Einstieg in die kritische Reflexion der Social Media Kultur
Ja, ich möchte diese Selfie-Kultur nicht mitmachen. Solange du ohne deine Social-Media-Präsenz nichts zu sagen hast, solltest du sie vielleicht auch gar nicht haben.
Der ganze Grund, warum ich das hier mit Social Media mache – mit Posts, mit Videos und Gratisinhalten – ist, um Nachfolge zu verstehen. Mach dich Hashtag Wiebelfit. Schau dieses Video bis zum Ende, denn dort habe ich ein kleines Geschenk für dich.
Heute wollen wir den Blick nach innen wenden, zu einer anderen Frage, die viele gestellt haben: Was sind denn die Probleme und Schwierigkeiten, die wir Christen in Deutschland haben?
Vor drei Wochen habe ich selbstkritisch und offen angesprochen, welche Probleme ich bei Freikirchen in Deutschland sehe. Das Video hat viel Zuspruch erhalten und nur wenig persönliche Beleidigungen zur Folge gehabt. Da könnte also etwas dran sein.
Selbstkritische Betrachtung der digitalen Kirche und Influencer-Community
Heute möchte ich wieder ganz selbstkritisch und offen über digitale Kirche und die christliche Influencer-Community sprechen. Dabei will ich auf etwas ganz Bestimmtes hinaus.
Deshalb schau dir dieses Video bis zum Ende an. An dieser Stelle lade ich dich herzlich ein, den Kanal zu abonnieren.
In den letzten Jahren hat sich eine christliche Influencer-Community herausgebildet. Ich bin dankbar, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, mit vielen anderen im Austausch zu stehen und von ihnen lernen zu dürfen.
Alle von uns in dieser Szene kennen ein gemeinsames Problem: Bei der Vorbereitung unserer Inhalte, also dem, was wir erstellen und dir sowie anderen zeigen, konzentrieren wir uns manchmal mehr darauf, wie wir das machen, als auf das, was wir eigentlich vermitteln möchten.
Ganz offen und selbstkritisch: Sobald ich merke, dass ich mehr Gedanken darauf verwende, wie ich ein Video bearbeite, wie ich es filme, mit welchen technischen Feinheiten ich etwas auf Instagram poste oder wie ich verschiedene Elemente miteinander verbinde, als über den eigentlichen Inhalt selbst, dann fürchte ich, dass bei mir etwas schiefläuft.
Herausforderungen durch veränderte Algorithmen und ihre Auswirkungen
An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Hintergrund geben, damit du das besser einordnen kannst.
Das war vor ungefähr zweieinhalb Jahren – je nachdem, wann du dieses Video siehst. Damals haben Instagram, Facebook (die miteinander verbunden sind) und YouTube ihre Algorithmen komplett verändert. Nach außen sieht es zwar noch ähnlich aus, also mit der gleichen Karosserie, aber der Motor ist ein anderer – ein schwächerer Motor – mit vielen nachteiligen Folgen, vor allem für dich als Nutzer.
Einige von uns, die Content kreieren, haben das als Etikettenschwindel bezeichnet. Ich kann das nachvollziehen, denn eine der vielen negativen Folgen war zum Beispiel folgende: Solange in deinen Videos oder Posts bestimmte Elemente nicht enthalten sind oder die Leute bestimmte Aktionen nicht ausführen, werden deine Posts oder Videos kaum gesehen.
Auf YouTube wäre das zum Beispiel, dass nicht viele Leute die Glocke klicken, niemand die Glocke klickt oder das Video bis zum Ende schaut. Auf Instagram ist es zum Beispiel wichtig, dass die Leute den Post abspeichern oder dass sie ein Video in ihrer Story teilen.
Solange das nicht passiert oder nicht in einer bestimmten Größenordnung, verhindern Instagram und YouTube aktiv, dass dein eigener Inhalt deinen eigenen Followern gezeigt wird. Ich wiederhole es noch einmal: Instagram und YouTube verhindern aktiv, dass dein eigener Inhalt deinen eigenen Followern angezeigt wird. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen – das ist seit zweieinhalb Jahren so.
