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Simeon und der Trost Israels

Jesu Leben und Lehre, Teil 49/673
30.06.2021Lukas 2,25-32
SERIE - Teil 49 / 673Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 49: Simeon und der Trost Israels

Einführung in die Situation von Maria und Joseph

Maria und Joseph sind in Jerusalem. Gestern haben wir gelesen, dass sie das Reinigungsopfer für Arme dargebracht haben. Daraus können wir schließen, dass der Besuch der Weisen aus dem Morgenland noch nicht stattgefunden hat.

Gold, Weihrauch und Myrrhe – die Geschenke, die die Weisen dem Kind bringen – hätten auf jeden Fall ausgereicht, um ein Lamm für das Opfer zu kaufen. Doch die Weihnachtsgeschichte, wie sie oft erzählt wird, stimmt nicht ganz mit den Berichten in der Bibel überein.

Wir müssen uns den Ablauf eher so vorstellen: Maria und Joseph ziehen nach Bethlehem, um sich dort einschreiben zu lassen. Kaum angekommen, wird ihr Sohn geboren. Sie bekommen Besuch von den Hirten, und danach vergehen die Wochen der Reinigung.

Man kann sich gut vorstellen, was Joseph als Zimmermann in dieser Zeit gemacht hat. Er hat sich einen Job gesucht – wahrscheinlich nicht nur einen Job, sondern auch eine Unterkunft. Als schließlich die Weisen aus dem Morgenland auftauchen, was durchaus Monate später gewesen sein kann, wohnen Maria und Joseph in einem Haus. Sie sind sesshaft geworden – aber nicht in Nazareth, sondern in Bethlehem.

Wenn man bedenkt, wie viel Klatsch und Tratsch in Nazareth auf sie gewartet hätte, kann man ihre Entscheidung gut verstehen. Bis sie zu ihrer Verwandtschaft in Nazareth zurückkehren, sollten Jahre vergehen.

Begegnung mit Simeon und Hanna in Jerusalem

Aber jetzt waren sie erst einmal in Jerusalem. Dort treffen sie auf zwei ganz bemerkenswerte alte Menschen: Simeon und Hanna.

In Lukas 2,25 heißt es: "Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch mit Namen Simeon, und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm." Die Formulierungen erinnern ein wenig an die Eltern von Johannes dem Täufer: gerecht, gottesfürchtig und mit einer klaren Messiaserwartung.

Der Begriff "Trost Israels" bezeichnet die Erfüllung der messianischen Hoffnung. Jesaja jubelt über die Zeit des Messias mit diesen Worten: In Jesaja 49,13 heißt es: "Juble du Himmel und jauchze du Erde, und die Berge brecht in Jubel aus! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, und über seine Elenden erbarmt er sich."

Der Trost Israels ist die Erscheinung des Messias und die Aufrichtung seines messianischen Königreiches. Simeon wartete darauf. Er war unter den Gläubigen in Jerusalem insofern besonders, als der Heilige Geist auf ihm war.

Die besondere Rolle des Heiligen Geistes bei Simeon

Für Gläubige des Alten Bundes gehörte der Heilige Geist definitiv nicht zur Standardausstattung. Es war die Ausnahme, dass einzelne ausgewählte Fromme den Heiligen Geist empfingen. Im Gegensatz zum Neuen Bund, in dem die Innewohnung des Geistes in jedem Gläubigen die Regel ist, kann Paulus diese Regel sogar umkehren und schreiben: „Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“

Im Gegensatz zum Neuen Bund war der Heilige Geist den Gläubigen unter dem Alten Bund also nicht verheißen. Doch Simeon hatte ihn – er war die Ausnahme von der Regel. Der Geist Gottes hatte ihm etwas offenbart (Lukas 2,26). Ihm war von dem Heiligen Geist eine göttliche Zusage zuteil geworden, dass er den Tod nicht sehen werde, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.

Wow, was für eine Verheißung! Simeon erfährt den Heiligen Geist nicht nur als einen Geist der Offenbarung, sondern auch als einen Geist der Leitung. Lukas 2,27 berichtet: „Und er kam durch den Geist in den Tempel.“ Es ist der Geist, der ihn zur rechten Zeit in den Tempel führt.

