Treue in schwierigen Zeiten
Ich möchte nochmals erwähnen: In Kapitel 1, Vers 8, wandten sich Joab, der Heeroberste, und Abjata, der Hohepriester, von David ab und stellten sich auf die Seite dieses Rebellensohns. Und das, obwohl sie in früheren Zeiten, in schwierigen Zeiten, zu David gestanden hatten. Jetzt taten sie es nicht mehr.
Da haben wir den Kontrast in 1,8 gehabt. Aber Zadok, der Priester, und Benaja, der Sohn Jojadas, und Nathan, der Prophet, und Simei und Rehi und die Helden, die David hatte, waren nicht mit Adonia.
Ich würde dazu gerne eine Stelle aus den Sprüchen lesen. Das zeigt, was echte Freunde sind. Sprüche 17,17: Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder für die Bedrängnis wird er geboren. Und dazu gleich noch aus Kapitel 18, Vers 24: Ein Mann vieler Freunde wird zugrunde gehen.
Ich habe mir da an den Rand geschrieben: Facebook. Ja, ich meine all die, die sagen: Ich habe 824 Freunde oder 1012 Freunde. Ja, was ist das? Er steht: Doch es gibt einen, der liebt und anhänglicher ist als ein Bruder. Ein echter Freund ist eben noch eine andere Qualitätsbindung als Verwandtschaft. Darum steht hier in 18,24: einen, der liebt und anhänglicher ist als ein Bruder. Damit ist gemeint: ein verwandter Bruder.
In Kapitel 17,17 heißt es: Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder für die Bedrängnis wird er geboren. Das muss man jetzt doch sehr betonen. Abjata hat David wirklich so viel Beistand geleistet, in der Zeit, als er vor Saul fliehen musste, und dann auch in der Zeit, als sein Sohn Absalom rebellierte und ihn vom Thron stürzte. Auch dort war Abjatar treu auf seiner Seite. Und jetzt nicht mehr.
Aber hier steht eben: Der Freund liebt zu aller Zeit. Da gibt es nicht plötzlich eine Zeit, in der es vorbei ist. Und das war jetzt aber eben der Fall bei Zadok. Zadok war genauso wie Abjatar auf der Seite von David damals, als eben Absalom den Vater gestürzt hatte, und jetzt immer noch.
Und etwas ganz Spezielles: Die wurden ja alle mal geboren, der Zadok, Benaja, Nathan, Simei, Rehi und all die Helden. Aber die wussten natürlich nicht, dass sie wirklich geboren wurden mit einem ganz bestimmten Plan, dass sie einmal David in der Bedrängnis beistehen sollten. Gott hat sie auch noch aus anderen Gründen erschaffen, natürlich. Aber daran muss man denken: Als Bruder für die Bedrängnis wird er geboren. Gott hatte einen Plan, als er sie machte.
Der Gegenkönig und die Antwort Gottes
Und nun sehen wir ganz besonders auf die Initiative von Nathan, dem Propheten, hin, wie es zur Gegenausrufung von Salomo zum König kommt. Wir hatten in 1. Könige 1,25 am Schluss gelesen: Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und sprechen: Es lebe der König Adonia.
So beschreibt Nathan David gegenüber die Ausrufung von Adonia als Gegenkönig. Dann kam die Ausrufung in Vers 34 an der Gichon-Quelle: Und Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, sollen ihn dort zum König über Israel salben, und ihr sollt in die Posaune stoßen und sagen: Es lebe der König Salomo.
Der Plan war also, dass genau das Gleiche bei Salomo gesagt wird: Es lebe der König Salomo, im Kontrast zu: Es lebe der König Adonia. Und nun schauen wir, wie das dann wirklich ausgeführt wurde. Ab Vers 38: Und Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, und Benaja, der Sohn Jojadas, und die Keretiter und die Peletiter zogen hinab und ließen Salomo auf der Mauleselin des Königs David reiten, und sie führten ihn nach Gichon.
Also kam Salomo auf der Mauleselin an den Ort der Salbung. Das erinnert natürlich an den Einzug Jesu, ungefähr tausend Jahre später, als er vom Ölberg her auf einer Eselin nach Jerusalem einziehen und als König gefeiert werden sollte. Es ist bedeutsam, dass Salomo hier nicht auf einem Kriegsross reitet.
