Begrüßung und Einführung in den Gottesdienst
Psalm 47, Vers 2: Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, begrüßt unseren Gott mit Freudengeschrei!
Ja, das Freudengeschrei ist noch nicht ganz so präsent. Herzlich willkommen zum Gottesdienst – zu einem Gottesdienst, wie wir ihn lange nicht hatten, mit echten Besuchern und echten Gästen. Herzlich willkommen!
Was das Freudengeschrei betrifft, so ist das wohl nicht ganz unsere Mentalität. Aber ich denke, Gott ist gnädig und erkennt uns. Es ist ja manchmal auch gar nicht so einfach. Man möchte Freudenschreie ausstoßen, traut sich aber nicht so richtig. Von Zalando kennen wir das alle – die trauen sich das. Und ich denke, wir werden es auch noch schaffen, unsere Freude mehr zum Ausdruck zu bringen.
Heute soll es in der Predigt von Waldemar genau um das Thema Freude, den Ausdruck der Freude und den Lobgesang gehen.
So, nun möchten wir gleich gemeinsam ein Lied singen. Dabei bitte ich euch, eure Masken aufzusetzen.
Eben lebendiges Wasser, Halleluja!
Du bist unser König und Herr,
Du sitzt auf dem Thron, oh Gott!
Lebens, ewiger Herrscher, Halleluja!
Meister des Lebens, lebendiges Wasser, Halleluja!
Meister des Lebens, ewiger Herrscher.
Hinweise zum Schutzkonzept und organisatorische Informationen
Heute findet zur Information für die Kinder und als herzliche Einladung der Kinder-Podcast statt.
Wir haben heute, wie gesagt, den ersten Gottesdienst mit Gottesdienstbesuchern. Wir freuen uns sehr, dass ihr da seid. Es ist schön, aber es sieht natürlich ganz anders aus. Ich denke, wir empfinden das alle ähnlich – egal, ob von hier vorne oder aus den Reihen. Es ist sehr lückig und etwas befremdlich.
Das wird wohl noch eine Weile so bleiben. Das liegt an dem Schutzkonzept, das wir wegen der Corona-Verordnung einhalten müssen. Dabei möchten wir gut miteinander umgehen. Deshalb ist es notwendig, bestimmte Verhaltensregeln zu beachten. Ich möchte hier einige nennen, auch wenn ihr sicherlich alle das Schutzkonzept eingehend studiert habt.
Wenn ihr zum Gottesdienst kommt, dann kommt bitte nur, wenn ihr wirklich gesund und fit seid. Das ist unbedingt nötig. Außerdem ist es sehr wichtig, dass ihr euch die Hände desinfiziert. Abstände halten kennen wir ja alle schon aus der Umgebung, vom Arbeitsplatz oder aus Geschäften. Abstand zum Nächsten zu halten ist einfach wichtig.
Bitte benutzt die Ein- und Ausgänge so, wie sie vorgeschrieben sind. Dort wird immer ein Ordner sein. Holger sitzt da ganz auffällig hinten, nicht zu übersehen. Bitte folgt seinen Anweisungen. Das wäre sehr schön und wirklich wichtig für uns alle.
Jacken und Taschen nehmt ihr bitte mit in den Raum, da es keine Garderobe gibt. Masken müssen beim Rein- und Rausgehen getragen werden und auch beim Singen. Die Masken dürfen praktisch nur abgenommen werden, wenn man fest auf seinem Platz sitzt.
Noch etwas Wichtiges: Keine Umarmungen oder Händeschütteln. Wir müssen uns die Zuneigung jetzt anders zeigen, auch wenn das schwerfällt. Es ist eine Respektfrage. Jeder hat das Recht, dass andere Abstand zu ihm halten, und das wollen wir wahren. Es ist auch eine Art, Zuneigung zu zeigen, wenn man das respektiert und beachtet.
Diese Regeln gelten auch für den Gottesdienst in der Steinhalle, zu dem ich gleich noch Näheres sagen werde. Dort gilt alles genauso.
Ihr seid sozusagen eine Art Testpersonen – ich möchte euch nicht so nennen, aber es ist ja unser erster Gottesdienst in dieser Form. Wir möchten, dass ihr gut beobachtet, wie es euch damit geht. Wenn ihr euch unsicher fühlt oder etwas nicht in Ordnung findet oder euch nicht wohlfühlt, dann sagt uns das bitte. So können wir noch Veränderungen vornehmen. Das ist wichtig.
Wenn das alles gut klappt und läuft, ist geplant, dass solche Gottesdienste regelmäßig stattfinden. Sie werden dann samstags stattfinden, und man kann sie sonntags ab 10 Uhr bei YouTube anschauen.
Wie gesagt, euer Feedback ist unbedingt wichtig. Und dass ihr alle gut mitmacht.
Weitere Termine und Angebote der Gemeinde
Nächsten Dienstag um 9:30 Uhr findet wieder das Gemeindegebet statt. Die anderen Gruppen treffen sich nach Vereinbarung an unterschiedlichen Tagen oder zu verschiedenen Uhrzeiten. Auch die DNA-Gruppe trifft sich diese Woche wieder ganz individuell. Fragt bei Bedarf euren Gruppenleiter, wie und wann eure Gruppe sich genau trifft.
Die Bibelabende beginnen ab dem 15. Juli. Das ist nicht in der kommenden Woche, sondern in der darauffolgenden, wenn wieder ein Bibelabend ansteht. Diese finden dann wieder im Gemeindehaus statt. Bitte meldet euch dazu rechtzeitig an und kommt pünktlich. Die Anmeldung ist auf der Homepage unter der Rubrik Termine möglich. Dort kann man sich ab sofort anmelden und sich einen Platz sichern.
Demnächst wird es auch wieder eine Taufe geben. Das ist eine Vorabinformation – nähere Details erhaltet ihr noch von uns.
Am nächsten Sonntag findet der Gottesdienst in der Steinhalle statt. Wir freuen uns sehr darauf und hoffen, dass viele Leute kommen. Die Halle wird dann „voll“ sein. Meldet euch bitte trotzdem an. Auch wenn es so aussieht, als seien alle Plätze vergeben, werden zwei Gottesdienste angeboten, falls mehr Anmeldungen eingehen.
Wichtig: Der Gottesdienst, der ursprünglich um 11:00 Uhr geplant war, wurde auf 10:00 Uhr vorverlegt. Bitte denkt daran, dass der Gottesdienst in der Steinhalle um 10:00 Uhr beginnt. Kommt rechtzeitig und plant etwas Zeit zum Parken ein, da direkt an der Steinhalle eine Baustelle ist. Parkmöglichkeiten gibt es am Bahnhof.
Leider kann kein Kindergottesdienst angeboten werden. Die Kinder müssen mitgebracht werden und während des Gottesdienstes auf ihrem Platz bleiben.
Vergesst außerdem eure Masken nicht und folgt den Anweisungen der Ordner. So könnt ihr euch sicher fühlen.
Eröffnungsgebet und Lobpreis
Dann möchte ich jetzt gleich noch beten. Nach dem Beten werden wir wieder ein Lied singen. Denkt dabei auch wieder an die Masken.
Ich möchte jetzt beten, und wir stehen dazu auf.
Ja, Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir uns versammeln dürfen. Jesus, wir haben gemerkt – nein, wir haben noch viel mehr gemerkt –, dass das nicht selbstverständlich ist. Danke, dass wir jetzt hier sein können und dir begegnen dürfen. Danke, Vater, dafür.
Bitte rede du zu uns, Jesus. Hilf du uns, dass wir uns konzentrieren können.
Ja, trotz dieser ungewöhnlichen Umstände sieht alles so anders aus und fühlt sich auch so anders an, Herr. Hilf du uns, Jesus, dass wir mit diesen Verordnungen und Maßnahmen umgehen können. Hilf uns, dass wir uns Liebe und Respekt entgegenbringen, auch indem wir Abstand halten, Herr, weil das möglich ist. Weil du uns liebst, weil wir uns lieben und auch nicht abhängig sind von Äußerlichkeiten. Danke dafür, Jesus, dass du uns dazu befiehlst. Danke, dass wir dir singen dürfen und dich anbeten dürfen.
