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Johannes der Täufer kündigt Taufe im Heiligen Geist durch den Herrn an

Markus 1,821.01.2026
SerieTeil 2 / 9Bibelseminar: Vollkommener Diener – der Herr Jesus im Markusevangelium

Einleitung und Rückblick

Guten Abend, ich möchte alle herzlich begrüßen und weiterfahren. Wir haben mit dem Markus-Evangelium begonnen und letztes Mal die Verse 1 bis 8 betrachtet. Heute sollte es weitergehen mit Vers 8 im Detail.
Ich lese des Zusammenhangs wegen nochmals ab Vers 4:
Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Und das ganze jüdische Land ging zu ihm hinaus, und alle Bewohner von Jerusalem. Sie wurden im Jordanfluss von ihm getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.
Und Johannes war bekleidet mit Kamelhaar und einem ledernen Gürtel um seine Lenden, und er aß Heuschrecken und wilden Honig. Und er predigte und sagte: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich, dem den Riemen seiner Sandalen gebückt zu lösen ich nicht wert bin. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazaret in Galiläa kam und von Johannes im Jordan getauft wurde. Und sogleich, als er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herniederfahren. Und eine Stimme erging aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
Und sogleich treibt der Geist ihn hinaus in die Wüste, und er war vierzig Tage in der Wüste und wurde von dem Satan versucht. Und er war unter den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Nachdem aber Johannes überliefert worden war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium des Reiches Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahegekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Bis dahin.

Die Aufgabe des Vorläufers und der Ruf in die Wüste

Wir haben gesehen, dass Johannes der Täufer das ganze Volk Israel in Bewegung gebracht hat. Seine Aufgabe war es, das Volk auf den Messias vorzubereiten. Das war der Inhalt seines Dienstes, also als Vorläufer des Messias aufzutreten.
Wir haben letztes Mal in Vers 5 gelesen, dass das ganze jüdische Land zu ihm hinausging und alle Bewohner von Jerusalem. Das ist ein Pauschalausdruck. Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Person dabei war, aber quasi die ganze Masse aus der Stadt Jerusalem, aus der Hauptstadt, und eben auch aus der Landschaft Judäa. Und anderswo lesen wir sogar noch darüber hinaus, nämlich aus Galiläa. Das werden wir noch sehen. Sie sind da in die Wüste gekommen, in die Arava, wie wir letztes Mal gesehen haben, also in die Ebene, die Tiefebene beim Toten Meer.
Nun haben wir letztes Mal aufgehört mit dieser Aussage von Johannes dem Täufer: Ich habe euch mit Wasser getauft, Vers 8, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen. Und das war sozusagen die Hausaufgabe, diesem Thema der Taufe mit dem Heiligen Geist nachzugehen.
Können wir mal zusammentragen, wie viele Stellen in der Bibel darüber sprechen? Wir tragen zusammen: Wo steht etwas über die Taufe mit dem Heiligen Geist? Außer hier in Markus 1,8, Matthäus 3, genau, und weiter. Wir kommen dann zuerst auf Matthäus 3 zu sprechen, weiter Apostelgeschichte 1,5 und noch davor Johannes 1 und noch davor Lukas 3. Nämlich das Auftreten von Johannes dem Täufer wird in allen vier Evangelien berichtet, und diese Aussage wird auch von allen Evangelisten, also Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, überliefert.
Und dann kommt eben Apostelgeschichte 1,5, nicht wahr? Matthäus? Das hat Matthäus gesagt. Apostelgeschichte 1,5, und zwar ist es dort ein ganz entscheidender Moment. Der Auferstandene ist vierzig Tage den Jüngern erschienen, er hat mit ihnen gegessen und gesprochen, und dann schließt er nach vierzig Tagen auf, vom Ölberg hier. Aber noch vor seiner Auffahrt verweist er auf die Taufe mit Heiligem Geist und sagt dort, wir werden das gleich noch lesen, aber schon mal vorweggenommen: Dort sagt er, das wird nun in wenigen Tagen stattfinden.
Das ist sehr hilfreich, um herauszufinden, was ist das eigentlich, Taufe mit Heiligem Geist. Also ab Auffahrt: Wie viele Tage sind bis Pfingsten? Nein, 50 ist Pfingsten ab dem Auferstehungstag, aber der Herr hat ja 40 Tage mit den Jüngern Gemeinschaft gehabt, da bleiben noch zehn Tage. Ja, also von der Auffahrt bis Pfingsten, das sind zehn Tage. Das ist immer so im Kalender.
Ja, also, und weiter: Wo finden wir noch eine Stelle? Aber dort steht nichts von Taufe mit Heiligem Geist, sondern es steht etwas von Ausgießung des Heiligen Geistes. Aber es geht uns jetzt wirklich um das Thema Taufe mit Heiligem Geist. Wo haben wir noch eine? Jetzt haben wir fünf Stellen, wo haben wir noch eine weitere? Genau, wir wollen jetzt wirklich Taufe. Aber das ist sehr wichtig, die Stelle, auf die sollten wir dann auch noch zu sprechen kommen, genau Apostelgeschichte 11. Und zwar ist es dort so, Petrus erinnert sich an die Worte des Herrn, gerade vor der Auffahrt. Also es ist ein Rückverweis auf Kapitel 1 in Apostelgeschichte 11. Er erinnert sich an dieses Wort.
Und jetzt bleibt uns noch eine siebte Stelle. Wirklich, es kommt siebenmal vor, das Thema. Wie? Ja, 1. Korinther 12,13. Und diese Stelle ist besonders hilfreich, weil dort noch mehr gesagt wird, als wir in all den anderen Stellen finden. Das ist also sehr dezisiv, also entscheidend, was dann dort weiter ausgeführt wird.
Aber eben, gehen wir der Reihe nach. Matthäus 3, und wir sehen: Matthäus berichtet etwas ausführlicher als Markus, das ist ganz typisch. Markus berichtet sehr knapp. Und somit ist sein Evangelium auch das kürzeste, nur sechzehn Kapitel.
 Matthäus 3,11: Johannes der Täufer spricht: Ich zwar taufe euch mit Wasser, Fußnote: wörtlich in Wasser hinein. Ich taufe euch in Wasser hinein zur Buße. Der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dem die Sandalen zu tragen ich nicht wert bin. Er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen. Dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln. Die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
Da wird noch mehr berichtet, nämlich außer einer Taufe mit Wasser, einer Taufe mit Heiligem Geist, noch von einer Taufe mit Feuer. Was ist das? Die Feuertaufe. Und es gibt Christen, die beten, dass sie mit Heiligem Geist und mit Feuer getauft werden. Und wir werden gleich sehen: Glücklicherweise erhört das Gott bei seinen Kindern nicht. Glücklicherweise, denn diese Taufe mit Feuer ist etwas ganz Schreckliches. Aber das ist schon vorweggenommen. Wir gehen Punkt für Punkt vor. Wir kommen darauf zurück.
Jetzt lesen wir Lukas 3. Das soll auch ein Beispiel sein, wie man andere Themen der Bibel sich erarbeiten kann. Es ist wichtig, dass man versucht, sich einen Überblick zu verschaffen über ein Thema, wo das überall in der Bibel vorkommt. Natürlich gibt es Themen, da finden wir viel, viel mehr Stellen. Das ist auch schwieriger. Aber das ist ein gutes Anschauungsmaterial, weil wir hier einfach sieben Stellen haben. Und wenn wir alle Stellen anschauen und zusammen vergleichen, dann bekommen wir wirklich das Bild und die Erkenntnis, die Gott uns durch sein Wort zu diesem Thema geben möchte.
 Lukas 3, da spricht wiederum Johannes in Vers 16: Johannes antwortete allen und sprach: Ich zwar taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, dem den Riemen seiner Sandalen zu lösen ich nicht wert bin. Er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen. Dessen Worfschaufel ist in seiner Hand, um seine Tenne durch und durch zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln. Die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
Da finden wir auch diese Taufe mit Feuer. Und eben, wie auch in Matthäus, spricht der Herr dann vom Verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. Und wir merken: Das ist nicht positiv. Es geht da um die Spreu, die verbrannt wird, und er sagt: mit unauslöschlichem Feuer.