Das Kriegsross wird sehr eindrücklich im Buch Hiob beschrieben. Ich schlage das ganz kurz auf, denn das ist wirklich ein Phänomen, dieses Kriegsross. In Hiob 39,19 sagt Gott zu Hiob, aus dem Sturm redend: Gibst du dem Pferd Kraft, bekleidest du seinen Hals mit der wallenden Mähne, bewirkst du, dass es aufspringt wie die Heuschrecke? Sein prächtiges Schnauben ist Schrecken. Es scharrt in der Ebene und freut sich der Kraft. Es zieht aus, den Waffen entgegen. Es lacht über die Furcht und erschreckt nicht und kehrt vor dem Schwert nicht um. Auf ihm klirrt der Köcher, der blitzende Speer und Wurfspeer. Mit Ungestüm und Zorn jagt es dahin und lässt sich nicht halten. Wenn die Posaune ertönt, ruft es: Hui! Beim Schall der Posaune ruft es: Hui!
Ich mache das jetzt nicht nach, das ist das Wiehern des Pferdes, das hier eigentlich ausgedrückt wird. Kann man zu Hause mal so wiehern? Das ist gemeint mit: Hui! Und aus der Ferne wittert es die Schlacht, den Donnerruf der Heerobersten und das Feldgeschrei.
Ja, das Pferd ist das geeignete Tier, also ich muss nicht sagen das Pferd, sondern ich muss sagen das Kriegspferd. Das ist nicht ganz dasselbe. Das eignet sich für den Kampf, für den Krieg. Aber Salomo reitet auf einer Mauleselin. Warum? Das sollte auch gewissermaßen das Reittier des Herrn Jesus sein, als er das erste Mal kam als König und auf der Eselin einzog. Alle vier Evangelien beschreiben den Einzug an Palmsonntag.
Und warum kam der Herr auf einer Eselin? Nun, lassen wir Hiob 39 offen. Man hat ja zehn Finger, und sonst kann man ja bei Temu das kaufen. Ja, da kann man das überall reinschieben und hat dann schon mal fünf Stellen so besetzt, und dann kann man noch die zehn Finger dazunehmen. Da kann man wirklich hin und her gehen beim Lesen, wie das in Daniel 12 gesagt wird: Sie werden hin und her gehen, und die Erkenntnis wird sich mehren.
Also normalerweise mache ich für Temu keine Werbung. Ja, Sacharja 9,9: Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König wird zu dir kommen, gerecht und ein Retter ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem und auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.
In der Matthäus-Beschreibung des Einzugs nach Jerusalem wird nämlich erwähnt, dass es zwei Tiere waren: eine Eselin und ihr Fohlen, und der Herr ritt auf beiden. Es gibt so die Reitart auf Eseln; man kann in Jerusalem heute noch miterleben, dass man seitlich auf einem Esel sitzt. So war der Herr auf der Eselin, und mit den Füßen auf dem Fohlen, gerade daneben. Und so ritt er wirklich auf beiden Tieren ein.
Ich schlage das gerade auf in Matthäus. Da haben wir den Einzug in Matthäus 21. In Vers 2 wird gesagt: Und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und führt sie zu mir, sagt der Herr den Jüngern. Und dann wird am Schluss von Vers 3 gesagt: Der Herr benötigt sie, und sogleich wird er sie senden.
Dies aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einer Eselin reitend, und auf einem Fohlen, einem Jungen des Lasttiers.
In der Elberfelder steht noch klein gedruckt „zwar“, aber das ist ergänzt. Im Text steht: reitend, sanftmütig und auf einer Eselin reitend und auf einem Fohlen, einem Jungen des Lasttiers. Und nachher steht in Vers 7: Als aber die Jünger hingegangen waren und getan hatten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte, führten sie die Eselin und das Fohlen herbei und legten die Kleider auf sie, und er setzte sich darauf.
Also wirklich, es war so ein Doppelreiten. Aber warum eben nicht ein Pferd, und schon gar nicht ein Kriegspferd? Weil Jesus als König des Friedens kam. Und er kam nicht als Richter der Welt. Und so ritt da Salomo eben auf einer Mauleselin, und er sollte ein Friedensreich aufbauen.
David hat viele Kriege geführt, aber Salomo sollte auf der Grundlage der von David geführten Kriege, er hat alle umliegenden Völker besiegt, die Grundlage schaffen für ein Friedensreich von Salomo. Und darum reitet er bei der Krönung auf einer Mauleselin.