Danke dafür, Herr!
Wir bitten dich auch, Jesus, dass du Deutschland vor einer zweiten Corona-Welle bewahrst. Wir bitten dich einfach, dass du Schutz gibst, dass die Maßnahmen greifen und nichts Schlimmeres auf uns zukommt. Sei auch bei den Menschen, die ganz stark im Bedrängnis sind, auch dort, wo Hungersnöte drohen, Herr. Du kannst Trost geben und auch Rettung schenken.
Herr, vor allem bitten wir, Jesus, dass die Menschen sich zu dir wenden. Dass sie bei dir Trost und Hoffnung für ihr Leben und auch für ihr Leben nach dem Tod finden.
Ja, Herr, wir danken dir, dass wir das haben dürfen und dass du uns segnest, wo wir auch sind und was wir auch tun.
Danke auch für den Kinderpodcast, Jesus. Danke für die gute Arbeit, die dort für die Kinder geleistet wird. Segne du sie, Jesus. Sprich du zu ihnen. Bekomme du auch bei den Kindern einen Platz in ihrem Herzen, damit sie dir folgen und dich lieben lernen. Dass sie dich lieben und dir mit ihrem ganzen Leben folgen möchten, schon ganz früh.
Danke jetzt, Herr, dass wir uns jetzt auf dich konzentrieren können, auf das, was du uns sagen möchtest. Wir möchten dich loben und preisen und das auch im Lied zum Ausdruck bringen.
Jesus, danke dafür! Amen.
Gemeinsamer Lobpreis und Ausdruck der Freude
Einfach spitze, dass du da bist, einfach spitze, dass du da bist, einfach spitze, lasst uns Gott den Herrn loben.
Einfach spitze, lass uns stampfen, einfach spitze, komm, wir loben Gott den Herrn!
Einfach spitze, lasst uns klatschen! Einfach spitze, lasst uns klatschen! Einfach spitze, komm, wir loben Gott den Herrn!
Einfach spitze, lasst uns klatschen! Einfach spitze, lasst uns klatschen! Einfach spitze, komm, wir loben Gott den Herrn!
Einfach spitze, lasst uns hüpfen! Einfach spitze, lasst uns hüpfen! Einfach spitze, komm, wir loben Gott den Herrn!
Einfach spitze, lasst uns tanzen! Einfach spitze, lasst uns tanzen! Einfach spitze!
Wer?
Bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König an, bitte den König beginnen.
Wir sind nicht rein, heilig hier allein bin ich, doch mein Meister trennt mich von dir!
Und nein, wie! Wir sehen gern. Für meine Schuld!
Gut, ich komme vor den Thron, freigesprochen durch den Thron.
Dein Blut macht mich rein, du nennst mich ganz rein, in deinen Namen darf ich sein.
Mutiger Zugang zu Gott und Lobpreis als Ausdruck der Erlösung
Wie haben wir gesungen, Herr? Du hast den Preis bezahlt, du hast das Urteil getragen. Heute dürfen wir mutig zu dir kommen, so wie wir gesungen haben.
Mutig komme ich vor den Thron, weil du ein guter Vater bist. Wie ein Kind zu seinem Vater rennt, wenn es etwas von ihm möchte, so dürfen wir zu dir kommen, Herr. Du bist gnädig und freizügig, Herr.
Wir möchten dein Angebot in Anspruch nehmen, das du uns heute anbietest. Herr, ich bete dich an und preise dich. Du hast alles bezahlt, alles getan. Der Weg ist frei, und wir dürfen heute mutig vor dir stehen.
Wir dürfen als erlöste Schar vor dir stehen, als die du freigekauft hast. Wir sind nicht länger gebunden an irgendwelche Mächte der Finsternis, sondern frei, Herr. Frei, um dich anzubeten, frei, um dir Lieder zu singen.
Dazu hast du uns berufen, und wir danken dir von Herzen, dass du gut bist. Du bist gut, du bist gut, du bist gut, Herr.
Wir dürfen gespannt sein, was du heute wieder für uns hast – für unser Herz, für unsere Seele, Herr. Dein Wort ist gut, dein Wort ist wahrhaftig, dein Wort ist der Fels, auf dem wir stehen.
Herr, so bitte ich dich jetzt einfach, dass du uns Gnade gibst zum Hinhören und Gnade zum Reden. Segne Waldemar heute an diesem Tag und segne seine Lippen.
Wir beten dich an und geben dir alle Ehre, denn du bist es wert, dass man dich anbetet und dir alle Ehre gibt. Amen.
Einführung in das Buch Nehemia und den Predigttext
Schön, euch zu sehen, schön, dass wir miteinander Gottesdienst feiern. Freut ihr euch? Was mache ich falsch? Bin ich an oder aus? Jetzt bin ich an? Dann war ich eben gerade an. Egal. Ihr hört mich, und das ist gut. Schön.
Ja, wir widmen uns heute wieder dem Nehemia-Buch. Ich denke, viele von euch haben es auf der Internetplattform verfolgt. Wir sind schon bis ins zwölfte Kapitel vorgedrungen. Das bedeutet, dass wir fast fertig sind. Also nahezu. Wir werden wahrscheinlich noch ungefähr eine Woche brauchen.
Gott ist in Bewegung zu dieser Zeit in Israel, ganz konkret in Jerusalem. Wie sah das aus? Die Juden kehrten nach Israel zurück, der Tempel wurde wieder aufgebaut, Jerusalems Stadtmauer wurde errichtet. Und wir haben es letzte Woche gehört: Die Stadt wurde jetzt auch endlich wieder bevölkert.
Nehemias Auftrag – hört ihr das auch? Da ist so ein hohes Zischen, ich höre es. Hört ihr das nicht? Doch, okay. Vielleicht schafft es unser Techniker, das rauszukriegen. Nehemias Auftrag endet hier in Kapitel zwölf. Das Nehemia-Buch geht noch bis Kapitel dreizehn, aber sein Auftrag endet in den Versen, die wir jetzt gleich miteinander lesen werden.
Im dreizehnten Kapitel sehen wir dann, dass Nehemia wieder zurückkommt, dass er nach Jerusalem zurückkehrt. Er wird also nach Kapitel zwölf wieder abreisen. Nehemia erreicht den Höhepunkt seiner persönlichen Mission: die Stadtmauer in Jerusalem zu errichten, damit dort wieder Gottesdienst gefeiert wird. So, wie ich letzte Woche, glaube ich, gesagt hatte, dass Gott gekannt wird und auch bekannt gemacht wird.
Im zwölften Kapitel werden wir gleich sehen, erhalten wir eine neue Facette von Nehemia. Er ist nicht nur der Schaffer und Macher, der uns vor allem als Arbeiter präsentiert wurde. Im zwölften Kapitel sehen wir, dass Nehemia auch jemand ist, der weiß, wie man feiert. Auf die Bewegung Gottes in Jerusalem antwortet das Volk mit purer Freude, mit purem Lobpreis und mit einem Fest.
Der Festzug zur Einweihung der Mauer
Wir lesen Nehemia 12, Verse 27 bis 47. Jetzt kommt endlich der Moment der Einweihung der Mauer.
Bei der Einweihung der Mauer von Jerusalem holte man die Leviten aus allen ihren Orten, um sie nach Jerusalem zu bringen. So konnte man die Einweihung mit Freuden feiern, mit Lobliedern und Gesang, mit Zimbeln, Harfen und Zittern.
Da versammelten sich die Söhne der Sänger sowohl aus dem Kreis und der Umgebung von Jerusalem als auch aus den Gehöften der Netofatiter sowie aus Bet Gilgal und aus dem Gebiet von Geber und Asmavet. Denn die Sänger hatten sich in der Umgebung von Jerusalem Gehöfte gebaut. Ihr könnt euch vielleicht erinnern: Dieses Wort haben wir öfter im elften Kapitel gelesen, dass sie sich dort niederließen.
