die genügend gute Werke getan haben. Nein, er sagt: Es gibt keine Verdammnis mehr für die, die in Christus sind. Das ist das einzige Kriterium: in Christus.

Die Frage nach dem eigenen Standort

Das ist die Frage für dich heute Morgen: Bist du in Christus? Wenn nicht, ist Verdammnis dein Teil. Wenn ja, gibt es keine Verdammnis mehr für dich.
Wie kommt ein Mensch in Christus hinein? Wie bist du in ihn hineingekommen? 1. Korinther 1,30 sagt klipp und klar: Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, durch Gott den Vater. Es war ein allmächtiger und souveräner Akt Gottes, der dich in eine Lebensverbindung mit Christus gebracht hat. Du warst es nicht durch deinen Willen, durch deine Entscheidung oder durch sonst etwas, was du getan hast, sondern Gott hat dich in seiner souveränen Gnade in Jesus Christus versetzt.
Die Folge dieser Gnade war, dass du an Christus gläubig geworden bist. Der Glaube in deinem Herz ist ein Wunder Gottes und zugleich das Kriterium dafür, dass du in Christus bist. Der Glaube ist entscheidend, der lebendige Glaube.
Jesus sagt: Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes, die Verdammnis, bleibt auf ihm. Unser Heiland sagt auch in Markus: Wer glaubt und getauft wird, der wird errettet; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
Glaubst du aus tiefstem Herzen an Jesus Christus als deinen Erretter, dann gibt es keine Verdammnis mehr für dich. Auf alle, die nicht an Christus glauben und deshalb auch nicht von ihren Sünden umkehren, kommt die Verdammnis.
Weil die Bibel uns das so eindeutig und nachdrücklich lehrt, kann auch ich heute Morgen nicht anders, als Verdammnis zu predigen, einerseits Verdammnis und andererseits Freiheit von Verdammnis. Diese Predigt, die ich heute halte, halten viele für überholt, für altmodisch, für etwas aus vergangenen Jahrhunderten. Aber in der Bibel steht es immer noch so. Wir können nicht anders, als auch die Verdammnis zu predigen.
Ich weiß, dafür werden wir nicht geliebt. Aber wir predigen nicht, weil wir Applaus von den Menschen haben wollen. Ich predige hier heute Morgen nicht, damit du nächsten Sonntag wiederkommst und ich dir gefalle und schöne Witze mache. Ich bin kein Komedian, sondern ich bin ein Diener Gottes und habe die Heilige Schrift zu verkündigen.
Und selbst wenn du hinausgehst und über mich spuckst, die Bibel lehrt uns Leben und Tod. Das ist eine ganz ernste Angelegenheit. Wir hecheln nicht dem Beifall des Publikums hinterher, sondern wir predigen das Wort Gottes. Wir sind uns bewusst, dass Gott Rechenschaft von uns fordert.
Deshalb möchte ich frei sein von dem Blut aller, die hier unter uns sind, hier oder auch draußen am Bildschirm. Deshalb muss ich die Sorglosen unter euch aufrütteln und euch sagen: Wer nicht in Christus Jesus ist, Freunde, das ist eine niederschmetternde Wahrheit, auf dem ruht die Verdammnis, der ewige Tod. Aber du darfst in Christus sein.

Zuflucht in Christus

Früher gab es Schutzburgen. Was heißt das in Christuszeit? Das will ich kurz erklären.
Früher gab es Schutzburgen, in die Menschen zu ihrer Sicherheit geflohen sind. Im Alten Testament gab es sogenannte Zufluchtsstädte, in die Beschuldigte fliehen konnten.
Darum heißt es zum Beispiel in Sprüche 18,10: Der Name des Herrn ist eine feste Burg, der Gerechte läuft dort hinein und wird beschirmt. Eben war er noch außerhalb der Burg in großer Gefahr, jetzt aber ist er in der Burg eingeschlossen und außerhalb der Gefahr. Gewaltig!
Dieser Vers beschreibt auf wunderbare Weise das Evangelium. Wer aus gnädigem Antrieb im Glauben und Vertrauen zu Christus kommt und sich vor ihm, vor dem gerechten Zorn Gottes, birgt, der ist gerettet. Er ist in Christus, er ist in der Burg seines Heils.
Und darum heißt es in dem wunderbaren Lied: Du bist mein Zufluchtsort, ich berge mich in deiner Hand.
Die Frage ist, ob du draußen bist oder ob du drinnen bist. Martin Luther hat deshalb das gewaltige Lied gesungen: Ein feste Burg ist unser Gott.
 Psalm 18,3 sagt: Der Herr ist mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue. Halleluja, das ist in Christus sein oder nicht.
Wenn es heißt, der Herr ist mein Fels, erinnert das auch an Mose, der sich als Sterblicher vor der verzehrenden Herrlichkeit Gottes in einer Felsspalte bergen sollte. Er war in dem Felsen Christus geborgen, damit ihn die geballte Herrlichkeit Gottes nicht erschlug.
In Christus sein heißt also, zu ihm zu fliehen, sich in ihm zu verstecken, wie im Schutz eines Felsens, sich in ihm zu bergen, wie in einer sicheren Burg. Die, die zu Christus, ihrem Erretter, im Glauben und Vertrauen geflohen sind, sind in Christus Jesus, und für die gibt es keine Verdammnis.
Und alles Volk sagt Halleluja: Bist du in die Arme Jesu geflohen, bist du in die feste Burg eingegangen, ist Christus der Schutz deines Lebens, oder bist du noch außerhalb? Bist du schon zu Christus geflohen und sicher in seiner Hand, mein Freund, drinnen oder draußen?