Das Zeichen des Friedens und die Zukunft des Gerichts
Aber wir haben gesehen, in Hiob 39 wird das Kriegspferd so eindrücklich beschrieben. Und das ist gewissermassen die Art und Weise, wie der Herr Jesus in Zukunft kommen wird. Beim zweiten Mal kommt er nicht mehr einfach in Gnade, sondern er kommt im Gericht. Darum lesen wir in Offenbarung 19,11:
Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weisses Pferd. Und der darauf sass, genannt treu und wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit.
Da kommt der Herr Jesus auf einem Kriegspferd. Man kann sich fragen: Gibt es Pferde im Himmel? Ja, natürlich. Er kommt ja mit einem Pferd aus dem Himmel. Und es gibt nicht nur eines, sondern wir sehen, wie die Gemeinde ihm folgen wird, in Vers 14:
Und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, folgten ihm auf weissen Pferden, angetan mit feiner Leinwand, weiss und rein.
Nun, mit etwas Kombination, man muss ja, damit sich die Erkenntnis mehrt, hin und her blättern, wird in Psalm 19 das Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit beschrieben, von König David. Und dort heisst es, dass er reitend kommt auf einem Cherub. Und das ist die Antwort: All diese Pferde sind Cherubim. Und Cherubim können eben ganz verschiedene Gestalten annehmen, wie wir in Hesekiel beschrieben finden, mit vier Gesichtern, wie ein Löwe, wie ein Ochse, wie ein Mensch, wie ein Adler. Wir finden Cherubim beschrieben, mal mit vier Gesichtern, mal mit zwei. Also sie können unterschiedlich erscheinen, und Engel können sowieso ihre Erscheinungsform ändern. In Hebräer 1 heisst es, dass Gott seine Engel zu Winden macht und zu einer Feuerflamme. Und dann gibt es eben auch die Form von Pferden.
Ja, aber eben, das hat seine besondere Bedeutung, warum Salomo auf einer Mauleselin reiten sollte. Wir kehren zurück zu 1. Könige 1,39: Und Zadok, der Priester, nahm das Ölhorn aus dem Zelt und salbte Salomo. Also er benutzte das Öl, das in der Stiftshütte aufbewahrt worden war, das Öl, das Mose im Zusammenhang mit der Stiftshütte benutzt hatte, bereits zur Salbung von Aaron als Hoher Priester. Dieses Öl wurde auch von dem Propheten Samuel benutzt, um damals, in 1. Samuel 16, David zu salben, auch mit einem Ölhorn. Der Prophet Samuel war eng mit der Stiftshütte verbunden, er ist dort aufgewachsen als Kind. Hier sehen wir wieder dieses Ölhorn aus dem Zelt, und gemeint ist das Zelt der Zusammenkunft, das Zelt des Zeugnisses, wie die Stiftshütte genannt wird. Und er salbte Salomo, und sie stiessen in die Posaune. Wenn in Elberfelder steht Posaune, dann ist das das Schofar-Horn, also was man hier auf dem Bild sieht. Das kleinere ist ein Widderhorn, das grössere ist ein Steinbockhorn, also der nubische Ibex, das ist ein Steinbock. Der ist kleiner, anmutiger, zierlicher als unser Schweizer Steinbock aus den Alpen, aber sie sind alle miteinander verwandt. Und darum kann Schofar einfach bedeuten: ein koscheres Tierhorn. Das kann eben ein Widder sein, das kann ein Steinbock sein, das kann auch eine Attax-Antilope sein. Das ist ja auch ein typisches Wüstentier, verbreitet im Nahen Osten. Auch noch in der saudischen Wüste findet man das. Übrigens auch dargestellt oft in Felszeichnungen. Dort in der Wüste sieht man ständig diese Attax-Antilopen, auch den Steinbock, eben den Ibex. Das ist unwichtig, dass es eben ein Horn war. Und bei David in 1. Samuel 16 auch.
Samuel hatte ja zuvor Saul gesalbt, den König nach den Gedanken der Menschen, den König, den Gott nicht wollte, aber ihm gegeben hat, weil das Volk das gefordert hatte. Und Gott hat schliesslich ihrer Bitte stattgegeben. Aber in 1. Samuel 10,1 lesen wir:
Und Samuel nahm die Ölflasche und goss sie auf Sauls Haupt aus. Und er küsste ihn und sprach: Ist es nicht so, dass der Herr dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt hat?