Die vier Evangelien und das Zeugnis über den Geist

In Johannes 1 finden wir viele Details über den Dienst von Johannes dem Täufer dort unten in der Arava, in der Wüste, viele Details, die wir in den anderen Evangelien gar nicht finden. In seinem Abschnitt, ab Johannes 1,19, berichtet er zum Beispiel auch von Andreas aus Galiläa, dem späteren Apostel Andreas, wie er eben auch dort unten war, in der Arava. Und es wird klargemacht, dass er ein Jünger, ein Schüler, ein Student von Johannes dem Täufer war. Und als der Herr Jesus eben auch kam, dort in die Wüste, um getauft zu werden, hat er sich schließlich ihm angeschlossen. Und dort lernen wir auch, dass Andreas dann seinen Bruder Simon Petrus zu dem Herrn Jesus führte. Das ist eigentlich die Kurzbeschreibung, wie diese beiden zum Glauben an den Messias gekommen sind. Das ist die Kurzbeschreibung der Bekehrung von Simon Petrus.
Nun, dort lesen wir über die Taufe mit Heiligem Geist in 1,31. Ich lese ab Vers 31:
Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser taufend. Und Johannes zeugte und sprach: Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herniederfahren, und er blieb auf ihm, auf dem Herrn Jesus. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben siehst, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Bei der Taufe des Herrn Jesus, als dann der Himmel sich öffnete und der Heilige Geist auf ihn kam, war das für Johannes ein ganz entscheidendes Zeichen, dass das der Messias ist, den er Israel eben bekannt machen sollte. Und da wird eben auch diese Taufe mit Heiligem Geist bezeugt. Aber aus diesen vier Stellen ist es schwierig, herauszufinden, was das genau bedeutet. Man könnte schon mehr herausfinden, als bisher betrachtet haben, aber davon später.

Der Übergang von der Verheissung zur Erfüllung

Jetzt kommt Apostelgeschichte 1. Der Auferstandene nimmt zehn Tage vor Pfingsten Abschied von den Jüngern und sagt in Apostelgeschichte 1, ich lese ab Vers 3 des Zusammenhangs wegen:
Denen er, Jesus, sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen, übrigens das griechische Wort tekmerion heißt „durchschlagender Beweis“, also: den er sich auch nach seinem Leiden in vielen durchschlagenden Beweisen lebendig dargestellt hat, indem er ihnen vierzig Tage hindurch erschien und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen. Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten. „Die ihr“, sprach er, „von mir gehört habt; denn Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden, nach nunmehr nicht vielen Tagen.“
Jetzt merken wir: Es geht um die Verheißung des Vaters, nämlich um die Ausgießung des Heiligen Geistes. Und das sollten sie nun in wenigen Tagen empfangen, nach nunmehr nicht vielen Tagen, das heißt eben in wenigen Tagen.
In Apostelgeschichte 2 beginnt es in Vers 1: Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen.
Das ist die Erfüllung. Pfingsten ist der Geburtstag der Gemeinde. Da entstand die Gemeinde. Die Gemeinde gab es im Alten Testament noch nicht, und auch in den Evangelien noch nicht. In Matthäus 16 sagte der Herr Jesus: „Auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreichs werden sie nicht überwältigen.“ Das ist die erste Stelle im Neuen Testament, wo über die Gemeinde gesprochen wird, mit dem griechischen Ausdruck Ekklesia. Daraus ist übrigens das französische Wort Église entstanden: Kirche.
Also Ekklesia kann man übersetzen mit Gemeinde, mit Kirche, mit Versammlung. Es ist alles richtig, wenn man nur das Richtige meint. Aber dort kommt dieser Ausdruck zum ersten Mal vor. Und wichtig: Der Herr sagt nicht: „Auf diesen Felsen habe ich meine Gemeinde gebaut“, sondern: „werde ich meine Gemeinde bauen.“ Das heißt, zu dem Zeitpunkt, als der Herr herumreiste und predigte, gab es die Gemeinde noch gar nicht. Das war zukünftig. Und es entstand eben in Apostelgeschichte 2.
Und dann lesen wir in der Bibel ständig über die Ekklesia, die Gemeinde. Also, soweit haben wir fünf Stellen betrachtet.
Dann Kapitel 11: Petrus erinnert sich an diese Worte, die der Auferstandene in Apostelgeschichte 1 gesprochen hat. Und zwar geht es darum: Er war ja in dem Haus von dem römischen Hauptmann aus Italien, Cornelius, in Caesarea Maritima. Das war der Hauptsitz der römischen Armee, der Besatzungsmacht in Israel damals, nördlich von Tel Aviv heute. Dort war er und hat gepredigt. Und es gab eine Erweckung in diesem Haus. Cornelius, der Hauptmann, kommt zum Glauben an den Messias Jesus, und alle, die in seinem Haus waren, und sie empfingen den Heiligen Geist. Und Petrus sagte: Jetzt können wir sie auch taufen, wenn Gott ihnen den Heiligen Geist gegeben hat.
Und dann heißt es in Apostelgeschichte 11,15: Als ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang. Also, er sagt: Diese Heiden im Haus des Hauptmanns Cornelius, die machen die gleiche Erfahrung wie sie, also Petrus und all die Jünger in Apostelgeschichte 2, als der Heilige Geist auf sie kam.
Und dann lesen wir nochmals in Vers 16, oder eben weiter in Vers 16: Ich dachte aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden.

