Einführung: Die Faszination der Arche Noah und die Frage nach Gottes Gericht
Wir wollen uns heute mit dem Thema Noah und die Sintflut beschäftigen.
Was ich mir schon oft gedacht habe, ist: Sollte ich irgendwann einmal in den Genuss kommen, in den USA Urlaub machen zu dürfen, fände ich es super spannend, das Eichemuseum zu besuchen. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal davon gehört habt. Dort gibt es eine christliche Organisation, die die Arche Noah nach ihrem Verständnis im Maßstab eins zu eins nachgebaut hat. Sie haben daraus ein Museum gemacht und präsentieren Weltgeschichte sozusagen biblisch argumentiert. Man kann dort in die Arche hineingehen und bekommt einfach eine Vorstellung davon, wie das damals gewesen sein könnte.
Sie sagen selbst, dass es einfach nur zum Nachdenken anregen soll. Nun, meine Freunde, wir haben uns darüber Dokus oder Berichte angeschaut, und es ist so spannend, dass, als diese Arche eröffnet wurde, Massen von Menschen angereist sind – nicht nur, um zu jubeln, sondern auch, um zu protestieren.
Ich gebe sinngemäß wieder: Die Informationen auf dieser nachgebauten Arche und auf den Infowänden werden wissenschaftlich nicht als tragbar angesehen. Die Demonstrierenden standen dort mit ihren Schildern. Eine junge Erde wäre nach modernen Erkenntnissen völlig falsch. Aber nicht nur das: Es gab eine ganze Gruppe von Leuten mit Schildern, die Gott in diesem Zusammenhang einen Massenmord vorwarfen. Sie sagten sinngemäß: Wie könnt ihr hier Werbung für einen Massenmord machen?
Wie kann Gott Massen an Menschen einfach töten? Wie kann er bis auf Noah und seine Familie die ganze Welt umbringen? Was ist das für ein Gott?
Und wir stellen uns die Frage: Nun, Gott hat die Menschen nicht einfach so umgebracht. Das ist natürlich sehr hart ausgedrückt von diesen Menschen. Aber wir wollen uns schon diese Frage stellen: Darf Gott das? Warum tut Gott so etwas? Warum macht er einen richtigen Kahlschlag und richtet die gesamte Erde bis auf acht Menschen?
Warum war es notwendig, dass Gott nicht sehr lange nach der Schaffung des Menschen – vielleicht tausend, fünfhundert oder tausendsechshundert Jahre später – die gesamte Menschheit bis auf einen Rest von acht Menschen tötet?
Fokus der Predigt: Gottes Gericht und Noahs Rolle
Nun, ich denke, ihr alle kennt die Geschichte von Noah, vermutlich seit der Kinderstunde, bis auf einzelne Ausnahmen. Mir ist es heute ganz wichtig, dass ich nicht viel über die Flut selbst erzähle. Auch möchte ich nicht viel über die Maße der Arche berichten oder von der Taube, die Noah losgeschickt hat. Ebenso wenig werde ich von den Riesen sprechen, die vor der Arche Noah lebten, zumindest von denen, über die berichtet wird.
Stattdessen wollen wir uns heute mit einer anderen Frage beschäftigen: Wie kam es dazu, dass Gott so hart und konsequent richten musste? Welche Rolle spielte Noah dabei? Und welche Rolle spielt die Rettung in diesem Zusammenhang? Anschließend wollen wir das Ganze aus der Schrift heraus in unser Leben übertragen.
Es ist so, dass die Geschichte von Noah damals, aber auch heute, auf zwei Gruppen von Menschen verweist. Die erste Gruppe sind diejenigen, die ohne Gott leben. Sie werden in dieser Geschichte gerichtet. Sie werden gerufen, umzukehren – und auch heute werden sie dazu aufgerufen.
Es gibt aber auch eine andere Gruppe von Menschen, wie Noah, über die gesagt wird, dass sie mit Gott wandelten. Noah lebte unter den gottlosen Menschen und erhielt eine besondere Aufgabe. Er sollte die Arche bauen. Im Neuen Testament wird er im Angesicht des Gerichts, das damals über die Menschheit kam, nicht umsonst ein Prediger der Gerechtigkeit genannt. Wir werden die Bibelstelle dazu noch anschauen.
Noah hatte also sehr wohl eine Aufgabe, denn er wusste, dass ein Gericht kommen würde. Gott gab ihm Zeit, die Arche zu bauen – eine Rettung für sich und seine Familie. Gleichzeitig war er ein Prediger der Gerechtigkeit für diejenigen, die gerichtet werden sollten.
In diesem Sinne erhalten wir durch die Geschichte von Noah heute eine Aufgabe. Lieber Christ, Gott ruft dich heute durch die Geschichte von Noah dazu auf, in Zeiten, in denen niemand von der Arche Noah wissen wollte und Noah verspottet wurde, ein Prediger der Gerechtigkeit zu sein – im Blick auf das kommende Gericht.
Wir werden uns heute sehr stark mit Gottes Gericht beschäftigen. Gleichzeitig gibt es aber auch einen Lichtblick – eigentlich ist es der Diamant in der ganzen Geschichte: Es gibt einen Ausweg. Es gibt einen Ausweg.
Die biblische Grundlage: 1. Mose Kapitel 6 und die Bosheit der Menschheit
Nun schlagen wir den Hauptbibeltext auf, und zwar 1. Mose, Kapitel 6. In diesem Kapitel beginnt die Geschichte von Noah und der Sintflut. Diese Geschichte erstreckt sich, soweit ich weiß, über vier Kapitel. Wir werden sie nicht vollständig durchlesen und schrittweise kommentieren. Stattdessen wollen wir uns anschauen, was damals geschehen ist.
