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Eine Million Patente, tausend Religionen, ein Evangelium - Erfindungen

Einführung in das Thema der Erfindungen

Das Thema des heutigen Abends lautet: Eine Million Patente, Tausend Religionen, ein Evangelium. Die Mathematiker unter uns haben sofort bemerkt, dass eine geometrische Reihe mit dem Faktor Tausend so funktioniert: Eins mal Tausend ist Tausend, und noch einmal Tausend multipliziert ergibt eine Million.

Vielleicht erscheint diesem einen oder anderen das Thema zu kompliziert. Deshalb möchte ich einen einfacheren Vorschlag machen. Wir wollen heute nur über ein einziges Stichwort nachdenken. Dieses eine Wort heißt Erfindungen. Wir sprechen heute nur über Erfindungen.

Dabei werden wir vier Arten von Erfindungen unterscheiden. Es ist sehr wichtig, dass wir diese Unterscheidung vornehmen. Außerdem wollen wir zwei Fragen ständig im Auge behalten: Erstens, von wem stammt die Erfindung? Und zweitens, zu welchem Zweck ist diese Erfindung gemacht worden? Wenn wir diese beiden Fragen immer im Blick behalten, werden wir an diesem Abend gemeinsam ans Ziel kommen.

Also, wir reden nur über Erfindungen. Wenn wir über Erfindungen nachdenken, denken wir zunächst einmal an uns selbst. Wir Menschen sind äußerst erfinderisch. Das können wir alle sicher sehr gut bestätigen, denn wir sind besonders erfinderisch, wenn wir hier und da eine Ausrede brauchen.

Wir sind aber auf allen Gebieten erfinderisch. Immer wenn die Menschheit ein Problem hat, haben die Menschen darüber nachgedacht, nach einer Lösung gesucht und in vielen Fällen auch eine Lösung gefunden.

Der menschliche Erfindergeist und technische Innovationen

Ich möchte das an einigen Zahlen deutlich machen. Manche haben bereits bemerkt, dass ich mich mit Zahlen beschäftige und insbesondere eine Vorliebe für Zahlen habe.

Zwischen 1948 und 1989 wurden beim Deutschen Patentamt in München 2.426.000 Patente angemeldet. Der deutsche Anteil davon betrug 1.552.333, also eine enorme Zahl von Erfindungen. Pro Jahr werden somit etwa 125.000 Patente angemeldet. Das zeigt den Erfinderreichtum des Menschen sehr deutlich.

Die Bibliothek des Deutschen Patentamtes in München gehört zu den größten technischen Fachbibliotheken der Welt. Sie umfasst 800 Bände. Dort sind 16,5 Millionen Patentdokumente aus dem In- und Ausland ausgelegt. Man kann dort einmal hinfahren und diese Schriften einsehen. Dabei wird man sich davon überzeugen können, wie gewaltig der menschliche Erfindergeist ist, wenn es darum geht, über ein Problem nachzudenken und eine Lösung zu finden.

Viele Patente, die wir dort finden, hatten Vorläufer. Zunächst hatte man eine erste Idee, dann wurde diese gebaut und später verbessert. Manchmal kann man beim neuen Modell kaum noch erkennen, wie die ursprüngliche Erfindung ausgesehen hat.

Wenn wir heute durch die Landwirtschaft gehen, sehen wir die Mehrfach-Kippflüge, die von Traktoren gezogen werden. Das geht heute spielend leicht, früher war das anders. Im vorigen Jahrhundert war es eine gewaltige Erfindung, als Derby den Dampfspatenflug erfand – ein tonnenschweres Monstrum, das von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. An der Seite befand sich eine Reihe solcher Forken, die den Acker bearbeiteten. Wenn die Dampfmaschine bei der nächsten Reihe darüberfuhr, wurde der Acker auch gleich plattgewalzt. All das war damit in einem Arbeitsgang erledigt.

Eine der bedeutendsten Erfindungen unseres Jahrhunderts ist der Computer. Ich habe es neulich schon gesagt: Der schnellste Computer leistet heute eine Rechengeschwindigkeit von etwa zehn Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Konrad Zuse, der den ersten Computer erfunden hat und heute noch lebt, baute die Z1 und später die Z4. Bei der Z4 dauerte eine Multiplikation immerhin noch 3,5 Sekunden. Wir sehen also, wie schnell die Entwicklung auf diesem Gebiet vorangeschritten ist.

Aber es wurde auf allen Gebieten nachgedacht, und überall wurden Lösungen erdacht. Als es noch keine oder nur sehr wenige Autos gab und nicht jeder sich eines leisten konnte, überlegte man, wie man die Fortbewegung schneller gestalten kann. So kam Robert Michael auf die Idee, einen Kurvenschuh zu erfinden. Das war ein Apparat, den man unter die Füße schnallte und mit dem man erheblich schneller gehen konnte.

In der Patentschrift hieß es, der Kurvenschuh solle der schnelleren Fortbewegung der Menschen durch Gehbewegung dienen und im Notfall die Möglichkeit gewähren, Hindernisse zu übersteigen, ohne dass der Läufer das Gerät verlassen muss. Also ein super Gerät für schnelle Fortbewegung.

Ein anderes Problem war, dass nicht alle Menschen zur Nordsee oder ans warme Mittelmeer reisen konnten. Sie hatten die Nordsee zu Hause. So erfand Dittmann eine Wellenbad-Schaukel. Diese gestattet es, die Wellen nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Wer es liebt, richtig einmal den Kopf unter Wasser zu tauchen, kann das mit Hilfe der Wellenbad-Schaukel tun. Wer das sanfte Vergnügen bevorzugt, kann das ebenfalls mit dieser Erfindung genießen.

Früher waren die Wohnungen viel kleiner, und man hatte oft kein eigenes Badezimmer. Deshalb kam jemand auf die Idee, ein Sofa zu bauen, das gleichzeitig als Duscheinrichtung dient. Das wurde 1883 mit dem deutschen Reichspatent 27306 patentiert. Das Sofa konnte einfach aufgeklappt werden, und dann kamen die Duschen zum Vorschein, sodass die Familie dort duschen konnte.