Warum war das eine Ölflasche, also eine Flasche aus Ton, ein Tongefäss? Man merkt den Unterschied, wenn man beides gleichzeitig mal auf den Boden schmettert: das Tierhorn und die Flasche. Die Flasche zerbricht, und das Tierhorn bleibt. Man sollte ausdrücken, schon prophetisch, das Königtum des Königs nach den Gedanken der Menschen wird mit einer Katastrophe enden, und es wird zerbrechen. Aber das Königtum von David: Gott hatte mit David einen Bund geschlossen, das haben wir gerade auch in diesen Tagen gesehen. In den letzten Worten von David wird dieser Bund, den Gott mit ihm gemacht hatte, und zwar ein ewiger Bund, eben dargestellt durch dieses Horn, dass dieser Bund ewig bleiben soll. Und Salomo ist nun eben in dieser Linie von David, über ihn, und er soll weitergehen bis zum Königtum des Messias als Sohn Davids.
Wir lesen weiter in 1. Könige 1,39:
Und Zadok, der Priester, nahm das Ölhorn aus dem Zelt und salbte Salomo. Und sie stiessen in die Posaune, und alles Volk sprach: Es lebe der König Salomo! Und alles Volk zog hinauf hinter ihm her, und das Volk blies auf Flöten. Und sie freuten sich mit grosser Freude, so dass die Erde von ihrem Geschrei barst.
Ich habe schon erklärt: Die Gichon-Quelle ist nicht so weit entfernt von der Quelle En Rogel unten im Tal, da, wo das Tal hinunter in das Kidrontal hinein mündet.
Die Nachricht vom Umsturz und die alte Rettungsgeschichte
Und nun lesen wir in Vers 41: Und Adonia, der eben bei der Quelle En-Rogel war, wie wir in Kapitel 1, Vers 9 gesehen haben, hörte es, und alle Geladenen, die bei ihm waren, als sie eben das Essen beendet hatten.
Und Joab hörte den Schall der Posaune und sprach: Weshalb dieses Geschrei der lärmenden Stadt? Während er noch redete, siehe, da kam Jonathan, der Sohn Abjatars, des Priesters.
Das ist auch zeitlich koordiniert. Wir hatten gestern gesehen: Batseba ging zum König hinein, und als ihre Rede beendet war, hieß es: Nathan ist da. Das war eben so getimt, so zeitlich eingerichtet von dem Propheten Nathan, wie wir gesehen haben. Aber hier kommt wieder eine zeitliche Koordination. Wer hat das so geplant? Während er noch redete, siehe, da kam Jonathan, der Sohn Abjatars, des Priesters.
Und Adonia sprach: Komm, denn du bist ein tüchtiger Mann und wirst gute Botschaft bringen.
Jetzt muss man sich vorstellen: Jonathan bei der Quelle En-Rogel. Was kommt einem da in den Sinn? Das hatten wir schon einmal, in 2. Samuel 17, nach dem Sturz Davids durch seinen Sohn Absalom. Und damals war Abjatar, der Hohepriester, ein guter Freund Davids geblieben.
Und nun lesen wir, des Zusammenhangs wegen, 2. Samuel 17,15: Und Husai, das war der Spion, der zu Absalom ging. Also, es ging damals so wie heute mit dem Geheimdienst. Es sind Leute, die überall eingeschleust sind. Husai war der Spion bei den Leuten Absaloms. Und Husai sprach zu Zadok und zu Abjatar, den Priestern. Beide waren eben dafür treu. So und so hat Ahitofel Absalom und den Ältesten von Israel geraten, und so und so habe ich geraten. Also erzählt er, wie er als Spion eben Einfluss nehmen konnte auf den Rat rund um Absalom. So sendet nun schnell hin und berichtet David und spricht: Übernachte diese Nacht nicht in den Ebenen der Wüste. Für Ebene steht hier das Wort Araba in der Mehrzahl. Das ist diese Tiefebene des Jordans und des Toten Meeres, wohin David ja floh. Sondern geh jedenfalls hinüber, damit nicht der König und alles Volk, das bei ihm ist, verschlungen werde.
Es gab den Plan, dass David verfolgt und getötet wird. Aber Husai kann als Spion die Nachricht weitergeben. Und jetzt wird es sehr spannend: Jonathan aber und Ahimaaz standen bei En-Rogel, genau bei dieser Quelle. Eine Magd ging nämlich hin und berichtete ihnen, und sie gingen hin und berichteten dem König David, denn sie durften sich nicht sehen lassen, indem sie in die Stadt kamen.