Warum musste Gott so hart richten? Dort sind Familien gestorben – Kinder, Alte, Junge, Frauen – also der gesamte Durchschnitt der Menschheit, so wie man ihn sich heute vorstellt.
Wir lesen aus 1. Mose 6, zunächst Vers 3, der ein ganz wichtiger Vers ist, und dann die Verse 5 bis 8:
1. Mose 6,3:
Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer mit dem Menschen rechten, denn er ist ja Fleisch; so sollen seine Tage hundertzwanzig Jahre betragen.
1. Mose 6,5-8:
Als aber der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse war, da reute es den Herrn, dass er die Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen.
Das ist ein ganz starker Vers, diese Aussage: Es betrübte ihn in seinem Herzen.
Nun trifft Gott eine Entscheidung:
Und der Herr sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels. Warum? Denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.
Vers 8:
Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn.
Wenn wir uns mit diesem sehr konsequenten Gericht Gottes an der Menschheit beschäftigen, müssen wir uns wirklich mit einer Frage beschäftigen: Was ist passiert? Was war in diesem Zeitabschnitt auf der Erde los, dass Gott an einen Punkt kommt, an dem er sagt: Ich bereue es. Es tut mir so weh in meinem Herzen, dass ich den Menschen gemacht habe. Und hier setzt Gott einen Punkt.
Die Entwicklung der Menschheit und die zunehmende Bosheit
Nun, Gott hat ungefähr fünfhundert Jahre zuvor die Erde geschaffen und setzte den Menschen in den Garten Eden. Wisst ihr, was Gott dazu sagt? Er fand das Ganze sehr gut. Gott hat so viel Kreativität und Liebe in die Schaffung des Menschen gelegt. Er hatte Gemeinschaft mit den Menschen. Das sieht man auch im Schöpfungsbericht, wie Gott mit Adam und Eva redet, ihnen Aufträge gibt. Selbst als sie gesündigt haben, geht er durch den Garten, ruft sie, sucht sie und möchte wieder mit ihnen reden. Man sieht, wie Gott seine Menschheit liebte und sie sehr gut fand. Dieses Kunstwerk seiner Schöpfung dachte er sich: sehr gut.
Dann kommt irgendwann der Sündenfall. Danach folgt der erste Brudermord. Wir merken, dass es mit der Menschheit immer mehr bergab geht. Sie entfernen sich immer mehr von Gott. Nun schauen wir in 1. Mose 6,5. Das ist etwa 600 Jahre nach der Zivilisation und dem Brudermord. Dort lesen wir, dass es zu der Zeit von Noah sehr viel Böses gab.
Das klingt jetzt erst einmal theoretisch: sehr viel Böses. Aber wir lesen weiter. Es waren nicht nur böse Taten, sondern wir erfahren auch von den Gedanken der Menschen und ihren Plänen. Es geht um ihr tägliches Nachsinnen, ihre täglichen Ziele, alles, worüber sie sich Gedanken machten. Ihre ersten Gedanken, wenn sie morgens aufstanden, waren böse – alle Zeit. Alle Zeit!
Ich weiß nicht, ob ihr es im Vers 5 seht. Wir erkennen praktische Bosheit und ein böses Herz. Ein böses Herz – jeder Mensch wird mit einem bösen Herzen geboren. Jesus selbst sagt, dass das Böse aus unserem Herzen kommt, sei es Ehebruch oder andere Sünden. Wenn ihr in 1. Mose 6,5 schaut, seht ihr, dass zu Noahs Zeit die Bosheit nicht nur im Herzen blieb, sondern dass die Menschen anfingen, sie in die Tat umzusetzen.
Jeder von uns hat Böses im Herzen, aber nicht jeder führt es auch nach außen aus. Zu jener Zeit jedoch war die Bosheit so groß, dass das Herz des Menschen allezeit böse war. So ist es heute auch noch bei den Menschen, die nicht erlöst sind. Wir sehen einfach, wie sie anfingen, diese Bosheit auszuleben.
Was wir im Grunde über 1. Mose 6,5 sagen können: Die Menschheit tat zu jener Zeit nichts anderes, als getrennt von Gott zu leben, an Gott vorbeizulaufen, böse Pläne zu schmieden und nicht an Gott zu denken.
Noah als Kontrast und Vorbild
Wenn man in Vers 6,9 schaut, sieht man einen deutlichen Kontrast. Es gab eine Hochrechnung, von der ich nicht genau weiß, ob sie stimmt, aber sie stammt von Leuten, die sich damit beschäftigt haben. Es muss wohl mehrere Millionen Menschen damals gegeben haben – vielleicht hundert Millionen oder so, keine genaue Ahnung. Die Bevölkerung war ziemlich groß, und sie war alle böse.
Dann gibt es einen einzigen Mann, in Vers 6,9 genannt: Noah. Über ihn lesen wir, dass er mit Gott wandelte. Es gab also diesen einen Mann mit seiner Familie, der irgendwie anders war in diesem Strudel des Bergabgehens. Er suchte Gott und lebte in Gemeinschaft mit ihm.
Der Rest der Menschheit hingegen wollte nichts mit Gott zu tun haben.