In der Patentschrift hieß es: Ein Kombinationsmöbel von ungewöhnlich vielfältigem Nutzen. Eine Brauseinrichtung war vorgesehen, die in Verbindung mit einer im Bass befindlichen kleinen Gummisaug- und Druckpumpe steht. Der Badende muss nur mit dem Fuß auf den Gummiball treten. Eine ganz einfache Sache, aber doch recht gut durchdacht.

Nehmen wir noch eine andere Erfindung. Ich weiß nicht, ob Sie heute auch das Problem hatten, wie man einen schönen, geraden Scheitel ins Haar zieht. Ich war heute auch beim Friseur. Ich habe den Friseur eingeladen, vielleicht ist er sogar hier. Darf ich mal um ein Handzeichen bitten? Wo ist mein Friseur? Er wollte sicher kommen, vielleicht kommt er morgen.

Jedenfalls kam jemand auf die Idee, dieses Problem zu lösen. Daniel Keutmann und August Kuttel erkannten, dass man das Haar möglichst gut scheiteln sollte und auch einen geraden Scheitel hinbekommen wollte. Deshalb erfanden diese beiden eine Maschine, die um den Kopf geschnallt wird. Oben im Gestänge ist ein Kamm befestigt, der es erlaubt, einen sehr geraden Scheitel zu ziehen.

In der Patentschrift hieß es: Damit jedermann in den Stand gesetzt werde, ohne fremde Hilfe sein Kopfhaar an beliebiger Stelle schnell und gerade zu scheiteln, das heißt, einen solchen geraden Scheitel zu machen, der an zwei an den Seiten des Kopfes gedachten geraden Linien parallel verläuft.

Wir sehen also, bei der Patentschrift kommt es genau darauf an, dass man präzise festlegt, was patentiert werden soll. Es wurden viele Erfindungen gemacht.

Grenzen menschlicher Erfindungen und Beispiele aus der Natur

Eine Erfindung ist ein Problem, das uns heute auch betrifft, nämlich die Frage der Energieerzeugung. Menschen kamen auf die Idee, eine Maschine zu bauen, die von alleine läuft – und zwar ohne Energiezufuhr. Solche Maschinen haben einen bestimmten Namen: Perpetua mobilia. Das sind Maschinen, von denen die Erfinder meinten, sie würden, wenn man sie einmal anstößt, ständig weiterlaufen, ohne Energie zuzuführen.

Oft haben diese Menschen jahrelang daran gearbeitet und viel Zeit investiert, um eine solche Maschine zu bauen. Doch wir wissen heute aufgrund der Kenntnis der Physik und des Energieerhaltungssatzes, dass eine solche Maschine niemals gebaut werden kann. Die Naturgesetze stehen dem einfach entgegen. Aller Aufwand, der getrieben wurde, war letztlich vergeblich.

Es sind viele Erfindungen auf verschiedenen Gebieten gemacht worden. Ich kann hier nur einige Kuriositäten erwähnen, die ich am Computer gezeigt habe. Wir könnten das noch durch viele Beispiele aus der Technik und aus verschiedenen Bereichen ergänzen.

Wenn wir alle diese Erfindungen zusammennehmen, können wir sie unter einer Rubrik zusammenfassen: Es sind alles Erfindungen von Menschen. Menschen haben darüber nachgedacht und sind zu bestimmten Erfindungen gekommen.

Nun wollen wir eine zweite Kategorie von Erfindungen kennenlernen. Zunächst wollen wir uns in diese Problematik einhören.

Wenn wir uns zum Beispiel einen Buntspecht ansehen, dann ist bei diesem Vogel etwas ganz Besonderes „erfunden“ worden: Er kann mit 25 Stundenkilometern gegen einen Baum schlagen, ohne dabei eine Gehirnerschütterung zu bekommen. Wenn ein Mensch mit 25 Stundenkilometern gegen eine harte Wand oder einen Baum prallen würde, wäre das nächste Krankenhaus wohl unser Ziel.

Beim Buntspecht ist also ein Gehirn „erfunden“ worden, das völlig gegen Erschütterungen geschützt ist und problemlos auf diese Weise arbeiten kann.

Es gibt viele weitere Beispiele. Ich möchte eine kleine Auswahl nennen: Wenn wir uns einen Kolibri anschauen, würden wir über die Flugfähigkeiten dieses Vogels staunen. Er kann rückwärts, vorwärts, seitwärts, nach oben und nach unten fliegen, wie ein Hubschrauber senkrecht starten und in der Luft stehen bleiben. All das ist möglich.

Die Flügelschlagfrequenz beträgt 80 Hertz und ist damit um 60 Hertz höher als die Frequenz unseres Wechselstroms. Das sind gewaltige technische Leistungen, die durch diesen Vogelschlag ermöglicht werden.

Diese Erfindungen hat bisher kein Mensch nachbauen können.

Oder denken wir an eine ganz bestimmte Art von Fischen, die in zehntausend Metern Tiefe leben, in absoluter Dunkelheit, wo kein Sonnenstrahl mehr hinkommt. Dennoch finden sie sich dort unten, weil sie eigene Lampen haben. Diese Lampen sind am Körper verteilt und arbeiten mit hundertprozentiger Energieausbeute.

Alle unsere technischen Lampen, auch die schönen Strahler hier in der Stadthalle in Braunschweig, haben höchstens einen Wirkungsgrad von zehn Prozent. Das meiste der zugeführten Energie wird als Wärme abgestrahlt. Nur zehn Prozent beträgt die Lichtausbeute.

Anders bei diesen Fischen: Dort wird die gesamte zugeführte Energie in Licht umgesetzt.

Oder denken wir an die Photosynthese, einen äußerst wichtigen Prozess auf unserer Erde, von dem unser Leben grundlegend abhängt. Dabei wird Lichtenergie in chemische Energieträger umgewandelt.

Bisher gibt es keinen Verfahrenstechniker, keinen Chemiker und keinen Ingenieur auf der Welt, der diesen Prozess vollständig verstanden hat, geschweige denn, dass jemand in der Lage wäre, ihn nachzubauen.

Und doch findet dieser Prozess in jedem Grashalm statt. Das ist eigentlich ein Armutszeugnis für unsere Wissenschaft, dass wir das nicht fertigbringen und noch nicht einmal verstehen.

Wer irgendein Detail der Photosynthese erkennt und herausfindet, kann sicher sein, einen Nobelpreis dafür zu erhalten, weil es ein sehr schwieriger Prozess ist, der kaum zu verstehen ist.