Die Priester und die Leviten reinigten sich, und sie reinigten auch das Volk, die Tore und die Mauer. Ich ließ die Obersten von Juda oben auf die Mauer steigen und stellte zwei große Dankchöre und Festzüge auf.
Der eine zog nach rechts oben auf der Mauer zum Aschentor hin, und hinter ihnen her gingen Hoschaia und die Hälfte der Obersten von Juda sowie Asaia, Esra, Meshulam, Judah, Benjamin, Shemaja und Jirmeja. Sodann folgten einige von den Söhnen der Priester mit Trompeten: Sechaja, der Sohn Jonathans, des Sohnes Shemajas, des Sohnes Matanjas, des Sohnes Michajas, des Sohnes Sakkos, des Sohnes Asafs, und seine Brüder Shemaja und Asar Asarel, Milalai, Gilalai, Ma'ai, Netanel und Judah Hanani mit den Musikinstrumenten Davids, des Mannes Gottes.
Esra, der Schriftgelehrte, ging vor ihnen her. Sie zogen zum Quelltor hin, stiegen geradeaus auf den Stufen zur Stadt Davids und auf dem Aufgang zur inneren Mauer hinauf. Oberhalb vom Haus Davids entlang gingen sie bis an das Wassertor im Osten.
Das war der eine Festzug. Es geht weiter: Der zweite Dankchor zog zur entgegengesetzten Seite, und ich zog hinter ihm her. Auf der einen Seite führte Esra, auf der anderen Seite Nehemia, der mit der anderen Hälfte der Oberen des Volkes oben auf der Mauer über den Ofenturm bis an die breite Mauer zog. Von dort ging es über das Ephraimtor, das Jeschanator, das Fischtor, den Turm Hananel und den Turm Mea bis an das Schaftor. Dort blieben sie beim Wachttor stehen.
Die beiden Dankchöre stellten sich am Haus Gottes auf. Ebenso ich und die Hälfte der Vorsteher mit mir sowie die Priester: El-Jakim, Maaseja, Miamin, Michaja, El-Joenai, Zichaja und Hananja mit Trompeten. Außerdem Maaseja, Shemaja, Eleasa, Uzi, Johannan, Malkia, Elam und Esa.
Dann ließen sich die Sänger unter der Leitung von Jisrachja hören. An diesem Tag schlachteten sie große Schlachtopfer und freuten sich, denn Gott hatte sie mit großer Freude erfüllt. Auch die Frauen und die Kinder freuten sich, und die Freude Jerusalems war weithin zu hören.
An diesem Tag wurden Männer eingesetzt zur Aufsicht über die Kammern für die Vorräte, die Hebopfer, die Erstlinge und die Zehnten. Sie sollten die gesetzlichen Anteile für die Priester und für die Leviten von den Feldern sammeln.
Denn Juda hatte seine Freude an den Priestern und an den Leviten, die im heiligen Dienst standen. Sie versahen den Dienst ihres Gottes und den Dienst der Reinigung. Auch die Sänger und die Torhüter taten Dienst nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo.
Seit den Tagen Davids und Asafs gab es seit alter Zeit Häupter der Sänger. Sie brachten Preis und Lobgesang für Gott dar. Ganz Israel gab in den Tagen Serubbabels und in den Tagen Nehemias die Anteile für die Sänger und die Torhüter, was ihnen Tag für Tag zustand.
Sie gaben die Weihe den Leviten, und die Leviten gaben die Weihe den Söhnen Aarons. Amen.
Bedeutung des Festzugs und der Freude über Gottes Treue
Schön, dass viele ihre Bibeln dabei haben. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem jeder Christ nicht nur seinen Mundschutz dabei hat, sondern auch seine Bibel.
Wir gehen nun in den Text hinein und sehen, dass Nehemia einen großen Gottesdienst mit Priestern und Sängern organisiert. Die vielen Sänger und Priester, die hier erwähnt werden, erinnern uns vielleicht daran, dass es im elften Kapitel Verzeichnisse mit den Sängern und Priestern gibt. Diese Priester kommen aus der Umgebung, um in Jerusalem diesen großen Gottesdienst zu feiern.
Israel feiert einen hochgradig organisierten Gottesdienst. Zwei Dankchöre sind aufgestellt, um die Mauer zu umlaufen, beziehungsweise auf der Mauer entlangzugehen und alles abzulaufen, was errichtet und gebaut wurde. Am Ende kommen sie beim Tempel an, um dort ein Schlachtopfer für den Herrn darzubringen.
Man kann sich fragen: Was soll das eigentlich? Ich weiß nicht, wie es dir geht, ob du zu denen gehörst, die diesen liturgischen Ablauf schön finden – mit dem genauen Plan, erst hier langzugehen, dann dort entlang. Oft ist das in unseren Freikirchen eher fremd, denn wir mögen es vielleicht eher freier. Deshalb fragt man sich: Warum dieser ganze Aufwand? Warum laufen sie die Mauern entlang? Warum gehen sie nicht direkt zum Tempel, feiern dort ihren Gottesdienst, schlachten das Opfer und beten Gott an? Warum dieser ganze, ich sage mal salopp, Zirkus?
Die vielen Tore werden von Nehemia erwähnt. Offenbar ist es für ihn etwas Besonderes, die Tore aufzuzählen, an denen sie entlanglaufen. Für uns mag das persönlich egal erscheinen. Könnt ihr euch noch an einen Namen vom Tor erinnern? Nicht in die Bibel gucken! Schafstor – das hast du gut gemerkt. Noch eins? Fischtor? Ihr habt einige noch im Kopf, gut, nicht schlecht.
Ich, von meinem Naturell her, hätte beim Lesen gedacht, das sei nicht wichtig und könnte ausgespart werden. Auch wenn es für mich nicht so wichtig ist, merken wir, dass diese Bezeichnungen beim Aufbau in Kapitel 3 schon eine Rolle spielten. Jetzt werden sie wieder erwähnt.
Was soll uns das zeigen? Nehemia hatte eine tiefe Freude darüber, an die Stellen zu gehen, an denen sie gearbeitet hatten. Dort, wo es mühselig war, wo es Kämpfe gab und Spott von den Feinden. Sie waren an diesen Toren, haben die Tore eingesetzt und die Mauerlöcher geschlossen. Jeder war an einer bestimmten Stelle beteiligt.
Jetzt laufen sie dort entlang und sehen die Orte, an denen sie geschwitzt haben. Orte, wo die Feinde gekommen sind und gespottet haben. Orte, wo wir in Nehemia 5 gelesen haben, dass das Volk zerstritten war. Vielleicht erinnert ihr euch: Es brauchte eine Versöhnung, Nehemia trat als Versöhner auf, weil die Gemeinschaft zerrissen war.
Sie gehen diese Orte entlang und können das richtig nachvollziehen: Hier war es schwer. Hier habe ich mich mit meinem Bruder in die Haare gekriegt, als wir die Steine gehoben haben. Hier kam der Feind und verspottete uns. An dieser Stelle wäre fast das Projekt gescheitert. Und an genau diesen Stellen waren sie jetzt unterwegs.
Sie gehen nun voller Freude und Anbetung, weil sie sehen, dass Gott gut ist. Und sie sehen eine Lektion für uns: Die Dinge, die wir im Namen Gottes tun und die uns manchmal Mühe bereiten – und das tun sie –, werden uns durch Gottes Gnade und Treue irgendwann zur Freude.
Genau die Dinge, die so mühselig waren und so viel gekostet haben, wurden an dem Tag, an dem alles vollendet war, zur blanken Freude. An diesen Stellen sieht man nicht mehr die Mühe, sondern die Vollendung. Sie konnten sich freuen, dass Gott treu ist und dass Gott gut ist.