Parallelen zur Endzeit: Matthäus 24 und das Verhalten der Menschen
Nun betrachten wir Matthäus 24. Wir sind weiterhin dabei zu entdecken, was damals sozusagen das Problem war. Matthäus 24 ist eine Endzeitrede von Jesus. In Matthäus 24,37-39 erhalten wir einen Einblick, wie es sein wird, wenn Jesus wiederkommt – also in der Zukunft. Vielleicht zeigt sich das auch schon in Zügen in unserer Gegenwart.
Gleichzeitig wird es so sein, wie es zu der Zeit von Noah war. Matthäus 24,37-39 sagt: „Wie es aber in den Tagen Noas war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ Das bedeutet, so wie es damals war, so wird es auch in der Zukunft wieder sein. Und es wird auch schon vorher so sein, weil sich alles dahin entwickelt. Dann kommt Jesus Christus wieder.
Im Grunde ist es jetzt auch schon so. Wie es in den Tagen Noas war, wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Nun fragen wir uns: Wie war es denn bei Noah? Was war damals los?
In den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet, bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging. Vers 39 zeigt, wie krass das war: Sie merkten nichts. Sie aßen, tranken und feierten ihr Leben, während Noah an dem Reich Gottes arbeitete. Irgendwann ging Noah in die Arche, und Gott schloss die Tür zu. Doch die anderen merkten von alledem nichts.
Genauso wird es heutzutage auch sein. Die Menschen essen, trinken und feiern ihr Leben, bis Christus wiederkommt, uns entrückt, und sie gar nichts merken. Bis die Sintflut kam, das heißt bis das gerechte Gericht Gottes kam und sie alle dahinraffte. So wird es auch bei der Wiederkunft Jesu Christi sein.
Die Sorglosigkeit der Menschen und die Warnung an die Gläubigen
Wir sehen hier die Menschen in der Zukunft, die mit der Zeit von Noah verglichen werden. Wie werden sie beschrieben? In Matthäus 24, Vers 38 heißt es: Wie waren die Menschen damals? Was taten sie Böses?
Sie aßen und tranken, sie heirateten und wurden verheiratet. Vielleicht fragst du dich, was daran so schlimm sein soll, wenn man heute Mittag irgendwo genüsslich in einen saftigen Döner beißt. Oder vielleicht hast du gerade frisch geheiratet und fragst dich, was daran falsch sein könnte, zu heiraten.
An sich ist daran gar nichts falsch. Wisst ihr, was dieser Vers wirklich ausdrücken will? Er zeigt, dass die Menschen zu Noahs Zeiten in einer gewissen Sorglosigkeit lebten. Sie lebten einfach an Gott vorbei. Sie aßen und tranken, sie heirateten, aber sie interessierten sich nicht für Gott. Genau das ist der Punkt: Es interessierte sie überhaupt nicht.
Sie hatten wohl gehört, dass Noah eine Arche baute, aber es berührte sie nicht. Dann kam das Gericht, und sie merkten gar nichts (Vers 39). Die Sünde hier liegt also nicht im Essen, Trinken oder Heiraten – all das sind Geschenke Gottes – sondern darin, dass sie ihr Leben führten, ohne an Gott zu denken.
Vielleicht war Noahs Baustelle für sie wie ein Sonntagsausflug, wenn man mal einen Zoobesuch macht: „Schauen wir uns mal Noah und seine Arche an.“ Davon müssen wir ausgehen, dass es bekannt war. Noah wird als ein Prediger der Gerechtigkeit beschrieben, der zu den Menschen ging und sie in die Arche rief. Für sie war das wie ein Zoobesuch.
Und was machen wir heute? Wir schauen uns Noah mit seiner Arche an, um danach am Sonntagsmittagstisch über ihn zu spotten und über ihn zu lästern, weil er so ein „komischer Vogel“ sei. So lebten sie in ihrer Sorglosigkeit und merkten gar nichts.
Gott wirkte im Hintergrund und entschied über das Gericht. Hinter den Kulissen bereitete er schon einen Ausweg vor, doch er plante auch das Gericht. Er wusste genau, dass es einen festgesetzten Zeitpunkt für das Gericht geben würde. Die Menschen lebten jedoch, ohne an Gott zu denken.
Und dann kam plötzlich das Gericht über sie. Die Tür der Arche wurde geschlossen.
Gottes Entscheidung und das Ende der Rettungsmöglichkeit
Wenn man in 1. Mose 6,17 schaut, ist das ganz spannend. In 1. Mose 7,16 sieht man, wer die Arche zugeschlossen hat: Gott selbst.
Es ist nicht schön, wie viel Last Noah dadurch aufgebürdet wird. Gott bestimmt den Zeitpunkt, wie lange Rettung möglich ist. Irgendwann setzt Gott den Punkt, an dem es vorbei ist. Dann schließt er die Arche zu.
Gott selbst beendet die Möglichkeit der Rettung. Er hat einen festgesetzten Zeitpunkt bestimmt, an dem die Menschheit ertrinken wird und es keine Möglichkeit mehr gibt, in die Arche zu gelangen.
Genauso ist es, wenn der Herr Jesus Christus wiederkommt. Die Menschen merken es gar nicht. Es gibt diesen einen festgesetzten Zeitpunkt, den wir nicht kennen – und das ist gut so.
So wird es sein, wenn Jesus Christus wiederkommt. Das ist es, was Kapitel 24 in Matthäus ausdrückt.
Die Haltung der Menschen und die Herausforderung für Gläubige heute
Und wir wollen gar nicht über Ungläubige lästern. Jeder von uns hat seine Vergangenheit und auch seine Gegenwart.