Also Jonathan, das war eben Jonathan, der Sohn Abjatars. In 2. Samuel 15,36 steht es. Dort heißt es: Siehe, ihre beiden Söhne. Ich muss vielleicht lesen von Vers 34 an: Wenn du aber in die Stadt zurückgehst, David spricht zu Husai, dem Spion, und zu Absalom sagst: Dein Knecht, o König, will ich sein; wie ich von jeher der Knecht deines Vaters gewesen bin, so will ich jetzt dein Knecht sein, so wirst du mir den Rat Ahitofels zunichte machen. Das war dieser teuflisch weise Berater von Absalom. So wirst du mir den Rat Ahitofels zunichte machen. Und sind nicht Zadok und Abjatar, die Priester, dort bei dir? Und es soll geschehen: Jede Sache, die du aus dem Haus des Königs hören wirst, sollst du Zadok und Abjatar, den Priestern, berichten. Siehe, ihre beiden Söhne sind dort bei ihnen: Ahimaaz, der Sohn Zadoks, und Jonathan, der Sohn Abjatars. So sendet mir durch sie jede Sache, die ihr hören werdet. Da begab sich Husai, der Freund Davids, in die Stadt; Absalom aber zog in Jerusalem ein.
Ja, und jetzt wird klar, dass also dieser Jonathan und Ahimaaz bei En-Rogel standen, damit sie die Nachricht bekommen und dann in die Wüste gehen konnten, um David das zu überbringen. Ja, das war wirklich ein guter Bote, der David übermitteln konnte und genau sagen konnte, wie er sein Leben retten konnte. Ja, nicht unten in der Araba bleiben, sondern bereits über den Jordan hinüber, damit er da in Sicherheit ist.
Und jetzt gehen wir zurück zu dieser Szene in 1. Könige 1. Adonia macht auch eine Revolte, wie sein älterer Bruder Absalom. Und jetzt kommt Jonathan zu ihm, und er sagt, sobald er ihn sieht, Jonathan, den Sohn Abjatars: Komm, Vers 42, denn du bist ein tüchtiger Mann und wirst gute Botschaft bringen.
Aber leider hat Jonathan die Seite gewechselt. Auch er wurde zu einem Verräter an David. Da antwortete Jonathan und sprach zu Adonia. Jetzt sehen wir, ob er wirklich so ein guter Bote ist, mit guter Nachricht für Adonia:
Jawohl, unser Herr, der König David, hat Salomo zum König gemacht. Und der König hat Zadok, den Priester, und Nathan, den Propheten, und Benaja, den Sohn Jojadas, und die Keretiter und die Peletiter mit ihm gesandt. Das ist die Leibwache, die immer wieder unter dem Namen Keretiter und Peletiter erwähnt wird. Das waren eben Leute, die die Seite gewechselt hatten. Ich meine, in der Bibel sind Philister wirklich Feinde Israels, aber es gab solche, die eben die Seite gewechselt hatten, und zwar so deutlich, dass das wirklich Vertrauensleute wurden. Die Philister kommen ja aus Kreta, und darum heißen sie Keretiter. Man merkt die Konsonanten von Kreta. Keretiter und Peletiter, das waren also die absolut Vertrauenswürdigen, die David als Leibwache einsetzen konnte.
Wir werden später noch sehen, dass diese Keretiter und Peletiter auch unter Salomo weiter eine Rolle spielen. Und wer war ihr Chef? Das haben wir eigentlich schon gesehen: Benaja, der war über die Leibwache.
Übrigens, wenn man sagt, alle möglichen Leute, also ich sage das nicht, aber es gibt Leute, die sagen: Mit Kreti und Pleti. Das sind die Keretiter und Peletiter. Ja, das waren eben nicht Israeliten von der Herkunft her, aber es waren solche, die übergetreten sind und wirklich vertrauenswürdig waren. Auf die konnte David völlig vertrauen. Und die haben auch da in der Not eben die richtige Seite gewählt.
Und die Keretiter und die Peletiter mit ihm, sagt Jonathan, und sie haben ihn auf der Mauleselin des Königs reiten lassen. Und Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, haben ihn in Gichon zum König gesalbt. Und sie sind von dort hinaufgezogen mit Freuden, und die Stadt ist in Bewegung.