Denn bedenkt: In Nehemia 3 haben wir in Vers 34 den Spott der Feinde deutlich gehört. Sie spotteten über die Juden und sprachen vor ihren Brüdern und der Oberschicht von Samaria: Was machen die ohnmächtigen Juden? Wollen sie Jerusalem befestigen? Wollen sie Opfer schlachten? Wollen sie heute vollenden? Sie wollen gleich untergraben, gleich unterwandern. Wollen sie etwa schlachten? Was haben sie vor? Wollen sie etwa hier wieder Gottesdienst feiern?
Ja, das wollten sie. Aber in dem Augenblick war es noch nicht möglich, und es war hart, diesen Spott zu ertragen.
Wir sehen jetzt im zwölften Kapitel, dass endlich der Tag gekommen ist. In Vers 43 heißt es: „Und sie schlachteten an diesem Tag große Schlachtopfer und freuten sich, denn Gott hatte sie mit großer Freude erfüllt. Auch die Frauen und die Kinder freuten sich.“ Alle zusammen sind endlich in diesen Lobpreis und diese Freude eingegangen – was am Anfang noch schwer war, durch das sie hindurchgehen mussten.
Es war hart für sie. Aber der Spott, liebe Freunde, wenn wir ihn erleben, wenn wir für Gott leben und Spott erfahren, wird vergehen. Gott wird zu seinem Ziel kommen, und wir werden den Tag erleben, an dem wir dort, wo wir geweint haben, uns freuen werden. Denn Gott zählt unsere Tränen und sieht, wo wir Not leiden aufgrund unserer Frömmigkeit, unseres Glaubens und unserer Nachfolge.
Also halte durch in deiner Mühe für Gott, dort, wo du Dinge aus reinem Herzen für Gott tust und in Bedrängnis kommst. Wir müssen durch Bedrängnis ins Reich Gottes gelangen. Bleibe dran! Gott hat dich nicht zum Ausharren bestimmt, sondern zur Freude.
Um in diese Bestimmung zu kommen, müssen wir jedoch ausharren. Gott hat dich zur Freude bestimmt und möchte, dass wir standhalten. Er wird dich irgendwann – vielleicht hast du es schon erlebt – an diese mühseligen Stationen entlangschreiten lassen. Dann wirst du dein Schafstor sehen, dein Wassertor, dein Aschentor. Und der Herr wird dir den Sieg und die Freude vor Augen malen.
Nehemia 12 zeigt uns, dass auch wenn dieses ganze „Bromborium“ – ich bin ehrlich, beim ersten Lesen dachte ich: „So what? Was bringt mir dieser Festzug?“ – Lektionen für uns bereithält. Wir lernen, dass die Mühen es wert sind und Gott mit uns zu seinem Ziel kommt.
Freude als Ausdruck der Verwandlung durch Gott
Lasst uns ermutigende Passagen aus Psalm 30, Verse 12-13 lesen. Dort heißt es: "Meine Wehklage hast du mir in Reigen verwandelt, also in einen Freudentanz. Mein Sacktuch, also meine Trauerkleidung, hast du gelöst und mich mit Freude umgürtet, damit meine Seele dich besinge und nicht schweige. Herr, mein Gott, in Ewigkeit will ich dich preisen."
Genau das, was hier beschrieben wird, erleben die Menschen gerade in Nehemia 12. "Du hast meine Wehklage verwandelt in Freudentänze." Davon haben wir gesungen, oder? Wir Deutschen brauchen da noch ein bisschen Hilfe beim Freudentanz im Lobpreis. Aber wenn man wirklich durch solche Phasen geht und die Freude Gottes erlebt, dann braucht man kein Kommando – dann wird man es tun.
Auch Jesus sagt es uns in Johannes 16, Verse 20-22: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass ihr weinen und wehklagen werdet. Aber die Welt wird sich freuen, ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden. Eure Traurigkeit wird zur Freude werden. Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit, aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch."
Was Jesus hier meint, ist, dass es in diesem Kontext sehr stark auch um die Endzeiterwartung geht – dass wir, wenn wir einmal bei ihm sein werden, diese Freude erleben. Dieses Prinzip ist aber auch schon im Hier und Jetzt zu erfahren, wie wir es in Nehemia 12 sehen. Aber auch für unsere Ewigkeit gilt: Diese Freude wird uns nicht genommen werden.
Das müssen wir festhalten und hören. Wir brauchen Nehemia 12, wenn wir durch schwere Zeiten gehen. Ich weiß nicht, ob euch Nehemia 12 in depressiver Stimmung oder im Kampf für das Reich Gottes in den Sinn kommt, wenn ihr Trost braucht. Ich glaube nicht. Aber vielleicht ist Nehemia 12 in Zukunft eine gute Passage, wenn du ausharren musst, um in die Freude hineinzukommen.
Die Freude wird uns nicht weggenommen werden. Also warum diese ganze Freude, warum so überschwänglich? Die pure Freude herrscht, weil Gott sein Versprechen hält. Amen!
Herausforderung zur äußeren und inneren Freude im Lobpreis
Also egal, ob du ein Fan von solchen gottesdienstlichen Festakten bist: Diese Passage fordert uns heraus, Gottes Treue zu ehren und unsere Freude im Lobpreis zum Ausdruck zu bringen.
Ich kann mich an einen Podcast-Gottesdienst erinnern, in dem Susanne in einer coolen Begrüßung sagte, es gibt einige Menschen, die freuen sich eher nach innen. Könnt ihr euch an diesen Satz erinnern? Das fand ich großartig. Die Bibel möchte aber, dass das, was sich nach innen freut, gerne auch nach außen dringt.
Also lass dich herausfordern, Gottes Treue zu ehren. Das, worüber du dich freust, soll im Lobpreis herausgeschmettert werden. Ich liebe Nehemia 12, Vers 43, den wir eben gerade gelesen haben. Dort heißt es zum Schluss: „Denn Gott hatte sie mit großer Freude erfüllt, und auch die Frauen und Kinder freuten sich. Und die Freude Jerusalems war weithin zu hören.“
Die Freude war weithin zu hören – nicht nur am Tempel, sondern alle sollten sie hören. Auch die Feinde, die gespottet haben, sollten sie hören. Die Freude muss raus, der Lobpreis soll erklingen.
Und wenn Leute denken, das ist irgendwie merkwürdig oder seltsam: Ich glaube, ich habe das schon mal an dieser Stelle gesagt. Ein Gottesdienstbesucher fragte mich einmal: „Warum trefft ihr euch und singt Lieder?“ Es war ein Atheist, der keine Berührung mit Kirche hatte. Er fragte: „Warum macht ihr das?“
Wir antworteten: „Ja, wir singen Lieder für Gott, aber ihr seht ja niemanden.“ Für ihn war das komisch. Er dachte, das seien Menschen, die irgendwie an eine Wand schauen und Lieder singen – einfach nur, weil sie das Bedürfnis haben, auch mal ein bisschen zu schunkeln. Wie sagt man? Schunkeln – genau. Und ein bisschen einfach, damit die Stimmbänder ein bisschen trainiert bleiben.
Aber so ist es nicht. Wir wollen, dass andere Menschen hören, dass wir uns freuen und dass Gott die Ehre verdient. Es ist angemessen, meine Lieben, dass wir Gott heftig preisen, heftig preisen, damit der Lobpreis weit geht.
1. Thessalonicher 5, Vers 18 sagt: „In allem Dank, denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
Hebräer 12,28: „Lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein!“
Kolosser 2,7: „Seid überreich in Danksagung!“
Also ist Dankbarkeit nicht etwas, das du einfach für dich behältst. Wenn du dich wirklich freust, wenn du dich wirklich freust, dann wirst du, wenn du gesund bist, deinem Gegenüber auch etwas von dieser Freude spüren lassen und ihm bekannt machen, dass es dich freut.
Wir sehen auch im Neuen Testament diese Dankbarkeit. Wir sollen dankbar sein, aber es ist nicht nur eine Haltung, sondern auch ein Ausdruck, den wir verleihen. Wir sind Gott dankbar für das, was wir mit ihm und seiner Treue erleben.
Die Frage ist: Ist die Freude der Christusgemeinde weithin zu hören?