Wenn wir nun an Matthäus 24 anknüpfen und in die Welt hinausschauen, sehen wir genau das, was dort steht – was Jesus selbst über die letzte Zeit gesagt hat. Die Menschen wollen nicht mit Gott leben. Sie essen, trinken und feiern ihr Leben. Sie genießen es in vollen Zügen. Warum? Weil es ja morgen schon vorbei sein könnte.
Doch der Gedanke, dass es morgen vorbei sein könnte, motiviert sie nicht, Gott zu suchen. Stattdessen leben sie den Genuss der Sünde noch exzessiver aus. Es ist also nicht so, wie Ungläubige oft sagen: „Ich genieße mein Leben in vollen Zügen, weil es morgen vorbei sein könnte.“ Sondern genau umgekehrt: Sie leben, als gäbe es kein Morgen und suchen nicht Gott.
So ist es genau dasselbe, was in Matthäus 24 steht: Sie essen, trinken und feiern ihr Leben – Dinge, die an sich nicht schlecht sind, aber sie tun es an Gott vorbei. Bei all dem vergessen sie Gott. Sie vergessen seine Pläne und leben nur nach ihren eigenen.
Ihre Pläne sind, wie es in 1. Mose 6,5 heißt, „böse alle Zeit“. Es dreht sich nur darum, an Gott vorbeizuleben. Gott hat etwas sehr Gutes geschaffen, doch sie leben ohne ihn. Er sieht die Menschen und diese Menschheit, die an ihm vorbeilebt.
Gottes Schmerz über die Sünde der Menschheit
Jetzt lest mit mir 1. Mose 6,6. Gott sieht diese Menschheit, die an ihm vorbeilebt. Wir lesen nun, was in Gott vorgeht, und schauen in sein Herz.
1. Mose 6,6 sagt: „Und es reute den Herrn, dass er den Menschen gemacht hat, und es betrübte ihn in seinem Herzen.“ Das ist ein sehr starker Vers. Warum? Denn dieser Vers drückt alles andere als einen harten, strengen Richter aus. Er beschreibt keinen Erbsenzähler, der irgendwann sagt: „Stopp, so mit der Menschheit mache ich nicht weiter.“
Dieser Vers beschreibt einen Gott, dem es in seinem Herzen weh tut. Das Wort „betrüben“ kann man auch mit „traurig werden“ übersetzen. Gott sieht die Menschheit, die an ihm vorbeilebt, die gegen ihn sündigt und deren Denken nur böse ist. Und das macht den Herrn traurig. Es macht ihn traurig.
Ich will einen sehr schwachen Vergleich bringen, aber vielleicht kann man so ein bisschen nachfühlen. Stellt euch liebevolle Eltern vor, die über zwanzig Jahre ein paar Kinder großziehen. Sie investieren viel in die Kinder, führen gute Gespräche mit ihnen, erziehen sie, beten täglich für sie und sorgen dafür, dass die Kinder irgendwann mit Gott gehen.
Diese Eltern investieren sich liebevoll in ihre Kinder. Und irgendwann, in der Schule, kommt eines der Kinder, ein ganz lieber Junge, mit falschen Freunden in Kontakt. Er gerät auf die falsche Bahn, wird drogenabhängig, landet irgendwo im Frankfurter Bahnhofsviertel. Am Ende des Tages hat er eine Spritze im Arm und muss seinen Körper verkaufen, um an Geld zu kommen.
Ich möchte euch fragen: Glaubt ihr nicht, dass diese liebenden Eltern das Herz zerreißt, wenn sie wissen, dass ihr geliebtes Kind irgendwo in der Gosse ist und nicht zurückkommen will? Die Eltern bieten ihre Hilfe an, aber das Kind wählt selbst diesen Weg und will nicht anders. Es will dort in der Gasse sterben.
So ist es: Sie wollen nicht anders. Irgendwie wollen sie raus, aber irgendwie lieben sie es auch. Die Eltern denken zurück an die zwanzig Jahre, in denen sie alles getan haben. Sie lieben dieses Kind und wollen Beziehung zu ihm. Doch es geht vor die Hunde, und das betrübt das Herz dieser Eltern. Sie weinen nächtelang.
Das ist ein schwaches Bild, aber so ging es Gott im Himmel, als er seine Menschheit sah. Es betrübte ihn. Es betrübte ihn.
Gottes Reue und die Unerträglichkeit der Sünde
Wir können Gott traurig machen, und das macht ihn wirklich traurig. In der Bibel lesen wir, dass es Gott leidtut, den Menschen geschaffen zu haben. Dieses Leid ist jedoch nicht so zu verstehen, dass Gott sagt: „Ah, ich habe einen Fehler gemacht, jetzt lösche ich die Erde aus“ oder dass er alles unter den Teppich kehren möchte, weil er seine Entscheidung bereut. Das ist ganz und gar nicht der Fall.
Immer wieder lesen wir in der Schrift, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Pläne gemacht hat, um die Menschheit später zu retten. Daraus erkennen wir, dass Gott von Anfang an alles im Blick hatte. Er hat keinen Fehler gemacht, den er jetzt plötzlich bereut. Das „Reuen“ in diesem Zusammenhang steht vielmehr für ein trauriges Herz. Es beschreibt die Unerträglichkeit der Sünde für Gott.
Für Gott war es unerträglich, die Menschheit zu sehen, die an ihm vorbeilebte. Deshalb beschloss er, im Sinne dieses Reuens, seine Zuwendung zurückzuziehen. Für diesen heiligen Gott war es einfach unerträglich, die Gottlosigkeit der Menschen zu ertragen.