Hier sehen wir, wie Priestertum, Prophetentum und Königtum so eins sind. Der König Salomo wurde zum König gesalbt durch Nathan, den Propheten, und durch Zadok, den Hohenpriester. Das sind die drei Ämter im Alten Testament, die durch Salbung eingesetzt werden konnten. Beim König haben wir es gerade gesehen. Und eben der Hohepriester musste ja auch gesalbt werden. Darum wird er auch genannt, zum Beispiel in 3. Mose 4, der gesalbte Priester. Und im Fall von Elisa sehen wir, dass eben der Prophet Elija den Auftrag hatte, ihn zum Propheten zu salben.
So sehen wir diese drei Ämter durch Salbung eingesetzt. Aber Gott hat das im Alten Testament so angeordnet, dass nie ein Mensch alle drei Ämter in sich vereinigen konnte. Denn die Könige sollten nach Gottes Plan aus dem Stamm Juda kommen, aus der Familie Davids, und die Priester sollten aus dem Stamm Levi kommen, und zwar aus der Familie Aarons. Und so war es nicht möglich, König und Priester gleichzeitig zu sein. Das war getrennt.
Und wir sehen: Das war ganz falsch, damals in der Schule. Also ich muss vielleicht doch einschränkend sagen: Falls wir gelernt haben, die Gewaltentrennung, die Gewaltenteilung, sei eine Erfindung der Aufklärungsphilosophen, das war nicht eine Erfindung der Aufklärungsphilosophen. Das ist ein biblisches, göttliches Prinzip, dass nicht zu viel Macht an einem Ort konzentriert ist. Das sollte getrennt sein. Wenn jemand nämlich alles Priestertum, Königtum und dann auch noch Prophetentum in sich vereinigen würde, wäre das zu viel Macht. Denn wir haben alle die sündige Natur in uns, und Macht verleitet leicht zu Missbrauch und zu Korruption. Und darum war das so getrennt.
Aber man konnte König und Prophet sein. In Apostelgeschichte 2 heißt es ausdrücklich, da sagt Petrus: David, da er nun ein Prophet war, hat er in Psalm 16 prophetisch von der Auferstehung des Christus, des Messias, gesprochen. Und Messias heißt ja eben, oder Christus heißt ja der Gesalbte. Indem er Jesus Macht, macht uns das Neue Testament klar: Da sind alle Ämter durch Salbung in ihm vereinigt. Er ist der Messias, der Gesalbte, der sowohl Priester als auch Prophet und König ist.
Und wir haben ihn erlebt auf diese Art: Als Prophet hat er in die Dunkelheit unseres Lebens hineingeleuchtet und unseren sündigen Zustand aufgedeckt, sodass wir zur Bekehrung kommen konnten. Und dann konnten wir erkennen, dass er als Priester, wie Hebräer 7 sagt, sich selbst geopfert hat, um das Problem der Schuld zu lösen. Und als König ist er unser Herr, der uns ab der Bekehrung dann auch führen wollte. König, Priester und Prophet.
Genauso wie wir singen in dem Lied: Welch ein Freund ist unser Jesus? Und dann heißt es später eben: Fliehen zu ihm wir im Gebet, so ist uns Jesus alles, König, Priester und Prophet.
Aber eben hier, sehr schön in Vers 45: Die drei Ämter sind da in drei Personen vorgestellt, die aber ein Hinweis sind auf den Herrn Jesus.
Der Thronwechsel und die Deutung der Zeichen
Weiter, Vers 45b: Und sie sind von dort hinaufgezogen mit Freuden. Und die Stadt ist in Bewegung; das ist das Geschrei, das ihr gehört habt. Und auch hat Salomo sich auf den Thron des Königreichs gesetzt.
Sie sind also von der Gichon-Quelle wieder die Anhöhe hinaufgegangen, den Berg hinauf, und dort oben beim Mello, bei der Steinaufschüttung, dort war der Palast Davids. Überreste davon wurden ja vor einigen Jahren archäologisch ans Licht gebracht. So kann man heute, wenn man in der Davidstadt ist, den Weg von der Gichon-Quelle hinauf zum Palast Davids machen. Dann weiss man genau, was das für ein Weg war. Dort im Palast Davids hat sich Salomo dann auf den Thron seines Vaters setzen müssen.
Es ist immer noch Jonathan, der berichtet. Und auch sind die Knechte des Königs gekommen, um unseren Herrn, den König David, zu segnen, indem sie sprachen: Dein Gott mache den Namen Salomos noch vorzüglicher als deinen Namen und mache seinen Thron grösser als deinen Thron. Und der König hat auf dem Lager angebetet. Das erinnert ganz an Vater Jakob, der auch am Ende seines Lebens angebetet hat, aber nicht im Bett, wie man meinen könnte in 1. Mose, sondern so, wie es in Hebräer 11 steht: Er hat über dem Stab angebetet.