Der Leib Christi und die Bedeutung der Taufe

Und nun die siebte Stelle: 1. Korinther 12.
In 1. Korinther 12 geht es um das Thema des Leibes Christi. Dort wird erklärt, dass jeder wahre Gläubige ein Glied an diesem Leib ist. Andere Stellen, wie Epheser 1 am Schluss, sagen, dass Christus das Haupt dieses Leibes ist. Das heißt also, dass die Gläubigen mit Christus zusammen eine organische Einheit bilden.
Und diese Verbindung, Christus als Haupt und die Gläubigen als Glieder des Leibes, wird in der Bibel in Epheser 3 und, wie wir gleich sehen werden, in 1. Korinther 12 als das Geheimnis des Christus bezeichnet. Das ist griechisch. Christus heißt auch hebräisch Messias, ja. Aber interessant: Hier wird der Ausdruck Messias in einem ganz anderen Sinn verwendet, nicht mehr nur für Jesus Christus, den verheißene Erlöser, den Messias, sondern Christus verbunden mit den Gläubigen der Gemeinde, also Christus und die Seinen in so enger Verbindung.
In Epheser 3 wird gesagt: das Geheimnis des Christus. Das heißt, es geht dort auch um den Leib Christi. Aber es wird gesagt, es ist ein Geheimnis. Und Epheser 3 sagt, ein Geheimnis ist eine Wahrheit, die im Alten Testament verhüllt war, nie mitgeteilt wurde und sogar von Ewigkeit her in Gott verborgen war. Erst jetzt ist sie durch die Apostel und neutestamentlichen Propheten offenbart worden. Also etwas ganz Sensationelles: das Geheimnis des Christus.
Nun lesen wir in 1. Korinther 12, wo eben dieser Leib beschrieben wird, Verse 12 und 13:
Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind, so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.
Also hier wird zuerst in Vers 12 gesagt, dieser Leib Christi ist eine totale Einheit, nicht wahr? Unser Körper ist ein Körper, nicht zwei. Der Leib ist einer, aber der Leib hat ganz viele Glieder, und da ist eine Vielfalt. Also es wird hier eigentlich erklärt: Die Erlösten zusammen mit Christus sind eine totale Einheit, so wie unser Körper organisch, biologisch eine totale Einheit ist. Und trotzdem ist da eine Vielfalt. Also in der Einheit gibt es Vielfalt.
Und dann wird nochmals betont: Alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib. Also Einheit, die Vielfalt ist, aber diese Vielfalt ist auch Einheit. Und dann wird gesagt: So ist das mit dem Körper, dem natürlichen Körper. So auch der Christus. Also auch da ist es in dieser Verbindung der Erlösten mit Christus, der Gemeinde mit Christus verbunden, genau so: eine absolute Einheit, aber Vielfalt, und diese Vielfalt wiederum ist eine totale Einheit.
Und jetzt wird erklärt, wie das entstanden ist, in Vers 13: Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden. Jetzt wird nicht nur gesagt, mit dem Heiligen Geist getauft, sondern hier wird gesagt: getauft zu einem Leib. Ich gebe zu, auf Deutsch ist das ziemlich unverständlich: zu einem Leib taufen. Aber etwas Sprachwissenschaft hilft.
Das Wort taufen, griechisch baptizomai, die Grundbedeutung dieses Ausdrucks ist, in ein anderes Element hineinführen. Und darum haben die alten Griechen dieses Wort verwendet, oder den Wortstamm, um auszudrücken: färben. Ja, was macht man? Man nimmt einen Stoff und führt ihn in ein anderes Element hinein, nämlich Farbe, und so wird er gefärbt. Also die alten Griechen haben das Wort verwendet, um zu sagen: färben. Das kann man in einem guten altgriechischen Wörterbuch finden: baptizō, färben, oder baptizomai, färben.
Und dann ist es weiter auch verwendet worden für ein Schiff, das untergeht, also versenken, untergehen. Ja, was passiert, wenn ein Schiff auf dem Ozean schwimmt und dann eben aus irgendeinem Grund untergeht? Dann wird es, das Holz, in ein anderes Element hineingeführt, und das ist H2O. Das ist der Untergang eines Schiffes.
Und dann wurde das Wort eben auch gebraucht für die Handlung der Taufe. Johannes der Täufer hat Menschen im Wasser, im Jordan, untergetaucht, also in ein anderes Element eingeführt, nämlich in Wasser, und wieder heraufgebracht. Und nun spricht die Bibel über Taufe zu einem Leib. Und wenn man weiß, die Grundbedeutung ist Einführung in ein anderes Element, dann wird klar: Ein Mensch, der sich bekehrt, wird in den Leib Christi eingeführt und wird in geistlicher Biologie ein Glied am Leib Christi. Das ist es. Und nicht ein ekstatisches Erlebnis, sondern die Einführung in den Leib Christi.
Und es gibt ja Leute, Gläubige, die sagen: Wenn jemand die mystische Erfahrung einer Geistestaufe nicht erlebt hat, dann ist er eigentlich kein wahrer Gläubiger. Oder nein, ich muss so sagen: vielmehr sagt man, es ist zwar ein wahrer Gläubiger, aber er hat diese zweite Erfahrung noch nicht gemacht. Aber das würde nach der Bibel bedeuten, dann wäre er gar kein Glied am Leib Christi, dann gehört er gar nicht zur Gemeinde Gottes. Und wir werden sehen, das fällt eben mit der Bekehrung zusammen.
Cornelius und sein Haus hörten die Predigt von Petrus, und während seiner Verkündigung sind sie zum Glauben gekommen, haben sich bekehrt und haben den Heiligen Geist bekommen. Damit wurden sie ein Glied am Leib Christi. Wenn man an Pfingsten denkt, die Menschen, die da zum Glauben kamen, das waren alles Juden. Aber im Haus von Cornelius, das waren Römer und Heiden, und die wurden jetzt auch in den Leib Christi eingeführt. Und das ist genau das, was Paulus sagt in 1. Korinther 12,13: Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen.
Und dann wird weiter erklärt: Auch die soziale Schicht spielt keine Rolle, es seien Sklaven oder Knechte, kann man auch übersetzen, oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. Also unsere ethnische Herkunft spielt in der Gemeinde keine Rolle. Ob wir jüdische Vorfahren haben oder nicht, spielt keine Rolle, um zum Leib Christi zu gehören. Und es kommt auch nicht darauf an, ob wir Angestellte sind oder ob wir selbständige Unternehmer sind, es seien Sklaven, Knechte oder Freie. Das wird alles quasi vor Gott aufgehoben, dieser Unterschied, wenn es darum geht, ein Glied am Leib Christi zu sein.
Und vielleicht noch eine sprachliche Erklärung, die hilft, in Vers 13: Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden. Die Fußnote der Elberfelder erklärt, das heißt: „in der Kraft des“. Im Altgriechischen verwendet man eben, um auszudrücken, das Mittel oder die Kraft zu etwas, das wird ausgedrückt mit dem Wort „in“, griechisch en, und dem Dativ. Also haben wir jetzt noch Nominativ, Genitiv, Dativ: das Haus, des Hauses, dem Haus. Also der Dativ, der Wem-Fall. Der Dativ wird verwendet, um auszudrücken: etwas, das Mittel, die Kraft. Also „denn auch in einem Geist“ bedeutet: in der Kraft des Heiligen Geistes sind wir zu einem Leib getauft worden, das heißt, in ein anderes Element eingeführt.