Ein sinngemäßes Zitat beschreibt dieses Reuen als eine veränderte Haltung Gottes. Das bedeutet, Gott verändert seine Haltung dem Menschen gegenüber. Warum? Weil der Mensch seine Haltung Gott gegenüber geändert hat.
Gott war fürsorglich und wollte mit den Menschen leben. Er hat die Erde geschaffen und wollte Gemeinschaft mit ihnen haben. Doch die Menschen haben sich von ihm abgewandt. Dieser heilige Gott erträgt die Sünde nicht und antwortet nun mit einer veränderten Haltung den Menschen gegenüber.
Die bleibende Bosheit der Menschheit und die Notwendigkeit eines neuen Herzens
Und es ist heute nicht besser, wie Matthäus 24 zeigt. Die Welt liegt im Argen, so einfach ist das, und es ist für Gott unerträglich. So wie die Menschheit ist und wie der Weltverlauf sich gestaltet, ist es für Gott unerträglich.
Und ich muss es auch so sagen: Sollte das Leben nicht durch Jesus Christus gerettet sein – so hart, wie es klingt –, dann ist dein Leben unerträglich für Gott. Zum Glück sind wir in Christus angenehm, oder? Seht ihr, wie hell plötzlich das Evangelium scheint, wenn man erkennt: Wie unerträglich ist die Menschheit, wie unerträglich war mein Leben! Aber in Christus bin ich angenehm gemacht. Plötzlich hat Gott Gefallen an mir.
Nun, ich glaube, diesen Fehler dürfen wir nicht machen: Wenn unser Leben als Christen vielleicht ziemlich glatt gelaufen ist und wir nicht viele Umwege gemacht haben, dann sagen wir vielleicht: „Ja, natürlich bin ich ein Sünder, das habe ich verstanden, aber ich bin gar nicht so schlimm.“ Wenn du solche Gedanken irgendwo in deinem Herzen entdeckst, dann bist du auf dem Holzweg – und das ist sehr schlimm.
Gott wiederholt das in 1. Mose 8 und hat es schon in Kapitel 6 gesagt. Er beschreibt sehr pauschal das Wesen der Menschheit. Dort ist die große Masse der Menschen gestorben, bis auf acht Menschen. Hier geht es nicht mehr um die Menschheit vor der Flut, sondern um das Wesen der Menschheit allgemein.
Gott sagt in 1. Mose 8 sehr pauschal, dass das Trachten des Menschen böse ist und die Neigung seines Herzens böse ist. Und da ist keiner, der Gott sucht. Das ist ja auch der Punkt, warum uns immer wieder verheißen wurde, dass wir ein neues Herz bekommen. Genau deshalb brauchen wir ein neues Herz, wenn wir gläubig werden. Wir brauchen ein neues Herz, weil unser Herz grundböse ist. Da ist nichts Gutes drin – null.
Das Trachten des Menschen ist böse. Da ist einfach nichts Gutes. Vielleicht ist dein Leben glatt gelaufen, weil du eine gute Erziehung hattest oder weil es in Deutschland Gesetze gibt, die du nicht brechen willst, aus Angst vor den Konsequenzen. Aber dein Herz ist genauso schlecht wie meins oder das von wem auch immer. Da ist kein Unterschied. Du bist nicht besser.
Und wenn du denkst, du wärst besser, solltest du darüber Buße tun, denn es ist nicht so. Diese pauschale Aussage gilt: Das Herz des Menschen ist einfach böse und für Gott unerträglich.
Die Arche als Rettungsplan und Noahs Glauben
Und wir sagen, die wir gerettet sind, ein neues Herz haben und durch Christus angenehm sind: Zum Glück, zum Glück gab es damals die Arche. Richtig? Zum Glück gab es für die Menschheit diesen Notfallplan, nennen wir es so, diesen Rettungsplan. Wie gut, oder?
Aber wer hat sie genutzt? Wer hat sie genutzt? Sie aßen und tranken und tanzten ihre Tänze, und auf einmal kam das Gericht. Und sie haben nichts gemerkt.
Geht mit mir bitte in 1. Mose 6,3. Dort lesen wir, dass Gott das Leben der Menschen auf hundertzwanzig Jahre beschränkt.
Ich muss sagen, bevor ich mich jetzt mehr damit beschäftigt habe, dachte ich immer, das wäre der Zeitpunkt, an dem Gott das Leben der Menschen beschränkt. Ich meine, die Menschen wurden damals ja bis zu neunhundert Jahre alt. Und hier wäre der Punkt, an dem Gott einfach sagt: Ja, nee, ich beschränke das Leben auf hundertzwanzig Jahre.
Aber im Grunde sagen alle namhaften Ausleger, dass dies der Punkt ist, an dem Gott sagt: Jetzt kommt das Gericht, aber erst in hundertzwanzig Jahren. Es gibt also hundertzwanzig Jahre Zeit, in der Noah die Arche bauen wird usw., und dann werde ich der Menschheit ein Ende setzen.
Lassen wir das mal offen. Es gibt vielleicht beide Möglichkeiten. Aber ich bin mittlerweile auch überzeugt, dass diese 120 Jahre die Zeitspanne bis zum Gericht bedeuten.
Nun, was wir sicher sagen können, ist Folgendes: Gott war geduldig.
Gottes Geduld und die Weigerung der Menschen zu glauben
Nun, wie komme ich darauf? Was wir sicher sagen können, ist, dass Gott bei diesem harten Gericht geduldig war.
