Zum Inhalt

Herrschen oder dienen? – Teil 5

Jesu Leben und Lehre, Teil 656/673
17.12.2025Matthäus 20,26-28
SERIE - Teil 656 / 673Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Dienst und Größe im Reich Gottes

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 656: Herrschen oder Dienen? Teil 5.

Jesus spricht mit seinen Jüngern über das Thema „Wer ist groß im Reich Gottes?“ Dabei macht er deutlich, dass Größe im Reich Gottes mit Dienst verbunden ist. Groß ist derjenige, der sich hingibt, um anderen zu dienen.

Jesus möchte, dass seine Jünger dies verstehen und seinem Vorbild folgen.

 Matthäus 20,26-28: „Unter euch wird es nicht so sein. Wenn jemand unter euch groß werden will, wird er euer Diener sein. Und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein. So ist es auch mit dem Sohn des Menschen: Er ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“

Warnung vor falschem Führungsstil in der Gemeinde

Bevor wir weitermachen, möchte ich jemanden vorstellen, der zeigt, wie man als Christ nicht leben sollte und vor allem nicht in der Gemeinde leiten darf.

In 3. Johannes 1, Verse 9 und 10 steht: Ich habe der Gemeinde etwas geschrieben, aber Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an. Deshalb, wenn ich komme, will ich seine Werke in Erinnerung bringen, die er tut, indem er mit bösen Worten gegen uns schwatzt. Er begnügt sich damit nicht, sondern nimmt selbst die Brüder nicht an und wehrt auch diejenigen ab, die es wollen. Außerdem stößt er sie aus der Gemeinde.

Hier haben wir jemanden, der in der Gemeinde gern der Erste sein will. Wie gesagt, daran ist an sich noch nichts Schlimmes. Wir dürfen uns nach Verantwortung und Einfluss im Reich Gottes ausstrecken. Nur muss sich unser Ehrgeiz mit Selbstverleugnung, Demut, Opferbereitschaft und einem dienenden Herzen verbinden.

Wo das nicht der Fall ist, also immer dann, wenn Gemeinde Gottes für mich zu einer Bühne wird, auf der ich mich selbst darstelle oder selbst verwirkliche, oder wenn ich denke, Religion sei ein Mittel, um Geld zu machen, dann biege ich gedanklich völlig falsch ab.

Diotrephes ist so einer, der nicht dient, sondern schlecht über die Apostel redet. Er schafft sich in der Gemeinde sein eigenes kleines Reich, in dem er herrscht – nicht Jesus.

Diotrephes ist ein Machtmensch, der darüber bestimmt, wer wie viel Einfluss bekommt. Und wehe, irgendjemand stellt sich gegen ihn! Der oder die fliegt sofort aus der Gemeinde. Warum? Weil Diotrephes eigentlich nur sich selbst dient.

Ich stelle euch diesen Mann vor, weil es solche Machtmenschen heute noch in der Gemeinde gibt. Man erkennt sie daran, dass sie schlecht über andere Christen reden, verbissen darum kämpfen, ihren Einfluss in der Gemeinde nicht zu verlieren, und bereit sind, Gemeindezucht gegen jeden zu praktizieren, der ihnen und ihrem Führungsstil gefährlich werden könnte.

Natürlich spielt bei der Beurteilung vermeintlicher Sünde das Wort Gottes dann so gut wie keine Rolle mehr.

Jesu Vorbild des dienenden Lebens

Was möchte der Herr Jesus? Er will, dass wir uns an ihm ein Vorbild nehmen. Er selbst möchte mit seinem Wesen in uns Gestalt gewinnen. Er war es, der sich für uns hingegeben hat, und er wünscht sich, dass wir es ihm gleich tun und unser Leben für die Geschwister hingeben.

 1. Johannes 3,16-18: Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass Jesus für uns sein Leben hingegeben hat. Auch wir sind verpflichtet, für die Brüder das Leben hinzugeben. Wer aber irdischen Besitz hat und sieht, dass sein Bruder Mangel leidet, und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!