Mir selbst genügt es gut, aber ist unsere Freude weithin zu hören? Würden Menschen, wenn sie mit uns irgendwie in Kontakt kommen, merken, dass das, was uns kennzeichnet, neben mir zwölf die Freude ist – die Freude an Gott? Das ist eine große Herausforderung für uns.
Lobpreis als zentrales Element im Gottesdienst
Und die Wichtigkeit des Lobpreises betone ich jetzt nicht, weil ich Lobpreis so gern habe oder selbst Musiker bin, sondern weil unser Text selbst einen extremen Schwerpunkt darauf legt, dass die Kinder Gottes anfangen, ihre Stimmen zu erheben und Gott leidenschaftlich anzubeten.
Das Ganze begann schon in Kapitel elf. In der letzten Woche hätte ich leider keine Zeit gehabt, darauf einzugehen, aber es beginnt schon dort: Es heißt, der Leiter des Lobsingens stimmte beim Gebet den Lobpreis an. Sie sangen beim Gottesdienst im Haus Gottes (Kapitel 12). Sie waren als Leiter über die Lobpreisung eingesetzt. Sie lobten und priesen nach dem Gebot Davids, des Mannes Gottes. Sie feierten mit Lobliedern und Gesang, mit Zimbeln, Harfen und Zithern – das haben wir jetzt in unserem Text gelesen.
Dann ließen sich die Sänger unter der Leitung von Jisrachja hören. So endet unser Text fast, denn seit den Tagen Davids und Asaph, seit alter Zeit, gab es Häupter der Sänger und Preis und Lobgesang für Gott.
Das suche ich mir nicht aus. Ich war selbst verwundert, als ich diese Texte gelesen habe. Warum wird im Nehemia-Buch bei der Auflistung von Verzeichnissen so ein starker Fokus auf den Lobpreis gelegt, auf den gemeinsamen Gesang, auf Lobpreisleiter? Dort wurde mal in einer Predigt gesagt: Das ist keine neuartige Erscheinung, keine neuartige Idee. Wir sehen das hier: Lobpreisleiter, Chöre, Lobpreis, Lobpreis, Lobpreis.
Lobpreis ist sicherlich nicht alles, aber ohne Lobpreis ist das alles, was in Nehemia 12 passiert, nichts. Wenn alles Äußere beachtet wird – wir haben ja gerade die Mauer gebaut, die Stadtmauer –, alles ist schön, wenn alles Äußere schön, gut und richtig ist, aber kein Lobpreis erklingt, der aus den Tiefen unserer Seele und unseres Herzens kommt, und wir Gott auch unseren Dank zum Ausdruck bringen, dann läuft bei uns etwas gehörig schief.
Denn hier geht es in Nehemia 12 nicht einfach nur um die Äußerlichkeiten. Das Äußere ist schön, aber jetzt ist das Innere gefragt: unser Dank für das, was Gott getan hat.
Psalm 22, Vers 3 gibt uns eine Idee, warum der Lobpreis so betont wird. Ich lese mal Psalm 22, Vers 3: "Du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels."
Im Alten Testament wusste man, dass Gott es liebt, wenn wir lobpreisen, wenn wir singen, wenn wir viel Zeit in der Anbetung verbringen. Und wenn das nichts ist, was irgendwie abgespult wird vom Band, sondern wenn wir ausharren in der Anbetung und unsere Stimmen erheben – meine Lieben, das ist ein heiliger Moment. Das ist nichts, was wir uns ausgedacht haben, damit unsere Gottesdienste nicht so trocken sind und nicht nur Wortbeiträge enthalten. Deshalb machen wir mal ein paar Lieder, damit auch ein bisschen Abwechslung im Programm ist.
Leute, deswegen singen wir nicht. Wir singen, weil Gott es sich erdacht hat und weil Gott es liebt, wenn wir singen und wenn wir uns mit unseren ganzen Emotionen, mit unseren ganzen Menschen auf ihn fokussieren. Dann freut es ihn, wenn wir miteinander singen.
Deshalb ist es gesund, wenn ein Christ eine Hingabe dazu entwickelt, Gott mehr zu besingen, ihn zu loben und Anbetung zu feiern. Das ist für Gott so eine zentrale Sache, dass wir lernen, ihm mit purem Lobpreis zu begegnen.
Vielleicht kennt ihr die Passage in 2. Chronik 20, wo Joschafat mit Israel in den Krieg zieht. Wie hat er diesen Krieg gewonnen? In 2. Chronik 20 sehen wir, dass er zwar natürlich mit seinem Heer kommt, aber nach Beratung merken sie: "Hey, wir brauchen eine Lobpreis-Band." Die muss vor uns herziehen. Und der Krieg wurde gewonnen allein durch die Anbetung, die die Sänger dort brachten.
Ist das menschlich erklärbar? Nein, es ist eine göttliche Dimension, eine geistliche Realität, dass Gott aktiv ist, dass er es liebt, wenn wir uns auf ihn konzentrieren und es alle hören lassen, dass wir ihn lieben, ihn brauchen und allein von ihm abhängig sind.
Darum erleben viele Christen auch Durchbrüche, wenn sie anfangen – lass es mich so krass sagen – in einigen christlichen Kreisen ist Liedersingen wirklich einfach nur Hobby und Tradition. Ich meine nicht traditionelle Lieder, sondern den Akt, dass man halt einfach ein Liederbuch aufschlägt oder eine Folie sieht und dann singt, und danach geht es weiter im Programm.
Viele Christen sind zum Durchbruch im Glauben gekommen, auch in der Evangelisation – ich spreche aus Erfahrung –, als sie im Lobpreis anfingen, ihr Herz ganz und gar Gott zu weihen und Gott zu widmen. Sie sahen das nicht mehr als Folklore, sondern begegneten Gott wirklich in diesen Zeiten und schrien es aus ganzem Herzen heraus. Da liegt eine wahnsinnige Kraft drin, Kraft zum Durchbruch für unseren Glauben.
Prediger, woher hast du denn solche Ideen? Epheser 5, Vers 18 – den hört ihr oft von mir –, aber jetzt lesen wir auch Vers 19 dazu: "Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist!"
So weit, so gut. Das haben wir schon oft gehört: Werdet erfüllt durch den Heiligen Geist. Paulus gibt uns jetzt auch eine Idee, wie wir diese Fülle des Heiligen Geistes empfangen und wie das vonstattengeht. Vers 19: "Indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt."
Falls du dich bis heute gefragt hast, warum Christen so ein großes Ding aus dem Lobpreis, aus Anbetung und Musikinstrumenten machen: Erst einmal solltest du dich nicht wundern, wenn du die Bibel liest. Nehemia 12 gibt dir einen Hinweis: Das ist nichts Neues unter der Sonne, das ist schon tausende Jahre alt. Von Alters her war das sogar ein Gebot von David: Macht es!
Warum wir so ein großes Ding daraus machen, Anbetung zu genießen, ist, dass wir erwarten, wenn wir uns auf Gott fokussieren und seinen Namen besingen, dass wir dadurch erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. So kommen wir in eine gesunde Abhängigkeit zu unserem Gott und erfahren Siege und Durchbrüche in unserem Leben.
Jetzt kannst du sagen: "Na ja, aber wie kann ich einen Durchbruch in meinem Glaubensleben, vielleicht auch charakterlich oder was weiß ich, erleben, wenn ich jetzt gerade in den Reihen stehe und singe? Ich muss doch das Problem anpacken, ich muss doch selbst daran gehen, um es zu lösen. Wenn der Stuhl kaputt ist, dann muss ich den Schraubenzieher holen und schrauben." So ticken wir.
Aber König Joschafat zur Zeit von 2. Chronik 20 wusste: Kriege gewinnt man in der Regel, wenn man mit dem Heer kommt. Trotzdem erlebte er, dass Gott auf übernatürliche Art und Weise anfängt zu wirken, wenn wir ihn loben.