Wie komme ich darauf? Geht mit mir in 1. Petrus 3,20. Das ist ein sehr starker Vers, der uns viel über die Zeit von Noah und die Hintergründe erzählt. Hier geht es um Ungläubige. Das ist ein bisschen schwierig, weil im Vers davor davon die Rede ist, dass den Geistern im Gefängnis gepredigt wurde. Ich glaube jedoch, dass damit einfach die Ungläubigen gemeint sind, die sozusagen in dieser Finsternis im Gefängnis sind. Aber darauf müssen wir jetzt nicht weiter eingehen.
1. Petrus 3,20: Die vorzeiten sich weigerten zu glauben. Ah, okay, da weigerte sich jemand zu glauben. Nicht einfach nur, dass er nicht glauben konnte, sondern es war eine Rebellion gegen den Glauben. Sie weigerten sich zu glauben, als Gottes Langmut einst wartete.
Gottes Langmut wartete in den Tagen Noahs. Wie lange? Während die Arche gebaut wurde. Also während dieses ganzen Prozesses wartete Gott sehr geduldig, und in dieser Zeit wurden nur wenige, nämlich acht, gerettet.
Was wir hier sehen, ist, dass Gott wartete, solange Noah an der Arche arbeitete. Gottes Langmut wartete. Gott war nicht einfach dieser harte Richter, der sagt: Ich vernichte jetzt die ganze Welt bis auf Noah. Er musste richten, weil die Sünde unerträglich war. Aber gleichzeitig wartete Gott und gab den Menschen die Chance, umzukehren.
Aber was lesen wir in Kapitel 3, Vers 20? Wie reagierte die Menschheit auf Gottes Langmut, auf seine Freundlichkeit, auf dieses traurige Herz Gottes? Was lesen wir? Während Gott diese Arche bauen ließ, weigerten sie sich zu glauben.
Und dieses Weigern klingt sehr aktiv. Hier steht nicht, sie konnten einfach nicht glauben, sondern sie weigerten sich. Und wisst ihr was? Es passt einfach so gut zu diesem bösen Herzen. Ein böses Herz weigert sich. Selbst wenn das Gericht kommt, sagt es: Ich weigere mich, ich will mich Gott niemals unterwerfen.
Das ist genau der Punkt, warum Gott schon aus der Ewigkeit heraus, noch vor Grundlegung der Welt, eingreifen musste bei der Rettung. Es ist genau deshalb, dass Gott ziehen muss, weil das böse Herz sich weigert, an Gott zu glauben.
Es war genau so damals. Sie sahen die Arche, Noah predigte, wir werden das noch sehen, aber sie weigerten sich. Sie wollten sich nicht retten lassen, sie tanzten lieber ihre Tänze. Und Gott musste ziehen, er musste sie in die Arche ziehen. Sonst wäre keiner gekommen, auch nicht Noah.
Sie weigerten sich – dieses böse Herz geht bis zum Äußersten. Dieses Weigern, wie ich eben schon sagte, klingt sehr aktiv, als Antwort auf etwas. Die Frage stellt sich: Da muss doch jemand Zeit genommen haben, um diesen Menschen von der Flut und dem Gericht zu erzählen, richtig?
Man kann sich ja nur weigern, wenn es ein Zeugnis gibt, das daran erinnert und zum Glauben aufruft. Aber sie weigerten sich. Sie tanzten ihre Tänze, hörten nicht auf Gott, und Gott setzte eine Grenze und versprach ihnen das Gericht.
Gottes Rettungsplan durch Noah und die Arche
Nun, wie ging es weiter? Gott hatte nicht vor, die gesamte Menschheit auszurotten. Ich weiß nicht, ob ihr euch an den Garten Eden erinnert. Gott hat ein Versprechen gegeben, dass jemand kommen wird, der der Schlange den Kopf zertreten wird, richtig?
Gott hat sich also jemanden auserwählt, durch den er die Menschheitsgeschichte weiterschreibt. Er ließ uns nicht einfach laufen. Gott sagte nicht: „Ja, ich entrücke Noah, töte den Rest der Welt und dann ist hier ein Ende gesetzt und gut.“ Stattdessen rettete er Noah, um durch diese Linie uns irgendwann Jesus Christus zu bringen. Jesus sollte uns grundsätzlich von unserer Sünde und diesem bösen Herzen befreien.
Diese Arche diente auch dazu, dass Christus noch auf die Erde kommen wird und uns wirklich einen Ausweg aus Sünde und Gericht schafft. Noah und seine Familie fanden als einzelne Gnade in Gottes Augen. Er beauftragte Noah, die Arche zu bauen, durch die Gott retten wollte.
Und was macht Noah? Er macht sich auf und baut. Wir müssen eines festhalten: Er tat es, weil er Gott glaubte. In Hebräer 11,7 steht, dass durch diesen Glauben Noah ein Erbe der Gerechtigkeit wurde.
Er wurde ein Erbe der Gerechtigkeit, weil er in diesem Punkt Gott glaubte. Er sah kein Wasser, er sah kein Gericht, aber er baute. Obwohl die ganze Welt gegen ihn war, baute er an diesem, nennen wir es, Reich Gottes.
Noahs Glauben und Predigt als Vorbild für Christen heute
Nun, Noah begann zwei Dinge zu tun, die etwa hundertzwanzig Jahre dauerten. Erstens baute er im Glauben an das Zukünftige, an etwas, das er nicht sah. Das ist sehr spannend. Er hatte nur die Aussage Gottes: Es wird ein Gericht kommen. Weil er Gott so sehr glaubte, baute er, als sähe er es bereits, an der Zukunft, an diesem Reich Gottes, an der Arche. Das war das Erste, was er tat – ein Glaubensheld.