Wir können aber sagen: Die Photosynthese ist eine geniale Erfindung.

Oder nehmen wir ein weiteres Beispiel: Wenn wir uns Menschen ansehen, dann ist die Erbsubstanz, die uns gegeben ist, so gestaltet, dass wir Informationen an die nächste Generation weitergeben können, aber auch von Zelle zu Zelle.

Diese Information ist in sogenannten DNS-Molekülen gespeichert. Das sind gewundene Moleküle, in denen die Information enthalten ist.

Im Genom des Menschen, in unserer Erbsubstanz, sind drei Milliarden genetische Buchstaben gespeichert. Damit ist beschrieben, wie wir konstruiert sind und wie wir gebaut sind. Alles ist festgelegt, auch bezüglich unserer Persönlichkeit.

Wollte jemand diese Buchstaben, die in jeder Zelle stehen, mit einer normalen Schreibmaschine schreiben, und wenn er sie in einer Zeile aneinanderreihen würde, dann würde diese Zeile vom Äquator bis zum Nordpol reichen.

In jeder kleinsten Zelle unseres Körpers ist diese Menge an Information enthalten.

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, wenn wir über dieses Material der genetischen Speicherung nachdenken.

Stellen wir uns vor, wir wollten aus dem Material eines Stecknadelkopfes einen DNS-Faden mit dem Durchmesser ziehen, der in jeder Zelle realisiert ist. Dann könnten wir aus diesem wenig Material einen DNS-Faden ziehen, der 33 Mal um die Erde herumreichen würde.

Das zeigt eine unglaubliche Dichte der Informationsspeicherung.

Ich habe weiter gerechnet, weil mich interessiert hat, wie viel Information wir auf dem Material speichern könnten, das im Volumen eines einzigen Stecknadelkopfes Platz hätte.

Wenn man das ausrechnet und in Taschenbücher umrechnet, könnten wir 15 Billionen solcher Taschenbücher in diesem DNS-Material speichern, das im Volumen eines Stecknadelkopfes Platz hat.

Anders ausgedrückt: Wenn wir die Bücher aufeinanderstapeln würden, wäre der Stapel 500 Mal so hoch wie die Entfernung von der Erde bis zum Mond.

Oder noch einmal anders ausgedrückt: Wir könnten jedem Bewohner der Erde 3000 Exemplare dieses Buches zur Verfügung stellen. Das hätte alles Platz im Volumen eines einzigen Stecknadelkopfes.

Wenn wir über diese genialen Konzepte nachdenken, die wir in der Schöpfung finden, dann können wir nur staunen über den, der sich das ausgedacht hat: den Schöpfer.

Die Idee der Evolution, dass diese Konzepte von alleine in der Materie entstanden sind, ist die größte Irrlehre des 20. Jahrhunderts. Es gibt keine größere Irrlehre, als zu glauben, die Materie bringe es fertig, solche Konzepte von alleine entstehen zu lassen.

Aus wissenschaftlichen Gründen ist das unmöglich, weil wir sehen, dass es geniale Konzepte sind, die wir hinter diesen Werken der Schöpfung erkennen.

Wenn wir dieses grundlegende Denken bewahren, kommen wir alle an den Punkt, zu sagen: Es ist ein genialer Schöpfer, der das erdacht, gemacht und geschaffen hat.

Dieses Wissen finden wir darum auch in allen Völkern der Natur. Es sind Menschen, die nie etwas von Wissenschaft gehört haben und irgendwo im Dschungel leben.

Ich kenne einen Missionar, der unter den Dumagat auf den Philippinen im Dschungel arbeitet. Dort war nie zuvor ein Weißer.

Ich fragte diesen Missionar, wie er diesen Menschen erklärt, dass es einen Schöpfer gibt, den sie gar nicht sehen. Vielleicht sei es für sie leichter, an einen Stein oder einen Baum als Gottheit zu glauben.

Er sagte: Das ist überhaupt kein Problem. Die Menschen denken über die Werke der Schöpfung nach und kommen durch Schlussfolgerung zu dem Ergebnis, dass es einen Schöpfer geben muss, der das alles gemacht hat.

Diese Denkfähigkeit haben sie alle. Sie sind auch nicht durch die Lehre der Evolution verführt. Sie wissen, dass es einen Schöpfer geben muss.

Er sagte mir, dass es dann eigentlich sehr einfach sei. Er erklärt ihnen den Gott der Bibel und sagt, dass dieser Gott mit den Menschen geredet hat. Er hat sich durch Abraham, Mose, die Propheten und viele andere Menschen, die ihn persönlich kennengelernt haben, bezeugt.

Dieser Gott ist den Menschen nahegekommen. Diese Menschen verstehen es, begreifen es und nehmen die Botschaft dankbar an.

Wenn wir all dies zusammenfassen, die Erfindungen, die wir eben kennengelernt haben, dann sind wir eindeutig zu einer zweiten Kategorie von Erfindungen gekommen: Erfindungen, die keineswegs von Menschen stammen. Das ist ganz eindeutig.

Diese Erfindungen sind göttlicher Art.

Damit haben wir zwei Kategorien von Erfindungen kennengelernt: menschliche Erfindungen und göttliche Erfindungen.

Die Vielfalt der Religionen als menschliche Erfindungen

Wir wollen weitermachen bei unserem Thema Erfindungen. Wir Menschen haben ein großes Problem, und ich habe es schon angedeutet: Wenn wir Menschen ein Problem haben, dann denken wir intensiv darüber nach und suchen eine Lösung.

Ein grundlegendes Problem der Menschheit ist im Neuen Testament beschrieben, im Römerbrief Kapitel 2, Verse 14-15. Dort heißt es: "Denn die Heiden beweisen, das Gesetzeswerk sei geschrieben in ihrem Herzen, da ja ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen."

Der Schöpfer hat uns allen ein Gewissen mitgegeben. Dieses Gewissen klagt uns an oder entschuldigt uns wegen unserer Schuld gegenüber dem Schöpfer. Dieses Wissen haben wir alle. Das lässt sich in jedem Stamm nachweisen, der auf dieser Erde lebt.