Die Einheit mit Christus als Grundlage der Rettung

Nun müssen wir noch die Frage stellen, und dann komme ich zum Schluss: Wie genau werden wir denn durch Christus geschützt?
Durch unser Einssein mit ihm, das lehrt uns die Bibel, in Christus. Wir haben vor etwas längerer Zeit eine ganze Konferenz, eine Ecksteinkonferenz, dazu gehabt. Wir glauben nicht nur an Christus, sondern wir sind in ihm, in ihm eins geworden.
Diese geheimnisvolle Einheit zeigt uns die Bibel anhand von wunderbaren Bildern, zum Beispiel in dem Symbol des Weinstocks und der Reben. Der Weinstock ist eines, die Reben sind etwas anderes, aber sie sind miteinander verwachsen und bilden eine Einheit. Die Rebe ist in dem Weinstock, so wie du in Christus.
Ein, wie ich fände, noch gewaltigeres Bild zeigt uns die Bibel mit dem Haupt und dem Leib. Christus ist das Haupt, das ist das eine, aber wir sind seine Glieder. Und so wie dein Haupt mit deinen Gliedern eins ist, so bist du als ein Glied von Jesus eins mit ihm, dem Haupt, durch Blut und Leben miteinander verbunden. Ihr seid nicht zwei, sondern eins.
Was dem Haupt geschieht, das geschieht auch seinem Leib. Und so lehrt uns die Bibel im Römerbrief und darüber hinaus: So sind wir mit ihm gekreuzigt, gestorben, begraben und auch auferstanden. Und wenn Christus als das Haupt am Kreuz den Sieg über die Verdammnis erworben hat, dann haben auch wir als seine Glieder nichts mehr mit der Verdammnis zu tun.
Solange der Kopf eines Menschen über Wasser ist, kann man seine Füße nicht ertränken. Solange Jesus Haupt ist, wird keines seiner Glieder ersaufen, auch das schwächste Glied nicht. Und solange sich Christus als das Haupt über die Verdammnis erhebt, solange gibt es keine Verdammnis für uns, selbst für die Schwächsten nicht.
Das heißt: Wenn Christus stellvertretend für uns gelitten hat, dann ist die unvermeidliche Konsequenz, dass wir keine Strafe mehr für unsere Sünde erhalten können. Das wird so oft, manchmal so unsauber, besser gesagt so ungenau formuliert, dass manchmal auch Kinder Gottes sagen: Ich glaube, Gott straft mich, weil ich wieder gesündigt habe.
Nein, nein, nein, Gott straft dich nicht. Die Strafe liegt auf Jesus. Er ist bestraft worden an deiner Stelle für die Sünde, die du getan hast. Was Jesus tut, ist: Er erzieht dich, er arbeitet mit dir und lässt das nicht durchgehen. Aber die Kindschaft, wie wir gesagt haben, die bleibt bestehen. Wenn unsere Schuld bezahlt wurde, wurde sie auch bezahlt, und die Sache ist erledigt. Eine zweite Zahlung kann nicht verlangt werden.
Der Evangelist Moody erzählte von einem Mann, der zum Militär gezogen wurde, aber ein Freund trat für ihn ein und wurde als sein Stellvertreter akzeptiert. Als der in der Schlacht fiel, wollte man den freigestellten Mann erneut einziehen. Aber der weigerte sich vor Gericht und berief sich darauf, dass er ja schon durch seinen Stellvertreter gedient habe und in ihm bereits gefallen sei. Deshalb sei er eigentlich tot, und man könne ihn ja nun nicht ein zweites Mal ziehen. Das Gericht soll tatsächlich seinem Anliegen stattgegeben haben.
Und es ist ja konsequent: Kein Verbrecher wird irgendwo auf der Welt ein zweites Mal gehängt. Ein Gesetz kann verlangen, dass jemand zweimal stirbt, und weil die Gläubigen einst in Christus für ihre Sünde bereits gestorben sind, sterben sie künftig nicht mehr.
Unsere Verdammnis hat sich in Jesus Christus erschöpft. Das Haupt des großen Hirten hat den vollen Zorn Gottes getragen, damit seine Schafe frei ausgehen. Und darin liegt unsere Freude, unser Trost und unsere Sicherheit. Darum gibt es keine Verdammnis mehr für die in Jesus Christus. Halleluja!