Zweitens predigte er den Ungläubigen die Umkehr. In 2. Petrus 2,5 wird beschrieben, dass Gott die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah rettete. Noah wird dort als Verkündiger der Gerechtigkeit, als Prediger der Gerechtigkeit dargestellt.
Wir halten also Folgendes fest: Noah bekam von Gott gesagt, dass ein Gericht kommen wird und dass Gott ihn retten will. Was Noah daraufhin tat, war, im festen Glauben an das Zukünftige, das er nicht sah, für Gott zu leben. Das heißt: Während Noah an der Arche baute, baute er nicht an seiner Villa. Er hatte keine Zeit, an seinem eigenen Reich zu bauen, sondern am Reich Gottes. Er wusste genau, dass die Flut kommen und alles wegwaschen würde.
Das ist das Logischste: Wozu sollte er Zeit mit Dingen verschwenden, die keinen Ewigkeitswert haben? Versteht man diesen tieferen Gedanken, den wir bei Noah, dem Glaubenshelden, sehen? Er baute auf das, was er nicht sah, weil er Gottes Zusage hatte. Sicherlich musste er auch sein Leben schützen, kein Schwarz-Weiß-Denken, aber seine Priorität war, im Glauben zu wandeln, für Gott zu leben. Denn er wusste, alles andere würde weggeschwemmt, alles andere vergeht.
Er war so überzeugt davon, dass Gottes Aussage stimmt.
Ich möchte eine wichtige Frage stellen, die eine Anwendung für uns alle ist. Wie wir in Matthäus 24 gesehen haben, wird am Ende der Zeit das Gericht Gottes plötzlich kommen, so wie bei Noah. Dieses Gericht wird über die Menschen damals, aber auch über die Menschen heutzutage kommen.
Wollen wir nicht mit demselben Wissen leben? Noah wusste, es kommt ein Gericht, und du weißt spätestens jetzt: Ein Gericht wird kommen. Wollen wir nicht mit diesem Wissen an das Zukünftige, das wir noch nicht sehen, glauben? Wollen wir uns aufmachen und mitbauen an dieser Arche, mitbauen an diesem Reich Gottes? Wollen wir den Auftrag tun, den Gott uns gegeben hat?
Ich spreche zu jedem von uns, der bereits in der Arche ist – bildlich gesprochen. Die Anwendung gilt für uns, die wir vor diesem zukünftigen Zorn Gottes gerettet sind. Lasst uns, weil wir es wissen, dass die Erde gerichtet wird und die Menschheit gerichtet wird, mitarbeiten an diesem Reich Gottes.
Es ist so traurig, aber ich muss es sagen: Betet dafür, dass es Mitarbeiter in der Ernte gibt. Lasst uns Mitarbeiter in dieser Ernte werden, Christus den Verlorenen zu predigen. Viele werden plötzlich aufwachen, nichts merken und plötzlich vor dem Gericht Gottes stehen. In der Endzeit, in den sieben Jahren, werden sie erstmals hier auf dieser Erde das Gericht spüren – damals mit Wasser, jetzt mit Feuer.
Sie werden in die Berge fliehen und wollen, dass die Berge über sie zusammenstürzen, aber sie können nicht sterben. Wir wissen das.
Noahs Glauben als Beispiel für Gehorsam und Gottesfurcht
Wie Noah es wusste
Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte, über die Dinge, die man noch nicht sah. Durch Glauben baute er an diesen Dingen, die er noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt. So heißt es, eine Arche zur Rettung, weil er Gott so fürchtete und glaubte. Deshalb baute er an den Dingen, die er nicht sah, weil er göttliche Weisung bekommen hatte.
Und ich frage dich: Hast auch du göttliche Weisungen von Gott bekommen? Ich meine jetzt nicht, dass er dir irgendetwas ins Ohr geflüstert hat wie „Geh in die Mission“ oder Ähnliches. Ganz im Gegenteil. Hat Gott dir göttliche Weisungen aus der Schrift gegeben? Gibt es Wahrheiten aus der Schrift, die dir gelten, die für dich sind? Gibt es eine Wahrheit, die jeden Gläubigen betrifft? In diesem Kontext hier von Noah: Dass sie seine Zeugen sein sollen. Ist das nicht eine göttliche Weisung an dich und mich? Ist es uns nicht von der Schrift gesagt, dass das Gericht Gottes kommen wird?
Hast du nicht genau so Weisung bekommen wie Noah? Und baue dann etwas, was du nicht siehst, von Gottesfurcht bewegt! Wenn ja, wenn du diese Weisung aus der Schrift kennst, sei wie Noah: Glaube und handle. Wenn du diese Wahrheiten kennst und wenn sie über dich lachen, wie sie vielleicht über Noah lachten, der über viele Jahre hinweg auf trockenem Boden stand, der ein Schiff baute und die Gerechtigkeit verkündigte.
Und sich alle nur gedacht haben: „Mann, mal Noah, was ist los mit dir?“ Sie tanzten ihre Tänze und dachten nicht an die Zukunft. Gott aber wartet in dieser Zeit langmütig. Aber als es dann plötzlich so weit war, als Noah in die Arche ging, als Gott selbst sagte: „Jetzt ist der Zeitpunkt, ich sperre die Arche selber zu!“ – nun schloss Gott die Arche.