Die Menschen überlegen: Was kann ich eigentlich tun, um dieses Gewissen zu beruhigen, um mit dem Schöpfer in Ordnung zu kommen? Nun setzt die Erfindungstätigkeit des Menschen ein, und der Mensch hat die Religionen erfunden. Es gibt nicht nur eine Religion, sondern Tausende von Religionen auf dieser Erde. Man muss nur zu einem anderen Volk oder Stamm kommen, und man wird dort eine völlig andere Religion kennenlernen.

Wenn wir die Religionen einmal klassifizieren und ihre Kennzeichen kennenlernen wollen, so sind es drei Punkte, die wir nennen können. Erstens haben wir es mit Gegenständen zu tun. Das ist das Kennzeichen aller Religionen. Zweitens gibt es Vorschriften, die innerhalb dieser Religion erlassen werden. Drittens gibt es Menschen, die diese Vorschriften erlassen haben oder die Gründer dieser Religionen sind – oder die Medizinmänner oder wie auch immer diese bedeutenden Personen genannt werden.

Das möchte ich an einigen Beispielen deutlich machen. In Japan hat man im Namen der Religion das größte Holzgebäude der Welt errichtet. Der Tōdaiji-Tempel in Nara ist das größte und gleichzeitig älteste Holzgebäude der Welt, errichtet im Namen der Religion.

Ich bin selbst einmal dort gewesen, habe es in Augenschein genommen und konnte nur staunen. Dort steht die größte Bronzestatue der Welt, die je gegossen worden ist. Sie ist 16,2 Meter hoch, und 437 Tonnen Bronze sind darin verarbeitet worden.

In Japan gibt es nicht nur den Buddhismus, sondern auch den Shintoismus. Man kann die beiden Religionen sehr deutlich an den Tempeln unterscheiden. Die Shinto-Tempel sind von ihrer Struktur her in Rot gestaltet und mit roter Farbe versehen. Man kann sie sofort von den buddhistischen Tempeln unterscheiden.

Wenn man nun nachschaut, wie viele Menschen in Japan dem Buddhismus und wie viele dem Shintoismus folgen, kommt man auf folgende Zahlen: Millionen im Shintoismus. Addiert man diese beiden Zahlen, kommt man auf 176 Millionen. Die Einwohnerzahl Japans beträgt aber nur 144 Millionen. Wie kommt das?

Die Leute sagen, es sei gut, wenn man zu zwei Religionen gehört. Tut es die eine nicht, tut es die andere vielleicht. So sind sie auf der sicheren Seite. Das beruht vielleicht darauf, dass das Gewissen dann in ganz besonderer Weise beruhigt wird.

Wir sehen auch, wie intensiv die Menschen diese Religion betreiben. An vielen Stellen der Städte sind Krüge aufgestellt, die mit Sand gefüllt sind. Dort kann man Räucherstäbchen reinstellen. Es gibt ganz bestimmte Vorschriften, die eingehalten werden müssen, und man kann dort seine Gebete verrichten.

Wir sehen, es gibt viele Vorschriften, die im Namen der Religionen erlassen werden.

Kommen wir in andere Länder, finden wir andere Religionen. In Indien zum Beispiel gibt es den Hinduismus. Von den 600 Millionen Indern folgen 500 Millionen dem Hinduismus.

Im Hinduismus kennt man viele Götter, Dämonen und Geister, die verehrt werden – Tausende sind es. In dieser Religion glaubt man, dass man nach dem Tod noch einmal geboren wird, vielleicht als Tier oder wieder als Mensch. All das ist möglich nach dieser Auffassung.

Aus diesem Grund darf keine Fliege oder sonst ein Tier getötet werden, denn es könnte ja die Großmutter sein, die man auf diese Weise erschlägt. Deshalb ist das in dieser Religion nicht erlaubt.

Ich hatte ein Gespräch mit einem Missionar, der in Indien gearbeitet hat. Er erzählte mir, dass ihm aufgefallen sei, wie viele arme Leute in den Großstädten Indiens auf den Verkehrsinseln schlafen.

Ich dachte, das sei eine merkwürdige Sache. Dort, wo des Nachts noch der Verkehr rollt, wo es laut ist und die Autoabgase konzentriert sind, legen sich die Leute zum Schlafen hin. Man sollte doch wahrlich einen besseren Ort zum Schlafen aussuchen.

Er erklärte mir die einfache Lösung: Die Leute gehen mit ihren Babys auf die Verkehrsinseln, weil sie dort sicher vor Ratten sind. In Indien darf keine Ratte getötet werden. Aus diesem Grund gibt es in Indien achtmal mehr Ratten als Menschen.

Diese Ratten haben einen unbändigen Hunger. Der Missionar berichtete, er habe viele Kinder gesehen, denen die Gliedmaßen von Ratten abgefressen waren. Wenn sie draußen schliefen, kamen die Ratten und fraßen ihnen die Finger oder anderes ab.

So gehen die Menschen dorthin, um Ruhe vor den Ratten zu haben. Ratten dürfen nicht getötet werden.

Ich war erstaunt, als ich hörte, welches Land den größten Viehbestand hat. Ich hatte immer gedacht, es sei Argentinien, mit seinen großen Pampas, wo Tausende von Rindern gehalten werden. Das stimmt nicht.

Den größten Rinderbestand der Erde hat Indien. Dreißig Millionen Rinder leben in diesem Land. Auch diese Rinder dürfen nicht getötet werden.

Das Hungerproblem wäre sofort gelöst, wenn man diese Tiere schlachten würde. Im Namen des Hinduismus ist das jedoch verboten.

Gehen wir noch in ein anderes Land, nach Kamerun. Von Nordkamerun habe ich gehört, dass es dort eine Religion gibt, in der es üblich ist, kleine Kinder mit heißem, ja sogar kochendem Wasser zu tränken, wenn sie Durst haben.

Die Kinder werden festgehalten, und das heiße Wasser wird ihnen in den Mund gegossen, weil man glaubt, dass auf diese Weise die Geister beruhigt werden.

Man kann sich vorstellen, wie viele der kleinen Kinder das wohl überleben. Aber es wird im Namen der Religion getan.

Wir sehen, es gibt sehr, sehr unterschiedliche Religionen und sehr, sehr viele Religionen. Manche sind sehr grausam, manche weniger – es ist sehr unterschiedlich.