Schlussruf und Gebet

Glaubst du das? Es gibt für dich keine Verdammnis mehr!
Für wen es noch Verdammnis gibt, haben wir heute Morgen klargemacht. Aber für die Kinder Gottes, die in Jesus Christus gerechtfertigt sind, gilt: Was auch immer geschehen mag, es gibt keine Verdammnis mehr. Halleluja, und noch einmal Halleluja! Amen, und wieder Amen. Amen in Jesus Christus, Amen!
Ja, das ist der Punkt, den Paulus hier sagt. Das ist seine Freude. So fängt er Römer 8 an, das Kapitel Römer 8: ein Jubel. Ich elender Mensch – Heiligung! Aber jetzt klar in der Rechtfertigung: Jesus hat bezahlt, ich bin frei. Jesus wurde bestraft, ich werde nicht bestraft. Jesus Christus wurde bestraft, ich werde nicht bestraft. Jesus Christus wurde bestraft, ich bin frei. Ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei. Er ist gestorben, und ich brauche nicht mehr zu sterben. Jesus hat den Zorn Gottes getragen, und ich brauche ihn nicht mehr zu tragen.
Ich bin frei, frei, frei, frei. So gibt es keine Verdammnis mehr für die, die in Jesus Christus sind. Wir sind die glücklichsten Menschen auf Erden, die Kinder Gottes.
Warum lauft ihr immer noch so mit solchen Mienen durch die Kirche? Ihr Lieben, ja, die Miene „Ich elender Mensch“ ist wahr. Aber wenn wir dann zum Kern unseres Heils kommen, fangen wir wieder an zu strahlen, weil wir wissen: Wir sind in unserem Herrn gerettet.
Darum die entscheidende Frage: Bist du in Jesus Christus? Glaubst du an ihn? Ist er dein Zufluchtsort, deine Burg, dein Hort und dein Schutz? Wenn nicht, irrst du draußen umher in der Welt. Du bist dem Unwetter des Zorns Gottes ausgeliefert, und die tödlichen Blitze seiner heiligen Gerechtigkeit treffen dich. Du bist unter Verdammnis. Darum flieh in die Felsspalte, flieh in den Felsen Christus, eile zu ihm als deine feste Burg und sei in ihm jetzt und für immer geborgen. Gott segne dich! Amen!
Wir stehen auf miteinander.
Darf ich einfach mal fragen, liebe Freunde, liebe Gemeinde: Sind Menschen hier, die möchten heute Morgen zu Christus fliehen? Die möchten aus der Hetze des Lebens heraus, aus der Angst vor der Gerechtigkeit Gottes? Du möchtest dich heute Morgen in Jesus Christus bergen. Gibt es Freundliche? Dann streck mal deine Hand aus. Ich möchte für dich beten. Ich möchte mich bergen in Jesus Christus, möchte zu ihm fliehen als meine feste Burg.
Danke, da sind einige liebe Freunde, die ihre Hand erheben. Auch oben: Gott möge euch reichlich segnen. Lasst uns beten, damit jeder von uns geborgen ist in Jesus, in Christus Jesus.
Herr, ich bete für diese lieben Menschen, die sich vereinzelt gemeldet haben und die verstanden haben durch deinen Heiligen Geist, dass sie verloren sind, wenn sie nicht geborgen sind in Jesus, wenn du nicht ihr Schutz und ihre Bezahlung und ihre Rechtfertigung bist. Herr, sie rufen zu dir. Errette heute Seelen, lieber Vater, hier im Hause, aber auch darüber hinaus überall, wo man diesen Gottesdienst mitverfolgt, jetzt oder auch zeitversetzt. Sprich durch dein Wort, dass wir eingeladen sind, in Jesus Christus zu sein, in ihm, in ihm, unserem Heiland und Erretter.
Und ich danke dir, Herr, dass du auch deine Kinder segnest, die es schon lange oder seit kurzem sind, dass wir uns auch freuen an unserer Kindschaft, dass wir sicher sein dürfen: So gibt es keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind. Du veränderst uns, du heiligst uns, du korrigierst uns, du bringst uns zurecht mit verschiedenen Möglichkeiten als ein guter Vater, der seine Kinder erzieht.
Herr, du weißt, dass wir dir oft, oft aus der Schule laufen. Aber du sorgst dafür, dass wir zurechtkommen, und wir bitten dich auch heute Morgen: Bring uns zurecht, Herr, dass wir in der Heiligung wachsen und dir immer, immer ähnlicher werden. Danke, Herr, auch für diesen Römerbrief, danke für den Apostel Paulus, den du gebraucht hast. Ob wir ihn in allem richtig verstehen, weiß ich nicht. Aber das, was wir von ihm verstehen und lernen, das dürfen wir teilen und uns darüber freuen, Herr Jesus.
Gelobt sei dein Name. Amen.