Das Bild von Weizen und Spreu

Und jetzt können wir plötzlich verstehen, was Johannes der Täufer wirklich gesagt hat in Matthäus 3. Ich habe ja gesagt, Lukas, wir kommen nochmals zurück auf die Stelle, die du als Erster angeführt hattest, Matthäus.
Und zwar nochmals Vers 11: Ich taufe euch mit Wasser zur Busse, der nach mir kommende aber ist stärker als ich, dem die Sandalen zu tragen ich nicht wert bin. Er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.
Das mit Feuer lassen wir mal noch auf der Seite, aber es ist für uns klar: Er wird euch mit Heiligem Geist taufen. Und dann kommt Vers 12: Dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln. Die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
Jetzt kommt ein ganz anderes Bild da hinein, zu dem Thema Taufe, und zwar das Thema Arbeit in der Tenne. Nach der Gerstenernte oder Weizenernte werden die Ähren zusammen mit den Halmen, die geschnitten worden sind, in die Tenne gebracht. Das ist typischerweise ein runder Platz, festgestampft. Und dann wird zuerst gedroschen. So kommt es eben zu einer Aufteilung von den Körnern und dem übrigen der Pflanze.
Und dann kommt eben die Arbeit mit der Worfschaufel. Die Tenne ist ja ein Ort, der auch so gebaut ist, dass es da einen Durchzug gibt. Und dieser Durchzug wird eben ausgenutzt. Mit der Worfschaufel wird das, was am Boden da liegt und vorher gedroschen war, aufgeworfen. Es ist dann sehr staubig und das Ganze mit Material wird da aufgeworfen. Und der Wind, der Durchzug, trägt dann die leichteren Bestandteile eben weg, und die schweren sind die Körner. Die fallen dann runter.
Und so wird also entschieden zwischen Spreu und Weizen, oder eben Körnern. Und hier geht es jetzt um Weizen, und zwar: Dessen Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen. Reinigen heisst eben: Die wertvollen Körner werden getrennt von dem, was man nicht braucht. Niemand möchte Spreu zu Hause essen oder im Brot mit einbauen.
Also wird die Tenne so gereinigt. Der Wind trägt die leichten Bestandteile weg, und dann heisst es: Und seinen Weizen in die Scheune sammeln. Dann werden eben diese Weizenkörner gesammelt, und die werden dann in der Scheune aufbewahrt. Und im Kontrast dazu wird die Spreu dann auch gesammelt, aber die verbrennt man, weil man sie nicht brauchen kann, nicht verwerten kann.
Und jetzt haben wir hier also eine Aussage des Messias. Johannes sagt: Er wird das mit euch tun, und er spricht Israel an, die Gesamtheit des Volkes. Und da waren eben Menschen, die glaubten an den Messias Jesus, und es gab Menschen, die glaubten nicht an ihn oder lehnten ihn sogar ab. Und Johannes kündigt an: Der Messias wird euch scheiden in zwei Gruppen.
Die Wahrgläubigen werden verglichen mit dem Weizen, der gesammelt wird, zusammengefügt wird in der Scheune, und den anderen, die verbrannt werden. Und so ist eben das Feuer hier ein Bild des Feuers in der Verdammnis. In Offenbarung 20,10 wird beschrieben, wie nach dem Tausendjährigen Reich der grosse weisse Thron gesehen wird und alle Ungläubigen gerichtet werden und schliesslich in den Feuersee geworfen werden. Das ist dieses unauslöschliche Feuer hier.
Und jetzt versteht man auch, warum ich gesagt habe: Das Gebet um Feuertaufe, das ist ein schreckliches Gebet. Das bedeutet: Wirf mich in die Hölle, ins ewige Feuer. Aber Gott ist gut, und er wird das bei seinen Kindern nie erhören. Gott ist so, ich meine, sogar wenn wir falsch beten, kann er richtig erhören.
Ich habe das Beispiel auch schon erzählt. Das war in Holland. Kleine Kinder waren auf einer grossen Wiese und haben da gespielt. Plötzlich kommt ein Stier und geht wirklich auf die Kinder los. Die Kinder sehen die Gefahr, was sollen sie machen? Die beten: Vater, segne diese Speise, uns zur Kraft und dir zum Lob und Preise, Amen. Und der Stier ist an ihnen vorbeigegangen.
Ja, sie wussten kein anderes Gebet. Das hatten sie als kleine Kinder auswendig gelernt, und in Gefahr haben sie einfach das gebetet. Aber Gott erhört schon richtig. So ist unser Herr. Und eben das ist das Schöne: Wenn Gläubige das aus Unwissenheit so beten, er wird das nicht erhören. Aber man muss sagen, das Gebet ist ganz schrecklich, denn die Taufe mit Feuer hat nichts zu tun mit der Taufe mit Heiligem Geist, sondern es ist gerade der Kontrast.
Aber da wird eben hier, da wird der Unrat, also das Unbrauchbare, die Spreu, wird in ein anderes Element, Feuer, eingeführt. Das ist Verbrennen. Und nun das entsprechende, das Einführen in den Leib Christi, also Verbinden mit allen anderen Erlösten, das wird hier ausgedrückt: Die Körner werden gesammelt in die Scheune.
Also er hat das wirklich bildlich schon zum Ausdruck gebracht. Aber man muss sagen: Wer hat das damals verstanden? Aber er hat es richtig gesagt, und die Gläubigen konnten sagen: Ja, so wird es sein. Der Glaube kann manchmal mehr auffassen, als der Verstand begreifen kann.
Aber später wurde dann das schon klar, und der Apostel Paulus hat ihm dann eben die Lehre über den Leib Christi so wunderbar ausgearbeitet in seinen Briefen. Und wir haben ein bisschen davon gelesen. Und es ist klar: Taufe mit Heiligem Geist, das ist die Erfüllung dieses ewigen Ratschlusses von Gott, dass einmal, wenn der Messias verworfen wird, Gott etwas Neues schaffen wird: die Gemeinde, ab Pfingsten. Und der Heilige Geist wird eben ausgegossen werden und wird die Gläubigen zu einem Leib unzertrennlich zusammenführen.
Und jetzt liest man das bestimmt ganz anders, wenn wir zurückgehen zu Markus 1,8: Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen. Gibt es bis dahin noch Fragen?
Ja, ich habe ja noch nicht erfüllt, was ich gesagt habe. Wir kommen schon noch auf Epheser 1,13-14, die Versicherung des Heiligen Geistes. Aber was wolltest du sagen, Lukas?
Ich habe noch in Bezug auf Israel, weil es ja heisst, er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. Dann wieder der Vergleich gemacht, diese Worfschaufel, die er reinigt. Wie tut das Weizen in die Scheune sammeln, und dann die Spreu wird verbrannt. Also ist das eigentlich zukünftig für Israel ja erst zukünftig mit dem Heiligen Geist definitiv getauft nach Joel 3, weil der Geist über alle Gläubigen, also den Überrest Israels, kommen wird.
Ja, also dass eigentlich diese Matthäus-3-Stelle, Heiligem Geist taufen, und in Bezug auf Israel ja noch jetzt wie zukünftig ist.