Aber eines können wir festhalten: Obwohl diese Religionen von Gott sein könnten, halten wir fest, dass keine der Religionen von Gott ist. Alle Religionen sind von Menschen erfunden.

Im Laufe der Zeit, als die Menschen nachgedacht haben, wurde eine Tradition entwickelt. Dann kam immer wieder etwas dazu, und so sind die Religionen entstanden.

Die Wirkung der Religionen und die Notwendigkeit des Evangeliums

Wenn wir nun unsere bisherigen Überlegungen zusammenfassen, haben wir inzwischen drei verschiedene Arten von Erfindungen kennengelernt. Zwei davon lassen sich in Rubriken einteilen: menschliche und göttliche Erfindungen.

Zu den menschlichen Erfindungen gehören alle technischen Geräte und alle Dinge, die Menschen sich ausgedacht haben. Dazu zählen auch alle Religionen, Philosophien und Ideologien. Alle diese Gedankensysteme sind von Menschen erfunden.

Wenn man die Frage stellt, welche Wirkung diese Religionen bei Gott, dem lebendigen Gott, haben, können wir das nur mit einer technischen Beschreibung vergleichen – ähnlich dem Perpetuum mobile, das wir vorhin kennengelernt haben. Es ist unmöglich, dass eine Maschine von selbst läuft oder von selbst Energie erzeugt. Und genauso verhält es sich mit den Religionen: Es ist unmöglich, mit Hilfe von Religionen zu Gott zu gelangen.

Diese Frage bewegt viele Menschen sehr und ist eine der häufigsten, die mir in Gesprächen begegnet: Was ist mit den anderen Religionen? Diese Frage berührt uns tief, weil wir darüber nachdenken.

Zu diesem Erfindungsreichtum der Menschen gehört auch ein Bild, wie sie sich die Religionen vorstellen. Dabei haben sie folgende Idee entwickelt: Man soll sich das so vorstellen, dass Gott ganz oben auf einem großen Berg wohnt. Die Religionen versuchen, vom Fuß des Berges hinaufzusteigen, um zu Gott zu gelangen.

Die einen versuchen es mit dem Buddhismus und steigen vielleicht an der Nordseite des Berges hoch. Andere sagen, das sei der falsche Weg, und vertreten den Islam, der an der Südseite des Berges hinaufführt. Wieder andere nennen ihre Religion, etwa die der Indianer, und steigen an einer ganz anderen Seite hinauf. Aber alle versuchen, den Berg zu erklimmen – alle wollen zu Gott.

Dieser Gedanke ist einzig und allein daran richtig, dass sie auf der Suche nach Gott sind. Doch es ist so: Niemand, kein Mensch kann diesen Berg besteigen, auf dem Gott wohnt. Die Kluft zwischen Gott und Mensch ist durch die Sünde des Menschen so groß, dass niemand aus eigener Kraft zu Gott gelangen kann. Es ist unmöglich.

Selbst wenn wir die beste Religion hätten, würden wir damit nicht zu Gott kommen. Als ich in Japan war, hatte ich ein Gespräch mit einem Wissenschaftler. Er erzählte mir: „Wissen Sie, wir Japaner haben die beste Religion, die es gibt.“ Ich gab ihm sogar Recht und sagte: „Das kann sein, dass Sie die beste Religion haben. Es gibt ja sehr viele Religionen. Aber wir brauchen den Weg zu Gott, und den schaffen Sie mit keiner Religion.“ Wir führten ein sehr gutes, langes Gespräch über den Weg, wie man zu Gott kommen kann.

Halten wir fest: Keine Religion kann uns zu Gott führen – ohne Ausnahme, keine einzige. Alle Religionen haben zwar das Kernproblem des Menschen erkannt, nämlich die Trennung des Menschen von Gott. Diese Erkenntnis ist da.

Wir wollen nun hören, welche Aussage der lebendige Gott bezüglich der Religionen, also aller Religionen, die Menschen erfunden haben, macht. Die Bibel nennt alle Religionen Götzendienst, Abgötterei und Zauberei.

Die Bibel verwendet oft Bilder, um uns das deutlich zu machen. Die gute Beziehung eines Menschen zu dem lebendigen Gott, zu Jesus Christus, wird mit einer gut funktionierenden Ehe verglichen. In dieser Ehe ist das Verhältnis gut aufeinander abgestimmt, einer achtet auf den anderen, und man spürt die Harmonie.

Dieses Bild verwendet die Bibel, um uns zu zeigen, wie das Verhältnis zu dem lebendigen Gott sein soll. Das Gegenbild zur Ehe ist das Bild der Hure, des Ehebruchs. Es ist das Gegenbild, mit dem die Bibel das Verhältnis des Menschen zu den Religionen beschreibt.

Das ganze Alte Testament ist voll davon. Es kündigt immer wieder den Kampf gegen alle Religionen an, die Menschen erfunden haben.

Wir können nun die Frage stellen: Führen die Religionen letztlich doch alle zu Gott, führen sie doch in die Ewigkeit zu dem lebendigen Gott hin? Die Antwort gibt uns Gott selbst.

Hören wir einige Aussagen aus der Bibel zu diesem Thema. In 1. Korinther 6,9-10 lesen wir: „Wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht erben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder die Unzüchtigen noch die Götzendiener noch die Ehebrecher werden das Reich Gottes erben.“ Hier werden die Götzendiener und auch die Ehebrecher genannt. Auch Ehebrecher werden das Reich Gottes nicht sehen.

Wenn heute jemand aus dieser Kategorie unter uns ist, sollte er sofort umkehren, diese Sache bereinigen und sich Gott zuwenden.

Und wenn jemand Anhänger irgendeiner Religion ist, dann gilt der Ruf: Kommt heraus aus eurer Religion und kommt zu dem lebendigen Gott, zu dem ihr berufen seid.

Oder in Galater 5,19-21 lesen wir: „Offenbar sind die Werke des Fleisches Götzendienst, Zauberei. Die, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“

Nehmen wir noch einen Vers aus der Offenbarung, Kapitel 22, Vers 15: „Draußen sind die Zauberer und die Götzendiener. Sie werden nicht hineingehen in das Reich Gottes.“

Das ist die klare Aussage Gottes. Und weil das so ist, weil uns nichts retten kann – keine Erfindung des Menschen –, hat Gott selbst eine Erfindung gemacht.