Und wenn ihr von mir eine logische Erklärung dafür wollt, die kann ich euch nicht geben. Gott hat es so gemacht. Und es demütigt uns ungemein, weil Gott auf einmal auf Ebenen anfängt zu arbeiten, wo wir mit unserem Handwerkszeug, auch mit unserem Latein, so schnell am Ende sind.
Deshalb erwarte, wenn du Lob singst, dass Gott eingreift und bei dir und anderen durchbricht. Glaubst du das? Ja? Eher so: "Jetzt so, mhm, ja, du sagst es ja."
Viele Christen berichten über Durchbrüche in diesen Phasen, tiefgreifende Veränderungen, sogar Heilungen durch Anbetungsmusik.
Paulus erkannte die Kraft des Lobpreises, die Kraft der Anbetung, sodass er sogar nicht aufhörte, als er im Gefängnis war, Gott anzubeten. Apostelgeschichte 16, Vers 25: "Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott, und die Gefangenen hörten ihnen zu."
Plötzlich geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sofort öffneten sich alle Türen, und alle Fesseln lösten sich.
Wie ist das möglich? Es geht nicht. Aber für Gott ist alles möglich. Wenn wir zu ihm beten und Lob singen, kann Gott die Wände zum Wackeln bringen.
Und das wusste Paulus. Er war in dieser Bedrängnis im Gefängnis – eine stärkere Bedrängnis kann ich mir jetzt gerade nicht vorstellen. Was tue ich hier? Ich bin Missionar, ich gehöre nicht in ein Gefängnis.
Ob er wusste, dass sich gleich das Gefängnis öffnete? Das bezweifle ich. Aber er tat einfach das, womit er wieder erfüllt wurde mit dem Heiligen Geist. Er betete und sang Loblieder mit seinem Freund.
Und auf einmal erbarmte sich Gott und entschied: "Okay, jetzt geht’s richtig los, jetzt geht die Party richtig ab."
In Nehemia 12 haben wir immer wieder gelesen, dass das Volk, als sie die Mauer gebaut haben – sie haben Stein an Stein gesetzt, alles geschlossen, bis sie komplett geschlossen war –, und was sie jetzt mit ihrem Lobpreis tun, ist das, was sie mit ihren Händen gemacht haben, machen sie jetzt mit dem Lobpreis. Sie gehen jetzt auch um die Mauer herum.
Leute, das Äußere ist nicht das Entscheidende. Es ist wichtig, es ist nicht egal, aber es ist nicht das Kernelement. Und jetzt gehen sie und bauen mit Lobpreis eine Lobreismauer um diese Stadt.
Ein symbolischer Akt: So viel, wie wir hier mit unseren Händen geschwitzt haben, jetzt werden wir schwitzen, indem wir hier laufen und diese Mauer umlaufen mit unserem Lobpreis. Wir bauen diese Stadt mit Lobpreis auf.
Ich will, dass diese Gemeinde mit Lobpreis gebaut wird. Dabei geht es mir nicht um die Musikform, das ist für mich zweitrangig. Viele Generationen hatten leider nicht das Glück, solche tollen Instrumente zu haben, wie ich sie spiele – Saxophon. Darum geht es nicht um die Art und Weise, sondern dass wir anbeten. Darauf kommt es an.
Natürlich müssen wir darauf achten, dass unser Lobpreis mit aufrichtiger Herzenshaltung einhergeht und nicht einfach nur so: Wir schmeissen moderne Lieder rein, und dann hat das irgendwie einen Effekt.
Lass uns noch ganz kurz auf den Aspekt eingehen, dass der Lobpreis, den wir singen, auch mit einer echten Herzenshaltung stattfinden muss.
Matthäus 15, Vers 8 möchte ich mit euch lesen: Da sagt Jesus: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir."
Der Prophet Amos, Kapitel 5, Vers 21-23, spricht durch Gott krasse Worte: "Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht mehr riechen. Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern, und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören."
Das sind krasse Worte. Einfach nur Lieder zu machen, ist nicht der Punkt. Auch in Nehemia 12 ist das nicht der Punkt.
In Nehemia 12 sehen wir, dass es nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern dass es etwas Tiefgreifendes ist. Das erkennt man in Nehemia 12 an den letzten Versen, den Versen 44 bis 47.
Dort sehen wir, dass das restliche Volk auf einmal bereit ist, Abgaben zu geben, den Zehnten zu geben, damit der Gottesdienst gefeiert werden kann. Da sehen wir eine Hingabe, den Gottesdienst am Laufen zu halten.
Aber wir sehen es nicht nur durch die regelmäßigen Abgaben, die sie tun – das möchte ich jetzt nicht vertiefen –, sondern wir sehen es an dem aufwändigen Reinigungsprozess, den sie vor dem Lobpreis durchlaufen haben.
Sie sind nicht einfach in diesen Lobkreis reingegangen und haben gesagt: "Paar Lieder singen, und dann wird alles gut." Sondern sie haben gemerkt: Wenn wir diesen Lobkreis jetzt erklingen lassen wollen, dann muss das auch mit rechter Herzenshaltung geschehen.
Diesen Eifer, das auch mit ganzem Herzen zu tun, sehen wir in Vers 30 an diesem aufwändigen Reinigungsprozess. Die Priester und die Leviten reinigten sich, und sie reinigten das Volk, die Tore und die Mauer.
Nehemia erklärt uns nicht im Detail, was sie genau gemacht haben. Wie man sich das vorstellen kann, gibt es ein paar Ideen. Aber auf jeden Fall kommt es hier darauf an: Die Reinigung der Rituale oder durch Rituale verweist auf eine eigentliche Reinigung, die im Herzen stattfindet.
Sie besannen sich darauf. Das war nicht einfach: "Wir machen jetzt Gottesdienst, los geht’s." Das war eine innere Vorbereitung, wahrscheinlich eingeläutet durch eine Fastenzeit, in der man sich besann und Verzicht übte.
Dieser Reinigungsprozess war etwas Inneres, und das hat im Alten Testament äußere Rituale gefunden.
Weil es um die Reinigung im Herzen geht, ruft uns Paulus dazu auf, geistliche Lieder in unseren Herzen zu singen. Kolosser 3,16: "Singt geistliche Lieder in euren Herzen." Also da muss es beginnen, nicht einfach nur Lippenbekenntnisse, sondern aus ganzem Herzen Gott zu besingen.
Was wir an Nehemia 12 sehen, ist: Wenn wir Gott begegnen wollen, brauchen wir reine Herzen.
Ich bin dir dankbar, dass wir eben gerade "Reinige mein Herz" gesungen haben. Ich hatte daher keinen Einfluss auf die Liedauswahl.
"Reinige mein Herz, mach mich rein wie Gold. Feuer des Herrn, danach verlangt mein Herz. Herr, mach mich rein, heilig, dir allein will ich dienen, meinen Meister und deinen Willen tun."
Es ist genau das, was wir in Nehemia 12 sehen: Wir brauchen reine Herzen, um Gott zu begegnen.
Aber – und das ist der Unterschied zu Nehemia 12 – wir brauchen keine Opfer mehr zu bringen, um in diese Reinigung zu kommen.
Der erste Johannesbrief sagt: Das Blut Jesu reinigt uns von jeder Sünde. Jesus ist die Sühnung für unsere Sünden. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Meine Lieben, das, was in Nehemia 12 passiert – diese Reinigung, um Gott zu begegnen –, diese Notwendigkeit der Reinigung ist nicht allein im Alten Testament nötig.
Wenn wir das lesen, müssten wir auch auf die Idee kommen: Auch wir brauchen reine Herzen. Man kann Gott nicht unrein nahen. Gott ist zu heilig dafür.
Wenn du Gott nahen möchtest, gibt es einen Weg. Dieser Weg ist Jesus Christus, der deine Sünde abgetragen hat.
Das bedeutet: Wenn wir anfangen zu singen, können wir keinen echten Lobpreis machen, ohne Jesus im Zentrum. Das ist unmöglich.