Ja gut, es ist so: In Matthäus 3, also bei Johannes dem Täufer, war die Gemeinde noch nicht da, erst am Pfingsten. Das heisst also, für Israel war diese Ankündigung zukünftig. Aber das wurde erfüllt am Pfingsten, denn dort wurden die Gläubigen zu einem Leib zusammengefügt.
Jetzt kommt aber dazu: Du erwähnst Joel 3, und dort wird ja für Israel ausgesagt, und im Zusammenhang geht es um das Tausendjährige Friedensreich, dass Gott seinen Geist ausgiessen wird. Und das ist noch zukünftig, und das wird Israel noch erleben. Aber am Pfingsten hat sich übrigens Joel 3 nicht erfüllt, sondern ja, das müssen wir uns aber doch noch anschauen: Apostelgeschichte 2.
Dort wird ja auch etwas gesagt von Feuer, und darum meinen manche: Ja, das ist eben diese Taufe mit Feuer. Ich lese nochmals Apostelgeschichte 2, Vers 1: Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen, und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, wo sie sassen.
Hier noch eine Zusatzerklärung: Sprach ihre Natur, Heiliger Geist. Geist ist auf Griechisch Pneuma, und wenn man nachschaut in dem altgriechischen Wörterbuch, dann lernt man: Pneuma heisst eben nicht nur Geist, sondern die Grundbedeutung ist Hauch und Wind. Und warum wird der Heilige Geist eben so genannt? Weil Wind eine gewaltige Kraft ist, aber man sieht sie nicht, unsichtbar. Und so ist das Wirken des Heiligen Geistes etwas Unsichtbares. Man sieht den Heiligen Geist nicht, und trotzdem ist diese Kraft, diese geistliche Kraft, da.
Und darum eben an Pfingsten dieser gewaltige Wind. Das spricht eben von dem Heiligen Geist, der gekommen ist. Und dann heisst es weiter in Vers 3: Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen.
Da wird von Feuer gesprochen, aber nicht sie wurden in das Feuer hineingetan, sondern es waren züngelnde Flammen auf ihren Köpfen. Und diese Zungen wie von Feuer, die sprechen eben jetzt von dem Thema Sprachenreden im Weiteren. Nicht wahr? Wir lesen ja dann weiter in Vers 4: Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
Sprache hier, das ist das Wort Glossa. Und das Wort Glossa heisst laut Wörterbuch Zunge und Sprache. Es ist viel französisch: La langue ist dieses Organ im Mund, und es ist auch der Ausdruck, um zu sagen: La langue française, française, das ist französisch. Oder la langue hébraïque, die hebräische Sprache, nicht hebräische Zunge. Nicht wahr, wenn man Hebräisch spricht, natürlich braucht man die Zunge, aber es ist nicht irgendwie eine Zungenakrobatik, sondern das Wort heisst einfach Zunge oder Sprache.
Zum Beispiel in der Geschichte von dem reichen Mann und dem armen Lazarus, Lukas 16, da sagt der reiche Mann am Ort der Qual, im Hades, dass Lazarus doch kommen soll vom Paradies her, vom Schoss Abrahams, und er soll ihm seine Zunge kühlen. Und das ist das Wort Glossa, da meint er wirklich eben das, was wir verstehen unter Zunge. Aber je nach Zusammenhang heisst es eben Sprache. Und wenn man Französisch sagt, langue, muss man auf den Zusammenhang achten, dann merkt man, das ist das Organ gemeint, weil jemand sich auf die Zunge gebissen hat, dann hat er nicht auf die Sprache gebissen, sondern auf die Zunge.
Und wenn man eben sagt, eben in fremden Sprachen reden, dann ist klar, Glossa heisst dann eben Sprache. Hier haben wir das also so: Sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen, nicht in anderen Zungen, zu reden. So ist eigentlich der Ausdruck Zungenreden im Deutschen ein völlig falscher Ausdruck, das heisst in Sprachen reden. Und viele im deutschsprachigen Raum, wenn sie hören von Zungenreden, dann haben sie irgendeine mystische Vorstellung von Zungenakrobatik und irgendetwas Eigenartiges oder verbinden das je nachdem mit dem Gedanken von Lallen usw. Das heisst einfach in Fremdsprachen reden.
Und manche haben sich gefragt: Ja, wie war das genau mit diesen Sprachen? Haben die Menschen einfach diese vielen Sprachen der Jünger verstanden, weil Gott gemacht hat, dass sie zwar Hebräisch sprachen oder Aramäisch, und die haben das einfach verstanden in der und der und der und der Sprache? Das wäre dann ein Hörwunder. Aber es war eben ein Sprechwunder. Warum? Weil hier steht: Sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen.
Apophthengomai ist auf Griechisch aussprechen, mit dem Akzent auf das Reden. Der Heilige Geist hat also bewirkt, dass sie richtig gesprochen haben. Und wenn man dann weiterliest: Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer aus jeder Nation unter dem Himmel. Also das waren Juden mit Auslandhintergrund, und zwar, wie man im Weiteren sieht, aus drei verschiedenen Kontinenten: aus Asien, Afrika und Europa.
Und für diese Leute war das natürlich etwas Grandioses. Die hörten einfache Leute aus Israel plötzlich in allen möglichen Sprachen aus Europa, Asien und Afrika akzentfrei sprechen. Das ist unglaublich. Ich meine, es ist ja auch für uns so, wenn man einen Ausländer Schweizerdeutsch sprechen hört ohne Akzent. Und der hat das nicht als Kind gelernt, sondern als Erwachsener. Die meisten Menschen kriegen das nach zehn nicht mehr hin, einen sprachlichen Akzent frei zu lernen. Und dann schämen sie sich zum Teil, und darum sprechen sie nicht, obwohl sie es könnten. Man sollte sich nicht schämen. Es ist einfach ganz normal: Nach zehn hat man einen Akzent bei einer Fremdsprache. Das muss man akzeptieren.
Und dann gibt es halt ein paar so auf diesem Gebiet Genies, die können so gut Theaterspielen und Stimmen nachahmen, die können dann plötzlich eben Englisch akzentfrei sprechen oder Französisch wirklich akzentfrei, obwohl sie es als Kind nicht gelernt haben. Aber das ist die Ausnahme.
Und nun sehen wir aber hier: Diese Auslandjuden, die waren überwältigt. Galiläer, einfache Galiläer, sprechen alle möglichen Sprachen akzentfrei. Und zwar wird hier gesagt, Vers 6: Als sich aber die Kunde hiervon verbreitete, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt, weil jeder einzelne sie in seiner eigenen Mundart reden hörte.
Griechisch: Dialekt. Die haben also nicht nur Fremdsprachen, Glossa, Sprache gesprochen, sondern sogar Dialekte. Und auch da geht es ganz speziell um den Klang, ja, also wenn ein Norddeutscher akzentfrei Berndeutsch spricht. Das beeindruckt Schweizer, das ist so. Aber es muss gar nicht sein, aber ich sage: beeindruckt.
Vers 7: Sie gerieten aber alle ausser sich und verwunderten sich und sagten: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? Man muss wissen, damals in Israel, die aus Galiläa, das waren die Verachteten. Und sie sagten: Sind das nicht alles Galiläer? Und das waren auch oft eben weniger Gebildete.