Das Evangelium als göttliche Erfindung und Rettungsweg

Warum macht Gott eine Erfindung für uns? Der einzige Grund, warum Gott etwas für uns erfunden hat, liegt allein in seiner Liebe begründet. Wir sind alle von Gott abgekommen, wir sind alle in die Irre gegangen. Aber Gott liebt uns. Die Barmherzigkeit Gottes ist so groß, dass er für die gesamte Menschheit eine Erfindung gemacht hat.

Diese Erfindung, die wir jetzt kennenlernen wollen, ist die bedeutendste Erfindung, die je gemacht wurde. Es gibt keine größere Erfindung als diese – unabhängig davon, dass wir sie unter den vielen Patenten im Deutschen Patentamt gar nicht finden. Auch die Werke des Schöpfers sind ja nicht im Patentamt angemeldet. Dennoch möchte ich dieses Patent als Patent bezeichnen. Dieses Patent Gottes sollten wir sehr genau kennenlernen: Es ist das Evangelium von Jesus Christus.

Das ist, so möchte ich es einmal sagen, die Supererfindung Gottes. Mit Hilfe des Evangeliums können wir alle Zugang zum Reich Gottes bekommen. Und wenn wir die größten Sünder sind – sei es in Braunschweig oder in der Umgebung, wer auch immer wir sein mögen – die Gnade durch das Evangelium ist so groß, dass wir gerettet werden können. Darüber freue ich mich, dass ich eine solche Botschaft allen Menschen verkündigen darf.

Es ist niemand heute hier in der Stadthalle, den Gott nicht liebt. Es ist niemand da in dieser Stadthalle, für den diese Erfindung keine Gültigkeit hätte. Wir müssen diese Erfindung nur für uns in Anspruch nehmen. Die beste technische Erfindung hilft mir nichts, wenn ich sie nicht nutze, wenn ich sie nicht anwende. Dann ist sie nur eine Erfindung, die beim Patentamt registriert ist, und andere nutzen sie.

Ich muss dieses Patent selbst ausnutzen, dann habe ich etwas davon. So ist es auch mit dem Patent des Evangeliums von Jesus Christus. Das muss ich selbst anwenden, selbst annehmen und mit diesem Evangelium leben. Dann habe ich die Verheißung, dass ich das ewige Leben erreichen werde. Und zwar erreicht man das ewige Leben nur mit Hilfe des Evangeliums. Niemand kann aus eigener Kraft zu Gott kommen.

Die Kluft zwischen dem heiligen Gott und dem sündigen Menschen ist so groß, dass niemand sie überbrücken kann. Aber das Evangelium von Jesus Christus überbrückt diese Kluft. Es ist die Brücke, die Gott selbst gebaut hat.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Warum musste Gott eigentlich diese Erfindung machen? Wozu eine Erfindung? Das hängt damit zusammen, das müssen wir genau diagnostizieren. Die Bibel sagt uns, wie und warum dieses Evangelium notwendig war. Gott stellt sich uns als Arzt vor, er untersucht uns Menschen, stellt eine Diagnose und stellt fest: Wir sind todkrank – alle ohne Ausnahme, egal wie wir heißen. Ob wir Werner Gitt heißen, Hans Müller, Klaus Joachim von der Superheide oder wie auch immer – alle Menschen fallen unter diese Diagnose Gottes, alle ohne Ausnahme.

Hören wir uns diese Diagnose Gottes an, was Gott zu uns sagt, wer wir sind, was das Ergebnis der Untersuchung ist. Gott sagt uns die Wahrheit. Er hat uns ja konstruiert und weiß genau, wie es mit uns bestellt ist. Schon im Alten Testament beginnt diese Beschreibung des Menschen.

In 1. Mose 8,21 lesen wir: "Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf." Von Jugend auf ist das unser Wesen.

Oder in 1. Könige 8,46: "Denn es ist kein Mensch, der nicht sündigt."

Oder in Esra 9,15: "Siehe, wir sind vor dir in unserer Schuld, denn um deinetwillen ist nicht zu bestehen vor dir."

Oder in Hiob 14,4: "Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen, auch nicht einer."

Oder in Psalm 14,3: "Aber sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig, da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer."

Oder in Psalm 143,2: "Vor dir ist kein Lebendiger gerecht."

Oder in Jesaja 1,5-6 wird es ganz deutlich, da können wir begreifen, worum es wirklich geht: "Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt, von der Fußsohle bis aufs Haupt ist nichts Gesundes an ihm."

So todkrank sind wir Menschen vor dem lebendigen Gott.

Wenn jemand todkrank ist, was braucht er dann? Ja, Medizin. Stellen wir uns vor, wir haben eine ganz schlimme, tödliche Krankheit. Da kommt jemand und sagt: "Ich habe eine tolle Idee, da hilft ein guter Kamelentee." Ich persönlich trinke sehr gerne Kamelentee und finde ihn lecker. Aber ich würde ihn nicht einnehmen, wenn ich eine todkranke Krankheit hätte, eine Krankheit, die zum Tod führt. Dann würde ich fragen: "Welche Mittel gibt es denn, die mir helfen können?"

So ist es hier auch. Wenn jemand eine Blinddarmentzündung hat und zum Arzt geht, und der Arzt ihm sagt, dass dies der Fall ist, und der Betreffende sagt: "Stimmt nicht, das glaube ich nicht, das kann bei mir gar nicht sein, ich hatte noch nie eine Blinddarmentzündung in meinem Leben, ich gehe wieder nach Hause." Wenn er dann nach Hause geht, massiert seine Frau den Bauch, und er sagt: "Das hat immer geklappt, diesmal nicht." Die Krankheit führt zum Tod, wenn keine Operation erfolgt.

Genau das sagt uns Gott: Unsere Krankheit ist so tief und so schlimm, dass sie zum ewigen Tod führt. Das ist die Diagnose Gottes für uns alle, unabhängig davon, wer wir sind, ob wir vielleicht fromm oder unfromm sind.

Es gibt sehr viel Frömmigkeit, die nichts anderes ist als Religion, und hat mit dem Evangelium nichts zu tun. Ich habe einmal gehört, dass jemand 50 Vaterunser beten sollte, weil er irgendeine Sache verbrochen hatte. Ich finde, das ist die schlimmste Religion. Wer so etwas verschreibt, missbraucht das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, als Strafe. Das ist unmöglich. Das ist Religion in Reinkultur und hat absolut nichts mit dem Evangelium zu tun. Das wollen wir ganz deutlich herausstellen.