Ein schöner Slogan lautet: Lasst uns lieben in Tat und Wahrheit!

Eigennutz fängt nämlich nicht dort an, wo ich wie ein Diotrephes eine Gemeinde zu meiner Gemeinde mache und sie ausbeute. Eigennutz beginnt dort, wo ich meinen Geschwistern aus Bequemlichkeit und Desinteresse nicht helfe, obwohl ich die Mittel dazu habe und eigentlich auch weiß, was Gott von mir will.

Und Eigennutz beginnt natürlich auch dort, wo meine Fürbitte für die Geschwister zu wünschen übrig lässt. Denn lange bevor ich meinen Geschwistern meinen Geldbeutel öffne, darf ich für sie flehen und vor Gott für sie eintreten.

Die Gefahr von Passivität und die Aufforderung zum Dienst

Weil Jesus davon spricht, was es braucht, um groß oder der Erste zu werden, sollten wir darauf achten, dass sich kein falscher Gedanke einschleicht.

Dieser Gedanke lautet oft: Schön, wenn andere so ehrgeizig sind, aber ich selbst möchte gar nicht groß herauskommen. Das klingt vielleicht bescheiden, entspricht aber nicht dem Wunsch Jesu an uns.

Wenn ich aus Angst, vor Verantwortung oder aus Bequemlichkeit den Dienst an meinen Geschwistern vermeide, dann habe ich den Wert der Liebe für das Reich Gottes nicht verstanden. In diesem Fall bin ich nicht besser als Deotrephes, nur leiser. Passivität ist keine Tugend. Sie ist oft nur die fromme Verpackung für Egoismus.

 Markus 10,45: Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.

Die Bedeutung des Messias-Titels „Sohn des Menschen“ und das Lösegeld

Mit „Sohn des Menschen“ verwendet Jesus einen Messias-Titel aus Daniel 7. Dort wird eine Person beschrieben, die mit den Wolken des Himmels zu dem Alten an Tagen kommt, um Herrschaft, Ehre und ein Königtum zu empfangen.

Nun zum Argument: Wenn auch der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, wie viel mehr sollte diese Einstellung dann für uns normal sein, die wir keine ewige Herrschaft empfangen haben?

Wie dient der Messias? Er dient uns, indem er sein Leben als Lösegeld gibt.

In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird der Begriff Lösegeld auf verschiedene Weise verwendet. Er bezeichnet zum Beispiel das Sühnegeld, mit dem ein Verbrecher sein Leben auslösen konnte. Der Begriff steht aber auch für den Betrag, der nötig war, um Land zurückzukaufen, oder für das Lösegeld, mit dem die Erstgeborenen ausgelöst wurden.

Betrachten wir die Zeit Jesu: Dort bezeichnet der Begriff Lösegeld den Preis, der bezahlt wird, um einen Sklaven freizukaufen. Und ich finde, das passt gut. Geistlich betrachtet sind alle Menschen Sklaven der Sünde, und Jesus ist gekommen, um jeden Einzelnen freizukaufen.

Wem wird das Lösegeld bezahlt? Viele frühe Kirchenväter denken an den Teufel, und das würde passen, weil er jeden Menschen beherrscht. Doch vielleicht dürfen wir das Bild vom Lösegeld nicht überstrapazieren.

Wichtig ist nicht, wem das Lösegeld bezahlt wird – ob nun dem Teufel, der Gerechtigkeit Gottes oder Gott selbst. Entscheidend ist das Ergebnis: Es ist ja immer noch ein Lösegeld, also wird jemand freigelassen. Und allein darauf kommt es an.

Praktische Aufforderung zum Dienst und Gebet

Was könntest du heute tun, um dem Herrn Jesus durch eine Extraportion Dienst an anderen zu danken?

Lass dir etwas einfallen, um ihn für seine Liebe zu dir zu beeindrucken.

Gut zu wissen: In der Frogwords-App findest du unter der Rubrik „Aktuelle Gebetsanliegen“ unsere drei monatlichen Gebetsanliegen.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.