Die Tragweite davon ist, als hättest du dir ein Fahrrad gekauft und der Fahrradladen würde plötzlich Schutzgeld verlangen, damit du dein eigenes Fahrrad nutzen kannst. Das heißt, jeden Morgen, wenn du damit zur Uni oder zur Arbeit fährst, steht jemand vor der Tür und sagt: „Oh, bekommst du das Leim?“ Das sind wirklich Mafia-Methoden.
Persönliche Motivation und gesellschaftliche Relevanz von Social Media
Deshalb sieh es mir nach, wenn ich in den Videos auf solche Themen eingehe. Zum einen ist es mir wichtig, mehr Menschen zu erreichen. Zum anderen wollen wir beide doch verhindern, dass diese Plattformen dich zensieren und dir vorschreiben, was du sehen und lesen darfst. Das ist gefährlich für uns alle, auch als Gesellschaft.
Rein praktisch gesehen: Wenn wir als Content Creators – ich mag den Begriff Influencer nicht, ich sage lieber Content Creators – diese Dinge nicht bedenken, dann brauchen wir irgendwann gar keinen Content mehr zu erstellen. Ich übertreibe jetzt ein wenig und male das Bild schwarz-weiß: Die Plattformen würden einfach verhindern, dass du bestimmte Inhalte sehen kannst.
Manche Leute sagen dann, das sei ein Grund, Social Media vollständig zu verlassen, jeden Facebook-Account zu löschen – das haben ja viele schon gemacht –, TikTok zu deinstallieren, Instagram zu löschen oder YouTube abzubestellen. Das kann man machen, aber ich halte das nicht für sinnvoll. Zum einen überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile enorm.
Guck mal: Nach meiner Morgenandacht kann ich mich einfach hinsetzen und zehn Minuten lang einen Text schreiben, der danach 3.000 oder 4.000 Leute erreicht. Dieses Megafon ist sehr beachtlich. Ich kann auch ein Video machen, das mich vielleicht zwanzig Minuten kostet, inklusive Schneiden oder Ähnlichem. Und am Ende des Tages wird dieses Video sechzig oder hundert Stunden lang von dir und anderen angesehen.
Diese Multiplikation, dieses Megafon, ist viele Nachteile immer noch wert. Außerdem: Wenn du und ich als Christen aufhören würden, christliche Inhalte auf Social Media zu posten, was glaubst du, was dann passieren würde?
Deshalb denke ich, dass es das noch wert ist. Für uns als Content Creators ist es aber immer eine Balance zwischen dem Inhalt – also dem, was wir dir geben möchten – und der Verpackung, also wie wir das machen, damit der Inhalt nicht blockiert wird und der Algorithmus zufrieden bleibt.
Persönliche Erfahrungen und geistliche Gegensteuerung
Es ist schwierig, weil ich merke – und das spreche ich jetzt nur für mich – dass ich, sobald ich mich weniger mit dem Inhalt beschäftige und mehr mit der Verpackung, also damit, wie ich an diesem Algorithmus sozusagen als Zollwächter vorbeikomme, um dir etwas geben zu können, dann weiß ich: Sobald ich mehr mit dem Wie beschäftigt bin als mit dem Was, muss ich etwas ändern.
Was ich dann mache, klingt vielleicht einfach, aber ich lese mehr in der Bibel und bete mehr. Dazu möchte ich dich auch ermutigen.
Vor einiger Zeit habe ich einen Bibelleseplan erstellt, der Hunderten Menschen hilft, die Bibel besser zu entdecken. Diesen Plan kannst du dir kostenlos über den Link in der Videobeschreibung herunterladen. Außerdem gibt es einen nichtöffentlichen Input zu den häufigsten Bibellesefehlern und wie du sie vermeiden kannst. Pausiere gern das Video und nimm dir die Zeit dafür – es ist wirklich hilfreich.
Es passiert auch immer wieder, dass Leute mehr Persönliches aus meinem Leben wissen wollen. Das habe ich bis jetzt auf Social Media fast gar nicht gemacht. Ganz ehrlich: Viel von meinem Alltag ist überhaupt nicht spannend. Ich habe einen Bürojob in der Finanzbranche. Für manche Leute ist das allerdings ein Grund, mich abzulehnen, und sie lassen mich das sehr deutlich spüren.