Das ist alles Religion. Sehr viel Religion tritt in frommem Gewand auf, ist aber dennoch Religion. Alle Sekten betreiben in sehr starkem Maße Religion. Das hat mit dem Evangelium nichts zu tun. Wir dürfen das nicht verwechseln. Das Evangelium ist etwas ganz anderes.

Aber wenn wir zunächst einmal begreifen könnten, dass wir alle todkrank sind und uns nicht irgendwo zurückziehen in unser Schneckenhaus – vielleicht sogar in ein frommes Schneckenhaus – die Bibel sagt, wir müssen uns alle bekehren. Und wenn wir noch so fromm wären, müssten wir uns dennoch bekehren. Auch die fromme Frau Lydia hat sich bekehrt. Sie war sogar gottesfürchtig, und zwar echt gottesfürchtig, und doch hat sie sich bekehrt, als sie das Evangelium hörte.

Das Evangelium, das Gott für uns erfunden hat, ist ein Rettungsweg, der mit absoluter Sicherheit ins Reich Gottes führt – mit einer Gewissheit, die wir Menschen kaum beschreiben können. So gewiss ist das Evangelium, weil es von Gott erfunden ist.

Die Bibel sagt uns, es gibt keinen anderen Weg in das Himmelreich als nur durch das Evangelium. Hören wir einige dieser Aussagen, die uns das ganz deutlich sagen:

In Apostelgeschichte 4,12 heißt es: "In keinem anderen ist das Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden." Nichts, kein Name, nichts ist möglich, nur der Name Jesu allein.

Oder in 1. Johannes 5,12: "Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."

Wir merken, das geht bei Gott immer binär: Entweder so oder so, entweder gehören wir zur einen Seite oder zur anderen. Es ist schlimm, wenn wir in unseren Tagen vieles fromm verwischen und alles gleich machen.

Die Welt ist nicht gleich. Gott teilt die Menschheit ganz klar in zwei Bereiche ein: Menschen, die den Sohn Gottes haben, und solche, die den Sohn Gottes nicht haben. Wer den Sohn Gottes hat, hat ewiges Leben – mit großer Gewissheit. Er darf wissen: Ich habe ewiges Leben. Und wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat dieses ewige Leben nicht. Er ist am Ende der Tage verloren.

Darum rufen wir in diesen Tagen: Kehre um von deinem alten Weg und kehre hin zu Jesus Christus! Bekehr dich zu Jesus, komm in die Aussprache, mache dein Leben fest bei Jesus. Dann erfährst du das Heil in diesem Herrn, dann erfährst du die Wirkung des Evangeliums, die rettende Kraft des Evangeliums.

Diese rettende Kraft des Evangeliums ist so groß, dass jeder heute Abend gerettet werden kann. Ich freue mich, dass an jedem Abend Menschen das begreifen, die das festmachen und frohen Herzens nach Hause gehen.

Manchmal kommt jemand zur Aussprache und sagt: "Ja, ich weiß gar nicht, wie das geht und wie ich das mache." Ich sage: "Alles wird hier erklärt, Punkt für Punkt, wir gehen Schritt für Schritt durch." Am Ende sehe ich, wie die Gesichter strahlen, wie deutlich wird, dass die Erfindung des Evangeliums von Gott Wirkung zeigt, den Menschen verändert und ewiges Leben gibt.

Darum sagt der Apostel Paulus auch im 1. Korinther 3,11: "Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." Alle anderen Gründe, die wir in dieser Welt legen, sind Gründe der Vergeblichkeit. Sie haben am Ende der Tage keinerlei Bedeutung, völlig ohne Belang.

Denn keine Religion kann retten. Darum hat Jesus auch gesagt: "Geht hinaus und verkündigt dieses Evangelium allen Menschen, aller Kreatur."

Es ist doch eine ganz einfache Logik: Wenn es eine Religion unter den tausend Religionen gäbe, hätte Jesus es sehr einfach machen können. Er hätte sagen können: "Geht alle nach Indien oder noch weiter nach Japan oder vielleicht auch nicht so weit bis nach Ägypten oder sonstwo und nehmt die Religion dieser Leute an. Wenn ihr diese Religion annehmt, seid ihr gerettet, dann kommt ihr in den Himmel."

Das hat Jesus aber nicht gesagt. Er hat gesagt: "Geht hin und verkündigt allen diese eine Botschaft des Heils."

Ich freue mich, dass diese Botschaft so einzigartig und so eindeutig ist. Darum können wir diese Botschaft auch so klar weitersagen, so klar, dass es jeder verstehen kann. Er braucht sich nur auf dieses Evangelium von Jesus Christus zu konzentrieren. Eine ganz einfache Sache eigentlich.

Darum ruft uns Gott auch einfach zu ihm hin, indem wir zu seinem Namen, zu dem Namen Jesu Christi Ja sagen. Wer den Namen des Herrn Jesus anruft, der soll gerettet werden – eine wunderbare Sache.

Das ist die Wirkungskraft des Evangeliums. Wer den Herrn Jesus Christus mit seinem ganzen Herzen annimmt und ihm folgen will, bei dem ist das Evangelium von Jesus zum Zuge gekommen.

Wir müssen eines bedenken: Unser Grundzustand ist der Grundzustand der Verlorenheit. Wir gehen nicht irgendwie verloren durch irgendwelche Dinge, sondern wir befinden uns alle von Natur aus auf dem breiten Pfad der Verlorenheit. Da brauchen wir gar nichts zu tun, da sind wir einfach drauf, das sagt uns die Bibel.

Wir müssen deutlich von diesem Weg abzweigen. Dieser Weg ist schmaler als der breite Weg, viel, viel schmaler. Darum heißt er auch so, weil viel, viel weniger Menschen diesen Weg suchen.

Die meisten Menschen suchen den eigenen Weg, den eigenen Weg der Religion. Man kann sich auch eine Privatreligion machen. Ich habe viele Leute kennengelernt, die sich eine ganz eigene, spezielle Privatreligion zurechtgeschustert haben. Sie sagen: "Wenn ich dies und jenes tue, dann wird Gott das sehen, er wird das anerkennen. Was wollen sie eigentlich mit dem Evangelium? Das wird Gott schon sehen."