Und dann heisst es weiter: Und wie hören wir sie jeder in unserer eigenen Mundart, Dialektos auf Griechisch, in der wir geboren sind? Parther, das ist eine Sprache aus Iran, akzentfrei, also Persisch. Parther und Meder, zu den medischen Sprachen gehört übrigens das Kurdische usw., akzentfrei. Elamiter, das ist auch im Iran, und dann weiter: Und die Bewohner von Mesopotamien, Zweistromland, also zwischen Euphrat und Tigris, Irak, und dann heisst es sowohl von Judäa als auch von Kappadozien, eine Gegend in der Türkei, aber damals sprach man noch nicht Türkisch.
In der Geschichte kam eben das Turkvolk aus Zentralasien, erst im Mittelalter, und die haben die Türkei erobert und diese Sprache aufgedrängt. Aber vor dem Mittelalter, da sind wir in der Antike, da hat man verschiedene Sprachen, die überhaupt nicht mit Türkisch verwandt sind, gesprochen. Also, wie gesagt, Kappadozien, Pontus und Asien, das ist auch eine Provinz in der heutigen Türkei, und zwar Westtürkei, grösser als die Schweiz, sowohl von Phrygien als auch von Pamphylien. Das sind auch wieder Regionen der heutigen Türkei mit ganz verschiedenen Sprachen, muss man sich vorstellen.
Und weiter: Ägypten. Dann haben die auch Koptisch gesprochen. In Ägypten hat man damals noch nicht Arabisch gesprochen. Das haben erst die Muslime ab der Eroberung im siebten und dann im achten Jahrhundert, als ganz Nordafrika muslimisch erobert wurde, wurde die arabische Sprache aufgedrängt. Aber in Ägypten sprach man Koptisch, und das ist quasi eine Sprache, die entstanden ist aus dem Altägyptischen, der Sprache mit den Hieroglyphen. Wie haben das gesprochen?
Und im Gebiet von Libyen, das Land neben Ägypten, und da sprach man auch nicht libysches Arabisch damals, das gab es noch nicht, aber auch eine nordafrikanische Sprache gegen Kyrene hin. Und die hier weilenden Römer, sowohl Juden als auch Proselyten, Kreter und Araber. Also das mit dem Arabisch, das kommt schon noch. Das sind eben die aus der saudischen Halbinsel, das war ursprünglich Arabien. Und das Arabisch hat sich eben erst später durch die muslimischen Eroberungen ausgebreitet im Nahen Osten und Nordafrika, aber dann haben die auch Arabisch gesprochen. Dieses Altarabisch, akzentfrei, wow!
Und sie sagen: Wie hören wir sie die grossen Taten Gottes in unseren Sprachen reden? Jetzt wieder Glossa, nicht Zungen, in unseren Zungen, sondern in unseren Sprachen reden. Sie gerieten aber ausser sich und waren in Verlegenheit und sagten einer zum anderen: Was mag dies wohl sein? Andere aber sagten spottend: Sie sind voll von süssem Wein.
Es gab zwei Gruppen unter den Zuhörern: Solche, die wirklich überwältigt waren, und solche, die sich motiviert sahen zu spotten, obwohl sie wussten, es stimmt natürlich nicht: Sie sind voll süssen Weines. Und was bedeutet das? Ja, die Juden aus dem Ausland, die eben Parthisch und Arabisch und Altägyptisch, also Koptisch usw. konnten, die waren überwältigt. Die haben gesagt: Was ist das? Und die Inlandjuden, die nichts verstanden, die haben zwar schon gemerkt, das ist nicht das, aber die haben dann gespottet: Die sind einfach besoffen.
Aber jetzt sehen wir, das war wirklich ein gewaltiges Sprachenwunder, und diese Zungen von Feuer, das war ja unser Ausgang, ich weiss also immer noch, wovon wir sprechen wollten, das war so ein Exkurs, aber diese Feuerzungen, die waren auf dem Kopf. Und sie symbolisierten die vielen Sprachen der Welt. Aber Feuer ist doch in der Bibel immer wieder ein Bild des Gerichts.
Im ersten Buch Mose, wenn man denkt, Gott hat gesagt zu Adam: Wenn du stirbst, wirst du zum Staub zurückkehren. Er sagt nicht zu Asche. Also Gott wollte nicht die Kremation, sondern die natürliche Verwesung nach dem Tod. Aber in Sodom und Gomorra hat Gott die Menschen mit Feuer gerichtet, mit Feuer getauft. Kann man sagen. Aber das war eben gottesgerecht.
Und im Judasbrief wird auch gesagt, das Feuer von Sodom und Gomorra, das ist ein Bild des ewigen Feuers der Hölle. Also meine Frau und ich waren, noch nicht so lange Zeit, in Jordanien am Toten Meer, und zwar gerade dort, wo früher die Halbinsel Lisan so eine Einbuchtung machte ins Meer. Heute ist es keine Halbinsel mehr, denn wegen dem Rückgang des Wassers ist das Meer zweigeteilt, aber da in dem Zwischenbereich.
Und da auf der jordanischen Seite, dort etwas erhöht vom Tal, etwas erhoben auf dem Gebirge, aber nicht viel, dort findet man die Ruinen von Sodom und in der Nähe Gomorra. Wir haben beides besucht, und wirklich: Sodom, alles voll Asche. Bis eineinhalb Meter Asche kann das berühren, eine ganz weisse Asche, eine besondere chemische Zusammensetzung. Aber das wurde nie mehr aufgebaut seit der frühen Bronze, also im 2000 vor Christus, das ist die Zeit von Abraham, als das stattgefunden hat. Und ich hatte an Freude, ich hatte eine ganze Reihe von Tonscherben gefunden, noch aus der Zeit von Sodom und Gomorra.
Und eben wenn man da so diese Asche sieht und weiss, das ist eigentlich eben eine Warnung vor dem Gericht Gottes. Feuer ist immer wieder in der Bibel ein Bild des Gerichts. Und wie sind die Sprachen entstanden? Gott hat der Menschheit ursprünglich eine Sprache gegeben, aber in Babel war das ein Gericht Gottes, das sie bei ihrer Globalisierung, die wollten ja nicht, sich aufzuhalten. Sie sagten ausdrücklich: Wir bleiben zusammen, und zusammen sind wir quasi stärker. Und Gott hat diese Einheit aufgesplittert durch die Sprachenverwirrung, indem er den verschiedenen Sippen neue Sprachen eingegeben hat, und so haben sie sich getrennt.
Also diese Zungen ein Bild von den Sprachen und von dem Gericht Gottes. Und was geschieht hier an Pfingsten, in Jerusalem, nicht in Babylon? Ursprünglich ein Gericht Gottes war, wird nun in Segen verwandelt. In Babel stehen die Sprachen dort für Zertrennung, Zerteilung, Spaltung. Aber in Jerusalem stehen die Sprachen für Vereinigung. Gott wollte mit diesen Sprachen andeuten: Jetzt geht das Evangelium zu allen Völkern, zu allen Sprachen, und die sollen im Leib Christi vereinigt werden. Durch die Taufe mit Heiligem Geist.
Also wirklich genau das Gegenteil von der Spaltung in Babel. Und das wird eben durch diese Feuerzungen zum Ausdruck gebracht, weil dieses Zeichen der Sprachen war ganz wichtig, um zu zeigen: Jetzt kommt eine neue Zeit, wo das Evangelium alle Menschen, alle Nationen erreichen soll.
Ja, Lukas?
Er wird durch fremde Lippen zu ihnen reden, und sie werden nicht hören.