Woher kommt es, dass in deutschen Bibeln steht, Jakob hätte da in seinem Bett angebetet? Der Grund ist: Das Hebräische wurde ja aufgeschrieben nur mit Konsonanten. Und wenn man Hebräisch kann, dann braucht man keine Zeichen für die Vokale. Dann kann man das so lesen. Darum sind normale Bücher in Israel und Zeitungen ohne Punkte und Striche, um Vokale anzuzeigen. Klar, Kinderbücher macht man mit Punkten, weil kleine Kinder eben Mühe haben, nur mit den Konsonanten zu lesen. Das lernen sie dann so, und mit der Zeit können sie die Krücke weglassen, und dann geht das so flott.
Nun ist es so: Je nachdem, wie man die Punkte einsetzt, kann das heissen Mathe oder Mitah. Und Mathe heisst eben Stab, und Mitah heisst Bett. Die Rabbiner im Mittelalter, die Masoreten, haben ja Punkte und Striche in den Text des Alten Testaments eingefügt, und das ist eine unglaublich sorgfältige Arbeit. Was die geleistet haben, ist wirklich sensationell. Aber es gibt wenige Stellen, wo man sagen könnte: Nein, da ist es nicht ganz korrekt gewesen mit der Punktierung. Denn da haben sie sich geirrt. Und das macht das Neue Testament deutlich, wo gesagt wird, dass eben Jakob über seinem Stab angebetet hat. So muss man an der Stelle im Alten Testament eben Mate und nicht Mita lesen. Er hat über dem Stab und nicht über dem Bettende angebetet.
Vielleicht noch ein Beispiel, gefällig? Aber ich fange ganz hinten an. Vor vielen, vielen Jahren, ich war noch viel jünger damals, da habe ich in der Kathedrale in Lausanne eine Skulptur von Mose aus Holz gesehen, mit abgeschnittenen Hörnern. Woher kommt das? Ja, wir wissen: Michelangelo hat ja eben als grandioser Steinhauer, Bildhauer, Mose dargestellt mit Hörnern. Woher kommt das? Nun, das Wort Strahlen und Hörner ist im Hebräischen so, dass die Konsonanten gleich sind. Aber man muss die richtigen Vokale einsetzen.
Mose kam ja beim zweiten Mal mit den Steintafeln vom Berg herab, und 2. Mose sagt, sein Angesicht strahlte. Aber da haben eben gewisse falsch gelesen mit den Vokalen oder falsch eingesetzt, und dann heisst es, das Gesicht von Mose war gehörnt. Ja, aber auch da wieder hilft das Neue Testament. In 2. Korinther 3 wird ganz klar gemacht, dass eben das Gesicht von Mose gestrahlt hatte. Und darum hat er dann eine Decke über das Gesicht getan, weil die Israeliten dieses Strahlen nicht mehr aushalten konnten.
Das war die Herrlichkeit, die Mose hatte, als er in der Gegenwart Gottes war. Und nicht nur das Gesetz bekam, sondern das Gesetz vermischt mit Gnade. Denn dass Israel zum zweiten Mal das Gesetz bekam, das war Gnade. Eigentlich hätten sie verdient, wenn 100 Prozent Gesetz gegolten hätte, dass sie ausgelöscht worden wären. Und diese Gnade kam zum Ausdruck: Sein Gesicht strahlte. Er wusste das nicht. Und so können wir als Gläubige eine Ausstrahlung haben. Wir wissen nichts davon, aber die anderen können das merken. So war also sein Angesicht nicht gehörnt, sondern strahlend. Und darum ist diese Nachbearbeitung natürlich korrekt gewesen, dass man die Hörner in Lausanne abgesägt hat.
Aber wir sind ja ausgegangen von Kapitel 1, Vers 47 in 1. Könige, weil eben der alte David an Vater Jakob erinnert, den alten Jakob am Ende seines Lebens. Beide haben angebetet, aber wie gesagt: Jakob über dem Stab und David auf seinem Bett. Der war so schwach, mit 70. Und dabei Jakob, der war 130. Und trotzdem hat er dem Pharao gesagt, also da muss ich mir vorstellen, so ein richtiger Bauer: Er kam in den Palast hinein und hat gleich den Pharao gesegnet. Und aus Hebräer 7 wissen wir, dass immer der Grössere den Geringeren segnet.