Wahrer Lobpreis muss Christus-zentriert sein, immer. Sonst komme ich nicht in die Freude der Reinigung und nicht in die Gewissheit der Reinigung, dass er treu und gerecht ist, uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit, wenn wir es bekennen.
Wer fest daran glaubt – und damit möchte ich schließen –, wer fest daran glaubt, kann Gott mit purer Freude begegnen und ihn aus ganzem Herzen ehren und anbeten, so dass es jeder hören kann.
Denn 1. Korinther 6,11 gilt denen, die da glauben: "Der Schmutz eurer Verfehlungen ist von euch abgewaschen. Ihr gehört jetzt zu Gottes heiligem Volk, ihr seid von aller Schuld freigesprochen, und zwar durch den Namen von Jesus Christus, dem Herrn, und durch den Geist unseres Gottes." Amen, Amen.
Lass uns gemeinsam aufstehen, den Mundschutz abnehmen und miteinander Gott besingen:
Ich glaube an den Vater, den Schöpfer aller Welt, Gott allmächtig.
Durch den Geist empfangen kam Christus in die Welt, Jesus mein Retter.
Ja, ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn,
an den Heiligen Geist der Wahrheit, an den dreieinen Gott.
Ja, ich glaube an die Auferstehung, das Leben nach dem Tod,
ich glaube an deinen Namen, mein Richter und mein Anwalt,
gekreuzigt unter Leid, Vergebung ist in dir.
Du stiegst ins Reich der Toten, standst auf in Herrlichkeit
und herrschst in Ewigkeit.
Ja, ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn,
an den Heiligen Geist der Wahrheit, an den dreieinen Gott,
ja, ich glaube an die Auferstehung, das Leben nach dem Tod,
ich glaube an deinen Namen.
Verstanden bist du, da ich klar an Christus, unsern Held, glaube.
Ja, ich glaube, dass wir ewig leben, dass die Jungfrau den Sohn gebar,
die Gemeinschaft der Kindergottes, die Kirche, unsere Fremden.
Ja, ich glaube an die Auferstehung, wenn Jesus wiederkommt.
Ich glaube an deinen Namen, Jesus.
Ja, ich glaube an dich, dass du auferstanden bist.
Ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn.
Ich glaube an deinen Namen, Jesus.
Der Gottesdienst ist am Ende. Nach dem Gottesdienst werden wir gleich unseren Mundschutz aufsetzen und dann auf die Anweisungen von Holger, unserem Ordner, achten.
Zum Abschluss des Gottesdienstes möchte ich uns noch einmal 1. Korinther 6 zusprechen. Lasst uns aufstehen und uns unter dieses Wort stellen:
"Der Schmutz eurer Verfehlungen ist von euch abgewaschen, ihr gehört jetzt zu Gottes heiligem Volk. Ihr seid von aller Schuld freigesprochen, und zwar durch den Namen von Jesus Christus, dem Herrn, und durch den Geist unseres Gottes." Amen, Amen.
Die Kraft des Lobpreises im Geistlichen Leben
Prediger, woher hast du denn solche Ideen? Epheser 5,18: Den hört ihr oft von mir. Aber jetzt lesen wir auch Vers 19 dazu: "Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist!"
So weit, so gut – das haben wir schon oft gehört: Werdet erfüllt durch den Heiligen Geist. Paulus gibt uns jetzt auch eine Idee, wie wir diese Fülle des Heiligen Geistes empfangen können, wie das vonstattengeht. Vers 19 sagt: "Indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt."
Falls du dich bis heute gefragt hast, warum Christen so ein großes Ding aus Lobpreis, Anbetung und Musikinstrumenten machen: Erst einmal solltest du dich nicht wundern, wenn du die Bibel liest. Nehemia 12 gibt dir einen Hinweis. Das ist nichts Neues unter der Sonne, das gibt es schon seit Tausenden von Jahren.
Von alters her war das sogar ein Gebot von David: Macht es! Warum wir so ein großes Ding daraus machen, Anbetung zu genießen, ist, dass wir erwarten, wenn wir uns auf Gott fokussieren und seinen Namen besingen, dass wir dadurch erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. So kommen wir in eine gesunde Abhängigkeit zu unserem Gott und erfahren Siege und Durchbrüche in unserem Leben.
Jetzt kannst du sagen: "Na ja, aber wie kann ich einen Durchbruch in meinem Glaubensleben, vielleicht auch charakterlich oder was weiß ich, erleben, wenn ich gerade in den Reihen stehe und singe? Ich muss doch das Problem anpacken, ich muss doch selbst daran gehen, um es zu lösen. Wenn der Stuhl kaputt ist, dann muss ich den Schraubenzieher holen und schrauben." So ticken wir.
Aber König Joschafat zur Zeit der Krone zwanzig wusste auch: Kriege gewinnt man in der Regel, wenn man mit dem Kriegsherrn zusammenkommt. Trotzdem hat er erlebt, dass, wenn wir Gott loben, Gott auf eine übernatürliche Art und Weise zu arbeiten beginnt.
Wenn ihr von mir eine logische Erklärung dafür wollt, die kann ich euch nicht geben. Gott hat es so gemacht. Und es demütigt uns ungemein, weil Gott plötzlich auf Ebenen zu arbeiten beginnt, wo wir mit unserem Handwerkszeug und unserem Latein schnell am Ende sind.
Deshalb erwarte, wenn du Lob singst, dass Gott eingreift und bei dir und anderen durchbricht. Glaubst du das? Ja? Eher so: "Mhm, ja, du sagst es ja."
Viele Christen berichten von Durchbrüchen in diesen Phasen, von tiefgreifenden Veränderungen und sogar Heilungen durch Anbetungsmusik. Paulus erkannte die Kraft des Lobpreises, die Kraft der Anbetung so sehr, dass er nicht aufhörte, Gott anzubeten, selbst als er im Gefängnis war.
Apostelgeschichte 16,25: "Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott, und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sofort öffneten sich alle Türen, und aller Fesseln lösten sich."
Wie ist das möglich? Es geht eigentlich nicht. Aber für Gott ist alles möglich. Wenn wir zu ihm beten und Lob singen, dann kann Gott die Wände zum Wackeln bringen.
Paulus wusste das. Er war in dieser Bedrängnis – eine stärkere kann ich mir gerade nicht vorstellen. Was tue ich hier? Ich bin Missionar, ich gehöre nicht ins Gefängnis. Ob er wusste, dass sich gleich das Gefängnis öffnen würde, bezweifle ich. Aber er tat einfach das, was ihn wieder erfüllte mit dem Heiligen Geist.
Er betete und sang Loblieder mit seinem Freund. Und auf einmal erbarmte sich Gott und entschied: "Okay, jetzt geht’s richtig los, jetzt geht die Party richtig ab."
Symbolik des Lobpreises beim Umrunden der Mauer
Ne, mir zwölf. Wir haben immer wieder gelesen, dass das Volk, als sie an der Mauer gebaut haben – sie haben die Mauer rundherum gebaut –, Stein an Stein gesetzt und alles geschlossen haben, bis sie komplett geschlossen war.
Und was sie jetzt mit ihrem Lobpreis tun, ist das Gleiche wie mit ihren Händen. Was sie mit ihren Händen gebaut haben, machen sie jetzt mit dem Lobpreis. Sie gehen jetzt auch um die Mauer herum.
Leute, das Äußere ist nicht das Entscheidende. Es ist wichtig, es ist nicht egal, aber es ist nicht das Kernelement. Jetzt gehen sie und bauen mit Lobpreis eine Lobreismauer um diese Stadt. Ein symbolischer Akt: So viel, wie wir hier mit unseren Händen geschwitzt haben, werden wir jetzt schwitzen, indem wir hier laufen und diese Mauer mit unserem Lobpreis umlaufen.
Wir bauen diese Stadt mit Lobpreis auf. Ich will, dass diese Gemeinde mit Lobpreis gebaut wird. Dabei geht es mir nicht um die Musikform – das ist für mich zweitrangig. Viele Generationen hatten leider nicht das Glück, solche tollen Instrumente wie das Saxophon, das ich spiele, überhaupt zu haben. Darum geht es nicht – nicht um die Art und Weise, sondern darum, dass wir anbeten. Darauf kommt es an.