Genau, schlagen wir das gerade auf. In 1. Korinther 14 wird nämlich diese Prophetie aus dem Alten Testament, dass Gott einmal durch fremde Sprachen zu Israel reden wird, aufgenommen. Und das hat sich zum ersten Mal an Pfingsten, Apostelgeschichte 2, erfüllt, denn es waren ja Auslandjuden, die durch diese Sprachen beeindruckt wurden.
Und jetzt lese ich aus 1. Korinther 14, und da sagt der Apostel Paulus im Blick auf das Sprachenreden in Vers 21: In dem Gesetz steht geschrieben, und jetzt kommt ein Zitat aus Jesaja 28,11-12: Ich will in anderen Sprachen und durch andere Lippen zu diesem Volk reden.
Ich muss erklären: Auf Hebräisch kann man sagen für Sprache Laschon. Laschon heisst Zunge. Das ist ein normales Wort. Laschon eben, hebräisch sagt man Laschon, Zunge. Und dann kann man aber auch sagen Safa. Safa heisst Lippe, und das heisst ist ein anderes Wort für Sprache. Also darum diese Ausdrücke: in anderen Sprachen und durch andere Lippen zu diesem Volk reden. Und es geht um das Volk Israel. Und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr.
Und das ist eben das, was du gesagt hast, Lukas. Sag es nochmals, wegen dem Gericht.
Also für die Juden, die nicht gläubig waren, war es ein Gericht, weil sie ja nicht verstanden haben, was passiert ist, also es erfüllte sich die Prozedur.
Ja, genau. Also für die Ungläubigen im Volk Israel war das gewissermassen ein Gericht, weil Gott quasi zu ihnen redete, aber sie haben dann nicht auf ihn gehört. Und so wurden sie gerichtsreif, weil sie sein Wort auch dieses Zeichen noch abgelehnt haben.
Wichtig ist also: Gott hat im Alten Testament versprochen, dass er dieses Zeichen der Sprachen einmal bringen wird für Israel als Chance, aber gesagt: Auch so werden sie nicht hören. Und wirklich, an Pfingsten kamen zwar dreitausend zum Glauben, aber wenn man sich überlegt, dass an Pfingsten über zwei Millionen Juden zu Besuch waren in Jerusalem, dann war das ein kleiner Überrest. Die Masse hat nicht gehört.
Und weiter ist interessant: Der Apostel Paulus sagt dann als Erklärung: Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen nicht den Glaubenden, sondern Ungläubigen. Die Weissagung aber nicht den Ungläubigen, sondern den Glaubenden. Also sagt Gott, dieses Zeichen speziell für die Ungläubigen geben, nicht für die Gemeinden. Der Apostel sagt dann aber, die, die diese Sprache hatten, durften sie auch in der Gemeinde brauchen, aber das war nur sekundär. Die Hauptabsicht war, Ungläubige zu erreichen, und zwar ungläubige Israeliten.
Sehr wichtig: Wenn man die heutigen Ansichten über Zungenreden betrachtet, deckt sich das nicht mit der Schrift. Eben akzentfrei, und wenn man heute zuhört, jemand der Zungen redet, muss man gut hinhören, kann man sagen, was seine Muttersprache ist, weil es üblich ist, dass die genau diese Laute aus der eigenen Sprache benutzen. Darum tönt Zungenreden in England anders als in Deutschland oder in der Schweiz. Wirklich! Und in Afrika klingt das wieder anders.
Ich habe das mal ganz krass erlebt. Ich war eingeladen für einen Vortrag bei einer Gruppe, das hatte ich gar nicht geplant, aber diese afrikanischen Brüder, die mich eingeladen hatten, die haben das einfach so organisiert. Und dann haben sie mich an diesen Ort gebracht, es war wirklich eine ganz extreme Gruppe. Und dann musste ich oben auf der Bühne sitzen, und da war noch die rechte Hand von dem Diktator dieses Landes, das war Togo. Und dann war noch der togolesische Botschafter für Kanada da. Wir mussten da oben sitzen, und unten war der Anbetungsleiter.
Bevor ich mit dem Vortrag beginnen konnte, wollten die etwas singen, und so etwas kann man in Europa nicht erleben. Wenn die klatschen, das können Europäer nicht. Und die können ja auch polyrhythmisch, das ist natürlich für Musiker sehr interessant, polyrhythmisch, aber das ist nicht das, was man in der Klassik hat. Aber ich sage nur: Das ist unglaublich, und das geht durch Mark und Bein. Die brauchen keine Schlagzeuge und sowas, durch Mark und Bein. Und in 15 Minuten waren alle in Ekstase.
Also der Diktator, nicht der Diktator, die rechte Hand des Diktators ist nicht das Gleiche. Der war völlig nüchtern, und ich durfte auch dort ganz nüchtern sitzen, und der ehemalige Botschafter hat nicht mitgemacht. Und dann, in einer Viertelstunde, waren alle in Ekstase und alle haben Zungen geredet. Aber Zungenreden in Afrika klingt nochmals anders als in der Schweiz.
Ja, vielleicht um die Geschichten noch fertig zu machen. Ich habe nachher erfahren, die hätten extra mit mir zu spät gekommen zum Anlass, weil sie wollten, dass ich diese Einleitung nicht unbedingt miterleben musste. Aber in Afrika ist das eben ein bisschen anders. Dort nützt zu spät kommen auch nichts. Ja, weil die sowieso zu spät waren.
Aber die Erfahrung war dann folgende: Dieser Anbetungsleiter, der hat sich dann plötzlich gedreht, I don't know why. Ich habe mich gedreht und habe gesehen, wie der in der Zunge geredet hat. Aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Das war, wie wenn der unter Strom wäre, also wie dieser Kiefer hoch und runter ging. Das glaubt keiner. Das war nicht mehr natürlich, normal, also schrecklich für mich.
Dann durfte ich den Vortrag halten, einen biblischen Vortrag. Der ging um die Heilsgeschichte, um die Zusammenhänge in der Heilsgeschichte. Und dann am Schluss wollten sie nochmals, so wie am Anfang, das hat nicht mehr funktioniert. Aber ich habe es nicht erwartet, aber das war wie gebrochen. Und dann wurde der Leiter ganz so energisch, er sagte: Sind wir eine, ja, und dann erklärte, was sie für eine Gruppe sind, und ja, und also noch mehr. Der hat sie nicht mehr hochgekriegt. Ja, das war so eine Erfahrung.
Aber warum habe ich das erzählt? Eben um zu sagen, das Zungenreden dort klingt wieder anders. Aber dort hat keiner Schweizerdeutsch gesprochen. Wäre das die Gelegenheit gewesen. Aber sie können es nicht. Und man kann solche, die sagen heute: Ja, ich kann das, die kann man zu Tamilen bringen oder zu syrischen Arabern, und sie sollen in ihrem Akzent, also nicht ägyptisches Arabisch, das klingt anders als Syrisch und Arabisch. Sie können es nicht. Das ist das Normale, sie können es nicht.
Aber hier, das war das richtige Sprachenreden, und das sollte eben zum Ausdruck bringen: Jetzt ist die Spaltung von Babel vorbei, Gott lässt das Evangelium in der ganzen Welt verkündigen, und jeder, der sich bekehrt, wird eben getauft in den Leib Christi, und wir bilden alle eine unzertrennliche, in Ewigkeit unzertrennliche Einheit, der Christus.