Ach, Leute – wenn es ihnen hilft! Das war meine bewusste Entscheidung damals: mich diesem Weg zu stellen und auch der Ablehnung und Kritik, die damit einhergeht.
Außerdem beobachte ich bei vielen Nutzern – auch bei mir selbst manchmal – die Tendenz, dass wir als Social-Media-User uns mehr für die Sprecher interessieren, die ja oft spannende Persönlichkeiten sind, als für das, was sie sagen. Dabei kann leicht ein Hype um den Botschafter entstehen, statt um die Botschaft selbst.
Die Gefahr der Selbstinszenierung und der Fokus auf die Botschaft
Und ich will wieder ganz ehrlich sein: Weißt du, mich hat es auch bewegt, als mir dieses Jahr etwa 400 Leute zum Geburtstag gratuliert haben.
Also klar, als Mensch lässt einen das nicht kalt, und das ist schön, das ist wirklich so. Ich habe mich wirklich darüber gefreut. Aber dann halte ich mir wieder vor Augen: Darum geht es nicht.
Ich habe da wirklich drüber nachgedacht und denke Folgendes: Der ganze Grund, warum ich das mache – hier mit Social Media, mit Posts, mit Videos, mit Gratisinhalten – ist, dass ich als Autor auch Leute begeistern will, damit sie meine Bücher kaufen. Da stehe ich auch zu. Das könnte ich aber auch anders machen.
Der Hauptgrund, warum ich das mache, ist aber, dass es einzelne Punkte gibt, bei denen ich etwas zu sagen habe. Das heißt, der ganze Grund für meine Existenzberechtigung auf diesen Social-Media-Plattformen ist doch der Inhalt, weißt du?
Wenn ich diesen Inhalt, diese Botschaft jetzt herausnehme und mich stattdessen als Boten in den Vordergrund stelle, dann fürchte ich, entkerne ich das Ganze. Und ich fürchte, ich würde die Sache auf den Kopf stellen.
Deshalb habe ich überhaupt nichts dagegen, auch mal etwas Persönliches zu machen oder etwas Persönliches zu posten. Und wenn andere ihr Leben in den Vordergrund rücken wollen, nur zu, alles gut.
Meine Sicht der Dinge ist: Ich will versuchen, hauptsächlich der Sache zu dienen. Ich will versuchen, weniger der Versuchung von Selbstbeschäftigung zu erliegen, und ich will diese Selfiekultur nicht mitmachen.
Deswegen – und das sage ich auch als Nutzer von Social Media – nicht der Sprecher entscheidet, sondern das Gesagte.
Bis jetzt hält sich die Anzahl der Hasskommentare und bösen Zuschriften, die ich bekomme, in Grenzen. Da gibt es ganz andere Beispiele, ich denke an dich, Li Marie. Nein, aber es geht wirklich.
Gleichzeitig thematisieren die Leute dann mich als Sprecher und ignorieren teilweise völlig, was ich sage und warum ich das sage. Das ist doch irgendwie peinlich, weißt du?
Deswegen lass uns doch auf den Inhalt konzentrieren und uns nicht ablenken lassen. Ich denke, so ist meine Sicht der Dinge: Solange du ohne deine Social-Media-Präsenz nichts zu sagen hast, solltest du sie vielleicht nicht haben.
Einladung zur Bibel-Starthilfe als praktische Unterstützung
Ich habe dir versprochen, noch etwas sehr Cooles für dich zu haben – und das stimmt auch. Du kannst dir hier unter diesem Video kostenlos die Bibel-Starthilfe herunterladen, die ich für dich erstellt habe und die bereits hunderten Menschen geholfen hat.
In diesem Videotraining gehe ich mit dir Schritt für Schritt durch die biblischen Bücher. Du lernst, wie du die häufigsten Bibel-Lesefehler vermeiden kannst. Das ist sehr praktisch. Außerdem erhältst du einen Überblick über die besten und hilfreichsten Bibelübersetzungen und Leitfäden.
Klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung oder auf Instagram unter „Link in Bio“. Dieses Geschenk ist für dich.