Als diese Langmut irgendwann beendet war und es dann plötzlich anfing zu regnen, dachten sich die Menschen vielleicht: „Es hört bestimmt bald auf zu regnen.“ Sie hofften es. Manch einer begann vielleicht zu zweifeln und dachte: „Ah, vielleicht hatte Noah doch Recht.“ Und spätestens als die Erde aufbrach und die Wassermassen herauskamen, war der letzte Spötter überzeugt.
Da wisst ihr was? Die Arche war verschlossen. Und wisst ihr auch was? Niemand sperrte mehr auf. Warum? Weil es einfach zu spät war.
Die Dringlichkeit der Rettung und die Konsequenzen des Unglaubens
Liebe Freunde, ich weiß nicht, ob ihr schon einmal jemanden zu Grabe getragen habt, bei dem ihr vermutet habt, dass er nicht gläubig war. Das ist ein bedrückendes Gefühl, nicht wahr? Man weiß, der Zug ist abgefahren.
So war es damals. Gott wartete hundertzwanzig Jahre, und nun stieg das Wasser. Familien wurden auseinandergerissen. Zuerst ertranken die Kinder, dann die Frauen, anschließend die Männer. Zwischendrin ertranken auch die Alten und Gebrechlichen.
Vielleicht gab es noch einige, die versuchten, sich an der Arche festzuhalten. Ihr merkt, ich phantasiere ein wenig, aber es wird ungefähr so gewesen sein. Manche hielten sich vielleicht noch an der Arche fest, doch sie scheiterten, weil die Flut zu gewaltig war. Das Gericht Gottes war einfach vollkommen.
Wie schlimm wird es erst sein, wenn einmal dieses letzte Gericht kommt? Vielleicht spotten sie jetzt noch, weil du sagst: „Ich arbeite für etwas, das ich nicht sehe.“ Vielleicht spotten sie noch über dich, weil du ein Prediger der Gerechtigkeit bist.
Aber spätestens, wenn die Tür der Arche zu ist und die Wassermassen kommen, spätestens, wenn Christus wiederkommt, wird sich zeigen, wer der Narr ist. Spätestens dann, wenn sie selbst im Gericht stehen, bist nicht du der Narr, sondern sie werden erkennen, dass sie die Narren waren.
Und das ist es, was es bedeutet, auf das Zukünftige hinzuarbeiten. Auf das Zukünftige hinzuarbeiten heißt: Jetzt habe ich keinen Lohn davon, jetzt merke ich nichts Gutes. Alle um mich herum haben Gutes, aber ich nicht.
Doch wenn der Lohn ausbezahlt wird, wenn dieser Tag kommt, dann wendet sich das Blatt für dich. Das soll für dich eine Ermutigung sein, Spott auszuhalten und die Furcht vor Menschen zu überwinden. Sie werden erkennen, dass sie die Narren waren – und nicht du.
Gottes Langmut und der Auftrag an die Gläubigen
Gott beschließt Gericht im Himmel, doch sie merken nichts davon. Ihr Leben geht in Saus und Braus weiter.
Weil Gott so langmütig ist und keine Freude am Tod des Ungläubigen hat, tut er bis heute nichts, um den Tod der Gottlosen zu erfreuen. Wisst ihr, was Gott deshalb tut?
Er sendet dich aus, weil er keine Freude am Tod des Gottlosen hat und weil er weiterhin langmütig ist. Deshalb sendet er dich zu diesen Gottlosen, auf die das harte Gericht kommen wird.
Es ist, als wolle man ein brennendes Holzscheit aus dem Feuer reißen. So sendet Gott dich heute aus!
Abschluss: Noahs Dank und unsere Antwort
Letzter Gedanke, ich bin auf der letzten Seite.
Irgendwann sank das Wasser. Die Menschheit war tot, nur Noah und seine Familie überlebten. Sie verbrachten viele Wochen, Monate und viel Zeit in dieser Arche.
Schließlich sank das Wasser und die Arche landete auf dem Berg Ararat. Irgendwann konnte Noah wieder aus der Arche hinausgehen.
Und wisst ihr, was Noah mit seiner Familie tat? Er baute Gott einen Altar und opferte ihm, das heißt, er gab Gott die Ehre.
Wisst ihr, was unser Opfer ist? Das Lob unserer Lippen.
Denn so schrecklich diese gerechten Gerichte Gottes sind – wir konnten heute nur einen kleinen Einblick bekommen, wie furchtbar diese Gerichte sind – müssen wir eines festhalten: Gott hat Noah davor gerettet.
Wir müssen auch festhalten, dass er dich vor diesem Gericht gerettet hat.
Noah und du und ich sind alle mit demselben bösen Herzen geboren. Du und ich waren genau solche, die Gott nicht suchten, aber er hat uns gerettet.
Es war seine Langmut, die uns zur Buße leitete.
Wie schrecklich die gerechten Gerichte Gottes sind, umso köstlicher ist doch diese Gnade, dass wir gerettet sind. Dass Gott, dass letztendlich Christus das letzte Gericht auf sich genommen hat.
Also ist es nicht das Mindeste, dass wir dasselbe tun, was Noah tat: dass wir Gott einen Altar bauen, ihn anbeten.
Und wir machen es gleich in der zweiten Stunde. Wir können diesen Gedanken schon mit hineinnehmen: Wir sind gerettet, er hat uns aus diesem Gericht herausgerissen.
Wir danken Jesus Christus, der dieses größte Gericht auf seinen Schultern trug.
Voller Anbetung und Dankbarkeit stehen wir auf und leben unser Leben als Prediger der Gerechtigkeit, um brennende Holzscheite aus dem Feuer zu ziehen.
Amen.