Simeons Begegnung mit dem Kind Jesus

Und dann lesen wir weiter in Lukas 2, Verse 27 bis 30:

Als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu verfahren, nahm auch Simeon es in seine Arme, lobte Gott und sprach: „Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden, denn meine Augen haben dein Heil gesehen.“

Der Heilige Geist führte Simeon nicht nur in den Tempel, sondern offenbarte ihm auch etwas über dieses Baby. Er geht auf Maria und Joseph zu, nimmt das Kind in seine Arme und weiß, dass er jetzt in Frieden sterben kann. Er hat das Heil Gottes, den Messias, den Retter der Welt, gesehen und in seinen Armen gehalten.

Könnt ihr euch kurz die Überraschung von Maria und Joseph vorstellen? Der Besuch der Hirten lag etwa einen Monat zurück. Inzwischen war alles wieder beim Alten – normales Leben eben, ganz ohne Heiligenschein. Vielleicht fangen sie gerade erst an, sich an den Gedanken Familie zu gewöhnen.

Joseph hatte vielleicht schon eine bessere Unterkunft gefunden, und Maria war wieder etwas zu Kräften gekommen. Von Bethlehem nach Jerusalem sind es circa zehn Kilometer. Sie waren vielleicht morgens losgezogen, nichtsahnend betraten sie den Tempel. Und dann kommt irgendwann Simeon auf sie zu und freut sich, das Kind, ihr Kind, zu sehen.

Die Bedeutung des Heilands für die Welt

Meine Augen haben dein Heil gesehen, und es wird noch deutlicher.

 Lukas 2,30-32: „Meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“

Das Heil Gottes, Gottes Plan für die Rettung der Welt, hält Simeon in den Händen. Dieses Kind ist ein Licht zur Offenbarung für die Nationen.

Mit „Nationen“ ist hier der Begriff gemeint, den wir heute mit „Heiden“ wiedergeben würden. Die Nationen sind die Nichtjuden, die Menschen, die andere Götter anbeteten und nicht den Schöpfergott, den Gott Israels. Dieses Kind sollte ein Licht zur Offenbarung für die Heiden sein. Die Heiden sollten in seinem Licht erkennen, wer Gott ist und wie sie gerettet werden können.

Das Heil Gottes würde zur Herrlichkeit Israels sein – definitiv. Dieses kleine Volk am äußeren Rand des Römischen Reiches würde die mit weitem Abstand wichtigste Person der Weltgeschichte hervorbringen.

Aber Gottes Licht sollte weiter scheinen. Gottes Rettungsplan begann mit seinem Volk Israel. Ihnen hatte er ihren Messias gesandt. Doch damit war nicht alles gesagt. Das Licht dieser Rettung würde sich ausbreiten und auch die Nichtjuden erfassen.

Die messianische Berufung als Licht für die Nationen

Und dieser Gedanke findet sich natürlich im Alten Testament. In Jesaja 42,1 heißt es: „Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen. Er wird nicht verzagen noch zusammenbrechen, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat.“

Die Inseln, das sind diejenigen, die weit entfernt wohnen, und diese Inseln warten auf seine Weisung. „Ich, der Herr, habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei deiner Hand. Ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen.“

Das ist der Messias Gottes, ein Retter der ganzen Welt. Was als Bund mit dem Volk Israel beginnt, wird zu einem Licht für die Nationen. Er wird sein Recht auf Erden aufrichten, das heißt, er wird seine Königsherrschaft über die ganze Erde ausbreiten.

Simeon hatte das verstanden, und er wusste noch mehr. Er wusste, dass er Gottes wichtigsten Spieler im großen Ringen um die Rettung von Seelen im Arm hielt. Nach Jahrhunderten der Vorbereitung und des Wartens ging die Rettung der Welt in die letzte entscheidende Runde. Es galt, eine Welt zu erlösen, und er wusste, wer das tun würde: das Baby in seinen Armen.

Schlussgedanken und Segenswünsche

Was könntest du jetzt tun? Du könntest Gott dafür danken, dass er von Anfang an die Rettung nicht nur eines Volkes, sondern der ganzen Welt im Blick hatte.

Ist das alles für heute? Wenn du für mich beten möchtest, kannst du dich auf der Startseite von Frogwords für die Berlin News anmelden. Dort erhältst du drei Anliegen aus dem Hause Fischer pro Monat.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen!

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