So klein ist Gott nicht. Gott ist viel, viel größer. Er wird sich nicht irren. Gott hat sich festgelegt. Wenn Gott etwas sagt, dann ist das wahr, und dann gilt das. Wir können nur das eine tun: dieses Annehmen und ihm folgen.

Denn Gott meint es wirklich gut mit uns. Gott hätte auch sagen können: "Weißt du, du lieber Mensch, du bist todkrank, du bist unheilbar krank, aber nun sieh zu, wie du fertig wirst damit." Das tut Gott nicht.

Gott hat alles daran gesetzt, dieses Evangelium für uns zu erwirken. Der Preis für dieses Evangelium war sehr, sehr hoch. Es war nicht ein Klumpen Gold. Den hätte Gott sofort erschaffen können, hätte sagen können: "Es werde," und es wäre da gewesen. Ein Klumpen Gold hätte die Sünde nicht vergeben können.

Das ging nicht. Der Preis für die Sünde war das Leben des Sohnes Gottes. Jesus musste am Kreuz verbluten, sein eigenes Leben hingeben, damit wir frei ausgehen können.

Es ist der größte Preis, der je gezahlt wurde: Gott selbst musste für unsere Sünde verbluten. Er hat es wirklich getan, und daran sehen wir, wie groß die Liebe Gottes ist. Wer tut das für uns, wer geht für uns in den Tod? Niemand. Das tut nur Gott selbst. Aber er hat es getan, und darum ruft er uns, damit wir frei werden können.

Ich hielt einmal einen Vortrag in einem Gymnasium. Ich sprach über das Thema Schöpfung, ein Thema, das mich als Naturwissenschaftler besonders interessiert. Am Ende stellte ein Mädchen eine Frage: "Sagen Sie mal, ich habe eine ganz andere Frage, Sie haben gar nicht darüber gesprochen. Können Sie mir naturwissenschaftlich beweisen, dass es eine Hölle gibt?"

Ich dachte, das sei eine merkwürdige Frage. Wie kommt das Mädchen darauf? Ich sagte ihr: "Naturwissenschaftlich kann ich das nicht beweisen. Aber an einer Stelle kann ich Ihnen zeigen, dass es diesen Ort der Verlorenheit gibt." Den können Sie nämlich am Kreuz von Golgatha ablesen.

Dort starb der Sohn Gottes um unserer Sünde willen. Er starb dort, um uns vor der Hölle zu erretten. Das war der einzige Grund für Golgatha, nichts anderes. Es war kein Spektakel für die Weltgeschichte, sondern ein ernstes Ereignis, ein Ereignis der Liebe Gottes, um alles zu setzen, damit wir nicht an jenen schrecklichen Ort kommen.

Das war der Grund. Das hat Gott getan durch seinen Sohn Jesus. Darum können wir jetzt von der breiten Straße abzweigen. Jeder ist eingeladen, den Weg der eigenen Religion, des eigenen Denkens, der eigenen Philosophie, der eigenen Ideologie, der eigenen Gedankensysteme zu verlassen und sich dem Herrn Jesus Christus zuzuwenden.

Wir werden frei sein. Wer hier und heute den Herrn Jesus Christus annimmt, geht heute als Kind Gottes nach Hause. Und er darf, wenn er nach Hause kommt, schon hier zu dem Schöpfer Himmels und der Erde Papa sagen. Er kann sagen: "Du mein lieber Papa." So steht es in der Bibel, im Aramäischen. Lieber Vater dürfen wir sagen, wenn wir Jesus Christus angenommen haben und dieses Evangelium für uns persönlich in Anspruch nehmen.

Dann gilt uns diese Botschaft. Das gilt für jeden in dieser Halle, vielleicht auch für den einen oder anderen im Chor, der das noch nicht hundertprozentig festgemacht hat.

Neulich hatte ich eine Veranstaltung im Zelt und sagte das auch so vom Evangelium. Ich drehte mich zum Chor und sagte: "Das gilt auch für den Chor." Danach kam eine Frau aus dem Chor zur Aussprache und sagte: "Ich möchte auch dieses Evangelium von Jesus Christus annehmen. Wissen Sie, hier neben mir sitzt mein Mann, den habe ich mitgebracht. Er ist Moslem und hatte noch einige Fragen." Wir haben die Fragen geklärt, und er sagte: "Ich möchte das auch annehmen."

Diese Menschen haben mir hinterher mehrmals geschrieben. Sie sind so froh geworden durch das Evangelium. Eine Veränderung ist gekommen: Sie sind von der Religion abgesprungen und zum Evangelium, zu Jesus Christus hin.

Das ist möglich. Jesus ruft jeden, egal, wer wir sind, ob fromm oder nicht fromm, ob großer Sünder oder kleiner Sünder, wie wir uns auch einschätzen. Gott ruft jeden.

Wenn jemand unter uns ist, der nicht die absolute Gewissheit hat, dass er, wenn er heute Nacht sterben würde, beim Herrn Jesus wäre, dann hat er sich noch nicht bekehrt. Er ist eingeladen zum Gespräch, soll heute kommen, sich heute entscheiden und frohen Herzens nach Hause gehen.

Heute stehen Ewigkeiten auf dem Spiel – in der Entscheidung, die du triffst. Triff eine gute Entscheidung für deine Zukunft.

Ich habe eine Schrift von der Bundesbahn gefunden – nicht, weil ich ein großer Anhänger der Bundesbahn bin, obwohl ich lieber mit der Bundesbahn fahre als mit dem Auto. Ich habe die Schrift sofort mitgenommen, denn ich denke, sie kann nützlich sein, wenn du das Evangelium verkündigst.

Auf der Schrift ist ein Zug abgebildet, und oben steht: "Die Weichen für die Zukunft stellen." Genau das ist das Thema von heute Abend: Stelle die Weichen für dein Leben, für deine Zukunft heute Abend!

Was du heute stellst in deinen Weichen des Lebens, hat Ewigkeitsbedeutung. Du bist eingeladen, dieses Evangelium, diese Erfindung Gottes, heute für dich in Anspruch zu nehmen.

Jesus ruft dich ganz persönlich: Geh nicht vorüber an diesem Angebot des Herrn Jesus!

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