Der Pharao von Ägypten, das war gewissermassen die Nummer eins der Welt. Ägypten war die höchste Zivilisation der Welt damals. Und da kommt dieser Bauer aus Kanaan und segnet ihn, weil er weiss: Ich bin der Träger der Segensverheissung des Messias, für die ganze Welt ein Segen zu sein. Und dann segnet er den Pharao. Dem Pharao sagt er, dass sein Leben kurz war und mit viel Bösem oder mit viel Übel gefüllt. Schon 130 Jahre bezeichnet er als ein kurzes Leben. Wie viel mehr Psalm 90, wo es heisst: 70 Jahre, wenn es hochkommt 80. Und Mose, das haben wir gestern gelesen im Psalm 90, beschreibt das Leben: Es ist so kurzlebig, es ist, wir verbringen es wie einen Gedanken. Man kann sich das überlegen. Habt ihr es? Das war es, das war es, ja. Oder wie ein Schlaf haben wir auch gelesen im Psalm 90.
Es gibt noch mehrere Vergleiche, um zu zeigen, wie kurz das Leben ist, wie ein Schlaf. Nicht wahr, man schläft ein am Abend und am Morgen, ja, wir realisieren nicht, das waren sieben Stunden oder acht oder in ganz guten Fällen mal neun, ja, aber man merkt das nicht. Das ist auch der Grund, warum wir, als unsere Kinder klein waren und wir eine Distanz fahren mussten, die doch etwas mehr als das gewöhnliche war, vielleicht schon fünf Minuten nach Beginn sagten: Wann sind wir dort? Ja, in sechs Stunden. Aber dann, was sagt man? Schlaft, dann ist es ganz schnell.
Natürlich, weil beim Schlafen das Zeitgefühl im Scheitellappen ausgeschaltet wird. Man hat kein Zeitempfinden. Und darum findet niemand am Morgen, wenn er aufwacht, dass es lange war. Das ist nur so, wenn man nicht schlafen kann. Ja, dann sagt man: Das war lang. Aber eben, es wird ausgeschaltet. Und so sagt Mose: Unser Leben ist wie ein Schlaf, das war's. Aber als Kind, ich weiss noch, die Sommerferien, die kamen einfach nie. Unglaublich. Aber meine Mutter hat das anders empfunden, jetzt sind die Frauenferien wieder da. Ja, das ist dann schwierig, wenn man eben für sieben mal vierundzwanzig zuständig ist. Aber es ist so: Man hat das Gefühl, das Leben geht so langsam, langsam, bis man endlich mal zwanzig ist.
Und es ist so, man hat Untersuchungen gemacht, durch Befragungen, und das hat eindeutig ergeben, dass man subjektiv das Leben von der Geburt bis zwanzig als so lange empfindet wie von zwanzig bis zum Schluss. Das kann sein achtzig oder neunzig. Und das zeigt wirklich: Wenn dann mal diese Zeit, wo es so lange ging, immer bis zu den Sommerferien, wenn das mal vorbei ist, mit Schulferien beginnt die Zeit, wo man sagen muss: Es ist unglaublich schnell. Darum konnte sogar ein Jakob mit 130 Jahren sagen: Es waren wenige Lebenstage. Und hier, dieser 70-Jährige ist so schwach, er betet an auf seinem Lager.
Vers 48: Und auch hat der König so gesprochen: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der heute einen gegeben hat, der auf einem Thron sitzt, während meine Augen es sehen. Schon eindrücklich, wie detailliert Jonathan berichtet. Er gibt sogar das Gebet Davids bei der Krönung wieder. Aber das war auch ganz wichtig. Bei der Krönung von der Königin Elisabeth wurde das berühmte Lied „Der Herr ist mein Hirte“ gesungen. Das war aber wichtig. Und hier sehen wir eben: Dieses Segensgebet von David war wichtig, und Jonathan berichtet das dem Rebellen. Ja, und das war also alles andere als das, was eben Adonija erwartete, als er ihm sagte: Du bist ein tüchtiger Mann, du wirst gute Botschaft bringen.
Die Reaktion auf die Botschaft ist Vers 49: Da erschraken alle Geladenen Adonias und standen auf und gingen jeder seines Weges. Und Adonija fürchtete sich vor Salomo und machte sich auf und ging hin und erfasste die Hörner des Altars.
Der Zufluchtsort und die offene Frage
Machen wir hier eine Pause, und dann gehen wir bei den Hörnern des Altars weiter.