Natürlich müssen wir darauf achten, dass unser Lobpreis mit einer aufrichtigen Herzenshaltung einhergeht und nicht einfach nur so passiert, dass wir moderne Lieder singen und denken, das hätte irgendwie einen Effekt.
Lass uns noch ganz kurz auf diesen Aspekt eingehen: Der Lobpreis, den wir singen, muss auch mit einer echten Herzenshaltung stattfinden.
Die Notwendigkeit der inneren Reinigung vor Gott
Matthäus 15, Vers 8 möchte ich mit euch lesen. Da sagt Jesus: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.“
Der Prophet Amos, Kapitel 5, Vers 21, spricht durch Gott krasse Worte: „Ich hasse! Ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlung kann ich nicht mehr riechen. Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern, und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören.“ Das sind starke Aussagen. Einfach nur Lieder zu machen, ist nicht der Punkt. Das ist auch in Nehemia 12 nicht der Fall.
In Nehemia 12 sehen wir, dass es nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern etwas Tiefgreifendes. Das erkennt man an den letzten Versen, den Versen 44 bis 47. Dort sehen wir, dass das restliche Volk plötzlich bereit ist, Abgaben zu geben, den Zehnten zu geben, damit der Gottesdienst gefeiert werden kann. Hier zeigt sich eine Hingabe, etwas abzugeben, damit der Gottesdienst aufrechterhalten wird.
Doch wir sehen es nicht nur an den regelmäßigen Abgaben, die sie leisten – das möchte ich jetzt nicht vertiefen – sondern auch an dem aufwändigen Reinigungsprozess, den sie vor dem Lobpreis durchlaufen haben. Sie sind nicht einfach in diesen Lobkreis hineingegangen und haben gesagt: „Wir singen ein paar Lieder, und dann wird alles gut.“ Stattdessen haben sie erkannt, dass, wenn sie diesen Lobkreis erklingen lassen wollen, dies auch mit einer rechten Herzenshaltung geschehen muss.
Diesen Eifer, es mit ganzem Herzen zu tun, sehen wir in Vers 30 an diesem aufwändigen Reinigungsprozess. Die Priester und Leviten reinigten sich, sie reinigten das Volk, die Tore und die Mauer. Nehemia erklärt nicht im Detail, was genau sie gemacht haben. Wie man sich das vorstellen kann, dazu gibt es einige Ideen, aber worauf es hier ankommt, ist die Reinigung durch Rituale. Diese Rituale verweisen auf eine eigentliche Reinigung, die im Herzen stattfindet. Sie haben sich darauf besonnen.
Das war nicht einfach: „Wir machen jetzt Gottesdienst, los geht’s.“ Es war eine innere Vorbereitung, wahrscheinlich eingeleitet durch eine Fastenzeit, in der man sich besinnt und Verzicht übt. Dieser Reinigungsprozess war etwas Inneres, das im Alten Testament durch äußere Rituale Ausdruck fand.
Weil es um die Reinigung im Herzen geht, ruft uns Paulus dazu auf, geistliche Lieder in unseren Herzen zu singen. Das steht in Kolosser 3,16: „Singt geistliche Lieder in euren Herzen.“ Es muss also im Herzen beginnen, nicht nur durch Lippenbekenntnisse, sondern aus ganzem Herzen Gott zu besingen.
Was wir in Nehemia 12 sehen, ist: Wenn wir Gott begegnen wollen, brauchen wir reine Herzen. Ich bin dankbar, dass wir eben gerade „Reinige mein Herz“ gesungen haben. Ich hatte keinen Einfluss auf die Liedauswahl. „Reinige mein Herz, mach mich rein wie Gold. Feuer des Herrn, danach verlangt mein Herz. Herr, mach mich rein, heilig, dir allein will ich dienen, meinen Meister und deinen Willen tun.“ Das ist genau das, was wir in Nehemia 12 sehen: Wir brauchen reine Herzen, um Gott zu begegnen.
Aber – und das ist der Unterschied zu Nehemia 12 – wir brauchen keine Opfer mehr zu bringen, um diese Reinigung zu erlangen. Der erste Johannesbrief sagt: „Das Blut Jesu reinigt uns von jeder Sünde.“ Jesus ist die Sühnung für unsere Sünden, und wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Meine Lieben, was in Nehemia 12 passiert – diese Reinigung, um Gott zu begegnen – ist nicht nur im Alten Testament nötig. Wenn wir das lesen, müssen wir auch auf die Idee kommen: Auch wir brauchen reine Herzen. Man kann Gott nicht unrein nahekommen. Gott ist zu heilig dafür.
Wenn du Gott nahekommen möchtest, gibt es einen Weg. Dieser Weg ist Jesus Christus, der deine Sünde abgetragen hat. Das bedeutet, wenn wir anfangen zu singen, können wir nicht echten Lobpreis machen, ohne Jesus im Zentrum zu haben. Das ist unmöglich.
Wahrer Lobpreis muss Christus-zentriert sein, immer. Denn nur so kommen wir in die Freude der Reinigung und in die Gewissheit, dass er treu und gerecht ist, uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit – wenn wir sie bekennen.
Wer fest daran glaubt – und damit möchte ich schließen – kann Gott mit purer Freude begegnen und ihn aus ganzem Herzen ehren und anbeten, so dass es jeder hören kann. Denn 1. Korinther 6,11 gilt denen, die glauben: „Der Schmutz eurer Verfehlungen ist von euch abgewaschen. Ihr gehört jetzt zu Gottes heiligem Volk, ihr seid von aller Schuld freigesprochen, und zwar durch den Namen von Jesus Christus, dem Herrn, und durch den Geist unseres Gottes.“ Amen, Amen.
Glaubensbekenntnis und Abschluss des Gottesdienstes
Lass uns gemeinsam aufstehen, den Mundschutz nehmen und miteinander Gott besingen. Ich glaube an den Vater, den Schöpfer aller Welt, Gott allmächtig. Durch den Geist empfangen kam Christus in die Welt, Jesus, mein Retter.
Ja, ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn, an den Heiligen Geist der Wahrheit, an den dreieinen Gott. Ja, ich glaube an die Auferstehung, das Leben nach dem Tod. Ich glaube an deinen Namen, mein Richter und mein Anwalt, gekreuzigt unter Leid. Vergebung ist in dir.
Du stiegst ins Reich der Toten, standst auf in Herrlichkeit und herrschst in Ewigkeit. Ja, ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn, an den Heiligen Geist der Wahrheit, an den dreieinen Gott. Ja, ich glaube an die Auferstehung, das Leben nach dem Tod. Ich glaube, verstanden bist du, da ich klar an Christus, unseren Held, glaube.
Ja, ich glaube, dass wir ewig leben, dass die Jungfrau den Sohn gebar, die Gemeinschaft der Kindergottes, die Kirche, unsere Fremden. Ja, ich glaube an die Auferstehung, wenn Jesus wiederkommt. Ich glaube an deinen Namen, Jesus.
Ja, ich glaube an dich, dass du auferstanden bist. Ich glaube an Gott, den Vater, und an Christus, seinen Sohn. Ich glaube an deinen Namen, Jesus.
Der Gottesdienst ist am Ende, und nach dem Gottesdienst werden wir gleich unseren Mundschutz aufsetzen und dann auf die Anweisungen von Holger, unserem Ordner, achten. Zum Abschluss des Gottesdienstes möchte ich uns noch einmal 1. Korinther 6 zusprechen.
Lasst uns aufstehen und uns unter dieses Wort stellen: Der Schmutz eurer Verfehlungen ist von euch abgewaschen, ihr gehört jetzt zu Gottes heiligem Volk. Ihr seid von aller Schuld freigesprochen, und zwar durch den Namen von Jesus Christus, dem Herrn, und durch den Geist unseres Gottes.
Amen, Amen!