Versiegelung, Gewissheit und Abschluss

Und jetzt gehen wir noch kurz zu Epheser 1,13. Dort spricht der Apostel Paulus über das Empfangen des Heiligen Geistes. Es ist ein Lehrbrief, und da wird der Grundsatz gezeigt, wie das grundsätzlich geht aus Gottes Sicht, dass man den Heiligen Geist empfängt.
Und zwar Epheser 1,13: Indem auch ihr, ihr Epheser, nicht Juden, indem auch ihr, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, indem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preis seiner Herrlichkeit.
Hier wird gesagt, wann man den Heiligen Geist bekommt, grundsätzlich. Es heißt hier: indem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist. Also wenn jemand das Evangelium hört und dem Evangelium Glauben schenkt, das ist im Griechischen ein Punktual, ein Aorist, also zum Glauben gekommen, kann man auf Deutsch sagen, um diesen Punkt auszudrücken, dann versiegelt Gott von seiner Seite. Und das entspricht der Taufe mit Heiligem Geist.
Taufe mit Heiligem Geist bedeutet, in den Leib Christi eingeführt zu werden. Aber gleichzeitig bedeutet es: Der einzelne Gläubige wird von Gott versiegelt zur Erlösung des erworbenen Besitzes. Das heißt, in Epheser 4,30 wird gesagt, wir sind versiegelt auf den Tag der Erlösung. Wenn Jesus Christus wiederkommt zur Entrückung der Gemeinde, das ist der Tag der Erlösung, und dann kann man den himmlischen Besitz einlösen mit dem Siegel. Wer das Siegel hat, kann es einlösen. Und das bedeutet also auch Heilsicherheit.
Sehr schön, im Alten Testament haben wir Beispiele für Versiegelung. In Esther 8,8 heißt es: der persische König. Was ist übrigens das persische Wort für König? Im Neupersischen Schah, ja, also der Schah Pahlavi, das ist der König von Iran. Ja, also der König von Persien, wird dort gesagt, und wenn er etwas untersiegelt hat, dann kann man es nicht mehr rückgängig machen.
Und in Daniel 6,18 gibt es auch eine Versiegelung bei dem medischen Unterkönig Darius. Die Löwengrube von Daniel wird versiegelt, auf dass hinsichtlich Daniels nichts verändert würde. Das Siegel garantiert keine Abänderung. Und in Offenbarung 5 lesen wir von dem Buch mit den sieben Siegeln, und dort wird klargemacht: Niemand im Himmel und auf der Erde, kein Mensch, kein Engel, auch nicht Satan, ist in der Lage, ein Siegel Gottes zu öffnen.
Das heißt also: Wenn man versiegelt ist mit dem Heiligen Geist, bedeutet es, dass es nicht mehr von Gott zurückgenommen wird. Das ist mein Eigentum, ich gebe es nie mehr her. Und wenn einer sagt: Ja, aber ein Mensch könnte plötzlich sagen, ich will nicht mehr. Ach was, ein Mensch kann das Siegel Gottes nicht öffnen. Und dann sogar: Ja, aber vielleicht werden die dann eben quasi in der Ewigkeit eine Unterklasse. Nein, auf dass hinsichtlich Daniels nichts verändert würde. Das Siegel bedeutet, dass Gott an seiner Erlösung nichts mehr abändert. Gewaltig!
Und das ist natürlich alles eben mit enthalten. Die Taufe mit dem Heiligen Geist bedeutet auch, dass Gott eben versiegelt und so Sicherheit gibt für alle Ewigkeit. Versiegelt auf den Tag der Erlösung, Epheser 4,30, bedeutet: Wenn man sich einmal echt bekehrt hat und so versiegelt worden ist, dann geht man nicht mehr verloren und wird die Entrückung auch miterleben.
Jetzt haben wir einen Vers durchgenommen heute, Markus 1,8. Aber nächstes Mal, das möchte ich gerne versprechen, da nehmen wir dann wieder ein paar Verse durch.

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